Sonntag, 30. Dezember 2012

Auf ein Neues!

Was war war und was noch nicht ist ist noch nicht!

Aber wissen wir denn wirklich was war und was ist und was wird?

Fufi's Silvesterquiz


Im 2013 ist Ueli Maurer nicht nur Bundesrat, sondern auch Bundespräsident. Ich weiss zwar nicht, ob er seine Auslandreisen auf dem Militärvelo machen wird, aber: Wisst IHR, wer dassöttige im 2012 war?
s) Simonetta Sommaruga
e) EWS
z) Johann Schneider-Ammann


Tja, irgendwie hat Orlando halt schon recht, wenn er das unsere schweizerische Politsystem lobt. Bei uns genugen Popularität und Milliardenvermögen halt eben doch nicht, um Staats-(Bundes-)Präsident zu werden, eher geht ein Japaner auf’s Matterhorn! Wie hiess der ebenso volkstümliche wie milliardenreiche Bundesrat, wo trotzdem nie Bundespräsi hat sein dürfen?
w) Friedrich Traugott Wahlen (BGB)
s) Christoph Blocher (BGB/SVP)
ä) Rudolf Gnägi (BGB/SVP)


Aber es hat auch Gewinner gegeben, im 2012. So hat zum Beispiel wer den Oscar bekommen für die beste Nebendarstellerin, nämlich:
k) Viola Davis
g) Octavia Spencer
r) Sandy Powell


Doch wie heisst’s so schön: The winner fakes it all!
Wer hat denn im 2012 die Tour de France rückwirkend sogar mehrfach verloren?
a) Unsa alla Ulle
m) Eddy der Menschenfresser
u) The Great Lance


Aber wo’s Gewinner gibt, gibt’s halt wie schon gesagt auch Verlierer. Und auch der 2te ist halt eben nicht der 1te. Zum Beispiel der 2te im Euro2012-Tschüttelen, wo da ist:
e) Italien
r) Holland
w) Deutschland


Und manchmal kommt’s gar derart vertrackt, dass sogar die Gewinner zu Verlierern werden.
In Aegypten, zum Beispiel, weshalb ja damals die alten Israeliten das Land fluchtartig verlassen haben. Dabei haben die Aegypter ja sogar schon mal einen Friedensnobelpreisträger hervorgebracht:
n) Gamal Abdel Nasser
d) Ali Muhammad Nagib
z) Anwar as-Sadat


A propos Friedensnobelpreis: Da schickt doch die CH tatsächlich die Heilsarmee an den ESC! Obwohl, schlechter als DJ Bobo werden auch die nicht abschneiden können. Aber irgendwie wären dann ja next Year vielleicht sogar die Girls vom Zürcher Frauenverein für Mässigkeit und Volkswohl an der Reihe. Massgeblich an dessen Gründung anno 1894 beteiligt war:
n) Susanna Orelli-Rinderknecht
ü) Johanna Louise Spyri-Heusser
j) Hildegard Escher-von Wattenwyl


Aber auch Höchstleistungen wurden erbracht, in der CH. Zum Beispiel am Large Hadron Collider im CERN, wo sie "glauben"(!!!), das Higgs-Teilchen gefunden zu haben. Wie ist dieses Teil zum Namen „Gottesteilchen“ gekommen?
Ein Physiker sagte dazu, und das tat er auf englisch:
c) only God knows this particle
ö) this is a God-damned particle
e) this particle is a gods-particle


Und noch was für die Kuschler und Träumer: Die Stadtzürcher GemeinderätInnen haben sich ja auch dieses Jahr mal wieder von ihrer besten kulturellen Seite gezeigt und ein ach so kulturellvolles mehr als 100’000er-Projekt bewilligt, das den wunderschönen Titel hat:
k) Mein erster Hafenkran
i) Zürich maritim
b) Zürich mediterran


Und zum Schluss noch ein Blick in die Zukunft, so nach dem Motto:

What Is & What Should Never Be



WANN wird die Welt untergehen?


s) vorgestern um 19:22
s) on a such a mad’n’fucking day
s) wasch problem mann?


Und wenn du jetzt alle Fragen richtig beantwortet und das Lösungswort gefunden hast, darfst du dir selbstzufrieden auf die Schulter klopfen und an der Bar ein Gratis Cüpli abholen.
Und wenn du's nicht geschafft hast, kriegste an der Bar ein Trost-Cüpli!

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Und wenn ihr jetzt meint, ich soll euch bittebitte doch noch was erbauliches auf den Weg ins neue Jahr mitgeben, bitteschön:



Der Esel

Es stand vor eines Hauses Tor
ein Esel mit gespitztem Ohr,
der käute sich ein Bündel Heu
gedankenvoll und still entzwei.

