Fufi ist Schweizer
Ok, das steht nicht in meinem Profil.
Wobei, genau genommen und also eben:
Väterlicherseits geht sein Stammbaum so weit ins Tösstal zurück, als wie das Tösstal noch Habsburgerisch war. Das sind so ein paar Hundert Jahre.
Und Mütterlicherseits geht sein Stammbaum so weit ins Seetal zurück, als wie das Seetal noch Habsburgerisch war. Und das sind auch so ein paar Hundert Jahre.
Und auch wenn sich fufi durch und durch als Schweizer fühlt mag er sich halt trotzdem nicht der Partei der national orientierten Schweizern anschliessen.
Fufi ist Christ
Ok, das wisst ihr ja schon.
Aber gerade deswegen kann er nichts, aber grad gar nichts anfangen mit der religiösen Verbrämung unseres "heiligen Schwiizerländlis" wie das in den kommenden Tagen von rechts wieder beschworen werden wird, weil ja die fromme Seele ahnt, was jetzt kommen wird:
Trittst im Morgenrot daher,
Seh'ich dich im Strahlenmeer,
Dich, du Hocherhabener, Herrlicher!
Wenn der Alpenfirn sich rötet,
Betet, freie Schweizer, betet!
Eure fromme Seele ahnt
Eure fromme Seele ahnt
Gott im hehren Vaterland,
Gott, den Herrn, im hehren Vaterland.
Und so geht's dann noch 3 Strophen weiter, mit den hach so frommen Seelen im hehren Vaterland!
Aber wen mag's denn wundern, der weiss, dass der Text zu diesem Song damals von einem Mönsch gedichtet wurde?
MÖNCH meinte ich, Mönch!
Fufi ist Sozialist
Schon gut, steht auch nicht in meinem Profil.
Dennoch: wenn er denn das da hört:
Wacht auf, Verdammte dieser Erde,
die stets man noch zum Hungern zwingt!
........
Heer der Sklaven, wache auf!
Ein nichts zu sein, tragt es nicht länger
Alles zu werden, strömt zuhauf!
mag er ja noch zustimmen mögen.
Aber wenn's denn SO weitergeht:
In Stadt und Land, ihr Arbeitsleute,
wir sind die stärkste Partei'n
Die Müßiggänger schiebt beiseite!
Diese Welt muß unser sein!
........
Erst wenn wir sie vertrieben haben
dann scheint die Sonn' ohn' Unterlaß!
Und wenn dann auch noch das Hohelied der Multikultis angestimmt wird,
von links
Und wenn dann auch noch das Hohelied des Kapitalismus angestimmt wird,
von rechts
Ideologie in Stereo, sozusagen!
Dann verzieht sich fufi in die Ferien!
Ihr wisst wo die Getränke sind, der Kühlschrank und die Tiefkühltruhe.
Den Backofen kennt ihr ebenso wie den Herd, die Mikrowelle und den Geschirrspüler!
Ich wünsch euch allen was Gutes!

41 Kommentare:
Tja, da wäre fufi vielleicht ein besserer Schweizer, wenn sein UrUrOpa damals, vor so ein paar Jahrzehnten, von Deutschland in die Schweiz eingewandert wäre, weil erst seit diesen paar Jahrzehnten gibt es sie nämlich so wirklich richtig, die Schweiz, als Staat. Gälled Si, Herr Tokter Ch.B.?
Ja, einfach so zu Schweizern gemacht werden weil so ein paar Hauptstädter sich der Eidgenossenschaft anschliessen, ist schon nicht so verdienstvoll... Ich meine, das ist so wie ein Yalter, der jetzt die russische Staatsbürgerschaft nachgeworfen gekriegt hat...
Ich geh auch in die Ferien, am Samstag. Bis speta!
Und ja:
Ich werde so am 9. oder zehnten des Augusto wieder da sein!
Hmmm..., auguste en auguste, ça glisse.
bonne vacances à tous,
auguste
Grüssgott und adieu!
Ich vermute, wenn man das Wort schon nicht richtg schreiben kann, dann hat man auch keinen wirklichen Begriff von seiner Bedeutung: Independence.
Deshalb ist man ja auch anfällig für Schwachsinn wie den Sozialismus. Bezeichnend: Da muss zuerst "beiseite geschoben" werde, "vertrieben" werden und dann soll Vater (oder vielmehr: Mutter) Staat wie die "Sonne ohn' Unterlass" scheinen. Das mag man im Liedchen belächeln, aber es entspricht tatsächlich dem, wie diese Leute denken: Der Staat soll uns allen die Mühsal des "täglichen Überlebenskampfs" abnehmen und für eine "gerechte" soziale Ordnung sorgen. Die Gesellschaft gestalten, die entwickelt sich so ganz von allein gar nicht gut, das muss man planen. Hinweg mit dem Mittelstand, hinweg mit den "Müssiggängern". Die Partei organisiert alles (statt diese schlimmen Kapitalisten) und gibt uns Taschengeld. Abhängigkeit pur – das genaue Gegenteil von dieser Tyrannei der UNABHÄNGIGKEIT (siehe oben: Independence)!
