Das heisst eigentlich: Es wird gewählt in den Gemeinden vom Kanton,
jedenfalls in den Meisten. Und meistens am 30 des aktuellen Monats.
Der Gemeinderat, oder in Gemeinden wo sich für was besseres halten:
Der Stadtrat.
Aber so wie so: Es wird gewählt!
Es sind Wahlen, im Frühling!
Und da wird sich ja wohl niemand ernsthaft wundern, wenn da im Wahlkampf ganz besonders kuriose Blüten spriessen mögen!
Zum Beispiel diese da:
Also irgendwie frage ich mich ja schon, was ein Vortrag zum Herzkreislaufstillstand - ob mit oder ohne Übungen - mit (MIT!) einer Gemenderatswahl zu tun haben mag.
Und als so interessierter medizynischer Laie frage ich mich zudem,
ob es denn einen Herz-Stillstand geben möchte, wo der Kreislauf dennoch weiterhin so zufrieden vor sich hin blubbert.
Oder einen Kreislaufstillstand, wo das Herz noch längstens munter weiterpöpperlet?
Aber trotzdem: So wahltaktisch ist's halt schon bemerkenswert!
Da hat der Andere ja schon fast keine Schanze mehr,
auch wenn er sich mir SO anpreist:
Ich meine, der sollte doch, wenn nicht seine Steuerrechnung dann doch wenigstens seine Primarschulnoten offenlegen, besonders was "Ordnung und Reinlichkeit" betrifft.
Da hilft ja nicht mal mehr SO was:
Nein, irgendwie wirkt das auf die erhoffte Neben-Wählergruppe ja vielmehr und eigentlich so recht abschreckend, im Jargon: kontraproduktiv.
Und ist, gerade deswegen, wenn auch ungewollt SEHR vielsagend!
Gemeindewahlen sind ja sowas von gähn
Scheint's, und das scheint auch schtatistisch bewiesen.
Und irgendwie scheint's auch wirklich so zu sein, trotz der Schtatik!
Das gilt scheint's auch für Gemeindeabstimmungen.
Oder Gemeindeversammlungen.
Jedenfalls solange die Gemeinde nicht Zürich ist. Oder Winti.
Weil DORT wird nämlich über wirklich wichtige Dinge abgestimmt.
Tempo 30-Zonen, 2Watt-Hirne und Hafenkräne.
Und ganz besonders: Freigabe des Cannabis-Konsums!
(Ok, DA hab ich gelogen: DARÜBER wurde NICHT abgestimmt!)
Langweilig? Uninteressant?
Nun denn, eigentlich ist das SO nicht eigentlich wahr, weil:
Unser aller erster Wahlkreis ist die Partnerwahl.
Und der zweite Wahlkreis ist die Wahl des Wohnsitzes.
Wenn wir denn DEN überhaupt wählen können.
Aber irgenwie tun wir das ja alle, mehr oder weniger unfreiwillig, vielleicht.
Ach ja, die Sache kann auch umgekehrt laufen, aber dennoch:
Die Wohngemeinde ist sozusagen unser zweiter Wahlkreis, wenn nicht der erste!
Alle unsere Steuern fliessen - wenn nicht an den Kanton oder den Bund - in UNSERE Gemeindekasse, zum Beispiel. Und das wissen die denn schon, wo in Rüschlikon wohnen, oder in Sonstwokon, wo's billig ist,
NEIN, NICHT das Wohnen sondern die Steuern. In Zumikon, zum Beispiel!
Weil Kasse IST zwar Kasse, aber Gemeinde ist NICHT gleich Gemeinde!
LEBENSMITTELPUNKTE!
Weshalb kümmern sich denn so wenige um DAS, wo in ihren WOHN-Gemeinden abgeht?
Sind WOHN-Gemeinden SCHLAF-Gemeinden?
Oder FREIZEIT-Gemeinden?
GENUSS-Gemeinden?
Ist es wirklich so, dass UNSERE Lebensmittelpunkte DORT sind,
wo wir unser Leben verkaufen? Für mehr oder weniger Batzeli!


26 Kommentare:
Off topicstens, zwar
oder doch nöd?
Aber s'hat glaub mämlich DOCH was mit Wahlen zu tun.
