ACHTUNG!
DIES IST EIN SEHR, SEHR, SEHR PERSönlicher Text!
Er ist entstanden aus einer ebenso persönlichen ziemlich miserablen Situation.
Hab mir deshalb erlaubt, das, was früher DA gestanden hat, woandershin zu stellen!
fufi am 231.3.12, 16:25
Hab mir deshalb erlaubt, das, was früher DA gestanden hat, woandershin zu stellen!
fufi am 231.3.12, 16:25
83 Kommentare:
Wie gesagt:
Ich wusste, dass DAS irgendwann mal kommen würde.
Weshalb nicht zum Frühlingsanfang?
either you perceive yourself as a victim or as a survivor.
the second is the option to conquer your past.
the first is the option to remain locked in the past.
Kat - a survivor.
Well, to talk about the past does not equal to remaining blocked in it, does it.
Fufi, ganz ehrlich: mir ist das zu persönlich. Und schon gar nicht möchte ich hier mit irgendwelchen sauglatten Sprüchen die Therapeutin heraushängen lassen. Ich stimme Katharina sicher zu, dass Opfer/Ueberlebender (nicht: Täter!!!), intellektuell gesehen, eine 'Wahl' ist. Nur: wie kann man für einen anderen Menschen, noch dazu in einem eindimensionalen Blog, Patentrezepte austeilen? Du hast uns ja, schriftlich, die Beweise für Deine Kompetenz und Deine Lebenstüchtigkeit mitgeliefert. Aussenstehenden böte sich also an zu sagen, Du hättest aus einer Scheiss-Vergangenheit das Beste gemacht. Ob das für Dich das Beste ist, kannst nur Du ganz allein beurteilen, weder Deine Arbeitskollegen noch wir. Für uns, und ich wette, auf einer anderen Ebene für Deine Arbeitskollegen auch, bist Du ein spezieller Mensch, dem ich sehr dankbar bin für seinen Humor, seine Langmut und manchmal auch fürs Ausrasten. Ich weiss nicht, was Du an Humor an Deinem Arbeitsplatz zeigst - aber ich kann mir nicht vorstellen, dass der keine Wirkung hätte. Mit Sensibilität, wie Du sie uns hier zeigst, können ganz viele Menschen nicht umgehen - da Du sie aber auch nicht heiraten willst, könntest Du die Vorwürfe vielleicht auch getrost auf humorvolle Art parieren, oder?
Ich entschuldige mich für mein Geschwafel, aber es gibt einfach nie Patentrezepte!
Tja, manch Monate scheinen unerwartet viele Tage zu haben - besonders im Frühling!
Ich danke jedenfalls allen, die sich kommentatorisch zu Wort gemeldet haben!
@Kat: I really DID survive my parents. Aber ein "UEBERLEBEN" bedeutet halt eben noch kein "LEBEN". Eben!
@Carolina: Besten Dank! Und was solltest du denn auch dazu sagen?
Remember: undurchdringlicher Wissenschild, oder so!
Besten Dank geht auch an den Tiger.
Dennoch, und dies zum Schluss:
Was ich wahrscheinlich nie verstehen und verwinden kann, ist dis:
Meine Eltern wollten unbedingt ein Kind. Und haben schon damals (1957) ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen müssen, damits denn überhaupt eins gab.
Und dann gab's MICH!
Und da hatten sie ein Kind, aber DAS wollten sie nicht! Tja, DA gibt's halt keine Rückgabeklausel. Leider?
@Fufi: "Ich bin wer ich bin" - sehr gut!
Und ich finde (das ist meine persönliche Meinung), dass deine Eltern einen ziemlichen Knall ab hatten!
Da du mit Bravour ein theologisches Studium absolviert hast, habe ich für dich eine Textpassage aus meiner Musikbox hervorgekramt, ein Plädoyer für den christlichen Glauben von Rüdiger Safranski, der gerade im Hinblick auf die traurige, aber nicht seltene Tatsache, dass Eltern total versagen können, interessant ist:
"Weder die Welt noch der Mensch, so lehrte man [im Christentum], könnten ohne die Liebe Gottes auch nur einen Augenblick existieren. Selbstvertrauen und Weltvertrauen ist nur in der Erfahrung dieser Liebe möglich. Was liebt man, wenn man Gott liebt? Man pflegt eine erotische Intimität mit dem Weltgrund, auch wenn nun von «agape» und«caritas» die Rede war.
Aber weshalb diese grossformatige, diese göttliche Liebe als Lebensspenderin, geht es nicht auch eine Nummer kleiner? Weshalb diese Umformatierung ins Überschwängliche, Metaphysische? Fehlt uns etwas, wenn wir diese Umformatierung nicht mehr mitvollziehen können? Reicht jene Liebe nicht aus, die im Menschengeflecht horizontal zirkuliert, warum noch eine Vertikale aufrichten, warum nach den Sternen greifen und die Liebe als Himmelsmacht beschwören?
Vielleicht ist das Menschengeflecht damit überfordert, jene Liebe zu spenden, die man zum Seinkönnen braucht. Der christliche Gott war tatsächlich -hier kann man Nietzsche durchaus Recht geben - ein Liebesangebot für die in dieser Hinsicht Zukurzgekommenen, eine Kompensation für die grausame Ungerechtigkeit des Eros und für das Pech, das man haben kann mit ELTERN, DIE NICHTS TAUGEN. Ausserdem: Wenn es einen liebenden Gott gibt, sind die Menschen davon entlastet, füreinander alles sein zu müssen. Sie können damit aufhören, ihren Mangel an Sein aufeinander abzuwälzen und sich wechselseitig dafür haftbar zu machen, wenn sie sich fremd in der Welt fühlen. Sie brauchen auch nicht mehr so ängstlich um ihre Identität zu kämpfen, weil sie glauben dürfen, dass nur Gott sie wirklich kennt.
Gewiss also lebt es sich besser mit einem liebenden Gott im Rücken. Die Schwierigkeit ist nur, man muss an ihn glauben. Wenn das nicht mehr richtig gelingen will, bleibt man angewiesen auf den glücklichen Zufall, dass innerweltliche Liebesspender zur Hand sind, und auf die schwierige Kunst der Selbsterwärmung."
Fufi, diesmal war halt ich offline.
Die jüngste Magersüchtige, die mir je begegnet ist, war elf, als es begann, und ist noch heute einen Kopf kleiner als ich. Trotzdem scheint sie irgendeinen Rank gefunden zu haben; auf mich wirkt sie glücklich. Darf ich den Eindruck beschreiben, dass Du auf mich auch nicht unglücklich wirkst? Klar habe ich nur ein paar Zeilen als Anhaltspunkt. Aber so viel verschrobener Humor - wobei oft eine Wut über Deine Vergangenheit spürbar ist. Was söu me da no säge. Es ist Deine Vergangenheit, nicht meine. Ich bin auch über das eine oder andere frustriert. Als Mutter versuche ich nicht dieselben Fehler zu begehen wie meine eigenen Eltern. Begehe dafür sicher andere!
"Schwierige Kunst der Selbsterwärmung" - sehr schön.
Gute Nacht.
Ja das Verhältnis zu Kindern oder den Eltern ist wirklich nicht immer problemfrei. Der eine Sohn hatte bei uns immer das Gefühl, er würde zu kurz kommen. Man müsste mehr über die konkrete Situation wissen. Aber Herr Fufi, ich hoffe doch, dass Sie nach vorne schauen können und Menschen finden, die Sie unterstützen bei künftigen Zielen und Projekten.mKürzlich las ich einen Spruch, der ging so ähnlich wie dass es nicht so wichtig sei, perfekt zu werden, es reiche nur schon, besser zu sein als gestern. Das fand ich ziemlich tröstlich. Übeigens tut es mir leid, falls ichnSie im Fleisch-Blog zu direkt kritisiert habe, es war gar nicht bös gemeint, ich bin eben nicht immer so politisch korrekt.
haha, fufi, hast du bemerkt, wie dein "dank an alle, die sich gemeldet haben" uns allen anderen ein schlechtes gewissen machte? plötzlich fliessen die kommentare.
das ist nicht so mein gebiet, da hier vernunft und logik nicht weiterhelfen. mit dem gefühl aufzuwachsen, dass einem die eltern nicht gern haben ist wohl ein gepäck, das man nie ganz los wird. damit muss man wohl leben lernen.
und das ist vermutlich nicht einfach.
Fufi:
I am what I am
I am my own special creation.
So come take a look,
Give me the hook or the ovation.
It's my world that I want to take a little pride in,
My world, and it's not a place I have to hide in.
Life's not worth a damn,
'Til you can say, "Hey world, I am what I am."
I am what I am,
I don't want praise, I don't want pity.
I bang my own drum,
Some think it's noise, I think it's pretty.
And so what, if I love each feather and each spangle,
Why not try to see things from a diff'rent angle?
