„Das französische Pharmaunternehmen Sanofi Pasteur“,
schreibt der TA heute, „hat die Produktion von Fav-Afrique aus wirtschaftlichen
Gründen eingestellt.“
Naja, was solls, mögt ihr jetzt denken. Produkte kommen und
gehen halt so.
Bloss: Fav-Afrique ist das derzeit wirksamste Serum
gegen Schlangenbisse, vor Allem in Afrika und Asien.
Aber wenn denn deshalb nur etwa einhunderttausend Menschen
danach sterben, jährlich, und bloss rund vierhunderttausend Menschen bleibende
Schäden davontragen, jährlich, nach einem unbehandelten Schlangenbiss.
Also bitte, gälled: DAS sind ja Peanuts!
Ich meine DIESER Markt ist ja wirklich vernachlässigbar, im
Vergleich zur Nachfrage nach, zum Beispiel, VIAGRA.
Und wie gesagt: Es geht um Afrika und den unproduktiven Teil
Asiens.
Den Text gibt’s übrigens hier:
Und nicht nur da, sondern auch hier steht was dazu: Habari Ausgabe
III / 2015:
Ist doch nicht’s Neues!
Könnt ihr jetzt einwenden, dass Medis nicht mehr produziert
oder gar nicht entwickelt werden, wenn denn keine Aussichten auf saftige
Gewinne da sind.
Und das sogar zu Recht, ich meine eure Einwände!
So ist’s ja auch gegangen mit dem Ebola-Virus.
DAS war nämlich schon längst bekannt, vor der kürzlichen
„Epidemie“. Und es waren auch die fürchterlichen Wirkungen bekannt, wo das
Virus in einem corpus humanum so anzustellen pflegt.

Aber solange das Ebola-Virus bloss in Afrika sich
verlustierte und die reiche Welt nicht bedrohte war es eben KEIN Thema für die
Forschung.
Kein Markt, kein Medi!
Plädoyer für die Giftschlangen
Keine, aber GAR keine Giftschlange wartet den lieben langen
Tag bloss drauf, einen Menschen zu Beissen. Gegenteilig: So Schlangen ihr Gift
selbst produzieren müssen, bedeutet das für sie einen Energieaufwand un deshalb
gehen sie mit ihrem Gift auch sehr haushälterisch um.
Im Klartext:
Sie beissen nur dann zu, wenn es wirklich nötig ist. Um eine
Beute zu töten, natürlich, oder um sich zu verteidigen, wenn sie eine Flucht
nicht mehr für möglich halten. Und auch dann verspritzen sie meist bloss etwa die Hälfte von ihrem Gift. Die wissen nämlich schon, wie wichtig so ein Notvorrat ist, die Schlangen.
Klaro gibt’s auch da, je nach Art, Geschlecht, Alter und
Individuum etwas aggressivere und etwas tolerantere, aber im Mittel ........ .
Und deshalb widme ich das letzte Bild hier der
Königskobra

64 Kommentare:
sollen sie doch Kuchen essen, die Armen!
Nenei:
Versprecht ihnen das Seelenheil, bevor sie verrecken.
Um des Gewinnes willen!
Paris, zum zweiten...ich habe es ja gesagt. Wer einen Raben züchtet, kriegt von ihm die Augen ausgehackt. Jetzt müssen endlich Erwachsene die Kontrolle übernehmen und die Fehler der naiven Wohlfühltruppe, die das sehenden Auges verursacht hat, mit erbarmungsloser Härte und militärischer Präzision rückgängig machen.
Als erstes müssen die Staaten rigide Grenzkontrollen einführen, die Personenfreizügigkeit muss ausgesetzt werden und die Überwachung einschlägiger Bevölkerungsteile intensiviert werden.
Das Unschöne daran: Ja, damit geht ein gewisser Verlust von Freiheit einher. Notrecht halt.
Aber ist es Freiheit, unseren Kindern zu sagen: da können wir nichts machen, ihr habt aber die Freiheit beim Rockkonzert zu sterben. Vive la liberté!
Erstens, Orlando, freut's mich ich wieder mal hier zu hören
Zweitens: Lass gefälligst die Raben aus dem Spiel, ja!
Wer nämlich einen Raben grosszieht kriegt einen wunderbaren. lebenslangen, treuen, humorvollen und hochintelligenten Freund.
Diese abscheulichen Drecksäcke, die du meinst, und die, wo sie von klein auf mit Kanonenfutter ernähren, die gehören zur Subspezies homo sapiens sapiens, zur selbigen nämlich, zu der auch DU gehörst, und auch ich. Jedenfalls biologisch gesehen.
Drittens, Orlando, das mit "erbarmungsloser Härte und militärischer Präzision", glaub mir, DAS könnte sagar ich unterschreiben, allerdings bloss mit dem Zusatz, dass dabei die Grenzen des Rechtsstaates NICHT überschritten werden. Weil mit dem Rechtsstaat ist's, verzeih mir den Vergleich, wie mit einem Ballon: Sobald DER auch nur das kleinste Leck hat, ist er definitiv zerstört!
Viertens, und damit zurück zum Alltag:
Ist DAS denn Freiheit, unseren Kindern zu erlauben, an so Parties zu gehen, mit dem Risiko, auf dem Heimweg von so nem besoffenen Familienvater zu Tode gefahren zu werden?
Und SO was, sorry Orli, fordert VIEL mehr Tote und so, täglich, weltweit, als, hach, du weisst schon. Sag mir bloss, weshalb wir DAS, wo wir doch noch viel eher was dagegen tun könnten, so mir-nichts-dir-nichts in Kauf nehmen? Oder auch, siehe den Blog-Artikel, die Toten nach Schlangenbissen?
Ich meine: Weshalb tun wir denn dort nichts, wo wir was tun können?
Und ja doch, an ALLE hier:
Ich find's abscheulich, was die religiöspolitischen Islamistenschpinner da angerichtet haben, in Paris. Zum Kotzen, inakzeptabel und im schlimmsten Sinne jenseitig qua höllisch.
Schrie das Wüstenmäuschen dem Sandsturm entgegen.
Soll ich ihnen jetzt wünschen, dass alle ihre "Huri" AIDS-infiziert sind?
Und dennoch, und ich kann's einfch nicht lassen:
Ungerne erinnere ich DICH, Orlando, an diejenigen CHRISTEN wo scheinzt's nur allzugerne andere Christen abknallen, bloss weil die anderen Christen SCHWARZE Christen sind?
Und was, nein, ich mein's ernst: WAS tust du DAGEGEN, "mit erbarmungsloser Härte und militärischer Präzision"?
Fufi, Orlando bezieht sich mit dem Raben auf den Roman Submission von Houellebecq.
Was anscheinend lange nicht (und vielleicht immer noch nicht) in die Köpfe gedrungen ist: Das sind nicht einfach nur Spinner, sondern es handelt sich um eine Armee, die Krieg führt und ihre Aktionen minutiös plant und sehr gezielt vorgeht, besonders auch was SoMe betrifft, hochprofessionell. Religion ist dabei eher nebensächlich. Deren ‚Ideologie‘ ist die Apokalypse und der Weg dahin die Dekonstruktion von Zivilisation und Geschichte durch das Säen von Angst und dadurch Hass INNERHALB unserer Zivilisation.
Die Frage ist, wie agiert diese Zivilisation im Zustand des Krieges. Agieren, Handeln und nicht bloss jedes Mal ein bisschen Reagieren, wenn wieder sowas abläuft wie in Paris.
Die untergeordnete Frage dann, warum French Intelligence auch diesmal versagt hat, trotz weitgehender Befugnisse verdeckter Ermittlungen ('Überwachung‘).
Grenzkontrollen sind mMn ein humanes Mittel des Containment.
Zu Rechtsstaatlichkeit: War die unilaterale Suspendierung des Schengen Dublin Vertrages nicht eine Verletzung der Rechtsstaatlichkeit?
Ist Werweissen, obwohl Bewegungen von Leuten und Kapital sehr wohl bekannt sind, nicht auch ein Rechtsbruch? Eine Regierung ist zuallererst für Sicherheit und Wohlfahrt seiner Bürger verantwortlich und diese wird nicht wahrgenommen. Stattdessen werden Isis, Flüchtlinge et. al. instrumentalisiert.
Isis Rückkehrer werden zb kaum belangt, obwohl sie Recht gebrochen haben (Dienst in fremden militärischen/terroristischen Organisationen). Wie steht es mit den schweizseits gehorteten Milliarden solcher Leute (ISIS hat sehr viel Geld und wie fliesst das wohl hin und her...)?
Ist Huldigung eines Putin, ‚weil er sich ja gegen die transatlantische Verschwörung stemmt‘, rechtens, vor allem wenn klar ist, dass er in Syrien mit der militärischen Intervention den Flüchtlingsdruck bewusst erhöht, was dann das europäische System bis zum Bruch belastet, was ja sein langfristiges Ziel ist. Ist dann das umwerben darin verwickelter russischer Oligarchen durch Schweizer Behörden nicht ein Rechtsbruch gegenüber dem vertretenen Schweizer Bürgern und seiner essentiellen Interessen?
Ist es dann nicht eine masslose europäische Arroganz, von abendländischen Werten zu labern, ein bisschen zu tun als ob man gerührt sei mit #prayforparis, aber die Drecks Arbeit der militärischen Notwendigkeiten dritten überlässt, wie immer im Nahen Osten (die ‚Kreuzritter‘ waren im wesentlichen bezahlte Privatkrieger, ganz und gar wie heute auch…)
Ist es rechtsstaatlich, wenn dein Parteifreund sich der juristischen Scrutinity entzieht und stattdessen die eigene Partei erpresst?
Rechtsstaatlich, jaja.
