Freitag, 24. Februar 2012

Leben lassen! - Sterben lassen?

Dazu macht sich Carolina ihre Gedanken.
Ich danke ihr herzlich für ihren Beitrag!
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Sterben dürfen - nur eine kleine Geschichte

Samstag morgen, 06.30: das Telefon klingelt, es meldete sich eine Pflegefachfrau, die mich bittet, möglichst schnell zu Herrn Z zu kommen. Er habe nach mir gefragt und es ginge ihm sehr schlecht.
Ich besuchte Herrn Z seit einigen Monaten, erst zuhause, in den letzten Wochen im Spital. Er hatte schon lange an COPD gelitten, vor einem Jahr war ein Lungentumor diagnostiziert worden, danach in schneller Folge Metastasen.*
Herr Z war 87. Seine Frau starb vor zwei Jahren ganz unerwartet, sie war 15 Jahre jünger. Zwei Kinder aus erster Ehe, zwei Kinder aus der zweiten Ehe, man schien sich, wenn auch nicht zu lieben, zu respektieren. Nachdem seine Frau gestorben war, versank Herr Z immer mehr in Traurigkeit. Er lebte noch zuhause, kam auch zurecht, wurde aber mehr und mehr von der Spitex unterstützt, bis er vor einigen Wochen notfallmässig ins Spital eingeliefert wurde – er hatte einen leichten Schlaganfall erlitten. Einige der Kinder leben im Ausland, ein Sohn mit Familie in der Nähe. Während der Sohn, selber vor der Pensionierung stehend, ein eher distanziertes Verhältnis zum Vater hatte, bestand eine ganz spezielle Nähe zu den fast erwachsenen Enkelkinder.
Als ich das Spital erreichte, traf ich vor dem Eingang den Sohn und eine Tochter, die rauchten und mir kurz berichteten, was ich oben antreffen würde: eine Familie, mittlerweile waren fast alle Kinder eingetroffen, die diskutierend und streitend das Sterbezimmer des Vaters bevölkerten. Das bestätigte sich oben. Ich ignorierte alle und ging direkt zu Herrn Z. Er weinte, nahm meine Hand und sagte zu mir: ‚ Cara (sein Name für mich), Sie wissen, was ich will, nicht wahr? Ihnen habe ich es doch immer wieder gesagt. Bitte sagen Sie allen, dass sie mich gehen lassen sollen.‘
Der Raum kurz war still, aber gleich darauf gingen die Diskussionen weiter. Ich missachtete eines der höchsten Gebote der Sterbebegleitung, Nichteinmischung, und scheuchte alle hinaus. Draussen suchte ich einen freien Raum für uns alle, ging nochmals zu Herrn Z und sagte ihm, dass gleich wieder jemand bei ihm sein würde, gab ihm einen Kuss und bat dann den Arzt zu uns. Dieser erklärte, dass Herr Z sehr starke Schmerzen hatte (obwohl er schon seit einiger Zeit palliativ behandelt wurde), wiederholt geäussert hätte, dass man bitte die Maschinen, die ihn am Leben erhielten, abstellen sollte und dass er gehen wolle. Er habe dieses den Kindern vorgetragen und vorgeschlagen, dass man Herrn Zs Wunsch respektiere. Eine Tochter – die aus Australien angereist war – hatte ihr Veto eingelegt. Die anderen Geschwister versuchten sie lautstark davon abzubringen, Vorwürfe wurden laut, von religiösem Wahn war die Rede, die Situation eskalierte. Man bat mich, meinen Eindruck mitzuteilen und ich erklärte, dass ihr Vater mir immer schon gesagt hatte, dass er eigentlich schon seit dem Tod seiner Frau keinen Lebenswillen mehr hätte und dass er, wenn es zu Ende ginge, gehen möchte, dass keine ärztlichen Interventionen mehr stattfinden sollten. Ich fragte den Arzt, warum diese Diskussion überhaupt stattfand, denn Herr Z konnte ja seinen Wunsch noch selber äussern. Der Arzt, ein, man sah es, überforderter, höflicher junger Mann, sagte, es läge keine schriftliche Sterbeverfügung vor und man begäbe sich auf rechtliches Glatteis, wenn man gegen den Willen auch nur eines Angehörigen handle.
In diesem Moment ging eine der geliebten Enkelinnen auf ihre Tante zu und bat darum, ihren Grossvater gehen zu lassen. Die Tante war sichtlich berührt, sagte aber nichts.

