Montag, 22. September 2014

Ein Wort zum Sonntag

Nenei, ich will nicht religiös werden.

Aber politisch!

Weil wir, das Vouch, dürfen ja am Sonntag wieder unsere Zukunft bestimmen, wie's nämlich in unserem schönen Schwiizerländli weitergehen soll.

Ist eine gebratene Bratwurst MEHRWERT als eine rohe?
 
Also und irgendwie meine ich, dass DAS ja ein Paradebeispiel sein könnte für den Sinn einer MEHR-WERT-Steuer, weil eine gebratene Bratwurst, wo ich im Take-away kaufe ist bestimmt MEHR WERT als eine rohe, wo ich M kaufe und danach erst noch kochen oder braten muss!
Ebenso wie ein Essen einen gewissen MEHR-WERT aufweisst, wenn's mir denn fertig auf einem schön gedeckten Tisch serviert wird, als wenn ich mir eine Büchse Ravioli reinziehe, kalt, natürli!
In diesem Sinne würde ich die Initiative ja annehmen, wenn sie nämlich fordern täte, dass auch die "Take-aways" mit 8% besteuert würden!


Mietzinserhöhung? - Ist mir doch egal!

Weil als Hartz-IV-Bezüger interessieren mich solche Details nun wirklich nicht.
Interessanter scheint mir dagegen, dass die Gegner der Vorlage mit einer Mietzinserhöhung drohen.
Und DAS kann ich jetzt wirklich nicht vestehen

Ich habe mich deshalb gescheit machen wollen, und zwar hier:

http://www.politnetz.ch/abstimmungen/2014-09-28/1000/preisguenstiger-wohnraum

---------------------------------------------------

Informationen zur Abstimmung


Planungs- und Baugesetz (Änderung vom 28. Oktober 2013; Festlegung Mindestanteil preisgünstiger Wohnraum) (ABl 2014-01-10). Gegenvorschlag zur inzwischen zurückgezogenen Volksinitiative «Für mehr bezahlbaren Wohnraum».
Die Ge­mein­den sol­len künf­tig die Mög­lich­keit ha­ben, mit pla­nungs­recht­li­chen In­stru­men­ten den An­teil an preisgünstigem Wohn­raum zu stei­gern (§ 49b PBG). Zudem werden die höchstzulässigen Mietzinse in den Grundzügen geregelt und die Kompetenz zur Regelung der angemessenen Belegung der Wohnräume auf die Gemeinden übertragen. Gegen diese Änderung des Planungs- und Baugesetzes wurde das Kantonsratsreferendum ergriffen.

Und der Jasager sagt:
Ja: «Für ein Instrument, dass die Förderung des preisgünstigen Wohnraums stärkt, den Gemeinde­n ihre Autonomie jedoch bläst.»  

Und der NEIN-Sager sagt:
Nein: «Regelungen von Mietzinsen und weitere Vorschriften? Nicht sehr liberal! Deshalb NEIN.» 

------------------------------------------------------

fufi meint:

Die Gemeinden sollen die MÖGLICHKEIT erhalten!
Und die höchstzulässigen Mietzinse werden in den Grundzügen geregelt.

Also irgendwie verstehe ich wirklich nicht, dass deswegen die Mieten steigen sollten.
Es sei denn, die Vermieter wollen die Mieten dort erhöhen, wo sie noch dürfen, damit sie ihren Gewinn auch weiterhin erpressen können?
  

Sonntag, 21. September 2014

Depression - zum 3tten


Hier der dritte Teil von Tigris Essay zum Thema.
Die Symbolbilder hat fufi eingefügt.
-----------------------------------

Die folgenden Abschnitte sind stark biographisch geprägt und mögen unnötig selbstbespiegelnd wirken, aber sie zeigen mich in einem gewissen Detail und sie können als Illustration dienen für das, was folgt. Das Überspringen der nächsten paar Abschnitte ist ohne Verlust möglich (und jeder von Euch, der irgendwann findet, das sei jetzt doch zuviel der Information, soll skippen bitte, ich will niemandem zu nahe treten).

