Freitag, 20. Juli 2012

FKK - FufisKuriositätenKabinett, the 1st

Wie gesagt, es ist Sommer, zumindest kalendarisch, und da servieren wir in der Lounge ja leichte Kost, wie es sich gastrominimalistisch-jahreszeitlich auch gehört.

ALSO: Hier der erste Teil aus FufisKuriositätenKabinett:


Abt. Biologie: Der weisse Hai wo eigentlich grau ist



 

  

 

 

 

 

 

 

Abt. Forschung: Die Quantenelektrodynamik  



























Abt. Kultur: Wir alle sind Tell!

















Und weil jetzt dann glaub das erste und ultimative Tell-Musical da irgendwo im SanktGallischen (Tell in St.Gallen? - michwunder!) aufgeführt werden soll:

Das ist denn nämlich beileibe NICHT das erste Tell-Musical wo in der Eidgenossenschaft öffentlich vollführt wird!

Sowas gab’s nämli schon im 1977, auch wenn davon nur wenige Zeugnisse erhalten geblieben sind!
fufi gesteht: Auch ER hat seine diesentsprechende Schallplatte (33 rpm) irgendwann vertrauensvollst dem ERZ anvertraut!

Anyway!

Archäologisch Interessierte finden Hinweise davon zum Beispiel hier:

Gitarrenlied
Text: Udo Lindenberg; Musik: Udo Lindenberg
(Aufgenommen 1977 zum Musical "Tell")

Und das tönt denn so:


Und wer weiter sucht, wird auch hier noch fündig:

Da steht doch wirklich:

1977 - Tell! (Musical with Udo Lindenberg, Alexis Korner, Su Kramer and Jürgen Drews

Ziemlich hochkarätig also, was damals im 77gi im Albisgüetli – jaja, in DEM Albisguetli wo heute die SVP – jedenfalls auftrat. Und glaubt mir: S’ hat SP-ass gemacht.


Und ach ja, und eine gewisse June Carter machte dabei auch noch mit!


Abt. Sommerferien 2012


Da wünsch ich doch euch allen nur das Allerbeste!

65 Kommentare:

fufi hat gesagt…

Und wenn ich mich hier denn schon mit wasweissichfürwelchen Kuriositäten rumschlage,
wie wär's denn mit diesem meinem Vorschlag zur neuen Nationalhymne? Ich denke, DAZU könnte nicht mal die SVP ihr Veto einlegen?

http://www.youtube.com/watch?v=WPF8r_4nykI

Franz Oettli hat gesagt…

Ja also mit dieser Katzenmusik konnte ich nie viel anfangen, die ist mir einfach etwas zu unmusikalisch. Aber interessant ist es ja schon: Diese langen Koteletten an den Schläfen sind doch noch gar nicht so lange her. Und alle sind sie nach Indien gepilgert oder haben sich zugepafft. Das war ja harmlos verglichen mit diesen Pilllen heute, wo man nicht mehr weiss, welche Chemie überhaupt drin ist.

fufi hat gesagt…

K A T Z E N M U S I K

sagt er!

Da bleibt mir ja das Miau im Halse stecken!

Was meinen der Tiger und der Rum Tum Tugger dazu?


Aber es gibt sowas ähnliches auch auf "kulturellem Niveau:

http://www.youtube.com/watch?v=tfDDDg_OGNk&feature=related

Mir nicht böse sein, Franz, gäll!

*obergrins*

Würde mich übrigens sehr freuen, wenn du mal ne Carte Blanche veröffentlichen mögtest!

O. hat gesagt…

http://blog.derbund.ch/berufung/index.php/1257/durchschnittsmenschen-bringen-eine-gesellschaft-nicht-weiter/#comment-1047

Sehr zu empfehlen! Kann man übrigens auch auf den Blogkontext anwenden. Und im Berufsumfeld erst! Besonders schön: "Viele Menschen geben sich leider damit zufrieden, etwas Bestehendes zu reproduzieren. Sie vergeuden ihr Talent. Da die Zukunft grösstenteils nicht vorhersehbar ist, tun wir gut daran, uns als Gesellschaft möglichst breit aufzustellen. Gefragt ist nicht Anpassung, sondern Ausprägung der individuellen Stärken."

Das passt natürlich den gruusigen Linken nicht. Die wollen lieber das alle gleich sind, gleich durchschnittlich, gleich anständig und gleich arm. Wer das Starke verachtet und sich immer am Schwachen orientiert, ist sowieso ein Propagandist dessen, was Karol Wojtyla die "Kultur des Todes" nannte (klassisch hegelianische Kackdialektik, nicht wahr? Alle Werte immer mit konstruierten Gegenwerten neutralisieren und eine Synthese, Verschmelzung in etwas Neues forcieren, das den alten ursprünglichen Wert vernichtet - so schreitet die nihilistische Auslösung ja im Westen voran).

Es sind letztlich solche Menschen- und Gesellschaftsbilder, die unsere politischen Maximen bestimmen, immer wieder. Und wie immer wieder wird hier der doch sehr grundsätzliche Unterschied in der politisch-historisch-gesellschaftlichen Philosophie erkennbar, zwischen dem, was ich konservative Weltsicht nenne, und eben dem anderen.

Und speziell nochmal für Fufi: E r ist nicht gekommen, dem Schwachen, Kranken, Ausgestossenen Trost zu spenden, Mitleid zu haben, es zu verklären, zu feiern, für okay zu erklären, ihm einen Behindertenparkplatz zu bauen - sondern er ist gekommen um zu h e i l e n !

fufi hat gesagt…

Hach Orli

In den 15 Monaten wo ich jetzt hier wirte hab ich noch keinen Gast kennengelernt, wo ich als "Durchschnittsmenschen" disqualifizieren können täte.
Gegenteilig!