Die Diskussionen gingen weiter und während des Tages ging ich weiter, als ich in meiner Rolle gehen dürfte. Ich wiederholte immer wieder, dass hier nur der Wunsch des Vaters zählen dürfe, dass er mündlich klare Anweisungen gegeben hätte. Herr Z war an diesem Tag nur noch zeitweise bei Bewusstsein und wurde sichtlich schwächer. Wir sorgten dafür, dass im Raum Stille einkehrte, dass nicht alle sich um sein Bett drängten. Ein Sohn von Herrn Z und ich luden die Tochter aus Australien zu einem Kaffee ein. Sie erzählte uns, dass sie sich sehr bedrängt fühle, dass sie eigentlich sehen könne, dass ihr Vater leide und man ihm seinen letzten Willen erfüllen solle, aber ihre Kirche erlaube Sterbehilfe nicht , die Schweiz und ihre liberalen Gesetze machten auch in Australien Schlagzeilen und seien ein Dauerthema. Wir sagten ihr, dass sie jedes Recht habe, ihrem Gewissen und ihren religiösen Ueberzeugungen nachzugehen, wenn es um sie selber ginge und fragten sie, ob sie nicht ein wenig bei ihrem Vater sitzen wolle, um sich zu überlegen, ob ihre Werte auch auf ihn übertragbar seien. Sie verbrachte längere Zeit allein bei ihrem Vater und stimmte dann der Abschaltung aller Maschinen zu. In den frühen Morgenstunden des nächsten Tages starb Herr Z, ganz friedlich, und jeder konnte mit eigenen Augen sehen, dass es gut war.

Eine kleine Geschichte aus meinen Alltag, die nur eine Facette des Themas Sterbehilfe beleuchtet. Sterbehilfe hat sehr viele Formen, diese Geschichte ist eine der unspektakuläreren, aber alle laufen auf eines hinaus: einem Menschen das Recht auf Selbstbestimmung gewähren.

*Ich habe die meisten Angaben, auch die medizinischen, verfälscht – Ungereimtheiten gehen auf mich zurück.

Sonntag, 19. Februar 2012

fufi sagt ....

Kann aus irgendwelchen mir absolut unerfindbaren Gründen meinen eigenen Beiträge nicht mehr kommentieren.
Deshalb so:

Tja, Unaussprechlicher.
Besten Dank für deinen Zynismus und deine Belehrungen, worauf ich nämlich schon längst sehnlichst gewartet habe!
Die Frage lautete eben glaub anders:
Magst auch DU dich an Respekt und Anstand halten?
Und aufgrund all dessen, was du hier bisher von dir gektozt hast, kann ich mir söttiges schon fast nicht vorstellen.
Ja, ich weiss nicht, wie lange du hier schon als stiller Beobachter dabei bist.
Aber ich weiss, dass du seit deinem Out-Coming hier bestimmt noch nichts wirklich Gutes zur allgemenien Atmosphäre beigetragen hast.
Das find ich übrigens schade, weil da doch einige - liebe - Gäste waren, die für dich Partei ergriffen haben.
Aber letztlich liegt's ja an DIR!
Und wenn du irgendwelche Blogs nicht anders nutzen willst, heisst: Wenn du denn sowas brauchst um dein Gift zu versprühen, dann mach doch deinen eigenen! OK?

