Samstag, 28. September 2013

Wann ist ein Mensch ein Mensch?


In the beginning:

die bourgeoise Revolution


Wisst ihr noch, wie die „Aufklärung“ von so ner „filosofischen Schpinnerei“ zu einer politisch ersnstzunehmenden Kraft wurde?

Richtig! Das war, als das französische Bildungs- und vor allem Geldbürgertum = die Bourgeoisie! beschloss, alles, was sich mit einem Adelstitel schmückte - und, und dies vor allem: ihnen mehr Macht im Staat und damit die Vermehrung ihres Reichtums verweigerte -  von hier nach drüben zu befördern. Vermittelst einiger Guillotinen, weil das sollte ja möglichst human vonstattenn gehen, natürlich.

Und weil ihnen zur Legitimierung ihres schändlichen Tuns nichts gescheiteres einfiel, verneinten sie ganz einfach, dass es denn Gott selbst sein solle, wo die Könige und ihre Adlaten einsetzen würde und erfanden deshalb, indem sie das geltende "göttliche Recht" ausser Kraft setzten – schwuppdiwupp – die Menschenrechte.

Und das Ergebnis ihrer "neuen Weltordnung" nannten sie "Demokratie"!


Robespierre, nous avons des problèmes!


Und weil die Franzosen mit denselbigen halt doch noch so einige Mühe hatten, nicht nur beim Guillotinieren, sondern auch was die Armen und Leibeigenen betraf, wo ihnen denn ihren Reichtum auch weiterhin zu gewährleisten hatten gefälligst ....  .

Sprich mit der Interpretation dessen, was ein MENSCH sei, für den die MENSCHEN-Rechte gelten sollten, kurzum: damit war’s halt schon nicht so weit her, damals im Franzenland.

Tja, und schon damals wartete die gesamte aufgeklärte Welt auf das militärische Eingreifen der USA (wo denn zwar schon gar nicht davon träumen mochte, dass sie denn mal so bezeichnet würde) und die liess sich denn nicht 2mal bitten: die besiegten die englischen Kolonisatoren und die ewiggestrigen französischen Royalisten und versorgten danach die hehren Ziele der christlich-abendländischen aufgeklärten Kulturgesellschaft in einem absolut sicheren Tresor im Fort Knox.
Zur Beruhigung veröffentlichten sie dann die „Bill-of-Rights“.


Menschenrechte: Ja, aber!


Was so saugut tönte brachte aber einen ganzen Haufen neuerliche Probleme mit sich, nämlich die ewigliche Frage, WAS denn EIN MENSCH sei.

Damit hatten ja sogar die Amerikaner so schaurig Mühe, ich meine mit den Negern.
Aber immerhin waren/sind sie da ja nicht wirklich die Einzigen, gälled!
Und irgenwie kätschen sie ja noch heute am Thema rum.

Und die Frage ist nämlich wirklich wichtig:
Sind Frauen Menschen?
Sind Männer Menschen?
Sind Muslime Menschen?
Sind Christen Menschen?
Sind Kommunisten Menschen?
Sind Kapitalisten Menschen?
Sind Schwule Menschen?
Sind Krüppel Menschen?
Sind Asylanten Menschen?
Sind Neonazis Menschen?
Sind Arme Menschen?
Sind Gewaltverbrecher Menschen?

Tja, immerhin werden Indigene heutzutage nicht mehr im Zirkus oder im Zoo ausgestellt, sondern bloss noch im Netz blossgestellt.
Aber letzteres betrifft ja eh alles, was in den Augen eines richtigen Menschen eben irgendwie halt doch kein Mensch ist!


Wann ist ein Mensch ein Mensch?


WER muss ein Mensch sein, um ein Mensch zu sein?
WAS muss ein Mensch tun, um ein Mensch zu sein?
WORAN muss ein Mensch glauben, um ein Mensch zu sein?
WIEVIEL muss ein Mensch haben, um ein Mensch zu sein?


In the end: die bourgeoise Revolution


Diesmal made in China

„Nun will sie noch an ihrer Haltung arbeiten, an ihrem Geschmack und ihrem Selbstvertrauen. Daran könne der aristokratische Adel vom Geldadel unterschieden werden, glaubt XYZABC, die in London studiert. «Wir führen ein tolles Leben, zumindest materiell, also sollten wir auch kultiviert sein.»“

Mehr dazu gibt’s hier:



Menschen? - Rechte?

Dienstag, 24. September 2013

Saland, 4.3.2011



Saland, 4.3.2011

Kantonale Wahlen 2011: SP-Wahlpropaganda

Lieber Mario

Ich wende mich an Dich als ehemaligen Schulfreund und prominenten SP-Vertreter!

