Freitag, 31. Oktober 2014

Happy Halloween!

Jetzt verkleiden sie sich wieder als Monster, die Menschen, als ob sie das denn unverkleidet nicht eh schon wären.
Ich erinnere da an 18, einen gewissen Herrn J.S. und viele andere in dieser Ahnenreihe.



Aber was die Menschen können, hat die Evolution schon längst vorher erfunden.

Ich empfehle deshalb diese Masken

Das Killer-Bambi





Das nicht so süsse nicht so rosa Schweinchen






Der "Küss-mich"-Goldfisch




Die religiöse Jungfer






Und ganz besonders abscheulich: die Beamtenkröte




Aber 1ns ist sicher:
ICH werde als Bakteriophage auftreten!




Und zum Schluss noch der ultimative Halloween-Rezept-Tipp:

Das Pol-Pot-au-feu
 


Ach ja, und irgendwie auch höchst erschröcklich,
dieses Beispiel aus der Abteilung "Häutiger Schurnalistizismus"





Nachtrag,
siehe mein Kommentar Nummer 1

 

Sonntag, 26. Oktober 2014

Geht’s mich denn was an?


Könnte ich mich ja mal fragen, wenn ich so die Medien konsumiere.
Geht’s mich denn wirklich was an, was da so an Sch.... abgeht, weltweit, aber eben dennoch NUR rund um MICH herum?
Ehrlich, weil MICH betrifft’s ja wirklich mehr, wenn die Hittnauerstrasse zwecks Belagserneuerung 2 Wochen gesperrt ist, oder die KK-Prämien schon wieder stärker steigen als mein Lohn, als – ihr wisst schon.

Geht’s mich denn wirklich was an?
All diese Kriege, e.g., all die Kinder wo weltweit und stündlich an Hunger oder Durchfall verrecken?


Geht mich Ebola was an, solange sich das Virus drauf beschränkt, somewhere in Africa sich zu vermehren? Oder das irre Massaker der IS in den Gebieten, wo recht eigentlich zur Wiege der „abendländischen Kultur“ gehören?



Und wenn’s mich denn wirklich was angeht?

Tja, was dann?
Muss ich dann was tun? Und falls ja: WAS muss ich tun? und WO?
Muss ich GELD spenden?


Aber WEM und wozu?

Muss ich in die Kriege eingreifen?
In welchen, und auf wessen Seite?

Muss ich Nahrungsmittel schicken, muss ich irgendwo mithelfen Schulen, Spitäler oder Bewässerungsanlagen zu bauen?

Was muss ich tun?

Und vor allem: was KANN ich tun?
HILFLOS!

Sonntag, 19. Oktober 2014

Wathever you want

Liebe Gäste

Leider verspüre ich zurzeit eine gewisse Leere im Kopf.
Heisst: Ich weiss nicht, worüber ich was schreiben möchte, und wenn ich dann die virtuelle Zeitung aufschlage werde ich erschlagen von all den Themen, worüber ich meine, dass ich etwas schreiben sollte.



Ich hab darum eine ehrliche Bitte an euch:
Gebt mir doch ein Thema, wo ihr meint, dass das noch interessant wäre, wenn ich dazu was schreiben täte!
Ich würde mich echt und ehrlichstens sehr freuen! (und bemühen :-) )

Status Quo - Whatever you want
https://www.youtube.com/watch?v=6NXRiZWKnJg

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Stellt euch vor, es ist Krieg!

Und ihr habt keine Zeit hinzugehen.
Und vielleicht auch keine Lust dazu.
Und ihr habt keinen Cablecom-500Sender-TV-Anschluss,
und findet auch die IS-Webcam in Kobani nicht?


NULLO PROBLEMO !

Tagi-online liefert euch das Gemetzel gratis frei Haus, und zwar hier:

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/Kommt-eine-Pufferzone-in-Nordsyrien/story/21022954

SO geil! Ein Live-Ticker vom Krieg!

