Freitag, 27. Februar 2015

Sie wollten ein Kind!

Ich weiss nicht recht:
Haben mich Katharina und Mila jetzt dazu provoziert?
Haben mich Katharina und Mila jetzt dazu ermuntert?
Haben Katharina und Mila überhaupt was mit diesem Post zu tun?

Jedenfalls ist es so, dass ich das Folgende eigentlich schon längst mal gern geschrieben hätte.

Einfach so.
Damit ich's mal hab von mir geben dürfen!
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Sie wollten ein Kind!

Und sie wollten UNBEDINGT ein Kind, und haben deshalb damals, im 1957 alle für sie bezahlbaren medizinischen Hilfen in Anspruch genommen, um ein Kind zu kriegen.
Aber sie wollten NICHT DAS, was sie kriegten, weil:

Aber sie wollten nicht MICH!

Also, aber eigentlich hätten sie mich denn ja schon geduldet, wenn ich denn wenigstens IHRE versauten Lebensträume verwirklichen hätte täten würden. Oder so.

Jedenfalls hat s’Müetti schon in meinem frühesten Kindesalter meine Manneskraft getestet: jedesmal beim Bädelen hat sie mein Schwänzli bearbeitet, ob’s denn stehen möchte, und ob ich denn mal so ein richtiges Mannsbild werden würde.
Das hat sie so rund 20 Jahre danach einer jungen Frau erzählt, von der s’Müetti nicht wusste, dass DIESE Frau denn später MEINE Frau werden würde.
Und als sie es denn wusste fragte s’Müetti meine Frau, ob ich denn gut sei, im Bett!















Nun ja, wer würde es ihr denn verdenken, wo sie mich denn schon abgelehnt hat, als ich da noch in ihrem Leib heranwuchs, denn da wurde es ihr nämlich erst so richtig klar, dass ICH der Grund sein würde, wo alle ihre Träume vom Leben der Reichen und vom dazuzugehören und jedenfalls: fufi vernichtete ihre Träume und wurde zu Müettis Abschaum!

Weil das war nämlich so: S’Müetti hat nach der Sekundarschule Anwaltssekretärin gelernt. Und es wäre ja sowas von gerne Anwaltsfrau geworden. Und ist darum ja auch mit dem Einen und dem Anderen und dem Dritten auch noch ins Bett gestiegen. Aber irgendwie hat sie die erforderlichen Qualitäten einer Anwalzfrau eben doch nicht mitbringen können.
Und da hat sie dann eben meinen Vater genommen.
Und der war ja noch so froh, überhaupt was kriegen zu können. OHNE Qualitätskontrolle!

Aber immerhin, SIE war ja so was von schaurig intellektuell und kulturell, weil sie nämlich in der Sekundarschule Schillers Glocke und Goethes Zauberlehrling auswendig gelernt hat. Und sie wusste, dass Beethoven und Mozart das Beste vom Besten sind. (Originalzitat ca. 1980: Gnüss es, es isch Beethoven!)

fufi meint: Was würde sie sagen, wenn sie wüsste, wie ich Hindemith schätze, Mahler, oder Berlioz? Aktuell läuft Liszt’s Klaviertranskription von Beethovens 6ter, gespielt von Glenn Gould. EINE OHRENWEIDE!
Ach ja, und ich hab s’Müetti NIE, aber grad GAR NIE Beethoven oder Mozart hören gehört. Es schwärmte nämli für Freddy Quinn, und literaturistisch gilt dasselbe!
Aber sie war ja so schaurig gescheit und ebendrum SO gut im Kreuzworträtseln!

Aber äxgüsi, ich bin abgeschweift.
Zunächst wurde ich ja erzogen.

Der Vatti tat das nach dem Motto: Was ihn nicht umbringt macht ihn stark.
Weil er nämlich NICHT wollte, dass ICH eine derartige Memme werden würde, wie er es zeitlebens war.
Da war s’Müetti ja irgendwie noch liebevoller, weil es sagt: Aber gäll fufi, SOWAS wirst du denn niemals mehr machen, weil du ja auch möchtest, dass dein Müetti dich liebhaben kann.

Was fufi allerdings nicht beeinflussen konnte war das Datum seiner Geburt.
S’Müetti hat ihn nämlich oft geschumpfen, dass er 3 Wochen zu früh sich ARSCH voran aus der mütterlichen Hölle hat befreien wollen. Ansonsten wäre er nämlich im Sternzeichen „Jungfrau“ geboren. Und wäre darum VIEL einfacher zu händeln gewesen, als wie als Löwe.
Hat s’Müetti gesagt, ihrem Kind, und immer wieder, wenn sie so ob fufi hat leiden müssen!