Zunächst das Gute:
Wünsche Dir herzlich, dass Du gewählt werden wirst, MEINE Stimme hast Du jedenfalls!
Werde auch die SP-Liste einwerfen!
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Achtung: ab jetzt wird’s kritisch bis zynisch!
Aber damit muss ich leider zum weniger Guten kommen – gelinde gesagt!
Habe heute die Propaganda-Unterlagen zu den Kantonalen Wahlen 2011 erhalten, und jetzt ist mir der Kragen wirklich geplatzt, sozusagen!
Was muss ich denn, als Uralt-Sozi mit gewerkschaftlichen Wurzeln im SP-Programm lesen:

1.       Steckdosen ohne AKW-Anschluss
2.       Einen S-Bahn-Sitzplatz in der Stosszeit
3.       Mieten müssen bezahlbar bleiben
4.       Steuergerechtigkeit muss wieder hergestellt werden
5.       Menschen brauchen Zukunft

Und das i-Tüpfelchen, das dem Fass den Nagel ins Auge und – wahrscheinlich nicht nur mir – die Krone ins Gesicht schlägt:
Wir sind für coole Agglos und bunte Landeier!
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Was soll das?

Sind DAS die Anliegen der SOZIALDEMOKRATISCHEN PARTEI? Und ist DAS ihre Zielgruppe (übrigens unsäglich lächerlich, eure aktuelle Kampagne!)? - Falls ja: Shame on you all!
Habt ihr vergessen, wo eure Wurzeln sind und wo ihr hingehört? Wegen den Wähleranteilen oder so?
Nein, Mario, DAS kann’s wirklich nicht sein für eine Partei, die sich ursprünglich für die Rechte und Anliegen der Arbeitnehmenden eingesetzt hat – und dies mit Erfolg, übrigens!

Zunächst pauschal: ALLE Punkte könnten – mit Anpassungen – auch von DER PARTEI vertreten werden!

ad 1: Sobald ihr grün werdet, unterscheidet ihr euch letztlich überhaupt nicht von DER PARTEI!
Was kümmern auch ALLE AKW’s dieser Welt, vor allem in der sogenannten 3tten? Schon mal die AKW-Weltkarte studiert? Darum am liebsten eine dicke Bleimauer um die Schweiz, damit ja keine böse ausländische Radioaktivität eindringen kann, und drinnen das heile Schwiizerländli mit den grossen Wasserkraftwerken aus den 30/50er-Jahren des letzten Jahrhunderts! Dann spart gefälligst Strom! Meint ihr! Und wie sollen denn die Batterien von den AberTausenden von neuen Elektro-Autos aufgeladen werden? Bio-Gas aus Intensivhaltungs-Kuhställen oder Oekostrom aus dem neuen Greina-Wasserkraftwerk?

ad 2: Aexgüsi, das ist schlicht und einfach lächerlich!

ad 3: Mieten SIND bezahlbar wenn denn s’ Einkommen stimmt – oder die Sozialhilfe bezahlt! Möchte dazu auch auf TA-Berichte vom 2 – 4. März hinweisen (Reiche in Billigwohnungen). Ach ja, arbeite im SDZH und kenne einige söttige! Aber s’ist ja so schaurig soziokulturell, und dazu erst noch billig! Schulterklopf!
Und der plakative tätowierte vollkulturelle Votograv kann doch einfach nicht fordern wollen, dass er, bloss weil er einen so called „alternativen Lebensstil“ pflegen will, bloss DESHALB Anrecht auf eine billige Wohnung haben sollte? Oder würkli doch? Und verbilligt mit Steuergeldern? Pfui der Deibel!
Richtig wäre: Wir FORDERN für ALLE Arbeitnehmenden (Mindest-)Löhne, die ihnen bei 100% Arbeitszeit die GRUND(!)-Bedürfnisse: Wohnen, Essen, Gesundheit decken! No more Working Poor!

ad 4: Hat’s denn jemals so was wie „Steuergerechtigkeit“ auf Einkommenssteuern (Vermögen(!)- und Erbschaft mal ausgeklammert) gegeben? Und wie steht’s bei den „versteckten“ Steuern wie der MwSt, der Tabak-, der Mineralöl- und der HUNDESTEUER? Ist da irgendwas „sozial“ gerecht?

ad 5: Da sind IHR in der unüberbietbaren Belanglosigkeit mit DER PARTEI ja völlig einig! Holy shit!
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Sorry, Mario

Bin jetzt etwas krass geworden, aber stehe inhaltlich VOLL dazu!
Ich wähle SP, ja, aber nur, um DER PARTEI den KLOTZ am Bein zu erhalten!

