Samstag, 26. Juli 2014

Fufi ist Christ

Fufi ist gegen jede Art von Gewalt als Mittel um die eigenen Interessen durchzusetzen.
Ok, DA sind viele mit fufi einverstanden.
So lasst uns also mal alle gemeinsam in den Spiegel schauen, ja?

Und Fufi ist ganz besonders gegen jede religiös motivierte Gewalt. Und er ist ganz ganz besonders gegen "religiöse" Gewalt wo bloss irgendwelche kulturellen Eigenarten durchsetzen soll.
Und ganz absolut besonders ist fufi gegen politische Gewalt die "religiös" begründet wird.

Und weil fufi wie bereits gesagt Christ ist, kann, darf, will und muss er sich denen widmen, die sich ebenso als solche bezeichnen tun.
Und das hat er getan!

Hier also der 2te und letzte Teil des 3tten und letzten Teiles:

--------------------------------------------------


Christus ist Jesus

a) Der Gekreuzigte: Gott

Zeichnet sich das Christentum unter den Religionen schon aufgrund seiner Struktur durch Schwachheit aus, so noch viel mehr von seinem Inhalt her. Ein Glaube, dessen grundlegendes Bekenntnis darin besteht, dass in diesem Menschen Jesus Gott selbst sich geoffenbart und also Gott selbst sich am Kreuz hat hinrichten lassen, kann sich seiner Umwelt gegenüber ganz einfach nicht als intolerante und arrogant-rechthaberische Religion präsentieren. Auch und gerade in der interreligiösen Begegnung wird sich ein Christ stets vor Augen halten müssen, dass es Vertreter derjenigen Religionsgemeinschaft waren, der Gott in seiner menschlichen Gestalt selbst angehörte, welche unter dem Vorwurf der Gotteslästerung seinen Tod forderten.  Ebenso seien hier auch diejenigen, die Jesus Christus vornehmlich als Weltherrscher und eschatologischen Richter zu verehren und zu 'Himmel und Hölle'-Spielen zu missbrauchen pflegen, wieder einmal daran erinnert, dass es sich dabei um keinen anderen handelt als um denjenigen, der um der Welt und der Menschen willen sein Kreuz auf sich genommen hat. 
Die Beziehung eines glaubenden Christen zu seiner Umwelt lässt sich folglich auf die paradox klingende Formel bringen, dass seine Fähigkeit zu Toleranz gegen aussen direkt von seiner Intoleranz gegen innen abhängt: Je kompromissloser er an seinem Glauben und dessen fundamentalen Dogmen festhalten wird, desto freier, offener und undogmatischer wird er seinen Mitmenschen begegnen können.


b) Die Botschaft: Evangelium

Schon die Bezeichnung, unter welcher der christliche Glaube das Christusereignis zusammenfasst, zeigt, dass dessen Verbreitung und die Form seiner religiösen Manifestation keinesfalls von Intoleranz geprägt sein kann: Einem euaggelion mit Gewalt Beachtung verschaffen zu wollen, ist schierer Unsinn.
Die Christenheit muss allerdings von allem Anfang an davon ausgehen, dass die Umwelt ihre Verkündigung nicht in diesem Sinne wird verstehen können, sie wird dies bedauern, aber sie wird nicht versuchen wollen, ihre Mitmenschen zu ihrem Glück zu zwingen. Bloss wird sie sich hoffentlich bemühen, ihre Botschaft noch überzeugter, überzeugender und inhaltlich angemessener, mit Blick auf die herrschenden Zustände: jedenfalls etwas fröhlicher auszurichten.