Nun kommen da und bleiben stehn
der naseweisen Buben zween.
die auch sogleich, indem sie lachen,
verhasste Redensarten machen,
womit man dann bezwecken wollte,
dass sich der Esel ärgern sollte.

Doch dieser hocherfahrne Greis
beschrieb nur einen halben Kreis,
verhielt sich stumm und zeigte itzt
die Seite, wo der Wedel sitzt.

Wilhelm Busch

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Und selbstverständlich hab ich für heute auch
was ganz Besonderes vorbereitet:

http://www.youtube.com/watch?v=ZuG1t2smdCQ


Für die, wos lieber etwas volkstümlicher mögen
gibts im Arvenstübli auch was Schönes:

http://www.youtube.com/watch?v=A-18cXNAdEc

Ich wünsch euch und mir ein schönes, interessantes neues Lounge-Jahr!

Montag, 24. Dezember 2012

Frohe Festtage mit fufi!

In der festlich geschmückten Lounge leuchten die Kerzen am Christbaum, die göttlichen Klänge von JSB’s Oratorium erbauen unser Gemüt mit viermal 400 Watt und ein übervolles Gratis-Buffet zeugt von praktizierter Nächstenliebe meinerseits, vom tiefen Verständnis meines christlichen Wissens darum, dass Geben so ungleich seliger ist als Nehmen.

In dieser solennen Atmosphäre gehören ein paar besinnliche Worte des Verwalters des Weinkellers des Herrn  - von MIR (MIR: russisch = Frieden), also - doch ganz einfach dazu, wir leben ja bekanntlich nicht von Lachsbrötchen und Veuve Cliquot alleine, nein, wir bedürfen scheints auch des Wortes desjenigen, der seinen Sohn einst in einem Kuhstall hat zur Welt kommen lassen, in einer Futterkrippe, von Stofffetzen notdürftig warmgehalten, von einer Mutter geboren, die nicht wusste, ob und wie sie den Kleinen denn überhaupt grossziehen könnte.

Ihr habt wohl längst gemerkt, worauf ich hinaus will, nämlich zur allweihnachtsfestlich-obligaten Frage, was an diesem Mega-Event  „Weihnacht“ denn überhaupt noch „christlich“ genannt werden könne.

Ich habe nun allerdings keineswegs die Absicht, einen weiteres Tenorsolo im vielstimmigen Lamento zu singen, und ich glaube nicht, dass wir uns in einen Viehstall legen müssten, um dort gemeinsam mit Ochsen und Eseln an einigen Strohhalmen zu knabbern. Auch von all den sattsam bekannten Verhaltensregeln, wie dieses Fest richtig zu begehen wäre, halte ich, ihr könnt’s euch unschwer vorstellen, nicht besonders viel.
Im Gegenteil: wieso nicht an Weihnachten fröhlich sein und feiern, und dafür das ganze Jahr über sich von Zeit zu Zeit an christliche Schlagworte wie Feindesliebe, Toleranz, Einsatz für Benachteiligte und so weiter erinnern? Ich denke, der Liebe Gott würde damit nicht weniger geehrt, als mit den alljährlichen ach so besinnlichen und wirkungsleeren Seufzereien, wie und was man doch eigentlich sollte, und, Gott sei’s geklagt, alle anderen dann eben leider doch nicht tun.
Womit dem christlichen Gewissen ja meist die Reverenz erwiesen ist und das Festmenü mit um so grösserer Selbstzufriedenheit in sich hineingeschaufelt werden kann.

Genug der nestbeschmutzerischen Rundumschläge

Das Thema, zu dem ich einige Worte sagen möchte, ist nicht die Art, wie wir heute Weihnachten feiern, sondern die Frage, was an diesem Fest denn eigentlich christlich sei, ob es seinem Wesen nach wirklich das sei, als das es uns alljährich verkauft wird: Eines der höchsten Feste des Christentums.

Schauen wir zunächst auf das, was als Symbol für Weihnacht schlechthin steht, auf den Lichter- und Kugelgeschmückten Tannenbaum. Ihr habt wohl keine Mühe, mir zu glauben, wenn ich sage, dass dieser Brauch kaum auf die urchristlichen Palästinenser und Kleinasiaten zurückgehen wird, sondern auf einen erzheidnischen Ritus der Germanen. Um einen Fruchtbarkeitskult, der seinen Bezug gehabt hat zum Sonnenjahr.
Also: nichts ist mit der Christlichkeit des herausgeputzten Tannenbäumchens.
Aber wie steht es mit den Geschenken sowie der Tatsache des Festes überhaupt?
Die Sitte des sich Beschenkens könnte zwar, wie man gerne meinen möchte, auf die Gaben der heiligen drei Könige zurückzuführen sein, wie dieser Brauch ja in gewissen Regionen bis heute nicht an Weihnachten, sondern eben am Dreikönigstag geübt wird.
Leider ist dem aber auch nicht so, dazu später.