Obwohl gerade DU mir manchmal vorkommst wie so ein ganz gewöhnlicher, rechts-programmierter Cyborg, wo stets sein ewig-gleiches-Parteiprogramm abspult, wenn auch mit jeweils anderen Vokabeln.
Erinnert mich irgendwie an die 1te Doktrin wo dem ROBOCOP einprogrammiert wurde.
Nun denn: ICH darf ihn "Murphy" nennen!

Und von wegen meinem Bruder imHi:
Der ist nämli wirklich nicht zu den wirklich Gerechten gekommen, weilö die nämlich wirklich gerecht waren.
Aber es waren DIE, wo meinten SIE seien denn schon sowas von gerecht - sprich: die SELBSTGERECHTEN - wo meinen Bruder imHi ans Kreuz genagelt haben!

Und wie du richtig sagst: Mein Bruder imHi ist gekommen um die Welt zu heilen, klaro. Und GENAU DAS hat er denn auch getan!
Aber ob gewisse Menschen - ganz abgesehen von Eseln und Graugänsen - das denn auch verstehen WOLLEN?

Tiger hat gesagt…

De gustibus, gell, Franz. Mir passt der Song sehr, der etwas dreckige Siebzigerrock ist cool.

Klar, die Art wie Janis Joplin, Jim Morrison und Jimi Hendrix umkamen, ist schon nicht so richtig nachahmenswert, aber vor ihrem Tod haben sie sehr hell gebrannt (um wieder einmal auf einen meiner Lieblingsfilme zu verweisen, Blade Runner).

O, ich muss Dich enttäuschen. Ich finde die meisten Leute der Gegenwart ebenfalls sehr langweilig. Auch ich sehe, dass sie ihr Potenzial nicht ausschöpfen. Ich selbst auch nicht. Warum nicht? Naja, das würde jetzt zu weit führen, hier drauf einzugehen. Es wäre auch ziemlich kompliziert.

Ich enttäusche Dich darum, weil ich nicht den Eindruck habe, dies habe mit der politischen Haltung etwas zu tun. Bei den Rechten sehe ich haufenweise sehr sehr durchschnittliche Menschen. Herdentiere, Leute, die Angst haben, eine eigene Meinung zu haben. Bei der SVP sind sicher die meisten Leute so (bei der SP gibt es auch Legionen davon). Klar, an der Spitze sind die Vordenker, aber gleich danach folgen die nach-Denker (nicht die Nachdenker, denn nachzudenken ist der Job der Vordenker, die nach-Denker haben das Nachdenken gefälligst zu lassen).

Wegen des Heilens schnell: Wer sagt denn, was "gesund" ist? O??? Wie will man einen Depressiven etwa heilen? Ihn gleichgültig machen, dann geht es ihm nämlich gut und er ist geheilt. Oder man kann ihn zum energetischen Menschen machen, dann ist er auch "geheilt", einfach ganz anders. Was ist nun gültig?

O. hat gesagt…

Kranke heilen konnte nur JC selber. Es geht hier um spirituelle Heilung, um das Reparieren der Seele, a healing in faith and in God.

@alle Weltuntergangs-Fetischisten hier: schaut euch mal den Streifen "Melancholia" an - im wahrsten Sinne des Wortes: Grosses Kino!
Gestern gesehen und mit den Tränen gekämpft, spannend ist es irgendwie auch, thrilling, bedrohlich, wunderschön, man kann sich ab diesen Bildern regelrecht besaufen, die spannungsvolle Ruhe hat der Film, der lange Atem eines Bergmann, ein opulenter Kitsch ist es natürlich, aber ganz ganz ganz wunderbar! Und wenn man die Gainsbourg und die Dunst in einem Film zusammenhat, könnte der sogar schlecht sein, es wäre trotzdem toll. Aber er ist grossartig!

Dunkle Ahnung, fieberhafte Sehnsucht, tiefe Melancholie, die Reduktion auf das zutiefst Menschliche; Im ersten Teil, der Party sieht man Menschen, die sich eigentlich schon selber abgeschafft haben, the big Nothing unserer Tage, die völlige Auflösung der menschlichen Beziehungen: diese Gesellschaft ist schon doomsworthy bevor der Komet überhaupt auf Kollisionskurs kommt, was die zartfühlige Frau natürlich ahnt.

Der Rest: köstlich, dunkel, sparsam, das Unvorstellbare denken, ein richtiges sich einlassen auf das Schicksal (Nietzschze). Wagners Tristan-Vorspiel - dick aufgetragen, in Samt und Marmor. Es hat einfach Stil. Edelkitsch, süchtig machend. Melancholie habe ich selten so überzeugend künstlerisch umgesetzt gesehen.

Ab hier: spoiler alert.

Und am Schluss geht alles zu Ende. Ohne umkippende Hochhäuser, ohne Flutwellen, ohne flüchtende Menschenmassen wie in Hollywood-Szenarien. Nur drei Menschen, nackt, todgeweiht, bar allem ausser ihrer Menschlichkeit, die sich an den Händen halten. Eine Explosion mit der Kraft vom 10 000 Wasserstoffbomben - Schluss.

Ah, einfach geil!

O. hat gesagt…

Ach ja, um es dem Langweiler-Troll gleich vorwegzunehmen:

Lars von Trier...ist das nicht der gaga Typ, der in Cannes von sich sagte "Okay, I'm a Nazi"

http://www.youtube.com/watch?v=LayW8aq4GLw

Ja, er ist es. Das ist der Mann, der diesen Film gemacht hat. Und jetzt darf sich er Spiesser empören.

fufi hat gesagt…

NEGATIV, Orli!