Mit eurem Parteiprogramm habt ihr euch ja dermassen ins Offside manövriert!
Abschaffung des Kapitalismus? Weltfremd bis hin zu Schneewittchens 7 Berner Zwergen! Dasselbe gilt übrigens auch für eure eigentlich NICHT-existente Migrations-, Integrations- und Asylpolitik!
Abschaffung der Armee? WELCHE Partei hat sich DAMALS als erste und am vehementesten gegen den aufkommenden Faschismus gewehrt, notfalls auch mit Gewalt?

NEIN, Nein und namal NEIN!
Die SP hat nicht nur ihre frühere (Wähler-)Basis, sondern unterdessen auch sich selbst verraten.
DIE PARTEI hat nicht ganz unrecht mit den Bezeichnungen, die sie euch zukommen lässt. Ich sage mal möglichst un-bösartig, wie ich die SP heute empfinde. Nämlich als:
Wischiwaschi-multikulti-NuschelKuschel-urbanophilkulturelle-gutmenschliche Sozialromantiker.
"Cüpli"-Sozialismus? Lass mich bitte ehrlich sein, und dann bin ich bösartig: Manchmal erscheit mir das rot-grüne Süppchen im Sinne einer ideologischen Borniertheit leider ziemlich braun!
Offenbar ist die SP Opfer ihrer früheren Erfolge geworden. Aber wenn sie SO weitermacht, wird sie bald auf dem Friedhof der Kuschelparteien beerdigt werden!

Hafenkräne und Nagelhäuser, Velowege und Soziokultur, ja sogar S-Bahn-Sitzplätze (Weshalb weitet ihr DIESE Forderung nicht auch auf Trams, Busse, Postautos etc. aus?) sind wichtiger als Arbeitnehmende, auch und gerade diejenigen, für die sich die „Sozis“ eigentlich erfolgreich stark machen könnten:
Sinngemäss aus einem Interview mit C.M. im TA: „Ja, wir haben das Kulturbudget massiv erhöht, und dazu stehe ich...“ und dann der Hammer: „Wenn wir beim Personal sparen, wird das die Bürgerlichen ja kaum gross kümmern .. „. EINE SOZI?
Und wie ist’s mit dem städtischen Budget? 220 Millionen sparen? Und da zaubert der rot-grüne Rat plötzlich so schwuppdiwupp 150 Mio. Mehreinnahmen aus dem Hut – und die verbleibenden 70 Mio. werden beim Personal gespart!
Und dann werden 9 Mio. für „kulturelle Aufwertung“ (oder so) des Löwenbräu-Areals gesprochen. Und den – gewinnorientierten! – Fussballklubs werden rund 1 Mio. geschenkt. DIE werden sicher nicht bei den Personalkosten sparen! (DU weisst, dass die Junioren und die Fanion-Teams finanziell unabhängig geführt werden!) Aber in diesem Kontext dennoch: Hopp FCZ!
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Lieber Mario

Ich glaube NICHT, dass die SP einen guten Kurs fährt!
Wenn ihr jetzt die jungen, gut verdienenden urbanen Kulturellen umwerbt vergesst nicht: auch die werden älter „gesetzter“, vielleicht auch noch reicher, und dann ist’s mit Sicherheit aus mit DIESER Wählerschaft! Und rund 20% der JUNGEN wählen DIE PARTEI! DAS sollte euch zu denken geben! Von wegen Multikulti!
Wie wär’s, wenn ihr euch wieder auf eure Herkunft und eure (damalige) Stärke besinnen möchtet: Einsatz für die Arbeitnehmenden.

Ok, ich weiss, dass es heute keine „Arbeiter“ mehr gibt. Sie nennen sich nämlich „Angestellte“. Z.B. im Deteilhandel, oder der Gastronomie, oder als LKW-Fahrer bei Hrn. Giezendanner. Geht’s DENEN denn letztlich einen DRECK besser als den früheren „Arbeitern“? Werden denn die auch nur einen Deut weniger missbraucht, ausgequetscht und verarscht als früher die FabrikarbeiterInnen?
NEIN, aber die SP hat sie vergessen, ihre aktuellen(!) Anliegen, Nöte und Sorgen! Ihr könnt sie NICHT abholen mit AHV, IV oder so, solange DAS für sie noch KEIN Thema ist - heisst sie nicht betroffen sind! Die wenigsten mögen sich nämlich noch erinnern, wies früher einmal war! Auch betreffend Schule hat DIE PARTEI die Nase vorn: Welche  überforderten Eltern wünschten sich denn nicht, dass die SCHULE das übernehmen muss (ERZIEHUNG) zu was sie selbst nicht fähig sind? – NEBEN dem Bildungsauftrag!