Bleibt also noch die Frage, wieweit wir uns auf christlichem Boden befinden, wenn wir Überhaupt um diese Jahreszeit das Weihnachtsfest feiern. Auch hier werden wir uns arg enttäuschen lassen müssen. Kein Evangelium gibt uns Anlass zu glauben, dass Jesus in der Nacht vom 24. zum 25. Dezember geboren wurde.
Aber zufälligerweise haben die Juden in dieser Zeit ihr Chanukka-Fest gefeiert, ein fröhliches Fest in Erinnerung an die Weihe des Jerusalemer Tempels, das immer auch mit dem gegenseitigen Austausch von Geschenken verbunden war.
Ebenfalls in die Zeit um den 25. Dezember fielen im alten Rom die Festivitäten der Saturnalien, eine ausgelassene Zeit der Festfreude. Und nicht zuletzt liegt der Weihnachtstag verdächtig nahe an der Wintersonnenwende, ab dem 21.Dezember werden die Tage länger und scheint die Sonne wieder mit mehr Kraft, kündigt sich also ein neuer Beginn des ewigen Kreislaufs der Natur an.
Der Lichterbaum lässt grüssen!


Weihnacht soll also kein christliches Fest sein?

Was sagt denn die Bibel zu dieser ketzerischen These?
Nun, eigentlich sagt sie dazu ganz einfach NICHTS!

Denn weder der Evangelist Markus noch Johannes wissen was von der Geburt oder der Kindheit Kindheit Jesu zu erzählen, dafür erhalten wir bei Matthäus und Lukas vermeintlich um so detailiertere Auskünfte.
Beide betonen sie, dass Marias Sohn nicht von einem Manne, sondern vom Heiligen Geist gezeugt worden sei, damit ist’s aber mit der Uebereinstimmung auch schon fertig. Matthäus kennt die Geschichte der drei Weisen aus dem Morgenland, er erzählt uns vom Kindermord in Bethlehem und von der Flucht des heiligen Paares nach Aegypten.
Lukas dagegen gibt uns Kunde vom Kindlein in der Krippe sowie von der Anbetung der Hirten, allerdings weiss er auch noch nichts vom Ochsen und dem Eselein.

Wir sind also genauso klug als wie zuvor, und leider werden wir armen Toren auch nicht gescheiter, wenn wir hören, dass in einigen sogenannt apokryphen Evangelien zwar die Geburt Christi in allen Einzelheiten beschrieben wird, dass diese Schriften aber schon in urchristlicher Zeit als unchristlich und ketzerisch verdammt worden sind.

Vollends von den Beinen geholt werden wir aber dann, wenn wir erfahren, dass die antiken Menschen sehr genau gewusst haben, was ein rechter Erlöser zu sein habe, und wenn wir vernehmen, wie sich ein solcher der Welt zu präsentieren hatte:
Er durfte selbstverständlich, wie dies auch bei allen altägyptischen Pharaonen der Fall war, nur von einer Jungfrau zur Welt gebracht worden sein, und dieses Ereignis musste sich jedenfalls aus der Konstellation der Sterne ablesen lassen (bei den berühmten Weisen handelt es sich um nichts anderes als um Astrologen, eine Kunst die im Morgenland meisterhaft beherrscht wurde).
Dazu wurde der künftige Weltherrscher natürlich von den aktuellen Machthabern brutal verfolgt, und er musste auf alle Fälle auch aus ärmlichen Verhältnissen stammen.

Entweder hat sich der liebe Gott damals also grosse Mühe gegeben, den Heiland nach den aktuellen Standards zur Welt kommen zu lassen, oder aber, was wohl eher zutreffen wird, diese beiden Evangelisten haben sich darum bemüht, mit diesen allgemeinen Vorstellungen, ihre Behauptung zu unterstreichen, dass eben der gekreuzigte Jesus von Nazareth der Christus sei.

Nach all diesen Ueberlegungen kann somit die Antwort auf die Frage, was denn eigentlich christlich sei am Weihnachtsfest, nicht anders lauten als ganz einfach:

Nichts!


Eine schöne Bescherung!

