Dienstag, 13. März 2012

Ferienwohnungen und Verrichtungsboxen

DIE SCHWEIZ hat abgestimmt. Das Volch!

Und zwar die ganze. Ueber ein Thema, das zwar die ganze Schweiz betrifft, aber einige Kantone ganz besonders. Oder bloss einige Gemeinden?
Jedenfalls hat's einigen Gemeinden denn gar nicht gepasst, wie DIE SCHWEIZ abgestimmt hat, zu einem Thema, wo die ganze Schweiz hat darüber abstimmen sollen/dürfen/müssen!

Diskriminierung, schreien sie!
Wir Bergler müssen uns von den bescheuerten Unterländern vorschreiben, was WIR zu tun haben.
Hach, die Armen!
Aber sind das nicht die, die am Finanzausgleichs-Tropf der Unterlands-Kantone hängen?
Die ihren Wohnsitz in Masans, Glarus-Süd (ex-Diesbach) oder Gambarogno behalten, auch wenn sie ihre Brötchen in Zürich verdienen? - Wochenaufenthalter, eben, auch wenn's denn VIELE Wochen am Stück sein könnten! Profitieren, ohne zu zahlen?

Haben sie vielleicht vergessen, wie oft sie den "Volchs-Willen" per Ständemehr im wahrsten Sinne des Wortes ver-NICHTET haben?
Beispiele:
- Bundesbeschluss über die Revision der Bürgerrechtsregelung in der Bundesverfassung (Erleichterte Einbürgerung für junge Ausländer)
- Bundesbeschluss über einen Kulturförderungsartikel in der Bundesverfassung (Art. 27septies BV)
-Bundesbeschluss über den Energieartikel in der Bundesverfassung
-Bundesgesetz über die politischen Rechte
-Bundesbeschluss über die Volksinitiative «zum Schutz der Mieter und Konsumenten (Weiterführung der Preiskontrolle)»

Und die legendäre Abstimmung vom Samichlaustag anno domini MXMII:
Die hatte ja auch dann nicht die geringste Chance gehabt, auch wenn ein paar 10'000 mehr dazu JA gesagt hätten!

Quelle:

Wie gesagt, ich spreche hier BLOSS vom Ständemehr!
Und ich will damit schon gar nicht behaupten, dass ich aufgrunddessen zu den "Verlierern" gehört hätte.
Es geht um die direkte Demokratie:
Mal gewinne ich, aber meist die Anderen!



Und auch die ZürcherInnen haben abgestimmt.

Und haben JA gesagt zu den

Verrichtungsboxen


im kommenden Trend-Quartier Altstetten-Nord. Ideal gelegen an den Haupt-Ausfallachsen in alle Richtungen, wohin sich die nach wohltuend-verrichteter Dinge befriedigten XXXX automobilistisch zurück ins traute, familiäre Milieu begeben.
"Pappi - tuesch mit mer Bäbi schpile?"

Und wenn da gewisse ewiggestrige Feministininnen denn monieren, das Ganze sei denn doch bloss eine Geldverschwendung zugunsten testosteron- und sozialsexuellgestörter - naja, es soll scheint's solche geben, die nicht mal mit den Hoden denken! - ....?
Ganz unrecht hat Bettina Weber, TA vom 13.3.12 ja nicht!

Schliesslich weiss ich als Hündeler ja auch, dass s'Hundi halt eben bitte bloss dort machen soll, wo der "Versäuberungsplatz" ist. Und dass ich die Hundekacke dann auch im RobiDog-Säckli aufnehmen soll und in einem entsprechend beschrifteten Behälter zu entsorgen habe.

Wär ja eigentlich auch noch 'ne Idee, anstatt den Boxen:

Wähle Dein Säckli!

Rosa mit Plüschfütterung, z.B., für Fr. 5.-, oder schwarzes Lederimitat mit Widerhaken für Fr. 20.- Und das Säckli nach Gebrauch bitte in den dafür bereitstehenden Grüselbehältern entsorgen.
Und en schöne Heiwäg und en schöne Abig!
Und Grüsse an Frau und Kinder!

Und wenn den Bettina Weber meint: "It's a mans world"

sagt Lysistrata: Nur, solange auch die Frauen "JA" stimmen!

129 Kommentare:

fufi hat gesagt…

Aber von wegen der Sex-Boxen brauchen wir ja eh und schon gar keine Angst zu haben:
Da hat doch der werte Herr Stadtrat Waser versprochen, dass sich das Sozial(!)Departement denn schon darum kümmern werde, dass da nichts Missbräuchliches getan würde!

Und wie gur das Sozialamt mit Missbräuchen "umzugehen" weiss, wissen wir alle ja soch seit Monika Stocker - unselig!

Meta hat gesagt…

Ceterum censeo Ständemehrum esse delendum.

Bona nox.

Tiger hat gesagt…

"Verrichtungsboxen"... Welch toller Name! Wer wird jemals zugeben, eine Verrichtungsbox besucht zu haben... Nur schon der Name trägt zur Stigmatisierung der Prostitution bei. Ob ich das schlecht finde? Naja, eigentlich nicht, aber wenn ich an die Workerinnen denke, schon. Die sind jetzt offiziell "Verrichtungsgehilfinnen". Schon ein SEHR abschätziger Name für einen Job.

Tiger hat gesagt…

Und von wegen EWR, fufi. Die politische Erinnerung ist kurz, und die Politikos vertrauen eben darauf. Natürlich bin ich ganz deiner meinung.

Anonym hat gesagt…

Ach ja, Bettina Weber wieder einmal. Fällt eigentlich nur mir auf, dass ihre Glossen, Ergüsse, Kommentare jeweils immer erst nach Tagen elektronisch verfügbar sind, wenn der grösste Ärger wieder verraucht ist? Ach ja: Heute gab es ein Antwort einer anderen Tagi-Frau.
Zum anderen: In der Regel ist es doch so, dass sich die Zentren in der Schweiz von den Randgebieten ausgenutzt und blockiert fühlen. Jetzt ist es mal anders herum. Nichts gegen das Ständemehr grundsätzlich. Aber die Stände sollten doch vergleichbare Grösse haben - hier wäre Reformbedarf.
Sportpapi

pöh! hat gesagt…

die gute bettina ist durch die weltwocheschule gegangen. was sie wirklich gut kann: haarrisse in der gesellschaft entdecken und die dann zu grand canyons aufreissen...

der kommentar von liliane minor heute: wie gemünzt auf die steinzeit-feministinnen von gegenüber.

mila hat gesagt…

Was mir auffällt: es meldeten sich (wie so oft...) mehr Männer als Frauen zum Gleichstellungsthema; auch schienen diese Männer bestens darüber Bescheid zu wissen, wie/was (junge) Frauen über den Feminismus denken. Erstaunlich. Und wahnsinnig langweilig.

pöh! hat gesagt…

naja, schlussendlich nicht erstaunlicher oder langweiliger als die alten frauen, die dasselbe tun...

Carolina hat gesagt…

Mila, hat das unter Umständen etwas damit zu tun, dass diejenigen, die meinen, die Deutungshoheit über Gleichstellung/Feminismus zu haben, sich in einer Art und Weise exponieren, die vor allem jungen, aber auch dieser älteren, Frau, jegliche Diskussion vergällen?

Carolina hat gesagt…

Zum anderen Thema, über das ich wirklich sehr gerne mal ohne Betonmauern diskutieren würde:

Ich bin der Meinung, dass Bettina Weber sehr wohl einen Nerv trifft - polemisch zwar, aber durchaus diskussionswürdig, oder? Hat zufällig gestern jemand 'Maischberger' gesehen? Leider ich nicht von Anfang an: es wurde zwar viel gekreischt und gestritten, aber Alice Schwarzers Ansichten sind eben auch nicht einfach von der Hand zu weisen - eben wie Pippis, wenn sie sie einfach mal anständig vorbringen könnte.
Da ich zum Pragmatischen neige, erscheint mir das, was Liliane Minor heute im Tagi vorgebracht hat, praktikabler, aber befriedigend finde ich das auch nicht (no pun intended).

Da wir ja hier alle anonym unterwegs sind: ich würde furchtbar gern mal von einem Mann wissen, wie genau diese, anscheinend mögliche, Trennung von Sextrieb und, sagen wir, Zuneigung oder Empathie möglich ist. Ohne Wertung! Es interessiert mich einfach, denn von meinem männlichen Umfeld bekomme ich nur Sätze wie 'Ihr habt halt keine Ahnung, wie Männer ticken'.......

mila hat gesagt…

Ähem, Carolina, Sie fragen allen Ernstes, wie man(n) Sex und Zuneigung trennen kann...? Frauen können das genauso. (Das sage ich, ohne Minors oder Webers Artikel gelesen zu haben - kann die jemand gelegentlich verlinken?)

Zum anderen: es exponieren sich leider sehr viele MB-Beteiligte (geschlechtsunterschiedslos) in einer Art und Weise, die konstruktive und/oder interessante Gespräche verunmöglicht. Dazu das ewig gleiche Wiederkauen derselben Themen in stetig neuem Aufguss. Irgendwann schaltet man da einfach ab - und liest, wenn überhaupt noch, nur in sporadisch-beiläufiger Weise mit.

pöh! hat gesagt…

im mamablog geht's schon länger nur noch an der oberfläche um themen, vor allem bei den dauergästen dort. das ist zum grössten teil nur noch re-inszenierung von "who's afraid of virginia woolf?" auf bauern-schwank niveau.

mila hat gesagt…

Ja, pöh. Aber: weshalb tut man sich das noch lesend an? Sogar bei den eskalativen (Dauer-)Erruptionen hat sich längst ein gähnender Déja-vu-Effekt eingestellt.

To be honest: I'm bored to death.

Carolina hat gesagt…

Ok, Mila, ich sage es anders (denn Sie haben natürlich Recht): Ich gehe mal davon aus, dass die allermeisten Frauen Liebe und Sex trennen können, ja, wollen! Aber können Sie sich eine Frau vorstellen, die in eine Verrichtungsbox, einen Strassenstrich o.ä. gehen würde, um plötzlich aufkommende Lust zu befriedigen? Das interessiert mich, diese doch deutliche Diskrepanz zwischen Mann und Frau, der ja interessanterweise die männlichen Exponenten aller politischen Richtungen automatisch Rechnung tragen. Bettina Weber/Alice Schwarzer bleiben jeweils die Antwort auf die Frage schuldig, was eigentlich mit diesem, anscheinend als gegeben hinzunehmendem Trieb (?) geschehen soll, wenn Prostitution in toto verboten wird. Wenn die Statistiken stimmen, gehen in DE jeden Tag (!) über 1 Mio Männer (Doppelbenennungen natürlich eingeschlossen) zu einer Prostituierten - kann mir ein Mann bitte erklären, ohne die übliche Schonhaltung, warum das so ist, ob die äusseren Umstände wirklich egal sind, wie gross die Versuchung auch für Männer ist, die das nicht in Anspruch nehmen.