Tja, ihr habt das Feld, wo IHR ursprünglich gesät und auch geerntet habt, wirklich fast kampflos DER PARTEI überlassen. Dass die Grossmehrheit deren Wähler NICHT merken, wie sie denn über den Tisch gezogen werden, darf nicht überraschen, und die kleine Minderheit, ja DIE weiss was sie tut!

Namal Sorry, Mario

Bin wie gesagt ein Ur-Sozi, und was die SP heute bietet, lässt mein rotes Herz, das links schlägt, schon beinahe stillstehen! Besinnt euch doch darauf, woher ihr kommt und wo ihr hingehört!
Bitte leite dieses mein Schreiben an die ParteistrategInnen weiter, meinetwegen sogar nach Herrliberg J
Ist mir EHRLICH ein grosses Anliegen!

fufi, ex-Freudenbergsche b-Klasse

Sonntag, 22. September 2013

KKW, Fotonenfallen und Energieriegel

Wie der Zufall das scheint's so hat wollen, sind fast zeitgleich 2 CB zum Thema Energie und Wende und so bei mir eingegangen.
Nun denn, hier sind sie:
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Lotosblüten aus Fukushima

Eineinhalb Jahre ist das nun schon her, als wir uns erst erst einmal nur von den Bildern  eines riesigen, schwarzen Zunamis gruseln liessen, der Schiffe, Autos und ganze Häuser mit Mann und Maus verschlang.
Nach der dunklen Flut, die wie überquellendes Pech wirkte, dann die fernen, unscharfen Bilder des blütenweissen Atomkraftwerkes, das seinen giftigen Geist aus hauchte. Unsichtbar, aber verheerend.
In der politischen Landschaft setzten sich die Verwerfungen über den Erdball fort und Angie Merkel wandelte sich über Nacht von einer Ausführenden der Nuklearlobby zu einer Atom-Aussteigerin. Nun ja... Zumindest von einer Überzeugungstäterin zur Getriebenen.

Das Wort „Restrisiko“ hatte plötzlich seine Bedeutungslosigkeit verloren und der Mythos war gebrochen, dass nur unterentwickelte, disziplinlose Länder, wie sie die Ex-Sowjetunion hervor brachte,  harmlose Spalt-Atome nicht auf die Reihe kriegten.

Die Grünen hüpften - mit der Kernbotschaft und der Energie ihrer Gründunsjahre - in den Umfragen auf neue Höhen. Heute sind sie wieder zurück ins Tal gekullert und reiben sich ungläubig die Augen: Da oben waren wir also mal!
Obwohl, bis in die letzten Tage hinein, die Katastrophenmeldungen über die Folgen in Fukushima nicht abreissen, scheint Thema und Lobby mehr und mehr einer Lotusblüte gleich. Vom schwarzen, zähen Schlamm bleibt nichts haften.
Doch die „Energiewende“ ist verkündet und scheint unumkehrbar. Angeblich. Zumindest für Atomstrom (und über Verteilerkonzepte wurde gar nicht gross lamentiert).

Aber war das wirklich nötig?

Funktioniert es bei uns in Europa nicht weiterhin prächtig? (Diskussionen über die radioaktive Seewerte der Schweiz werden in Deutschland z.B. gar nicht erst wahr genommen)

Benötigen wir nicht auf absehbare Zeit sowieso mehr und mehr Energie? Wer soll denn die liefern können?
Hängen da nicht viele, viele wichtige Arbeitsplätze dran?

Ich war vor wenigen Tagen erstaunt, als ich mit einem guten deutschen Freund bei einem Abendessen über die anstehenden Deutschland-Wahlen sprach und wissen wollte, wie er sich entscheiden würde. Die Grünen wähle er jedenfalls bestimmt nicht, denn die hätten Tausende von Arbeitsplätzen auf dem Gewissen und würden mit ihren Vorstellungen zur Energiewende nichts ausser Chaos veranstalten.

Auch wenn ich mit zahlreichen grünen Glaubenssätzen überhaupt nicht kann, so muss ich dennoch feststellen, dass die für mich die Wichtigsten sind, die das Energiekartell ernstzunehmend anprangern und die uns deren, immer wieder vorgebeteten, Glaubenssätze hinterfragen lassen.
Das zentralste Problem der Energieversorgung ist und bleibt, dass es schlicht und einfach unmöglich ist von einem privaten Unternehmen erwarten zu wollen, dass es irgendwie in seinem Interesse sein könnte, seinen Kunden weniger, anstatt mehr, von seinem Produkt zu verkaufen.