c) Die Forderung: Feindesliebe

Was immer die radikale Forderung der Feindesliebe an Fragen bezüglich ihrer Praktikabilität aufwerfen mag, nimmt man sie von ihrer Kehrseite her in den Blick, so wird jedenfalls deutlich, dass sie keinerlei Differenzierung des eigenen Verhaltens je nach dem Gegenüber zulässt: Es gibt nicht die geringste christliche Legitimation, einem Nichtchristen anders entgegenzutreten als einem Christen, jener verdient dieselbe Achtung, ja dieselbe Liebe wie dieser auch. Ein Christ hat keinen Menschen nach seiner Religion zu beurteilen, sondern er soll im Umgang mit ihm, als minimalster Form der Liebe, zumindest eine tolerante Haltung einnehmen.


d) Die Zukunft: Reich Gottes

Die Christen haben bezüglich der Aufrichtung des Gottesreichs nur einen, dafür einen ganz klar definierten Auftrag, der dahingehend lautet, sie sollen um sein Kommen beten. Weiter haben sie in dieser Sache nichts anderes zu tun, als dieses sein Kommen der Welt anzukündigen, indem sie ihr das Evangelium predigen.
Die Christenheit wird sich demnach nicht bemüssigt fühlen dürfen, der Verwirklichung des Gottesreiches in der Welt auf eigene Faust etwas nachhelfen zu wollen. Sie ist weder fähig noch beauftragt, die ganze Welt zum Glauben zu bringen (doch bestimmt eher: zu zwingen), noch irgendein politisch-religiöses Staatsgebilde zu installieren, das auch der unverbesserlichste Sympathisant nur als billige Karikatur eines Reichs Gottes zu bezeichnen vermöchte.
Hält sie sich aber an diese Vorgaben, dann wird die christliche Welt wohl oder übel warten und beten müssen, dass Gott sein Reich selbst aufrichten werde. Vorher hat sie ihr Verhalten nach der paulinischen Trias 'Glaube, Hoffnung, Liebe' zu richten, und sich vielleicht daran zu erinnern, dass die grösste dieser drei die Liebe sei, und dass diese keine, auch keine religiösen Grenzen anzuerkennen gewillt ist.


Allversöhnung?

Mit dem Thema der Allversöhnung ist ein ziemlich delikates Problem angesprochen: Nicht nur, dass der Begriff verdächtig nach Indifferenz und Libertinismus klingt , viel schwerer wiegt die Tatsache, dass ihre Verurteilung als Häresie einen der wenigen Punkte darstellt, worin alle christlichen Konfessionen übereinstimmen. Wer sich darauf einlässt muss also befürchten, auf theologisches Glatteis zu geraten, zumal sie sich vom Neuen Testament her nicht ausreichend begründen lässt. Gleichwohl halte ich sie durchaus für vertretbar und sachgemäss, lassen sich doch gewichtige systematische und auch biblische Argumente zu ihrer Unterstützung angeben, deren einige ich abschliessend kurz skizzieren will.
In erster Linie ist auf hier auf das Bekenntnis zur Allmacht Gottes zu verweisen, welches mit Blick auf seinen universalen Heilswillen (1Tim 2,4) zu dieser Behauptung führen muss, welche sich zweitens ebenfalls aus der Endgültigkeit und der universalen Geltung des Heilsgeschehens in Jesus Christus ergibt. Und drittens lautet auch der Missionsbefehl nicht etwa, sich an einen kleinen Kreis von Auserwählten zu richten, sondern das Evangelium der gesamten Menschheit zu verkündigen: "Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium allen, die erschaffen sind!" (Mk 16,15).. Nun kann jedoch nur eine Tatsache verkündigt werden, die für den Adressaten zwar schon Gültigkeit hat, worüber er aber erst noch informiert werden muss, was nichts anderes bedeuten kann, als dass die ganze Welt in Jesus Christus tatsächlich mit Gott versöhnt worden ist und sich nun im Zustand der Versöhntheit mit ihm befindet (vgl. 2Kor 5,21).

Schliesslich darf nicht übersehen werden, dass Kol 1,20, immerhin auch Heilige Schrift, expressis verbis vom friedensstiftenden Kreuzesblut Christi spricht, das die Versöhnung Gottes mit allem, sei es im Himmel oder auf der Erde, erwirkt habe.