Ihr werdet jetzt ja wohl kaum erwarten, dass ich dieses Ergebnis wirklich so gelten lassen will, also behaupte ich nun, dass es tatsächlich einen christlichen Grund gibt, weshalb wir das Weihnachtsfest mit bestem Gewissen feiern dürfen. Dieser Grund liegt darin, dass wir daran glauben, dass Jesus von Nazareth eben wirklich der Christus sei. Und es ist eine historisch verbürgte Tatsache, dass um’s Jahr 30 ein Mensch dieses Namens am Kreuz hingerichtet worden ist. Das bedeutet aber offensichtlich, dass ein Mensch dieses Namens auch einmal gelebt hat und dementsprechend irgendwann hat geboren werden müssen.
Ist es nun derart abwegig, diese Tatsache feiern zu wollen, uns darüber zu freuen, dass einst unser Heiland geboren ist? Wollten wir dieses Ereignis aber so feiern, wie das seiner Bedeutung angemessen wäre, dann müsste dieses Fest wohl 365 Tage im Jahr dauern, und solche Festivitäten vertragen sich nun einmal nicht gerade gut mit den alltäglichen Zwängereien, denen wir uns lebenslänglich ausgesetzt sehen.
Was liegt somit näher, als einen bestimmten Tag festzusetzen, der stellvertretend als Festtag gelten soll? Und ist es dann so unverständlich, wenn wir diesen Tag zu einem Zeitpunkt wählen, wo uns die religiöse Umwelt bereits ein Fest mit fröhlichem Charakter vorgegeben hat, zumal wenn wir Über das Ereignis der Geburt Jesu keine genauere Kenntnis der Fakten besitzen? Entspricht solches nicht vielmehr einem menschlichen Bedürfnis und auch der menschlichen Natur?

Und stellen wir uns dazu noch vor, Jesus wäre wirklich der Christus gewesen, der uns Menschen mit Gott versöhnt hat, müssten wir uns dann etwa unserer Menschlichkeit schämen, oder dürften wir uns nicht vielmehr gerade unseres Menschseins freuen, auch wenn das manchmal bedeutet, ein bisschen abergläubisch, ein bisschen heidnisch zu sein?

Deshalb behaupte ich, dass Weihnacht wirklich ein christliches Fest ist, und zwar dann, wenn wir selbst uns als Christen bezeichnen dürfen!
Nur wir sind es nämlich, welche dieses „heidnische Konglomerat von Riten“ zu einem christlichen Ereignis machen, indem wir dieses Fest als Christen feiern. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen (Mt 18,20).


In diesem Sinn wünsche ich uns allen:

Schöne Festtage! 

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Der Weltuntergang wurde verschoben ....

Wie mir Maya soeben mitgeteilt hat, wurde der Weltuntergang verschoben, und zwar

.... auf den 21.12.2112

weil, meint sie, DIESES Datum wär denn halt schon noch viel schöner!
Und sie hat sich auch entschuldigt, dass sie damals den Kalender von den Stiften hat machen lassen.
Tja, so kanns gehen: Nobody is perfect but me!














Aber jetzt hab ich halt schon so ein Problem:
Da hab ich doch schon alle Bewilligungen erhalten und auch all die Stempelgebühren bezahlt, damit die Lounge die Nächte aller Nächte geöffnet bleiben darf - nach dem Motto: Nach mir der Weltuntergang.

Und ich hätte doch diese unsere letzte Nacht so gerne mit euch verbracht!

















Und da hab ich denn auch schon einen Zweiliber in die Tschuukbox geworfen, damit wir gemeinsam in den Himmel tanzen können, und hab auch schon ein paar Titel gewählt, nämlich:

CCS - The Band played the fufi - xgüsi und sorry: sie played the Boogie!

Uriah Heep - Sweet Lorraine


Aber wenn die Welt jetzt eben halt doch nicht untergeht:

The Who - Won't get fooled again


DANN könnt's in Zukunft auch es bitzeli an uns liegen?

CCS - Save the world


Hab noch einen Titel frei ........... !!!!!

Dienstag, 18. Dezember 2012

Wenn Journalismus... magisch ist

Im Andenken seines Vaters:
Eine Carte Blanche vom Tiger
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Mein Vater war bis zu seinem Tod 2009 Journalist im Tessin, und diesen Text habe ich von ihm geerbt. Geschrieben hat er ihn für eine Anthologie des Tessiner Journalismus, die erschien in den ersten Jahren dieses Jahrtausends (fragt mich nicht, genau wann). Übersetzt habe den Text ich, für die Abdankungsfeier in Sementina. Den Stil zu übersetzen ist schwierig, es ist mir sicher nicht immer ganz gelungen.
Viel Spass beim Lesen.