Carolina hat gesagt…

pöh, mila, diese Klagen höre ich auch seit Monaten - auch hier. Erstaunlich, bei aller Langeweile und Frustration, dass wir alle doch immer noch am Lesen, wenn nicht sogar am Mittun sind, oder?
Ich habe es vor längerer Zeit mal gesagt und es hat sich nichts geändert: es hat etwas Verächtliches, den MB abzutun als langweilig, irrelevant oder borniert. Ehrlicher wäre es, wenn wir alle zugeben, dieser blöde MB hat eine eigenartige, fast schon süchtigmachende, Faszination - also beteilige ich mich, wenn ich Lust dazu habe, ansonsten lasse ich es bleiben.

mila hat gesagt…

Nein, Carolina, ich beteilige mich nicht mehr, und ich schaue, wie gesagt, auch nur noch punktuell in die Diskussion rein (würde man hier den MB nicht mehr erwähnen, bzw. keine Bezüge mehr zu dort verhandelten Themen herstellen: ich würde es, mit einer gewissen Erleichterung, wohl ganz sein lassen). Es werden seit Monaten dieselben Positionen gewälzt; irgendwann hat sich die Faszination dadurch für mich platt-gewälzt.

Also nehmen Sie mich bitte in diesem einen Fall aus dem kollektiven 'Wir' raus.

pöh! hat gesagt…

ich find' "who's afraid of virginia woolf" ein ganz geiles stück theater (am liebsten in der burton/taylor version) - da dran kann nicht mal die volkstheater-inszenierung was ändern...

mila hat gesagt…

Tja, pöh: so unterschiedlich sind die Geschmäcker. Burton/Taylor (oder auch nur schon die Lektüre des Stücks) ziehe allemal der Volksbühne vor. Nachdem ich mich zuvor in x-facher Variation daran gütlich getan habe, aktiv wie passiv.

Inszenierung hat gesagt…

Ich werfe dem kleinen Volk ein grosses Stück auf die Bühne des Gemeindesaals, 1990, ich frisiere Zerrüttung hinter rotweissen Vorhängen, mein Charme ist der Charme eines Spannteppichs, meine Demontage schleicht sich an auf weissen Socken, in Plüsch oder zu laut, ich stosse verzweifelte Zärtlichkeiten zu unflätig oder zu bieder über den Abgrund des Kitschs. Ich tue, was ich kann, und es wird immer gut.

pöh! hat gesagt…

yep, inszenierung, so ist es. das stück ist unzerstörbar!

mila hat gesagt…

bleibt also nur die frage: weshalb wird das stück (zuzüglich) hier verhandelt - auf einer neben-bühne? ist die faszination des klatsches womöglich gar noch grösser als die des eigentlichen geschehens?

einen schönen nachmittag!

pöh! hat gesagt…

theaterkritik findet ja auch nicht auf der aufführenden bühne statt, oder?

Kritik hat gesagt…

pöhint taken.

Anonym hat gesagt…

@Carolina: Ich antworte als Mann, aber nicht für "die Männer". Ich kann mir die Männer eigentlich auch nicht vorstellen, die sich Sex auf dem Strassenstrich kaufen. Hingegen scheint es mir persönlich nicht abwegig, für Sex Geld zu bezahlen. Ich kann sogar ganz gut verstehen, dass man lieber Geld als die diversen anderen Gegenleistungen gibt, die da sonst im Spiel sind. Offensichtlich ist es auf jeden Fall so, dass Männer (im Schnitt) häufiger Sex möchten, als sie "umsonst" bekommen. Ja, dass es Männer gibt, die sehr sehr gerne Sex möchten, aber aufgrund ihrer Attraktivität (Alter, Aussehen, Geld, Verhalten, ...) keinen mehr erhalten. Nun, bei Behinderten gibt es immer mehr sexuelle Angebote, weil man ihnen dieses "Menschenrecht" ermöglichen will...
Sportpapi

Anonym hat gesagt…

@Carolina

Das private oder intime (weibliche) Angebot (gebremst und minimiert durch Migräne, Verdauungsbeschwerden, Zweifel an der eigenen Attraktivität, schlechtem Selbstwertgefühl, Frühlingsmüdigkeit, allgemeine Unpässlichkeit, andere Ausreden oder Leiden) ist wesentlich kleiner als die durchschnittliche männliche Nachfrage.

Männer unterscheiden aber sehr wohl zwischen Sex mit der geliebten Frau (Intimität/Liebe/Partnerschaft) und Sex mit einer Frau, die sich gegen Bezahlung oder aus eigener Lust und zum kurzen Vergnügen anbietet (Triebabfuhr).

Männer wollen auf keinen Fall ihre Paarbeziehungen gefährden. Deshalb lagern sie das überschüssige (oder ungehörige) Verlangen aus. Dafür bezahlen sie mit exzessiv schlechtem Gewissen.

Viele Männer wollen ihren Frauen und Herzensdamen gewisse Praktiken, die diese als entwürdigend auffassen könnten oder aus grundsätzlichen Gründen ablehnen (z.B. Oralverkehr), ersparen. Das betrifft auch den Fetischbereich u.a.

Letzlich nimmt aber doch nur ein sehr kleiner Prozentsatz aller Männer das Angebot von Sexarbeiterinnen in Anspruch. Die meisten Männer sind ihren Partnerinnen treu und träumen sich in ein Land der unbegrenzten Angebote. Sie haben ihre Träume.

Auch Frauen haben ihre Träume. Manchmal sind diese Träume sicher auch sexueller Natur.

TKZ

fufi hat gesagt…

Ach, Carolina .....
und nebenschauplatzmässig @ Sportpapi

Wenn ich denn bloss wüsste, weshalb es Männer gibt, die söttiges tun.
Und offenbar noch Freude dran haben.
"Ich dich SEX! Du mitnehmen wollen was in Hand habe?"
Wäck!

Noch unverständlicher waren mir aber noch diejenigen, die sich damals ihr "Vergnügen" auf dem Drogenstrich holten: Häsch mer en Schnägg, wänn ich di blase?
(btw: und natürlich ungeschützt!)
Ich denke, DAS war das einzig gute, was wir einer gewissen MS zu verdanken haben.
Aber DAS ist echt was Gutes!

Nein, nein und namal NEIN:
Mit irgendwelchen "Trieben" hat das denn wohl schon grad gar nichts und noch viel weniger als das zu tun!
Die könnte "MANN" nämli auch andersartig "abreagieren".
Ok, das tun sie ja leider auch nur allzuhäufig - übersprungshandelnd, sozusagen - und nennen das denn "wirtschaftlichen Wettbewerb".

Aber zurück zum Thema:
Männer, die sich sowas antun - ich meine:
Die ziehen sich ihre Lust weder aus den Schwänzen noch aus dem Kleinhirn,
sondern aus ihren Frontal- und Schläfenlappen.
Und dort drin sind sie nämlich derart gestört, dass sie - würden sie denn wirtschaftlich nicht funktionieren - ehrlich gesagt, ich mag's mir gar nicht ausdenken. Es scheint mir derart was von pervers und gruusig und vor allem UNMENSCHLICH!

Mami, ich war heute ein ganz, ganz, ganz Böser. Darf ich dich heute abend trotzdem ficken?

mila hat gesagt…

Scheisse aber auch. Lieber vögelt man(n) fremd, als Tacheles zu reden. Und - notfalls - zu verzichten. Wobei Oralsex ein denkbar schlechtes Beispiel dafür ist, was man(n) der eigenen Frau nicht 'zumuten' mag.

Sowas nennt sich schlicht und ergreifend Feigheit.

fufi hat gesagt…

Und wenn's denn bloss um die - maskulinerseits ach so oft beschworene - "Triebabfuhr" gehen sollte ... ?
Eingeweihte wissen, das so was für Rüden und Kater denn schon grad gar kein Problem ist.
Die konnen sowas denn nämli sogar oral.

Aber vielleicht liegt's Problem ja gerade darin: oral oder nicht?
Wer putzt denn heute seine Zähne noch manuell? Wo's doch die Oral-B gibt?

Namal: Ich hab keine Ahnung, wo s'Problem denn liegen könnte.
Aber offensichtlich leiden gewisse "Herren der Schöpfung" halt schon schaurig fest darunter.

Aber dass andere noch viel mehr darunter leiden könnten?
HACH TUT DAS GUT!

fufi hat gesagt…

In DIESEM Zusammenhang kriegt der eigentlich negativ besetzte Begriff "WICHSER" ja schon wieder eine positive Bedeutung?

Anonym hat gesagt…

Der Mamablog ist eine Verrichtungsbox kindischer Sandkasten-Machtphantasien.

Und wie in jedem Sandkasten geht das allmorgendliche Geplärre los, wenn die Sandburg des einen durch Chesseli und Schaufel des anderen traktiert wurde.

Kat

Tiger hat gesagt…

Eine kleine Beobachtung, vielmehr zwei, und doch eher peinlich, finde ich. Es geht um Weihnachten, und zwar dass jemand, der etwas auf sich gibt, die ganzen Grenzen um sein Grundstück mit Lichterschlangen behähgt zu Weihnachten. Und da die Wissennschaft immer potentere LEDs herstellt (was zum Ersatz der Energiesparlampen der ersten Generation führen wird, weil die neuen ein schöneres Licht haben, mittelfristig billiger sind, keine Gifte enthalten, kleiner sind und, vor allem, noch einmal viel weniger enektrisch leisten müssen um gleich zu leuchten)

Jedenfalls diese Leuchtschnüre. Aufhängen kann man sie eigentlich frühestens am 1.12., aber irgendein Datum bis zu 15. ist akzeptabel.

Dann kommt Weihnachen und geht wieder und auch der 6.6. mit den Königen, aber dann ist Weihnachten erstmal vorbei, einverstanden?

Vorbei. Uns langansässigen Anwohnern ist das schon klar. Wen am 6.6. niemand Zeit hat, die Dinger loszubinden, dann schaltet man halt ihre Stromversorgung ab. Damit sind sie an nähernd unsichtbar. Eine Zwischenlösung, die hält, bis dann im Mai den Haushaltsattaché (ich) die Kabelbinder durch knackt und die Schose in einer Kiste ganz oben ganz hinten links im Keller verstaut. Ein Job, der nackert erledigbar ist, verglichen mit der Einmummelung, die Anfang Januar anzuraten ist.

Was ich soeben beschrieb ist den durchschnittlichen Umgang des elveticus comunis comunis.

---

Nich so in meiner Nachbarschaft. Ich habe hier eine recht Zweitwohnungsquote in meinem Quartier. Die Leute siehst Du nie (manchmal fahren X3 und so durch die Eingangstore der Tiefgarage, das war es.) Viele der Wohnungen in der Überbauung sind durchaus besetzt, vielleicht ein halbes Dutzend ist es nicht. Dabei sind die Wohnungen sehr wohnlich (soweit man das sehen kann durch die Fenster, die ja mitunter keine Vorhänge haben), und auf den Balkonen stehen nette Balkonmöbel und ein Grill. Der sicher noch nicht eingefeuert wurde, aber wahrscheinlich zwecks Überzeugung des Kantonalen Wochenendkontrollers nicht ganz supersauber ist.