In diesem Sinne möchte ich das letzte Wort gerne Karl Barth überlassen: 

"Das ist sicher, dass es kein theologisches Recht gibt, der in Jesus Christus erschienenen Menschenfreundlichkeit Gottes unsererseits irgendwelche Grenzen zu setzen. Unsere theologische Pflicht ist, sie als immer noch grösser zu sehen und zu verstehen, als wir es zuvor getan haben."

4 Kommentare:

fufi hat gesagt…

Das Zitat stammt aus einem Vortrag, den Barth 1956 unter dem Titel "Die Menschlichkeit Gottes" gehalten hat.
Interessierte kriegen den Text als pdf bei fortissimo@bluewin.ch.

fufi hat gesagt…

Fufi ist Profet

DAS da hat fufi geschrieben, anno 1992

Eines der drängendsten Probleme unserer Tage liegt in der Bewältigung der kolonialen und neo-kolonialen Vergangenheit nicht nur des Westens, sondern auch des ehemaligen Imperi-ums östlicher Prägung.
Das Schicksal des Planeten Erde und seiner Bewohner wird nicht zuletzt davon abhängen, wie die brennende Frage nach dem Verhältnis der ersten zur dritten Welt beantwortet wer-den wird. Dabei müssen neben politischen, wirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunk-ten auch und vor allem kulturelle und religiöse Aspekte Berücksichtigung finden, denn dieser Konflikt ist in erster Linie das Produkt der Konfrontation der christlich-antiken und neuzeitlich-aufklärerischen Denkwelt mit dem Rest des Gedankengutes der Menschheit. In dieser Hin-sicht ist die heutige Lage mit derjenigen zur Zeit Troeltschs somit durchaus vergleichbar.
Von ebensogrosser Bedeutung ist auch der Zusammenbruch des kommunistischen Weltrei-ches, indem sich von daher einerseits eine Tendenz zur Absolutsetzung der eigenen politi-schen Weltanschauung ergibt, da sich ja das westlich-kapitalistische System als das wahre erwiesen haben soll, und der bedauerliche Verlust des ehedem einigenden Feindbildes an-dererseits zur Notwendigkeit geführt hat, neue Abgrenzungen, im Klartext: sich neue Feinde zu schaffen, was ebenfalls durch die Verabsolutierung der eigenen Position erreicht wird.
Das Resultat zeigt sich in einer grundsätzlichen Abwehrhaltung allem Fremden gegenüber, jedenfalls sofern es sich nicht in konsumierbarer Form einverleiben lässt, und im religiösen Bereich als beängstigendes Wiedererstarken von Antisemitismus und 'Antiislamismus'. (Symptomatisch dafür ist beispielsweise die Tatsache, wie Afghanistan nach Beendigung des Krieges zwischen den vom Westen gesponserten Mudjaheddin und der kommunisti-schen Besatzungsmacht vergessen wurde, und wie sich die vereinte westliche Welt nunmehr angeekelt abwendet, wenn dort eine Islamische Republik ausgerufen wird.)

Die innenpolitische Landschaft ist denn auch beinahe weltweit geprägt von Regionalismus und Nationalismus, von ethnischer Intoleranz und Abschottung ge-gen aussen. Besonders in Europa sind rechtsextremistisches Gedankengut ganz allgemein und speziell der National-sozialismus auf dem besten Weg zurück zur politischen Salonfähigkeit, eine erschreckende Parallele zur Zeit Barths.

fufi hat gesagt…

NEIN. Orli und Kat.

fufi ist KEIN Judenhasser!
Ich bitte euch, das zurückzunehmen!

fufi hat gesagt…

Nein, es geht nicht um mein gekränktes EGO!

Aber ich würde eben gerne die Gründe wissen, weshalb da wer auf "Nein" geklickt hat.
Von wegen Diskussion oder so!

Kommentar veröffentlichen