Your life is a sham 'til you can shout out loud
I am what I am!
I am what I am
And what I am needs no excuses.
I deal my own deck
Sometimes the ace, sometimes the deuces.
There's one life, and there's no return and no deposit;
One life, so it's time to open up your closet.
Life's not worth a damn 'til you can say,
"Hey world, I am what I am!"
http://www.youtube.com/watch?v=lupNzpcpDRk
Kat.
"das ist nicht so mein gebiet, da hier vernunft und logik nicht weiterhelfen"
Läck, ihr seid mir ja eine schöne Selbsthilfegruppe hier. Tz tz.
Mich widert das an, Fufi, und es ist wohl kein Zufall, dass du das wieder entfernt hast. Es ist Pornografie.
Bei so viel zur Schau getragenem Leiden wird mir übel - da kann ich gleich in eine katholische Kirche gehen und mich an all den Darstellungen des blutenden, gepeinigten, leidenden Christus weiden. Dieser (Mit)leidens-Kult hat sich leider verselbständigt, ist zur Passion selbst - zur Leiden-schaft geworden, die das viel stärkere an dieser Message, nämlich die Erlösung und der Beginn des neuen Morgens, dre Erlösung aus alles Pein, völlig wegblendet - und ist es ein Wunder, dass sich die Menschen (die sich längst von Gott getrennt haben) des Leidens bemächtigt haben, um ihre pessimistische Weltschau zu zelebrieren. Um sich am Zustand des Leidens zu ergötzen.
Leiden-schaft. Und die anderen sollen teilhaben, mit-leiden. Das ist obszön!
Leid, Schmerzen, Krankheit - das alles scheint eine Art Ersatzprogramm zu sein, eine Krankheitskultur, eine obsessive Beschäftigung des Menschen mit sich selbst, mit seiner zerbrechlichen Hülle. Und ein Wahrhaben, dass der Mensch noch kein Gott ist, dass er weder das Klima noch die Finanzmärkte noch seinen eigenen Körper wirklich im Griff hat - das gefällt den Pessimisten natürlich! Wir sind völlig macht-, hilf- und hoffnungslos. Ein Kontrastprogramm ist es zum so "vernünftigen" und "logisch" denkenden Modernmenschen. Die Gesellschaft als ein Spital, wo es an allen Enden humpelt, hüstelt, röchelt, stöhnt und nach Desinfektionsmittel riecht.
Und eingefordert wird natürlich Mit-Leid. Oder besser noch: Mit-Gefühl. Wie in Hollywood wo jeder ein rotes Bändeli tragen muss, weil sich ein paar Schwuchteln beim Arschfick mit einem Käfer angesteckt haben.
Und nicht nur Mit-Leid: Ganz handfest soll unsere gemeinsame Passion sein, unser paradiesisches Sanatorium, denn die Gesunden sollen gefälligst die Kranken in ihrem Kranksein finanzieren.
Der grosse Meister lehrt uns: Nicht Mitgefühl sollten wir zeigen vor dem Leiden anderer, sondern Scham.
Das ist es was ich empfinde: Scham.
Als indirekte Replik auf Orlandos Kommentar:
God, grant me the serenity to accept the things I cannot change,
Courage to change the things I can,
And wisdom to know the difference.
Sinéad O'Conor - Feel So Different
http://www.youtube.com/watch?v=xrp3oo79qIg
Gelassenheit, Mut und Weisheit: sie sollten in einem fruchtbaren Verhältnis stehen.
...und Orlando, Ihnen empfehle ich die Lektüre von 'And the Band Played On'. Sie würden sich danach nicht mehr so leicht-fertig und herz-los über AIDS und Schwule äussern.
"And the Band Played On: Politics, People, and the AIDS Epidemic is a nonfiction book written by San Francisco Chronicle journalist Randy Shilts, published in 1987. It chronicles the discovery and spread of Human Immunodeficiency Virus (HIV) and Acquired Immune Deficiency Syndrome (AIDS) with a special emphasis on government indifference and political infighting—specifically in the United States—to what was initially perceived as a gay disease. Shilts' premise is that while AIDS is caused by a biological agent, incompetence and apathy toward those who were initially affected by AIDS allowed the spread of the disease to become much worse; AIDS was allowed to happen."
mila, O hat sich nicht nur einfach "herzlos über AIDS" geäussert. In Os Post hat alles zusammen gepasst. Aus jedem Satz strömt der gleiche unbarmherzige, brutale Ton. Das liegt wohl daran, dass O selbst unbarmherzig und brutal ist.
Soll ich ihm die Krätze an den Hals wünschen? Nee, die ist ja heilbar. So ein ganz zünftiger Prostatakrebs wäre vielleicht nützlicher.
Erstaunlich. Dann bin wohl auch ich unbarmherzig und brutal, denn in der Sache gebe ich Orlando weitgehend recht.
Oder, um es bezugnehmend auf Katharinas Post wohl-wollender zu formulieren:
Man kann nicht die Eigenverantwortlichkeit für das eigene Schicksal lebenslang auf andere abschieben. Die Eltern bekamen nicht das, was sie wollten - so fucking what?
Get your own life.
Be what you were meant to be.
To hell with the others.
"To hell with the others". Ja, da zitiere ich Dich einmal aus dem Zusammenhang (der den Satz nicht wirklich schmückt...)
Zu Deutsch: zur Hölle mit den anderen.
Diesen Spruch habe ich schon oft gehört von Idioten jeder Couleur. Was meinst Du, Carolina? Und Du, meta? Schüttelt bitte Eure Köpfe nicht zu stark, sonst kann ich meinen Bildschirm nicht mehr lesen.
Ist es nicht faszinierend, was der Beitrag von Fufi alles evoziert? Von Gewaltfantasien (Tiger, ich wünschte, Sie würden endlich mal aufhören, Menschen Tod und Teufel an den Hals zu wünschen - neulich im MB das Erschiessen der von Ihnen für alle Uebel der Welt verantwortlich gemachten Banker sagt mehr über Sie aus als Sie wohl wollen) über Mitgefühl über Einfach-Stehenlassen bis zu mehr oder weniger hilflosen Stammeleien (meine inbegriffen). Es ist natürlich politisch und sozial nicht korrekt, das zu sagen, was man wirklich denkt - insofern finde ich, dass Orlandos Kommentar einen Platz haben muss (wenn auch widerwillig, gebe ich zu). Vielleicht ein ganz klitzekleines Beispiel dafür, wie jeder einzelne anders mit so etwas umgeht..... Und dafür, dass 'reiss' Dich mal zusammen' bzw 'mach' doch einfach das und das' selten eine Veränderung bewirkt.
Heute im Tagi die Geschichte einer Frau, die von der Statur her Kind geblieben ist aufgrund ihrer Biografie. Seit Jahren in Behandlung von Psychologen und Psychotherapeuten, ohne 'wäre sie nicht lebensfähig'. Das sind die Zeiten, in denen ich wirklich Zweifel an meinem Berufsstand habe: jahrelange Behandlung ist mMn jahrelanges In-Abhängigkeit-halten - so brutal das klingt. Entscheidend scheint mir, dass in jedem Menschen ein Prozess stattfindet, der ihn vom anklagenden Kind zu einem autonomen Erwachsenen macht. Das bedeutet, ganz bewusst, mit Hilfe eines distanzierten Menschen, sich in Distanz zur Vergangenheit zu üben - am Anfang eine Kopfübung, denn vielen fällt es extrem schwer, Eltern, Familie etc in der Vergangenheit zu lassen. Sie hatten ihre eigene Agenda, an der wir nichts, aber auch gar nichts mehr ändern können. So banal es klingt: wir können genauso gut lernen, in der Gegenwart zu leben, als unsere Energie darauf zu verschwenden, in der Vergangenheit herumzuwühlen. Sehr, sehr schwierig und ein langer Prozess, aber möglich. Schritt 1: ganz bewusst aufhören, diesen Menschen, die einem Leid angetan haben, einen Platz im jetzigen Leben zu geben - jedes verdammte Mal, wenn es wieder losgeht, bewusst einen anderen Gedankenpfad einschlagen.
Fufi, jetzt habe ich es doch getan, das Ratgeben. Nimm es als Freundschaftsdienst oder ansonsten kannst Du mit der Uebung anfangen und sagen: LmaA.
ach, der vulgär-nietzscheianer wieder mit seinem sozial-darwinistischen unsinn wieder...
*gähn... streck*
@mila:
HIV in den USA - Gegenwärtig sind rund 1 Mio Menschen HIV-positiv (0,3% der Gesamtbevölkerung), bei den Neuansteckungen sind es 50% Schwule, 20% Needle-Users (Drogensüchtige) und ein kaum bezifferbarer Anteil von "Sexworkerinnen".