Tiger

Wenn Journalismus... magisch ist


Vom Vater vom Tiger († 2009)
Ins Deutsche übertragen vom Tiger

Vor vielen Jahren, als ich noch ein Kind war, fragten die Grossen oft die Kinder anderer Familien, was sie denn als Grosse machen wollten. Die Antwort war oft die Erwartete: “Ich will das werden, was mein Vater ist.”
Manchmal war das, was der Vater machte, aber so uninteressant, dass man auf “Reserveberufe” ausweichen musste. Und darum antworteten viele Kinder einfach mit “Pilot”. Pilot ist, klar, ein romantischer und gut bezahlter Beruf, ein Beruf, wo man viel unterwegs ist, stets in tadelloser Uniform, von allen respektiert und beneidet. Mit anderen Worten, was die Kinder da sagten war nichts anderes als eine Mischung der nicht sehr konkreten Träume der Kinder und der guten Wünsche der Eltern.
Mit der Zeit änderten sich die Antworten. Die Mädchen legten sich auf Assistenzberufe fest wie Krankenschwester, Ärztin oder vielleicht Tierärztin, später kamen dann Dinge hinzu wie “Showgirl” oder “Freundin eines Berühmten”; die Jungs, unter dem Eindruck der diversen “Groundings” von Swissair, Alitalia und so weiter, begruben das mit dem Fliegen, änderten ihre Ambitionen und wollten plötzlich, einige davon zumindest, Journalisten werden. Und genau das habe ich gemacht, nachdem ich mühselige Studien zum Architekten absolviert hatte – und zum Überdruss aller mich für einige Zeit sogar darauf kapriziert hatte, Pilot zu werden.
Ich gebe zu, dass ich mich glücklich schätze. Nachdem ich weder Architekt noch Pilot hätte werden können, änderte ich mit Hilfe von begabten und geduldigen Lehrern meinen Beruf auf Journalist – gerade noch rechtzeitig, bevor ich zum Opfer des ausserordentlichen Aufschwungs der universitären Fakultäten der “Kommunikationswissenschaften” wurde, von denen es mittlerweile allein in Italien 16 gibt. 16 Fakultäten, die heute bekannt sind als Erzeuger von ganzen Horden von... arbeitslosen Journalisten.
Aber was soll's... der Journalismus, so, wie wir ihn auch heute noch verstehen, ist auf dem Weg der Auslöschung. Denn neben dem allmählichen Niedergang der herkömmlichen Medienszene erleben wir das Erblühen der elektronischen Informationsmittel und den Aufstieg der Netzes alles Netze, ein Phänomen, das sich ins Absurde beschleunigt, ins Unkontrollierbare.
“Who killed the newspaper?” fragte der Economist, der verkündete, dass die Tage des Bedruckens von Papier mit Informationen gezählt sind. Eine reine Frage der Zeit. Der Grabstein stehe schon bereit, schrieb Philip Mayer, in “The Vanishing Newspaper”. “Noch zwanzig Jahre”, so Mayer, “und der letzte, erschöpfte Leser wird die letzte Zeitung zerknüllt wegwerfen.” Warum? Der Economist hat keine Zweifel: Das Internet wird unser Tod sein.
Nun, und das wären die Wünsche der Herausgeber des Werks gewesen, welches Sie in Händen halten, müsste ich Ihnen wohl etwas erzählen über die lange Zeit, die ich verbracht habe als Korrespondent in Südamerika, den USA, in Europa, Australien, Kanada sowie in vielen Ländern Afrikas und Asiens, ich sollte Ihnen ein paar meiner Abenteuer erzählen, versuchen, Sie mit einem Feuerwerk an Spezialeffekten zu verblüffen.
Nein. Ich werde einen anderen Weg beschreiten, den des Herzens, der Erinnerungen, in der Hoffnung, dass Sie daran Freude haben.
Ich habe stets gedacht, die Journalisten seien eine privilegierte... “Kaste”, weil wir – wie es der unvergessene Indro Montanelli, der Doyen des italienischen Journalismus, ausdrückte – weil wir bezahlt werden, das zu tun, was uns gefällt. Nach einem Leben, verbracht mit Schreiben und mit Reisen, muss ich allerdings einräumen, dass die ernüchterndsten und bleibendsten Erinnerungen nicht jene sind, die mit den Abenteuern verbunden sind, mit den Gefahren und Schmerzen, welche dieser Beruf Dir früher oder später zeigt, auf unseren vielen Reisen durch diese böse, hässliche Welt, die oft nicht die unsrige ist, die wir oft nicht verstehen und die uns oft nicht verstehen will.
Nein, die intensivsten, packendsten Momente sind gar nicht jene der Gefahren, der offenen oder versteckten Drohungen, der widrigen Arbeitsumstände, etwa in einer durch den eisernen Vorhang entzwei geschnittenen Welt, mit dem allgegenwärtigen kalten Krieg, mit dem Kampf der Religionen. Nein, was dir bleibt, was manchmal unvermittelt aus dem Gebirge der Erinnerungen an die Oberfläche drängt, wenn du eine kleine Bilanz ziehst, einfach so mal schnell, was dir bleibt, ist das kleine, intensive Ereignis, jenes, das dich bewegt hat, welches dich zu Tränen gerührt hat, zu jenen Tränen allerdings, die dir nur innen drin hinunterrinnen – denn einem gestandenen Reporter sind Tränen nicht gestattet. Ein gestandener Reporter hat alles gesehen und darf sich über überhaupt nichts mehr wundern.