Unsere Gemeinde hält also her dafür, dass wir virtuelle Bewohner haben. Diese Leute zahlen hier Steuern (und zwar viele Steuern) und besitzen als Geldanlage und zum Steueroptimieren eine Wohnung. Manchmal kommen sie vielleicht wirklich her, aber einfach, um in einer Fressbeiz der Umgebung zu Abend zu essen. Danach fahren sie nach Hause.

Ja aber diese Kontrolleure, sagt Ihr? Naja, ich bin völlig überzeugt, dass es dead simple ist, sie zu trüggen.

Anonym hat gesagt…

Es steht jedem frei, Fakten, reale Verhalten und Wahrheiten zu verdrängen, zu ignorieren und darüber aufgebracht (heuchlerisch, prüde, moralistisch-intellektuell) zu fluchen. Mir egal.

In meinem Bekanntenkreis betrügen ein paar sehr brave, gebildete, gute Ehemänner, die regelmässig den Müll runterbringen und den kastrierten Kater geben, ihre Frauen sexuell (mit Sexarbeiterinnen oder Barbekanntschaften, auch mit der Kollegin aus dem Büro). Die Frauen würden das allesamt erst glauben, wenn Fotos und Tonbandaufnahmen vorlägen, denn sie sind wahnsinnig zufrieden, vor allem, dass sie (sexuell) ihre Ruhe haben, nicht die geringste Gefahr scheint von diesen emanzipierten und aufgeklärten Exemplaren auszugehen...Naja.

Wegen des Oralsex, fluchende Mila. Es ist schon so, dass alle Frauen sehr offen tun, sich modern geben. Im real existierenden Schlafzimmer ist manches anders. Den Medien sollten wir nicht zuviel Glauben schenken, ach so liberalen Userkommentaren schon gar nicht.

Schon klar, Mila, dass es vor allem Frauen sehr irritiert zu erfahren, dass auch ihr Ehemann geheime Wünsche haben könnte (wie sie selbst: Orlando?) und dass ihre Verweigerung oder die Zickigkeiten, die hochabstrakte Fabulierlust ohne Hand und Fuss, die er vordergründig hinnimmt (, weil er die Frau liebt, mit ihr Kinder hat!), hinter den Kulissen Konsequenzen hat (uuups, was für ein schlimmer Satz).

Nicht alle Männer sind Tölpel. Wenn die Frauen das glauben wollen, widersprechen wir nicht. Wir wollen weder Partnerschaft noch (schon gar nicht) Familie zerstören.

TKZ

Tiger hat gesagt…

Oh, das ist nicht nur in Freienbach so. Neulich sag ich in Herrliberg das gleiche. Jingle Bells!

---

Neulich schaute ich mit meiner Frau "Wer wird Millionär".
Wir lagen im Bett und ich fragte sie: "Möchtest Du Sex haben?
"Nein" sagte sie.
Ich fragte sie dann: "Ist das Deine endgültige Antwort?"
Sie sah mich nicht einmal an und murmelte: "Ja".
Da sagte ich: "Ich nehm den Telefonjoker und rufe eine Freundin an..."
So begann der Streit....

Carolina hat gesagt…

Fufi, es muss doch eine Menge Männer geben, die 'söttiges' tun. Sind alle Schmutzfinken, Gestörte und Sexgrüsel? Und der Inzucht-Teil hat welche Bedeutung?

Mila, Du würdest nicht glauben, wieviele Paare am Ende einer Beziehung behaupten, sie hätten alles versucht, dem anderen mitzuteilen, was sie wirklich wollen. Das Thema 'Sex' ist immer noch mit extrem viel Scham, Ekel und Nichtkommunikation behaftet. So zu tun, als seien Oralsex und andere Spielarten heute gang und gäbe, ist naiv - man tut so, als ob, denn ansonsten steht man ja als Loser da.

Sportpapi & TKZ: Danke! Ueber die übliche Verurteilung hinaus Voten, die Mann unter vollem Namen natürlich nicht geben würde/könnte.
Natürlich ist jeder Fall anders: ich glaube kaum, dass jeder Mann sich beschmutzt fühlt oder ein schlechtes Gewissen hat. Im Gleichgang ist nicht jeder Mann ein Sexmonster, der rein zur Triebabfuhr mal eben Frauen 'missbraucht'.

Ich habe ganz sicher keine einheitliche Lösung. Aber ich mache mir Gedanken darüber - eben weil ich diese Paare in der Praxis sehe.

Anonym hat gesagt…

Danke, Carolina.

TKZ

Carolina hat gesagt…

TKZ, hat sich überschnitten.
Ich bitte Sie, machen Sie den guten Eindruck, den Sie, zumindest bei mir, durch Ihre Ehrlichkeit hinterlassen haben, nicht durch persönliche Angriffe kaputt. Das sollte in dieser Diskussion keinen Platz haben.

Ich kann das, was Sie sagen, bestätigen, nur aus Frauensicht: ich kenne einige Frauen, die, z.T. seit Jahren, einen Sexpartner haben, mit dem sie eine Seite ausleben, von der sie meinen, dass sie sie mit ihrem Mann nicht haben könnten/dürften. Dem geht oft eine rationale Entscheidung voraus, im Sinne von: ich liebe meinen Mann, meine Kinder sind mir extrem wichtig, mein Leben stimmt so - aber guten Sex will ich auch. Die Frage ist: ist das per se verwerflich?

Anonym hat gesagt…

@ Carolina

Mein Privileg als unbeschriebenes Blatt ist es, Dinge und Verhältnisse zu benennen, die mir beim Durchlesen der Threads aufgfallen sind.

Ich bin nicht verstrickt und sehe klar.

Ob ich hier bleiben werde, ist noch nicht klar. Im Moment ist es gut.

Trotzdem haben Sie recht. Persönliche "Angriffe" sind zu vermeiden. Ich habe Mila nicht angegriffen, sondern etwas Unstimmiges aufgedeckt, das alle sehen: Mila geht hier "fremd", nicht sexuell, nicht in einer Verrichtungsbox, aber auch in einer Art Darkroom. Damit macht sie sich angreifbar.

Was hier steht, zählt.

Meine Anonymität schützt mich, deshalb fällt es mir nicht schwer, meine Auffassungen niederzulegen. So umwerfend originell sind sie ja nun auch wieder nicht ;-)

Mila: Ich entschuldige mich. Seien Sie halt auch vorsichtiger und vor allem kohärenter.

TKZ

fufi hat gesagt…

Carolina

Ich sags ja nicht gerne, aber DIE die sich da am Sihlquai und früher auf dem Drogenstrich ...

JA!
DAS sind alle Schmutzfinken, sozial und sexuell und wahrscheinlich auchanderweitig Gestörte und Sexgrüsel!

Auch wenn sie denn eine ganz schöne biedere Maske tragen möchten!

Anonym hat gesagt…

@ Carolina

Sie fragen, ob Betrug verwerflich sei. Betrug ist immer verwerflich. Wenn aber die Frauen, die Sie beschreiben, bessere Ehefrauen und Mütter sind, weil es ihnen sexuell an nichts mangelt, wenn die Männer, die sexuell betrügen (nicht emotional), besser gelaunt sind, entspannter, dann gibt es einen Mehrwert, den ich nicht unterschätzen will.

TKZ

mila hat gesagt…

Die geheimen Wünsche der Frauen... darüber könnte ich Bücher schreiben, Romane gar. Auch wenn sie gar nicht so geheim sind.

Mila geht fremd...? Lustig, wie sehr ich hier die Imagination des einen oder anderen beflügle, bis hin zum Darkroom. Amüsant, irgendwie.

Anonym hat gesagt…

@ Mila

Meine Imagination musste ich nicht bemühen. Sie sind noch sehr jung und auf der Suche nach Form. Deshalb geben Sie wohl mehr preis von sich, als Ihnen lieb ist. Aber das muss erlaubt sein.

Ihre Bücher und Romane will ich gerne lesen.

So, und jetzt muss ich nach Hause.

TKZ

mila hat gesagt…

Ha! Wie sagte ich schon vor langer, langer Zeit:

If you want to find out about me
you would have to watch my face
If you need to read all about me
you would have to buy my book

http://www.youtube.com/watch?v=u4rGfWoMdkw

It's never going to happen.

Anonym hat gesagt…

Untreue ist Betrug? oder ist strikte Monogamie eine Illusion, die aufrechterhalten wird, indem zur Alternative die diskrete Abfuhr über Sex-Workerinnen besteht? Soll der Menschenhandel mit Sex-Workerinnen unterbunden werden, dann muss sich eine Gesellschaft, bzw. dann eben die Paare, auch damit auseinander setzen, wie eine offene Sexualität gelebt werden kann, ohne dass die Besitzansprüche innerhalb monogamer Beziehungen zum unvermeidlichen Clash führen.
Prostitution ist eben auch das Aufrechterhalten ein bürgerlicher Scheins mit Mitteln der Sklaverei und des Kolonialismus. Dasselbe wie die Auslagerung der Produktion in gebiete, wo schamlos Menschen in Sklaven Fabriken unseren Tand produzieren. Der Motor der ‚Motivation‘: Armut.

Die Kunden der Verrichtungsboxen sind mehrheitlich Leute mit guter ‚Reputation‘, Macht und Geld. Was nur bedeutet, dass wenn deren Verhalten als deviant bezeichnet wird, in Konsequenz das heisst, dass die bürgerliche Scheingesellschaft unter der Oberfläche deviant, ausbeutend und verachtend ist.


Kat.

Carolina hat gesagt…

I couldn't agree more, Katharina. Ich würde noch hinzufügen, dass wir, die wir alle Teil dieser 'bürgerlichen Scheingesellschaft' sind, uns darin gefallen, Empörung zu äussern, die nichts anderes als Heuchelei ist.

Ich habe übrigens nicht von Betrug gesprochen, sondern gefragt, ob das 'Fremdgehen' per se verwerflich ist...... Sicher ist das von Fall zu Fall unterschiedlich und hat viel mit dem jeweiligen Paar, ihren Abmachungen, stillschweigenden Ansprüchen und der Form ihrer Beziehung zu tun. Mich erschreckt aber immer wieder das Ausmass der Erwartungen, die an den anderen gestellt werden - oft im Namen einer 'romantischen' Liebe. Von meiner Warte aus sind die Beziehungen, die wirklich auf einer freien Entscheidung basieren und akzeptieren, dass jeder noch einen Bereich haben soll/darf/muss, der ihm ganz privat gehört, die 'seelenhygienischeren', auf lange Sicht jedenfalls. Und bei mir würden alle Alarmglocken klingeln, wenn ein Partner nicht mal weiss/wissen will, dass jeder auch innerhalb einer Beziehung Fantasien, Träume, Geheimnisse haben darf.

Carolina hat gesagt…

PS: Strikte Monogamie kann ein Willensentscheid sein, aber eben auch eine Illusion.....

Tiger hat gesagt…

Interessant in diesem Zusammenhang sind Ehepaare, die swingen gehen, miteinander. Dann werden vor Ort (in einem spezialisierten Club ist das durchführbar) diverse Phantasien durchgegeben. Meistens geht es um sehr Normales wie Partnertausch und so. Habe ich mir sagen lassen, mangels Partner tausche ich nicht :-) Oder Männer, die sonst explizite Heteros sind, leben mal ihre Homoseite aus.

