Ich danke dem Tiger für diese seine CB!
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Das Ende der Privatsphäre
Dieser Text wurde als Post begonnen, er hat seine Wurzeln nicht abgelegt. Das ist sinnvoll, da wir mit den Themen Brüderle, Strehle, Köppel und Binswanger gerade über historisch ziemlich wichtige Dinge sprechen.
Zuerst einmal Brüderle: Der Mann ist natürlich uralt, er gehört einer anderen Generation an, und ich denke nicht, dass er als Person uns irgendwas sagen kann. Die Empörung, die er ausgelöst hat, ist aber sehr ernst zu nehmen. Seine Aktionen "Sexistisch" zu nennen geht am Ziel vorbei. Brüderle hat sich ungeschickt verhalten, dumm, und sich in Politikermanier selbst überschätzt. Sexismus ist ein grosses Wort, das Verhalten eines Besoffenen an der Bar ist aber kaum Sexismus (es kann Idiotie sein, das sicher). Nein, Sexismus ist ein überlegtes Verhalten, eines, dass jemand im vollen Bewusstsein tut. Und es ist darum viel, viel ernster als die Tolpatschigkeit eines Politikers auf Abwegen. Die Frauen, die die beiden Sachen jetzt vermengen, tun sich nichts Gutes. Sie verharmlosen den wahren Sexismus und übertreiben die Bedeutung der Ungeschicktheit.
Über Sexismus lasse ich mich hier nicht aus, das tu ich zu anderer Zeit. Nur so viel: Inhaltlich ist hier noch viel zu diskutieren, und gesellschaftlich gibt es noch viel zu tun. Klar. Aber das wird kaum so ablaufen, wie wir es heute erwarten. Wie dann? Und: Was hat das mit dem Thema "Privatsphäre" zu tun? Viel. So ein Verhalten wie das von Brüderle wäre noch vor wenigen Jahren niemals aufgeflogen. Auch das Wort "Bungabunga" hätte keine Bedeutung. Ruby könnte sich ihre Kunden wohl bald in der Nähe des Mailänder Bahnhofs suchen.
Das ist heute anders. Facebook, Google (und Google+) und Twitter sowie die ganzen Klone davon (StudiVZ etc.) haben in den letzten Jahren den Untergang der Privatsphäre eingeläutet.
Binswanger kommentiert Köppels Kommentar zu den Kinderkrippen (viele Alliterationen am Stück...). Es geht nicht um sein übriges Gehabe bei der Weltwoche. Wahrscheinlich kennt sie ihn persönlich aus seinen Tamedia-Zeiten. Dass O also gross tönt, sie sei als Wadenbeisser für Strehle unterwegs, ist sehr lächerlich. Dazu hat sie erstens nicht das politische Zeug (und den Willen dazu eh nicht) und zweitens nimmt sie sich ein total anderes Thema vor. Sie schiesst eigentlich vor allem gegen das Thema Kinderkrippen und Köppel und nur ganz nebenbei gegen Köppel selbst. Wenn sie Köppel im Prinzip angreifen wollte, wegen seines Umgangs mit Strehle, dann müsste sie ganz anders vorgehen. Dass weiss Köppel, Strehle, sie, die meisten Leser. O, vermische also bitte nicht Zeugs, das ganz offensichtlich nicht zusammen gehört, damit machst Du Dich nur lächerlich.
Deine Punkte können einzeln angeschaut werden, allerdings lasse ich das sein. Strehle erlebt hier einfach, dass politische Gegner in seinen Keller steigen und Leichen entdecken (das sind zwar keine richtigen Leichen sondern tote Mäuschen und Ratten, aber egal). Das wird heutigen Journis nie mehr passieren. Denn jeder Keller ist mit Röntgenaugen, Webcams und Hochleistungslampen ausgerüstet (manche Leute sagen diesen Vorrichtungen auch "Internet"), etwas vor der Allgemeinheit verbergen muss man nicht mehr wollen. ein Strehle würde heute wohl gar nicht mehr eingestellt bei Tamedia. Bevor man eine Leiche in den Keller schaffen kann, um sie dort zu verbergen, prangt sie schon auf zwanzig Einstiegsseiten von Onlinezeitungen.
Die Öffentlichkeit wird sich dran gewöhnen, dass sie Leute an den Schalthebeln hat, die moralisch sehr Faules angestellt haben, Faules aus heutiger Sicht. Die Privatsphäre wird verschwinden. Wir werden bald alle wissen, dass EWS als Kind Kaninchen gequält hat, Blocher in der Schule eingeschlafen ist (als er an Carolina gedacht hat, die ihrerseits eingeschlafen ist, als sie an Blocher dachte), Darbellay beim Zeitungssammeln Pornohefte gefunden und als Wichsvorlage benutzt hat und Levrat jahrelang seiner 3.-Klasslehrerin hinterhergehechelt hat. Ihr werdet wissen, dass und wie und warum und wie lange ich es wann mit wem getrieben habe (und mit wem nicht), wir werden wissen, dass O auf BDSM steht, Carolina auf Atemreduktion und mila auf Nacktbaden. Und Ihr alle werdet Euch nicht dran stören.
Wegen des Twitters, das den SVPolitiker terminiert hat: Schlimm. Wir werden so Zeugs noch ein paar Male erleben, aber es wird immer normaler werden, und irgendwann wird sich die Öffentlichkeit so gewöhnt haben, dass sie nicht mal mehr die Augen öffnet in ihrem Schlaf. Dann wird ein dummer Twitterspruch völlig folgenlos sein. Ja, ich glaube ja, dass Twitter selbst nur einfach die Sau ist, die in der ersten Hälfte des zweiten Jahrzehnts dieses Jahrhunderts grad so durchs Dorf gepeitscht wird, aber so in 2 Jahren ist sie wieder draussen, dann wird ein neuer Hype kommen. Und Twitter wird untergehen. Erinnert Ihr Euch an Altavista? Das Google der späteren Neunziger? Da war mal was, gell...
Was wird dieser Hype sein? Naja, Futurologe bin ich nicht, aber ich glaube nicht, dass Facebook, Twitter, Google, Yahoo, Apple oder Microsoft oder Oracle oder Samsung oder die kleinen wie Tumblr, Flickr und so weitr etwas damit zu tun haben werden. Was wird es sein? Glaubt mir, wenn ich das wüsste, ginge ich damit long, sehr long. Aber eben, Prognosen sind unmöglich, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen.