Leider sind 47% aller Aids-Kranken schwarzer Hautfarbe, obwohl sie nur 12% der Gesamtbevölkerung ausmachen.
Fakten, Wikipedia.
Wir tendieren dazu, Kranksein als Normalzustand, als ein gleichberechtigte Lebensform neben anderen zu installieren. Wir geben den Süchtigen ihren Stoff, wir suchen und finden in jedem etwas kleines krankes, damit wir es therapieren, behandeln, pflegen, dökterlen können. ganze Beufszweige sind davon abhängig, dass es möglichst viel Kranke gibt. Wir erfinden laufend neue Krankheitstypen und -bilder. Wenn jemand hart arbeiten muss, hat er ein Burn-Out. WEnn jemand Rechnungen nicht rechtzeitig bezahlt, leidet er an einem prokrastrinativen Syndrom.
Die Krankheitsindustrie benötigt die Krankheit als solches. Egal wie krank wir wirklich sind.
Wenn ich sehe, dass die Eltern meines Patenkindes von vielerlei Seiten bedrängt werden, dass sie den 5-jährigen in die Legasthenie schicken sollen, nur weil er den "R" in vier von fünf Fällen als "L" ausspricht.
Wenn ich sehe, dass 30% der IV-Renten aufgrund psychischer Probleme ausbezahlt werden, und jedes Jahr neue Krankheitsbilder in den Katalog aufgenommen werden.
Es ist obszön.
Ich wäre da sehr dafür, dieses Geld statt dessen den HIV-Infizierten Single-Moms in Baltimore oder den AIDS-Patienten in Südostafrika zu geben. Denn soviel steht fest: Die brauchen das wirklich.
logopädie, legasthenie... fremdwörter sind halt glückssache...
Bisschen simpel, Herr O, aber ich stimme Ihnen im wesentlichen zu. Sie werden es nicht glauben, aber ich gelte, im Kreise meiner kollegialen Mitbewerber, mit meiner Praxis als, um es höflich auszudrücken, Exotin, denn ich weigere mich soweit wie möglich, unseren Klienten mit Schonhaltung zu begegnen. Für mich ist es kein Trauma, eine schlechte Schulnote zu haben oder nicht auf Anhieb eine Lehrstelle zu finden oder einen alten Menschen sterben zu sehen. Diese Einstellung 'verlange' ich auch von meinen Praxiskollegen. Und ja, die zunehmende Pathologisierung von zum Leben gehörenden Befindlichkeiten beelendet mich auch.
Ich kann mir diese - umsatzschmälernde - Haltung nur leisten, weil ich nicht auf eine kostendeckende Rendite angewiesen bin. Fragen Sie mal jeden Hausarzt: die Patienten sind nicht zufrieden, wenn sie nicht mit einer Packung Pillen aus der Praxis herauslaufen - egal, wie sinnlos. Fragen Sie Meta, mit welchem Anspruchsdenken heutzutage agiert wird (wobei: wir alle sind ja auch Patienten/Klienten/Konsumenten: sind wir da wirklich anders?).
Henne/Ei? Wo ziehen wir den Schlussstrich? Wer zieht ihn? Psychische Probleme sind genausowenig per se eingebildet wie physische - aber bis zu welchem Punkt sind Menschen selbstverantwortlich?
Und ich bezweifle auch, dass es Sinn macht, Aids-infizierte Moms in Baltimore zu subventionieren - letztlich geht es bei allem um die Frage, inwieweit Spenden unerwünschtes bzw. gefährliches Verhalten zementieren und/oder ob ein Angebot (sagen wir: Coaching-Angebote für Burnout-Gefährdete) eine gesteigerte Nachfrage zur Folge hat.
Was obszön ist, ist das System, Orlando - da stimme ich Ihnen abermals zu. Aber auf andere Weise, als Sie sich das zusammenreimen.
Am Dienstag liefen auf Arte zwei Dokumentationen zum Themenblock 'überforderte Gesellschaft'. Darin trat klar zu Tage, dass nicht die Arbeit als solche ein Problem darstellt - wenn wir schon bei der Diagnose 'Burn out' sind. Sondern eine ganze Reihe von miteinander verkoppelten Stressfaktoren des modernen Arbeitsalltags. Arte fasste diese wie folgt zusammen:
Ständige Verfügbarkeit und Beschleunigung in allen Lebensbereichen, Auflösung der Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben und zunehmende Arbeitsverdichtung. Fehlende Planungssicherheit durch befristete Arbeitsverträge, fehlende Wertschätzung und Angst vor sozialem Abstieg.
Kurzum: der Verlust von Verlässlichkeit und eine geradezu grotesk unproportionale Verteilung finanzieller Einkünfte macht uns (verstanden als sozialen Körper) krank. Und da wir uns nicht mehr mit existentiellen Unsicherheiten (d.h dem nackten Überleben) rumplagen müssen wie über weite Strecken der Menschheitsgeschichte, haben wir Zeit, um über solche Ungerechtigkeiten nachzudenken. Die Krankheitsindustrie bildet nur den konsequent zu Ende gedachten Wurmfortsatz eines ökonomisch fundierten Denkens.
Segen und Fluch der Moderne.
Aha, ein bisschen Histomat zur Mittagszeit. Lesen sie besser "Hegel, Marx und die Folgen", Mila!
Jetzt mal ganz ehrlich: Sind sie neidisch auf Besserverdienende? Ist ihr Berufs- und Privatleben nicht getrennt? Haben sie Angst, dass sie keinen Job bekommen? Haben sie Angst vor dem sozialen Abstieg?
Und was bedeutet eigentlich sozialer Abstieg? Wenn man sein Arbeitspensum reduziert und etwas weniger verdient und dafür mehr Zeit für die Familie oder die Malerei hat? Wen man das Auto verkauft, weil es sich nicht lohnt? Wenn man sich kein Häuschen am Stadtrand leisten kann, wie es die eigenen Eltern hatten? Wenn man nicht drei Mal im Jahr die ganze Familie ausrüsten und in den Urlaub fahren/fliegen kann? Wenn man einen Job annimmt, bei dem man vielleicht leicht weniger verdient, als möglich wäre, wo man aber genau das tun kann, was man möchte?
Diese Perzeptionen machen keinen Sinn, das sind recht hohle Schlagwörter!
Und wenn saubere Tagi-Amerikakorrespondenten und Kolumnenschreiber den Niedergang der US-Mittelklasse herbeischwatzen, dann ist natürlich die böse, böse entfesselte Wall Street der Grund - und nicht die sozialstaatlichen Wolkengebilde, die eine immer europäisch-sozialstaatlicher werdende Politik ebendiesem Mittelstand aufzwängt (und ihn dafür blechen lässt).
Dass sog. Reiche nicht stärker besteuert werden, regt den Mittelständler i.d.R. weniger auf, als wenn er sich mitansehen muss, was mit seinem hart erarbeiteten Geld passiert, das ihm der Staat wegnimmt: Dass damit die Dummen, Faulen und Frechen verwöhnt werden.
Denn "der Mittelständler" ist meist klug genug, dass er weiss, dass eine Gesellschaft besser dran ist, in der es viele Reiche gibt.
Egal, was irgend so ein linksintellektueller Dokumentarfilmer auf Arte so zusammenspinnt. Oder besser: spint.
Mila, Segen und Fluch der (jeweils herrschenden) Moderne hat es immer gegeben. Ich erinnere mich an die Arbeitstage meiner Eltern und daran, dass sie es dann merkwürdig fanden, dass die Assistenzzeiten ihrer Kinder beschränkt wurden auf (theoretische) 60 Stunden. Einer meiner Onkel, der eine grosse Firma leitete, war nie für seine Familie da, da ständig unterwegs. Heutzutage können meine Brüder mit ihren Kindern von überall her kommunizieren und dieser Onkel beneidet sie um diese Möglichkeit. Für unsere Eltern ist unser 'always available' Lebensstil nicht nachvollziehbar. Aber diese Angst vor der Moderne, vor allem der älteren Generation, hat es immer gegeben.
Ich glaube, dass heute 'einfach' die Bereitschaft, sich dem Leben mit all seinen Anforderungen, Notwendigkeiten, Schmerzen und Glück zu stellen, geringer geworden ist - nicht die Fähigkeit. Wenn man jemandem ständig sagt, dass er ein ganz Armer sei, wird er genau das bleiben oder werden. Ein Mensch, dem immer wieder gesagt wird, dass er eigentlich auf dem besten Weg zu einem Burn-Out sei, wird höchstwahrscheinlich eines bekommen, einfach weil er mental diese Option hat. Bitte verstehen Sie mich richtig: ich habe das selber im engsten Familienkreis erlebt und ein Burn-Out (um bei diesem Beispiel zu bleiben) kann fürchterlich sein - aber als mein Onkel damals einen (leichten) Herzinfarkt bekam, dem Depressionen folgten, nannte man das die 'Managerkrankheit' mit 'Verstimmungen' und es blieb ihm kaum etwas anderes übrig, als seine eigenen Ressourcen irgendwie zu aktivieren. Es hätte nämlich keine Psychologen, Coaches, Aerzte und kein Auffangnetz gegeben und seine Familie wollte ernährt werden.