Wo ja - irgendwie - auch bloss lokal waren.
Und auch mit Qualen:
Boney M. - Ra-Ra-Ras-Putin, lover of the Russian Krim
http://www.youtube.com/watch?v=5yTVWXYctoY
Oouuhhhh, these Russians!
Fufi, ich für meinen Teil kümmere mich sehr wohl um das, was in meiner Gemeinde geschieht - aber ich weiss von mir selbst und anderen, die sich im Milizsystem engagieren, dass es zunehmend nervt, wenn sich die Gemeinde keinen Deut um die freiwillig Engagierten schert, ja sie sogar aktiv behindert, weil wir dem Präsi und dem üblichen Klüngel von Baufirmen, Handwerkern und 'Bauernführern', die es alle noch gibt bei uns, scheinbar einen Teil der Sonne wegnehmen. Das wiederum führt dann zu einer sogenannten stillen Wahl, worauf obige wieder klagen können, dass die Leute heute nicht mehr bereit sind, sich für ihre Gemeinden zu engagieren. Tja…...
Tribute to Hampi Gubler, weil der mit dem
Ras-Putin habe ich von ihm!
AberAber, Liebe C.
Du willst dich doch nicht etwa "selbst einbringen"?
Oder - noch schlimmer, gar "eigene Ideen"?
Dein Job ist zu gehorchen. Zu machen was DIE dir sagen, weil DIE wissen es nämlich. Und zwar besser.
Und das seit Generationen.
Und wenn du ganz schön brav und lieb bist, fällt vielleicht mal ein Strahl von IHREM Glanz auch auf DEIN Haupt.
Und DEN darfst du dann stolz im Dorf rumzeigen!
Tja, vielleicht wären da auch einige Dorf-Revolutionen angesagt?
Wir sind vor ziemlich genau NeunEinHalb Jahren hier eingezogen.
Wir haben viele Kumpels und einige Freunde gefunden.
Aber für Viele sind wir halt noch immer so Ungeziefer.
Und ich befürchte, das werden wir in DEREN Wahrnehmung bleiben, bis die von hier auf den Friedhof gezogen sind!
Bloss:
Was werden WIR denn auf dem Friedhof sein, wenn wir mal dort einziehen werden?
Ungeziefer? Ungeziefer? Aber hallo….. Wir sind halt einfach Exoten - das gibt einem aber, um fair zu bleiben, auch eine gewisse Narrenfreiheit und im Laufe der vielen Jahre sind viele andere Exoten zugezügelt. Ich nehme an, die Erwartungen und Forderungen an Nicht-Exoten (also alle, in deren Stammbaum sich höchstens eine italienische/deutsche/aus dem nächsten Dorf-Grossmutter versteckt) sind halt noch viel höher. Aber interessant ist, dass der alte Kern (z.B. eine FDP, die sonst überall nur noch eine Randnotiz ist bzw keine Partei, die irgendetwas 'Grünes' vertritt) immer noch mehr oder weniger unangetastet ist. Höchstens in die Schulpflege verirren sich mal der eine oder andere Neuzuzüger, mit etwas Glück verschwinden die wieder, sobald das Kind die Schule wechselt - oder sich die Einsicht durchgesetzt hat, gegen die alte Brigade keine Chance zu haben.
Allerdings sehe ich das mittlerweile mit Humor: ist ein wenig wie ein Heimatmuseum und auch hier stehen die Zeichen auf Aenderung. Auf Revolutionen hat niemand Lust, wozu auch? Das erledigt die Zeit. Und sobald man mal ins zweite Glied zurückgetreten ist, ist man akzeptiert und wird wohlwollend aufgenommen - nur nicht den Kopf rausstrecken!
Das ist's ja gerade, Carolina:
Bloss nicht den Kopf rausstrecken!
Sonst kriegste nämlich was über die Rübe!
Einsatz für's Dorf im Dorf geht nur, wenn du auf der Linie bist von denen, wo das Dorf sind!
Sind Wahlen?
Am Samschtig gits es Kürsli für Halbtoti.
Und am Sunntig chunnt d'Wahl-Urne is Altersheim.
Sacra democratia!