Und Orlando
Nichts gegen ein "occasional" Ausrasten. das kann's geben.
Es geht um die Grundhaltung. Und wenn du "Respekt" lieber mit "Mässigung" umschreibst, aber ich hätte doch lieber Respekt!
Und wegen der Sache mit dem Igel:
Da hast du mindestens MICH denn schoin so falsch wie möglich verstanden. Hab jedenfalls in keinster Weise den Igel mit dir identifiziert.
Bin jetzt zu faus zum suchen, aber wäre froh, könntest mir - wenn's sein darf - namal sagen, wann und wo das geschrieben wurde.

Und namal allgemein:
Solange ich nicht rausgefunden habe, weshalb fufi seinen Blog nicht kommentieren kann, werde ich mich halt in dieser Form zur Sprache bringen!

Wenn der Spass aufhört ....

Manchmal mag ich gar nicht mehr in meinen eigenen Blog reinschauen.
Da sehe ich: WOW! 40 neue Kommentare.
Und 38 davon sind von streiterisch über lästernd und verleumderisch bis zu abscheulich.
NEIN! DAS macht keinen Spass!

Unter aller Drecksau sind dann vor allem diejenigen, wo 1 und 2 gemeinsam über etwas 3ttes lästern. Immer wieder werde ich denn auch von verschiedenen Gästen gebeten, Kommentare von 3tten zu löschen.
Was ich auch tue! Ich mag's nämli grad überhaupt nöd, wenn meine Gäste hier bei mir bösartig angemacht werden!
Ebensowenig mag ich anonyme Kommentare,  die nicht anderweitig - wie etwa bei Auguste oder Sportpapi - mit Absender gekennzeichet sind. Auch hier behalte ich mir eine Löschung vor!

Dennoch:
Ich verstehe mich und meine Rolle hier ganz klar als diejenige des Wirtes.
Ich stelle eine Diskussionsplattform zur Verfügung und füttere meine Gäste mit thematischen Beiträgen, von denen ich hoffe, dass sie ein gewisses allgemeines Interesse abdecken würden. Dass selbige von meinen eigenen Interessen gesteuert werden, lässt sich dabei leider nicht immer vermeiden!
Dagegen verstehe ich mich keinesfallstens als Zensor oder Gouvernante,
wo irgendwelche schlecht erzogene Kindsköpfe zur Räson zu bringen hat!
Hab echt gescheiteres zu tun, als irgendwelchen Blog-Trolls die dringend nötige Nacherziehung angedeihen zu lassen.


Kannitverstan!
Nein, es geht NICHT in meinen beschränkten Verstand, weshalb welche diesen Ort bloss dazu benutzen, auf anderen rumzuhacken und ihr Gift möglichst weit zu verbreiten.
Und s'ist ja wie mit den Pilzen: Ein einziger Giftpilz genügt!
Oh ja, ich weiss: Unter 100 ist IMMER 1 Arschloch! - leider.

Da gibt's ja auch welche, die m.W. noch NIE auch nur den geringsten thematischen Diskussionsbeitrag abgegeben haben, wie zum Beispiel der "hehehe" und einer, dessen Namen ich nicht aussprechen will. Schiere Lästermäuler!

Sollte es denn an der Themen-Auswahl liegen?
Dann möchte ich zum wiederholtesten Mal drauf aufmerksam machen, dass ich Gastbeiträge gerne veröffentliche.

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Ich will hierzu gar keine Kommentare hören, aber ich erwarte 1 von euch:
Eine Antwort nämlich, und zwar eine doppelte, die allerdings mit 1 Wort zu beantworten ist:
Möchtet ihr, dass ich die Lounge weiterführe und verpflichtet ihr euch gleichzeitig, deren Regeln einzuhalten?

Die sind nämlich gar nicht so schaurig schwer:

Respekt und Anstand - JA? Oder NEIN?

Freitag, 17. Februar 2012

Von unseren täglichen Helferlein erlöse uns!

Fufi hat heute das kantonalzürcherische Steuererklärungsprogramm downgeloadet und selbiges installiert. Dann hat er selbiges "ausführen" wollen, und siehe da: Da erschien doch so ein furchtbar lieber digitaler "Assistent", der fufi sagen wollte, was fufi jetzt denn zu tun habe.
Aber dazu später.