Man nennt das Resilienz - und Orlando, wenn ich ihn richtig verstehe, hat schon Recht: wie kann ein Mensch Resilienz aufbauen, wenn gar keine Notwendigkeit mehr dafür besteht?
"saubere Tagi-Amerikakorrespondenten und Kolumnenschreiber" - Orlando, der Martin Killian ist überhaupt nicht sauber. Er ist wohl der einzige Journalist, wegen welchem eine Untersuchungskommission des US Kongresses eingesetzt werden musste. Erstaunlich, dass dem kürzlich nun doch die US Staatsbürgerschaft gegeben wurde. und noch erstaunlicher, dass ein Blatt mit Reputation wie der Tagi den schreiben lässt.
Aber es belegt sehr gut, wie diese Art und Couleur journalistischer Gefässe arbeitet:
MANIPULATION.
http://www.fas.org/irp/congress/1992_cr/h920224-october.htm
Kat.
@ Carolina
Vielen Dank für die Beiträge in diesem Thread. Es schreibt eine lebenserfahrene Frau im besten Alter, Ehefrau und Mutter, die mit beiden Beinen fest auf dem Boden der Realität steht und über eine gesunde Portion Selbstreflexion verfügt. Bravo!
TKZ
Killian ist langsam gaga. Vor ein paar Tagen stusste er einen solchen hasserfüllten Müll zusammen, dass man nicht einmal mehr verstand, was er eigentlich meint. Seine grosse Leidenschaft besteht in seinem fanatischen Hass auf die Republikaner jeglicher Couleur.
Soviel zu ausgewogener Berichterstattung. Und Pöhs lesen und glauben natürlich, was sie da geschrieben sehen. Mit "Vernunft" und "Logik".
Aber wer gibt eigentlich einen Scheiss darauf, was die Schweizer Füdlibürger über Amerika denken?
@ Kat.
"ein Blatt mit Reputation wie der Tagi"
Kilian passt eben leider perfekt in dieses "journalistische Gefäss". Der Tagesanzeiger ist in den letzten Jahren beliebig geworden. Er ist eine Tageszeitung auf Abwegen, weil er inzestuös funktioniert. Kritik von aussen prallt ab. Die eigenen Leute werden von den eigenen Leuten bejubelt. Kreislauf des und der Ewiggleichen und keine klare publizistische Führung.
@ Orlando
Was soll das? Wie alt sind Sie eigentlich?
@ pöh!
Gebe Ihnen 100% Recht. Orlandos darwinistische Sicht ist...freundlich gesagt: unappetitlich.
TKZ
Carolina, den Begriff der Moderne fasse ich schon etwas weiter als bis zu meiner eigenen Nasenspitze, keine Sorge...
Und Orlando: es geht hier überhaupt nicht um die Klassifizierung linksliberal/konservativ, sondern um schlichte Alltagsbeobachtungen. Ja, ich bin in einem Arbeitsumfeld tätig, dass noch viel schnell-lebiger (oder kurz-zeitiger) ist, als das der meisten anderen hier. Da gewinnt man den einen oder anderen Einblick, wieso Menschen sich von dieser Art der ausschliesslichen Kosten-Nutzen-Profitmentalität in die Mangel genommen fühlen können.
Es ist eine Entfremdung vom (Eigen-)Wert der Arbeit im Gang, die wir hier in der Schweiz noch nicht so richtig erfassen können. Andernorts schon. Natürlich treibt mich das auf einer eher geistigen Ebene um, für andere ist es jedoch bittere, existenzielle Realität (und ich führe jetzt nicht noch weitere Reizworte wie working poor etc. in den Diskurs ein).
Wie man es dreht und wendet: ich glaube nicht, dass der Mensch (schon) für die Verhältnisse der heutigen Zeit bereit ist. Man bürdet ihm eine Eigenverantwortung auf, ohne ihm die geistigen Mittel in die Hand zu geben, um diese auch bewältigen zu können.
Manchmal denke ich mir: vielleicht wurde Gott von Nietzsche zu früh von der Welt(en)bühne verbannt. Vielleicht braucht der Mensch weiterhin metaphysische oder soziale Instanzen, die sein individuelles Leid abfedern. Trost spenden. Sinn geben. Diese Dinge halt.
@ Orlando
Bevor ich wieder mit einem Termin blockiert bin, möchte ich folgendes loswerden:
Sie werfen den Schreibenden hier vor, langweilig oder zahm zu sein (keine Adler) etc. Drei Mal dürfen Sie raten, wen ich als langweilig erachte: Sie.
Weshalb? Weil Sie berechenbar sind. Es ist immer sonnenklar, mit welchen Argumenten Sie aufkreuzen werden. Das ist nicht inspirierend, das macht keinen Spass.
Sie sind sicher der Meinung, dass Sie Diskussionen bereichern oder antreiben. Aber es geschieht etwas anderes: Sie ruinieren Diskussionen. Von Ihnen geht etwas aus...ich weiss noch nicht, was es ist, aber es macht mich skeptisch. Etwas stimmt nicht.
Die anderen, die sich hier tummeln, waren und sind für mich in Ihrer Verschiedenheit weit interessanter (v.a. die lebenskluge Carolina, aber auch die verletzliche Kat., ich mag sie, Meta ist eine intensive Frau, sorgfältig, die Kollegen pöh! und fufi: voll i.O.)...:-)
Sie sollten keine voreiligen Schlüsse ziehen, nur weil hier jemand gemässigt oder anständig auftritt.
TKZ
das bei dir, orli, das ist dann eben weder legasthenie noch logopädie sondern logorrhoe...
siehste, jetzt hast du sogar noch was gelernt!
Mila:
- eine Entfremdung vom Eigenwert der Arbeit ist schon etwa seit 200 Jahren im Gang. Und glauben sie mir: Dorthin zurück will keiner. Jede Generation fand wohl, sie sei gerade am Schlimmsten betroffen. Die Leute fühlen sich aber unterm Strich ganz wohl in ihren Grossraumbüros, der S-Bahn dorthin und an Afterworkpartys. Es gibt ihnen Identität und Sinn. Halt im Leben.
Wer nicht mithalten kann ist ein Loser. So what? Ich mag dieses Gejammer nicht hören, von Leuten, die sich ganz bewusst für einen vom Mainstream abweichenden Weg im Leben gewählt haben, aber sich dann beschweren, enn sie nicht die Früchte geniessen können und nicht den gleichen Lebensstandard haben wie jene, die halt ein ganzes Arbeitsleben lang um 06.30 am aus dem Bett sind und fleissig gearbeitet haben.
- Working poor in der Schweiz halte ich für einen Mythos.
- Wann war der Mensch je für die Verhältnisse der Zeit in der er lebt, gewappnet? Und der Vorgang ist eher ein umgekehrter: Man nimmt ihm immer mehr Verantwortung ab, in Staat und Gesellschaft, Öffentlichkeit und Medien.
- zum letzten Mal: Nicht Nietzsche hat den Tod Gottes "erfunden", sondern er hat nur beschrieben, was sich in den letzten 300-400 Jahren ereignet hat. "Die Menschen haben ihn gemordet". Sein ganzes Werk ist dann der Versuch, darüber hinwegzukommen, den Nihilismus zu überwinden und auf dem langen Weg vom Thiere zum grossen Mittag ein neues Werthesystem zu erschaffen.
Er hat nur konsequent zu Ende gedacht, was die Aufklärung und die Moderne von selbst mit sich gebracht hatten: Das Ende des Christentums. Man sollte konsequent sein und noch die letzten Zöpfe abschneiden, fordert er und also in eine Zukunft schreiten, wo der Mensch über sich selber hinauswachsen und eben zum Übermenschen werden kann.
was denn sonst, wenn es keinen Gott mehr gibt? Jemand muss den Thron ja besetzen.
Und all jene läppischen Zeitgeist-Atheisten, die Nietzsche und "Darwinismus" nicht auseinanderhalten können, sollten Nietzsche lesen und erschrecken!
Haha, sie würden über sich selber erschrecken.
Orlando: wo finden wir diese(n) Über-Menschen, in unserer Zeit? Sagen Sie es mir. (Den Rest müssen Sie mir hingegen nicht erklären.)
Und: der Mainstream wird auch hierzulande zunehmend zum Problem werden. Die Schweiz ist eine Insel, nicht jedoch eine ewig-währende. Dies nur so nebenbei bemerkt.
und was ist mit denen, die "logopädie" und "legasthenie" nicht auseinanderhalten können?