Und dieses sozialistische Korsett ist dann ganz furchtbar gerecht. Eine Art Neo-Feudalismus in dem die einen lenken und die anderen dankbar der weisen Voraussicht der Lenker huldigen. Was nicht gleich ist, wird gleich gemacht: Das ist SOZIALismus. Und jeder kann sich dann selbst verwirklichen. In Besitzlosigkeit und bitterer Armut ringsum – und auf Antrag beim dafür zuständigen Amt.
A propos: wenn wir doch gerade beim Abdrucken alter Lieder sind...
Die Fahne hoch!
Die Reihen fest dicht geschlossen!
SA marschiert
Mit mutig festem Schritt
|: Kam’raden, die Rotfront und Reaktion erschossen,
Marschier’n im Geist
In unser’n Reihen mit :|
Die Straße frei
Den braunen Bataillonen
Die Straße frei
Dem Sturmabteilungsmann!
|: Es schau’n aufs Hakenkreuz voll Hoffnung schon Millionen
Der Tag für Freiheit
Und für Brot bricht an :|
Zum letzten Mal
Wird Sturmappell geblasen!
Zum Kampfe steh’n
Wir alle schon bereit!
|: Schon flattern Hitlerfahnen über allen Straßen
Die Knechtschaft dauert
Nur noch kurze Zeit! :|
Wahnsinnig originell, nicht? Ha. Ha. Ha.
Merke: Zwischen den Liedern der SOZIALalisten und der NationalSOZIAListen gibt es nicht sehr viele Unterschiede.
Sie werden heute so schnell erwachsen. Der erste Joint, der erste Analfick, das erste Tatoo. Ist das nicht süss?
http://www.20min.ch/people/international/story/Aurora-ist-jetzt-fast-erwachsen-15687187
Wie sagte schon Oscar Wilde: Youth is wasted on the young.
Aktuell sind wir bei Strophe Nr 3., 1. und 2. Strophe haben die beiden Grösseren schon intus ;-) .
Dank dem Hörgerät kann der Kleine nun Stereo hören und auch richtig mit-jaulen.....Freude herrscht.
Das ist unser Beitrag an die Multikultizeit; Beim zu Bett gehen singen wir nebst den CH Liedern auch brasilianische (diese werden beim Götti gesungen), spanische (Frau), kroatische (Fussballfreund) und sowieso die hebräischen Lieder; insbesondere jetzt mit Inbrunst wie zu Josua's Zeiten in Jericho....
Wozu? => Ps 96
Gott, der König der ganzen Erde
Ps 96
1Singt dem HERRN ein neues Lied! Singt dem HERRN, ihr Bewohner der ganzen Erde!
2Singt dem HERRN, dankt eurem Gott, verkündet Tag für Tag, wie gern er hilft!
3Erzählt allen Menschen von seiner Herrlichkeit, berichtet allen Völkern von seinen großen Taten!
4Der HERR ist mächtig, groß ist sein Ruhm; mehr als alle Götter ist er zu fürchten.
5Die Götter der Völker sind nur tote Götzen, der HERR aber hat den Himmel geschaffen.
6Macht und Hoheit umgeben ihn, Pracht und Herrlichkeit erfüllen seinen Tempel.
7Auf zu ihm, ihr Völker! Erweist dem HERRN Ehre, unterwerft euch seiner Macht!
8Erweist ihm die Ehre, die ihm zusteht: Bringt Opfergaben* in seinen Tempel!
9Werft euch vor ihm nieder, wenn er in seiner Heiligkeit erscheint! Die ganze Welt soll vor ihm erzittern.
10Sagt es allen Menschen: »Der HERR ist König!« Die Erde ist fest gegründet, sie stürzt nicht zusammen. Der HERR wird alle Völker regieren und ihnen gerechtes Urteil sprechen.
11Der Himmel soll sich freuen, die Erde soll jauchzen, das Meer soll tosen mit allem, was darin lebt!
12Der Ackerboden soll fröhlich sein samt allem, was darauf wächst; alle Bäume im Wald sollen jubeln!
13 Denn der HERR kommt; er kommt und sorgt für Recht auf der Erde. Er regiert die Völker in allen Ländern als gerechter, unbestechlicher Richter
Seltsam, wie Menschen sich derart verrennen können. Ich staune immer wieder darüber.
Der HERR möchte keine Unterwerfung, er möchte sich in seiner Herrlichkeit (respektive Göttlichkeit) erfahren. Durch uns. Das ist Ebenbildlichkeit, nicht das Erzittern vor '(wesens-)fremder' Macht.
Gut, dass der alte Gott unserer Vorstellung abgelöst wird von der Göttlichkeit in uns. Mit entsprechender Verantwortung gegenüber allem Sein.
@Orlando
Erschtens bischt en Lappi!