Vielleicht gibt's hier noch welche, die wissen, wie ein Telefon ausgesehen hat.
Ein Telefon meine ich, ein Apparat, der zum Telefonieren gemacht wurde, so wie ein Rasenmäher dazu gemacht ist, mit unerträglichem Lärm Grashalme um einige cm zu kürzen.



Aber fufi ist nicht von vorgestern!
Er hat nämlich ein ganz modernes Festnetz-Telefon, naja FAST ganz modernes.
Und sogar ein Natel.
   
Und mit dem kann er nicht nur telefonieren, sondern auch auch mit Short Message Service Textnachrichten senden und empfangen!
   
Fufis Telefon
 
fufis Natel

  


















Aber zurück zur Steuererklärung, oder vielmehr zur Frage:

WIEVIELE   HELFERLEIN   WOLLEN   WIR?

Im PC-Bereich ist das ja schon längst verwirklicht. Da gibt's wasweissichwieviele "Assistenten" die uns sagen wollen, was wir denn gefälligst und wie zu tun hätten.
Dagegen war die legendäre WORD-Büroklammer ja bloss ein unangenehm zwickender Floh.

WIE und WO kann ICH die "Option" "selbständiges Update" ausschalten?
WIE und WO kann ICH bestimmen, welche Komponenten auf meine HD kopiert werden?
WIE und WO kann ICH bestimmen, dass - bittesehr! - KEINE Programme selbständig sich in  irgendwelche Hersteller-Sites einloggen, um was weiss ich was zu tun?
WIE und WO kann ICH bestimmen, was auf meinem PC und mit meinen Dateien geschieht?

Ja, ich misstraue den Kerlen, weil, ehrlich gesagt, SO viel intelligenter als früher scheint mir die ganze Sache auch nicht geworden zu sein:



Und wenn wir dann schon mal NICHT vor dem PC hocken?

NEIN, s'ist nicht wirklich einfacher geworden.

Versucht mal ein Billett am ZVV-Automaten rauszulassen!

Oder auch hier: Vielleicht gibt's welche, die sich noch erinnern mögen, dass elektronischen Geräten (TV, CD-Player, Kaffeemaschine) früher noch eine Gebrauchsanweisung beilag. AUF PAPIER!

Naja, das mag ja nur die Hausfrauen betreffen, und dazu haben die RST ja schon alles gesungen, was dazu zu singen war.
Und weil sich das Problem heute im globalen Kleid präsentiert:


 Aber s'gibt ja nicht nur die Haus-, sondern auch diejenigen Frauen, die im Schweisse ihres Angesichts täglichstens sich den Herausforderungen der modernen Technologie stellen müssen. Und einige Männli glaub auch. Zum Beispiel mit so was:

"Aufgrund eines Fehlers in der elektronischen Zeiterfassung bitten wir Sie, Ihre Arbeitszeiten vom vorletzten Monat manuell nachzutragen!"
"Aufgrund eines Fehlers im internen Sicherheitsprogramm ist der Zugang zu Ihren Büros zurzeit leider nicht möglich. Bitte haben Sie Geduld!"

Ok, Das mögen ja Ausnahmefälle sein.
Aber die neue Lift-Steuerung, die da bei uns eingebaut wurde, ist's definitiv nicht.
Sie nennt sich "Zielwahl-Steuerung" - tönt gut, nöd wahr.
Also:
FRüHER Drückten wir den Knopf "nach oben", und wenn der Lift kam, stiegen alle ein, die nach oben wollten und drückten dann den Etagen-Knopf.
HEUTE drücken wir auf den Knopf was die Etagen-Zahl bedeutet und wareten dann auf den Lift, der uns zugewiesen wird.