Aber immerhin hat fufi denn, er war so ungefähr 6 Jahre alt, innert erinnerten 2 Wochen LESEN gelernt. Weil s’Müetti ihn das nämlich gelernt hat, weil sie nämlich keine Zeit mehr hatte für fufi, sondern sich vollzeitlichstens IHREM SOHN widmen musste, wo sie unterdessen auch aus ihrem Bauch rausgepresst hatte. ARSCH voran!
Aber den sie denn NIE und NIMMER hätte dafür schimpfen mögen, dass der arme Kleine das Licht der Welt auch retrospektiv erblickt hat. Denn daran sei nämlich fufi schuld, sagte sie, weil nämlich schon fufi ... . Und das arme kleine Kerlchen könne denn schon grad gar nichts dafür. Und DAS sagte SIE mir, SEINE Mutter!

Aber wer könnte IHR das verübeln, jetzt, wo sie doch endlich einen richtigen Sohn hatte!
Den sie von ganzem Herzen und ganzem Bauch so richtig lieben konnte. Und das hat auch der Vatti genauso gefühlt und geliebt!

Und der SOHN meiner Eltern, der hatte denn auch ihre ganze unterstützende Liebe.
Zum Beispiel als er mal was zu Weihnachten kriegte, was er denn aber schon grad gar nicht hat kriegen wollen. Da hat er denn halt erst am 27.12. DAS gekriegt, wo er hat kriegen wollen. Und fufi hat zum später Geburtstag DAS gekriegt, wo der SOHN meiner Eltern zu Weihnachten NICHT hat kriegen wollen.
Und als der SOHN meiner Eltern fufi mit Dart-Pfeilen bewarf – der eine traf nicht, der zweite verhedderte sich im T-Shirt und der dritte verfehlte das Skrotum um ca. 1 cm und bohrte sich in fufis Oberschenkel, nun ja, da war selbstverständlichstens fufi schuld daran, weil er den lieben SOHN seiner Eltern scheints, so sagte jedenfalls dieser, jedenfalls höchstbösartigerweise wütend gemacht hat haben soll. Böser, böser fufi!

Ok, zwar machte auch fufi seinen Eltern Freude, in der Schule zum Beispiel, aber eben halt doch nicht so richtig, weil er in Turnen, Schreiben und Zeichnen halt keine 6er nach Hause brachte. Und manchmal nach einem 6er in Rechnen oder so halt auch bloss einen 5 ½.
DA musste er sich denn aber schon etwas mehr Mühe geben, gefälligst, meinte der Vatti wo jeweils das Zeugnis unterschrieb, denn WIE könnten wir dich sonst noch gerne haben?
Wer möchte sich denn darob wundern, dass s’Müetti nach fufis erster Klavierstunde ihn ermahnte: „Dass du mir aber NIEMALS Klavierjazz spielen wirst!“
Oh no, SHE didn’t know the boogie!

Nun denn, nachdem fufi die Gymi-Prüfung bestanden hatte meinten die Eltern unisono:
DU gehörst jetzt zur geistigen Elite.
WIR können dir jetzt nicht mehr helfen.
Was sie denn auch nicht taten. Oder eben gerade doch?
Bloss die Ansprüche blieben dieselben!

Da wird sich ja auch niemand wundern wollen, wenn Vattis Kommentar zu fufis bestandener Matur lautete:
Wenn du dir jetzt noch die Haare schneidest, kann man dich vielleicht wieder gern haben!

Nun ja, irgendwie hat Vatti ja schon recht gehabt als er – und damit schliesst sich der Teufelskreis –  fufi war so etwa 23 jährig, also wo ihm der Vatti gesagt hat:
Wenn wir gewusst hätten, dass es DICH gibt, hätten wir DICH NICHT gemacht.

Recht hat er gehabt, der Vatti!
Denn fufi hat ganz, ganz böse Schuld auf sich geladen, weil:
fufi ist schuld dass, beispielsweise (!):
a) fufis Müetti an allerschlimmster Form von Multipler Sklerose als Fleischsack verreckt ist.
b) fufis Bruder an Sarkoidose leidet.
c) fufis Grossvater im Alter von 83 Jahren an Altersleukämie gestorben ist. Das heisst, gerade DARAN ist der Grossätti ja NICHT gestorben. Sondern an was ganz anderem, was fufi zu verantworten hat. HEUTE noch!