Dein Heilungsverständnis erinnert mich an den guten alten Witz vom Mädchen mit dem verkrüppelten linken Arm wo so insbrünstig betete: Lieber Gott, mach dass meine beiden Arme gleich sind.
Und die beiden Arme WURDEN gleich!

NEIN und namal NEIN!

Es gibt KEINE "spirituelle" Heilung OHNE ihr materielles Pendant, weil:
Ein Mensch ist nur dann ganz gesund, wenn der Mensch ganz gesund ist!

O. hat gesagt…

Man müsste mal damit aufhören, allen einen Preis zu geben, auch den Verlierern. Wie das schockierende Beispiel hier...

http://www.youtube.com/watch?v=9PoWjm5VXcA&feature=related

...zeigt, haben die Leute den mit dem "alle Menschen sind gleich" leicht falsch verstanden. Man müsste mal aufhören, dem Leuten vorzugaukeln, dass es für gute Qualität eben Leistung, Fleiss und Talent braucht. Und dass letzteres ungleich verteilt ist. Man beachte vor allem zum Schluss, die asiatische Dame: Ein zweite Chance fordert sie, im Brustton der Empörung findet sie es nicht fair, dass ihr jemand sagtm sie sei scheisse.

Nicht dass es als Massstab für, sagen wir, die innere Schönheit eines Menschen gelten kann, ob er oder sie ein Popliedchen trällern kann oder nicht. Aber vielleicht müssen wir vermehrt einfach auch der Wahrheit ins Auge schauen und feststellen: Sowenig wie der Junge im Rollstuhl Fussballer werden kann, sowenig können die Schwulen Kinder zeugen und ebensowenig kann jeder singen und tanzen wie die Stars. Auch wenn das die Werbung und wohlmeinende Pädagogikfutzis immer wieder behaupten. Es gibt keinen Anspruch auf Glück.

Wer das nicht akzeptieren kann, der wird ein Leben lang leiden.

O. hat gesagt…

...vorzugaukeln, dass es für gute Qualität eben auch ohne Leistung, Fleiss und Talent geht...

sollte es natürlich heissen.

Meta, alias Gähn hat gesagt…

War Get off of my Cloud nicht von den Stones? Oder ist das einfach die Version, die alle kennen? Hm, mal Wikipedia fragen: Jagger/Richards 1965. Ist das alles lange her... Zum guten Glück werden solche Songs bis heute allerliebst gecovert. Just Dropped In aus dem Jahr 1967 z.B. von Züri West. (26 Schtung oder zwe, Haubi Songs.)

Bartok ist klasse, Fufi!

Miss Mila.

Gute Nacht.

mila hat gesagt…

Bitte mila (mit kleinem m) schreiben, Meta - um jedwedem Missverständnis vorzubeugen...

In meiner Urlaubswoche habe ich Glen Hansard, Rhythm and Repose, rauf und runter gespielt. Wunderschön, das.

Song of Good Hope:
http://www.youtube.com/watch?v=Hd08Am1ZE3o

fufi hat gesagt…

Liebe Meta

Selbst verständlich stammt das Liederl von den Stones.

Aber 1. Gefällt mir die "unaufgeregte" Art, wie Alexis Korner das performt, und 2. Ist Alexis Korner der Godfather nicht nur der Stones!

In diesem Sinne möchte ich Werbung machen für Alexis Korners 70er-Jahre Projekt namens CCS.
Da hat er weitere Rock-Klassicker im Big-Band-Stil grandios interpretiert, zum Beispiel das:
(Franz Oettli bitte NICHT anklicken - *grins*)
http://www.youtube.com/watch?v=WNxPY0h7JLU

Und von wegen Bartoks Barbarei:
DIE gibt's natürlich auch noch verhunzt:
http://www.youtube.com/watch?v=IgSLXqv-1CQ

Aber zurück und lasset denn den Sommer kommen und den Sonnenschein herein!
Let's have Sun, Fun and Erythema solare.
Und ich meine, auch hierzu hat CCS damals einen wunderschönen Song aufgenommen, und der geht so:
http://www.youtube.com/watch?v=3HN0ayqlvaA

Meta hat gesagt…

Herzlichen Dank an fufi und mila für die Links. Wunderbar. Lasst es Euch gut gehen!

Anonym hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
Tiger hat gesagt…

O, der Frauenverscheucher.

O. hat gesagt…

Haha, das sagt der Richtige!

O. hat gesagt…

Sag mir wo der neue Eintrag ist / wo ist er geblieben? / sag mir wo der neue Eintrag ist / was ist geschehen? / wann wird man je verstehn?...

Anonym hat gesagt…

Tja, wo ist er denn......?
Fufi und ich haben uns entschieden, unser kleines Tète-à-Tète doch privat zu halten...... Finito! Schluss! Amen! Aus!

fufi hat gesagt…

@Orli

http://www.youtube.com/watch?v=HRhHpTRuBrk

Wann wirst du jeh verstehn?

Tiger hat gesagt…

O, Du wirst es nicht glauben, meine Frauenverscheuchbilanz ist weit weit in den grünen Zahlen. Und die eine oder andere Verscheuchte sollte verscheucht werden.

Aber unterm Strich bin ich leidlich unverscheuchend.

Carolina hat gesagt…

Fufi, bitte´'anonym' nicht löschen - ich weiss ums Verrecken nicht, wie ich ´Carolina´einsetzen kann, wenn ich mit dem iPhone poste......