Und ja, so Ehepaare kenne ich, die gibt's.

Also: Carolina, das Wort "Betrug" habe ich auch ziemlich unpassend gefunden. Wenn ich etwas in meinen 103 Lebensjahren gelernt habe, ist es, dass lebenslange Monogamie die ungefähr schlechteste Idee der Welt ist.

pöh! hat gesagt…

schlechter noch als völkermord und tierlein quälen? echt?

Meta hat gesagt…

Also Stilnox ist im Fall nicht harmlos!!! (Wenns Stilnox war, Tiger; sonst wars was anderes, das nicht harmlos ist.)

Ja, die Prostitution. Ich weiss auch nicht. Und hege den leisen Verdacht, es gebe so manches Paar, das im Alltagstrott schlicht nicht wagt, miteinander über Wünsche und Fantasien zu sprechen... und dass die Belle de Jour eine Männerfantasie ist. Die Prostituierten, mit denen ich bisher zu tun hatte (die meisten habe ich in der Sprechstunde wohl nicht als solche erkannt!) nennen sich Masseurinnen und führen zermürbende Kleinkriege an diversen Fronten, bis hin zur Front zwischen Salon-Nachbarinnen.

Meta hat gesagt…

"Von meiner Warte aus sind die Beziehungen, die wirklich auf einer freien Entscheidung basieren und akzeptieren, dass jeder noch einen Bereich haben soll/darf/muss, der ihm ganz privat gehört, die 'seelenhygienischeren', auf lange Sicht jedenfalls."

Aye, aye, ma'am! Als mein soon-to-be-ex mir die Ehe angetragen hatte und ich mich zu einem Ja durchgerungen, kam postwendend: 1) Jeder Seitensprung ist ein Scheidungsgrund. 2) Jeder Drogenkonsum ist ein Scheidungsgrund. (Nachdem ich zugegeben hatte, mal gekifft zu haben, Jahre zuvor.) I should have known better. Wollte halt dem Kind die heile Welt bescheren.

Carolina hat gesagt…

Tiger, es kommt wohl, wie gesagt, auf die Vereinbarungen an, die Partner miteinander treffen - je nachdem, kann es natürlich auch Betrug sein.

Meta, soon-to-be-ex! My sympathies. Ich wünsche viel Kraft und am Ende des Tunnels Licht!

Gute Nacht allerseits.

mila hat gesagt…

Also, wenn ich diese Diskussion repräsentativ zusammenfassen müsste, wäre dann die Antwort: wir sind eine Gesellschaft von Heuchlern, die ihr sorgfältig zusammengezimmertes, kleinbürgerliches Idyll nach aussen verteidigen, sich jedoch die inneren, existenz-beflügelnden Abgründe nicht nehmen lassen wollen? Tatsächlich, Meta: 'Belle du Jour' ist ein exzellentes Stichwort.

Aber: muss man tatsächlich so leben? Was war denn die Ehefrau und Mutter der Kinder, bevor sie Ehefrau und Mutter der Kinder wurde (und umgekehrt)? Für die eigene Sprach- und/oder Mut-Losigkeit ist jeder und jede selbst verantwortlich.

Und dann stolperte ich doch noch einmal über das hier: "Seien Sie halt auch vorsichtiger und vor allem kohärenter." Mich würde ja interessieren, was Kohärenz in diesem Fall bedeutet, und wie man sie an einer virtuellen Persönlichkeit festnageln will. Jene die meinen, sie wären im Vergleich zu anderen besonders anonym, merken noch nicht einmal, wieviel sie von sich selbst preisgeben - zum Beispiel mit der einen oder anderen gereizten Reaktion.

Ich bleibe dabei: Paare, die sich über ihre Bedürfnisse ausschweigen, nicht-tölpelhafte Männer, die ihren emanzipierten Frauen für ihre Emanzipation ingeheim mit der Bürokollegin eins auswischen - hört sich für mich irgendwie nicht nach dem kleinen Glück an (vom grossen rede ich schon gar nicht). Aber hier gilt wie überall sonst: jeder ist seines Lebens Schmied, und wenn solche Ko-Existenzen funktionieren (wenigstens, bis die Kinder aus dem Haus sind), dann wird das wohl für alle beteiligten Parteien stimmig sein. Und wer wäre ich da, den Finger in die allzu offene Wunde zu legen?

mila hat gesagt…

Noch was:

Was impliziert es eigentlich, wenn ein Mann oder eine Frau mit anderen sexuelle Bedürfnisse - Praktiken - auslebt, die er oder sie dem eigenen (geliebten) Partner nicht 'zumuten' möchte?

Anders gefragt: wieviel sexuelle Selbst-Verwirklichung ist eigentlich 'zulässig'? Ich stelle die Frage möglichst neutral.

Anonym hat gesagt…

Die Monogamie ist kein scheinheiliges Konzept. Sie entspringt dem Wunsch, die Gefährtin fürs Leben zu finden und sie ewig zu lieben. Wir alle wollen das. Die Monogamie ist ein perfektes Konzept, aber wir sind nicht perfekt.

Es gibt Versuchungen und Störungen. Der Sexualtrieb z.B. ist manchen Männern wie eine Gemeinheit eingepflanzt worden, auch gewisse Wünsche ausserhalb der Norm.

Dass es Sexarbeiterinnen gibt, und das in grosser Zahl, ist ein Beweis dafür. Die Männer lagern Bedürfnisse aus, das hat Gründe. Man sollte das nicht grundsätlich moralisieren.

Die meisten Männer behandeln Sexarbeiterinnen gut, sind Stammkunden. Das System dahinter ist teilweise menschenverachtend. Aber das ist ja nicht das Thema. Es gibt noch andere Dinge in der Welt, die nicht koscher sind. Warum muss eine ausschliesslich männliche Gruppe tote Kinder bergen, die Schwerverletzten retten?

Natürlich ist jedes Fremdgehen gemeiner Betrug und widerlich, denn, sobald der Betrug auskommt, verletzt er die Betrogene oder den Betrogenen. Ich verstehe nicht, wie das schöngeschrieben werden kann, Katharina, Carolina und Tiger. Natürlich kann der Betrug einen Mehrwert haben, aber ein gesunder Mensch leidet trotzdem darunter, weil er aktiv gegen ein Prinzip verstösst. Theorie vs. Praxis, Ideal vs. Real = Spannung.

Bei Paaren, die "offene" Beziehungen leben, gibt es immer einen Partner, der die offene Beziehung mehr schätzt als der andere. Einer steckt immer ein und leidet weit mehr. Die Missachtung des Wunsches, der Partner/die Partnerin möge nur "mir" (intimst) "gehören", führt zu Leiden bei Leuten, die nicht oberflächlich sind.

Swinger sind ein Spezialfall. Die haben wohl keine Kinder.

TKZ

Tiger hat gesagt…

Gute Frage, mila. Wirklich. Aus direkter eigener Anschauung kenne ich das nicht, das ist wohl eine "Bildungslücke". Ich werde auch nie mehr heiraten, ob ich je wieder eine Beziehung eingehe, steht irgendwo zwischen Aldebaran und Beteigeuze (die einander ja recht nahe stehen am Himmel).

Schlechter als Tierliquälen, pöh? Naja, eigentlich nicht, stimmt, aber fast. Wobei ich das Tierliquälen ja noch nie eine gute Idee gefunden habe, wogegen die Ehe in meinem Ansehen wirklich einen bemerkenswerten Fall hinter sich hat.

Mila, meine "Abgründe" will ich mir zwar auch nicht nehmen lassen, aber von wegen Idyll gibt es nichts zu verteidigen.

Was impliziert es? Naja, ich denke nicht, dass es viel mehr impliziert als das Offensichtliche, jedenfalls für den offenen Menschen. Für den Verklemmten impliziert es eine Belledejour-artige Flucht. Das empfinde ich als dumm (TM), und zum Glück ist es nicht mehr besonders häufig hierzulande. Oder?

--

Stilnox: Ob es harmlos ist? Hm, auf jeden Fall hat es eine ziemliche Wirkung. Wirklich, nach wenigen Minuten schwindet meine präzise Gewalt über meinen Körper so ziemlich und ich kann nicht mehr recht schreiben zum Beispiel. Autofahren wäre unmöglich. Nach ein paar Stunden ist diese Wirkung ganz vorbei.

Lustig ist, eine Freundin hat mir genau heute Morgen geschrieben, sie starte dieser Tage den Stilnox-Entzug, und sie habe bereits einiges an Entzugserscheinungen. Wenn das so langwierig wird wie beim Tramal (das sie mittlerweile praktisch los ist), dann prost.

Ich weiss einfach, dass ich ohne Stilnox nicht einschlafen kann, und das ist nach wie vor schrecklich. Ich muss einmal etwas anderes probieren. Die Ärzte sind hier irgendwie alle ziemlich ahnungslos. Manchmal denke ich schon, dass die Ärzte die wahren Probleme der Leute gar nicht adressieren können. Ich höre so oft von Leuten, die auf Fragen bestenfalls ein Schulterzucken ernten.

--

Katharinas Stück fand ich wieder einmal ganz famos. Dead-on, Katharina. In every respect. Wie Stilnox bei Euch heisst, weiss ich nicht, es ist einfach Zolpidem. Kein Benzo, aber etwas ähnlich Wirkendes. Ah doch, "Ambien" ist das bei Euch (unter anderem). Du hast die Wirkung von dem Zeugs bei mir ja einmal live bemerkt.

Katharina, mach doch mal eine CB hier. Keine grossen Meinungen, einfach ein Bericht, das wäre toll. Thema up to you. Bitte keine Esoterik. Und wenn Du mich vorher noch ein bisschen zusammenstauchen willst, go on.

Orange hat gesagt…

Danke fufi für Deine engagierte Worte zu diesem Thema.

Carolina hat gesagt…

TKZ, das sehe ich wirklich anders: es gibt sehr wohl eine Bandbreite zwischen Fremdgehen, um Sexualität auszuleben, die, aus welchen Gründen auch immer, in der Beziehung nicht ausgelebt werden kann und Hintergehen aus Bequemlichkeit/Kommunikationsunfähigkeit/Sauglattismus. Ich gebe zu bedenken, dass Absprachen und Vereinbarungen, auch Erwartungen, die zu Anfang einer Beziehung getroffen wurden, erheblichen Aenderungen unterworfen sind, die, auch für (angebliche) Experten, nicht vorhersehbar oder planbar sind. Eine heimliche Beziehung, die 'nur' Sex beinhaltet, kann sehr wohl eine Möglichkeit sein, die 'richtige' Beziehung zu schützen und zu bewahren, weil man vielleicht der Meinung ist, dass alle anderen Parameter stimmig sind. Dafür muss nicht zwingend eine Diskussion über eine offene Beziehung stattgefunden haben.
Ich sage es mal ganz deutlich (aus meiner persönlichen Sicht und auch aus dem, was ich im Praxisalltag sehe): Es gibt Menschen, die ein funktionierendes Sexualleben nicht unbedingt für eine Voraussetzung für eine funktionierende Beziehung halten - das mag für manche zutreffen, für andere ist es aber ein Ideal, das dem Alltag nicht standhält. Was ist daran so schlimm, wenn man sich Sex woanders holt? Man mag das aus moralischen Gründen verurteilen, aber ich behaupte, dass so manche Beziehung aus diesem Grunde weiterbesteht (und es sind auch nicht immer die schlechtesten).