Es ist mittlerweile Konsens, dass am Einsparen kein Weg vorbei führt. Langfristig schon gar nicht. Doch Energiesparen ist und bleibt in einer privatwirtschaftlich organisierten Versorgungsstruktur eine Aufforderung zum kaufmännischen Selbstmord.
Wie könnte es sich eine Umsatzschmälerung JEMALS mit den Interessen der Shareholder decken? – Vollkommen unmöglich.

Man mag entgegnen, dass gerade die Atomlobby ja schon viel Unmögliches zustande gebracht hat. Denken wir nur an deren allergrösstes Husarenstück: Der Öffentlichkeit ernsthaft vorflunkern zu können, dass sich Atomenergie rechnet... Während im selben Moment auch von ihr nicht bestritten werden kann, dass ihre Abfälle Tausende und Zehntausende Jahre gefährlich bleiben; die Entsorgung also etwas seriöser als bisher in den Preis gerechnet werden müsste (was durch die Tatsache, das noch nicht einmal ein sicheres Endlager existiert, auch nicht einfacher wird).

...Von den hypothetischen Kosten absehbarer Unfälle und Probleme bei der Entsorgung ganz zu schweigen. Früher oder später wird sogar die Frage nach der Bergung der – bis in die 80er verklappten Fässer im Atlantik – wieder auf den Tisch kommen: Unappetitlicherweise wohl erst im Fischstäbchen unserer Wahl!

Aber zurück zum Gesundbeten der offenkundig kranken Situation:

Selbst wenn die Kernspaltung als Engeriequelle niemals entdeckt worden wäre, benötigen wir immer noch Anbieter, die uns den Saft in die Dose drücken. Oder?!
Und Kohle, Gas und Öl sind auch nicht immer einfacher zu fördern (und die Länder und Regime, die liefern, „fragwürdig“)); ganz unabhängig davon, was die jeweils weiter an Dreck in die Luft blasen.
...Und Solarstrom sei ja sowieso... Wegen den Spitzenlastzeiten. Und Windstrom könne man ja nicht... Wegen den Transferleitungen... Und da wir keine Speicherkraftwerke... etc., etc., etc.

Irgendwie schafft es die Energielobby, dass wir ständig nur über derlei Gewissheiten sprechen. Und eben: Auch über die vielen, vielen Arbeitsplätze, die an ihrem Tun hingen.

Es endet stets mit dem TINA-Phänomen: There is no alternative und basta.

Und es stimmt ja. Für Monopolisten, deren Interesse es sein MUSS, Energie im Grossen zu produzieren (so, dass es richtig einschenkt, halt) und dies zentral zu verteilen, gilt das natürlich. Die Alternativen sind keine Alternativen für Monopolisten.

Und genau darüber sprechen wir irgendwie doch nie.

Denn die Energieriesen sind wirklich wie die Spinne im Netz und können - Shareholder-Value - überhaupt kein Interesse daran haben, dass da plötzlich Kleinere mitspielen.
Und das ist sie, die Quadratur des Kreises der Energiepolitik:

Alle alternativen Konzepte und nachweislich effizienten Lösungen sind vor allem eins:
Dezentral. Und damit eben auch: denzentralisierend.
Vom simplen Einsparen bei Vorhandenem, über das Speichern von Sonnenwärme (Wärme! – also nicht Strom!) bis zum Bau von Blockheizkraftwerken: Alle Konzepte, die auf dem Tisch liegen, sind was für viele kleine Ameisen –  aber nichts für grosse Kraken. Für etwas das koordiniert, aber nicht beherrscht werden muss.

Die Aufzählung der vielen Möglichkeiten zur Energieeinsparung oder -gewinnung im Kleinen würde den Rahmen dieser CB sprengen. Gemeinsam ist ihnen eins: Sie alle würden ebenjene Mittel und Förderungen benötigen, die bis anhin der Krake hin geworfen werden... Die sie vor allem dazu benötigt, die Energieversorgung genau so zu gestalten, dass sie, mit dem Hinweis auf die von ihr aufgebaute Struktur, behaupten kann: There is no alternative!

Fukushima ist fern.

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Dieser Abschnitt musste leider gelöscht werden.
Also ICH find's schade.
Jammerschade!

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Und zum Schluss noch das da

Hab's aus dem TA-Online von heute

















Also ich hätt das "Gewicht" weniger auf die Reichen als auf die (Selbst-)Gerechten gelegt,
aber bedenkenswert ist's allemal!