-----------------------------------------

Soo, hier etwas von innen, highly subjektiv natürlich und ohne jeglichen Allgemeingültikeitsanspruch.


Als 25-Jähriger war ich überaus leistungsfähig. Mein Erststudium war sehr anspruchsvoll und aufwendig gewesen, es wurde und wird heute noch als "schwierig" erachtet. Ich hatte zwar, wie die meisten meiner erfolgreichen Mitstudenten, eine einigermassen schlanke Art und Weise der Erledigung der Arbeit entwickelt, aber unter dem Strich war ich sehr fleissig. Ich erledigte das Studium auch in der Mindeststudienzeit, nur leicht verlängert durch ein Semester, das ich rein aus finanziellen Gründen einschieben musste.
Hauptgebäude der ETH Zürich


Die Erfahrung der Arbeitswelt danach war für mich von der Komplexität her ein absoluter "Downgrade", meine Aufgaben in der Wirtschaft erwiesen sich als konsistent viel leichter als jene an der Hochschule. Meine Chefs waren in den meisten Fällen keine intellektuellen Riesen. Sie hatten ihre Stellung (von Ausnahmen abgesehen) gewissen nützlichen Persönlichkeitsmerkmalen (vor allem der Demonstration von Coolness und der ausgeprägten Fähigkeit, die Relevanz von Fakten zu beurteilen und sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren sowie die weniger zentralen Gegebenheiten vollkommen aussen vor zu lassen) zu verdanken und nicht ihrem Fachwissen und -können. Dies war eine Enttäuschung.
Gebäude der UBS in New York


Eine prägende Enttäuschung, die meine Hochachtung vor der Wirtschaft stark beschädigt hat (ja, und noch mit 25 Jahren war ich bereit gewesen, die Wirtschaft zu achten).

Mit knapp 45 Jahren startete ich ein Zweitstudium, und meine Persönlichkeit hatte sich gewandelt. Ich merkte, wie ich deutlich weniger leistungsfähig war. Insbesondere bei intellektuell schwierigen Arbeiten kam ich relativ rasch an Grenzen, wo ich meine Leistungsfähigkeit verlor. Ich spreche nicht von Phantasie, vom Zugang zu Erfahrungen und zu Wissen. Diese Sachen funktionierten nach wie vor blendend. Ich spreche vom Durchhaltewillen, neue Themen anzugehen und durchzuziehen. Es funktionierte aber nicht einfach nicht. Nein, es brauchte einfach deutlich mehr Energieeinsatz als früher und mitunter ein bisschen Hilfe meiner Freunde (isn't it, Ringo?), und ich konnte ihnen manchmal auch etwas zurückgeben. Gegen Ende einer mehrwöchigen Konzentrationsphase war ich dann manchmal zwar noch fieberhaft am Arbeiten, aber für Dinge, die ich sonst in zwanzig Minuten erledigt hatte, brauchte ich plötzlich eine Stunde und mit der Zeit sogar diverse Stunden - und die Resultate waren dennoch oft unbefriedigend.
Verzweiflung


Diese Veränderung machte mir und macht mir heute noch sehr zu schaffen, sie liess mich diverse Male schon an mir zweifeln. Ich bin sozial kein Ekel und habe, wie erwähnt, mehrere gute Freunde unter den Mitstudenten, welche es mir ermöglichen, im Studium Schritt zu halten, auch, wenn es mir schlecht geht. Allerdings ist es ja mein Studium, und ich habe den Grossteil der Arbeit selbst zu erledigen, was natürlich normal und erwünscht ist.

Je näher ich war am Ende meiner Leistungsfähigkeit desto stärker lief ich gewissermassen auf Autopilot. Ich war irgendwie als Zombie unterwegs, und das war für mich recht beschämend (obschon ich überhaupt keine schamhafte Person bin). Dieser Zustand führte dazu, dass sich mein Studium zeitweise verschluckte und dass ich eine Pause einlegen musste. Ich bin im Moment nicht in der Lage, zu beschreiben, ob ich fähig bin, das Studium wirklich zu beenden. Wahrscheinlich, denke ich heute, geht das. Aber sicher geht es nicht in der minimalen Studienzeit.