Und DAS werden denn schon alle Ueberlebenden bestätigen.
Insbesondere fufis Bruder, jedenfalls was a) und b) betrifft!

Ach ja, und selbstverständlich wurden meine Eltern in ihrem Tun auch noch unterstützt, und dies nicht nur von allen lebenden Grosseltern und dem Götti und der Gotte, sondern auch noch von den Lehrerinnen, denn:
dass fufi in der ersten Klasse regelmässig vor die Türe geschickt wurde, hatte denn grad gar nichts mit seinem Betragen zu tun, sondern damit, dass er seinen „dummen“ Gschpänli das Lesen und das Rechnen beibringen musste. Was fufi denn auch getan hat.
Dennoch hat sich das Fräulein Derungs bei fufis Eltern beklagt, dass man „dieses „Sensibeli“ denn ja eigentlich in Watte einpacken müsste.“ Was natürlich NICHT geschah!
Und als der Herr Bachmann, das war die 6te Klasse, einen Fünfliber versprach – das war viel für einen 6t-klässler in 1970 – für den, der diese schwierige Aufgabe zur Gymiprüfung lösen könne, tja, und nachdem fufi dem Herrn Bachmann vor der ganzen Klasse an der Wandtafel bewiesen hat, dass fufi recht hat und der Herr Bachmann eben nicht, nun denn, da hat der Herr Bachmann dem fufi halt zähneknirschend 2(!) Franken gegeben!

Sorry, bin schon wieder abgeschweift.
Denn immerhin hab ichs ja geschafft, eine erfolgreiche Maturprüfung abzulegen.
Und da hab ich mich ja zunächst für die eine meiner beiden Leidenschaften zum Studium eingeschrieben. Für Physik nämlich, an der ETH ZH, ziemlich schwierig, nöd wahr?

Doch auch Vatti hat die Schwierigkeiten dieses Studiums SEHR ernst genommen, und mir deshalb am Sonntagabend, 20 Uhr, vor dem Montags-Studienbeginn in grösster Anteilnahme geraten: „Jetzt musst du dir ab Morgen ein Plätzli im Bus erkämpfen!“
Und s’Müetti hat dazu verständnisvoll genickt. In ihrem Rollstuhl.

Und DA hat fufi zum ersten mal gemerkt, was Sache war, und ist so ziemlich ausgeflippt.
Was seine Freundin, die halt auch dabei war, denn gar nicht goutieren mochte und meinte:
Aber gäll fufi, SO öppis machsch mer denn nöd nanemal!

Aber es gab ja auch so was wie lustige Szenen:
Zum Beispiel als der Vatti dem Fufi den rechten Aermel hochkrempelte, weil er wissen wollte, ob fufi Haschisch nehme (Ist im Fall echt so geschehen. Und ja: fufi ist bekennender Rechtshänder!)

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SCHNITT!
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Nun denn, das war nämlich nicht das erste mal, dass ich an Anorexie erkrankt bin.
Das erste Mal war nämlich anno domini 1971. Das ging damals von 68 auf 38 Kilo, weiss nicht mehr ob es 4 oder 6 Monate dauerte.
Hat sich dann später irgendwie „ausgewachsen“ (von 13 ½ bis 16 Jahren).

Das zweite  Mal ging’s etwas böser zu, zwar auch bloss von 72 zu 38 Kilo, aber das war 1978, und ich war damals 20, und männlich!, glaub der erste oder einer der ersten diagnostizierten Anorektiker in CH.
Und ich war alleine!
Alles, was sich vorher meine „Freunde“ nannten, liessen mich fallen wie eine heisse Kartoffel. Schon klar, wer will sich denn die Hände an einem Spinner verbrennen, wo einem doch noch das ganze Leben offensteht?
Nun, MIR wurden damals viele, viele Türen zugeknallt.
Zu viele vielleicht?