Tja, fufi, wir in Züri haben ja schon gewählt, da interessiert es uns natürlich nicht, wenn Ihr Hinterwäldler auch noch nachzieht... Im Ernst: Die Gemeinden bei Euch sind wahrscheinlich schon so krank drauf, dass jederzeit mit einem Herzstillstand zu rechnen ist, und dann - tatütataa, Heidi Weiss schon, was zu tun ist! - werden sie reanimiert.
Von wegen Gemeindeversammlung: Dieses Vergnügen habe ich ja seit einem Jahr nicht mehr. Schaade. Wo konnte man sich von einem an sich gescheiten Historiker "Eisenbahnromantiker" schimpfen lassen? Ach, tempi passati...
Und ein 2-Watt-Hirn hat kein Mensch, schon der Kopf eines Säuglings braucht wohl so 10 oder 15 Watt. Ein erwachsenes Hirn verschwendet 40 Watt - also grad etwa soviel wie ein laufender Notebook im Betrieb. In der 2000-Watt-Gesellschaft könnte jeder also dauernd 50 Notebooks laufen lassen, daneben aber NICHTS mehr.
Und Dein letztes Bild ist von einem Callcenter, genau so hat es bei uns in der Sunrise ausgesehen. Wenn ich die Agents für unser Produkt besucht habe, war es manchmal sehr lustig mit ihnen, nette Leute.
Aber die Frage: Wo sind die Lebensmittelpunkte? Naja, eigentlich ist meiner am Ehesten in meiner Wohnung. Wo die genau steht, ist sehr sekundär. Ich brauch einfach eine gute Verbindung zu den Orten, wo ich studiere (das ist nicht immer genau gleich...). Und WLAN, das steht in der Maslow-Hierarchie ja ganz zuunterst, noch unterhalb von food und drink.
Dass es stille Wahlen gibt ist also die schuld von denen, die sich zur Wahl stellen? Ich denke immer, wir sollen eigentlich froh sein, dass wir in meiner Gemeinde immer noch genügend Leute finden, die sich das antun.
"gehorchen", "Ungeziefer", "Halbtote", "Friedhof", "über die Rübe", "sacra democratia"
Verbaldiarrhö auf Primarschulniveau. Tztz.
Liebes Tztztz
Glaub mir, ich könnte das auch ganz anders schreiben.
So richtig intelligent und differenziert, und mit ganz schönen Wörtern wie "lokale Polit-Strukturen", "Integration von Zugezogenen" und "Probleme und Chancen der Freiwilligenarbeit in der Nah-Lebenszone", zum Beischpiel.
Aber am Schluss würde ich dasselbe sagen, und drum hab ichs eben deutsch gesagt. Und deutlich.
Und ALLE wo mich richtig verstehen wollen,
haben mich richtig verstanden.
Und DU hast ja eigentlich auch nicht wirklich allzuviel zur Diskussion beigetragen? Verbaldiarrhoe 2ter Stufe, sozusagen?
Ach ja, und "sacra democratia" ist Mittelschulstufe!
@Sportpapi
Ich weiss nicht, wo DU wohnst, aber Carolina hat nicht unrecht, mit ihrem Kommentar vom 22. März 2014 11:36.
In kleinen und kleinsten Gemeinden geht das wirklich wie geschildert ab.
Da gibt's - zuallererst - den Gewerbeverband, und dann noch Turn-, Jodler- und sonst noch ein paar Vereine.
MAN KENNT SICH!
Und wenn's denn um Wahlen geht:
Die Wahlberechtigten kennen DIE ebenfalls, wo man (sich) kennt.
Und die NEUEN kennt man eben NICHT!
Ok, es mag Ausnahmen geben:
Wenn, z.B. ein gewisser Rotscher F. hierher zöge und sich bewerben würde, ich glaub, DER hätte kein Problem.
Jo sakra fufi, kruzitürkn!