Ich weiss, dass ich in den späten Achtzigern wohl einer der allerbesten Studenten gewesen wäre. Ich sage dies ohne Eigenlob (was sicher klar ist, da es mich ja heute nicht mehr beschreibt). Ich war damals, Motivation vorausgesetzt, sehr leistungsfähig und erledigte auch grosse, schwierige Arbeitslasten in kurzer Zeit. Ich war schon damals kein Marathonarbeiter, fünfzehn Stunden am Stück arbeitete ich damals kaum je (ich erinnere mich an genau ein solches Vorkommnis, allerdings verdiente ich damals, parallel zum letzten Semester des Informatikstudiums, in einem Tag und einer Nacht mit einer Übersetzung vom Italienischen ins Deutsche genug Geld, um mich mehrere Monate durchzuschlagen, was für mich genug Motivation bot, so einen Spezialeffort einzuschalten). Ich war eher der Sprinter, der bei einem Sprint so viel schaffte wie andere in einem Marathon - der ja eben nicht meins gewesen wäre. An meiner damaligen Stelle schrieb ich grosse Programme in kurzer Zeit, einmal innert vier Monaten eines mit rund 40000 Zeilen C. Das sind rund 500 Zeilen am Tag, also locker das zehnfache eines Programmierers sonst.


Ich bekam danach auch psychosomatische Probleme vom Stress, meine Sicht begann plötzlich sehr schlecht zu werden, mich plagte ein jähes und gleichzeitig zähes und schweres Nasenbluten. Meine Vedauung funktionierte im Sommer 1997 plötzlich nicht mehr und ich war mehrere Tage vollständig ans Bett gefesselt.

Meine Umgebung soll das nicht gross beeindrucken, das will und brauche ich nicht. Es gibt die Leute, denen fremde Anerkennung wichtig ist, mir ist sie es nur in geringem Ausmass. Ich will nicht verachtet werden, das mag ich gar nicht. Ich möchte, dass mich die Leute mögen, wegen der Person, die ich bin, weil ich jemand bin, den sie mögen können, weil er ehrlich ist und anständig, lustig und nachdenklich, ein Loner und ein geselliger Mensch. Grosszügig vor allem und beinahe unendlich tolerant. Aber vor allem bin ich wohl mittlerweile ein Depressiver geworden, geprägt durch mehrere hässliche Ereignisse in meinem Leben. Ja, ich weiss, im Vergleich zu einem christlichen Flüchtling im Irak, zu einem Juden in Warschau 1939 oder einem schwarzen Strassenkehrer in Pretoria 1965 geht es mir sehr gut und ich habe keinen Anlass zur Depression. Und wenn ich mich vergleiche mit dem Innerschweizer Mädchen, das ich kenne, das als Kind in den Siebzigern an Männer zur Benutzung vermietet wurde - und wo die Täter, wohl zu einem rechten Teil angesehene und konstituierende Bewohner der Innerschweizer Stände, immer noch fröhlich auf den Strassen herumlaufen, während das Mädchen sich versucht hat, umzubringen...
Diese drei Mädchen haben offensichtlich viel Spass am «Priis-Chlefele» 2012.


Dass die Depression nicht aufgrund eines Anlasses auftritt ist wichtig, festzuhalten. Eine Depression kommt, und sie kommt ziemlich eindeutig, und es gibt keine Möglichkeit, sie zu relativieren. Es ist nicht die Frage, ob man eine Stimmungsschwankung als Depression etikettiert oder nicht - eine Depression ist eine definierende Stimmungsschwankung, DIE Stimmungsschwankung. Derart definierend, dass sie in der sie besitzenden Person manchmal das einzige verbleibende Persönlichkeitsmerkmal ist. Und dann kommen die guten Tipps, man solle sich doch zusammenreissen. Zusammenreissen. Das braucht natürlich viel Kraft, und solche hat ein Depressiver definitiv nicht. Ja, und manchmal kann man den Zusammenbruch hinauszögern durchs Zusammenreissen. Und wenn er dann kommt, kommt er umso stärker.

Keeping a stiff upper lip can be deadly.