Mittwoch, 18. September 2013

20130918


Berufsberatung – heute: der Wirt


Tja, ich hab mich da so schlau gemacht, von wegen den Rechten und Pflichten unserer hochwohllöblichen Zunft.
Und als guter Schweizer orientiere ich mich ja mal zunächst an den Pflichten, wo da scheint’s sind: Die ganze gastronomische Angelegenheit zu manatschen, vom Einkauf über die Speisekarte und s’Kochen und so, bis zum Abwaschen. „Manatschen“, übrigens, inklusive der wohlgepflegten 3fachen Buchhaltung.
 Und natürlich die Einhaltung der Gesetze, insbesondere der Lebensmittel- und Jugendschutzgesetze zu überwachen und zu garantieren.
NICHT verantwortlich ist der Wirt dagegen, falls ein Gast durchdreht und die Knarre zieht und so. Und auch nicht, wenn ein anderer meint, gegen die Rassismus- und Anstandsgesetze verstossen zu müssen. Auch für den IQ (Idiotieqoutient) der Gäste ist ER nicht verantwortlich, übrigens!

Aber zurück zu den Lebensmittel- und Jugendschutzgesetzen, weil:
Ersteres erübrigt sich hier einewäg und Zweiteres auch, weil die Lounge ja eh nicht jugendfrei ist, und glaub auch nie werden will!

Und gerade DAS ist ja glaub das Problem:
Ich bewirte nur Erwachsene. Und ich erwarte von den Erwachsenen, dass sie sich wie söttige benehmen, und nicht wie frühpubertäre Sandkastentrottel.


Was soll ich denn da für eine Rolle spielen? frage ich EUCH!

Soll oder muss ich wirklich den blocherschen Sonntagsschulmeister spielen, wo jeden eurer Kommentare minutiös unter die Lupe mimmt, um den Bösen danach eine wohlverdiente Kopfnuss zu erteilen und die Lieben zu loben, weil sie nämmli sich dasmal soooo brav verhalten haben? Bis zum nächsten Mal, wo’s dann halt umgekehrt sein wird?
 Ohja, ich kenne meine Stammgäste. Und ich weiss auch um ihre Macken. Ich weiss, dass ich beim einen 3 Augen zudrücken muss, wogegen bei der anderen bloss eines genügt.
Was solls? Ich nehme euch, so wie ihr euch geben wollt.
IHR schreibt eure Kommentare, nicht ich!

NEIN, ich hab keine Lust, den Schulmeister zu spielen!
Ja, es kann sein, dass ich für ein paar Minuten in der Küche bin, und dann, wenn ich zurückkomme, wen zurechtweise, wo den Streit gar nicht angefangen hat.
OMG!: Ich ha nöd aber er hät aagfange!


Die Lounge ist die Lounge ist die Lounge


Und nicht der MAMI-Blog und auch sonst nichts anderes als die Lounge!

Kapiert?

Tragt euere Streitereien, wo mit der Lounge NICHTS zu tun haben, fortan dort aus, wo sie hingehören, bittesärr!
Und nennt meine Gäste bei dem Namen, wo sie hier in der Lounge tragen, und nicht bei einem, wo sie vielleicht anderswo benutzen, bittesärr!
Und KEINE anonymen Kommentare, bittesärr!
Hach, was soll ich dazu noch sagen, ihr wisst ja alle nur allzugut, was ich sagen will.


Aber vielleicht lass ich’s andere sagen:

Was sollen diese bescheuerten Streitereien?


fragt zum Beispiel Gabi, auch und gerade mit Blick nach Genf:
Ich persönlich finde es echt schade, dass es [nicht möglich war], ernsthaft über die Fragen zu diskutieren, in welchem Masse wir als Staat und Gesellschaft den Tätern und in in welchem Masse wir den Opfern Aufmerksamkeit schulden. - Und wie fair oder unfair das Eine wie das Andere sein kann.“

Und auch Orlando bringt dies zur Sprache, in seinem Kommentar vom 17. September 2013 18:38. Selbstverständlich in seiner ureigenst-unnachahmlichen Art:
Die Linken und die Netten sind schuld. Und am schlimmsten sind nicht einmal die gewählten: die Nichtgewählten, die Apparatschiks sind die schlimmsten. Die haben Lucie, Marie und jetzt Adeline auf dem Gewissen.“

 

Und wenn ihre jetzt alle schön brav seid ...

Und nein, ich kann’s nicht lassen.
Und ich will’s auch schon grad gar nicht!
Also:
Hier ein Ausblick auf das, was euch in der himmlischen Lounge erwarten wird:
Für Geniesser und Kenner!







Freitag, 13. September 2013

Sticks and stones

Einige von Euch mögen sich vielleicht noch dran erinnern, weshalb ich die Lounge überhaupt eröffnet habe:

Das war damals, um all denen, wo an der Bar sich unterhielten, einen neuen Treffpunkt zu geben. Das hatte zunächst gar nichts mit mir zu tun, oder dass ich mich hier wasweissichwasoderwie inszenieren wollte!




