Ich lese Euer Zeugs gerade noch, aber einstweilen nur so viel: Ich nehme jetzt seit fünf Nächten kein Stilnox mehr und habe
* keine Entzugserscheinungen
* genau den gleich guten bzw. schlechten Schlaf wie mit Stilnox
Wenn ich da an eine Freundin denke, die sich richtig schwer tut mit dem Entzug, dann bin ich glaub ich schon ein Fortunello.
Legastenie, das war doch die Krankheit von Flavio Maspoli und Giulio Bignasca.
... und Marco Borradori natürlich.
O, die US-Mittelklasse steigt unzweifelhaft im Schnitt rasant ab. Das ist nicht Herbeigeschwatzt, das ist belegt. Viele Amis haben grosse Existenzängste. Viel schlimmer als die, die mich um 3 Uhr morgens quälen, wenn mich die Insomnie plagt.
mila, diese Arte-Dokumentationen hätte ich gerne gesehen. Vielleicht kommen sie ja nochmal oder ich finde sie im Netz.
Katharina, wenn einer wie Kilian die US-Staatsbürgerschaft bekommt, sagt das viel über den liberalen Staat. Hier ist es nicht so... Hier wird abgestimmt, und ein aufmüpfiger Ausländer wird abgestraft.
TKZ, der Tagi ist auf dem Weg, eine ausführlichere Art von 20 Minuten zu werden. Das ist heutiger Journalismus. Highlights bestätigen den Trend.
mila, Deine Analyse um 1507 gefällt mir. Wirklich. Leider beisst sie sich mit dem was Du sonst oft sagst.
Und TKZ: Das predige ich O seit Monaten. O will Diskussionen zerstören, nicht führen. Er nährt sich an Streit.
Ok, Leute, das waren nur ein paar Tiefschläge meinerseits. Langes Zeugs von mir will eh niemand lesen, jedenfalls die meisten hier nicht. Ansonsten ist mein Getexte recht beliebt, darf ich sagen.
"wo finden wir diese(n) Über-Menschen, in unserer Zeit?"
Wir selber sind schon eine Ahnung von ihm. Suchen müssen wir ihn also in uns selber.
Gott schuf uns nach seinem Bilde. Nachdem wir ihn getötet haben, schaffen wir uns einen Gott nach unserem Bilde. Und der wird vielleicht wiederum uns töten. Einige von uns.
Das Problem ist - und dies bestimmt eine Folge des heilgeschichtlichen Denkens von 5000 Jahren – dass wir heute noch sehnsüchtig auf Zeichen und Wunder warten. Engel, die herniederschweben und das neue Zeitalter verkünden, Reiter der Akopalyse, ein Messias der geboren wird, ein Buddha der wiedergeboren wird, eine letzte Schlacht, eine weltbefreiende Revolution, ein Weltuntergang im Abendrot und --- wusch! Schon bricht der Idealzustand, das Paradeis auf Erden an!
Dabei ist alles, sogar das Christemtum, zuallererst etwas, das im Menschen selber stattfinden muss, geboren werden muss, wachsen und reif werden. Alles andere ist oberflächlicher Kitsch.
@Tigri: Legasthenie, Logopädie - keine Ahnung, hatte nie was damit zu tun. das eine ist die Krankheit und das andere die Heilung, oder? So wie Katze und Dobermann. *lach*
Übermenschleins Tragisches Ende und wer das Pferd war, das dieses herbeiführte...
Ein Filmtipp:
http://www.xenix.ch/programm/film/-/id/3083/zid/445
Habe ihn leider nicht gesehen. Könnte dies jemand für mich tun und ein Berichtli drüber schreiben?
Danke im Voraus.
Und jetzt FUUUFI! Ein Bier und eine Ciabatta bitte!
@mila, wo am 22. März 2012 09:52 sagt:
"Man kann nicht die Eigenverantwortlichkeit für das eigene Schicksal lebenslang auf andere abschieben. Die Eltern bekamen nicht das, was sie wollten - so fucking what?"
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Fufi sagt:
So fuck the parents!
Aber sowas wäre der quadratische Oidipos, nöd wahr?
Und als so was söttiges möchte sich ja niemand outen?
Nein, ich würde NIEMANDEN Motherfucker nennen!
Ich würde ihn als FATHERFUCKER beschimpfen!
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Und ja, mila, da hast du ja recht,
und ich will ja nicht die Eigenverantwortlichkeit lebenslang abschieben.
Weil: Irgendwie mein ich, ich hätte die ja wahrgenommen.
Ich frag mich bloss, weshalb mich meine Alten zuerst in den Brunnen geworfen haben,
sodass ich erst daraus rausklettern musste, bevor ich denn "MEIN" Schicksal in die "eigenen Hände" nehmen konnte.
Denn zu DIESEM Zeitpunkt waren halt schon viele, sehr viele Züge abgefahren.
Weisch, was i meine?
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Und von wegen "Schicksal" und "in die eigenen Hände nehmen"?
Wer denn söttiges kann, soll mich doch bitte lehren, auf einem schwarzen Schimmel zu reiten!
Thanks a lot!
Bin heute temporalistisch gesehen etwas indisponiert.
Deshalb nur kurz:
An alle grünen und anderen Männschen(?) und Weibchen:
Bier und Ciabatta und was eure Kehlen und Mägen denn sonst noch begehren möchten, gibt's heute gratis an der Bar.
Ihr fragt euch weshalb?
Naja, mit all der Galle, die ein gewisser Monsieur O. heute hier versabbert hat, verdiene ich tausende fon Tollars in Schina - und da muss nicht mal ein Bär dazu leiden!
Mässi booggu!
und ich wiederhol's gerne: wenn's den fufi nicht gäbe - man müsste ihn erfinden!
Prost Fufi, und danke für die virtuelle Ciabatta.
Tiger, yo! Gratuliere! Gut so! Weiter so! Ein Teil aller Abhängigkeitsprobleme, und da wären wir wieder beim Thema, ist die vorgefasste Meinung, dass es ohne nicht geht.
Trotzdem, lieber Methadonabgabe als Beschaffungskriminalität. Persönlich wär ich fürs Legalisieren und Sichselbstüberlassen, aber das hat bestimmt Pferdefüsse, die ich nicht durchgedacht hab. Wenn wir ach so eigenverantwortlich sind bzw. sein sollen, warum brauchen wir dann eine so restriktive Gesetzgebung? Ganze Generationen werden sterben, ohne je in den durchaus dubiosen Genuss von LSD gekommen zu sein. Nein, da spreche ich nicht aus Erfahrung.
Anspruchshaltung, jawoll, Carolina.
Kat, was ist diese Kilian-Geschichte? Der scheint mir schon länger echli schräg. Überhaupt... wie ist die NZZ dieser Tage?
Orlando, wolltest du nicht weit, weit in den Süden, wo es keine Puter gibt? Bleib doch dort. Üb dich mal im Internetentzug. Du schaffst es!
Gute Nacht.
die "kilian-geschichte" ist 25 jahre her...
pöh!:
Nicht ganz. denn: der ursprüngliche Anlass, dass der Tagi überhaupt auf meinem Radarschirm auftauchte, war ein Kunden Auftrag aus Regierungskreisen zu einer Social Network Analysis, weil der Herr Kilian einen Blog anlässlich der Wahl Kampagne des Obama vor 4 Jahren betrieb. Seine Beobachtung ist erst dann beendet worden, als er sich auch von seiner regulären Journi Tätigkeit zurückzog. Solche Leute und alle die sich mit solchen Praktiken assoziieren, müssen sich gefallen lassen, dass dieses Land jeden Stein umdrehen wird, um Dreck zu finden.
Was der Herr damals durchzog, widerspricht allen ethischen Grundsätzen, zu denen sich hiesige Journalisten mit Rang und Namen verpflichten (inklusive signed affidavit). Dass eine solche Person sowohl bei Spiegel als auch später bei Tagi wirksam sind, besagt alles über die journalistische (non-) Professionalität der jeweiligen Medien Häuser aus, und angesichts der Dominanz der TA Media auf dem Schweizer Platz alles über die miesere der dortigen Unabhängigkeit der massgebenden Medien von der politisch dominanten Couleur du jour.
Ein klassisches Beispiel etwa auch der heutige Artikel von Nina Merli im heutigen Mamablog, der wesentliche Fakten misrepräsentierte. Mir ist dabei ihre Qualifikation zu gut recherchierten Artikeln sehr wohl bewusst und unterschiebe ihr deshalb Absicht. Und sie ist Beleg dafür, dass dieselben Praktiken der Manipulation von Information zu politischen Zwecken in jenen Häusern weiter gepflegt werden.