Dienstag, 9. September 2014

de fufi isch go shöppele


So recht und echt virtuell zwar, aber dennoch mit realer Wirkung auf sein Konto.


Abt. Ehre seinem Andenken

Es muss ja nicht der Ferdinand sein, wo gestorben ist, es soll auch noch andere geben, die uns in Richtung Nirvana verlassen haben.
Und an die wollen wir uns denn schon noch längsten bestens erinnern?



















"Rücken Sie sein Andenken ins richtige Licht! Sie möchten so gerne ein Foto Ihres Liebsten oder Ihrer Liebsten auf dem Grab aufstellen? Eine sehr schöne Möglichkeit bietet der Solar-Gedenkengel! Wird sein Solarmodul bei Tag von der Sonne beschienen, so werden das Foto und die Engelsflügel bei Nacht beleuchtet. Solar-Gedenkengel – weil ohne Foto die Erinnerung viel zu schnell verblasst. Wetterfeste Ausführung."


Umweltverträglich dank Solarstrom!


Abt. Sintflut? – Kein Problem!


Trockenen Fusses durch die Sintflut?
Kein Problem! Dank dem Schuhtrockner der Landi!

















"Ob durch Schwitzen, Regen oder Schnee, die ideale Lösung bei feuchten Stiefeln und Schuhen. Das Gerät trocknet Feuchtigkeit rasch und effizient mit kräftigem Warmluftlüfter. Mit dem stufenlosen einstellbaren Timer kann die Laufzeit programmiert werden. Das Gebläse kann auf zwei Leistungsstärken eingestellt werden. Der Schuhtrockner kann entweder am Boden aufgestellt oder an der Wand befestigt werden, ist geräuscharm und verbraucht wenig Strom."


Und so umweltfreundlichen WasserkraftStrom gibt’s eh genug, bei der Sintflut.



Abt. Blau machen war gestern
 
Heute sind wir krank. Wirklich krank, meine ich, weil DA drin findet sich denn schon für jeden Tag ein neuer Grund um krank zu sein.











"Der Pschyrembel: die Informationsquelle der Medizin - aktuell, einzigartig, umfassend - jetzt in der 266. Auflage. Das Klinische Wörterbuch ist das Standard-Nachschlagewerk für aktuelles, gesichertes, medizinisches Fachwissen. Auch in der 266. Auflage ist und bleibt der Pschyrembel die bewährte Quelle von Fachwissen, die aus der täglichen Arbeit von Ärzten, Studenten und medizinischen Fachkräften schon lange nicht mehr wegzudenken ist."


Gedruckt auf Papier von hypochondrischen Bäumen wo eh gestorben wären!


Abt. Atomkrieg? – Kein Problem!


Weil jetzt versorgen wir uns selbst!
Migros hin, Coop her!

Der Selbstversorger-Garten


"Immer mehr Menschen möchten wissen, wo herkommt, was auf ihrem Teller landet. Nicht zuletzt die sich häufenden Lebensmittelskandale verstärken dieses Bedürfnis nach Verlässlichkeit. Dabei ist die Entscheidung zur Selbsterzeugung von Nahrungsmitteln nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern die eines gesundheitsbewussten Lebensstils. Der Obst- und Gemüseanbau im eigenen Garten wird zunehmend zum Königsweg für all jene, die das Landleben schätzen und eine Alternative zu den fraglichen Produkten der Lebensmittelindustrie suchen. "Der Selbstversorger-Garten" (BLV Buchverlag) stellt das komplette Grundlagenwissen zum Anlegen und Bewirtschaften eines Nutzgartens zusammen.Grossformatige, authentische Fotografien duften nach frischer Erde und dem vollmundigen Aroma saftiger Beeren. In Hintergrund-Reportagen werden Menschen vorgestellt, die sich mit wichtigen Pflanzen eines Nutzgartens beschäftigen - etwa ein Kartoffelspezialist oder ein Experte für alte Obstsorten. Diese Porträts und die hochwertige Optik des Buches vermitteln die Lebenswelt des Selbstversorgers und wecken die Leidenschaft für das Leben mit der Natur. So ist "Der Selbstversorger-Garten" mehr als ein Grundlagenbuch für Menschen, die praktische Ratschläge und Informationen suchen. Das Buch transportiert auf ästhetisch anspruchsvolle Weise eine moderne Lebensphilosophie des ökologischen Bewusstseins."

http://www.jokers.ch/3/16582799-1/buch/der-selbstversorger-garten.html


Ich liebe grüne Erbsenschoten auf gebratenen Spanischen Wegschnecken!