Natürlich ist eine militärische Aktion das vielleicht einzige Mittel gegen sowas wie Isis. Präzis ist so etwas nie. Nur sollen die Rufer danach ihre eigenen Leute schicken und nicht den ansonsten ja ewig geschmähten hegemonist ennet dem teich, der dazu als der sprichwörtliche neger dann doch wieder gut genug sein soll. Naja. Diesmal ist es wohl im amerikanischen Interesse, die Russen ins Messer laufen zu lassen. Afghanistan 2.0….
Oder Hollande schickt seine force de frappee, wie er sagt. Aber nächsten Monat erscheint ein neues Vogue und das thema ist ein schimmeliger döner im Gebührensack und die Banlieue füllt sich weiter mit den verarmten der Exkolonien der grande Nation.
Obama ist schuld! Er dachte mit dem abzug aus irak sei das kapitel erledigt. Seit dem arabischen frühling spielt man in washington drei affen. Und opfert dafür sogar eigene leute in benghazi.
Shame on you, obama! Der IS frisst die friedenstauben zum frühstück. Und jagt ihre nester in die luft! Und brütet den nächsten horror-aktionsplan aus: parallele schläge in verschiedenen städten im feindesland.
mit religion hat das ganze nur insofern etwas zu tun, als der koran ohne mühe als legitimation verwendet werden kann. Was viel über den koran aber im grunde wenig über die täter verrät...
Was man aber endlich erkannt hat: so kann es nicht weiter gehen. Es bräuchte eine grosse portion zynismus, den europäischen bürgern verkaufen zu wollen, dass sowas jetzt halt zur neuen normalität gehört. Dass zur freiheit nun gehört, dass man immer öfter und immer heftiger in unseren städten durch terrorgewalt sterben wird.
@Orlando
Dochdoch, du machst es dir ja recht einfach: Obama ist schuld.
An Allem.
PunktundSchluss.
Aber ja doch, unter dem guten alten GB senior wäre diese Gegend ja längst nuklear neutralisiert worden, gäll?
Aber hab keine Sorge: Unterdessen will ja ein gewisser WP für Ordnung sorgen, in dieser Gegend. Wird dir wohl gefallen?
Sorry Orli, aber sowas Dummes hab ich von dir schon lange nicht mehr gelesen.
Wobei: Du warst auch schon lange nicht mehr hier!
Und das von wegen den Religösen, Orli, und deren Legitimation in ihren ach-so-unheiligen-Geschreibseln: Wie gesagt, wenn Christen sich auf die Bibel berufen, wenn sie Abtreibungsärztinnen abknallen, DANN ist das ja was SEHR Gutes, weil ...? Denk mal drüber nach!
Und doch, Katharina:
Es sind religiöse Vollschpinner. Die nämlich wo sich selbst in die Luft jagen, und die wo das Töten übernehmen und die Greueltaten verüben.
Früher haben sie für Volk und Heimatland dasselbe getan, oder bloss für schnödes Geld, die Schweizer Reisläufer, zum Beispiel.
Aber natürlich haste soweit recht, insofern DIE, wo für diese Kriege verantwortlich sind, definitif KEINE religös-jenseitigen sondern äusserst konkrete diesseitige Interessen verfolgen.
(Was übrigens auch für jene gilt, wo selbige im Namen irgendwelcher anderer Ideologien bekämpfen, obwohl's doch im konkreten Fall bloss um so schmieriges Öl geht.)
Und die Terror-Taktik ist nun ja wirklich ein alter Hut. Sowas kennen wir seit den sogenannten Anarchisten, der RAF, der Brigate Rosso, und wie sie alle hiessen.
Ja doch: Hättest du eine Jüdin sein wollen, 1937 in Berlin? oder ein arbeitsloser Schwarzer, 1953 in Alabama?
Was jetzt abgeht ist definitiv NICHTS Neues unter der Sonne.
Neu ist bloss die Quantität und die mediale Wirkung. Und natürlich, dass das nicht mehr unter der Sonne geschieht, sondern unter dem Halbmond.
Obwohl dieser irgendwie einer Sichel nicht unähnlich ist. Was mich zur Frage bringt, weshalb denn alle die ach so hochgerüsteten Innen-Gemeimdienste sowas eben doch noch immer, nach all den früheren "Lehren", nicht erkennen und verhindern können.
Ob sie sich vielleicht immer noch auf die inneren Feinde konzentrieren? So pöhse Schreiberlinge und Blogger, zum Beispiel.
Im weiteren gebe ich dir mehrheitlich recht.
Dein Staatstrojaner.
Ich hab heute Nachmittag darüber nachgedacht, wegen dem Terrorscheiss und dem IS. Und glaubt mir, nicht mal ICH hab eine Idee, wie diese Idiotiedenn irgendwie gestoppt werden könnte.
Aber was mir aufgefallen ist:
Wenn WIR meinen, WIR dürfen SIE bombardieren, dort unten und so und ihr wisst schon .... .
Also irgendwie mag ich's nachvollziehen, wenn SIE meinen, SIE dürften dann auch UNS bombardieren, hier oben.
Was denn keineswegs heissen soll, dass ich das auch nur im allergeringsten gutheissen möchte.
Was ich sagen will. Oder fragen:
Gibt's denn da keine Lösung?, jedenfalls keine friedliche?
Weil das mit dem Bombardieren dort unten, das ist ja offensichtlichstens reine Symptombekämpfung. Die eigentliche Krankheit wird dadurch bestimmt nicht geheilt.
Wie wär's, fragt sich fufi, wenn, und zwar nicht nur in diesem Konflikt, nach so-called "ganzheitlich-nachhaltigen Lösungen" gesucht würde?
Wie gesagt: ICH hab nicht den Hauch einer geringsten Ahnung, wie oder was SOWAS denn sein sollte.
Aber ich bin ja auch kein Schtaatspräsident, und auch keine -In, wo immer wieder grossartig von so Lösungen rumsalbadern!
Und irgendwie werden wir dann - hoffentlich - mal merken, dass wir schon wieder das uralte Kindergartenschpiili schpielen:
ICH ha nöd gmacht, aber ER hät aagfange!
HHH IIIIIIIIIII LLLLL FFF EEEEEEE !!!!!!!!!!!
Ich möchte einen Punkt aufgreifen, den Katharina angesprochen hat. Die, wie mir scheint, einzige 'Botschaft' des IS ist die Verbreitung von Angst und Furcht, das Mittel totaler Terror. Nun ist dies nichts Neues in der Menschheitsgeschichte, es haben sich in der älteren wie jüngeren Vergangenheit bekanntermassen zahlreiche Gruppierungen dessen umfassenden Sähen verschrieben, unter verschiedenen ideologischen Deckmäntelchen - selbst demjenigen der 'liberté, egalité, fraternité', wenn man an die Jakobiner zurückdenkt. Qualitativ neu ist die Gesichtslosigkeit des im Namen des IS ausgeübten Terrors - die absolute Ent-Humanisierung. So als würden sich seine 'Vertreter' tatsächlich als de-personalisierte apokalyptische Reiter verstehen, die bereit sind, bis zum Äussersten zu gehen: der absoluten Ausweitung der Kampfzone, ungeachtet eines möglichen eigenen Untergangs, oder - im 'Idealfall' - der absoluten Unterwerfung. Die Wurzel des einen wie anderen ist (menschlicher) Hass, nicht Gottesliebe. In meinen Augen grenzt es daher an Hohn, wenn man ihnen in Begriffen der Religion begegnet.
Die Frage ist, wie man solchem Hass, in einem solchen Ausmass, begegnet, auf gesellschaftlicher wie individueller Ebene. Der Rechtsstaat als Ausdruck einer menschlichen (Werte-)Gemeinschaft kann nicht abseits stehen, wenn er auf derart basale Weise angegriffen wird. Er sollte es nicht tolerieren, wenn IS-Heimkehrer sich unbehelligt in die zuvor bekämpfte Gemeinschaft rück-eingliedern möchten, so als müsste man angesichts der Umstände nur schon froh sein, dass sie vom Töten abgelassen haben. Genauso wenig, wie er im Namen der Humanität und Freiheitlichkeit weitere Opfer duldend hinnehmen kann. Was bleibt, ist die Überlegung hinsichtlich Verhältnismässigkeit, in der Wahl der Mittel, die man selbst ergreift. Und wie sehr man sich selbst dadurch ebenfalls, gegebenenfalls, ent-menschlicht. Die vieldiskutierten Drohnen sind ein gutes Beispiel hierfür, und es gereicht meinem Empfinden nach genauso zum Hohn, dass so manche Anstrengungen des Militärapparats dahingehend laufen, möglichst 'resisiliente' Soldaten zu 'produzieren', die nahezu stressfrei auf einen Knopf drücken (können) - unter Inkaufnahme diverser sogenannter 'Kollateralschaden'. Als wäre es nicht Ausdruck von Menschlichkeit, dass das Töten anderer Menschen, zumal bei 'gesunden' Menschen, notwendig ein Trauma, respektive einen tiefen Gewissenskonflikt, verursacht. Und als wäre es nicht nachvollziehbar, dass gerade diese inkaufgenommenen Kollateralschäden zuerst den Taliban, und nun dem IS, auf 'heimischem' Boden Auftrieb geben.