SO weit weg und doch so nah dran!
Aber - Gott- (oder Allah?) sei Dank - NICHT ganz hautnah!

Und das sieht dann etwa so aus:


















































UND HEY! Da gibt's sogar Videos, vom Krieg!


Also ich weiss nicht, was IHR davon haltet.
Aber ich denke, ihr wisst, was ICH davon halte!

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Und zum Schluss: Depression

Dies ist der vierte und letzte Teil von Tigers Gedanken zum Thema
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Wie sieht ein nicht-Depressiver die Depression?

Zunächst rede ich hier mal nicht von den, sorry, Idioten, die einfach mangels persönlicher Anschauung die Depressiven verachten. Jene machen es sich natürlich einfach, oft einfach darum, weil sie sowieso alles Komplizierte verachten. Es geht mir um die Leute, welche Depressive begleiten müssen, welche sie als Psychiater, Familienmitglieder oder Freunde betreuen. Was tun mit einem Depressiven? So ein Leben kann sehr schwierig sein. Es gibt sehr selten Fortschritte und falls doch, dann sind sie mitunter eins, zwei verschwunden, verschluckt in einem Meer der Depression, einem Meer wie dem aus Stanislaw Lems Solaris, einem irgendwie intelligenten, aber doch unergründlichen. Medikamente können hier helfen, aber das "können" meine ich sehr Ernst hier, denn sie füllen die tiefen Täler der Verzweiflung mit den Trümmern aus den Bergspitzen der Euphorie, die gnadenlos abgeschnitten wurden. Ein Depressiver mit Psychopharmaka fühlt sich immer gleich, nämlich etwa 50% so happy wie ein nicht-Depressiver, aber immer. Man gibt ihm Psychopharmaka, weil man nicht will, dass er sich umbringt, wenn er wieder einmal in den Strudel der unendlichen Trauer, des absoluten Nichts fällt, man nimmt ihm aber die Möglichkeit, sich auf die Berge der Begeisterung zu schwingen. Und vor allem stehen die meisten Leute vor einem absoluten Rätsel. Sie können die Depression nicht verstehen, obschon sie sie ja für real halten. Und das nagt an ihnen. Nein, Leute zu sehen, denen es so mies geht, ohne klaren Anlass, das ist richtig schwierig. Man glaubt, dass das, was man sieht, existiert, aber man kann es selbst nicht sehen. Es ist etwa so, wie wenn ich Euch erkläre, dass ich die Protonen und Elektronen im Atomkern gesehen hätte, und ihr es mir glaubt, weil ich keinen Müll erzähle, aber selbst niemals die Möglichkeit hättet, solche Teilchen zu beobachten. Es lässt irgendwie unbefriedigt zurück.

Mühsamer ist es bei den Aktiven, den Optimisten dieser Welt. Sie überfahren die Realistischen mit einer Selbstverständlichkeit, die aus ihrer Dummheit kommt. Sie glauben nur das, was sie sehen und das, was sie glauben wollen. Typischerweise sind sie es, welche die Depressiven als Simulanten bezeichnen. Ich muss sagen, ich wünsche Christoph Blocher zuweilen eine zünftige Depression an den Hals. Nicht grad so, dass er sich umbringt (sonst wird er zum Heiligen für seine Jünger), aber doch so, dass er darüber reden kann und seine enorme Wirkung bei seinen Anhängern in die Richtung der Akzeptanz der Depression entfalten kann. - Ist eine Depression, mit der jemand wirbt, immer echt? Naja, ich schliesse nicht aus, dass irgend ein fehl geleiteter Pseudokranker der Welt weismachen will, er sei depressiv, während er damit nur werben will für irgend etwas. Oft kommt es kaum vor.