Wo komm ich her, wo will ich hin ???
Das soll uns nämlich viel viel schneller und effzienter an den Arbeitsplatz befördern.
Fufi fragt sich allerdings, weshalb er und sein Gschpänli, was im selben Schtock schafft, 2 verschiedene Lifte benutzen sollten. Und der Kumpel vom oberen Stock muss auf Lift 3 warten!
Aber vielleicht ist fufi bloss old-fashioned? Oder dumm?, denn:

"moderne Lifts sollen schon wissen, wohin wir fahren wollen, bevor wir sie rufen"
Soso???



Je länger je mehr fühlt sich fufi den 60er-HausMüttern seelenverwandt:

Doktooor hiiillff !!!!!!


Freitag, 10. Februar 2012

Was läuft bei Ihnen?

Ich danke Meta herzlich für diesen Beitrag!
 
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Es war verschissen. Es war Stau vor dem Gotthard. Papa geschafft von der Rückfahrt aus Ligurien. Mama geschafft von seinen Überholmanövern. Das Kind geschafft von der langen Reise. Alle geschafft von den Ferien. Keiner sagte mehr was, ausser das Kind. 

WÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄH!

Gehetzte Blicke. Frustrane Tröstversuche. Stockender Kolonnenverkehr. Blanke Nerven. Mehr Geschrei. Irgendwann der Griff zum CD-Etui. Elvis, The Great Performances. Und siehe da: plötzlich gluckst der Nachwuchs auf dem Rücksitz, Mama singt laut mit und Papa trommelt den Rhythmus aufs Steuerrad! Die gute Laune hielt an bis zuhause. 

Es war ein Wunder.

Noch heute, zweieinhalb Jahre später, meint die Kleine, wenn ihr "Return To Sender" auf Youtube begegnet: "Das isch sones tolls Lied!" http://www.youtube.com/watch?v=Z54-QHEZN6E Und Mama freut sich wie ein Kind darüber, dass nicht nur Prinzessin Lillifee (geschenkt) und Helen Doron (beinahenotwendiges Übel, da Mama in England eingeschult und immer noch im Besitz englischer Kinderbücher) ankommen. Und fragt sich, ob eine zweite Stereoanlage im Kinderzimmer nicht vielleicht doch zuviel des Guten wäre? Denn inzwischen können wir uns nicht nur auf Elvis einigen, sondern auch auf die Beatles, die Beach Boys, Ella, Duke, Mani Matter (den Mama im Mutterschaftsurlaub emsig auswendig gelernt hat, soweit sie das nicht schon konnte) und sogar auf Leonard Cohen und Dinge wie Bach und Schubert, vorzugsweise die langsamen Sätze, oder Beethovens Violinkonzert. (Als die Urgrosseltern dieses Kindes klein waren, hat die Bourgeoisie kleinen Kindern mit Hilfe von Kinderreimen die Melodie von bekannten klassischen Konzerten eingetrichtert. Im Fall von Beethovens Violinkonzert war das "Was macht de Teddy?" fürs Leitmotiv. Mehr ist leider nicht überliefert. In solchen Fällen hilft auch Google nicht weiter.) Keinen Gefallen findet das Kind bisher an Vian, Brel und so Sachen. 

Kindermusik hingegen, die auch für Erwachsene wie mich gut erträglich ist, findet sich allein schon hierzulande z.B. bei Rahel Sohn Achermann (http://www.rahelsohn.ch/), Linard Bardill (d Ziit aahalte ist leider nicht auf Youtube) oder - wenn man über den seltsamen Dialekt hinweghören kann - Marius und der Jagdkapelle. Sowieso sattsam bekannt sind Schtärneföifi: http://www.youtube.com/watch?v=3_a1C3znqGE

So warte ich auf die Zeit, wo wir zusammen Stiller Has hören gehen können. Und hoffe, dass Endos Lebenswandel ihn nicht vorher umbringt. Ds Läbe isch e Geischterbahn. 


Was läuft bei Ihnen?

Montag, 6. Februar 2012

Dürfen wir uns freuen? - part2

Ich danke Orlando für die Anregung!