Ich würde allerdings lügen, wenn ich nicht sagen würde, dass einer meiner ersten Gedanken am Samstagmorgen, nach dem Lesen der Nachrichten aus Paris, folgender war: bombt sie endlich in die Steinzeit zurück, damit sie nie mehr hinter ihren Wüstensteinen hervorgekrochen kommen können. Was mich zur individuellen Ebene bringt, insofern ich auf der gesellschaftlichen keine Patentrezepte bieten kann - auch keine ganzheitlich-nachhaltigen. Das einzige, was ich dem Hass, der Angst und dem Terror entgegenhalten kann, ist, mich ihm zu entziehen. In meinem Herzen werden sie entsprechend keine Furcht pflanzen. Die furchtbare Grösse, die sie in unseren Augen (in gekonnter medialer Inszenierung) einnehmen möchten, verweigere ich ihnen. Wie verkrüppelt, wie ohnmächtig, und ja: wie klein muss ein menschliches Wesen sein, damit es fähig ist, zu solchen Taten - ungeachtet jedweder Konsequenz - zu schreiten. Wie systematisch muss alles (Grund-)Humane in ihm, von innen wie aussen, zerstört worden sein, so dass am Ende nur kalte Niedertracht, geboren aus Verzweiflung und Furcht, gewendet in absurde Heilsversprechung, bleibt. Vor allem aber denke ich: wir sollten nicht auf die verkaufte Masche der De-Personalisierung hereinfallen. Im Gegenteil: wir sollten dem gesichtslosen Terror ein Gesicht zurückgeben. Und uns bei dessen Bekämpfung, wie auch immer diese auf den unterschiedlichen Ebenen aussehen soll, vor Augen halten, dass hinter der Verhüllung nur ein Gesicht, also ein Mensch steht. Nur ein Mensch, keine apokalyptische Gestalt. Zieht man ihm die Maske ab, hat er nichts mehr, woran er sich halten kann, und wird in seiner ganzen Erbärmlichkeit ersichtlich. Das ist, wenigstens für mich, die klare Botschaft, die wir an die Sender und Säher des Terrors zurücksenden sollten.
Mila, ich würde gern sagen, dass ich jeden Deiner Sätze vorbehaltlos unterstreiche - und rein theoretisch halte ich Deine Haltung auch für tadellos.
Aber jeder hier weiss ja, dass ich bei diesem Thema gewissermassen gebranntes Kind bin - ich habe das, was man als Parallelgesellschaft bezeichnet (und die ist ausschliesslich muslimisch!), in London und zu einem etwas geringeren Teil in Berlin und Köln selber erlebt. Ich halte daher auch die neueste politisch korrekte Parole, dass es unredlich sei, einen Bogen vom gegenwärtigen Flüchtlingsstrom zu den Geschehnissen Paris zu ziehen, für volksverdummendes Geschwätz. Von 'wir schaffen das' zu 'wir lassen uns nicht unterkriegen' sozusagen - nichts ändert sich daran, dass der Westen meint, unsere Grenzen für Millionen von Flüchtlingen aufhalten zu müssen, einer Religion, die diese Toleranz nicht im entferntesten aufweist, unsere angebliche Religionsfreiheit anzubieten und in keiner Weise ein Halten an unsere Lebensweise einfordert. Und wann sinkt es endlich ein, dass der Islam nicht 'nur' Religion ist, sondern Politik, allumfassende Staatskultur?
Dabei, das muss man auch sagen dürfen, haben all die Parallelgesellschaften, vor allem in Frankreich, gar nicht unbedingt soviel mit Religion zu tun - sie sind Ausdruck der Tatsache, dass es nicht gelungen ist, die Mehrzahl der muslimischen Einwanderer zu integrieren. Und das soll jetzt plötzlich mit den neuen Millionen möglich sein? (Man muss mittlerweile auch kein Pegida-/CSU-Anhänger mehr sein, um zu wissen, dass schätzungsweise 80% der Flüchtlinge nicht syrische Familien sind, die mMn unbedingt aufgenommen werden sollten, sondern junge, meist bildungsferne junge Männer aus dem Balkan und Nordafrika - wie immer, wenn man den Segen des Westens verteilt, bekommen die, die es am meisten bräuchten, am wenigsten davon).
Seien wir doch endlich ehrlich und fordern wir das von unseren Politikern ein - und üben uns nicht in Betroffenheitskultur und Aufregung über semantische Klein-Klein-Diskussionen: wir züchten uns die neuen Probleme geradezu heran, seit ca 10 Jahren werden junge, völlig frustrierte und gewaltbereite Männer systematisch aus ihren Banlieues herausrekrutiert - und anders als z.B. mit einer RAF in den siebziger Jahren wird nicht gezielt gemordet und terrorisiert, sondern nur um des Terrors wegen. Und die Antwort des Westens? Weitermachen wie bisher…….
Es ist eine uralte Weisheit, dass man etwas, das wieder und wieder nicht funktioniert, ändern muss - aber dafür müssten wir endlich unseren Tunnelblick ablegen und uns von der Politik nicht mehr diktieren lassen, wie wir zu denken und was wir zu sagen haben. Das wäre immerhin mal ein Anfang.
Wie gesagt:
Auch ich hab keine Ahnung, was, wie und wann, und so.
Hab da noch was zum hören
http://www.srf.ch/sendungen/kontext/der-is-wird-zur-globalen-terrormacht
Aber ehrlich gesagt, scheint's mir the same Gesabber as ever.
Zum keine Ahnung haben, wie damit umzugehen wäre:
The Mystery of ISIS by Anonymous
Hach Katharina!
Wie viele von"unseren westlichen" Drögis wurden denn schon geheilt, indem sie denen anstatt eine Fixe in den Arm eine Bibel in die Hand gedrückt haben?
Ok, was sie bisher noch selten getan haben, ist, dass sie ihnen gleichzeitig eine AK-47 um den Arm gehängt haben. Oder eine AR-15.
Aber was noch nicht war, wird wohl noch werden, wenn's SO weitergeht!
Fufi, hast Du die Rezension, die ich verlinkte, zu Ende gelesen?
Katharina: guter, wenn auch sehr deprimierender Link!
Fufi: darum geht es doch gerade: die komplette Hilflosigkeit zuzugeben!
Carolina
Wenn's denn bisher noch nicht klar genug war:
Gerade DAS ist ja eigentlich meine Absicht.
Wenn ich dieses kritisiere oder jenes beanstande.
Und wenn ich sage, ich käme mir vor wie in einem globalen Kindergarten.
Es geht darum:
WAS kann ich tun, WAS kann ich sagen, wo ich doch hilflos bin?
Ja, Katharina, oder eben gerade nein.
Hast mich links erwischt.
Ich kann nur sagen: Ich hab allerallergrösste mühe, lange fremdsprachige Texte nur schon zu lesen, vom verstehen nicht zu reden.
ashamed
Hilflosigkeit?
Was haben unsere Vorfahren gemacht, damals als sie praktisch von den Nazis umzingelt waren? Auch daheim vor dem Compi gesessen und gejammert, wie hilflos sie sind, weil neue Herausforderungen eben neue Denkansätze brauchen um Probleme zu lösen?
Zu 11/13: Egal wie asymetrisch er geführt wird: Es ist ein Krieg.
Es waren nicht mehr die "lone wolfs", wie die Banlieue-Brüder, die ein Massaker in der Redaktion von Charlie Hebdo anrichteten (oder jene, die die Londoner U-bahn angriffen oder all die irren Einzelmasken nach dem Muster Breivik von Brüssel, Kopenhagen, TGV). Ähnlich wie 9/11 oder Atocha ist es eine militärische Kommandoaktion.
Neu und klarer denn je: die Angriffe werden häufiger und heftiger.
Neu ist auch das Ziel: kein Symbol, kein Objekt von militärischem Belang aber auch kein neuralgischer Punkt (Bahnhöfe etc.), wo die Aufmerksamkeit am grössten und der unmittelbare Schaden maximal wäre, Nein, diesmal traf Menschen im Ausgang, in einem Vergnügungsviertel, Freitagabend, Rockmusik, Restaurants.
Man kann das in sich schon wieder zum Symbol umerklären. Ich glaube aber nicht, dass das eine Rolle spielte.Das gefällt nur unserer Eitelkeit.
Man muss mit Sofski (NZZ heute) feststellen: Am 13. November 2015 endete eine lange Friedenssträhne in Europa, die fast seit 1945 anhielt (und nur wenn man den Krieg gegen die eigenen Bevölkerungen ausser Acht lässt, den die sozialistischen Regimes in Osteuropa bis 1989 führten).
Eine historische Abnormalität, für Europa wie für die Welt, hat letzten Samstag ihr Ende gefunden und die kriegerische Normalität ist auf für uns schmerzhafte Weise mit regulären Soldaten einer Macht von Aussen zurückgekehrt, die in unseren Metropolen einen asymmetrischen Krieg gegen uns führen.
Die Lage kommt den Szenarien, wie sie Samuel P. Huntington selig beschrieben hat, schon sehr ähnlich.
Ausser, dass sich die Konflikte bekanntermassen nicht an den "fringes", an den Begegnungszonen zweier "civilisations" entladen (dort auch).
Sondern dort wo sich seit je die Identität einer Kultur am deutlichsten manifestiert - und sei es noch so eine plurale, bunte und offene Identität: In unseren tonangebenden Metropolen, die ungeschützt und angreifbar sind in ihrer grenzen-losen Offenheit in einer durchtechnologisierten, 24-Stunden-durchsynchronisierten, total mobil-durchlässigen Gesamtstruktur.
Interessanterweise fand just in der vergangenen Woche ein weiterer Bruch statt: Europa hat sich selber in Afrika aufgegeben und macht Deals mit Autokraten und Despoten, damit die die Flüchtlinge zurückbehalten: so tief ist es gesunken, das Europa, das immer mehr erkennt, dass ihm in Afrika und im Nahen Osten Zivilisationen gegenüberstehen, die von den Segnungen der Demokratie, vom pazifistischen Geschwafel und vom jederzeit moralinschwer vorgebrachten Toleranzgebot westlich-aufklärerischer Denkart wenig bis gar nichts halten.
Willkommen zurück in der Normalität! Und sogar die Schwedenfutzis schliessen die Grenzen für Flüchtlinge (dabei haben die doch genug Platz, oder...?)