Wie kann man diese Hilflosigkeit überwinden und soll man das überhaupt? Die zweite Frage ist einigermassen trivial, die meisten Menschen beantworten sie sogleich mit Ja oder mit Nein. Den Leuten, welche die Depression beseitigen wollen, indem sie die Depressiven beseitigen, wollen wohl auch die Atome beseitigen, indem sie die Elementarteilchen beseitigen. Probieren könnt ihr's ja mal. Wie aber lässt sich die Hilflosigkeit der Menschen beseitigen? Eine grosse Frage, und ich bin nicht besonders gut darin, sie zu beantworten. Ich denke, dass es hier keine kurze Lösung gibt, und oft gar keine. Sorry, Leute, ich lasse Euch alleine mit der Frage. Sie ist einfach zuuu gross.

Kann eine Depression aus einem guten Menschen einen noch besseren machen? Nun, dies denke ich definitiv. Wie gut ein Mensch ist misst sich auch am Grad der Empathie, zu der er fähig ist. Ich persönlich bin überzeugt davon, dass die Depression in den meisten Fällen die Fähigkeit zur Empathie erhöht. Hier habe ich genug hands-on-Erlebnisse gehabt. Menschen, die vorher einigermassen coole, rationale Leute gewesen waren (oder die sich zumindest als solche gesehen hatten), die stets rasch über Gefühlsausbrüche hinweg gesegelt sind, wurden plötzlich zu mitfühlenden Wesen, die verstanden hatten, dass andere eben nicht so forsch funktionieren wie sie es selbst getan hatten. Diese Momente, wo aus Bulldozern plötzlich Daunendecken wurden, waren immer wieder sehr berührend anzusehen.

Die Umkehrung, dass ein Empathiker ein Depressiver sein soll, glaube ich natürlich nicht. Ich muss das nur erwähnen, weil gewisse Zeitgenossen Probleme haben beim Verstehen von logischen Reversionen. Aus A->B folgt nicht B->A (ja, der Schreiber dieser Zeilen hat leider auch studiert fundamentale Mathematik mit heissem Bemühn...)

Aber kann ein depressiver Mensch ein schlechter Mensch sein? Im Prinzip wohl ja. Eine Depression behütet einen Menschen vor zu viel Wirksamkeit. Hitler war sicher nicht depressiv, Dschingis Khan nicht und Abraham Lincoln nicht. Alle drei waren äusserst wirksam, was mit einer Depression nicht gut überein geht. Die Welt mag also an Depression leiden, die Depressiven werden sie nicht in den Untergang stürzen - solange es nicht-Depressive gibt. Ein Depressiver kann schlecht sein, man merkt es aber nicht. Wenn man einem Menschen sein Schlechtsein anmerkt, ist er wohl nicht depressiv (ausser, man kennt ihn sehr gut).

Die Umkehrung interessiert mich hingegen eher: Ist ein guter Mensch immer ein wenig ein Depressiver? Ich denke, dass das nicht Verallgemeinerbar ist. Mutter Teresa, ein Prototyp eines guten Menschen, war wohl kaum depressiv. Viele so genannt gute Menschen hatten durchaus depressive Charakterzüge. Isaac Newton, der wie kaum ein zweiter unser Weltbild veränderte, war depressiv, Winston Churchill, der den Weltkrieg gewann (ich gebe zu, ich vereinfache das hier etwas sehr) und Mark Twain - um einmal einen nicht-Briten zu erwähnen.

"Werden aus Narzissten je Depressive, und bleiben sie dann narzisstisch oder ist Depression und Narzissmus gegenseitig ausschliessend?" Naja. Ich denke, dass es zunächst einmal keine Regel gibt ohne Ausnahme. Unter den Publicitysüchtigen Hollywoods sind jede Menge Depressiver vorhanden. Manch ein verblassender Promi hat seinen Abstieg durch ein paar gezielte Bekenntnisse in Schach zu halten versucht. Dennoch stellte ich immer wieder fest, dass auch hochgradig Selbstverliebte beim Durchmachen einer Depression ihr ehemals so zentrales eitles Gehabe stark begrenzen. Namen zähle ich hier nicht auf, wer sie sucht, findet sie leicht in den Interwebs. Sind Depressive je Narzissten? Ja, klar. Lady Gaga ist das Paradebeispiel hier. Die, depressiv??? Interwebs helfen.