Ihr findet den vollständigen Text hier:

Hier eine Zusammenfassung:
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Ich kann mich gut erinnern, als die US-Truppen Saddam in einem Loch aufgriffen. Ich weiss auch noch, als wäre es gestern gewesen, als Herr und Frau Ceaucescu abgeurteilt und erschossen wurden.

Kann man sich über den Tod eines Tyrannen freuen?
Darf man?

Es flogen weltweit einige Korken, als Hitlers Selbstmord am Radio verkündet wurde.
Es ist die gleiche Frage, wie der Jubel auf amerikanischen Strassen, als Osama endlich exekutiert wurde. Mir war das damals auch zuwider.
Ist es letztlich eine Frage des Stils?.........

Aber sitzen wir diesbezüglich hier in der Schweiz nicht auch auf dem etwas gar hohen Ross? ..........  Für die Libyer ist es eine Ohrfeige wenn wir kommen und ihnen vorwerfen, sie seien mit Gaddaffi jetzt doch etwas gar grob umgegangen.

Aber müsste ich Scham empfinden oder mit dem moralischen Zeigefinger aufwarten, wenn zum Beispiel die Syrier ihre dekadente, langjährige Herrscherkaste an die Wand stellt oder aufhängt? Oder dürfte ich mich sogar (mit)freuen?
Und wenn ja, dann nur verstohlen, oder unverhohlen? .........

Fragen über Fragen.
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Nun ja, dürfen wir uns freuen?

Zunächst mal ganz einfach:
Dürfen wir uns freuen, wenn eine Regierung gestürzt oder auch bloss ganz demokratisch-unkriegerisch ersetzt wird?
Bloss weil die neue UNSEREN Vorstellungen besser entsprechen mag?
Im einfachsten Fall: In D holt die SPD die Mehrheit, anstelle von CDU/CSU.

Aber sobald Gewalt ins Macht-Spiel kommt, wird's kompliziert.
Kann mir nämlich recht gut vorstellen, dass es "die Wirtschaft" freuen mag, wenn in einem Land was an Rohstoffen reich ist, das Militär einen rechtmässig gewählten "Sozialisten" wegputscht und den Rohstoffhandel in die eigenen Hände nimmt, sozusagen.
Und auch hierzulande dürften einige jubeln, v.a. wenn's Benzin und's Oel billiger würden.

Und noch komplexer wird's, wenn die Gewalt denn in Morden mündet.
Dürfen wir uns also, fragt Orlando, am Tod eines Terroristen oder eines Diktators freuen?
Ganz einfach gesagt:
JA - aber nur wenn dadurch die Welt etwas weniger gewalttätig wird.
Z.B. Egypt: Dürfen wir uns wirklich darüber aufhalten, wenn die AegypterInnen in einigernassan fairen Wahlen nun die "Muslimbrüder" zur stärksten Fraktion im Parlament gewählt haben. Dürfen wir wirklich?

Hierzu ein Ausschnitt aus einer von fufis Arbeiten - er stammt aus dem Jahr 1993:
Die gegenwärtige Welt präsentiert sich dem Beobachter nicht nur in religiöser, sondern in umfassender Hinsicht in einem ziemlich verwirrten Geisteszustand. Positiv könnte dies als 'Pluralismus' bezeichnet werden, doch faktisch stehen eine Vielzahl von meist disparaten weltanschaulichen Strömungen miteinander in Konkurrenz oder unverbunden nebeneinander, sodass der Begriff 'heilloses geistiges Durcheinander' die Lage zutreffender beschreibt.