Das Dilemma, wie der Westen einerseits mit dem Islamischen Staat, andererseits mit den radikalen Moslembuben in Europa umgehen soll, kann man sehr schön darstellen. Es gibt zwei Handlungsoptionen:
Ein für Orlando geradezu unorthodoxer Ansatz lautet: Pull out!
Die Attentäter im Bataclan, sollen herumgeschrien haben, sie täten dies, weil Präsident Hollande ihre Brüder in Syrien angegriffen habe.
Wenn wir uns zurückziehen, dann greifen sie uns nicht mehr an, das ist die Logik. Lasst diese Araber im eigenen Dreck schmoren, was geht mich das an? In grosser Zahl töten Muslime andere Muslime - wieso soll ich mich in fremde Händel mischen? Wir haben keine humanitäre Pflicht dieser Weltgegend gegenüber. Aber eine Pflicht, dass unsere Kinder an einem Rockkonzert nicht von Maschinenpistolen niedergemäht werden, die sehe ich eher...
Wieso sollten wir uns für deren Probleme verantwortlich fühlen? Wir machen unsere Geschäfte mit den Scheichs in Dubai und geben das Geld für die Drohnen und Luftschläge lieber für eine starke Mauer an Europas Südgerenzen aus, die uns die Flüchtlinge (die ja angeblich vor dem IS fliehen!) vom Leibe hält: Dann haben wir keine Anschläge mehr und sind fein raus.
Problem: Der IS wird bleiben, der nahe Osten versinkt immer mehr in Terror und Krieg und Merkel muss noch mehr Flüchtlinge aufnehmen. Damit vererben wir ein Problem, das nur noch wachsen wird, der nächsten Generation.
Die zweite Option heisst: jetzt handeln. Eine Intervention. So wie die USA nach 9/11.
Ich überlasse Euch die Wahl. Oder habe ich dritte Optionen übersehen?
Aha, nicht vergessen: Vive la France!
Wozu haben die eigentlich die Atombombe, wenn sie ihre Bürger nicht einmal beim freitagabendlichen Dinieren im Restaurant schützen können?
This Shit's Got to Go!
Auch Ihr Kommentar ist letzlich nur (der Versuch einer) Analyse und bringt uns kein Stückchen weiter! Was ist es denn anderes als Hilflosigkeit, wenn mal wieder (wie bei jedem Terroranschlag - und Paris ist übrigens keinesfalls der Anfang des 'Krieges') Musiker 'gegen den Terror' ein Konzert geben, es Schweigeminuten gibt, wir uns angeblich nicht verängstigen lassen, ein paar neue Bomben abwerfen, sogar Kotau machen vor Putin und Erdogan… Was ist das denn anderes als das, was schon seit Jahren geschieht? Gesten, oft wohlgemeint, aber hilflos und höchstens der kurzfristigen Seelenhygiene dienend.
Das Problem ist, dass, so zynisch das ist, IS sich noch nicht wirklich in unsere Köpfe gebombt hat - da, wo Umdenken stattfindet, wo anscheinend in Stein Gemeisseltes abgehobelt wird. Da vor allem, wo die Denkverbote endlich, endlich fallen und nicht durch ständige durchsichtige und volksverdummende Parolen seitens der Regierenden zementiert werden. Da, wo man eine Generaleinladung einer deutschen Bundeskanzlerin an alle Flüchtlinge der Welt nicht bejubelt, sondern kritisieren darf, ohne dass man Nazi, rechtsnational oder überhaupt total dämlich sein muss.
Nochmal: Katharinas Link ist deshalb so interessant, weil es die alten Denkmuster in Frage stellt, weil es keine Patentlösungen mehr anbietet, die sowieso in den letzten Jahren immer wieder versagt haben. Stunde Null! Und von hier aus alles tilgen, was nichts genutzt hat, was uns bedroht.
Darin sehe ich die einzige kleine Chance, dass sich in absehbarer Zeit etwas ändert.
Sorry, O, Ihr letzter Post war noch nicht erschienen, als ich dies hier schrieb.
Es beelendet mich zwar, aber ich gebe Ihnen leider in vielem Recht.
Ich persönlich ziehe Option 1 jeder anderen vor, aber sie ist illusorisch. MMn geht die Lösung am ehesten in die Richtung, dass wir uns eben nicht die Probleme dieser Gegend anziehen, dass wir konsequent uns sowohl aus militärischen/finanziellen und sonstigen Interventionen heraushalten - am besten der gesamte Westen. Nur - das ist und bleibt ein frommer Wunsch, zu viele Interessen gibt es und Zielkonflikte.
Gestern in der FAS hat ein Kommentator geschrieben, dass es in jedem Staat, der sich (und sei es auch nur aus einem lange nicht mehr gültigen Ideal heraus) Egalité, Fraternité und Liberté auf die Flagge schreibt, die vierte Maxime die Sicherheit ihrer Bürger sein muss. Aber diese Maxime fällt bei vielen Politikern unter 'ferner liefen'…..
Schliesse mich Carolina in mila-unorthodoxer Manier an: vor jeder weiteren grossangelegten Intervention unter westlicher Führung würde ich für das 'pull out' und 'Schliessen der Schotten (Grenzen)' votieren. Grundsätzliche Probleme solcher Art müssen letztlich 'vor Ort' geklärt werden, von den direkt Betroffenen. Jede Überheblichkeit westlicherseits (und jedes Sicher-Wähnen in der Überlegenheit unserer Werte) ist notwendig kontra-produktiv. Zumal ich mich frage, wie lange es dauern würde, bis die direkt Betroffenen nach westlicher Hilfe geradezu schreien würden. Und dann gäbe es wenigstens so etwas wie eine (breit) von innen getragene Legitimation fürs (Mit-)Intervenieren von aussen.
Zu @Carolina noch: Gerade, weil der Islam mehr ist als ein Glaube, macht es in meinen Augen wenig Sinn, auf Glaubensebene zu diskutieren. Offenbar war es ungeachtet von den in der Berufungsschrift angelegten lebensweltlich-theokratischen Ansätzen zumindest zwischenzeitlich möglich, Gesellschaften nach ansatzweise demokratischen oder rechtsstaatlichen Grundsätzen zu formen. Worum geht es also, spezifisch (aktuell) beim IS, wenn nicht um religiöse Begründungen? In meinen Augen, wenn auch als umfassende Antwort unzulänglich, um eine Feier- und, ja, Todeskultur des Rambo-Machismo. '...', der als Legitimationsbasis für das Töten herhält, ist letztlich allmächtig und handelt im Zweifelsfall willkürlich (was für sich benommen ein 'Gottesbeweis' ist). Daraus leiten sich Formeln wie die ab, dass '...' so handelt, weil er es will (und kann). Das ist Despotismus in Reinkultur, und im Grunde spielt es keine Rolle, ob man an die Stelle von '...' Allah oder einen menschlichen Führer wie Stalin setzt. Die Logik ist im Grunde dieselbe, der konkrete Glaubensinhalt also in der Tat nicht der springende Punkt.
Im Grunde warte ich auf den nächsten Chaplin, der den Anführern der IS Horden im buchstäblichen Sinn die Hosen runterzieht ('Blasphemie' gegen Allah bräuchte es im Grunde gar nicht). Mit der schärfsten Waffe, mit der man ihnen wohl abseits von Maschinengewalt begegnen kann: der Preisgebung der Lächerlichkeit. Und der Offenkundigmachung der inhärenten Lebensfeigheit dieser gescheiterten menschlichen Existenzen.
...dies in aller dahingeworfenen Kürze, und ohne jeden Anspruch auf konzise Begründung oder Vollständigkeit.
Was genau soll uns dieser verlinkte Text genau Neues sagen? Kann es mir jemand erklären, vielleicht bin ich zu dumm dazu.
Indem ich "Hilflosigkeit" anprangere meine ich vor allem eins: Um Handlungsoptionen zu erhalten, muss man Komplexität reduzieren und das geht nicht, indem man dauernd darauf hinweist wie neu und schwierig und komplex alles ist. Unter der Sonne gibt es im Grunde wenig neues. Das meine ich mit der Rückkehr zur Normalität.
Sie schreiben "keineswegs der Anfang eines Krieges" - worauf gründet diese Aussage?
Es ist ja, wie wenn die Leute, die so argumentieren, im Helikopter (gab's die damals schon?) über dem zerstörten Pearl Harbour kreisen und Sachen sagen wie: "Wir lassen uns nicht unterkriegen, lasst uns ein Gedenkkonzert veranstalten", "tragisch, aber was können wir schon gross tun?" oder "ich weigere mich, das als Kriegsakt anzuerkennen".
Aber diese Realitätsverweigerung habe ich ja schon am 7. Januar kritisiert. Sie scheint mir ein individuell-psychologisches Problem zu sein, nach dem Schema "was nicht sein darf, kann nicht sein".
Hier noch ein Gedankenanstoss von einem israelischen Sicherheitsexperten: Der Nahe Osten am Vorabend eines Dreissigjährigen Kriegs?. Die Parallelen sind frappant.
http://www.martin-van-creveld.com/?p=433
Insofern gibt es in der Geschichte nie eine Stunde Null! Sondern nur die Wiederkehr des ewig Gleichen in neuen Formen.
Und ja, da wir in unserer wohlstandsverwöhnten Desorientierung nicht genau wissen, welche Interessen wir haben, als Nationen, als Kontinent, als westliche Gemeinschaften, fällt es uns jetzt auch schwer zu formulieren, wie wir mit der akuten Bedrohung umgehen sollen.
Vielleicht behält am Schluss Houellebecq recht: Unterwerfung wäre die dritte Option.