Anonym hat gesagt…

Also ich fand Melancholia total scheisse, wenn ich ehrlich sein will: Eine Zelluloid gewordene Depression, opulent, nichtssagend, leer... soviel Kulturpessimismus und dann noch diese vor Selbstmitleid triefenden Hauptfiguren- das ist kaum auszuhalten: Als Chiffre für den gegenwärtigen Zustand einer manisch-depressiven Kultur wie der unsrigen für Archäologen in zweitausend Jahren vieleicht einmal von Bedeutung, vieleicht, aber so: Ich hätte in der Hälfte des Films fast das Kino verlassen. Da waren mir die Dogmafilme, Dogma 95, um genau zu sein, die Lars von Trier seinerzeit mit anderen, dänischen Regisseuren gedreht hat, viel lieber: "Das Fest", um nur einen von ihnen zu nennen, den Besten, by the way.

Freundlichst
ZM

Anonym hat gesagt…

@Zufferey: Ja, meinetwegen, so kann man es sicher auch sehen. "vor Selbstmitleid triefenden Figuren..." - schauen sie sich mal hier im Blog um :-D

Kulturpessimismus, ja natürlich. Ich würde sogar weitergehen: Zivilisationsfeindlichkeit. Was wäre die Kunst ohne sie? Es sind keine im Slum tanzenden und lachenden Inderli die sich einen Oscar holen. Es ist recht dumpf, Ahnung, Erwartung, das Undenkbare denken. Ein perverses Szenario, Schwelgen, in Wagner und im Untergang. Und dann zwei ganz verschiedenartige Frauenwesen. Also mir hat das sehr gefallen doch.

Die Dogma-Filme kenne ich nicht. Mir sind solche Trends zuwider. Ich mag lieber arrivierte Kunst.

@Carolina: (Wieso krieg ich Lust nach einem Risi-Bisi wenn ich sie adressiere?). Traute Zweisamkeit würde ich auch kaum in einem Blog abhalten wollen. Und dass sie "ums Verrecken" ihr Handy nicht bedienen können...hat man ihnen als Kind nicht den Mund mit Seife ausgewaschen, wenn sie solche Wörter benutzten? Oder sind sie am End jünger, als die Gouvernante, als die ich mir sie vorstelle? Dann fielen sie natürlich auch eher in die Kategorie 'postfeministischer Problemhaufen'...

Bin mir noch nicht ganz schlüssig.

Grüsse von O.

Carolina hat gesagt…

O, ich stamme einer langen Linie von fluchtechnisch begnadeten Frauen ab - meine Mum ist in der Beziehung mein grosses Vorbild: sieht aus wie eine typische Vertreterin der blue-rinse brigade, mit Perlen, die sie nur im Bade ablegt, twinset und regelmässigen tea times mit ihren ladies, aber flucht wie ein Bierkutscher. Ich bin da eher noch im Hintertreffen, aber habe vor, es einst in ihrem Alter auch fertigzubringen, so schockieren zu können wie sie.

Gouvernante: well, whatever tickles your taste buds.... How old do you take me for?

Grünes Männchen hat gesagt…

Ich fand Melancholia auch gut, obwohl ich während dem Film dachte, das ist doch etwas gar zu kitschig aufgetragen. Nach den Filmen von Lars von Trier gibt's immer viel zu exegetisieren und das liebe ich very much! Sie haben Tiefgang und rühren an archetypische Schichten.

Bin übrigens aus den Ferien zurück :-).....

.... aber gar nicht so erfreut über die vielen bösen Schlammschlachten, die hier wieder stattgefunden haben (wie ich bei kurzem Überfliegen der Blogeinträge mit grossem Stirnrunzeln feststellen musste, bis zur Verscheuchung von Meta!!!)

hey, Leute, habt's noch alle Tassen im Schrank? Meta, bleiben Sie bitte, hab Ihre Einträge immer gerne gelesen.

Und dann noch: wer soll denn in Zukunft hier in Fufis Lounge Gute Nacht wünschen???

Muss ich nun etwa das Ämtli übernehmen?

O.k., ich tät's zur Not und nicht ungern. Bis Meta eine METAnoia vollzieht, und doch wieder hier an diesen Ort des Grauens zurückkehrt.

Na, dann also, gehabt's euch wohl und bonne nuit mes amis!

Tiger hat gesagt…

Ribenvenuta!

O. hat gesagt…

"archetypische Schichten" - ja klar, das wollte ich sagen. Eine Entblätterung ist's, bis die Seele offen daliegt. In all ihrer Widersprüchlichkeit. Das ist es was Zufferey dann als "manisch-depressiv" bezeichnet.

Hm, wollen wir die Mitleidsdiskussion neu aufrollen?

"bösen Schlammsclachten", "Verscheuchung"

liebe(r?) GM: Ich habe letzte Nacht von ihnen bös geträumt. Hören sie sofort auf, mich zu stalken. Ich bin psychisch äusserst fragil, sie haben in meinen Träumen nichts zu suchen, ja? Wenn sie nocheinmal reinschleichen, zeige ich sie an.

@Carolina: zuerst las ich "fluchttechnisch", ich weiss dass Juden aus in Jahrhunderten gelerntes Prinzip die Koffer immer griffbereit haben.

53.

O. hat gesagt…

http://www.dailymail.co.uk/news/article-2178836/London-2012-Olympics-Greek-athlete-Voula-Papachristou-banned-racist-joke-Twitter.html

Gröhl. Nüchtern betrachtet ist's ein guter Witz. Aber die Gutdenk-Polizei greift eben hart durch.

Tiger hat gesagt…

Naja, nüchtern betrachtet ist es bestenfalls ein Kalauer. Das Komitee hat sicher überreagiert.

Grünes Männchen hat gesagt…

@O.

Ich komme in Ihren Träumen vor? - krass!

Tiger hat gesagt…

GM, Inception gesehen? Dort träumst Du sogar im Traum von O. Ein supergescheiter Science Fiction.

O. hat gesagt…

@GM:

Kennen sie den Grund für Metas "Verscheuchung"? Lesen sie und staunen sie im vorderen Thread...