Aber dennoch: Ein Narzisst findet sich selbst ja unheimlich toll und nachahmenswert (was natürlich kontraproduktiv ist - wenn alle so werden wie Orlando, dann ist er ja nicht mehr einzigartig, und das kann er ja nicht wollen...). Ein Depressiver tut das an sich nicht. Die Schnittmenge der Menschen mit beiden Charakterzügen sollte also einigermassen klein sein.

Wie kann ein Nichtdepressiver einem Depressiven helfen? Hier gibt es einige Zugänge, die in meiner Erfahrung hilfreich sein können. Zunächst einmal fördert eine Depression oft den Abstieg in die Einsamkeit. Einen solchen zu verhindern, hier ist ein Nichtdepressiver sehr gefragt. Zweitens ist es wichtig, den depressiven Menschen anzuerkennen und seine Depression nicht als show aufzufassen. Ein depressiver Mensch leidet. Wessen Bein abgehackt wurde, leidet auch, aber das sieht man. Ein geistiges Leiden ist zwar unsichtbar aber oft ebenso schlimm. Eine an ihn gerichtete Hilfe soll zudem so ernsthaft wie möglich gemeint sein, nicht beiläufig sondern verbindlich. Man soll dem Menschen zeigen, dass man ihn mag (wenn man das tut aber nur).

Sehr wichtig erscheint mir, dass der Auslöser der Depression, und oft auch ihre Ursache (Ursache und Auslöser: zwei verschiedene Dinge) eine Trauer über einen Verlust ist. Hilfreich ist es dann, an diesem Verlust zu arbeiten. Man soll ihn nicht als pseudomässig und als Stellvertreterleiden bezeichnen (Stellvertreter wofür?). Wenn die Depression ein Arbeitsplatzverlust verursacht hat, muss daran gearbeitet werden, wenn familiäre Probleme vorhanden sind, müssen diese angegangen werden. Ich habe intime Kenntnis eines Falles, wo die gravierenden familiäre Vorgeschichte eines Depressionspatienten von anderen, ihm an sich wohl gesonnenen, Familienangehörigen über viele Jahre hinweg nicht Ernst genommen wurden und wo sie immer wieder versuchten seine Probleme mittels unilateralen Interventionen, also mittels Hilfestellungen und anderer Aktionen auf seiner Seite, zu lösen. Er hat dieses Vorhaben als sinnlos angesehen und verglichen mit dem Versuch, einen Beinbruch mit starken Schmerzmitteln zu behandeln. Während man so die Schmerzen zeitweise durchaus verschwinden lassen kann, wird die Ursache, der Beinbruch, natürlich nicht behoben. Hierzu braucht es eine Schiene, hier führt kein Weg darum herum. Sonst kommen die Schmerzen immer zurück, wenn die Wirkung der Schmerzmittel nachlässt. Ausserdem entstehen langfristige Störungen. Die Analogie passt durchaus.

Ich habe in diesem Text versucht, einige Aspekte des Zugangs zur Depression in der Gesellschaft zu erörtern. Das Thema konnte ich natürlich nicht annähernd erschöpfend behandeln. Es ist enorm gross und der Leidensdruck der Depressiven und auch ihres Umfelds riesig. Dank meines Einblicks in die Sache (irgend einen Vorteil muss man ja haben...) konnte ich einige der für mich wichtigen Themen anschneiden. Aber die Behandlung bleibt Stückwerk. Entschuldigt bitte.

Warum schreibe ich und warum überlasse ich es nicht einem Experten? Nun, einfach, weil ich es kann, wie ich ja schon sagte. Ausserdem hoffe ich, dass Ihr das Thema etwas besser fassen könnt, wenn es von jemandem kommt, den Ihr kennt. Tutto qua.