Wen mag’s wundern, dass ich mein Studium erst mit 25 begonnen habe, und bis zu dessen Abschluss 10 Jahre benötigte? Aber als ich nach 7 Jahren beschloss, NICHT auf die Pfarrer-Prüfung (von wegen dem Druck und die Erwartungen, die da an mich gerichtet würden), sondern auf die akademische Prüfung mich zu konzentrieren, da gings dann so was von ab.
Der Experte in Philosophie – er hat übrigens NIE eine 6 vergeben – entschuldigte sich nach der Prüfung bei mir: Er habe mich nicht etwa plagen wollen, sondern es habe ihn bloss interessiert, WIE tief mein Wissen denn gehe – nun ja: zur 5 ½ jedenfalls schon ...!
Und das Hauptstudium hab ich ja schon fast in Rekordzeit erledigt, mit Endnoten 6 in den Gebieten, wo mich interessierten, 5 – 5 ½ in denen, wo mir nicht so fern lagen. Und 4 in „Altes Testament“, was mich nämlich derart was von nicht interessierte – und das wussten leider auch die Professoren! :grins:

Das Lizentiat schenkte sich fufi dann zum 35ten, mit Bestnote und einer Prämie der Uni ZH für „hervorragende wissenschaftliche Arbeiten.“
















Was ihn allerdings nicht davon abhalten konnte, danach gut 2 Jahre lang arbeitslos zu sein.

Das dritte Mal war’sübrigens  weniger schlimm, indem es sich bloss um etwa 1 ½ Jahre Kalorienzählen und Wochen-Esspläne-aufstellen-und-einhalten-Fase handelte. Und fufine hat mitgemacht! Hat mitmachen müssen?
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A propos fufine:

Sie hatte ihren ersten Mann, als sie 2½-jährig war. Wie muss ihr Vater sie denn geliebt haben, das geile kleine Teilchen!
Das hat übrigens nicht nur unser Liebesleben recht nachhaltig beeinflusst, bis heute, im Phall!!

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Und darum und in diesem Sinne:
hier noch ein kleines, ewiges Grüessli vom Müetti:

What do you think I am? Do you think I'm dreaming?
Don't you know I know what it is you're schemeing?
Who did you think gave you the right,
hidden by the dead of night,
to take the world and turn it upside down,
when it should be round?

It seems I made it just in time
to use my reason and my rhyme
to save us from the evils of your mind.

I will cast the spell, be sure I cast it well.
I will light a fire, kindled with desire.
I'll fill you with fear so you'll know I'm here

and I won't be treated like a fool.
Stop what you're pretending, there'll be no happy ending.
I'm alive and darkness is my tool.

But when the night is over,
and daytime steals your cover,
the goodness of the morning sun
will wear away what you have done
and leave you cold.


I have no need for moonlight.
You're wrong to trust in sunlight.

For I exist, not just in storms,
but in life itself, in so many forms
to leave you cold.

I will leave you now, but you wont defeat me.
You had best beware when you come to meet me.
Love and truth will follow me,

an army of reality,
brought from every corner of the world.

You will never break the spell.
I summon all the fires of hell
and this is my advice for what it's worth:


Let us not begin this fight we cannot win.
Be sure you're watching me.
Cause all through your life,
every day and every night
you should know that I am watching you!

Uriah Heep – The Spell


Und dabei ist das eines meiner Lieblingslieder! – Holy Shit!



Und wenn ich jetzt sagen würde

Ich wolle damit nicht klagen, dann würde mir sofort eine gigantische Pinocchio-Nase wachsen. Und das möchte ich eigentlich nicht und darum sag ich das auch nicht.

Aber eigentlich wollte ich das schon längst mal loswerden hier.

Ich wünsch euch ALLEN was!

Samstag, 21. Februar 2015

Zum Valentinstag

Da hab ich mich doch bedanken wollen,
bei ALLEN wo mir helfen, meine Lounge am Leben zu erhalten.
Bei den Leisen und den Lauten.
Den Frechen und den Scheuen.
Bei DIR!




Sonntag, 15. Februar 2015

Ach du heilige Schrift - part 2 (grins!)



Macht oder Ohnmacht der christlichen Religion?

Der Anspruch des Christentums an seine Umwelt wird sich als ein Ansprechen darauf beschränken müssen, die in den Evangelien dokumentierte Geschichte Jesu zu erzählen und sich zu ihm als dem Christus zu bekennen, doch wird es keinen Einfluss auf die Reaktion seiner Hörer nehmen können. Es wird sprechen können, dürfen und müssen, doch ob es dabei auf Aufmerksamkeit stösst und Gehör finden wird, ob sein Reden also zum Glauben führen wird, das zu erreichen steht nicht in seiner Macht: Ein Wort zu sagen ist das eine, dass dieses aber gehört und darüber hinaus auch noch geglaubt wird ist eine andere Sache, die sich mit keiner Macht der Welt erzwingen lässt.