Aber weshalb? Was ist für Schweizer relevant, ob ein Perry schmutzige Tricks macht? nichts, ausser, dass das Meme des Messias Obama aufrechterhalten wird, welches für die Schweiz auch nicht relevant ist. wer auch immer gewählt oder wieder gewählt wird, wird ausschliesslich die Interessen der USA vertreten, wie die Schweiz ja betreffend der Bankgeheimnis-Misere schmerzlich zu spüren bekommt – übrigens ein Politikum von Obama, der das härter fährt als ein GWB und welches ein Mitt Romney wesentlich softer fahren wird als ein Obama.
Nebenbei: der hiesigen Business Community ist es eigentlich egal, wer das Rennen macht. Wichtig ist, dass diese Community erwartet, dass die Bundesregierung eine Basis des Vertrauens schafft, und einer Basis der Predictability und das unabhängig von der Politischen Stossrichtung.
Das Problem mit Obama hat sich eben ganz klar angesichts der Budgetkrise gezeigt, wo er eindeutig einen lack of leadership zeigte, und offenlegte, dass er eben letztendlich weder Führungsqualitäten hat, noch auf seine Überzeugungen gezählt werden kann. somit keine Basis des Vertrauens und damit steht die Business Community am Rand, übrigens mit immensen Beträgen an liquiden Mitteln. Aber so lang nicht klar ist, welch erratische Entscheidungen das nächste Mal aus dem Weissen Haus kommen, ist die Situation einfach nicht vertrauenswürdig. Viele in der Business Community verstehen sehr wohl, was es heisst, ein Corporate Citizen zu sein und dass langfristig das singuläre Motiv des Profites selbstschadend ist.
Kat.
Fufi: ist es möglich Memelas auf das Menu zu setzen? die sind köstlich!
Und dann auch noch Xotolatl. Eine aztekische Zubereitung aus Roh-Schokolade und Chipotles (eine geräucherte Variante einer Chile Schote).
das trinkt sich wie süsse Lava. yum!
Kat.
Meta:
“Kat, was ist diese Kilian-Geschichte? Der scheint mir schon länger echli schräg. Überhaupt... wie ist die NZZ dieser Tage?”
Zu Kilian verweise ich auf den Bericht des hiesigen Kongresses:
http://www.fas.org/irp/congress/1992_cr/h920224-october.htm
Im Wesentlichen ging es dabei um ein Indictment gegen den damaligen Präsidenten Ronald Reagan. Dieses beruhte auf Manipulation von Zeugen durch Kilian, der diese mit Falschinformationen belieferte und welche sich schlussendlich als Charade herausstellten. Lies den Congressional Record.
„wie ist die NZZ dieser Tage?“ diese Frage verstehe ich nicht, da ich deren Portal seit bald 7 Jahren sehr selten lese. Dies, weil sie deren Qualität als solides Journalistisches Organ schon lange verspielt haben. Was ich denen noch zugute halte, ist, dass sie ehrlich genug sind, zuzugeben ein Organ der FDP zu sein. Nur: wer oder was ist die FDP heute? Ich weiss es nicht.
Zudem ist deren Website schlicht und einfach nicht State of the Art, schwierig les- und navigierbar. Von einem Haus, das europaweite Relevanz postuliert, erwarte ich einen entsprechenden Web-Auftritt. Der ist einfach in seiner Provinzialität und seinem Dilettantismus nicht gegeben. Das sage ich, obwohl der Editor in Chief ein Bekannter von mir ist.
„die vorgefasste Meinung, dass es ohne nicht geht.“ – das verstehe ich nicht. Was soll an vorgefassten Meinungen wichtig sein?
„Ganze Generationen werden sterben, ohne je in den durchaus dubiosen Genuss von LSD“ – einerseits muss gesagt werden, dass die Forschung um LSD Grundstein war für viele mood controlling substances (e.g. Antidepressiva, Antipsychotica und Agens gegen Hyperaktivität/Fokusprobleme) der heutigen Zeit.
Umgekehrt warne ich dezidiert gegen Substanzen wie LSD als Recreational Drugs. Deren Auswirkungen auf das Kognitive System sind verheerend. Ich gönne niemandem unter den Folgen von Wahrnehmungsverschiebungen zu leiden. Wahrnehmungsverschiebungen (ob mit oder ohne LSD) sind schwierig zu verarbeiten, wenn sie genug weit weg vom alltäglichen sind und es gibt nie ein komplettes zurück. Die Erfahrung wurde gemacht und du wirst dir immer dessen bewusst sein und deine eigene Wahrnehmung nie mehr wirklich vertrauen können. Da rede ich aus Erfahrung
Kat.
Orlando:
"Man sollte konsequent sein und noch die letzten Zöpfe abschneiden, fordert er und also in eine Zukunft schreiten, wo der Mensch über sich selber hinauswachsen und eben zum Übermenschen werden kann."
das ist genau die Frage, die sich die Transhumanistische Bewegung stellt. Nämlich, wie dieser Schritt: "der Mensch über sich selber hinauswachsen" ethisch durchführbar ist, vor allem wenn angesichts der technologischen Situation wir jetzt gerade an dieser Schwelle stehen und uns bewusst werden, dass ohne diesen Schritt unsere Spezies dem Untergang geweiht ist und umgekehrt auch klar ist, dass alle bisherigen ethisch-religiösen Schematas uns dazu keine Leitlinien geben.
Kat.
ach ja.. gute nacht. - kat.
@Fufi, und was genau soll es bringen, sich permanent mit dem Gedanken zu beschäftigen, weshalb die Alten Dich in den Brunnen geworfen haben und wie viele Züge deshalb verfrüht abgefahren sind?
Damit drehst Du Dich im Kreis. Carolinas Kommentar von 10.20 h kann ich mich insofern nur anschliessen.
@Kat: Xocolatl hört sich himmlisch an, wie alles, das einen leicht geräucherten Beigeschmack hat. Lapsang Souchong zum Beispiel.
Zum Transhumanismus würde ich Ähnliches festhalten (wollen) wie zu den ökonomischen Verhältnissen der heutigen Zeit: der Mensch scheint noch nicht bereit dafür - für die selbstverantworteten Freiheiten, die sich ihm dadurch bieten (würden) -, gerade weil die ethischen Grundlagen fehlen. Orlandos Gedanken folgend, dass der Über-Mensch zuallerst im Menschen selber stattfinden muss, würde ich daher die vorsichtige Position vertreten, dass er nicht von aussen (technisch) implementiert werden kann.
@Meta: Wie gesagt, die Feuilleton-Seite der NZZ lese ich mehr oder weniger regelmässig. Die Rezensionen sind um Klassen besser als im Tagi; manchmal sogar auf dem Niveau der Zeit.
Ein besonderer Leckerbissen der letzten Tage: die Studie zu Klee ("Ich Kristall").
@Fufi:
"Ich frag mich bloss, weshalb mich meine Alten zuerst in den Brunnen geworfen haben"
Eine mögliche Antwort: Vielleicht bist du eine verkappte Goldmarie? (Frau Holle)
Es ist ein anthropologischer Grundtatbestand, dass kein menschliches Wesen existieren kann ohne ein bestimmtes Mass an direkter Bestätigung seines Wesens durch Andere (Anerkennung). Dies gilt natürlich zuallererst für das Kleinkind, das seine Identität erst aufbauen muss in Wechselbeziehung zu seinen nächsten Bezugspersonen.
Wenn das nicht gut gelingen kann (aus welchem Grund auch immer) ist der Schaden gross und es sind viele Züge abgefahren! Aber nicht alle. Es warten noch jede Menge Züge auf dich.
In jedem Augenblick deines Lebens fährt ein neuer vor. Bitte einsteigen!
Apropos Züge, Fufi: Ein schönes Bildchen vom GM! Und so passend, gell? Du-weisst-schon-wer lässt ausrichten, dass Du 'scho rächt bisch' - hohes Lob von einem Zugführer zum anderen.....
Wenn wir schon beim Eisenbahngleichnis sind:
http://www.youtube.com/watch?v=o-CdS2qrmbo
Sehr schön, Mila. Erich Kästner vergesse ich immer - dabei hatte er mir mal soviel zu sagen.
Wird die "Menschheit" jemals bereit sein für den Transhumanismus? Was genau bedeutet es, bereit zu sein? Beinhaltet es eine evolutionäre Entwicklung? Dann, natürlich, wird er nie wirklich bereit sein, ausser, wir haben Zeit, mit dem Transhumanismus ein paar Jahrhunderttausende zu warten. Beihaltet es "nur" Kultur? Ja, wie wollen wir in diesem Fall sicherstellen, dass die von Transhumanismus Betroffenen kulturell transhumanistisch weitergebildet sind? Kann ich mir nicht vorstellen, ehrlich gesagt.