Carolina hat gesagt…

Ich würde Meta gern ein Kränzchen winden - ich habe oft ab ihres Wissens, ihres Einfühlungsvermögens und ihrer Ehrlichkeit gestaunt. Bitte überlege es Dir nochmal, Meta! Wer soll uns sonst hier den Gute-Nacht-Marsch so kernig blasen wie Du das gemacht hast - bzw uns ab und an schon um 19.00, ohne zNacht wahrscheinlich, ins Bettchen schicken.
Und es war eine Freude zu sehen, dass es Dir in den letzten Wochen gut ging, richtig gut, die genussfreudige, lebensfrohe Meta zeigte uns nochmal eine andere Seite.
Bitte nicht einfach wegbleiben, Meta!

Carolina hat gesagt…

PS: GM, welcome back! Schön, dass Sie wieder dabei sind. Eine gute Auszeit gehabt?

Anonym hat gesagt…

Na ja, das mit der "arrivierten Kunst" ist so eine Sache. Mich zieht's zum Beispiel in einer Buchhandlung immer automatisch zu den Klassikern. Mir gefällt aber auch experimentelle Kunst (Literatur). Bei den Arrivierten liegt man zumindest von aussen her betrachtet nie falsch. Das macht vieleicht einen Teil ihres Reizes aus: Sie wurden schon tausendmal rezensiert, millionenfach gelesen und haben ihren festen Platz in der Kunstgeschichte eingenommen, da kann man ja eigentlich nur noch aah, ooh und uuh... andächtig auf die geistigen Anhöhen unserer Kultur blicken und staunen.

Was dann irgendwann einmal etwas langweilig wird.

ZM

mila hat gesagt…

Schau an: Alle Schaltjahre mal kann ich ZM zustimmen. Den launenhaften Nerv einer Zeit erfasst man nur in den Neuerscheinungen, den tiefergründenden Geist einer Kultur nur aus der literarischen Rückblende. Oder so ähnlich.

Lese übrigens zur Zeit das 'Glasperlenspiel' - faszinierend, was Hesse darin über die Epoche des Feuilletonismus zu sagen hatte.

Tiger hat gesagt…

Oh wie prätentiös... "den launenhaften Nerv einer Zeit"...

O. hat gesagt…

@mila: Ist "Melancholia" keine Neuerscheinung? Das ist es ja: dem launenhaften Nerv der Zeit immer auf der Spur sein zu wollen (und insgeheim hoffend, dass man bei der Geburt eines massstäbe setzenden Kunstrichtung "dabei gewesen" ist) finde ich anstrengend und mühsam. Das sind dann jene, die alles was neu und anders ist völlig unkritisch feiern, weil es eben neu und anders ist. Und die wiederum anders abtun, allein aufgrund der Tatsache, dass es ebennicht neu und anders ist und womöglich - Gott bewahre! - massentauglich und sich gut verkauft. Das gilt dann schnell nicht mehr als richtige Kunst.

Wenn ich an all die begeisterten Vernissagebesucher denke, die jubeln und sich als ganz geile Siebensiechen fühlen, weil ein Künstler eine Schaukel an der Decke festgeschraubt hat, auf der eine Schaufensterpuppe mit zerfetzten Kleidern sitzt, dann krieg ich das Kotzen.

Desgleichen übrigens und natürlich beim Hafenkran.

@ZM: Mit "arriviert" meinte ich nicht unbedingt klassische Kunst. Sondern eben: Lars von Trier ist heute arriviert. Genauso wie Schlingensief, als er in Bayreuth inszenierte, arriviert war, im Gegensatz zu früher. Das ist ein Verlauf im Schaffen eines Künstlers selbst, ein Zeichen seiner Reifung.

und nochmal @mila: Der Herr vom Tagi befand (Ausgabe vom Sa. 14. Juli) das Glasperlenspiel für ein grossangelegtes reaktionären Machwerk. Er meinte wörtlich, ob es aus Hesses Sicht denn nichts schlimmeres als das Feuilleton geben könne - im Lichte von Nazitum und Weltkrieg. Hesse nähert sich darin ja auch einem elitaristisch-totalitären Ideal, einer Rückbesinnung auf die heilige, ewige (deutsche) Kunst an. Welche Hltung nimmt Hesse denn zur Religion ein? Wie besingt Hans Sachs in den Meistersingern so deutlich:

Ehrt eure deutschen Meister,
dann bannt ihr gute Geister;
und gebt ihr ihrem Wirken Gunst,
zerging' in Dunst
das heil'ge röm'sche Reich,
uns bliebe gleich
die heil'ge deutsche Kunst!


Dies, nachdem er zuvor eine Ankehr von welschem Tand gefordert hatte...

mila hat gesagt…

Orlando - wie Sie in diesem Zusammenhang auf deutsche Kunst kommen, ist mir schleierhaft, war Hesse doch zeitlebens ein universell Suchender.

Was jene Tagi-Rezension angeht: ich habe selten so eine eitel verfehlte Werksinterpretation gelesen. Hesse dürfte sich im Grab ins Fäustchen gelacht haben, bestätigte doch der Autor alle Vorbehalte, die im 'Glasperlenspiel' gegen die Auswüchse des Feuilletonismus ins Feld geführt wurden.

Mich schauerts übrigens sowohl bei Leuten, die auf jeden Popularitätszug aufspringen, als auch bei jenen, die sich ausschliesslich mit 'arrivierter' Kunst befassen: beides (komplementäre) Formen von Kultursnobismus. Der Weg liegt, wie mir scheint, in der Mitte - um bei Hesse zu bleiben.

O. hat gesagt…

Oh, ja, das gebe ich gerne zu: Ich bin ein Kultursnob.