Wie auch immer. Der bedauerliche SVP-Mensch ist halt einfach ein paar Jahre zu früh gewesen mit seinem Fehler. Klar, inhaltlich wäre es in einigen Jahren etwa gleich blöd, aber Aufmerksamkeit erregt hätte es nicht. Wie sagte einst Gorbatschow? Wer zu früh ist, den bestraft das Leben (er sagte zwar "zu spät", aber "zu früh" stimmt auch).
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Und schau, Carolina. Dass ich hier das Bild meines Töchterchens gezeigt habe, gefiel Dir nicht, verständlich. Nur: In zehn Jahren wird so etwas absolut normal sein. Da kann ich in Google nach "Carla Bruni pussy" suchen und ich sehe sofort, ob die Gute grad frisch rasiert ist (und ausserdem sehe ich vielleicht ein paar Bilder von Brunis Katze). Ich werde es nicht tun, weil es so normal sein wird, dass man es kann. Äh ja, und ausserdem kann ich nach Katharina Bel Air suchen und sehe, ob sie Orsi Kocsis wirklich so ähnlich sieht. Und ich werde wissen, ob sie nach Beckenried, Küssnacht, Weggis oder Emmenbrücke eingewandert ist (dass es NICHT Letzteres ist, weiss ich heute schon... :-) )
Mark my words:
Es ist das Ende der Privatsphäre.
Etwas verrate ich Euch hier schon, exklusiv, breaking news breaking, Tiger unplugged sozusagen: Ich stehe UNHEIMLICH auf Cappuccino, ich trinke jeden Tag mindestens 5 davon (heute schon 3). Und ich habe den Herstellungsprozess so perfektioniert, ich bin mein eigener Barista. Ma certo.
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Beachtet bitte:
Umständlicherweise wird fufi seine Kommentare da unten schreiben!
47 Kommentare:
Ich finde dieser Text ist beleidigend, pornografisch und verlange die sofortige Entfernung.
Ich verlange die sofortige Entfernung aller Anonymen!
Der Text ist hanebüchen - ich bin seit 3 Jahren als O unterwegs und niemand könnte je herausfinden, wer ich wirklich bin. Und selbst wenn: Sofern jemand mir mit meiner "Entlarvung" als O. schaden möchte (indem er sie etwa veröffentlicht oder Geschäftspartnern vorlegt, um mich zu diskreditieren) müsste Ozeane von Kommentararchiven in mehreren Blogs durchsuchen um auf wirklich heikle Aussagen von O. zu stossen, hihihi.
Wer mit Umsicht durchs Leben geht und sich sehr bewusst fragt, was davon er öffentlich und was privat halten will, der hat von den neuen Kommunikationsformen nichts zu fürchten. Sondern er kann sie zu seinem Nutzen gewinnbringend einsetzen.
Einig bin ich mit Tigri in der Überbewertung von Hypes. Gerade in den vergangenen 20 Jahren haben wir Dinge en masse kommen und gehen sehen. Altavista, Blackberry, MP3-Player, Twitter - in 10 Jahren werden wir uns nur noch dumpf daran erinnern. Und die Sachen im Museum betrachten.
Der Text enthält - darin gebe ich Anonym recht - bedenkliche Bilder und Anspielungen. Ob sie pornografisch sind, weiss ich nicht. Sie zeigen aber, woran Tigri so denkt den lieben langen Tag.
Strehle ist erledigt, der trägt einen enormen Reputationsschaden davon. Es ist keine Kampagne, wenn ein Journalist sagt, was in Zürich viele wissen: Dass der Tagi-Chef eine ganz unappetitlich linke Socke ist. Und sich in bedenklichen Kreisen bewegt hat. Dass in seiner WG ein Netzwerk von Linksterroristen und -unterstützern ein und aus ging (mit allen will er aber "niemals ein Wort gewechselt haben"). Und als Journalist bedenkliche Lobeshymnen auf Mörderbanden und Terrorladies geschrieben hat. Das schleckt jetzt einfach keine Geiss mehr weg.
Alex Müller musste wegen eines Twitters gehen. Mag sein, zu recht. Wie tolerant sind wir gegen links?
Wer in seinem Gewalt gegen Sachen und Menschen gutheisst, rechtfertigt oder indirekt oder direkt daran beteiligt ist, das bleibt an ihm kleben.
Eine McDonalds Filiale mit Sprengsätzen bewerfen ist das eine. Eskalationsstufe eins. Was wäre nach der eskalativen Logik des marxistischen Kampfes denn als nächstes gekommen, Herr Strehle? Ein Bullenschwein erschiessen? Einen Kapitalisten vor das Volksgericht stellen und hinrichten? Das haben Genossen weltweit gemacht, und Sie, Herr Strehle, haben es auf der Schreibmaschine gutgeheissen, als Massnahme im Kampf für die Arbeiter aller Länder!
Was bleibt ist nicht eine strafrechtliche Schuld, das ist leider so. Es geht um eine moralische Schuld.
Dies so darzustellen, nachdem der selbe Strehle eigenhändig dafür gesorgt hat, dass Binswanger den Alex Müller kaputtschreibt, ist keine Kampagne. Es stellt im Gegenteil die Frage nach der Verantwortung. Jene von Müller für seinen Tweet, jene von Strehle für seine Artikel in der Vergangenheit.
Strehle muss sich erklären. Und sich entweder von seinen "Jugendsünden" distanzieren oder seinen Lesern erklären, warum er sein Verhalten noch heute als gerechtfertigt empfindet. Das ist das mindeste!
by the way: Wer hat denn schon früh begonnen, unbescholtene Politiker und Unternehmer und andere bürgerliche Entscheidungsträger in einer KAMPAGNE (drei Versionen, die letzte 1998) als "unheimliche Patrioten" und "rechte Seilschaften" zu brandmarken?
Wer waren denn Jürg Frischknecht und René Niggli? Linke Journalisten, so wie WeWo-Guth heute ein rechter ist?
Das ist jetzt die Antwort, jetzt werden halt linksterroristische Seilschaften und unheimliche Internationalisten und Schweiz-Hasser aufgedeckt!
Hey Orli:
1998 ist verjährt!
Geht doch nach draussen und bewerft euch mit Schneekugeln, ihr ewiggestrigen Streithähne!