Ich bin nicht gegen den Transhumanismus, genauso wie ich gegen das Internet oder gegen Mobiltelefone bin. Diese Sachen kommen einfach, egal, ob ich dafür oder dagegen bin. So wird es sein mit dem Transhumanismus, er wird kommen, wild und ungeregelt. Und wenn Regelungen kommen, werden sie zu spät, zu lasch, zu streng und falsch angelegt sein. So, wie die Gesetzgeber halt jeweils neue Sachen zu regeln versuchen. Die Kinderpornographie etwa haben sie ja besonders schlecht im Griff etwa.
Mila, er KANN implementiert werden. Ein Mensch wird sich etwa in wenigen Jahrzehnten eine Kanone implantieren lassen können. Die "ethischen Grundlagen" dafür lassen sich natürlich nicht implantieren, nur schon, weil es sie nicht gibt (und nicht einmal ihre Entwicklung ist absehbar). Und hier gilt die alte Weisheit: Alles, was machbar ist, wird früher oder später gemacht. Wenn man jemandem den Internetanschluss direkt ins Grosshirn legen kann, dann wird das garantiert kommen. Da interessiert die Meinung einer mila jetzt niemanden. Und die von O eh nicht.
Ich erinnere an die Reaktion, die mir in einem Kurs über Innovation entgegenbrandete von den anderen Teilnehmern, als ich eine spezifische Praktik in der Innovationspatentierung als "unethisch" bezeichnete. Lautes Gelächter. "Ethik!!! Pruuust!".
Hier werden die Kategorien Über-Mensch und Cyborg verwechselt. Das eine hat nicht zwingend etwas mit dem anderen zu tun, und um ehrlich zu sein:
ich denke nicht, dass ein Transplantat per se eine Verbesserung der conditio humana bewirken wird. Und nur um letzteres geht es mir.
...Mila hat recht. Nietzsches Übermensch ist nicht Superman (der die bestehende Ordnung gegen Bösewichter schützt) oder irgend so ein Roboter. Und schon gar kein Monster oder ein Messias oder sonst ein Heilsbringer. Auch ist er kein arischer Herrenmensch.
Der Übermensch ist der verwirklichte Wille zum Leben. Der schaffende Mensch beseitigt mit seinem Willen zum Leben alle Hindernisse (worunter z.B. der Staat), schafft neue Werte (seine eigenen) und bereitet so dem Übermenschen den Weg.
Der Mensch ist nur eine Brücke, der Pfeil auf dem Weg vom Tier zum Übermensch. Nietzsche sagt selber: Der Mensch muss überwunden werden.
Und dazu muss man eben konsequent sein und noch die letzten Werte aus dem Weg räumen, die dem schaffenden Menschen im Weg stehen: Mitleid, Menschlichkeit, Freundlichkeit, Mitmenschlichkeit, Krankheit, Keuschheit, soziale Norm, Gleichheit der Menschen und Geschlechter, Gerechtigkeit, (Gottes)furcht, Askese, Sittlichkeit, Bescheidenheit, Tugendhaftigkeit - all das ganze jüdisch-christliche Zeugs eben!!
Denn der Ramsch ist nichts anderes als christlicher Ramsch. Aber da Gott tot ist, gemordet von den Menschen - macht der Ramsch auch keinen Sinn mehr.
In den Abfall damit.
Ihr seid mir noch komische "Agnostiker" und "Atheisten" - Werft doch bloss endlich all das ganze christliche Zeugs weg, die ganze "Ethik" stinkt doch nach Jesus, Gott und 10 Geboten!
Eine neue Ethik sollt ihr schaffen.
Es gibt ja keinen Gott mehr, der uns verpflichten würde.
Fahrt doch das christliche Zeugs über den Haufen, werft es an den Strassenrand, spuckt drauf und pisst noch drauf!
Also sprach Nietzsche.
Orlando, Sie wissen, dass man nicht mit Nietzsche einverstanden sein muss, um aus seinem Werk Impulse für das eigene Denken zu ziehen. Vor allem sollte man bedenken, dass Nietzsche selbst das Gegenteil eines Übermenschen war - und dies bei der Einordnung seiner rhetorischen 'Umwertung aller Werte' entsprechend berücksichtigen.
Wenn Sie so möchten, schrieb Nietzsche gegen das als krank empfundene in sich an. Gedankliche Härte gegen sich selber, die im reellen Leben zu keinerlei nennenswerten Resultaten führte. Tragischerweise.
Mila, sie wissen doch sehr genau, ich fordere nur Konsequenz ein. Noch nicht mal Härte gegen sich selber. Nur Aufrichtigkeit und konsequente Geisteshaltung.
Ich ziehe eine Vielzahl von Impulsen aus seinem Denken, und auch aus dem Denken Ayn Rands und anderen. Das macht mich noch lange nicht zum Jünger.
Wie im politisch-gesellschaftlichen so muss man den Menschen auch im Bereich der Ethik und sozusagen den philosophischen Überbauten ihres ganzen sozialen Zusammenseins auf die Konsequenzen ihres oft nur schlecht durchdachten, leichtsinnig-verluderten Zeitgeisthumbugs aufmerksam machen.
Weil die meisten zu doof sind oder zu faul, sich darüber Gedanken zu machen, oder sich damit begnügen unkritisch zu übernehmen, was falsche Hohepriester ihnen vorlügen (nicht ohne Hintergedanken), übernehme ich diesen Job für sie.
Sie sehen, ich bin ein sehr sozialer Mensch. Denn ich mache das hier sogar gratis. Ehrenamtlich, könnte man sagen ;-)
Schönen Mittag - wenn es auch nur ein kleiner ist.
Mila, Du sprachst vom Transhumanismus, und ich nahm dieses Wort auf, voilà. Wir reden hier nicht von Cochlea-Implantaten oder Herzschrittmachern.
Transhumanismus beschreibt die technologische Augmentation des Menschen. Bruce Sterling, Neil Stephenson, Ray Kurzweil. Nietzsche meinte etwas Anderes.
Jaja, die Züge!
Es ist eben doch sehr, sehr erstaunlich, wie nah die "erweiterte Theologie" dem Mythos Eisenbahn qua Schienenstrang steht.
Die grösste Berufsgruppe der Freidenker sind/waren früher die Eisenbahner.
Und die 2.grösste Berufsgruppe (nach den Eisenbahnern) unter den Modellbähnlern sind die Pfarrer/Theologen!
(ohne Gewähr!)
Literarisch unüberbietbar hat F. Dürrenmatt das in "Der Tunnel" beschrieben, auch wenn Jack Londons "Abenteurer des Schienenstrangs" auch nicht ganz ohne ist.
Und dazu danke ich mila oberherzlichstens für das da, was ebenso unüberbietbar ist:
Ich wiederhol'den Link:
http://www.youtube.com/watch?v=o-CdS2qrmbo
Ganz besonders oft wurde dieses Phänomen auch besungen, sozusagen.
Einige Beispiele, je nach gusto:
Status Quo - slow train
Savoy Brown - Hellbound train
Savoy Brown - Train to nowhere
Rolling Stones - Love in vain
Christian Anders - Es fährt ein Zug nach Nirgendwo
Und zum Heulen schön:
Willie Nelson - City of New Orleans
Und fufi's choice:
http://www.youtube.com/watch?v=D_de22l2Ghc
Die Transhumanistische Erklärung (Version 2.4)
1
Die Menschheit wird in der Zukunft durch Technologie grundlegend verändert werden. Voraussichtlich werden sich Möglichkeiten eröffnen, die Bedingungen menschlichen Daseins neu zu gestalten und unter anderem die Unvermeidbarkeit des Alterns, die Grenzen menschlichen Verstandes und künstlicher Intelligenz, eine nicht selbstgewählte Psyche, menschliches Leiden und unser Gebundensein an den Planeten Erde zu überwinden.
2
Diese zukünftigen Entwicklungen und ihre langfristigen Auswirkungen sollten systematisch erforscht werden.
3
Transhumanisten vertreten die Ansicht, daß wir bessere Aussichten haben, aus neuen Technologien Nutzen zu ziehen, wenn wir sie begrüßen und ihnen mit Offenheit begegnen, als wenn wir versuchen, sie zu ächten oder zu verbieten.
4
Transhumanisten treten für das Recht derer ein, die technologische Mittel zur Erweiterung ihrer geistigen und körperlichen Fähigkeiten und zur Verbesserung der Kontrolle über ihr eigenes Leben einzusetzen wünschen. Wir streben nach individuellem Wachstum über unsere gegenwärtigen biologischen Grenzen hinaus.
5
Bei der Zukunftsplanung muß der zu erwartende gewaltige technische Fortschritt berücksichtigt werden. Es wäre tragisch, wenn potentieller Nutzen wegen abwegiger, grundloser Technikangst und unnötiger Verbote ausbliebe. Ebenso tragisch wäre es andererseits, wenn das intelligente Leben aufgrund einer durch neue Technologien verursachten Katastrophe oder aufgrund eines Krieges ausgelöscht würde, der mit fortgeschrittener Technologie geführt worden ist.