 Abt. Klotzen beim Glotzen

Am letzten Freitag ist unser DVD-Recorder gestorben (ehrlich!). Und der hat eine noch inliegende Scheibe mit sich in den Hades nehmen wollen. Hab ihm dann den halbverwesten Leib mit einem Schraubenzieher aufgeschlitzt.

Aber darum geht’s ja eigentlich nicht, sondern:

Ich hab einen Neuen suchen müssen, bezwecks intendierten Kaufes, und hab unter anderem dieses Gerät gefunden:









Und dann ging's mal so richtig los, nämlich so:


"Der BCT940 ist ein High-End-Modell mit Triple HD Tuner und 2 TB HDD zusätzlich zu 4K Bildqualitätstechnologien.TV Anywhere, Keyword Recording und Multiroom TV. Streaming Plus wurden zudem neu ergänzt und bieten eine erheblich verbesserte Leistung.

- Alles in einem: Set-Top-Box, Festplattenrecorder mit 2 TB Festplatte und Blu-ray Recorder / Player mit 4K Upscaling
- Triple HD Tuner: Empfang und Aufnahme von 3 HD Programmen gleichzeitig, Archivierung auf Festplatte, Blu-ray und DVD
- TV Anywhere: Per Mobilgerät von zuhause oder unterwegs Live-TV oder Aufnahmen anschauen oder Aufnahmen programmieren
- Keyword Recording: Sendungen komfortabel nach Stichworteingabe programmieren
- WLAN integriert: Für Live-TV-Streaming sowie Vernetzung mit Internet Apps, HbbTV, DLNA u. v. m.
- 2 CI+ Slots: Empfang von digitalen Programmangeboten in HD Qualität

Verbinden Sie sich zu jeder Zeit und überall mit den von Ihnen bevorzugten Inhalten
Es gibt viele Wege die Freunden digitaler Inhalte zu geniessen ganz für sich, mit der Familie oder mit Freunden. Um dieses vielfältige Audio- und Videovergnügen sowohl einfacher als auch bequemer zu gestalten, wurden die drei Hauptfunktionen des neuen Blu-ray DiscTM-Rekorders, die Aufnahme-, Wiedergabe- und Speicherfunktion erweitet.
Erermöglicht Ihnen eine Anpassung des Wiedergabeerlebnisses an Ihren Liferstyle, jederzeit und überall.

4K-AUFLÖSUNG - 4K JPEG-WIEDERGABE - VOREINSTELLUNGEN FÜR BILDTYPEN 
HIGH CLARITY SOUND PREMIUM - DIGITALER RÖHRENKLANG DURCH SCHLÜSSELWORT GESTEUERTE AUFNAHME SERICE ZUR FERNAUFZEICHNUNG - DREIFACH HD-EMPFÄNGER 
TV ANYWHERE -  MULTIROOM TV-STREAMING -  MIRACAST"



Also wer mir das übersetzen kann kriegt ein Cüpli gratis.
  

Abt. Vorsicht im Netz!


Und ich hab ja gelernt, dass ich mich im WWW vorsichtig verhalten muss, wegen all den Kriminellen, wo sich da scheint’s so tummeln, und nicht allzuviel von mir preisgeben soll.

Hab mir deshalb vor dem Einkaufen noch das da gekauft:
(Nicht schlecht, der, gälled?)
  
















"Gesichtsstrumpf in Tarnfarben. Die Augenpartie kann einfach ausgeschnitten werden. Der Tarnstrumpf ist mit kaltem Wasser auswaschbar und schnelltrocknend."



Tja, war ehrlich gesagt keine wirklich gute Idee!