Anonym hat gesagt…

@Carolina

Die eheliche/feste Beziehung mag (aus diesem Grund?) weiterbestehen, sie mag nicht die schlechteste sein. Natürlich. Ich sprach selbst vom Mehrwert, den ich nicht ausschliesse.

Trotzdem holt sich niemand ungestraft "nur" Sex. "Nur"...aber immerhin. Normale Menschen haben ein Gewissen und bezahlen für Betrug an einem Prinzip einen Preis. Das ist auch richtig. Es gibt kein schmerzfreies Leben, wir sind keine Maschinen.

Manche mag das erstaunen, aber auch Männer sind Menschen und haben ein Gewissen.

Abschliessend: Bei längeren ausserehelichen Beziehungen handelt es sich bestimmt nicht "nur" um Sex, vor allem wenn Frauen fremdgehen, wie oben von Ihnen (Carolina) beschrieben. Wenn diese Frauen auch Mütter sind: verflixt!!!

Sitzung ruft.

TKZ

mila hat gesagt…

"Trotzdem holt sich niemand ungestraft "nur" Sex. "Nur"...aber immerhin. Normale Menschen haben ein Gewissen und bezahlen für Betrug an einem Prinzip einen Preis. Das ist auch richtig. Es gibt kein schmerzfreies Leben, wir sind keine Maschinen."

Volle Zustimmung meinerseits. führt auf elegantem Umweg zur eingangs gestellten Frage, welche Wünschen man sich notfalls - allenfalls - verklemmt, um die Schmerzgrenze (die eigene und die anderer) einzudämmen.

Carolina hat gesagt…

TKZ, ich stimme Ihnen zu, dass wir für alles einen Preis zahlen - natürlich. Und es gibt wirklich nichts umsonst. Die Entscheidung, ob ausserhäuslicher Sex es wert ist, ein schlechtes Gewissen mit sich herumzutragen (warum sollte ich Männern das absprechen wollen? Verwechseln Sie mich mit jemandem?), muss sich wirklich jeder selber beantworten.

Und dieses Thema ist ja hiermit noch lange nicht abgehandelt. Das Thema Prostitution haben wir bislang umschifft - ich sehe zwar nicht wie Fufi nur den Sihlquai und Verrichtungsboxen, aber trotzdem bin ich mir überhaupt nicht sicher, ob es in diesem Bereich Lösungen gibt, die für alle befriedigend sind.

mila hat gesagt…

In diesem Zusammenhang interessant:

http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Fesselnde-Lektuere/story/15042454

Ein Auszug:

"Im bereits erwähnten Artikel von «Psychology Today» heisst es: «So wie Männer sich im Internet Pornovideos anschauen, so beschaffen sich Frauen online erotische Bücher.» Und tatsächlich würde diese Art Frauenliteratur oft Fantasien aus der BDSM-Ecke thematisieren (...). Doch diese Praktiken, so heisst es im Psychologiejournal weiter, seien weder «bizarr» noch «pathologisch». Sie bedeuteten heutzutage schlicht «Geschmacksrichtungen der Erotik». Wie beruhigend, das alles ist offenbar eine Geschmackssache."

Ich habe übrigens einen Blick in das besprochene Buch ('Fifty Shades of Grey') geworfen. Bieder, langweilig, abgedroschen, was die Rahmenerzählung als solche anbelangt; da frage ich mich ernsthaft, wie bei soviel 'Verkanntes-Aschenputtel-trifft-auf-reichen-aber-gequälten-Märchenprinzen'-Klischee-Schund so etwas wie erotische Stimmung aufkommen soll - 'Mommy Porn' ist ein trefflicher Ausdruck für diese Art der literarischen Geschmacks-Verirrung, fürwahr. Und doch scheint es die Fantasie einer grossen weiblichen Anhängerschaft zu beflügeln (wahrscheinlich derjeniger, die soeben erst dem halbkeuschen 'Twilight'-Mist entwachsen sind). Lesen als weibliche Form der Ersatz-Befriedigung (?).

Carolina hat gesagt…

Mila, ich habe das auch gelesen und 'in disgust' in die Ecke geworfen - scheint mir mehr eine dieser unsäglichen PR-Aktionen zu sein. Als ob 'Geschmacksrichtungen der Erotik' etwas Neues seien - haben diese Leute noch nie was von Nancy Friday gehört? Aber aus allem einen Trend machen, einen 'schönen' Titel finden und, schwupps, ist wieder ein Buch verkauft.

mila hat gesagt…

Was soll ich sagen, Carolina? Wenn mich schon jemand kunstvoll in eine Fantasiewelt ent-führen möchte, dann lieber so:

Lana Del Rey - Born To Die

http://www.youtube.com/watch?v=Bag1gUxuU0g&ob=av2e

Love the grandezza.

Anonym hat gesagt…

"Bei Paaren, die "offene" Beziehungen leben, gibt es immer einen Partner, der die offene Beziehung mehr schätzt als der andere. Einer steckt immer ein und leidet weit mehr. Die Missachtung des Wunsches, der Partner/die Partnerin möge nur "mir" (intimst) "gehören", führt zu Leiden bei Leuten, die nicht oberflächlich sind."

TKZ, aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass das, so wie Sie das formulieren, nicht stimmen kann.
Es kommt sehr darauf an, wie eine offene Beziehung gestaltet wird. Einerseits, dass Affären als das gesehen werden, was sie sind. A temporal fling with benefits, und dass dazu dem/r Partner/In etwas Freiraum zugestanden wird, in den nicht mit impertinenter Fragerei eingedrungen wird.
Andererseits kann offene Beziehung auch heissen, dass gemeinsame Freundschaften eine intime Dimension entwickeln. Will heissen, die befreundete Person oder Paar wird Teil einer neuen Konstellation zu dritt oder zu viert.

Meine Partnerin und ich sind nun über 25 Jahre zusammen. Eine sehr lange Zeit für lesbische Partnerschaften. Ich denke zum Teil ist dies auch dem Umstand zu verdanken, dass wir über unsere Bedürfnisse und Wünsche offen redeten. Allein meine eigene Erfahrung widerspricht dem, was Sie schreiben, TKZ. Dass das funktioniert, bedeutet nicht, oberflächlich zu sein, sondern ganz im Gegenteil eben, dass eine Beziehung auch in dem Sinn offen ist, dass über die eigene Sexualität offen geredet werden kann, was vielleicht viele gar nicht so gut können.
„Die Missachtung des Wunsches, der Partner/die Partnerin möge nur "mir" (intimst) "gehören"“ ist eben der Kern einer meiner Meinung nach falschen Ansicht. Nämlich ein Mensch gehöre mir. Oder Liebe hätte etwas mit einem Besitzanspruch zu tun. Es ist ganz einfach so, dass, wenn ich meine Partnerin wirklich liebe, ihr auch die Erfahrung von Intimität mit einer anderen Frau gönne.

Anderes Beispiel: Bisexuelle Menschen. Die können keine monogame Beziehung leben, weil eben ihre Orientierung das gar nicht zulässt. Also entweder offene Beziehung oder serielle Beziehung mit Partner wechselnden Geschlechts.

Kat.

Anonym hat gesagt…

@ Carolina

Einverstanden.

@ Mila

Teenager-Kitsch, den Sie uns zumuten.

@ Kat.

Ich halte Ihre Paargeschichte für eine Ausnahme.

Sie kritisieren den Besitzanspruch der/des Liebenden. Mit der Kritik haben Sie recht. Es ist eine Kritik an der Realität, am real existierenden Menschen. Sie präsentieren uns eine Utopie. Muss erlaubt sein ;-)

Sie konnten mit Ihrer Partnerin entwickeln, was anscheindend für die Masse nicht vorgesehen ist. Die Eifersucht scheint programmiert. Wahrscheinlich hat das mit der Fortpflanzung und Sicherung des Nachwuchses zu tun. Wir sind ja betr. Instinkte Urzeitmodelle. Evolutionsgeschichtlich haben wir im Rahmen der Genderdiskussion (, die den Zenith deutlich überschritten hat - es geht bei näherer Betrachtung leider vor allem um Lifestyle) ein paar Altlasten. Überall kann sich Emanzipation durchsetzen, nur nicht beim Sex. Das haben die (heterosexuellen) Emanzen nie kapiert, weil sie von Sex nichts verstehen.

Vielleicht fällt die Diskussion und Offenheit puncto Sexualität lesbischen Paaren leichter, weil sie viel typische Minderheiten-Arbeit investieren müssen, weil sie es gewohnt sind zu kämpfen, um anerkannt und respektvoll wahrgenommen zu werden.

Sie haben irgendwo gesagt, dass sie (lesbische Frauen) ganz normale Mädchen seien. Das solle endlich zur Kenntnis genommen werden. Ja, Sie sind ganz normale Mädchen; deshalb sollen Ihnen alle bürgerlichen Rechte zustehen, ohne Abstrich. Und, nein Sie sind gleichzeitig auch nicht "normal", obwohl sie von der Natur erwünscht sind (, sonst gäbe es sie nicht). Sie sind sozial eine Minderheit und dadurch weichen Sie von der Norm ab. Ich finde es schade und falsch, das bestreiten zu wollen.

TKZ

mila hat gesagt…

I'm all about Teenager-Kitsch - keeps me young at heart! Gerade heute ist mir wieder ein altes Prachtstück in die Hände gefallen:

Silverchair - Anthem for the Year 2000

http://www.youtube.com/watch?v=ShiShrR_nh8&ob=av3n

Geradezu ikonisch, das.

(...und wenn wir schon beim Stichwort Kitsch sind: John Carter ist angelaufen, ladies.)

mila hat gesagt…

...und wenn Sie die Verbindung zwischen Lana Del Rey und Silverchair nicht machen können (sollten), TKZ, dann sind Sie tatsächlich schon etwas in die Jahre gekommen.

Tiger hat gesagt…

"Die Eifersucht scheint programmiert." Den Satz mag ich, sprachlich, weil er nicht sagt "vorprogrammiert", wie es heute ja so üblich ist...

Inhaltlich denke ich aber nicht, dass man sowas allgemein sagen darf. Ménages à trois funktionieren durchaus, oft für mehrere Jahre, und ohne, dass einer der drei zu kurz käme oder verletzt wäre. Manchmal funktionieren sie auch nicht, aber das tun die handelsüblichen ménages à deux ja auch nicht zuweilen. Und hiermit haben die meisten hier Erfahrungen.

Einen intimeren Einblick hatte ich neulich in eine Beziehung, wo ein Ehemann sich neben der Ehe, mit der er unzufrieden war, eine Geliebte hielt. Und das war dann richtig unschön für jene. Denn die Beziehung war nicht ganz und nicht gar nicht, die war so etwas Halbes. Die Ehefrau, die nichts ahnte (zumindest anscheinend nicht), war die Gehörnte. Eine lose-lose-lose-Situation.

pöh! hat gesagt…

silverchair >>> silver jews! pavement! schon lange nicht mehr angehört... danke für den assoziativen schupf.