Ja, ja, das jüdische Feuilleton. Das Parlament ist ja auch eine Schwatzbude. Deshalb zog Hesse ja pflichtbewusst in den Ersten Weltkrieg und hatte zum Aufstieg der Nazis wenig bis nichts zu sagen, schon gar nichts Negatives. Wie gerufen kam da, dass seine Bücher nicht mehr publiziert wurden. Und dass er mit einer Jüdin verheiratet war. Obwhl er schon langenicht mehr in Deustchalnd lebte.

Kann man angesichts der Nazis 'in der Mitte' bleiben?

Bei mir sträubt sich immer etwas gegen Hesse. Es ist wohl das, was die 68er Hippies an ihm toll fanden. Brrrrrrrrrr....

Anonym hat gesagt…

Einmal pro Schaltjahr müssen (!) Sie mir recht geben: Finden Sie das nicht leicht übertrieben, mila? Ich hätte jetzt auf weniger als zwei Mal pro Jahrhundert getippt.

Und ja, O.: Hör' ich Hesse, renn' ich davon. Zwei Seelen in meiner Brust, schrecklich! Und diese Schachtelsätze erst... Hippiekacke (Ian Constable).

Grünes Männenchen hat gesagt…

Hallo Carolina, danke, hatte einen schönen, abwechslungsreichen, sandigen, windigen und frischluftigen Urlaub an der Ostsee.

Nun brüte ich hier im Süden wieder in der Hitze :-(

Glasperlenspiel - wenn ich viel Musse hätte, würde ich das Buch sofort wieder in die Hand nehmen. War in jungen Jahren total fasziniert davon, habe es wahrscheinlich auch mehrmals gelesen. Doch leider - weiss nicht mehr so genau, was darin stand. Erste Anzeichen von Alzheimer?

Einen schönen fortgeschrittenen Nachmittag (zum ins Bett gehen, ist's noch zu früh, gelle) wünsche ich allen Loungisten, da ich gestern leider nicht mehr dazu kam, den Gute-Nacht-Segen zu versenden.

Tiger hat gesagt…

Nazis? Sorry, da weiss ich nicht sehr viel. Frag doch Deinen Obersturmbannführer.

Tiger hat gesagt…

Lieber Junghütte als Alzheim.

mila hat gesagt…

Orlando, für einmal wäre der Blick in Wikipedia tatsächlich hilfreich gewesen. Zwei aufschlussreiche Passagen:

Beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 meldete Hesse sich als Freiwilliger bei der deutschen Botschaft. Er wurde jedoch für untauglich befunden und der deutschen Botschaft für den Dienst bei der deutschen Kriegsgefangenenfürsorge in Bern zugewiesen. In diesem Rahmen war Hesse fortan damit beschäftigt, für deutsche Kriegsgefangene Bücher zu sammeln und zu verschicken. In dieser Zeit war er Mitherausgeber der Deutschen Interniertenzeitung (1916/17), Herausgeber des Sonntagsboten für die deutschen Kriegsgefangenen (1916–1919) und zuständig für die „Bücherei für deutsche Kriegsgefangene“.
Am 3. November 1914 veröffentlichte er in der Neuen Zürcher Zeitung den Aufsatz O Freunde, nicht diese Töne, in dem er an die deutschen Intellektuellen appellierte, nicht in nationalistische Polemik zu verfallen. Was darauf folgte, bezeichnete Hesse später als eine große Wende in seinem Leben: Erstmals fand er sich inmitten einer heftigen politischen Auseinandersetzung wieder, die deutsche Presse attackierte ihn, Hassbriefe gingen bei ihm ein und alte Freunde sagten sich von ihm los.

(...)

Die Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland beobachtete Hesse mit großer Sorge. Bertolt Brecht und Thomas Mann machten 1933 auf ihren Reisen ins Exil jeweils bei Hesse Station. Hesse versuchte auf seine Weise, der Entwicklung in Deutschland entgegenzusteuern: Er hatte schon seit Jahrzehnten in der deutschen Presse Buchrezensionen publiziert – nun sprach er sich darin verstärkt für jüdische und andere von den Nationalsozialisten verfolgte Autoren aus. Ab Mitte der Dreißiger Jahre wagte keine deutsche Zeitung mehr, Artikel von Hesse zu veröffentlichen. Die Suhrkamp Verlag KG Berlin konnte noch 1943 den Knulp nachauflegen. Hesses geistige Zuflucht vor den politischen Auseinandersetzungen und später vor den Schreckensmeldungen des Zweiten Weltkrieges war die Arbeit an seinem Roman „Das Glasperlenspiel“, welcher im Jahr 1943 in der Schweiz gedruckt wurde. Nicht zuletzt für dieses Spätwerk wurde ihm 1946 der Nobelpreis für Literatur verliehen: „Für sein durch Versenkung getragenes Werk, das sich immer kühner und eindringlicher entwickelte und die Ideale des klassischen Humanismus ebenso wie eine hohe Kunst des Stils offenbart.“ (Begründung der Schwedischen Akademie, Stockholm)

mila hat gesagt…

Noch zwei bezeichnende Auszüge:

1914
Bei Beginn des Ersten Weltkriegs meldet Hesse sich freiwillig zum Militärdienst für das Deutsche Reich. Er wird jedoch aufgrund seiner hochgradigen Kurzsichtigkeit für "felddienstuntauglich" erklärt. Daraufhin arbeitet er in der Kriegsgefangenenfürsorge. Unter dem Eindruck dieser Tätigkeit spricht er sich öffentlich gegen patriotische Kriegsdichtung aus und wird deshalb von rechtsstehenden Publizisten zum Vaterlandsverräter erklärt. Daraufhin reift bei Hesse der Entschluß heran, sich um die schweizerische Staatsbürgerschaft zu bemühen.