Fragt euch doch, wer von isis profitiert.
der pull out geht aus verschiedenen gründen nicht. das ist erst denkbar, wenn die abhängigkeit von Oel gemildert ist. weiter ist das ganze, die abfolgen von interventionen der grossmächte du jour in einer langen reihe solcher interventionen. die römer. das osmanische imperium. nach dessen verfall diverse interventionen nach dem muster der balkankriege am vorabend des ersten weltkrieges. dann dieser und der zweite. daraus künstliche staaten. usw. und so fort. die saudis mischeln, die iraner, kurden, türken, sunniten shiiten salafisten usw und so fort. ziehen die yanks ab, machen sich die russen breit. usw und so fort.
dahinter sind profiteure. ist ja symptomatisch, dass hollande als allererstes verkünden liess. c'est la querre. ja logisch, war es ja schon lange.
inzwischen erreichen wir das postnationale zeitalter, wo globale parallelorganisationen einander den krieg erklären )anonymous gegen isis).
wer profitiert davon... siehe das kleine video mit dem 94 jährigen.
meine erste reaktion nach 9/11 war: le'ts nuke them.
human? nein. effektiv: ja, leider.
inzwischen kann man ein home-kit für crispr bestellen. gen editieren zuause am küchentisch.
wer profitiert davon? Nicht isis, das ist sicher.
@mila:
Würden Sie das den Angehörigen der Opfer wirklich so sagen, dass ihr totes Familienmitglied oder Lebenspartner von nichts als nihilistischen Macho-Rambos getötet worden ist, dass man die nicht weiter ernst nehmen muss und es sicher bald einen lustigen Film gibt, in dem Sacha Baron Cohen denen die Hosen runterzieht?
@Kat: ziemlicher Wirrkopf, der Alte.
@Fufi: kannst du das hässliche Bild entfernen mit dem Bein.? Jedesmal muss ich fast kotzen, wenn ich mich hier einwähle.
@Orlando, ich zielte auf eine Möglichkeit ab, der (offenkundig auf so manche Geister äusserst anziehend wirkenden) IS Propaganda im öffentlichen Diskurs - also auf gesellschaftlicher Ebene - zu begegnen. Kulturschaffende könnten das Ihre beitragen, statt den 'Job', die medialen Hassprediger breitenunwirksam(er) zu machen, den Anonymous-Hackern zu überlassen.
@Kat: Das mit dem 94-jährigen bzw. Video (welches?) erschliesst sich mir nicht, momentan habe ich eine etwas längere Leitung als sonst...
Zudem möchte ich die Lektüre von Necla Keleks aktuellem Artikel in der NZZ empfehlen. Sie spricht exakt das an, was mich gegenwärtig im Austausch mit Muslimen interessiert: nicht ihre (divergierenden) Glaubenshaltung(en) und -überzeugungen (diese sind mE Privatsache ,und ich habe auch ehrlich gesagt keinerlei Bedürfnis, darüber Näheres zu erfahren), sondern ihre konkrete Stellungnahme zur politischen Komponente des Islam und, expliziter noch: deren monströse(re)n Auswüchsen.
@Orlando
NEIN! Ich entferne dieses Bild NICHT und NIE!
Jedenfalls so lange, als dass irgendwelche Pharmakonzerne so Medis nicht mehr produzieren, weil sich's nicht rentiert.
NEIN! SO lange entferne ich DIESES Bild nicht!
Ah, ok, jetzt ist alles klar in Bezug auf das Video. Danke für den Hinweis, den dritten Film-Teil kannte ich noch nicht.
Und ja doch, Orli:
Dieses Bein wurde dem Kerl denn kurz nach der Aufnahme amputiert!
Hunderttausende sterben jährlich, weil das Serum aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr hergestellt wird.
Und eine halbe Million Menschen tragen bleibende Schäden davon, weil das Serum aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr hergestellt wird.
Weil das französische Pharmaunternehmen Sanofi Pasteur das Serum aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr herstellt.
Liebe Grüsse aus Paris!
Und ja doch, irgendwie und so, wenn ich mich da durch die Kommentare lese:
Wortreiche Hilflosigkeit
Intellektueller Aktionismus ohne jede reale Relevanz
NEIN, ich mein das nicht im geringsten Böse, weil:
Freund 1 hat for 1 Woche einen Hirnschlag erlitten. Er ist 53 alt.
Mit Freund 2 hab ich for 1 paar Tagen telefoniert. Die Ärzte geben ihm ein paar Monate noch, max 3 Jahre, wegen dem Krebs. Und er ist noch einiges jünger.
Ich bin Hilflos, was kann ich tun?
@Katharina
"wer profitiert davon? Nicht isis, das ist sicher"
Die uralte Frage: cui bono?
Und wenn die 1en NICHT irgendwie profitieren würden, von den Kriegen und so, dann hätten die 2tten nicht's mehr zu töten.
Oder so.
1/3
Mila, und auch an die anderen: Ich finde es äusserst gefährlich, daesh, isis oder wie auch immer das genannt werden soll, auf Islam zu reduzieren. Was Necla Keleks betreffend der gescheiterten Religion Islam sagt, kann mit Fug und Recht zu jeder Religion gesagt werden, inklusive ‚vertikale Trennung der Gesellschaft in Männer und Frauen, die Gesellschaft in Gläubige und Ungläubige teilend‘. Das sind Strohmann Argumente, solange sie sich nur auf diese eine Ausprägung von Religion als Autorität bezieht. Die Aufforderungen an Islam-Organisationen, sich deutlich von isis zu distanzieren sind die gleiche Forderung, der Westen müsse sich deutlicher gegen kkk abheben. Auch eine Organisation, die brutal mordet und Brände legt, bis zum heutigen Tag.
Wenn zb die Finanzierung islamischer Vereine und Tempel offengelegt werden soll, was ich befürworte, dann muss dies auch für die israelitischen Vereine, die katholische und die reformierte Kirche genauso gelten. in den usa ist das so, weil alle genannten nach 501(c) eingetragen sind und somit dem irs über Finanzen Rechenschaft ablegen müssen. Rechtsstaatlichkeit bedeutet ja equal protection UND due process. Wer die Transparenz der Geldflüsse fordert, muss dies unter der due process Klausel eben für alle Vereine, die Interessen von Bürgern vertreten, anwenden. Konsequenterweise dann auch politische Vereine (PACs und Parteien).
Weiter schreibt sie dann: ‚Nicht nur mit der Beschwörung der Werte, sondern ganz praktisch‘ und später: ‚Es besteht kein Generalverdacht gegen die Muslime, aber die Unschuldsvermutung gilt auch nicht mehr.‘ Letzteres ist aber genau das Gegenteil von Rechtsstaatlichkeit. Trifft dies ein, hat isis gewonnen, denn genau solches ist ihre Strategie:
‚ simply treating the Islamic State as a form of “terrorism” or “violent extremism” masks the menace. Dismissing the group as “nihilistic” reflects a dangerous avoidance of trying to comprehend, and deal with, its profoundly alluring mission to change and save the world. What many in the international community regard as acts of senseless, horrific violence are to ISIS’s followers part of an exalted campaign of purification through sacrificial killing and self-immolation. This is the purposeful violence that Abu Bakr al-Baghdadi, the Islamic State’s self-anointed Caliph, has called “the volcanoes of Jihad”—creating an international jihadi archipelago that will eventually unite to destroy the present world to create a new-old world of universal justice and peace under the Prophet’s banner.’
2/3, aus dem Artikel zitierend:
‘Indeed, ISIS’s theatrical brutality—whether in the Middle East or now in Europe—is part of a conscious plan designed to instill among believers a sense of meaning that is sacred and sublime, while scaring the hell out of fence-sitters and enemies. This strategy was outlined in the 2004 manifesto Idharat at Tawahoush (The Management of Savagery), a tract written for ISIS’s precursor, the Iraqi branch of al-Qaeda; tawahoush comes from wahsh or “beast,” so an animal-like state. Here are some of its main axioms:
- Diversify and widen the vexation strikes against the Crusader-Zionist enemy in every place in the Islamic world, and even outside of it if possible, so as to disperse the efforts of the alliance of the enemy and thus drain it to the greatest extent possible.
To be effective, attacks should be launched against soft targets that cannot possibly be defended to any appreciable degree, leading to a debilitating security state:
- If a tourist resort that the Crusaders patronize…is hit, all of the tourist resorts in all of the states of the world will have to be secured by the work of additional forces, which are double the ordinary amount, and a huge increase in spending.
Crucially, these tactics are also designed to appeal to disaffected young who tend to rebel against authority, are eager for for self-sacrifice, and are filled with energy and idealism that calls for “moderation” (wasatiyyah) only seek to suppress. The aim is
- to motivate crowds drawn from the masses to fly to the regions which we manage, particularly the youth… [For] the youth of the nation are closer to the innate nature [of humans] on account of the rebelliousness within them.
Finally, these violent attacks should be used to draw the West as deeply and actively as possible into military conflict:
- Work to expose the weakness of America’s centralized power by pushing it to abandon the media psychological war and war by proxy until it fights directly.
Eleven years later, ISIS is using this approach against America’s most important allies in Europe. For ISIS, causing chaos in France has special impetus. The first major military push by the Islamic State Caliphate in the summer of 2014 was to obliterate the international border between Syria and Iraq—a symbol of the arbitrary division of the Arab and Muslim world imposed by France and Great Britain after the defeat of the Ottoman Empire, seat of the last Muslim Caliphate. And because the lights of Paris epitomize cultural secularism for the world and thus “ignorance of divine guidance” (jahiliyyah), they must be extinguished until rekindled by God’s divine radiance (an-Noor).’
(Im Weiteren beschreibt der Artikel dann, warum French Intelligence Schwierigkeiten hatte, die Pläne im Voraus zu erkennen).