Als Sozialist muss ich dem Orlando leider recht geben:
Die, wo sich (noch) heute als "Linke" bezeichnen, DIE haben die Sache der Werktätigen spätestens im 1968 an die Rechten - NICHT die Richtigen! - verraten!
Aber die Meisten von Denen waren doch auch bloss so wohlstandsverwahrloste MüettiUndVattiGoofen!
StudentInnen halt, wo damals - for 45 Years - zu mind. 98% aus "besseren" Familien stammten.
Und interessant ist eigentlich, dass sie von denen, die sie zu vertraten vorgaben, indem sie deren Sache verrieten, KEIN Unterstützung erhielten.
Damals!
Shame on them.
Und shame auch an alle diese AufRECHTEN, wo nicht wahrhaben wollen, dass die Welt etwas kompplizierter ist, als wie sie sie denn uns verkaufen wollen.
Tiger, ich sage es klar und deutlich: Dein Text ist eine Aneinanderreihung von Clichées, sehr, sehr merkwürdigen Prophezeigungen, Wiederaufbringen von uralten Dingen und durchaus Diskusssionswertem -wo soll man da anfangen?
Da ich Wochenenddienst hatte und unbedingt noch mit Sohn das perfekte Winterwetter geniessen muss, nur soviel:
Ich habe es schon öfter gesagt und bleibe dabei: Persönlich ist mir Köppel unsympathisch, aber er ist ein wichtiges Korrektiv zu den immergleichen Jammerern. Wenigstens einer weist ab und zu mal darauf hin, dass wir alle in einem der reichsten Länder der Welt leben und immer noch jammern, jammern, jammern. Diese Gier nach mehr, diese immer überwältigernde Angst davor, Besitzstände zu verlieren, sind u.U. auch Deine Antwort, fufi. Der Mensch ist, das hat die gescheiterte DDR deutlich bewiesen, nicht einer, der sich zufriedengibt. Der Mensch strebt nach mehr, auch im kleinen, verborgenen. Meine Tante aus der DDR hat sich früher von ihren Geschwistern im Westen Samenpäcklein schicken lassen - sie hat 'heimlich' einen kleinen Gemüsegarten betrieben und das Zeug an Nachbarn und Freunde verkauft. Irgendein Offizieller kam ihr auf die Spur und untersagte ihr das, weil sie ja keine Genehmigung hatte. Wenn der Mensch gesättigt ist, nicht mehr über die Elementarbedürfnisse nachdenken muss, hört dieses Streben nicht einfach auf. Es ist wichtig, dass uns allen immer mal wieder ein Spiegel vor die Nase gehalten wird, dass wir uns über die Folgen eines zweiten Sozialwerkes (Zitat von irgendjemandem aus dem Blog) klar sind, finanzielle Machbarkeit und politisch/ideologischen Unterbau gut prüfen und uns nicht einfach dem mehr/mehr/mehr-Geschrei anschliessen.
MB ist auf ihre Art und Weise genauso polemisch wie Köppel, daher erübrigt sich mMn ein Vergleich - es hat mich gewundert, wie wenig Leute darauf hingewiesen haben, dass der Artikel von Köppel nämlich sehr viel selbstironischer war als die willkürliche Zusammenstoppelung durch MB von wohlfeilen Schlagworten vermuten liess. Insofern ist mir schon klar, warum sie peinlicherweise keine Kommentare mehr annehmen konnte. Wirklich ernst könnte ich das Ganze wirklich nur nehmen, wenn das Diskussionsforum unzensiert und vielleicht sogar mit Köppel als Teilnehmer stattgefunden hätte - aber dann wäre MB ja ziemlich schnell aufgeflogen.
Schönen Nachmittag - es ist traumhaft da draussen.
Oh, und übrigens: schön, dass es wieder geht hier! Insofern, Tiger, nichts für ungut!
fufi: Men don't grow up, they just get bigger.
Carolina, mein Text war einigermassen roh und hätte sicher noch zwei Stunden Feinschliff vertragen. Manche Details sind zu fein, andere Sachen sind nur angedeutet. Das Thema mit Brüderle hätte ich ganz weglassen können (oder dann besser ausarbeiten, dass man den Zusammenhang zur Hauptthese besser sieht). Egal, das ist ein Gebrauchstext, er wird niemals in einer Schule als modellhaft auseinander genommen werden... :-)
Also, Leute, meine kleinen kinky Anspielungen stören Euch hoffentlich nicht zu sehr. Sehr harmlos. "Bedenkliche Bilder und Anspielungen"? Na mach mal halblang. Ich sehe nichts Bedenkliches, gar nichts. Kinky schon, ja, aber bedenklich? Nä.
C, MB mit Köppel zu vergleichen tut beiden unrecht. Sie sind zu verschieden, sie gehen verschieden vor.
Was ich aber hier vermisse bisher ist eine Diskussion über meine These, dass nämlich die Privatsphäre in der Auflösung begriffen ist. Ich behaupte ja gar nicht, dass ich der erste sei, der das so sagt, aber als ich es zuerst las, konnte ich wenig anfangen damit. Ja, es muss sich alles setzen, bevor es weiter brauchbar ist.
Es wäre sehr interessant, zu untersuchen, wie die Kinder das mit der Privatsphäre sehen, wie sie mit Geheimhaltung umgehen, wie mit Gemeingut und gemeinsamer Information. Dann wäre es interessant, zu untersuchen, wie das so Sachen wie (Cyber-)mobbing verändert. Wird es das in zwanzig Jahren noch geben? Wenn ja, warum, und wie könnte es aussehen?
Hochinteressante Fragen. O, wir gehen so schnell vorwärts, unsere Gesellschaft macht zum Teil in wenigen Jahren Sprünge, die früher Generationen oder länger dauerten.
ich denke nicht, dass sich die privatsphäre auflösen auflösen wird. nur diejenige jener proleten, und das werden tatsächlich viele sein, die das zulassen oder doof genug sind, sich und/oder ihre kinder öffentlich unbedacht zu stellen. und dazu noch vergessen, die häkchen richtig zu setzen. viele jugendliche (so vernimmt man) hat ja auch langsam genug von facebook & co., wenn auch aus anderen gründen.
probleme sehe ich in der datenverknüpfung: wenn mein cumulus-archiv mit meinen einwohner-meldedaten, meiner krankengeschichte usw. ergänzt wird und gleichzeitig irgendeine it-panne stattfindet, die irgendwelche daten eines unbekannten mit meinen vermischt. beispiel: das datenchaos in moneyhouse. oder die vielen stümperhaften it-versuche der öffentlichen ämter. und dann kommt irgend ein amateur und meint, mich profilen zu können aufgrund dieser daten.
in 20 jahren wird man sehen, was bestand hat und was zeitgeist war.
der tag war tatsächlich traumhaft, hab's bis ins tösstal geschafft (falls diese information jemand archivieren will ;-).