So ist es allerdings nicht, so war es nie. Und wenn es so wäre, würde der Journalist einer der Grundfesten seines Berufs verlustig gehen, seines Zugangs zur Nachricht, der eigentlich stets ein Zugang zu den Personen ist, welche diese Nachricht erst erschaffen oder erleiden. Wer sich nicht mehr zu wundern vermag, wer das Mitgefühl verliert, hat verloren. Denn wer selbst unbewegt bleibt, wird auch seine Leser nicht bewegen können. Und was für ein Journalist ist jener, der es nicht schafft, die Leser zu berühren, mit seinen Worten an ihr Herz zu rühren, ein wenig zumindest?
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Folgen Sie mir jetzt bitte, wenn ich drei kurze und bewegende Geschichten erzähle, Geschichten, die oft passieren, während man eigentlich etwas ganz anderes vorhat, nämlich über ein grosses Ereignis zu berichten, wozu man ja gerade in ein fernes Land gekommen war. Manchmal, jedoch, geschehen diese Geschichten gleich um die nächste Ecke.
Bill, ein 50-jähriger Obdachloser in San Francisco, wo ich mich für ein Grossereignis eine Woche aufhielt, hatte sich angewöhnt, in meinem Mietauto auf dem Parkplatz meines Hotels zu übernachten. Er hatte mich vorher sehr nett, mit viel Würde darum gebeten: Lass mich in Deinem Auto übernachten, bitte, ich habe sonst nichts und ich will sonst auch nichts. Mein Name ist Bill... und er streckte eine bleiche Hand aus, knochig, und etwas dreckig. Ich bitte Dich, ich wäre Dir dankbar. Er hatte mir eine wenig wahrscheinliche Geschichte erzählt, er sei ein ehemaliger Hochschulprofessor, den das Leben ausgespuckt hatte, direkt auf das Trottoir der Union Street, wo er seither lebte. Am nächsten Morgen musste ich ihn wecken, aber er hatte eine Überraschung für mich: zwei Tageszeitungen, wohl gerade frisch geklaut. Er schlief die ganze Woche in meinem “Hotel”, und jeden Abend servierte er mir eine neue Lektion: Genau mit dem richtigen Pathos zitierte er Verse grosser amerikanischer Dichter. Auswendig tat er dies, und dann ging er sogar dazu über, Cesare Pavese und Salvatoro Quasimodo zu zitieren. Der Penner war wieder zu dem geworden, was er stets gewesen war: ein sensibler, vom Leben misshandelter Mann. Ich versuchte, ihm ein kleines Bisschen Wärme zu geben, und er war sehr dankbar dafür. Wir verabschiedeten uns, für immer, mit feuchten Augen. Ohne zurückzuschauen.
Lassen Sie mich dann erzählen von dem, was mir geschehen ist vor einigen Jahren, in einer Primarschulklasse in Lugano Loreto. Vermittelt von ihrer Lehrerin Raffella, im Rahmen eines Programms, wo diverse Berufe gezeigt wurden zeigte ich Kindern von sieben oder acht Jahren die Magie der Zeitungen. Ausgerüstet mit einer Digitalkamera und einem Notebookcomputer schrieb ich direkt vor Ort einen Artikel über den Journalismus, über die Schule und über die Kinder, mit denen ich mich unterhielt. Und ich fotografierte sie auch. Dann packte ich alles zusammen und schickte es einer Tessiner Tageszeitung, die es veröffentlichte. Und als ich am nächsten Morgen in die Klasse zurückkehrte, stand ich vor Kindern, die verblüfft waren über die “Magie”, der sie beigewohnt hatten, Kindern, die knapp lesen konnten, aber die mit grosser Aufmerksamkeit den Artikel gelesen hatten. Es wurde ein grosses Hallo, viele Fragen, vermischt mit dem steten Satz “Wenn ich gross bin, will auch ich Journalist werden.” Welche Sprachen muss man lernen? In wie vielen Ländern bist du gewesen, mit wieviel Jahren hast du angefangen? Und dann kam die Fragen aller Fragen: Wieviel verdient man als Journalist? Ach, wieviel verdient man... gerade sieben Jahre alt, schon ein bisschen Journalist, aber sehr wohl schon Schweizer...
Lassen Sie mich noch eine dritte Anekdote hinzufügen. In Prag, am Ende der 70er Jahre, am späten Ende eines festlichen Abends, ich fuhr gerade zurück mein Hotel, in eines jener typischen Hotels der kommunistischen Zeit: Lächerlich gross, mit absurden Verzierungen, dicken Vorhängen und über allem ein Duft von gekochtem Kohl. Und am Rand der Strasse nahm ich ein Gespenst wahr, das Autostop machte. Ich hielt an: sie waren zu zweit, seit wenigen Stunden verheiratet, er im Anzug, sie im Hochzeitskleid. Sie suchten ein Taxi, seit einer geschlagenen Stunde, erfolglos. Sie fanden mich, und ich brachte das... Gespenst und seinen Ehemann in ihre kleine Wohnung nach Strare Mesto in der Altstadt. Ein schönes Hochzeitsgeschenk, sagte er mir: die Eingeladenen waren abgezogen und niemand hatte an sie gedacht, und ein Taxi im Jahr 1978, in Prag... Angekommen, luden sei mich zu sich ein, und wie es die lokalen Sitten gebieten, gaben sie mir das übrig gebliebene Stück der Hochzeitstorte, das sie in einem Karton mitgenommen hatten. Keine Torte war jemals so köstlich gewesen wie jene in Prag. Danach folgte ein warmer Abschied mit einer kleinen Träne. Danke Marija, danke Václav, fast nur Eure Namen sind mir von Euch geblieben, weil das Leben weitergeht, und manchmal geht es schlecht weiter. Geblieben ist mir auch der Geschmack jener Hochzeitstorte, der besten meines ganzen Lebens.