3/3
Deshalb verlinkte ich gestern dies hier.
um den Phänomen isis, und der Tatsache, dass 20'000 (!) seiner Kämpfer aus dem Westen stammen (nach cia sogar über 30'000), beizukommen, muss verstanden werden, wie deren Köpfe ticken. Die Reduktion auf Religion und die instrumentalisierung betreffend Flüchtlingen, wie dies nun in vielen Medien geschieht, trägt der wirklichen Bedrohung kaum Rechnung. Ein Pull-Out wäre eine temporäre Lösung (indem sie isis etwas den casus belli wegnimmt). Die lokalen Mächte, da untereinander selber zerstritten, können und wollen auch keine Lösung, weil isis teil ihrer machtkalkulationen sind und waren. Isis aber hat globale strategische Ziele, denen des NS Regimes in nichts nachhinkend. Auch da wiederholt sich ein Muster, wie regionale Mächte (nicht) handelten. Zeigt auch, warum der Bezug auf religion ein Strohmann Argument ist.
Antworten darauf und Lösungsansätze?
Ich habe nicht den Eindruck, dass hier irgendjemand den Islam auf die religiösen Aspekte reduziert. Die Crux ist ja, dass der Islam religiöse Staatsordnung ist, Religion ist Politik. Gerade Necla Kelek weist immer wieder darauf hin, dass der klare Beleg dafür ist, dass Menschen, die vom Islam abfallen, verfolgt werden, grösste Schwierigkeiten innerhalb der eigenen Gemeinschaft bekommen und geächtet werden. Wann haben wir zuletzt davon gehört, dass jemand, der aus der evangelischen oder katholischen Kirche austreten will, mit dem Tode bedroht wird? Das gilt auch für das Judentum (abgesehen natürlich jeweils von ein paar Ultra-Orthodoxen auf allen Seiten, die aber kaum eine Rolle spielen und deren Einfluss in der Regel gering ist).
Nur so ist auch zu erklären, warum es bis heute nur sehr wenige klare Worte und Demonstrationen der gemässigten Muslime gibt zu IS, Boko Haram und anderen islamistischen Terror-Gruppierungen. Meiner Ansicht nach ist Kelek hier sehr klar:
'….Der Islam kann nur zur Religion werden, wenn er sich säkularisiert. ….. Moscheen haben oder hätten die Pflicht, als Teil einer Zivilgesellschaft zu leben….. Die Muslime müssen diese Glaubens-Revolution selber machen…. Sie müssen sich darum kümmern, was in ihrem Namen in den Moscheen passiert. Die europäische Gesellschaft kann und muss dies erwarten können, so wie sie sich selbst eine Aufarbeitung der Diktatur auferlegt hat…. Sie muss sich bis dahin gegen den politischen Islam zur Wehr setzen. Nicht nur mit der Beschwörung der Werte, sondern ganz praktisch. Solange die Muslime diese Aufgabe nicht bewältigen, muss die Religionsfreiheit Grenzen haben…...'
Natürlich liegt hier keine kurzfristige Antwort auf den Terror von IS. Ich persönlich konnte mir bislang kaum vorstellen, dass es so etwas wie einen 'gerechten Krieg' gibt - habe also wie die meisten von uns, die von Krieg nur gelesen oder gehört haben, den Kopf in den Sand gesteckt. Es schockiert mich zutiefst, dass diese Möglichkeit, dass wir nur mit Gewalt und Krieg dieser Bedrohung Herr werden können, immer realer wird.
Aber was wir (damit meine ich 'den Westen') machen können, längerfristig, sollten wir in Angriff nehmen und zwar so schnell wie möglich. Wir sollten aufhören, naiverweise anzunehmen, dass unsere Werte so erhaben sind, dass sie sich letztlich durchsetzen. Das ist tatsächlich mMn nicht (mehr) sicher….
Folgendes gehört meiner Ansicht nach zu den Möglichkeiten:
Keine Rückkehr von Jihadisten in ihre 'Heimatländer' (und ja, es ist mir völlig egal, dass dadurch u.U. rechtsstaatliche Prinzipien verletzt werden), jeder Europäer, der sich IS anschliesst, hat sein Bleibe- und Rückkehrrecht verwirkt.
Wir sind mMn soweit, dass eine Art von Notrecht zur Anwendung kommen muss, nicht mehr das windelweiche Gerede von 'Rechtsstaatlichkeit bewahren', 'humanitäre Tradition' etc. Parallelgesellschaften werden nicht mehr geduldet, Eltern haften für ihre Kinder, Moscheen müssen absolut transparent werden. Es werden nur noch Flüchtlinge aufgenommen mit begrenztem Bleiberecht (die Schweiz hat das in den Jugoslawien-Kriegen relativ gut hinbekommen). Daran muss auch die (überwältigende) Mehrheit der friedlichen Muslime ein Interesse haben und es sollten dazu beitragen, dass sie die Kraft finden, sich gegen den politischen Islam zu wehren.
Und letztlich das: nehmen wir uns ein Beispiel an Ihrem eigenen Land, Katharina. Bei allen Problemen: im Grossen und Ganzen scheinen die unterschiedlichsten Rassen, Religionen und Nationalitäten die Dankbarkeit dafür, sicher und eigenverantwortlich leben zu können, über Partikularinteressen stellen zu können. Wie geht das? Inwieweit kann sich Europa hier etwas abschauen?
@fufi: Zu 'intellektueller Aktionismus ohne jede reale Relevanz'. Sehe ich absolut nicht so: wir kommen immer wieder an Punkte im Leben, wo wir unsere eigenen Haltungen überdenken (müssen). Mir geht es letztlich nicht darum, politisch-militärische Konzepte zu entwerfen (wie im Vorthread geschrieben, bin ich weder Weltverbesserin, noch versuche ich, irgend einen anderen zu einem 'Umdenken' in meinem Sinn zu bewegen - es ist Aufgabe jedes einzelnen Individuums, Sorge wie Verantwortung für die eigene(n) Einstellung(en) zu tragen). Vielmehr geht es mir darum, wie ich mich selbst positioniere: im 'reellen Leben', in eigenen Entscheidungen, Begegnungen, Diskussionen - und das ist in meinen Augen von sehr konkreter Relevanz. Wer nicht weiss, wo er steht, wird vom Leben durchgeschüttelt (in meinen Augen auch, wer meint, an einmal gewonnenen Haltungen zeitlebens unverrückt festhalten zu können - denn Leben ist Fluss, Veränderung, nicht Stillstand).
Zu 'Ich bin hilflos, was kann ich tun': da sein, die Situation er-tragen und mit-tragen. Mehr kann man nicht tun, aber dies ist eben genau kein Nichts-Tun (also kein Verharren in Hilflosigkeit), sondern ein Akt der 'praktischen' Nächstenliebe. Um über den Verlauf von Krankheit oder Tod zu bestimmen, müsste man hingegen Gott sein. Oder Wunderheiler.
@Tigri: Was auch immer gerade in Deinem Leben geschieht, ich wünsche Dir Frieden.
@Katharina: Selbstredend gelten die Überlegungen von Necla Keller nicht nur für den Islam, und ebenfalls - meines Erachtens - auch nicht nur für Religionen. Sondern für jede weltanschauliche/ideologische Strömung, die extreme (Verlaufs-)Formen annimmt. Und wie Carolina würde ich meinen, dass niemand hier das Phänomen auf den Islam, respektive die Religion, reduziert. Mein Stalin-Vergleich kam nicht von ungefähr, da ich in jedem Fall an dem Punkt festhalten würde, dass Depotismus - also reine, absolut gesetzte Willkürherrschaft - zumindest einen wichtigen Kernaspekt des IS Problems darstellt. Und dieser Aspekt beschränkt sich insofern eben gerade nicht auf den Islam, ob man ihn nun religiös oder politisch fassen möchte. Auch die Sakralisierung des Tötens um der Schaffung einer 'neuen Welt(ordnung)' willen ist gemäss einem solchen Verständnis keine IS 'Spezifität', obschon ein auffälliges Merkmal (Muster).
Mit Carolina gehe ich einig, dass die bisherigen westlichen Konzepte und Interventionen nicht das Geringste dazu beigetragen haben, das Problem nachhaltig zu lösen. Im Gegenteil: sie haben es in vielerlei Hinsicht nur verschärft. Es wäre also an der Zeit für neue Konzepte und Vorgehensweisen. Ein 'Notrecht' auszurufen schiene mir dabei alles andere als absurd, wobei ich auf Folgendem beharren würde: es gilt keine 'Sippenhaft'. Wenn wir allerdings weiter, u.a. in Berufung auf 'Toleranz', zuschauen, wird sich exakt dieses sippenhaftige Islam-Bild in den Köpfen der europäischen/westlichen Massen festsetzen, wo es das nicht schon getan hat. Wir als einzelne Vertreter oder Mitglieder der Zivilgesellschaft haben die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass das nicht geschieht - genauso wie die moderaten Muslime, die in der Mitte unserer Zivilgesellschaft leben möchten, ihren Teil dazu beizutragen haben. Keine einseitigen Forderungen also, sondern ein Aufruf an alle, denen ein Leben in Freiheit, oder Freiheitlichkeit, gelegen ist. Mit einem weiteren Verschliessen der Augen vor den gegebenen Tatsachen, mit Beschwichtigungen, mit Scheinvergleichen, werden wir jedenfalls weder unsere demokratisch-liberalen, noch unsere humanitären Werte wahren können - zumal sie teils bereits erodiert sind. Die Grenze zieht sich demnach nicht zwischen Vertretern von Religionen oder Kulturen, sondern zwischen denen, die morden oder das Morden im- wie explizit begrüssen, respektive fördern (auch in unseren eigenen Reihen, sei es aus Profitdenken, sei es aus anderen Überlegungen), und dem Rest, der dagegenhält.