6
Wir halten die Schaffung von Foren zum Zwecke rationaler Diskussion über erforderliche Maßnahmen für notwendig, und wir brauchen eine soziale Ordnung, in der verantwortungsvolle Entscheidungen getroffen werden können.
7
Der Transhumanismus tritt für das Wohl aller fühlenden Lebewesen ein (seien es künstliche Intelligenzen, Menschen, Tiere oder mögliche außerirdische Spezies), und er beinhaltet viele Grundsätze des modernen weltlichen Humanismus. Der Transhumanismus unterstützt keine bestimmte Partei oder politische Richtung und keinen bestimmten Politiker.
http://www.detrans.de/intro/deklaration.html
also es geht um weit mehr als Cyborgs etc. dies zur Klärung des Begriffes Transhumanismus.
Kat.
"...wir brauchen eine soziale Ordnung, in der verantwortungsvolle Entscheidungen getroffen werden..."
Es läuten bei mir sämtliche Alarmglocken...!
Fufi, Sie haben Chris deBurghs "Spanish train and other stories" vergessen.
Katharina, ich habe Mühe mit Punkt 4:
Wenn wir es bis jetzt noch nicht einmal ansatzweise geschafft haben, unser 'natürliches' Potential zu entwickeln: wieso sollte dann eine Technologisierung dieses Potentials sich als zweckdienlicher erweisen?
@Fufi, und den Matter hast du auch vergessen:
Mani Matter: «Ir Ysebahn»!
http://www.youtube.com/watch?v=f-vId0NsY14
Ebenfalls von Matter, leider aber nicht auf Youtube zu finden:
"Dr Möntsch isch wie dä, wo dr Zug het verpasst"
Transhumanismus und Nietzsche:
http://reason.com/archives/2004/08/25/transhumanism-the-most-dangero
Kat.
"As a result of a thousand million years of evolution, the universe is becoming conscious of itself, able to understand something of its past history and its possible future. This cosmic self-awareness is being realized in one tiny fragment of the universe —in a few of us human beings"
http://www.transhumanism.org/index.php/WTA/more/huxley
Kat.
Orlando, der Satz heisst: und wir brauchen eine soziale Ordnung, in der verantwortungsvolle Entscheidungen getroffen werden KÖNNEN".
können. Warum Alarmglocken?
Kat.
Mila:
Wenn wir es bis jetzt noch nicht einmal ansatzweise geschafft haben, unser 'natürliches' Potential zu entwickeln?
unser natürliches Potential, was auch darunter verstanden wird, ist eben nicht natürlich, sondern war von Anfang immer eine Befreiung aus den Beschränkungen unserer Biologie und Umwelt durch die Benutzung von Technologie. dies fing an mit dem allerersten einsetzten eines Werkzeuges.
Punkt 4 ist somit das Einstehen für das Recht ein dies auch weiterhin zu tun.
Kat.
@Laura Ti und GM
Ich ziehe mein musikalisches Büsserkleid an und streue alle falsschen Noten über mein Haupt!
Ich entschuldige mich damit, dass ich ja auch nicht an alles denken kann, und verbleibe in diesem Sinne mit:
steppenwolf - train of thought
Ach ja, und was ich auch noch vergessen habe:
Das absolut-ultimativ-unüberbietbarste Liebeslied alle Isebahn-Freaks:
Elvis Presley - Love me Tender
Ir Ysebahn, jawohl! U ds Lied vo de Bahnhöf, wo dr Zug geng scho abgfahren isch oder nonid isch choooooooo: http://www.youtube.com/watch?v=7vngSe1S854
Kat, die Frage wegen der NZZ ging an alle. Dummerweise hänge ich an Lokalnachrichten. Also Tagi oder NZZ. Habe schon beide abonniert, NZZ lange her. - Die vorgefasste Meinung, dass es ohne nicht geht, meinte: ohne Schlafmittel (oder anderes Zeugs), Kontext Abhängigkeit.
Transhumanismus: hmmmmmm. Das riecht nach Ultrakapitalismus, irgendwie. Neulich in der Bar mit einem alten Bekannten. Ich staunte darüber, dass es allen Ernstes Stimmen gibt, die laut verkünden, die Schliessung der Strasse von Hormuz komme einer Kriegserklärung gleich. Er hat nur gelacht und gesagt, das stehe alles bei Karl Marx! Und eine Bar-Begründung vom Feinsten geliefert, die ich schlecht rekonstruieren kann... Kapitalismus produziert effizient, Wertschöpfung, aber auch Blasen und Schrott, Hauptsache Wachstum. Problem: den Menschen geht die Arbeit aus. Lösung: mehr Schrott. Der Krieg ist die ultimative, nichts als logische Krönung solcher Zyklen.
Wir sind und bleiben Menschen. Und an den Planeten Erde gebunden. Auch wenn wir ihn noch so gerne wegwerfen würden wie alles andere. Das kommt dann vielleicht etwa so:
http://www.youtube.com/watch?v=HXek9_IGWZA
Guet Nacht!
Äh-
"woandershin zu stellen!"
Ah!
Gut konnten; gut können wir darüber reden.
((der Unaussprechliche))
Wenn schon trains, darf das hier wirklich nicht fehlen, right, Auguste?:
https://www.youtube.com/watch?v=i1xSt7iganA
(und das hier eigentlich auch nicht:
https://www.youtube.com/watch?v=Q1VGoKBKR3I )
Mein Senf zum Transhumanismus vielleicht noch dieses Wochenende auf dem anderen Kanal.
Orlando, der Max Havelaar des Blogs, der Gandhi vom fufispace, der Pestalozzi unter uns, selbstlos, grenzenlos liebend. Schliifts?
Laura TI, meine Exfrau war einst enormer Fan dieses Albums von Mr. Burgh.
Meta, was soll das wegen dem troll und dem fisch?
Wenn die schreibst: "Transhumanismus: hmmmmmm. Das riecht nach Ultrakapitalismus" dann repetierst Du abgedroschene Phrasen, statt dich mit dem Thema auseinandergesetzt zu haben.
wo zum Beispiel werden mood controlling substances bald schon flächendeckend eingesetzt?
Genau: in den sozialistischen Schulen der Schweiz. Verordnet und mit 'Aufgebot'. Also garantiert keine reine kapitalistische Umgebung, oder?
Aber: der Einsatz von stimmungskontrollierenden Substanzen (e.g Ritalin) etabliert einen transhumanistischen Zustand. Und dies durch druck von Schulbehörden mit einer politischen Agenda, die nicht einmal qualifiziert ist, eine Diagnose zu erstellen, die den Einsatz von Ritalin als Beispiel rechtfertigt.
Weiteres Beispiel: Im Bartergeschäft ist der Leistungsdruck inzwischen so gross, dass diesem ohne Einsatz von Kokain, Amphetamin und anderen Wach Machern kaum mehr genüge geleistet werden kann. Die peer pressure ist entsprechend gross und oft der berufliche Umstieg nicht leicht.
Das heisst, ohne jene Substanzen ist die Ausübung des Berufs unmöglich. Auch das ein transhumanistischer Zustand.
Neuere Entwicklungen in der Pharmazeutik: als Beispiel über DNA Analyse personalisierte Medikamente mit aufgrund dieser Analyse designten Proteinen, gehen schon stark in Richtung genetisches Engineering. Diese Technologie ist Realität und durchläuft zur Zeit klinische Tests. Mit dieser Technologie werden auch schon ethische Grenzen verwischt und ein transhumanistischer Zustand erreicht.
Die transhumanistische Bewegung weißt nur auf solche Tatsachen hin und stellt die Frage, wie solche real schon geschehenden Entwicklungen in einer Diskussion ethisch begleitet werden können, weil deren Ansicht gemäss ohne das ganze entgleisen wird. Die transhumanistische Bewegung vertritt die Ansicht, dass die bisherigen ethischen Leitplanken dazu nicht mehr taugen.
Aber es ist halt einfacher, das Ganze mit ‚Irrlehre‘ zu stigmatisieren.
Kat.
Beratergeschäft sollte es heissen, nicht Bartergeschäft. - Kat.
Und doch namal zu de Isebahne:
Ich hab genug
ich nehm den Mitternachtszug!
http://www.youtube.com/watch?v=Lrj5Kxdzouc&feature=related
"für das Wohl aller fühlenden Lebewesen ein"...
Und wie, bitte, sollen wir genau feststellen, was ein "fühlendes Lebewesen" ist?
Ich kenn einen, der ist in seiner Entwicklung fast zerbrochen, weil ihm jemand gesteckt hat, dass ja auch Steine fühlende Wesen sein könnten.
- Und dann wird´s schwierig!
(oder einfach: Gefassel)
((der Unaussprechliche))
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