Strehles politische Machenschaften, seine Schriften und seine Haltung, die er als Journalist einnimmt, sind ganz sicher keine Privatsphäre!
Sonst wäre Alexander Müllers Tweet eben auch Privatsphäre gewesen.
Das Unterscheidungskriterium ist, wenn man die Technologien von heute und vor 30 Jahren vergleicht, dass wir sehr schnell öffentlich sind. Was wir alle hier tun, ist öffentlich, nicht privat. Die Bereiche des öffentlichen sind grösser geworden, schneller erreichbar, und die öffentlich vorhandenen Spuren, die wir hinterlassen, sind besser archiviert, können also einfacher nachverfolgt und aufgesucht werden.
Die Kernthese aber, dass öffentlich und privat verschmilzt, oder dass die Privatsphäre sich auflöse, ist genau falsch.
Ich bin ganz bei marcus. Das Leben ist kein Computerspiel. Wenn eine Frau feuchtsexye Partypics von sich auf einem sozialen Netzwerk veröffentlicht und sich ein Jahr später bei einer Schule als Lehrerin bewirbt und mit Hinweis auf die Bilder nicht eingestellt wird - dann ist sie selber schuld.
Ich finde ja auch die typische FB-Userin (ja, es sind vor allem Frauen!), die ihr Leben mit 100 "Freunden" teilen muss, es sozusagen synchron dokumentieren muss, reichlich bescheuert. Man fragt sich, wie einsam und unsicher diese Leute sind. Was heisst eigentlich "sharen", "austauschen"? Doch nicht mit Kreti und Pleti! Wer hat 100 Freunde aber keinen richtigen? Und wenn ich schon miterlebe, wie gewisse Leute ihre PRIVATEN Probleme, z.B. Beziehungsprobleme, auf FB festhalten oder allgemein ihre Stimmungsschwankungen ungefiltert in die Weiten des sozialen Netzwerks abladen, dann bin ich peinlich berührt.
Wahrscheinlich wird sich das von selber selektionieren. Diese blumenkinderhafte Alles-Teilen-Utopie, das kollektive Miteinander, welche FB verkörpert, wird sich als der Hort für die Dummen und Zurückgebliebenen überleben, während sich die guten Nebeneffekte sozialer Netzwerke (Vernetzung, Interest Groups, bürgerrechtliche und ökonomische Gruppenbildung, Trendsetting, Agendasetting, Plattform für kommerzielle Angebote) an anderen Orten auf spezialisierte, nüchternere, professionellere Weise vollziehen werden.
Und wer weiss: Wo wir uns, wie wir das hier schon tun, einen Alias zuzlkegen, um unser richtiges Leben besser zu schützen.
Derjenige, über den man via Internet nicht sehr viel herausfindet, wird dannzumal als smart, sophisticated und interessant erscheinen.
Marcus, habe Sie jetzt gerade mal mit meinem youtube/google account verlinkt, Ihre Buchempfehlungen 'geadded' und Sie noch auf der Wetter-app als Zielort hinzugefügt - Tösstal gibt es da gar nicht....
Tiger, ich schliesse mich marcus vollumfänglich an. Wir sind natürlich alle keine Propheten (hätte man uns allen vor 20 Jahren gesagt, wie die digitale Welt heute aussieht, hätten wir nur die Augen gerollt), aber ich glaube an zyklisches Verhalten: das allermeiste, das wir für neu halten, hat es längst schon gegeben - natürlich jeweils in seinem zeitlichen (bzw zeitgeistigen) Zusammenhang. Die Menschheit scheint immer nur in kleinen Schritten lernfähig zu sein - und dann auch nicht nachhaltig. Bis vor kurzem galt ich fast schon als Freak, weil ich professionell und privat nie auf Fb zu finden war. Jetzt fragt man mich und meine Kollegen, ob uns irgendein Schaden ereilt hätte dadurch, dass wir nicht auch auf diesen Zug aufgesprungen sind. Soweit feststellbar, definitiv nicht. Meine (älteren) Kinder haben die üblichen Dummheiten gemacht, distanzieren sich aber immer mehr davon und berichten dasselbe von ihren Kollegen. Twitter scheinen immer mehr für total blöde zu halten. Und so ergeht es mir wie Marcus: die Verlinkung der persönlichen Daten und unser Nicht-Einfluss darauf scheint mir das grösste Problem. Aber ich bin absolut, 100%ig überzeugt davon, dass in 10 oder 20 Jahren die Dinge eher konservativer und mit mehr Vorsicht gehandhabt werden.
Auf das Thema Cyber-Mobbing reagieren meine Kinder so, wie sie auf reales Mobbing reagiert haben, nämlich mit brutaler Offenlegung. Sie waren beide bei den Pfadis und haben sich eine Art Pfadi-Ehre zugelegt, die Mobbing gleichwelcher Art nicht zulässt. Da sind sie gnadenlos - und ihre Kollegen auch. Es könnte durchaus passieren, Tiger, dass du von ihnen eine aufs Maul bekämst, wenn du so einen anzüglichen Seich wie da oben über sie schreiben würdest (by the way: was ist 'Atemreduktion'?).
Tiger, Du brauchst über Brüderle gar nicht mehr zu schreiben - Du veranschaulichst hier sehr schön, wo für meine Begriffe die Grenzen zwischen Anzüglichkeit (für das halte ich B's weinseliges Verhalten nämlich) und Sexismus liegen (nämlich in einem sexuellen Kontext Frauen zu erwähnen, die Dich schon mehrfach darauf hingewiesen haben, dass Du sie bitte nicht mehr ansprichst).
Hey marcus
WENN wir schon beim Datensammeln sind:
WOHIN im Tösstal hast du's geschafft?
Ein Tösstaler Ureinwohner!