Abt. Meditation statt Konsumrausch



Und ja doch, nach dieser transzendentalen Erfahrung im WWW hab ich mich doch noch auf die echten Werte besinnt und auf www.heiligenlexikon.de mich mit dem Tagesheiligen unterhalten wollen.
Und dann DAS:
Da wird einem das Heiligsein ja nicht einfach gemacht!

Samstag, 6. September 2014

Depression II

Dies ist der zweite Teil von Tigris Beitrag zum Thema Depression
-----------------------------------------------------------------


"An manchen besonders dunklen Tagen konnte ich nicht einmal aus dem Bett aufstehen. Kleine Probleme wurden plötzlich unlösbar, und so hab ich mich einfach vor der Normalität versteckt. Es erschien damals einfacher, sich aus dem Leben wegzuducken. Es war eine sehr dunkle und schlimme Zeit."
Sheryl Crow



Zugänge
--------------------------------------------------------

Grob kann man die Reaktionen einteilen in:
a) "Depression" gibt es gar nicht. "Depressive" sind selbstbemitleidende Scheinkranke.
b) Depressive sind arme Kranke. Eine Depression ist so was wie eine Totalinvalidität.
c) Eine Depression ist etwas Seltsames und praktisch nicht Fassbares.
d) Depressive haben in diversen Bereichen Begrenzungen, die so genannt nicht-Depressive nicht haben.
Es existieren natürlich Fälle, wo Leute in unterschiedlichen Situationen und bei unterschiedlichen Betroffenen unterschiedliche Reaktionen zeigen. Das hängt natürlich stark davon ab, wie ein Depressiver wirkt, ob er offenkundig stark betroffen ist oder ob sein Leiden eher oberflächlich ist. Ebenso unterscheiden sich Depressive ja stark in ihrem Wesen (wie es auch nicht Depressive natürlich tun). Über gewisse Verhaltensweisen, welche Depressive tendenziell teilen, weiter unten.

La depression n'existe pas

Alle dieser Zugänge sind nicht unproblematisch, der letzte davon ist der nützlichste. Der erste Zugang ist derjenige, welche in der politischen Rechten bei Leuten, denen eigene Anschauung fehlt, wohl vorherrscht. Diese Leute wissen nicht, wie sie über die Depression anders nachdenken können als mit Abwehr. Sie behaupten nicht immer und ausschliesslich, die Depression existiere nicht, aber doch meistens, und immer, wenn der Adressat ihrer Äusserungen die Öffentlichkeit ist (die von mir so genannte Arena-Radikalisierung, nach der Fernseh-Diskussionssendung). Das beim Auftreten sofort erfolgte Outing der SVP-Exponentin Natalie Rickli als Depressionskranke (sie hatte ein Burnout, welches ja nichts anderes ist als eine Depression [oder unter Umständen eine Vorstufe davon] mit bestimmten Eigenheiten) hat hier mit Sicherheit viel bewirkt. Das SVP-Mitglied hat gesehen, dass auch eine anscheinend unbesiegbare SVP-Hardlinerin eine Depression bekommen kann und dass sie die Heilung nicht grundlegend zu einer anderen Person macht. Rickli ist immer noch SVPlerin. Ihre Affinität zu linken Positionen ist sehr klein. Ich finde das zwar einerseits etwas schade, weil ich Rickli als sympathisch erachte, bin aber sehr froh um ihre eindeutig rechte Positionierung, weil es der Wahrnehmung der Depression in der sich als rechts einstufenden Bevölkerung hilft. Natalie Rickli hat hier mit Sicherheit viel bewirkt.