Anonym hat gesagt…

@ Mila

Sie tönen wie die Praktikantin beim Kaffeeautomaten, nur spricht die nicht so geschwollen.

@ Tiger

Alle, die ein ménage à trois geniessen, sollen das tun. Ich gehöre nicht dazu.

TKZ

mila hat gesagt…

TKZ, wahrlich, ich sage Ihnen: Sie müssen etwas tiefer in die Trickkiste greifen, wenn Sie gereizte Reaktionen zwecks Nabelschau hervorlocken wollen.

Sie sind also nicht auf die Verbindung gekommen? Dabei ist sie offenkundig. Nur eben: mit ziemlicher Sicherheit sind sie zu verknöchert, als dass Ihnen diese pop-artige Form der Gesellschaftskritik (an den politischen Zuständen, an der bürgerlichen Existenz, an der institutionalisierten Liebe) noch etwas sagen, geschweige denn bedeuten würde.

Tiger hat gesagt…

Und schon wird wieder gedreckelt...

Meta hat gesagt…

Der Theologe Karl Barth, auf seine Ménage à trois angesprochen: "Ja sehen Sie, das ist jetzt eben die Sünde." Beide Frauen sollen es gewusst haben.

Mila, ich bin ja gerade nicht dafür, die kleinbürgerliche Fassade aufrechtzuerhalten. Aber ich kenne wenige Heteros, die anders leben. Bisexuelle oder Schwule sind ein anderes Thema, die sind offener und mutiger, das fällt sogar mir auf. (Es ist zum Lesbischwerden! - wie ein schwuler Freund mal über eine Frau sagte, die uns beide beeindruckte.) Dass die Heteros so viel lügen, trägt meiner bescheidenen Ansicht nach wesentlich zur Verstimmung zwischen Männlein und Weiblein bei. Den Begriff der Lüge fasse ich hier sehr weit, vielleicht zu weit. Aber Nichtkommunikation von Bedürfnissen ist nicht ehrlich. Die meisten machen sich selbst was vor. Es bleibt für viele Frauen ein Traum, einen Partner kennen, mit dem sowas möglich ist wie sonst zwischen Frauen, siehe Kat - Respekt! Aber es ist zum Heulen: in so manchen männlichen Köpfen scheint die Eifersucht programmiert, das Besitzdenken, die ganzen alten Hässlichkeiten, die in ihrer extremen Ausprägung zum "Familiendrama" und zum "Ehrenmord" führen. Und wenn ich zurückblicke, wurde es bei uns mit dem Kind anders, auch im Bett. Auf einmal war ich nur noch die Heilige. Gemerkt habe ich es selber zu spät, weil mein Bedürfnis nach körperlicher Nähe mit dem Baby schon weitgehend abgedeckt war... eine absolut klassische und vorhersehbare Falle, und doch habe ich/haben wir das nicht kommen sehen. Im Nachhinein finde ich es schade, dass mein Exmann (Carolina, de facto ist er das fast, schon lange ausgezogen) sich nicht aktiver bemüht hat, aber realistisch betrachtet hätte das unsere Ehe auch nicht gerettet. Dass Frauen - ich eingerechnet - das Heft nicht selber in die Hand nehmen, ist einerseits natürlich auch Feigheit und Unehrlichkeit. Andererseits vielleicht auch Folge der lebenslangen Eintrichterung von Klischees. Das fängt schon im Vorkindergartenalter an. Wer rettet Schneewittchen? Der Prinz natürlich! Ganz zu schweigen von den Disney-Geschichten... Kitsch pur, und er lauert allüberall. Zum Verzweifeln. Hat jemand gute Tipps für Bücher, Filme, andere Geschichten über starke Mädchen?

Gute Nacht.

Meta hat gesagt…

Ach PS, à propos gute Nacht: Tiger, es gibt spezialisierte Schlafsprechstunden. Vieles, was man da zu hören bekommt, ist dasselbe, was sämtliche Eltern der Welt dem Nachwuchs predigen. Regelmässige Zeiten, im Bett nur schlafen, sich körperlich müde machen, z.B. mit Sport, frühmorgens ans Tageslicht wegen dem circadianen Rhythmus und so weiter. Wahrscheinlich weisst Du das eh alles schon. Was Du vermutlich nicht weisst, weil das Zeug legal ist und so verbreitet: es gibt Suchtspezialisten, die sagen, der Benzodiazepinentzug sei der schwierigste überhaupt. Du bist zu jung für sowas. Schlaf gut, auch wenns ein frommer Wunsch ist.

mila hat gesagt…

Oh, oh, Meta, da habe ich doch gleich das perfekte Lied für Dich:

Snow White's stitching up the circuitboard
Someone's slipping through the hidden door

Florence & the Machine - Blinding
http://www.youtube.com/watch?v=Da6bBKLPEGg

Danke für diesen sehr persönlichen Einblick. Are you doing well?

mila hat gesagt…

...und zum Thema 'starke' Mädchen: Rabbit Heart (von derselben, fabelhaften Künstlerin). Mir fällt sicher noch mehr ein - versprochen.

Anonym hat gesagt…

@ Meta

Intensiv. Danke.

TKZ

Carolina hat gesagt…

Meta, sehr berührend und ehrlich, danke.
Vielleicht ist eine Lösung viel einfacher als wir denken (zu dieser späten Stunde darf man ja ein wenig träumen): vielleicht sollten wir einfach ein wenig nachsichtiger mit uns selber und unseren Partnern sein - es menschelt allüberall. Und vielleicht ist der Gradmesser dafür, dass der Partner der richtige ist, dass er/sie nicht versucht, uns umzuerziehen, sondern uns unsere eigenen Fehler machen lässt -im Wissen darum, dass er selber nicht unfehlbar ist.
Oh, und Humor ist nicht zu unterschätzen! Hört sich banal an, ist aber so! Ich habe Paare erlebt, die kein (herkömmliches) Sexleben mehr hatten, aber immer noch zusammen lachen konnten und sie waren definitiv noch ein Paar.

Meta, noch eine 'Kleinigkeit': ein Geheimnis erfolgreichen Zusammenlebens scheint zu sein, dass man eben nicht immer das starke Mädchen sein muss, sondern auch mal schwach sein darf - ohne dass dem einen oder anderen ein Zacken aus der Krone bricht. Ich habe damit, zugegeben, auch meine Schwierigkeiten, aber bei Dir meine ich, eine Frau zu erkennen, die stark genug ist, um auch ihre Schwächen zeigen zu dürfen. Das ist sehr viel wert!

Gute Nacht allerseits.

pöh! hat gesagt…

meta, ch bin auch immer auf der suche. was mir gerade so einfällt:

die klassiker:
- ronja räubertochter (die lustigerweise mein sohn fast lieber hat als die tochter) - die tv-serie ist auch sehr gut

- pippi natürlich (lassen wir uns die auf keinen fall verderben durch ihre epigonin) - zur tv-serie muss man ja wohl nicht viel sagen...
- die rote zora

neueres zeugs
- hicks, der wikinger (die hauptfigur ist zwar hicks (ein wickie-klon: clever, ein gutes herz, nicht der grosse kämpfer), aber einer seiner beiden sidekicks ist die wikingerin kamikazi: aufmüpfig, gewitzt, eine diebin und schwertkämpferin der extra-klasse) - der film hat mit der vorlage nicht mehr viel gemeinsam, ist aber ganz nett

- potter (halt auch hier: hauptfigur mann. aber hermione ist eine grossartige frauenfigur. ihre wandlung vom kind zur jungen frau, das macht die frau rowling sehr gut) - die bücher schlagen die filme bei weitem (das ganze entwicklungsroman-zeugs geht in den filmen völlig verloren, und das ist, wie erwähnt, eben sehr gekonnt gemacht)

wenn mir noch mehr einfällt (es gibt todsicher noch mehr!) meld ich mich wieder.

pöh! hat gesagt…

- valerian und veronique, sci-fi comic mit coolen und witzigen geschichten, veronique ist eine sehr starke frauenfigur, eine agentin des raum-zeit-service (veronique heisst übrigens im französischen original laureline... niemand weiss genau, warum im deutschen der name geändert wurde...)

pöh! hat gesagt…

- buffy, the vampire slayer (die vampierjägerin, glaubs auf deutsch): sehr gut geschrieben, gewitzte, schnelle dialoge, auch entwicklungsroman-komponente über 7 jahre, sehr starke hauptfigur, wie auch ein sehr starker, weiblicher und lesbischer(!) sidekick - joss whedon hat damit wohl mehr für gleichberechtigung getan, als die furien im mamablog zusammengenommen in ihren ganzen leben dafür tun werden.

pöh! hat gesagt…

- 30 rock - der beweis, das frauen lustig sein können. sehr lustig, sogar. tina fey ist klasse - aber ob man jetzt ihre figur liz lemon wirklich als role model nehmen sollte... naja, eigentlich schon, einfach ohne die neurotische komponente... - aber vielleicht eher etwas für sie als für die tochter... ;-)

pöh! hat gesagt…

falls jemand um diese zeit noch hier liest: geht mal kurz raus, man sieht einen hell rot leuchtenden mars!

Tiger hat gesagt…

Mars sah ich... ich dachte, das sei Orion, ich Dummerli.

Tiger hat gesagt…

Ich meinte natürlich Beteigeuze im Orion, ich noch viel mehr Dummerli...

mila hat gesagt…

So. Ich setze dann mal pöhs feine Liste kindlich-jugendlicher Coming of Age-Erzählungenen mit einer Auswahl eklektisch zusammengestellter Emanzipationsgeschichten (mehr oder weniger) erwachsener Titelheldinnen fort:

- Grüne Tomaten
- Kill Bill & 2
- La Flor de mi secreto
- Bend It Like Beckham
- Working Girl

Das Fazit, das frau aus allen diesen Filmen ziehen könnte? ...man ertrinkt nicht, weil man unter Wasser taucht: sondern weil man unter Wasser bleibt.

Wenn jemand so reflektiert über seine Vergangenheit berichtet, erübrigen sich sonstige Anmerkungen - denke ich.

mila hat gesagt…

1& 2, natürlich.

...und pöh: wenn ich das gewusst hätte, mit dem rot leuchtenden Mars!

Tiger hat gesagt…

Der Fänger im Roggen.

nuff said.

Franz Oettli hat gesagt…

Also bei der Wohnungsinitiative habe ich auch ja gestimmt. Es geht doch nicht, dass wir unsere Berglandschaft mit leeren Wohnungen zubauen! Und jene Dörfer, die jetzt schon über 20 Prozent sind, müssen nun halt kürzer treten. Genau wie die Griechen. Wer in der Vergangenheit über die Stränge gehauen hat, muss den Gürtel halt irgendwann enger schnallen. Und sowieso: Es geht doch nicht, dass ein paar Bauunternehmer die heile Bergwelt versilbern, FranznWeber hat schon Recht!