"das allermeiste, das wir für neu halten, hat es längst schon gegeben - natürlich jeweils in seinem zeitlichen (bzw zeitgeistigen) Zusammenhang" - ich stimme nicht zu, was Dich sicher nicht verwundert, da ich meine Ansicht schon einmal geäussert habe. Was im Moment geschieht, ist NEU. Die Entwicklungen, die das Internet mit sich bringt, sind nicht zu vergleichen mit denen anderer technischer Umwälzungen, etwa der Motorisierung oder dem Bau der ersten Flugzeuge. Wir haben hier etwas qualitativ vollkommen Neues, etwas, was die Menschheit ganz grundlegend verändert. Wenn Katharina immer mal wieder von Transhumanismus anfängt, dann ist sie genau in diesem Groove. Im Moment geschieht etwas, was in der ganzen Menschheitsgeschichte nicht geschehen ist, auch nicht annähernd. Jeder kann zu fast jederzeit in Echtzeit mit jedem anderen kommunizieren. Klar, noch sehr viel unserer Lebenswelt funktioniert analog und so wird es bleiben bis auf weiteres. Aber: Das Digitale kommt dazu und verbessert, revolutioniert, ersetzt immer grössere Teile unseres Lebens. So, wie wir uns die Gegenwart vor zwanzig Jahren nicht vorstellen konnten (oder nur begabte Futurologen konnten das, und sie lagen öfters falsch als richtig), so wird unser Leben in zwanzig Jahren total anders sein als das heute. Wie? Fragt mich nicht. Ich habe KEI NE Ahnung.
C, ich bin auch nicht auf FB. Ich war drauf, bis vor zwei Jahren, während zweier Jahre oder so, dann habe ich mich verabschiedet. Ich bedaure es nicht. Mit Twitter hatte ich auch nichts am Hut, ich habe ein Konto zur angelegentlichen Unterhatung. Schreiben drauf tu ich nichts. Mein Google-+-Konto scheint sowieso irgendwie öffentlich zu sein, jedenfalls hat es Zeugs drauf, das ich da nicht hingepflanzt habe. Das ist mir sehr egal.
Bitte, C., jeder weiss, dass mein Geschreibsel nur zur Ilustration da war, insoweit es kinky war. Niemand denkt, ich wisse hier mehr und hätte gerade etwas ausgeplaudert. ("Atemreduktion" ist der Kick, den gewisse Leute daraus ziehen, wenn sie beim Sex gewürgt werden. Keine Ahnung, wie das funktioniert. Scheints hat Sauerstoffmangel im Gehirn gewisse anregende Funktion.) Ich habe Deinen Namen verwendet, damit ich einen uns bekannten Namen verwenden konnte. Das ist alles. Jetzt MACH DIR NICHT IN DIE HOSEN, das macht mich jetzt ziemlich hässig. Und meine Töchter sind Kinder, Ihr alle aber nicht, also gehe ich davon aus, dass Ihr unterscheiden könnt zwischen Realität und Fantasie.
'Jetzt MACH DIR NICHT IN DIE HOSEN, das macht mich jetzt ziemlich hässig' - es macht DICH hässig, dass ich es wage, auf Deine 'Illustrationen' hinzuweisen? Hallo?
Ich gehe jetzt mal ins Bett und überlege mir, ob ich mich eigentlich beleidigt/verletzt/angemacht/mental vergewaltigt fühlen soll - Deine ILLUSTRATION von einer an erotic asphyxiation 'leidenden' Carolina ist schon, ähem, atemberaubend blöde - geddit?
nana, tigri, du arbeitest in dieser branche, deshalb nimmst du die veränderungen vielleicht etwas euphorischer wahr als andere. aber mit industriellen revolutionen, gesellschaftlichen und technischen veränderungen usw. haben wir in den letzten zwei/dreihundert jahren nun doch etwas erfahrungen gesammelt, sodass wir diese erneute technische dynamisierung hier etwas weniger dramatisch einstufen. mehr optionen, schneller, globaler, andere nutzen und gefahren, neue rechtsnormen und verhaltensweisen – klar. aber auch der zukünftige mensch wird primär sein physisches leben leben und sein second life nur pflegen, soweit er will, zeit dafür aufbringen kann und es sich überhaupt lohnt. tendenziell wird sich nur durchsetzen, was kommerziellen nutzen hat (umsatz oder kostenersparnis).
könnte es nicht auch sein, dass durch den sich überschlagenden technologischen wandel sich zu gravierende qualitätsprobleme zeigen? vielleicht kommt ja mal ein asteroid in erdnähe, dann sehen wir, wie stabil die gps-angaben wirklich sind. oder sich auch viele nutzer überlegen, ob sie überhaupt jedes jahr den releasewechsel machen sollen?
und für fufis geheimes datenarchiv: in neuthal gibt's mehrere fotogene wasserfälle, besonders im winter. aber saukalt war's am frühen sonntagmorgen.
@C.: Ich habe es immer gesagt: doof ist das richtige Wort. Und wenn alles sowieso schon angedooft ist, entgleist er zuverlässig in noch dööfere doofheit.
@marcus: es gibt zwei Möglichkeiten:
1) Man ist ein hegelianisch-dialektischer Fortschrittsgläubiger und sieht die Entwicklungen vor allem der letzten drei Jahrhunderte als ein stetes Progressieren zum Besseren hin (Geschichte als Pfeilbewegung, oder meinetwegen spiralförmig gerichtet, mit einem nicht näher definierten Ziel). Mithin muss man zu diesem Zweck alles, was gestern war, als minderwertig im Vergleich zum Heute und Morgen interpretieren, sonst macht diese Dynamik ja keinen Sinn. Der Nachteil dieses Zeit- und Gescichtesberständnisses ist naive Zukunftsgläubigkeit (vor allem was die Technologien anbelangt), die wiederum sehr stark an die Heilserwartungen theologischer Natur erinnern.
2) die pragmatisch-konservative Beziehung zu Zeit: Es gibt ein Zentrum, es gibt Wahrheit und es gibt eine göttliche Zeit. Die bewegt sich nur sehr langsam vorwärts. Die Welt ändert sich, aber die Menschen bleiben (zum Glück!) gleich. Die Veränderungen (Verbesserungen?), die wir zumal im 20. Jahrhundert erlebten, sind Veränderungen an der Oberfläche - nice to have, aber nicht aus sich heraus sinnstiftend. Der Mensch bleibt ein sinnsuchendes Tierchen. Er wird von seinen Emotionen regiert und mikroskopisch kleine Käfer sowie die unzulängliche Funktionsweise seiner Körperorgane und seines Stoffwechsels machen ihn sehr verwundbar. Und seine Ängste erst...!