 


Ich hab kein Geld machen wollen, mit der Lounge.
GEGENTEILIG!

Ich habe mich vielmehr gefreut, wenn am Stammtisch diskutiert und manchmal auch geflucht wurde, oder sogar gestritten. Und hab mich an jedem Gast gefreut, auch wenn er oder sie die Lounge nur sporadisch besucht hat.

Aber irgendwie ist's, ich weiss nicht weshalb, liegt's an mir, an Anderen oder ist's bloss der übliche Lauf der Dinge, jedenfalls, ich frage mich langsam, ob's das denn wirklich ist:
















Was meint IHR dazu?
 
Ich grüsse euch ALLE mit einem fröhlichen Lidl


Donna Fargo - Sticks an Stones

http://www.youtube.com/watch?v=U7oqabWzONc
 

Sticks and stones can break my bones
but words can break my heart,
so if you carried on for me,
think twice before you start.
To say something that you don't mean
might drift us apart.
Well, sticks and stones can break my bones
but words can break my heart.

I've seen so many times before
where lovers played a game.
A-foolish words they didn't mean
but they hurt all the same.
So many times they realized,
too many times too late,
that only fools play such a game
and make such a mistake.

Oh, sticks and stones can break my bones
but words can break my heart,
so if you ever have to leave,
speak quickly* as you are.
And when you go, just one last smile
and one last kind remark.
Well, sticks and stones can break my bones
but words can break my heart.

Yes, I've seen so many times before
where lovers played a game.
A-foolish words they didn't mean
but they hurt all the same.
So many times they realized,
too many times too late,
that only fools play such a game
and make such a mistake.

Oh sticks and stones can break my bones
but words can break my heart,
so if you ever have to leave,
speak quickly* as you are.
And when you go, just one last smile
and one last kind remark.
Well, sticks and stones can break my bones
but words can break my heart.




Mittwoch, 4. September 2013

Today is only yesterday's tomorrow - part two


Ich danke Gabi für diese seine CB!


Der Fall Carlos oder:



Wie viel Vergangenheit soll eine Zukunft verdienen?


Gestern wurde in der Arena, anhand des aktuellen Falles „Carlos“, der Opferschutz in der Schweiz hinterfragt, bzw. darüber diskutiert, ob er überhaupt existiere. In der Runde eine Frau, die beinahe ermordet worden wäre: Die Geschichte der Nicole Dill hat schon vor Jahren berührt.


Nicole Dill hat am eigenen Leib erfahren müssen, dass die blosse Aufnahme und Bewertung eines Tatbestandes, der „korrekte“ rechtliche Ablauf nicht die geringste Empathie der Behörden für das Opfer vorausetzt und bei den Gesetzgebern offenbar auch nicht weckt.

Obwohl das Verbrechen an ihr bereits sechs Jahre her ist, scheint sich nicht viel geändert zu haben: Keine Aufmerksamkeit dem Opfer, ein Übermass an Aufmerksamkeit dem Täter gegenüber, wie die vielen Zehntausend Franken an öffentlichen Geldern zeigen, mit denen ein „Carlos“ gehätschelt wird.

Dabei hätte der Horror, den N. Dill damals durchleben musste, sogar verhindert werden können, wenn der Datenschutz nicht den Täter geschützt hätte. An potentielle künftige Opfer wird einfach nicht gedacht: Geht den Staat nichts an. Hat ja seine Pflicht getan.


Zurück zum START?

Es scheint, als scheue der Staat die Konfrontation mit den Tätern; als fürchte er sich gar. Als wäre er froh, mit der ordentlichen Aufnahme und dem rechtskonformen Verfahren jeweils einen „Schlussstrich“ unter die Vergangenheit setzen zu können und sozusagen wieder auf Null zurück zu drehen.

Wann ist dies angemessen? Eine Frage, die nicht nur bei Gewaltverbrechern, sondern auch im täglichen Umgang zwischen Menschen, aber offenbar eben auch in geschichtlichen Dimensionen zwischen Staaten und Völkern eine Rolle spielt:


Wem steht es an, den Schlussstrich zu ziehen?

Dem Täter selber etwa? - Sicher nicht.
Dem Staat; bzw. der Institution, die über die Vergangenheit gerichtet hat? Eher. Aber mit den Konsequenzen eines Irrtums muss der Staat nur sehr indirekt umgehen.
Dem Opfer? Jawohl. Vorbehaltlos ausschliesslich dem Opfer.