Ebenso muss sich auch das Fehlen eines spezifisch christlichen Heilsweges und eines ebensolchen codex iuri divini, respektive christiani besonders in einer religiös aufgeladenen Umwelt als Schwachheit des Christentums auswirken: Die ganze Welt schreit nach Heil, und das Christentum hat ihr grundsätzlich nichts weiter zu bieten, als ihr dieses als bereits feststehende Tatsache zu verkündigen. Offensichtlich ist das der religiös suchenden Seele dann doch etwas zu dürftig … . 

Das Christentum als die Religion des Wortes kann deshalb eine strukturbedingte Schwachheit nicht abstreiten, sie hat wesenhaft Anteil an der 'Ohnmacht des Wortes'. Dennoch wird ihr dadurch auch eine gewisse Macht verliehen, denn indem die christliche Kirche um die Grenzen ihrer Möglichkeiten weiss, wird sie vor einem sinnlosen Einsatz ihrer Kräfte bewahrt und kann sich darauf beschränken, nur das was ihren Fähigkeiten entspricht, und das jedoch möglichst gut zu tun. Ihre Macht besteht gerade darin, von aussen an sie herangetragene, unerfüllbare (religiöse) Ansprüche zurückweisen zu können, und indem sie das tut wird sie zugleich die Macht desjenigen bezeugen, den sie als ihren Herrn bekennt.



Christus ist Jesus

Der Gekreuzigte: Gott

Zeichnet sich das Christentum unter den Religionen schon aufgrund seiner Struktur durch Schwachheit aus, so noch viel mehr von seinem Inhalt her. Ein Glaube, dessen grundlegendes Bekenntnis darin besteht, dass in diesem Menschen Jesus Gott selbst sich geoffenbart und also Gott selbst sich am Kreuz hat hinrichten lassen, kann sich seiner Umwelt gegenüber ganz einfach nicht als intolerante und arrogant-rechthaberische Religion präsentieren. Auch und gerade in der interreligiösen Begegnung wird sich ein Christ stets vor Augen halten müssen, dass es Vertreter derjenigen Religionsgemeinschaft waren, der Gott in seiner menschlichen Gestalt selbst angehörte, welche unter dem Vorwurf der Gotteslästerung seinen Tod forderten.  Ebenso seien hier auch diejenigen, die Jesus Christus vornehmlich als Weltherrscher und eschatologischen Richter zu verehren und zu 'Himmel und Hölle'-Spielen zu missbrauchen pflegen, wieder einmal daran erinnert, dass es sich dabei um keinen anderen handelt als um denjenigen, der um der Welt und der Menschen willen sein Kreuz auf sich genommen hat. 

Die Beziehung eines glaubenden Christen zu seiner Umwelt lässt sich folglich auf die paradox klingende Formel bringen, dass seine Fähigkeit zu Toleranz gegen aussen direkt von seiner Intoleranz gegen innen abhängt: Je kompromissloser er an seinem Glauben und dessen fundamentalen Dogmen festhalten wird, desto freier, offener und undogmatischer wird er seinen Mitmenschen begegnen können.


Die Botschaft: Evangelium

Schon die Bezeichnung, unter welcher der christliche Glaube das Christusereignis zusammenfasst, zeigt, dass dessen Verbreitung und die Form seiner religiösen Manifestation keinesfalls von Intoleranz geprägt sein kann: Einem euaggelion mit Gewalt Beachtung verschaffen zu wollen, ist schierer Unsinn.

Die Christenheit muss allerdings von allem Anfang an davon ausgehen, dass die Umwelt ihre Verkündigung nicht in diesem Sinne wird verstehen können, sie wird dies bedauern, aber sie wird nicht versuchen wollen, ihre Mitmenschen zu ihrem Glück zu zwingen. Bloss wird sie sich hoffentlich bemühen, ihre Botschaft noch überzeugter, überzeugender und inhaltlich angemessener, mit Blick auf die herrschenden Zustände: jedenfalls etwas fröhlicher auszurichten.