Tiger hat gesagt…

Das geht nicht? Klar geht das. Marktwirtschaft nennt man das. Der Schnellere gewinnt.

pöh! hat gesagt…

philip pullmans "goldener kompass" trilogie - hauptfigur ist lyra, eine ronja ähnliche figur - mutig, ernsthaft, wild. spannende geschichte, die mit dem tod (bzw. der ermordung) gottes endet. eher nichts für den erbaulichen abend im ICF.

pöh! hat gesagt…

tiger, meines wissens, oder ich hätte die geschichte dazumals extrem oberflächlich gelesen, ist holden caulfield ein mann...

Anonym hat gesagt…

when you crashed in the clouds, you found me.
I can't let you leave either.


http://www.stumbleupon.com/su/1fDuYl/vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=5606758/

Kat

Anonym hat gesagt…

He oído susurrar en silencio y se que eres un fantasma Termine de ver su sombra persisten y siento su fantasma cuánto tiempo, hasta qué punto, ¿tengo que ir?...

http://www.youtube.com/watch?v=YD0Of3_JhKE&feature=share

Kat.

Meta hat gesagt…

Soeben retour und etwas geschafft, aber was für Perlen! Toll! Danke. Notier ich mir alles. An Zora nur vage Erinnerungen, Pippi bekannt und beim Kind sehr gut angekommen. Potter gelesen, erste Hälfte - eines wüsten Freitags Band 1 aus der Bibliothek geholt und am Samstag kurz vor 16h Band 2 und 3, bis Sonntag waren sie gelesen, nonstop. Genau darum die Filme nie geguckt. Die Serie war damals noch nicht abgeschlossen. Muss unbedingt alle mal (wieder)lesen. Aber das setzte etwa eine Woche Zeit am Stück voraus, sowas ist über Jahre nicht absehbar, am besten lesen wir das dann beide zusammen, sie einen Band vor mir oder umgekehrt... Bend it like Beckham gesehen, hat mir gut gefallen. Das Kind ist für die meisten Vorschläge noch zu klein, besonders für Kill Bill, aber das kommt schon :-)

Carolina, schwach war ich oft, hat nix genützt. Macht auch nix. Ist schon gut so. Wir waren und sind zu verschieden, und wenn zwei zur Affäre taugen, tun sie es noch lange nicht zur Ehe. Dass er Reagan verehrt, ist kein Scheidungsgrund. Aber dass er eine Zornesfalte kriegte, als ich dem Kind Morgensterns Version von "Schlaf, Kindlein, schlaf" vorsang, und es mir verbieten wollte, hat mich schon gestört, mehr (glaube ich) als ein Seitensprung... Danach haben wir noch über zwei Jahre durchgehalten, immerhin; der gute Wille war vorhanden. Trotzdem neulich fast geheult in "A Separation".

Ist Mars auch heute da? Im Süden, unterhalb vom Grossen Wagen, so auf halber Höhe? Und ich dachte, das sei Venus, ich Ebenfallsdummerli. Die soll derzeit ganz nahe am Jupiter rumhängen. Komisches Verb? Jemand hat mal gedichtet:

O Mond! Was hängst du da so rum?
O Mond: so hängt man doch nicht rum.

(Aus dem Gedächtnis zitiert, Quelle nicht rekonstruierbar, Google weiss nicht weiter, vielleicht übersetzt aus einer osteuropäischen Sprache, aber welcher?)

Der alte Freund, mit dem ich im Kino war, hat übrigens gemeint: Monogamie ist was für Eifersüchtige, und Eifersucht ist was für Unsichere. Aber eben, das ist einer von den Bisexuellen.

Genug gelabert. Gute Nacht.

Meta hat gesagt…

PS Mila, schöne Snow White-Version.

mila hat gesagt…

A Separation! Ein grossartiger Film. Und Kat: ein grossartiges Lied.

...und wenn wir schon beim Gestirn sind, fällt mir natürlich 'Drops of Jupiter' ein:

http://www.youtube.com/watch?v=7Xf-Lesrkuc

Gute Nacht.

J.D. Tiger hat gesagt…

Stimmt, pöh, dass es aber um Frauen ging habe ich wiedermal nicht gemerkt.

Grünes Männchen hat gesagt…

Es ist Samstag, den 17. März 16:15, Zeit für die Gretchenfrage:

Wer von euch hier in der Schweiz lebenden, fleissigen Scribenten in Fufis Lounge hat heute eine von den 160'000 von Migros gesponserten Fairtrade-Rosen gekauft, zur Stärkung der Rechte von Frauen in Entwicklungsländern?

Der/die hat bei, meiner bescheidenen Wenigkeit, dem Grünen Männchen, 100 Punkte im plus!

Ich harre mit Spannung auf euer Bekenntnis ....

Max "Tiger" Havelaar hat gesagt…

In meiner Migros gab's keine.

Carolina hat gesagt…

Did my shopping at Sainsbury's in NW3, sorry!
No brownie points then?

Meta hat gesagt…

Ich bekenne mich der Unterlassungssünde schuldig.

Hopp Federer!

Grünes Männchen hat gesagt…

Das ist aber eine etwas magere Ernte ....

Nu gut, weil ich gerade guter Laune bin:

100 Punkte für alle!

Und jetzt schlaft schön.

fufi hat gesagt…

Sorry, war grad einige Tage geistig abwesend.
Hoffe, ihr habt deswegen weder an Durst noch an Hunger leiden müssen ... !
Nja, s'hat mich halt eben schon beschäftigt, dass 5 von meinen 7 Arbetsgschpänli offensichtlich meinen, so wie ICH sei, dürfe man NICHT sein, wenn man den Job mache, wo ich mache.
Selbstverständlich hielten sie sich über unwesentliche Kleinigkeinsten auf, aber letztlich geht's ja um was ganz grosses:
Um MICH nämli, und meine Persönlichkeit.

Anyway!

Möchte bloss zu 3 Kommentaren antworten, nämlich

an Carolina am 15. März 2012 11:08
JA! Ich habe nicht allgemein über Prostitution gesprochen, und wollte das auch nicht. Es ging mir bloss um die Obergruusigen, wo sich den (billigen) Kick auf Kosten der allererniedrigtsten Frauen holen wollen!

Mag wer mal dazu was schreiben? Besten Dank im Voraus!

an meta am 15. März 2012 19:34
Allerbesten Dank für deinen Hinweis auf Karl Barth!
Wäre fufi denn ein ..-ianer, so wäre er Barthianer!
Und allen, die sich zwar für Politik, aber nicht für die hohe Theologie interesseren, empfehle ich:
Die Akte Karl Barth, TVZ-Verlag.
Der hat gewisse Briefe/Telefone abgeschlossen: Und ich grüsse auch alle, die mich abhören oder meine Briefe lesen! oder so ähnlich!

Und schliesslich ans grüne Männchen
Siehste, am besagten Samstag hab ich mir ein gigantisches Stück Lebensqualität gönnen dürfen:
Ich hab den WE-Einkauf zu Fuss gemacht, in den Volg im Dorf!

Nehme aber die 100 Pkte gerne an und verteile sie sogleich wieder in Form einer Gratis-Runde von allem was ich zu bieten habe an alle.

:-)

Grünes Männchen hat gesagt…

Wie muss man denn sein, bzw. darf man nicht sein, Fufi, um den Job zu machen, wo du machst? (nach Ansicht der Fünfen von den sieben Gschpönli, versteht sich)

Oder ist das jetzt eine indiskrete Frage?

Orlando hat gesagt…

Wir sollten alle etwas härter sein, scheint mir.
Härter vor allem gegen uns selber. Etwas weniger Matsch in der Birne, etwas weniger sanftes Gemüte, etwas weniger weiche Herzen, dehnbare Ansichten und anschmiegsame Genügsamkeit. Etwas weniger gäbig.

Vielleicht sollten wir etwas böser sein. Eine fröhliche Boshaftigkeit. Und Härte.

Man kann bei jemanden, der böse ist, leichter erkennen, ob er einen schlechten Charakter hat oder nicht. Wenn alle nur lieb sind, kann man das weniger gut erkennen.

Bei den Menschen und ihrem Denken ist es wie beim Wasser: es ist je klarer und erfrischender umso kälter es ist. Aus warmen, trüben, verschmutzten Pfützen droht Unheil und Malaria. Wer hat schon gern schlampige, faulige Feuchtgebiete! Deshalb steigen daraus ja die knusprigeren Exemplare hervor und gehen an Land. Der Fisch will Reptil werden, dann Vogel und schliesslich Säugetier. Und als solches furzend die Klimaerwärmung herbeiführen.

Deshalb betteln - widerlich dieses sklavische Getue - die Würmer, sie mögen doch die gleichen Rechte haben wie die Adler. Ja, sie erbetteln von den Lufttieren, dass sie auch das zivilrechtliche Recht zum Herumfliegen hätten. Dabei sind Schlangen bekanntlich nicht umsonst damit geschlagen, dass sie keine Arme und Beine haben. Wie könnten sie also ausgerechnet stolze Pferde sein wollen?

Nach einigen Wochen an einem Ort, wo die Erde viele Tiere nährt, von denen aber der Mensch das hässlichste und böseste von allen ist, lese ich mich mit grossem Staunen durch den lauwarmen, faden, zweidimensionalen, geistlos-aseptischen Unsinn, der hier geschrieben steht.

Als ich diesen Ort hier verliess, machten sich einige hier gerade Gedanken darüber, wie man möglichst schnell und bequem und auf Knopfdruck sterben könnte. Wärt ihr doch dabei geblieben, euch über den eigenen Tod Gedanken zu machen, ihr Lebensmüden!

Da spürte man wenigstens etwas Verve und einen gewissen Funken, es braucht ja kein heiliger zu sein. Man kann von mir aus auch in den Gedanken einer rationalen Todessehnsucht vernarrt sein. Wenigstens knistert's dabei ein wenig.

Und der Vorderpfaffe, der das evolutionäre Faustrecht des Stärkeren (der Finanzausgleich-Einzahler) gegen die Schwächeren durchsetzen, und gleichzeitig das Ständemehr abschaffen will, und der nicht erkennt, dass die Verrichtungsboxen die von ihm so plakativ verachteten (wieso wohl?) Freier schützen wird und die ehrbaren, freischaffenden Huren per staatlicher Regulierung zu billigen Hinterhof-Nutten degradiert - der hat vermutlich nur noch wenige Tassen (und davon nur noch Scherben) im Schrank.

Und derweil es unter dem Sofa hervorunkt (anschwellender Bocksgesang?) schwafelt Meta einen solchen Seich zusammen, dass man sich ernsthaft an den Kopf langen muss. Aber eben: wenn sich da nur noch die sozialkompatible Matschbirne befindet, dann bleibt nicht weiter als: Schweigen.

Ein eher bestürztes Schweigen in meinem Fall.

Abschwellender Bocksgesang.

Tiger hat gesagt…

Wer hat das blabla von soeben gemacht? Ah ja O wars. Ihr braucht das nicht lesen.