Von daher wäre es zu überlegen, ob den Institutionen der Exekutive und Judikative nicht Opferorganisationen zur Seite gestellt werden müssten. Ob sich keine gesetzliche Grundlage schaffen liesse, auf deren Basis Opferverbände ein gewichtiges Wörtchen bei der Beurteilung einer kriminellen Vergangenheit mit zu reden hätten, um sich Gedanken über eine Zukunft zu machen, die übers Ausfüllen einiger Formulare hinaus geht. Vielleicht gar ein gewichtigeres Wörtchen als Experten, die nur dafür bezahlt werden sich ausschliesslich mit den Tätern zu befassen. Ganz bewusst auch aus der Annahme heraus, dass Opfervertreter wohl eine etwas voreingenommenere Haltung vetreten,  wenn sie echte Reue von geheucheltem Bedauern unterscheiden sollten.

Kann unfair ausfallen, zweifellos. Doch - wie bei N. Dill erfahren - kann die heutige Praxis noch viel unfairer sein. Und zwar nicht dem überführten Täter, sondern künftigen Opfern gegenüber.



Kann „fair“ unfair sein?

Wie viel „Fairness“ sollte ein Täter überhaupt verdienen? Oder wo könnte überhaupt noch von „Fairness“ gesprochen werden, wenn der Täter nicht einmal vorgibt zu bereuen... Seine Tat noch nicht einmal als „unfair“ empfindet?!

Auch wenn der fairste Weg für Individuen, die offenbar nicht willens oder fähig sind in unserer Mitte nach zivilisierten Regeln mit zu spielen, in der heutigen Zeit verbaut ist – nämlich die Verbannung ohne Rückkehrrecht –, kommen wir nicht umhin uns den vergangenen Taten von  Verurteilten Gewaltverbrechern etwas ernsthafter zu widmen und sie mit deren aktueller Haltung zu vergleichen, um die Zukunftschancen derjenigen wahren, die diese auch wirklich verdienen. Jener, der vollkommen Unschuldigen.

Ich meine nicht, dass man einfach alle wieder und wieder mitspielen lassen sollte, unbesehen dessen, wie vollkommen daneben sie sich zuvor benommen haben.


Gabi



Kleine Zugabe: In diesem Zusammenhang möchte ich auch gerne auf die Sendung der SF Reporter verweisen, die meiner Meinung nach einen guten Mix rund ums Täterselbstbild, „Fairness“ und sogar meine „Verbannungsfantasien“ bietet und deren besondere Qualität meines Empfindens nach ist, dass ich zu verspüren glaube, dass die Filmemacher usprünglich mit der gegenteiligen Haltung angetreten sind, als jener, zu welcher der Dokfilm am Schluss nötigt: 


Sonntag, 1. September 2013

Today is only yesterday's tomorrow


Eine Antwort an Gabi



Du sagst am 1. September 2013 09:50:

„Aber die Schlussstrich-Mentalität, während ein Grossteil jener Menschen, die vertrieben und enteignet worden sind, noch leben, find ich schon sehr zynisch.“





Option KEIN Schlussstrich!



Heisst: Wir bekämpfen einander und wir bekriegen einander, so lange wir leben, und unsere Kinder und Kindeskinder noch leben, wenn wir und/oder sie denn nicht längst im Krieg als Opfer, bestenfalls als Märtyrer verreckt sind.

Wir bekämpfen einander, bis es uns oder euch nicht mehr gibt!

Heiliger Krieg!





Option Schlussstrich!



Die Einen sagen: Hey, wir haben da Scheisse gebaut.

Die Anderen sagen: Hey, wir haben da glaub auch Scheisse gebaut.

Und ALLE fragen sich:

Hey, WIE kommen wir denn aus dieser Scheisse wieder raus?

Manchmal genügts sogar, wenn bloss Einer erkennt, dass er Scheisse gebaut hat,

(wenn er denn auch der einzige war, wo Scheisse gebaut hat!)

Wenn denn der andere sowas wie ne Entschuldigung oder so akzeptiert.





Oh, ja, ich kenn das leider nur allzugut!



Weißt du, Gabi, wie gerne ich einen Schlussstrich ziehen möchte, unter, oder besser: über das wo damals gewesen ist?

Wenn ich’s denn bloss könnte!







Uriah Heep – Cyrcle of Hands






Johnny Cash – The lady came from Baltimore




Johnny Cash +  June Carter -  If I were a carpenter




Und für Kenner und Liebhaberinnen dasselbe namal,

und das mal hammerhart:



Chicken Shack - If I were a carpenter





Ok, wohl nicht die allgemeine Lösung,

aber immerhin ein Versuch:



Forget your lonelyness

forget your sorrow!

I gave ye my yesterday,
gimme your tomorrow!