Von ebensogrosser Bedeutung ist auch der Zusammenbruch des kommunistischen Weltreiches, indem sich von daher einerseits eine Tendenz zur Absolutsetzung der eigenen politischen Weltanschauung ergibt, da sich ja das westlich-kapitalistische System als das wahre erwiesen haben soll, und der bedauerliche Verlust des ehedem einigenden Feindbildes andererseits zur Notwendigkeit geführt hat, neue Abgrenzungen, im Klartext: sich neue Feinde zu schaffen, was ebenfalls durch die Verabsolutierung der eigenen Position erreicht wird. Das Resultat zeigt sich in einer grundsätzlichen Abwehrhaltung allem Fremden gegenüber, jedenfalls sofern es sich nicht in konsumierbarer Form einverleiben lässt, und im religiösen Bereich als beängstigendes Wiedererstarken von Antisemitismus und 'Antiislamismus'.
 Symptomatisch dafür ist beispielsweise die Tatsache, wie Afghanistan nach Beendigung des Krieges zwischen den vom Westen gesponserten Mudjaheddin und der kommunistischen Besatzungsmacht vergessen wurde, und wie sich die vereinte westliche Welt nunmehr angeekelt abwendet, wenn dort eine Islamische Republik ausgerufen wird.

Dürfen wir uns freuen ob dem Tod eines Menschen?
Letztlich spielt's ja keine Rolle, ob da ein Tyrann - auf welche Weise auch immer - zu Tode gekommen ist, oder ob der böse Nachbar sich woandershin aufgemacht hat.
Je nach Lebenssituation kann's ja auch der Tod des Vorgesetzten sein, der Mutter oder des Erbonkels.

Ich glaube, niemand würde privatim leugnen, sich ob dem Tod eines - gelinde gesagt: unangenehmen - Menschen zu freuen. Und dennoch würde niemand das öffentlich zugeben.

Um Gottes Willen: NEIN!
Ich freu mich bloss ob der neuen Situation, die sich nach seinem/ihrem Tod ergeben hat.

Soso?

Sonntag, 5. Februar 2012

Whatever we want!

Oder: Dürfen wir uns freuen? - part 1.1


Also ICH freue mich sehr ob den Kommentaren der letzten paar Tage.
Ob jenen nämlich, die meine Lounge als Treffpunkt schätzen und frequentieren.

Aber eigentlich bin ich sprachlos!
Und weiss echt nicht, wie ich das, was ich hier schreiben will, schreiben soll, so dass es so geschrieben ist, wie ich es schreiben wollte.

Schlage folgendes vor:
Lasst mich (bloss?) den Gastgeber sein!
Naja, werde meine Meinung natürlich NIE zurückhalten.
Und werde immer wieder "meine" Speisekarte zur Diskussion stellen.
Auf dass ihr schwer zu schlucken habt!
J
Aber immerhin: Speisen und Getränke sind gratis!


Jedenfalls:
Möchte damit Milas 7 Gebote an die Lounge-Wand nageln!

Und ganz besonders auf Gebot 3 hinweisen:
" Du sollst ab und an eine CB verfassen, schliesslich willst Du Dich nicht einer bequem-bequemlichen Konsummentalität verdächtig machen. Eine halbe A4-Seite mit ein paar hingeworfenen Diskussionspunkten hat noch jede/r dann und wann hingekriegt."

Und deshalb schlägt fufi folgendes vor:

Wir nehmen DIESEN Tread als "Themenbörse"!


Anstelle von Kommentaren schreibt ihr:

zu welchem Thema ihr was beitragen möchtet.
Oder: von Wem dass ihr zu welchem Thema gerne einen Beitrag lesen möchtet.

Könnt auch DIESEN den Einzelnen Thread zu "Favoriten" hinzufügen.

Wie gesagt: 
Hab ziemlich Mühe damit, das was ich sagen will in die richtigen Worte zu kleiden.
Erhoffe euer Verständnis!
Freue mich jedenfalls darauf, eure Beiträge unter fortissimo@bluewin.ch zu erhalten und dann unzensuriert zu veröffentlichen.
Hinweis: Wer bestimmte Bilder zum Text veröffentlichen will: BITTE beilegrn!



Dürfen wir uns freuen?

Nun, das liegt an uns allen, glaub.
An mir, und an euch.

Nun: an mir soll's NICHT liegen!