Die Forderung: Feindesliebe

Was immer die radikale Forderung der Feindesliebe an Fragen bezüglich ihrer Praktikabilität aufwerfen mag, nimmt man sie von ihrer Kehrseite her in den Blick, so wird jedenfalls deutlich, dass sie keinerlei Differenzierung des eigenen Verhaltens je nach dem Gegenüber zulässt: Es gibt nicht die geringste christliche Legitimation, einem Nichtchristen anders entgegenzutreten als einem Christen, jener verdient dieselbe Achtung, ja dieselbe Liebe wie dieser auch. Ein Christ hat keinen Menschen nach seiner Religion zu beurteilen, sondern er soll im Umgang mit ihm, als minimalster Form der Liebe, zumindest eine tolerante Haltung einnehmen.


Die Zukunft: Reich Gottes

Die Christen haben bezüglich der Aufrichtung des Gottesreichs nur einen, dafür einen ganz klar definierten Auftrag, der dahingehend lautet, sie sollen um sein Kommen beten. Weiter haben sie in dieser Sache nichts anderes zu tun, als dieses sein Kommen der Welt anzukündigen, indem sie ihr das Evangelium predigen.
Die Christenheit wird sich demnach nicht bemüssigt fühlen dürfen, der Verwirklichung des Gottesreiches in der Welt auf eigene Faust etwas nachhelfen zu wollen. Sie ist weder fähig noch beauftragt, die ganze Welt zum Glauben zu bringen (doch bestimmt eher: zu zwingen), noch irgendein politisch-religiöses Staatsgebilde zu installieren, das auch der unverbesserlichste Sympathisant nur als billige Karikatur eines Reichs Gottes zu bezeichnen vermöchte.
Hält sie sich aber an diese Vorgaben, dann wird die christliche Welt wohl oder übel warten und beten müssen, dass Gott sein Reich selbst aufrichten werde. Vorher hat sie ihr Verhalten nach der paulinischen Trias 'Glaube, Hoffnung, Liebe' zu richten, und sich vielleicht daran zu erinnern, dass die grösste dieser drei die Liebe sei, und dass diese keine, auch keine religiösen Grenzen anzuerkennen gewillt ist.


Allversöhnung?

Mit dem Thema der Allversöhnung ist ein ziemlich delikates Problem angesprochen: Nicht nur, dass der Begriff verdächtig nach Indifferenz und Libertinismus klingt , viel schwerer wiegt die Tatsache, dass ihre Verurteilung als Häresie einen der wenigen Punkte darstellt, worin alle christlichen Konfessionen übereinstimmen. Wer sich darauf einlässt muss also befürchten, auf theologisches Glatteis zu geraten, zumal sie sich vom Neuen Testament her nicht ausreichend begründen lässt. Gleichwohl halte ich sie durchaus für vertretbar und sachgemäss, lassen sich doch gewichtige systematische und auch biblische Argumente zu ihrer Unterstützung angeben, deren einige ich abschliessend kurz skizzieren will.
In erster Linie ist auf hier auf das Bekenntnis zur Allmacht Gottes zu verweisen, welches mit Blick auf seinen universalen Heilswillen (1Tim 2,4) zu dieser Behauptung führen muss, welche sich zweitens ebenfalls aus der Endgültigkeit und der universalen Geltung des Heilsgeschehens in Jesus Christus ergibt. Und drittens lautet auch der Missionsbefehl nicht etwa, sich an einen kleinen Kreis von Auserwählten zu richten, sondern das Evangelium der gesamten Menschheit zu verkündigen: "Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium allen, die erschaffen sind!" (Mk 16,15).. Nun kann jedoch nur eine Tatsache verkündigt werden, die für den Adressaten zwar schon Gültigkeit hat, worüber er aber erst noch informiert werden muss, was nichts anderes bedeuten kann, als dass die ganze Welt in Jesus Christus tatsächlich mit Gott versöhnt worden ist und sich nun im Zustand der Versöhntheit mit ihm befindet (vgl. 2Kor 5,21).

Schliesslich darf nicht übersehen werden, dass Kol 1,20, immerhin auch Heilige Schrift, expressis verbis vom friedensstiftenden Kreuzesblut Christi spricht, das dieVersöhnung Gottes mit allem, sei es im Himmel oder auf der Erde, erwirkt habe.




"Das ist sicher, dass es kein theologisches Recht gibt, der in Jesus Christus erschienenen Menschenfreundlichkeit Gottes unsererseits irgendwelche Grenzen zu setzen. Unsere theologische Pflicht ist, sie als immer noch grösser zu sehen und zu verstehen, als wir es zuvor getan haben."
(K. Barth, Die Menschlichkeit Gottes)

Donnerstag, 12. Februar 2015

Ach du heilige Schrift!