Les déprimés sont des pauvres malades

Der Zugang zu Depressiven als "arme Kranke" ist natürlich sehr unergiebig und zum Glück auf dem Rückzug. Er ist auch völlig falsch. Ein Depressiver ist ja wirklich jeden Tag anders "drauf". Er hat Tage, wo es ihm gut geht, wo er ein "nützliches" Mitglied der Gesellschaft sein kann. Dann gibt es Tage, wo er sich nicht wirklich mit Freude weiterbewegen kann, und es gibt, vielleicht, Tage, die er im Bett verbringt, weil er es einfach nicht fertig bringt, aufzustehen. Da tut ihm aber nicht etwa gut, er versucht einfach, so lange es geht, zu schlafen bis endlich wieder offizielle Schlafenszeit ist, wo er grad wieder einschläft, diesmal mit gesellschaftlicher Akzeptanz. Solche Tage hatte ich in den letzten Jahren diverse, ehrlich gesagt, und es waren Tage, wo ich problemlos 18 Stunden schlafen konnte (unterbrochen mit einigen Pausen für die notwendigen Körperfunktionen wie eine minimale Kalorienaufnahme und fürs Katzenfüttern natürlich). Ohne mich danach sonderlich erfrischt zu fühlen nota bene. Jeder Depressive hat andere Auslöser für diese Zustände, andere Dauern, andere Merkmale. Den "Depressiven" gibt es nicht, in dem Sinne, wie es den Beinbruchpatienten oder auch den Grippekranken gibt. Allerdings ist die Einstufung der Depression als Krankheit sicher richtig. Diese Einschätzung wird in der Medizinerschaft und auch bei der Invalidenversicherung heutzutage geteilt.
Ein wichtiges Merkmal dieser Art, die Depression zu betrachten ist es, dass sie nicht wirklich Ernst genommen wird. Wer so über sie spricht, erachtet sie nicht als einen zentralen Teil der Gesellschaft, als einen Wesenszug, den viele Leute heutzutage teilen. Denn die Depression ist ja in Wahrheit recht verbreitet, etwas mehr als halb so verbreitet wie die Alkoholsucht etwa (dies geht den Statistiken des BFS hervor).

Depression is a strange animal, a very strange one

Der dritte Zugang ist hingegen sehr verbreitet, auch unter Depressiven selbst. Viele Depressive verstehen sich selbst schlecht, sie sind ihren Stimmungsschwankungen recht hilflos ausgeliefert. Sie sind sich ihrer aber meist bewusst und versuchen, oft unter grosser Anstrengung (wann und wo eine solche vonnöten ist und wann nicht ist sehr unterschiedlich, auch bei den Patienten selbst), diese so unmerklich zu gestalten wie möglich. Andere Reaktionsmuster beinhalten den sozialen Rückzug, die Ausbildung von Aggressionen (auch gegen sich selbst) oder einer weitgehenden Apathie. In der Tat scheint einer Depression nicht leicht zu begegnen zu sein, und sie kann sich ja sehr unterschiedlich äussern. Sie ist ausserdem eingebettet in Verhaltensweisen, die im Alltag sehr normal sind. Oft äussern sich Symptome einer Depression erst, wenn ein Mensch stark zeitlich oder emotional belastet ist. Unter grossem Stress etwa äussert sich plötzlich eine grosse Niedergeschlagenheit, die sonst nicht anwesend ist. Auch kommt bei sehr freudigen Erlebnissen keine Begeisterung mehr auf. Mir wurde einmal im Zusammenhang mit einer Ausnahmesituation attestiert, ich sei manchmal "schräg", und das fand ich eine gute Charakterisierung. "Schräg" zu sein ist ja nicht katastrophal sondern es macht einen einfach etwas speziell. Vielleicht ZU speziell für gewisse Leute, für mich ist das etwas speziell Sein überhaupt kein Problem, was eine gute Sache ist. Es gehört zu meiner Persönlichkeit, die ich nicht als prinzipiell problematisch empfinde. Aber genau das unterstreicht die Charakterisierung der Depression als "schwer fassbar", denn gerade der stete Wechsel der Symptome und ihre nicht-eindeutige Beschreibung kennzeichnet die Depression meistens.

Krankheit

Als am nützlichsten erachte ich die Beschreibung der Depression als Krankheit, welche das Funktionieren des Menschen zeitweise in einzelnen Gebieten einschränkt im Vergleich zu nicht Depressiven. Hier können sehr viele Gebiete und Verhaltensweisen aufgeführt werden. Ich möchte hier den Umgang mit einer hohen Arbeitslast und meine persönlichen Erlebnisse erwähnen, denn damit kann ich mich beschreiben. Ich beanspruche hier keine allgemeine Gültigkeit, aber die Erlebnisse können durchaus als in gewisser Weise beispielhaft gelten. See you next time, dann geht es so weiter.