Was ist das iPhone gegen unseren Geschlechtstrieb?
Der 1) anhängende Mensch möchte Gegensätze zum Verschwinden bringen, möchte sie vereinen, Grenzen (des Ich, des Körpers, der stofflichen und vor allem der sozialen Welt) überschreiten, um dem Ziel näher zu kommen. Er begreift sich als Teil des (technischen Fortschritts), als Teil der steten Veränderung. Die Zeit, die Geschichte, die Welt, das Leben verändert ihn.
Der 2) anhängende Mensch respektiert die Grenzen, die göttliche Ordnung, er versteht sich als (bedingter und bedingender) Teil dieser Ordnung, er überwindet sich selber (!), indem er schafft, indem er seine Werkzeuge nutzt. Er schafft neue Werkzeuge, um die Welt, die Zeit, die Geschichte, das Leben zu beherrschen. Für die läppischen 70 oder 80 Jährchen, die er hat.
Das ist der alles entscheidende Unterschied!
geddit. Carolina, ich wollte ein Bild bringen, das so offensichtlich daneben ist, dass sich niemand darüber Gedanken machen könnte, ob etwas dabei sei. Es ist etwa so, wie wenn man als Illustration des Bundeshauses ein Bild vom Woodstock-Festival brächte. Danebener ginge es kaum.
Also: ich habe Dich in keinster Weise beleidigen wollen, wenn Du Dich beleidigt fühlst, dann tut es mir leid. Ich hoffe, Du fühlst Dich auch ein bisschen amüsiert und informiert. Das hätte ich erreichen wollen.
O, sorry, aber Du bist hier total auf dem falschen Dampfer. Weder die erste noch die zweite Beschreibung trifft zu. Dein grosses Missverständnis ist, dass ich diese Gegensätze, diese Unterschiede überwinden WILL. Will ich gar nicht. Es ist allerdings total egal was ich will. Es geschieht einfach. Es gibt auf der Welt einige hundert Millionen Menschen, die an der Zukunft werkeln, ernsthaft, und hier hat ein einzelner wie ich gar nix zu sagen. Jeder ist ersetzbar.
Der Mensch zweiter Sorte wird aber von den Entwickungen überrollt werden, überrascht. O, wenn Du mir nicht so egal wärst, dann würde ich Dich bedauern. Du bist ein überkommenes Modell. Obsolet.
Jetzt erst gelesen: die Synopsis von Philipp Tinglers neuem Buch ''Wie frei sind wir noch? Eine Streitschrift für den Liberalismus" in der Weltwoche - warum nur in seinem 'eigenen' Tagi dazu noch nichts erschienen ist? Ganz besonders angetan hat es mir das 'Gegensatzpaar Freiheit und Tugend (als moralisch aufgeladener Wert)............, ......auch zur Abgrenzung der Zielsetzungen von klassischen Konservativen und Neokonservativen benutzt: Konservative wie Thatcher und Reagan waren durchaus keine Fundamentalisten; sie hatten zwar gesellschaftskonservative Werte, aber diese beeinflussten nie im Sinne von Organisationsprinzipien oder ideologischen Mandaten ihr politisches Handeln ....... Thatcher und Reagan sprachen sehr viel öfter von Freiheit als von Tugend oder Tugendhaftigkeit. Beide sahen die Aufgabe des Staates vor allem darin, seine Bürger so weit wie nur möglich in Ruhe zu lassen.'
Ich bin mir nur nicht sicher, ob die meisten Bürger heute noch in Ruhe gelassen werden möchten - man schaue sich nur mal die Forderungen an, die an den Staat gestellt werden (siehe z.B. die letzten zwei Threads im MB). Nur allein schon das Wort 'Selbstverantwortung' wird als Unverschämtheit aufgefasst, jeder, der über seinen Tellerrand hinausdenkt und vielleicht (!) zu anderen Schlüssen kommt als eine personifizierte Klagemauer, muss sich warm anziehen und sich Unterstellungen wie 'gegen die Familie', 'gegen Frauen', 'reich und gierig', 'Abzocker' etc gefallen lassen. Es wird sozusagen völlige Unterwerfung unter eine 'pietistische Empörungsmachinerie' gefordert. Tingler wundert sich denn auch (und hier landen wir wieder bei Tigers CB): '... Das Internet ist ein schnellebiges und unstetes Medium; das Eigentümliche und zugleich Bedenkliche an ihm jedoch ist die Gleichzeitigkeit von technischem Fortschritt und antiquierter Moral......' (damit wird die Tatsache angesprochen, dass heute jeder (Schein-)verstoss gegen eine von den neuen Medien perpetuierte Moral mit Rücktritt oder schlimmerem geahndet wird.) Tingler sagt mit Recht, dass Brandt, Kennedy und alle frz Präsidenten wohl nie so weit gekommen wäre, hätte es damals schon das Internet gegeben.
O, ich ziehe daraus den Schluss, dass Ihre Variante II die einzige ist, die uns vor dieser Pseudomoral und Riesenheuchelei bewahren kann.
Liest Euch das mal durch und überlegt Euch nochmals, was Ihr so denkt.
Ihr seid schon alle verdammt blauäugig. Und MICH nennt Ihr naiv.
Hmm, Carolina, ich müsste genauer wissen, was Tingler mit "neuer Moral" meint. Wahrscheinlich lese ich es gleich heute Abend nach :-)
Übrigens Tipp für sie im gleichen Heft: Clare Foges, die Redenschreiberin Camerons, die vor sechs Jahren noch Icecream verkaufte.
Freiheit vs Sicherheit - ja, es wird einem schnell vorgeworfen, man habe einen falschen Freiheitsbegriff. Nur der umsorgte, abgesicherte, mit allem möglichem ausgestattete, versorgte, in Watte gepackte Mensch sei frei. Weil er sich dann um seine Bedürfnisse keine Sorge mehr machen müsse, sondnern sich ganz in seinem Willen entfalten könne. Das halte ich für einen Irrtum. Ich habe eine etwas andere Auffassung von Freiheit. Ich habe das mit meinen Nietzsche-Eskapaden zu verdeutlichen versucht: Autonomie, nicht abhängig sein von anderen Menschen (ils sont l'enfer, n'est-ce pas?), selber die Kraft aufbringen, Veränderungen herbeizuführen, selber die Verantwortung tragen (und das Risiko), wenn man auf die Schnauze fällt, und nicht den Eltern, einer Gesellschaft, dem System, den Umständen, einem ungerechten Schicksal, Gott oder wasweissich.