Da beten Sie doch so Bücher an, oder verbrennen sie.
Naja, wen sollte das den kümmern, wenn nicht:

Es sind HEILIGE Bücher sagen sie!

Und schlagen damit auf Alle ein, wo mit ihnen nicht gleicher Meinung sind.
Nein, Eigentlich benutzen sie zum dreinschlagen so neumödisches Waffenzeugs!

Es ist noch kein Heiliger vom Himmel gefallen


Nicht mal derjenige, den die Christen als Heiland und Erlöser und Sohn Gottes verehren.
Sogar DER musste untendurch, sozusagen, wenn wir an Weihnachten denken. Und wenn wir auch noch an Ostern denken möchten: er musst GANZ unten durch!

Und es ist noch kein religiöses Geschwurbsel da oben geschrieben worden (wo denn?),
und das zudem auf irdischem Papyrus mit irdischer Tinte und in irdischer Sprache,
und dann auf irgendsonem wunderbarem Weg irgendwo gelandet, in Jerusalem, z.B., oder in Mek-ka oder im Va-Tick-An.

Und weshalb hätte denn so ein Gott gerade DIESEM oder JENEM was geflüstert, wo so heilig ist? Hat er mit Anderen denn grad gar nicht gesprochen, hat er Anderen nichts gesagt? Oder ist ALLES, was andere ebenso gemeint haben, dass es ihnen von so nem Gott selbst gesteckt wurde – ich meine, haben DIE sich denn einfach getäuscht, oder war das bloss nichts HEILIGES, was GOTT ihnen gesagt hat?

Ich meine: Weshalb musste der olle Moses denn überhaupt auf den Berg raufsteigen, wegen den Steinen? Wo er doch den dritten zerbrochen hat, auf dem Nachhauseweg!
Also, wenn Gott das denn wirklich so als ich weissnichtwieheilig dem GANZEN Voulch Israel hätte präsentieren wollen, naja:
Hätte ER das denn nicht auch im Tal drunten machen können, und zwar selbst?
(Ich denke, da hätte ER eine nachhaltigere Wirkung erzielen können?)


Menschenwerk ist es!

 Und das kann gut sein oder auch nicht. Aber auch wenn’s denn noch so gut wäre: es ist und bleibt Menschenwerk.
Es sind und waren und werden Menschen bleiben wo so Aufgeschriebenes zu „HEILIGEN“ Schriften machen. Damit Sie sich damit nämlich nicht kritisch auseinandersetzen müssen mit dem was war, was ist und was sie für die Zukunft anteiggen.

Was dem Einen der Koran ist dem anderen sein Rütlischwur!



fufi meint, und er meint das „Christentum“

Buchreligion oder Religion des Wortes?

Damit ist bereits gesagt, dass die Definition als Buchreligion das Christentum nicht eigentlich zu charakterisieren vermag: Zwar verfügt es mit dem Neuen Testament über eine heilige Schrift, doch verstehen sich deren Autoren nicht entsprechend als 'heilige Schriftsteller' , sondern als Berichterstatter, als Chronisten und später als Ausleger des im Christusereignis offenbar gewordenen Gotteswortes. Die neutestamentlichen Texte, insbesondere die Evangelien lassen keinen Zweifel offen, dass sie nicht mit der Absicht entstanden, als diese Texte selbst heilig zu sein, ihr primäres Anliegen besteht vielmehr darin, über sich selbst hinaus woandershin, auf das eigentlich Wesentliche, den wirklich Heiligen zu verweisen.