Samstag, 15. Dezember 2012

Schildkröten, Epigene und nüchterne Massenmörder

Staatskunde einmal andersrum

Da hat der Herr Dr. Ch.M. glaub recht geschlafen, als es um internationale Staatskunde ging. Sonst hätte er nämlich gewusst, dass Haustiere zumindest in einigen Weltgegenden und zumindest er-brechtlich den adoptiereten Kindern schwuler Paare aus früheren Paarungen schon längst gleichtestellt sind.
Da kann nämlich ein Hundeli ein Millionenvermögen erben.


Obwohl ehrlich gesagt, meine ich, dass damit einige Schwierigkeiten auftreten könnten:
Beispiel 1:
Ein Hundeli wird i.A. maximal 18 Jahre alt. Und WAS geschieht denn mit den MillionenMilliarden nach dessen ach so traurigen Ableben? Ist ein Hundeli fähig, ein rechtsgültiges Testament zu machen?
Beispiel 2:
Eine Schildkröte kann uralt werden, mehr als 100 Jahre jedenfalls locker!

  
WAS geschieht mit den MillionenMilliarden, wenn der erste Nachlassverwalter das Gras von unten sieht? Kann die Schildkröte dem Neuen denn wirklich beibringen, was DER mit dem vielen Money zu tun habe?
Und interessiert sowas das Tierchen denn überhaupt?


Homosexualität ist KEIN Gendefekt

Das haben die ForscherInnen nämlich leider schon längst herausgefunden.
Aber jetzt haben sie scheint’s die alte Scheisse neu aufgleisen können, so frei nach dem Motto: Wenn’s genetisch nicht klappt, so versuchen wir’s mal epigenetisch.
Und genau so haben sie es denn auch begründet.

  
Nun, fufi hat sich mit dieser jungen Wissenschaft seit ihrer Geburt befasst und meint deshalb:
DIESE Scheisse, wo die da rauslassen, würde jede Kläranlage kollabieren lassen.
Aber eben: Nun wurden sie wieder zu Kranken gemacht. Zu Zombies.
Zum Glück gibt’s da noch den MB mit seiner Glückspost-Serie!


Nicht ohne meine Knarre

Sorry, Carolina, aber wieder mal geht’s um die USA.
Was ich nämlich nicht verstehe ist, dass die Kleinen dort mit 16 Autofahren, mit 18 vögeln aber erst mit 21 saufen dürfen.
Aber noch viel weniger mag ich verstehen, dass in jedem Haushalt neben der Bibel eine Knarre liegt. Und dass Minderjährige nicht nur an Bibeln problemlos herankommen.
Und dann fragen sie sich schon fast monatlich, wie sowas denn überhaupt habe passieren können.


Ok, solche Probleme kennen wir auch in der Schweiz, insbesondere von Vertretern derjenigen uns ach so bereichernden Kulturen wo es Sitte ist, dass bereits 8jährige stets einen Dolch auf sich tragen. Auch und gerade in der Schule und auf dem Pausenplatz.
non scholae sed vitae  ...................