Sätze wie die Tigris (15.32) weisen auf Nihilismus im fortgeschrittenen Stadium hin. Eine Art Sehnsucht, aufgehen zu wollen in einem grösseren Ganzen, das mächtiger und stärker ist als die eigene individuelle Existenz. Ein Gras im Wind sein. Ein Staubkorn im Wind. Insignificant.
Die Postmoderne ist auch nur ein vorübergehender Zustand. Selber schuld, wer sich drin verirrt.
Schönen Abend.
Nihilistisch? Was hast Du gegen Nihilismus? Und sowieso, das ist nicht nihilistisch, das ist einfach realistisch. Du hingegen gibst Dich Träumen und Schäumen hin indem Du Deine Augen vor der modernen Welt verschliesst.
Deine behauptete Realität ist ein Sog von Strudeln ewiger Gegenwart. Du verirrst, du verlierst dich darin, verlierst dich und jede Kontrolle - deine "moderne Welt" verschlingt dich, zerkaut dich, verschluckt dich, verdaut dich, und scheidet was übrigbleibt aus. Du bist ein Exkrement deiner Moderne.
Ich dagegen übe Herrschaft aus.
Tiger, im gleichen Masse, wie Du uns blauäugig nennst, kann man Dich den ewigen Pessimisten und Fatalisten nennen - diese Diskussion hatten wir ja schon öfter. Und es passt, finde ich, nahtlos zu der Frage, die ich oben aufgeworfen habe (das ewige Jammern und Rufen nach dem Staat, nach Obrigkeit, nach Lenkung). Letztlich ist die daraus resultierende Unfreiheit das, was uns einengt - da hilft nur, die Kontrolle über das eigene Leben zu übernehmen und sich jeder Fremdbestimmung zu erwehren. Das heisst natürlich nicht, dass wir alle im luftleeren Raum herumdödeln sollen - aber es ist die einzige Methode, die ich kenne, dem eigenen Leben Sinn zu geben: die Verantwortung zu übernehmen, erst mal im kleinen, dann im grossen - nur das beschert Erfolgserlebnisse und lässt uns wachsen.
PS, Tiger: Apology accepted - vielleicht solltest Du aber die einschlägigen Magazine ganz genau beobachten, ich könnte ja eine verkappte Hobby-Journalistin sein ;-)) Heutzutage weiss man nie!
Tigri... der Tagi und New Technologies..... also bitte, da ist ja das PC Tipp Heftli der idg besser.
Ich wette mit Dir dass der Tagi ganz schleunigst das Raytheon Ding einkaufen will, damit sie ihren ganzen nordkoreanischen Gesinnungsterror im ‚Kommentarwesen‘ automatisieren können. Ist ja schon halb automatisch aber deren IT ist erstens unterbesetzt und nicht gerade die hellsten des Metiers. Zudem schrauben da welche eigenmächtig daran, wer rein oder ran darf, ohne dass die Redaktion das mitbekommt, ausser dass dann die Anzahl Kommentare plötzlich gegen Null geht.
Vielleicht postet dann der Code Monkey, der das Super Duper Geheime (LOL!) Teil bei Newsnetz installieren muss, eine Supportanfrage im PCtipp, so wie das ja bei der Installation von Wordpress geschah, weil sich das halt mit dem Content Management System (Content Advisor Anthrazit) nicht so einfach verlinken lässt. Die alten Scripts von vor Wordpress Zeiten laufen immer noch mit, auf der Präsentationsschicht (also im HTML Code). Dass das sich weder mit der Datenbank des CMS noch derjenigen von Wordpress verträgt haben die wohl nicht geschnallt.
Das Raytheon Ding ist übrigens etwas das es schon lange gibt. jeder Code Monkey in Indien kann ein kleines Skript machen, dass Geodaten und Facebook Posts verknüpft.... Welcher Idiot gibt auf Facebook seine Geodaten bei jedem Post an, bzw lässt diese Funktion über die Iphone App einfach zu (also die automatische Übermittlung der gps Daten bei jedem Facebook Post.
Was sicher ist: Indische Code Monkeys werden sicher weniger die Zukunft prägen als sie in ihrer derzeitigen IT Guru Hype uns weismachen wollen, gerade was Privatsphäre betrifft. Es spricht sich langsam in der Projektmanagement Gemeinde herum, dass diese billigen Kräfte in der Schnellbleiche gebaut wurden. Vor allem etwa bei Anstellungsgesprächen, wo regelmässig einer wieder steif und fest behauptet, den SQL Befehl DELETE gäbe es nicht. Drum liegt der Datenschrott ja auf irgendwelchen Clouds in den Nebeln des Ganges herum.
Dass das Rote Pest Blatt Tagi drauf anspringt wie ein dressierter Hamster auf Entzug, um das Orwellianische Glasbürger Melodram made in the USA neu aufzulegen, ist ja klar. Dass das Berner Politbüro schon jahrelang fichiert, ganz altmodisch ohne hih tech, verschweigen die ja geflissentlich.
"Rote Pest Blatt" - I like!
Ach, Kat, halblang. Ein Viertel der Aggression reicht auch.
Die These vom Untergang der Privatsphäre ist übrigens beileibe nicht meine. Ich bin hier nicht der Verursacher davon, ich bin nicht der, der zuerst die Idee hatte, ich bin nicht einmal einer, der besonders viel Eigenes hinzugefügt hat. Die These ist eigentlich ein alter Hut. Wenn ihr sie bekämpft, dann denkt ja nicht, Ihr bekämpftet damit eine These des Tigers. Ich versteh Euch ja, der Tiger ist irgendwie doof und seine Ideen müssen bekämpft werden. Nein, ich sitze auf den Schultern von Riesen.