@Fufi: Genau das hat Carolina nach meinem Verständnis eben nicht gesagt: "dass es zunehmend nervt, wenn sich die Gemeinde keinen Deut um die freiwillig Engagierten schert, ja sie sogar aktiv behindert, weil wir dem Präsi und dem üblichen Klüngel von Baufirmen, Handwerkern und 'Bauernführern'". Für mich tönt das nach Filz, nach wirtschaftlichen Interessen. Was du ansprichst ist die typische lokale Politkarriere über Turnverein oder Feuerwehr in eine Kommission und vielleicht später in den Gemeinderat. Es sind eben immer die gleichen, die sich engagieren. Und gerade weil so viele aus den Vereinen stammen und Freiwilligenarbeit und Ehrenamt genau kennen (und ja weiterhin ausüben) ist es eben in meiner Erfahrung nicht so, dass sich die Behören "keinen Deut um Ehrenamt" kümmern. Im Gegenteil.
Klar ist, dass es für die Wahlen von Vorteil ist, wenn man im Dorf bekannt ist (aber auch nicht immer). Das geht aber ganz schnell. Wer sich engagiert, ist bald mit dabei. Natürlich nur bei denen, die sich auch engagieren und interessieren..
@Sportpapi
Ich kann natürlich nicht für Carolina sprechen, aber ich verstehe sie so:
Es geht NICHT um's Engagement als solches, sondern um die Art, WIE sich wer für's Gemeinwohl einsetzen will.
Nämlich, ob wer DAS tut, was sie "gewohnt" sind = das Orthodoxe, oder ob wer "neue" Ideen einbringen will, "ungewöhnliche" eben, oder unorthodoxe.
Wobei "orthodox" im Wortsinn "rechtgläubig" bedeutet, und dann kommt eben der Filz zum Zug, von dem du sprichst.
Auch wenn's sozusagen eine kleingläubige Gemeinde ist!
@fufi am 26. März 2014 17:05 : So ein paranoider Unsinn. Tztz.
@Tztztz
Dankeschön! Ist gern geschehen!
@Fufi: Da interpretierst du aber gewaltig. Aber ja, ich kenne natürlich auch die Leute, die sich einsetzen, indem sie in erster Linie die gewählten Behörden für ihre Entscheide kritisieren. Aber ich glaube nicht, dass die gemeint waren.
@Sportpapi
Ich weiss - wie gesagt - NICHT, WO und WIE du dich beruflich und ausserberuflich engagieren tust.
Aber ich weiss, in wie vioelen Umfeldern halt noch immer das ur-uralte Steinzeit-Prinzip gilt, wo da heisst:
"Wir haben das schon immer so gemacht, und deshalb wollen wir, dass es auch weiterhin so gemacht wird."
Heisst: Da braucht's keine Kritik, um in Ungnade zu fallen, da genügen schon neue oder eigene Ideen!
@Fufi: Da wo ich mich engagiere heisst es: Wer sich engagiert, bestimmt. Weshalb soll jemand kritisiert werden, wenn er eine neue Idee hat, und die eigenverantwortlich tatkräftig umsetzt?
Fufi engagiert sich nicht Sie lassen ihn nicht. Er blickt missmutig vom Planet Balkon auf die ihn umgebende Hinterwelt herunter. Und faselt sich in Rage.
Ok, Sportpapi
Aber glaub mir:
Es kommt halt eben scho chli drauf an, in welchem "Sozialkreis", in welchen "Strukturen" und in welchem "Gebiet" sich wer engagiert.
Ich meine zum Beispiel, dass der Turnverein in dieser Hinsicht was ganz anderes ist als der Mittagstisch vom Lokalquartier.
Falsch, Tztztz, meine Terrasse ist nach Süden gerichtet.
Aber es birebirebitzeli rächt hascht ja scho, weil, wenn ich da runterschaue, sehe ich immer nur UnterMirMenschen!
@Fufi: Es wird kritisiert, wenn jemand einen Mittagstisch eröffnet oder sich dort engagiert? Eher nicht, oder? In meiner Gemeinde gab es eine Riesendiskussion, weil per Elternpedition gefordert wurde, bereits eine Frühbetreuung für Kinder (spätestens 7 Uhr) einzurichten. Wurde an einer Gemeindeversammlung deutlich abgelehnt und auch kritisiert. Die Frau, die das nun privat anbietet aber sicher nicht.
@Sportpapi
Ich meine, wir meinen dasselbe, bloss gehen wir von anderen Grundparametern aus!
;-)
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