Wie hat es Henryk Broder so schön formuliert: "Der Islam hat nichts mit dem Islam zu tun".
Es ist schon hochgradig schizophren: Da wird von uns gefordert, dass wir Verbrechen, die im Namen des Islam von prononciert aus dem Islam heraus (und theologisch-exegetisch nicht anders als gewaltlosere Fundamentalisten) sich rechtfertigenden islamischen Extremisten begangen werden gefälligst nicht mit dem Islam in Verbindung bringen dürfen und schon gar nicht mit den Muslims, die sich hier mitten in Europa in parallelen Gesellschaften und obskuren Zirkeln abschotten.
Nun, das Misstrauen ist gesät, und zwar nicht von bösen Demagogen, die den muslimischen Mitbürgern das Leid werken wollen, sondern durch die jahrelangen Ereignisse selbst. Ich möchte daran erinnern, dass die Anschläge nicht nur in London. Madrid, Paris und New York stattfanden, sondern auch in Moskau, Toulouse, Sydney, Boston, Ottawa, Brüssel oder Kopenhagen - also dort, wo die sich auf mirakulöse Weise zu Extremisten gewandelten muslimischen Mitbürger halt zufällig gerade leben und sich ein Ziel auserküren (und sei es nur eine jüdische Privatschule).
Es ist auch ein Paradigmenwechsel: Wollte man früher die USA (als Allianzpartnerin Israels) treffen, so ist heute jedes Ziel recht, das irgendwas mit der doch recht breiten Allianz (USA, UK, Frankreich, Kanada, Belgien, Holland, Australien aber auch Jordanien, Türkei, Iran und die Hizbolla und neuerdings Russland) in der Levante zu tun hat.
zusammengefasst liegt ein mächtiger kumulativer Nachweis für die Annahme vor, dass die neue Generation von Jihadisten, die im IS nur gerade die neueste Emanation ihrer wahr werdenden Träume vorfinden, entschlossen ist, ihren mörderischen Krieg gegen Andersgläubige und für ein eigenenes Staatsterritorium mit äusserster Entschlossenheit fortzusetzen und jede humanitäre Gegenwehr (und sei sie noch so international abgestützt und vernunftmässig legitim) mit Kommandoaktionen konfrontieren, die im Westen stattfinden.
Den Krieg dorthin tragen, wo er (aus Sicht der Jihadisten und leider auch vieler westlicher Wirrköpfe) herkommt: dem Westen.
Und das mit Erfolg, wie wir sehen.
Auf die ganze Religions-Diskussion einzugehen ist nicht klug, siehe Thiel. obwohl offensichtlich ist, dass wenn der Koran mehr wie die Bibel wäre, es nicht so einfach wäre, aus ihm DIREKT eine Legitimation fürs Töten (Sure 9) abzuleiten. Dass es ein ganz und gar garstiges Buch ist, haben Gelehrte gesagt, als es noch keinen Terrorismus gab.
Ich gebe dir in diesem völlig recht, mila, dass das nicht "ohne reale Relevanz" ist.
Bloss ohne ich sag mal global-politische Auswirkung.
Aber hast recht, und das mein ich nun grad gar nicht zynisch:
Im eigenen Haus muss beginnen, was weltweit leuchten soll!
Nein, ich mein's vielmehr ermunternd, im Sinne von TROTZDEM werde ich heute ein Apfelbäumchen pflanzen.
Es ist ja auch eher der umgekehrte Vorgang: wie sich "arme" Moslems gegen Generalverdacht und die schon jahrhundertelang anhaltende "Unterdrückung" der Araber durch Europa wehren. Was jetzt wieder auf den sozialen Medien an verschwörungstheoretischem Müll und an faktenverdrehenden Filmchen über den angeblichen Unterdrückungsfeldzug des Westens in Arabien (mit vielen toten Kindern und Frauen) herumgeboten wird, zeigt, dass auch die Muslime nicht bereit sidn, die wirklich heiklen Themen anzusprechen: Woher kommt das Geld für den IS? Die Scheichs in ihren Wüstenhochhäusern lachen sich gewiss einen ab, wenn sie sehen, wir wir uns in politischer Korrektheit unseren "muslimischen Mitbürgern" gegenüber üben und uns in grenzenloser Eitelkeit darum Sorgen machen, ob mehr Überwachung zu einer Verschmutzung unseres reinen demokratischen Gewissens führen wird. Und gleichzeitig Erdogan hofieren, der seit Jahren den Süden seines Landes als Versorgungsraum für die ISIS offenhält.
Und welche Rolle wird der Iran inskünftig spielen?
Lasst alle Hoffnung fahren, ihr die ihr eintretet - Dantes Worte könnten über der Bosporus-Brücke stehen, wenn man sie im asiatischen Teil verlässt. Die wird uns noch schmerzlich beschäftigen in den kommenden Jahrzehnten, diese Weltgegend.
Die Geschichte meldet sich zurück Leute! Das wird auch von uns schwierige Entscheidungen erfordern, harte Entscheidungen. Ausschliessen darf man schon jetzt, dass irgend einer verborgnen Logik folgend, die Menschheit immer besser, freundlicher, gelassener und happyer wird - wie wir nach dem kalten Krieg und euphorisiert von den Aussichten auf eine hochtechnologisierte digitale "Weltgemeinschaft", die durch den gemeinsamen Wunsch nach dem Guten Leben (Hegel) beseelt ihre Konflikte in sozusagen automatisiert-demokratischen Institutionen und von interkultureller Weisheit durchdrungenen internationalen Prozessen beilegt und frei, gleich und brüderlich im hehren Konsume ihren Sinn findet.
Denn dies - und das ist vielleicht der positive Aspekt am Ganzen - bedeutet, dass wir uns in dieser kriegerischen Konfrontation klar werden müssen, welche Werte Kernbestand sind und welche nur "nice-to-have".
Ich habe zum Beispiel ganz konkrete Vorstellungen davon, worauf wir getrost verzichten könnten...
Weisst du, Orlando, ich find's irgendwie kurzsichtig, um nicht zu sagen billig, jetzt NUR auf den islamistischen ReligionsIdioten rumzuhacken. Global gesehen gibt's da nämlich noch einige andere söttige, jedweder Religion, auch wenn deren Greuel halt nicht so spektakular aufgezogen sind.
Und was die "Parallelgesellschaften" betrifft: Wie steht's da mit den Tamilien? den Eritreern?
Ok, das mit den Katholiken vs den Reformierten hat sich in den letzten hundert Jahren doch etwas gelegt.
Aber damals hättest du als Reformierter dein Bier doch besser NICHT in der "Eintracht" getrunken.
Krieg der Werte, meinst du Orlando?
ICH sage Kriege um Macht und Geld!
Und die Kriegenden sind - im wahrsten Wortsinn! - die Dummen.
Siehe Saudi-Arabien. DER Grundverbündete des Westens dort unten, neben Israel. Dass dort die Gerichte die Scharia anwenden, dass die Erhängten danach an Kreuze genagelt werden? Wen kümmert denn sowas, wo s'Öl ja grad so billig ist?
@Katharina, wegen der "Tatsache, dass 20'000 (!) seiner Kämpfer aus dem Westen stammen (nach cia sogar über 30'000), beizukommen, muss verstanden werden, wie deren Köpfe ticken."
Nun denn:
Da ist vor ein paar Monaten im 20min ein Interview gekommen, mit so nem CH-ISIS-Terroristen.
Und der hat dann nämlich gesagt, dass wir das alles viel zu negativ sähen. Sie würden nämlich keine Unschuldigen töten, sondern nur Ungläubige und solche wo vom Glauben abgefallen seien.
Fufi, was genau ist an O's Analyse 'billig'? Da schreibt man sich die Finger wund und dann geht die Relativiererei wieder los! Es geht nun mal hier und bei IS um den Islam - eine pervertierte Form des Islam, nicht um die Tamilen (die ja übrigens in der Regel ihre Uebergriffe im eigenen Land begehen). Aber dass wir es nicht einfach nur mit einer irrgeleiteten Religion zu tun haben, dürfte doch hinlänglich bewiesen sein, oder?
Vergleiche dazu den heutigen Zürcher Oberländer, wo zwei Imame interviewt werden. Sie beide - übrigens beide dem Stamme der Sunniten angehörig - halten Isis zwar für ganz schlimm, aber bis auf ganz, ganz wenige Vorfälle, wo in den sieben Moscheen, die es allein in Wetzikon gibt, mal jemand auffällig wurde bzw ein Salafist auftauchte, gibt es überhaupt keine Probleme, angeblich. Implizit wird auch hier die Schuld bei den Schiiten gesehen, so dass man sich selber nicht allzu sehr mit dem Problem befassen muss, dass junge Leute auch aus westlichen Moscheen rekrutiert werden.
Nochmal: was geht uns dieser seit ewigen Zeiten schwelende Konflikt zwischen den Stämmen an? Hat der böse Westen auch hier Schuld auf sich geladen? Wenn es doch so stossend ist, dass der Westen sich einmischt bzw - wie heute in einem Tagi-Artikel behauptet - andererseits kein Interesse an den Geschehnissen im Libanon etc zeigt, warum übernehmen die muslimischen Glaubensbrüder denn nicht selber die Flüchtlinge? Warum sorgen sie nicht selber dafür, dass Ruhe einkehrt, dass die Gegend befriedet wird? Wenn es wirklich um Religion ginge, dann wäre das doch kein Problem, oder?
Nur noch ein kleines frühes Bettmümpfeli von mir: Matthias Matussek wurde von der WELT entlassen, weil er gegen die in Deutschland (und, das ist der grösste Witz, vom Bildungsblatt 'Bild' und seinem heuchelnden Chefredakteur unterstützt) mittlerweile eingeschränkte freie Meinungsäusserung verstossen hat - man wird heutzutage wegen schlechten Geschmacks entlassen!