Samstag, 8. Dezember 2012

Demokratie ist, wenn ...

.. die bedemokratischten Menschen genau das wollen,
wo wir wollen, dass sie es wollen!


Mögt ihr euch noch erinnern


Wie damals, in den frühen 1990er Jahren die gesamte westliche Welt gejubelt hat, als so Koranschüler wo sich „Taliban“ nannten zusammen mit so „Gotteskriegern“ (Mudschaheddin oder so) die Russen aus Afghanistan vertrieben haben? Nicht zuletzt dank der Militärhilfe der USA/CIA, insbesondere den „Stinger“-Raketen.
 

Und wisst ihr auch noch, wie die gesamte westliche Welt aufschrie, als diese Koranschüler und „Gotteskrieger“ eine Islamische Republik ausriefen, im „befreiten“(!) Afghanistan?
Aberneiaberau, SOWAS konnte ja denn schon nicht erwartet werden!


Mögt ihr euch noch erinnern


Wie die ganze westliche Welt gejubelt hat, als sie merkte, dass gewisse mittelmeerstaatliche Diktatoren – bisher feste militärische Verbündete und treue Bankkunden  - gestürzt würden, anstelle von „Unruhen“ und „Aufständen“ und so auf einmal von „arabischem Frühling“ und „Demokratie“ zu schwafeln begannen?

Und jetzt haben sie gewählt, in Aegypten. Und der demokratisch gewählte Präsident hat einen Vorschlag zu einer neuen Staatsverfassung vorgelegt.
Und die ganze westliche Welt schreit Zeter und Mordio!
Neineineinei! SOO haben wir’s denn NICHT gemeint, mit der Demokratie!


Es geht um die Menschenrechte, sagen sie.

Und vergessen dabei erstens, dass dieselbigen eine ur-westeuropäische Erfindung sind.
Und zweitens, dass sie schon immer sehr, sehr selektiv interpretiert wurden.
In den USA, zum Beispiel, brauchte es einen Bürgerkrieg, um gewisse Wesen den Status von Menschen zuzugestehen. Zumindest offiziell ......  .

Und auch die Partei, wo sich als diejenige des Schwiizer Voulchs aufspielt, die kümmert sich bei ihren Initiativen nicht im mindesten darum, ob deren Annahme das geltende Völkerrecht verletzen würde.
Aber da geht’s ja auch nicht um die Menschen-, sondern nur um die Völkerrechte.
Andererseits geben sich gerade die ja ziemlich betupft, wenn die Helvetik auch nur eine neue Industrienorm übernehmen MUSS, wo im Ausland definiert wurde. Aus völkischen Gründen!


Gods own country


Aber NIEMAND in der westlichen Welt stört sich daran, dass sich die USA selbstherrlich als Gods own country nicht nur bezeichnen und verstehen, sondern sich auch entsprechend aufführen. Oder dass „Bible belt“ schon fast eine geografische Bezeichnung geworden ist.
Oder dass Israel als Land JHWH’s bezeichnet wird, und das nicht nur von den Ultraorthodoxen.
Oder dass das Justizsystem des wichtigste arabischen Verbündeten des Westens auf der Grundlage der Scharia beruht:

Oder dass die CVP die sakramentale katholische EHE als einzig legitime Lebensform von Männli und Wiibli in der Bundesverfassung verankern wollte.

Und als sie davon Abstand nahm, hat’s zum Beispiel dem Herrn O. grad gar nicht gepasst.

Und last, but absoluteli nicht zulezt:
WER, in der westlich-aufgeklärten Welt stösst sich denn daran:


















Aber ALLAHS eigenes Land?


NEIN, sowas darf’s denn schon wirklich nicht geben!

Das erinnert mich an Jim Knopf und „Das Land, das nicht sein darf.“


Nachtrag am 2. Advent 2012
Das neue Papamobil wurde Papst Benedikt XVI von Daimler-Chef Dieter Zetsche im Vatikan überreicht.


Sonntag, 2. Dezember 2012

Leise rieselt der Schnee .......

Schon mindestens 5 cm sind heute morgen schon wieder vom Himmel gefallen!

Die Kinder schlitteln und bauen Schneemänner und -frauen, die Hunde tollen über die verschneiten Wiesen, die Rehli ducken sich unter den grossen Tannen und geben sich gegenseitig Wärme, und im Kachelofen brennt ein lustiges Feuer.
Wenn's nicht wahr wäre, wär's zu kitschig, um wahr zu sein!

 ... freue dich, s'Christkind kommt bald!

Ich wünsche euch Allen eine schöne, möglichst besinnlichkeitsshoppingstressfreie Vorweihnachtszeit!