Der Satz "ein Sog von Strudeln ewiger Gegenwart" klingt ja toll. Nur weiss ich nicht, was er mir sagen will. Dass ich in einer Welt lebe, die nicht viel Wert hat? Und dass Du, O, in einer wertigeren lebst? Naja, lass uns in zehn Jahren zurück kommen und schauen, wer von der Gegenwart überrollt wurde, aber dachte, das würde ihm sicher nie geschehen. ICH werde es garantiert nicht sein (weil ich Letzteres nicht erwarte).
Dass man aus dem Tagi nicht sehr viel über Technologie lernen kann, ist klar. Im Allgemeinen.
Haha, glaub mir Tigri, wenn einer weiss, dass der Überbringer der schlechten Neuigkeit von jenen gern gesteinigt wird, die diese nicht ertragen, dann bin ich das!
Keine These hier ist originär von einem von uns erfunden worden, denke ich. Du kannst also aufhören, jetzt alles persönlich zu nehmen. Ich bekämpfe deine Thesen weils sie mir geläufig sind und ich sie für grundfalsch halte, aber nicht weil du doof bist. Das hat damit nichts zu tun.
Ich gehe davon aus, dass wir in derselben Welt leben. Sie nur unterschiedlich interpretieren. Mit Wertigkeit hat das schon grad gar nichts zu tun, eher mit Verblendung und absichtlicher Ignoranz von deiner Seite. Will sagen: Die Unwahrheit sagen obwohl man es eigentlich besser wissen müsste. Die totalitäre Versuchung ist ein Gräuel und es erstaunt, wie selbst gebildete und intelligente Menschen (wie etwa Strehle) ihr erliegen. Dabei spielt es keine Rolle ob die Annihilation des menschlichen Geistes, das herbeiersehnte Aufgehen seiner Individualität in einem kollektiven Grösseren, durch einen autoritören Staat, durch psychotrope Substanzen, durch die Allmacht der Technologie oder durch pure Lust an der Selbstzerstörung geschieht.
Und damit du's ganz genau verstehst: Lies nochmal die Varianten 1) und 2) durch. Da ich der zwoteren anhänge, kann ich von keiner Gegenwart, keiner Welt, keiner gesellschaftlichen, psychischen oder geschichtlichen "Notwendigkeit" überrollt werden, wie du das formulierst.
Wie gesagt, ich übe Herrschaft aus. Ich bin das einzige, das mich überwinden (-rollen) kann ;)
Das war nicht Kat, sondern Carla Brunis shaved pussy, die sich nun im verschneiten Tösstal einen abfriert.
Die kann schreiben? Staunstaun.
Ich bin in Bern heute, mit Schuhen wie Slicks, ich wäre schon 10 Mal fast ausgeschlipft... aber nur fast... wie auch immer, heute Abend treffe ich noch eine Freundin und dann geht's heimzu.
Orlando, ich glaube einfach nicht, dass wir irgend einen Einfluss hätten. Ich bin Pessimist. Zutiefst. Capish?
@Motztüte
Ach die arme kleine Carla!
Hätte sie doch bloss bei uns geklingelt, wir hätten ihr schon eine warme Ovi gegeben, zum Aufwärmen.
Und fufine hätte ihr sicher ein Thermohöschen und einen Frottéemantel geliehen.
(lässt sich ja wieder reinwaschen!)
Was wiedermal beweist: Haare machen Leute! :-D
Anders gesagt: the hairyer the merrier!
@C.: schreibt man hairyer oder hairier?
Hairy question, indeed, indeed.
Im Zweifelsfall rasieren.
Hab heute im Blick von gestern Abend was gelesen:
Ein Köppel von heute ist (so viel) schlimmer als ein Strehle von vorgestern!
RIGHT!
Und dass das Rasieren eine politische Frage ist, musste ich auch lernen neulich. Sowas.
Ah ja, ich guck grad Lincoln (Internet-Raubkopie sei Dank), nicht schlecht. Der Mann war tatsächlich ein Mensch...
Die politischen Machenschaften, das publizistische Wirken und der persönliche Umgang des Andreas Strehle mit Exponenten des linken Unterallersaugrundes ist keine Privatsache - und das wird jetzt verhandelt-
Und nicht ob man Köppel oder Strehle persönlich sympathisch findet. Mit Privatsphäre hat es schon grad gar nichts zu tun.
Strehle ist mit der ganzen Macht seiner Blattes auf einen doofen Twitterer losgegangen und hat ihn öffentlich hingerichtet. Das hat Andreas Strehle als Chefredaktor zu verantworten.
Jetzt wird das eben hinterfragt. War denn dieser Strehle immer so ein Sonntagsschüler und Musterknabe? Das hat mit Köppel nichts und wieder nichts zu tun.
Morgen in der Weltwoche: "Der süsse Duft des Terrorismus", zweiter Teil.
Strehles Vergangenheit - die mir im Grunde schnurzegal wäre, wenn er nur nicht täglich ein so verlogenes Scheissblatt verantworten würde - holt ihn jetzt ein. Das ist nur richtig und geschieht ihm recht.
Aber @Tigri: Hast du denn nicht den Spot auf den DVDs gesehen, wo eine Frau mit Kindern mit Zahnlücken vor dem Gefängnis "Happy Birthday" singen für ihren Papa, der auch die nächsten Jahre noch sitzen wird, wie die Mama durchblicken lässt, weil er Raubkopien angefertigt hat?
Oder jener andere Spot, bei dem in tanzenden Lettern gefragt wird "you wouldn't steal a handbag", "you wouldn't steal a car" etc. und dann auch eine Gefängnistür einklickt "Downloading pirated filma is stealing - stealing is a crime".
Haha, Tigri hinter Gittern.
Orlando: hairier.
Nix da hinter Gittern. Hierzulande ist kopieren und kopüiertes Zeugs konsumieren erlaubt. In Theutscholando ist das anders.
Ich merk erst jetzt: Das ist etwas, was ich über die Schweiz weiss, was Orlando nicht weiss.
Hahaaaa! Wer ist jetzt der Schweizer von uns? Wer, hä?
*Geste des beidhändigen, raumgreifenden Umrührens in einem grossen, grossen Fonduecaquelon*
Du bist der Schweizer, Tigri. Du bist der Schweizer.
*facepalm*
Kommst im Morgenrot daher!!!!
Pervers.
http://www.spiegel.de/schulspiegel/schulen-in-mississippi-betreiben-schule-gefaengnis-
pipeline-a-883006.html
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