Man muss das Heu wirklich nicht auf derselben Bühne zu haben wie MM, um hier das grosse K….. zu kriegen.
Man ergeht sich überall in semantischen Diskussionen, wirft Nebelpetarden und führt völlig unnütze Debatten um Nebenschauplätze - währenddessen geht alles weiter wie bisher.
Mit "billig" meine ich eigentlich, dass der Finger auf DIE gelegt wird, wo am lautesten töten. Auf die, wo das so still und heimlich tun, du weisst schon.
Und zweitens:
Ich hab da so losen Kontakt mit einem sogenannt "anerkannten" Islam-Experten. Und wir sind beide der Ansicht, dass es bei der ISIS sich letztlich um einen inner-islamischen Krieg handelt. Sunniten gegen Schiiten, und umgekehrt.* Und dass die Terroranschläge gegen "den Westen" bloss zu 2 Zwecken dienen:
1. Wie du mir so ich dir. Und, und das vor Allem:
2. Zur Demonstration der eigenen Macht, und DAS gegen Innen, sozusagen!
* Es erstaunt in diesem Sinne nicht, dass ein grosser Teil der IS-Führung aus ehemaligen irakischen Obersten besteht. Mögen's auch Generäle oder bloss Häuptlinge sein.
Und vor allem meine ich mit "billig", dass da bloss auf die religiösen Idioten, heisst: die Ausführenden gezeigt wird.
Auf die Drahtzieher, denen es NICHT um Allah und die Huri im Himmel geht, sondern um Dollah und die Huri auf Erden, DIE, naja, von DENEN hör ich ja nicht's, in den Kommentaren, Analysen und Lösungen?
Terror macht Angst
Da hat doch wer wegem dem in Paris was ziemlich Gescheites gesagt, und zwar
Dass das eigentliche Haupt-Ziel der Anschläge der Tschütteli-Matsch gewesen sei, und die anderen Attentate bloss so "Ablenk-Manöver", um die Aufmerksamkeit und die Einsatzkräfte vom Haupt-Ziel abzuziehen.
ICH finde das sehr plausibel, weil:
im 2016 findet die Tschütteli-Europameisterschaft statt, en France!
Als ich meine gestrigen Beiträge schrieb, war nach der Frage 'Antworten darauf und Lösungsansätze?' noch mehr. Ich sah aber davon ab, es zu publizieren, um das Feld offen zu lassen für Eure eigenen Gedankengänge, ohne es in eine bestimmte Richtung vorzuspuren. Und für Antworten brauche ich auch mehr zeit, weil mich das ganze so beelendet wie euch auch.
'dass hier irgendjemand den Islam auf die religiösen Aspekte reduziert' - Ich bezog mich da eher auf die ganze Art und Weise und mMn Verlogenheit, wie die Medien das ganze 'präsentieren'. Nicht auf die Mitwirkenden hier, die wir ja alle, jedes auf seine Art, im Austausch hier auch ein Mittel sehen, einen Umgang mit dem Geschehenen zu finden.
Zu Notrecht: sehr wohl hat jedes Land das recht, eine Bedrohung, oder genauer konkrete reale Kriegsakte, unter Notrecht zu behandeln. Dieses ist ja dazu in die Gesetzeswerke festgeschrieben worden, um bei Gefahrenlagen grossen Massstabes überhaupt agieren zu können. Deshalb werden hier von den Gouvernören 'State of Emergencies' deklariert, wenn solches eintritt. Nur unter state of emergency dürfen zb militärische resourcen inländisch genutzt werden, weil die die logistik usw haben um einzugreifen (e.g. überhaupt sicherzustellen dass Ambulanzen, Polizei usw die ihnen aufgetragenen dienste wahrnehmen können und ncith im aftermath looters usw noch vom ganzen profit schlagen. Nur: solches ist temporär. Selbst der verfehmte Patriot Act nach 9/11 ist und war temporär. er kann nur durch beide Kammern des Parlamentes erneuert werden. dies ist mehrmals geschehen, und modifiziert weitergeführt worden. Das ist nicht dasselbe wie zB einwanderungsgesetze zu modifizieren, was langwierig ist und dem regulären demokratisch-parlamentarischen Prozess unterliegen muss. Euer Problem ist einerseits die Nähe zum geschehen (wir haben zwei weltmeere dazwischen, jenachdem aus welcher richtung man schaut) und andererseits, dass PFZ innerhalb einer heterogenen supranationalen Konstruktion nur mit einschränkungen funktioniert, wenn überhaupt, und die mitgliedstaaten des vertragswerkes umgekehrt wenig handhabe zu quoten, temporäre reduktionen (ventilklauseln) usw haben.
die wirklich akute flüchtlingsproblematik kann ein dublin schengen system auch nicht meistern. dazu sind die anzahl menschen einfach zu viele. sowas ginge, wenn ihr, wie wir, land im überfluss haben. vor ww2 war es aber auch so, dass 60-70% der keute hier gegen eine öffnung waren, als die shoa anfing. seltsam nicht, denn alle unsere vorfahren kamen hierher als migranten im weiteren sinn. viele iren, als dort grosse hungersnot herschte. italiener aus dem süden wegen armut. deutsche, schweizer und elsasser wegen religiöser verfolgung. juden auch deswegen. usw.
die inskription der freiheitsstatue lautet:
The New Colossus:
Not like the brazen giant of Greek fame,
With conquering limbs astride from land to land;
Here at our sea-washed, sunset gates shall stand
A mighty woman with a torch, whose flame
Is the imprisoned lightning, and her name
Mother of Exiles. From her beacon-hand
Glows world-wide welcome; her mild eyes command
The air-bridged harbor that twin cities frame.
"Keep, ancient lands, your storied pomp!" cries she
With silent lips. "Give me your tired, your poor,
Your huddled masses yearning to breathe free,
The wretched refuse of your teeming shore.
Send these, the homeless, tempest-tost to me,
I lift my lamp beside the golden door!"
- Emma Lazarus, 1883.
Und letztlich das: nehmen wir uns ein Beispiel an Ihrem eigenen Land, Katharina.:
Vielleicht dies, nicht PC, aber problemlos:
https://www.youtube.com/watch?v=detWT9tYLW8
Hab da noch so nen Hör-Tipp:
Hat der Terror eine Religion?
20.11.15, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
Wiederholung um 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
Es ist nach jedem Terroranschlag das Gleiche. Da rufen, wie jetzt wieder in Paris, die Attentäter «Allahu akbar», «Gott ist gross» und töten mehr als 120 Menschen. Und schnell wird allenthalben beschwichtigt: Mit dem Islam habe das alles nichts zu tun. Hat Religion wirklich nichts mit Gewalt zu tun?
Von Anschlag zu Anschlag werden es mehr: zahllose Bürgerinnen und Bürger sehen den Islam mittlerweile als Bedrohung an. In der Tat wurden in den letzten 20 Jahren zahlreiche barbarische Taten im Namen Allahs begangen. Und auch der «Islamische Staat» hat mit dem Islam zu tun - so viel wie die Kreuzzüge mit dem Christentum.Wenn es um Gewalt geht, scheint keine Religion unschuldig zu sein.
Über Terror, Gewalt und Religion diskutieren Jasmin el-Sonbati, Mitbegründerin des Forums für einen fortschrittlichen Islam, Albert Stahel, Politikwissenschaftler und Terrorexperte und Samuel Behloul, Islamexperte der Katholischen Bischofskonferenz.
http://www.srf.ch/sendungen/kontext/hat-der-terror-eine-religion
Und den berühmten Rant aus dem gleichen ilm will ich Euch nicht vorenthalten (etwas fürs Gemüt):
https://www.youtube.com/watch?v=TgL_5QcZCMo
Hä? Wo ist mein erster Post? Den ich kurz vor dem 13.46 verschickte?
Keine Ahnung Orlando
Bin erst seit JETZT wieder da!
Komisch, ich habe ja gesehen, wie er da stand...
Egal, darin zog ich in Zweifel, dass Frau Lazarus den gleichen Text heute noch schreiben würde, ob darüber ein Konsens besteht, dass die "huddled masses" schrankenlos ins Land strömen sollen. (Im Gegensatz zur Schweiz haben die USA die green card ja schon vor einiger Zeit eingeführt...). Zum anderen ist der Lack am Golden gate ja schon länger ab, so zirka seit den 1960er Jahren. Und das Land der unbegrenzten Möglichkeiten hat seine Grenze spätestens beim anderen berühmten Golden Gate gefunden. Endstation (der) Sehnsucht.
Bei aller Liebe zum Kitsch: Schlägst Du etwa vor, Madame Liberty soll ihre Laterne am südlichen Grenze schwenken, damit noch mehr "of the tored, the prro, yearning to be free" ins Land strömen, in dem ja mittlerweile der Sozialismus auch Fuss gefasst hat und es somit eine Einwanderung direkt in den Sozialstaat gibt?
Aber als Mythos, an dem wir uns - beinahe schon etwas nostalgisch – bisweilen wärmen, taugt das immer noch, ich gebe es mit Carolina zu.
Es ist dieser Traum, der im Film 25th Hour (2002) von Spike Lee in der Schlussszene beschworen wird. Dieses Amerika, in das europische Menschen gleichsam verschwinden, sich auflösen und etwas ganz anderes werden - können. Die neue Welt, die Möglichkeit des Neubeginns unter stahlblauem Himmel und unendlich weiten Ebenen. Und das es dann doch nicht so ist...
Ein Film, der anhand einer kleinen Gaunergeschichte die Befindlichkeit jenes post-9/11 New Yorks einzufangen versucht. Und damit jene bleierne Schwere vermittelt, wie sie auch jetzt nach den Anschlägen in Paris zu spüren ist...
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