Ein erster Unterschied des Christentums gegenüber den 'klassischen' Buchreligionen des Judentums und des Islam besteht also darin, dass die Evangelien nicht für sich selbst stehen und auch nicht für sich selbst sprechen wollen, wogegen deren heilige Schriften sozusagen buchstäblichen Anspruch auf uneingeschränkte, göttliche Geltung für sich reklamieren. Eine weitere Differenz liegt im Umstand, dass ihr Inhalt zunächst an einen einzigen Propheten geoffenbart, und den Gläubigen erst dank dessen Vermittlung bekanntgemacht wurde. Er stellt deshalb ein esoterisches Spezialwissen dar, wogegen die christlich als solche bekannte Selbstkundgabe Gottes in Jesus Christus coram publico geschah und sich damit als öffentliches Ereignis der Nachprüfbarkeit preisgegeben hat. Insofern, und dies als drittes Merkmal, worin sich das Christentum von den Buchreligionen unterscheidet, handelt es sich bei ihm auch nicht eigentlich um eine prophetische Religion, denn die Welt wird nicht brutal und abrupt konfrontiert mit einem (schriftlich) fixierten Willen Gottes (Vogel friss oder stirb!), vielmehr tritt hier Gott selbst zu den Menschen hin und redet sie in lebendiger, verständlicher Sprache unmittelbar an .
Darüber hinaus verdeutlicht auch die Tatsache, dass das Christentum zwar einen Missionsbefehl zur Verkündigung des Evangeliums, jedoch keinen Auftrag zu dessen Verschriftung kennt, dass es in jeder Hinsicht als Religion des Wortes zu gelten hat: Erstens aufgrund seiner Bezogenheit auf das als Jesus Christus geoffenbarte göttliche Wort, und zweitens gerade auch vom Charakter seiner grundlegenden Schriften her, denn die Evangelien sind im wahrsten Sinne des Wortes Be-, oder vielmehr Nach-schreibung eines Geschehens. Sie erzählen die Geschichte Gottes, wie er sich mit seinem Wort an die Menschen gewandt hat, und sollen in ihrer schriftlichen Gestalt der Mit- und Nachwelt die Möglichkeit bieten, diese seine Geschichte immer wieder neu zu erzählen und zu hören , um dem Leser, beziehungsweise dem Hörer die Begegnung mit ihm zu eröffnen. Ihr Anliegen ist nicht eine ansonsten völlig isolierte Proklamation und Kodifizierung des Gotteswortes im Stil eines alttestamentlich-prophetischen "So spricht JHWH", sondern die umfassende Darstellung der Selbstoffenbarung Gottes: "So hat Gott gesprochen."

Anspruch als Ansprechen

Aufgrund seiner Struktur als Religion des Wortes kann das Christentum seinem Anspruch auf das Wissen um die endgültige, göttliche Wahrheit nur dadurch Ausdruck verleihen, indem es seine nichtchristliche Umwelt daraufhin anspricht. Es wird infolgedessen auch stets ihrem Widerspruch ausgesetzt sein, ohne sich dagegen zur Wehr setzen zu können, besitzt es doch kein göttliches Beglaubigungsschreiben, um die Richtigkeit seines Glaubens zu beweisen.  Es wird seinen Anspruch nur mit Worten vertreten, nicht aber mit irgendwelchen Machtmitteln durchsetzen und sein Gegenüber zum Glauben zwingen können.
Eine weitere Konsequenz aus der Bestimmung der christlichen als einer, oder vielmehr der Religion des Wortes liegt darin, dass sie keinen eigentlichen religiösen Heilsweg anzubieten hat. Sie wird also darauf verzichten müssen, sich mit dementsprechenden christlichen Anweisungen zu profilieren, und vor allem wird sie sich davor hüten müssen, mit derartigen Forderungen aufzutreten. Vielmehr wird sie auch in dieser Hinsicht nur von demjenigen berichten, und nur auf ihn zeigen können, von dem sie glaubt, dass in ihm allein das Heil ist.



Schwerter zu Pflugscharen?

Heilige Blätter zu ????????



Du sollst deinen Gott lieben von ganzem Herzen.

Und deinen Nächsten wie dich selbst!

Und du sollst keine anderen heiligen Autoritäten haben

neben mir, deinem lebendigen Gott,

der sich in kein gedrucktes Wort zwängen lässt!

Und der, SEIN Geist weht wo er will.

Und er hält sich dabei weder an religiöse Schranken

noch an irgendwelche ScheinHeilige Texte!

Mittwoch, 4. Februar 2015

Fufi hat keine Lust

Nein, echt, ich hab heute keine Lust auf Kontroversitäten!

Das hat auch damit zu tun, dass ich heute, zusammen mit fufine,

unseren 31. Hochzeitstag feiern darf.

Und weil ich keine so Songs kenne, für Hochtzeiztage,
dann hal diese beiden da, das heisst, es ist ja nur 1er,
aber in doppelter Ausführung, sozusagen:

für die grossen Kleinen:
https://www.youtube.com/watch?v=3Xpeami317s

und für die Kleinen wo jetzt Gross sind:
https://www.youtube.com/watch?v=ztoSUhbNntQ

Ich wünsch euch allen auch was!