1933-1945
Obwohl Hesse keine politischen Aufrufe unterzeichnet, läßt er in seinen Privatbriefen und literarischen Kritiken keinen Zweifel an seiner Ablehnung des NS-Regimes. Er dient zahlreichen Künstlern, die aus Deutschland fliehen, als erste Anlaufstation.
___

Fazit: Sie sollten in Zukunft etwas sorgfältiger recherchieren, Orlando.

mila hat gesagt…

PS@ZM:

Alle Schaltjahre mal ist evt. näher dran bei zwei Mal pro Jahrhundert als bei einmal pro Schaltjahr...

Ich bin mir übrigens unschlüssig darüber, wie Hesse selbst auf das Hippierevival seines Opus reagiert hätte. Eher zwiespältig, vermute ich.

O. hat gesagt…

Ja, wenn er sich zum Kriegsdienst meldet, weil er ein schlechtes Gewissen hat, dass so viele andere Poeten sich freudig meldeten, und dann nicht zugelassen wird...und dann trotzdem für Volk und Vaterland in der willhelminisch-preussischen Kriegsmaschinerie mittut, wenn auch auf einem ruhmlosen Aussenposten...

Not really a pacifist im modernen Sinne, I reckon.

Doh!

Und dann der Siddhartha: schwülstiger, antimodernistischer, esoterischer Edelkitsch.

Wie seine Aussage:

"...ich glaube nicht an die Technik, ich glaube nicht an die Idee des Fortschritts, ja nicht einmal an die Demokratie..."

Ein Anti-Demokrat!

O. hat gesagt…

Mila liest antidemokratische Texte!

Wie verwerflich.

Aber nicht so verwerflich, wie wenn einer Nietzsche läse. Und ihn richtig verstünde. Und es auch sagte. Nein, nein, der eine Antidemokrat und Antimodernist ist nicht ganz genau das gleiche wie der andere Antidemokrat und Antimodernist. Es kömmt auf die Person an, die ihn liest, oder? Aber wenn ein Nazi Hesse liest, kann doch Hesse nichts dafür. Wenn ein Nazi Nietzsche liest, ist bei Nietzsche das Nazitum schon angelegt, nicht wahr.

*kotz*

Grünes Männchen hat gesagt…

Nun regen Sie sich nicht so künstlich auf, Orlando.

An der Bar gibt's noch Holundersirup, da können Sie Ihr Lot etwas austarieren mit -

und von der Nietzsche-Lektüre würde ich Ihnen übrigens dringend abraten, das ist nichts für solch unausgegorene und exzentrische Gemüter wie Sie.

Gute Nacht, allerseits!

mila hat gesagt…

Seltsam, Ihre offenkundig uninformierten Hesse-Spekulationen, Orlando. Sie sollten Ihren Instinkt nicht ungezügelt von Ihren Antipathien leiten lassen. Und weshalb jemand, der nicht an die Demokratie glaubt, sogleich ein Anti-Demokrat sein soll, ist mir abermals schleierhaft. Ich glaube beispielsweise auch nicht an den Kapitalismus, sehe jedoch gegenwärtig (noch) keine wirkliche (nicht-utopische) Alternative dazu. Der Grund: die menschliche Natur - was sonst.

Zwischen den Pro- und Anti-Polen gibt es sehr viel (Spiel-)Raum für pragmatisches Denken. Wir beide wissen jedoch, dass Nietzsches Radikalismus keinerlei Pragmatismus zuliess.

Soviel Erratisches zu später Stunde.

O. hat gesagt…

Nein, es ist einfach die Bedenkenlosigkeit in kulturellen Belangen, wenn Demokratiefeindlichkeit von Links kommt, dann ist das okay, wenn sie von rechts kommt, dann ist sofort die Nazikeule da.

Wie der arme russische Bariton, der von der widerlichen Presseöffentlichkeit aus Bayreuth wegspediert wurde, weil er sich als Jugendlicher als Sänger einer Punkband mal ein Hakenkreuz gestochen hatte (das mittlerweile längst mit anderen Tätowierungen unkenntlich gemacht wurde). Ein Russe! Als JUgendlicher! Was er bereut!

Die viel schönere Geschichte ist freilich, dass ein früherer Punkschlagzeuger später als Opernsänger Karriere macht.

@Mila: den Hinweis auf den Kriegsdienst Hesses nur darum, weil wir das doch erst gerade in einem anderen Zusammenhang diskutiert hatten, nicht wahr. Die Jugend Europas brach begeistert in diesen Krieg auf. Da wollte selbst der Depro-Hesse mit seinen Krüppelaugen mitmachen. Vor Volk, Vaterland und Kaiser - daran bestand nicht der geringste Zweifel.

Ah, nich dies: Weil jemand, der nicht an die Demokratie glaubt, sie auch kaum verteidigen wird, wenn sie bedroht ist. Er wird sich nicht gegen jene Kräfte stemmen, die die Demokratie zerstören wollen. Mit welchem Argument, er glaubt je ebenfalls nicht an die Demokratie. Siehe EU: sie ist praktisch ein Rückfall in spätfeudalistische Zeiten. Sie wird von unsichtbaren, ungewählten und unheimlich viel Macht ausübenden Beamten regiert. Darüber thront ein diffuses Konglomerat von Regierungschefs wie ein Kaiser.

fufi hat gesagt…

Also ehrlich, wenn ich mir da so die cinéastisch-literarischen Diskussionen ansehe, bleibe ich doch lieber bei meiner Position als
beckennender Kulturbanause!

Und von wegen dem Hackenkreuz-Russen:
Da verstehe ich denn keineswegstens, dass der denn gerade in Bayreuth zur persona ungrata erklärt wurde.
Bei der Pfauen-Bühne wär's ja verständlich ... ?