Grünes Männchen hat gesagt…

Schweigen, ja Schweigen, das wäre in Ihrem Fall wirklich besser, Orlando. Si tacuisses philosophus mansisses! Henu, jetzt ist er halt draussen, der Müll. Fühlen Sie sich erleichtert?

mila hat gesagt…

"All you touch and all you see is all your life will ever be."
- Pink Floyd, Breathe

Orlando, ich bin mir nicht sicher, ob das hier der richtige Ort für fröhliche Bösartigkeit ist; dafür sind die Figuren zu real. Die Härte richtet sich gegen die anderen statt gegen sich selber, wie im richtigen Leben eben.

Having said that: die soziale Matschbirne ist ein geradezu exemplarisches Paradebeispiel dafür.

pöh! hat gesagt…

die evolution machte aus vögeln säugetiere, schlangen sind würmer und adler eine pferdeart..?

keine frage, wo da die matschbirne zu suchen ist.

Ein eher bestürztes Schweigen in meinem Fall.
bzw. ein eher quasselfreudiges schweigen, in ihrem fall.

pöh! hat gesagt…

...der das evolutionäre Faustrecht des Stärkeren (der Finanzausgleich-Einzahler) gegen die Schwächeren durchsetzen, und gleichzeitig das Ständemehr abschaffen will...

na komm, es ist doch ziemlich widerlich, wenn die wurm-kantone adler-kantone sein wollen...

mila hat gesagt…

Ich gestehe: ich bekunde Mühe mit diesem inflationär gebrauchten Begriff 'Matschbirne'. Zumal ich hier weit und breit keine erkennen kann.

Wobei ich mir beim Grünen Mann zugegebenermassen noch nicht so ganz sicher bin. Wer derart aus-, oder eher noch: totgetrampelte Pfade einschlägt ('si tacuisses': oh come on, ist das alles, was das Zitatkästlein lateinischer Weisheiten zu bieten hat?), der muss mir geradezu suspekt sein.

Wie immer gilt: kommt Zeit, kommt Rat.

pöh! hat gesagt…

was ist denn ein totgetrampelter pfad, mila, oh selbsternannte hüterin der sprache?

mila hat gesagt…

Na, der Sinnspruch nach Boethius - was denn sonst?

Mitleserin hat gesagt…

Sorry, aber was soll am grünen Männchen nicht in Ordnung sein? Verstehe ich jetzt überhaupt nicht. Er ist einfach liebenswert!!!

Tiger hat gesagt…

mila, Du willst uns damit sagen, dass Du uns mit schal gewordenen Zitaten aus der Klamottenkiste Deines Halbwissens inskünftig verschonst? Na, dann erlaube ich Dir, den Asterixspruch zu kritisieren. Ansonsten eher nicht.

Am besten stellst Du den Gebrauch von Allgemeinplätzen ein.

Ich muss das nicht, mila, weil ich hier viel toleranter bin. Wenn ich etwas ärgerlich finde, dann denke ich das und binde es nicht Dir auf die Nase.

Carolina hat gesagt…

Das Grüne Männchen (das ich ja eher für ein grünes Frauchen halte) ist mir sympathisch, es hat Humor und lenkt fein ab von ........ (bitte jeweilige Befindlichkeit einfügen). Machen Sie bitte weiter!

Carolina hat gesagt…

Pöh, übrigens, gut in Form im Moment......

Grünes Männchen hat gesagt…

@ Mila, wenn Sie etwas an meiner Musikbox auszusetzen haben, dürfen Sie mir das auch persönlich sagen. Ich bin deswegen nicht beleidigt!

I do my very best, hey!

Und ich schwöre: Das Zitat habe ich nicht vom Asterix! Sondern es ist mir, als ich wieder mal meinen Boethius zur Hand nahm (Trost der Philosophie), um etwas latöinisch darin zu lesen, da ist mir dieser Spruch einfach so ins Auge gesprungen. Und da dachte ich heute, passt doch bestens zum Orlando.

Soviel zu meiner Rechtfertigung ...

Ansonsten, wenn Ihnen der Boethius zu totgetrampelt ist, hätte ich da noch zu bieten:

lingua sapientium ornat scientiam os fatuorum ebullit stultitiam

oder:

Bene docet, qui bene distinguit

oder:

Quod licet Iovi non licet bovi (einer meiner Lieblingssprüche!)

oder:

Pax est tranquillitas ordinis

oder hier einer auf Hebräisch, auch ganz hübsch, aber nicht jedermanns Sache:

:tRl`R…wIa Aoy¶I;bÅy My#IlyIsVkŒ y¶Ip…w tAoó∂;d aby∞IfyE;t MyImDkSj∑ NwâøvVl

uuups! Der Blog des Theologen Fufi gibt keine hebräischen Schriftzeichen wieder ...

FUUUFI, könnten Sie da nicht Abhilfe schaffen? Hie und da ist mir danach, etwas Altestamentarisches zu posten ...

Und last but not least:

Pax vobiscum!

mila hat gesagt…

Also, ich dachte ja an einen anderen Salomonischen Spruch:

"Ein Narr, wenn er schwiege, würde auch für weise gerechnet und verständig, wenn er das Maul hielte." (Übersetzung nach Luther)

Grünes Männchen hat gesagt…

Stultus quoque si tacuerit sapiens putabitur
et si conpresserit labia sua intellegens

(Vulgata-Übersetzung, in Ermangelung der hebräischen Schriftzeichen, hüstel).

Sehr schön! passt auch ganz gut.

Werde das Zitat sofort in meine Musikbox integrieren.

Carolina hat gesagt…

Grünes Frauchen - meine Sprachmustererkennungsmaschine schlägt heftigst aus........

Tiger hat gesagt…

Besser, Du schweigst und alle denken, Du seist blöd, als wenn Du zu reden beginnst und dies sofort allen klar wird.

Mein Linguamechanitznutz nicht, Carolina, muss ich gestehen. zzz.

fufi hat gesagt…

Zunächst @ Grünes Männchen am 19. März 2012 21:42

Nun denn, natürlich darfste fragen.
Und ich geb dir denn auch gerne eine Antwort.

Also, was schlecht ist an fufi, meinen sie:
- hat sein Pult nicht sauber aufgeräumt
- leistet seine Jahresarbeitszeit NICHT NUR nach den arbeitstechnischen, sondern auch nach SEINEN EIGENEN Bedürfnissen
(Klartext: Er muss halt manchmal Minus-Stunden in Kauf nehmen, damit er fufine unterstützen kann. Oder so!)
- legt nicht gerade grossen Wert auf Kleidung und so

und denn schon gar nicht zuletzt:
- nimmt NICHT an den FREIWILLIGEN Team-Mittagessen teil
Und DAS ist denn schon was ganz furchtbar Schlimmes, bei uns im Sozialamt!

Und fufi teilt leider auch nicht die Interessen seiner Gschpänli, halt!
Aber immerhin hat er mal wen gefragt, was das denn für eine Frau sei, worüber sie denn jetzt schon ½ -Stunde diskutieren täten.
Die Antwort (kommentarlos!):
eine oberheisse 3-Loch-Stute.

Aber fufi hat sein Pult nicht sauber aufgeräumt!

-------------------------------------------------

Und irgendwie verharren meine Antworten beim Grünen Männchen?

Nun denn:
MEIN Lieblingsspruch ist:
Tempora mutantur et nos in illis.

Ist halt nicht immer so, deshalb die Alternative:
Sunt pueri pueri pueri puerilia tractant.

Und weshalb ich KEINE AT-Sprüche dulde:
Das ischt nämli wegen den Chrischten, wo der ganzen Welt das AT = die Gesetze um die Ohren schlagen zu meinen müssen und darob das NT ganz vergessen.

Obwohl auch das AT ganz schöne Sprüche hat, zum Beispiel (auf Deutsch!):

Der HERR segne und behüte euch.
Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig.
Der HERR hebe sein Angesicht über euch und gebe euch Frieden.

fufi

pöh! hat gesagt…

und nicht zu vergessen, fufi:
"friede den hütten! krieg den palästen!"

(ok, nicht AT sondern GB, aber ein guter spruch nichtsdestotrotz)

Tiger hat gesagt…

Diesen Spruch hat mein Pfaff immer am Schluss seiner Gottesdienste gesagt, den fand ich immer sehr gut. Obwohl mir der Mann ja überhaupt nicht passte.

Fufi, ich finde die Haltung Deiner Kollegen äusserst intolerant und unsozial. Dem Amt völlig unangemessen (aber das weisst Du selber). Leute, die "anders" sind, werden unverstanden und geschmäht. Könntest Du Englisch, empfähle ich Dir das hier: Susan Cain. Da gehen einem die Augen auf. Das ist so ein Vortrag, wo man ein Mal pro Minute laut sagt "Ja, genau so ist es!" und "Woher kennt die mich?"

Ich gründe die Aktion "Krawatten für fufi." Geh doch mal mit Hemd schaffen, vielleicht passt das denen besser. Ich bin Ingenieur, wer bei uns mit Schale auftaucht, wird garantiert gefragt, ob er an ein Vorstellungsgespräch geht.

fufi hat gesagt…

Siehste pöh!
Hab eben irgendwie doch Mühe mit "Krieg den Palästen". Weiss irgendwie NICHT, wie bei den Hütten Friede herrschen(!) könnte, wenn bei den Palästen nebenan die Granaten einschlagen?

Und an den Tiger:
Bhüet's mi devor, mit ere Gravatte müesse go schaffe! Das wäremein Sozialamts-soziales Todesurteil!
Nein: Was ihnen nicht passt ist, dass meine Kleidung a) nicht dem allgemeinen "wir sind ja so gut"-groove entspricht (Rote Fabrik und Kanzlei und Caliente-Festival und so) und vor allem, dass fufi vorzugsweise SCHWARZ trägt.
Oder andersrum: Das einzige WEISSE Shirt, was ich denn trage, ist das Dress der Mannschaft des DFB bei EM- oder WM-Anlässen.
Und irgendwie ist das denn auch wieder nicht recht?
Holy Handgranate!

Ach ja, und wegen der Kleiderfarbe, da bin ich glaub nicht in allzuschlechter Company:

http://www.youtube.com/watch?v=iXRmJyIyJbM

Aber sag das mal welchen, die Lady Gaga nicht von Lady Chatterley unterscheiden können!

Naja, Selig sind sie, die armen im Geiste?
Meinetwegen, aber dann sollten sie sich im Hierundjetzt vielleicht etwas zurückhalten?

fufi hat gesagt…

Und Tiger:
Oh, ich hab denn einige Krawatten! In verschiedenen Farben sogar.
Aber ALLE aus Leder.
Und das ist so: Wenn ich denn so eine tragen würde, könnte ich den einen sagen:
Hey, aber bittesehr, DAS ist doch gar keine ..
und den Anderen: Seht ihr was das ist? Ist das eine oder ist das keine ..!

Sozusagen die
Heisenbergsche-Krawatten-Unschärferelation!
:obergröhl:

pöh! hat gesagt…

naja, fufi, nachdems bisher meist "krieg den hütten, gold & geld den palästen" hiess, wär's durchaus an der zeit, das ganze mal umzudrehen - unternehmenssteuerreform II, anyone?

fufi hat gesagt…

Ach pöh!

Wir^wissen beide ganz genau, dass Unrecht nicht Recht wird, wenn "wir das Ganze mal umdrehen".
Und wegen der UStRf2: zdf7iwzgsfo uzigs

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