Und zum Thema:
Hatt der rechtsextremische Ungar jetzt denn seine Grossmutter schon mal zum Essen ausgeführt?
Und gabs wirklich Speck, Kraut und Knödel?

Anonym hat gesagt…
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fufi hat gesagt…

@Anonym am 28. Juli 2012 13:18

Sorry, Muss meinen Regeln folge leisten!

Bitte leg dir doch nen Nick zu, ja?

mila hat gesagt…

Orlando, Hesse war ein Kriegsfreiwilliger, aber kein Kriegsbegeisterter. Dreimal dürfen Sie raten, woher ich das weiss - ich setze mich eben gerne zuerst mit den Fakten auseinander, bevor ich mich an eine Interpretation mache.

Ihr letzter Abschnitt ist übrigens Humbug, ebenso die Gleichsetzung von Skepsis mit Feindlichkeit. Was Sie fordern, ist linientreuer Blindglaube: in meinen Augen mithin das letzte, was einer Sache auf lange Sicht dienlich ist.

O. hat gesagt…

Ich weiss ja nicht, wie es Ihnen geht, ich bin meinem Grossvater ziemlich dankbar, dass er blind und "linientreu" mit der Waffe an der Grenze stand, damals im Zweiten Weltkrieg, jede Nacht den Schiss in den Hosen und bereit, für die Demokratie und sein Land zu sterben.

Demokratie ist ein Way of Living. Wer dagegen skeptisch eingestellt ist (..."ich glaube nicht einmal an die Demokratie"...), soll meinetwegen in einem nichtdemokratischen Land leben gehen. Es gibt ja noch ein paar.

mila hat gesagt…

Sagen Sie, Orlando, langweilt Sie Ihre reduktionistische Schwarz-Weiss-Brille nicht so langsam ein bisschen? Finden Sie es beispielsweise nicht beängstigend, was seit dem SuperPAC-Entscheid des Obersten Gerichtshofs im amerikanischen Wahlkampf möglich geworden ist? Wohlweislich im jenen Land, dass gerne von sich behauptet, die älteste funktionierende Demokratie zu sein...

Wie man angesichts dieser Entwicklung nicht skeptisch sein sollte, ist mir ein Rätsel. Wo ob lauter Lobhudelei Fehler und Schwächen nicht kritisch beleuchtet werden, ist der Weg zur Aushöhlung eines System nicht weit.

O. hat gesagt…

Was ist denn gegen Wahlkampfspenden einzuwenden? Ich verstehe das Argument nicht: SuperPACs sind schlecht, weil...?

Oder ist Ihnen einfach das Konkurrenzdenken in der Demokratie unhold? Dass es keine universellen hehren völkerrechtlichen oder sonstwie politisch korrekten Werte gibt, die über dem stehen, was ein Volk entscheidet? Dass es keine aristokratische Lenkung in diesem Chaos gibt, dass der Professor genauso nur eine Stimme hat, wie der Lagerarbeiter und die Coiffeuse? (obwohl er doppelt soviel Steuern abliefert als die beiden zusammen). Dass sich der Professor genauso am Markt der Ideen durchsetzen muss wie jeder andere auch? Dass das Volk der Souverän ist und nicht ein wie auch immer definiertes Vernunftsprinzip? Oder dass in der Demokratie A nicht gleichzeitig B bedeuten kann, dass man manchmal zwischen einem Ja und einem Nein entscheiden muss. Ja, weil man entscheiden muss und nicht immer alles im Ungefähren belassen kann.

Wieso es schlecht sein soll, wenn Private ihr eigenes Geld in die Hand nehmen und damit ein politisches Anliegen oder einen Kandidaten (oft sich selbst) zu unterstützen, ist mir ein Rätsel. Das zeigt doch Verantwortung und Engagement und dass man Risiken aus sich nimmt, um in der Öffentlichkeit etwas zu bewirken.

fufi hat gesagt…

Mila

Es soll eben welche geben in der CH, wo sich schampar über die Entwicklungen in USA freuen, weil die US-Verfassung ja schliesslich sich an der CH-Verfassung orientiert hat.
Und jetzt hoffen sie, dass auch die CH endlich von den demokratischen Entwicklungen in Uebersee profitieren sollte.

Tja:
Wer hat, der hat.
Wer nichts hat, hat verloren.

So einfach ist das nämli!

O. hat gesagt…

Man kann es wahrscheinlich nicht verstehen, wenn man seine Lohntüte immer vom Staat bekommen hat, man also schon immer vom Steuergeld gelebt hat. So wie die überwiegende Mehrheit der hier Schreibenden.

@Fufi: Ja so ist das im Leben - wer interessante Ideen hat, der wird Leute finden, die ihm Geld geben um sie zu verwirklichen. Wer hingegen zerstörerisches, lebensfeindliches, linkes, zersetzendes, menschenfeindliches, unmoralische und nihilistisches Gedankengut vertritt, auf den baut niemand. Das ist das gerechte Prinzip des freien Marktes, angewandt auf die Demokratie. Und das ist gut so.

fufi hat gesagt…

Jaja, von wegen der Lohntüte vom Staat.
Und den Zahlungen an die Swissair und an die UBS und an die Bauern und an die beste Armee von allen und damit hätten wir ja schon einige Milliärdchen verzockt.

Und von wegen den Ideen, meint fufi:
Zeig mir wen, wo die dümmste Idee von allen hat.
Und ICH zeig dir zehntausende wo dafür sogar noch GELD zahlen.

Oder WIE war das mit den US-Hypotheken?

O. hat gesagt…

Ja, bitte? Wie war das mit den US-Hypotheken?

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