Zweitens schreibt man Tätowierung auf englisch so: "Tattoo".
@Zysi
Freue mich für den Kleinjen, seine Mutter und seinen Vater!
Bloss habe ich als Christ dermassen was von Mühe, wenn mein Vater im Himmel, der Vater meines Bruders Jesus nämlich, mit so kriegerisch-theokratisch-machtundgewaltgeprägten Begriffen "verherrlicht" werden soll.
DAS geht nicht, wenn ich ans Karfreitags- und Ostergeschehen denke.
Und auch an Pfingsten, wo wir keine heiligen Schwerter sondern du weisst schon was erhalten haben!
In diesem Sinne stimme ich mila völlig zu!
Die Verwirrung, fufi, stammt wohl daher, dass Unterwerfung und Hingabe verwechselt werden. Das eine ist eine Macht- (respektive Ohnmachts-)Demonstration, das andere ein gestaltender Akt von Liebe. Auf welcher der beiden Seiten Jesus steht, sollte jedem Christen klar sein. Eigentlich.
Stattdessen singen sie immer noch martialische Kriegsgesänge aus alttestamentarischer Zeit.
Sollte eigentlich jedem Christen klar sein.
Sollte!
Muss scheint's leider aber keineswegstens!
Gut, dass der alte Gott unserer Vorstellung abgelöst wird von der Göttlichkeit in uns.
Nietzsches Übermensch. Blasphemische Vermessenheit. Die Theodizee-Frage kann man hier noch viel schönes führen: Wahrscheinlich ist es das Göttliche im Menschen, welches jüdische Kinderschädel an den Birken im Osten aufgeschlagen hat und die Eltern ins Gas schickte, nicht?
Gottes Grösse - die Zysi zu recht besingt (kann es etwas edleres geben als Gottes Grösse zu besingen? an der Grösse von Menschen oder des Menschen ist ja nun wahrlich zu zweifeln...) - wird auch die en vogue Masturbation des Menschen mit seinem Körperteil Hirn überdauern.
Mit Unterwerfung hat das nichts zu tun (und wenn schon ist es eine aus freiem Willen). Aber es ist gut zu wissen (sapere aude!), dass es eine höhere Gerechtigkeit gibt, als jene des Menschen. Und dass wir nichts, aber auch gar nichts Menschenmögliches tun können, um ihrer teilhaftig zu werden. Sie ist ein einseitiger Gnadenakt des Herrn.
Es entspricht andererseits einem Kinder- oder Aberglauben, Gott für jedes Hochwasser, jede Epidemie oder einen persönlichen Schicksalsschlag verantwortlich zu machen. Das widerspricht dem Wesen Gottes in der judäo-christlichen Vorstellung gänzlich. Seine Grösse wird dort wirksam, wo wir eben nicht Gefangene der natürlich, äusserlichen Welt (auch: der biochemisch-genetisch-körperlichen Determination) sind, sondern wo es wahre menschliche Freiheit gibt: In unseren Taten, Handlungen und Unterlassungen.
Es ging nie um etwas anderes.Und es geht auch in Psalm 96, Vers 10 um nichts anderes.
@Zysi: Halleluia!
Man könnte sich auch auf den Standpunkt stellen, dass es Kinderglaube ist, das Göttliche in einen veräusserlichten Kontext zu stellen, um es (auch nur) ansatzweise begreifen - erfassen - zu können. Befremdlicher finde ich es aber, dass diese Beziehung auch noch einseitig definiert sein soll: der Mensch hat (Willens-)Freiheit, wird jedoch 'bestraft', wenn er diese tatsächlich nutzt? Das wäre eine geradezu lächerliche Trickkiste für ein all-wissendes, all-sehendes und all-umfassendes Wesen. Deshalb meine (zumal in Ihren Ohren) ketzerische These: Dieses Wesen straft nicht, weil es all-verstehend und nicht auf den unzulänglichen menschlichen Verstand begrenzt ist. Es hat schlicht keine Vergebung nötig. Ihm Strafe wie Vergebung aufzuzwingen bedeutet, es auf menschliche Begrifflichkeiten zu reduzieren. Dies nennt sich dann folgerichtig anthropozentrisches Gottesbild, selbst wenn man sich dabei keinen alten Mann mit Bart vorstellt.
Vielleicht sollten wir endlich einmal damit anfangen, in unserem eigenen Haus aufzuräumen, statt die Verantwortung, die notgedrungen mit der Freiheit kommt, auf einen Rächer im jenseitigen Haus des Herrn abzuschieben. (Bei diesem Gedanken wird mir tatsächlich leicht übel - was für eine furchtbare Entstellung.) Die Antwort ist eigentlich vergleichsweise simpel: nicht im Verstand, im Herzen liegt die Lösung. Das Wesen des Göttlichen lässt sich nicht erfassen, es lässt sich nur erfahren. Und wenn man eine zentrale Botschaft aus der christlichen Lehre herauslesen will, dann ist es die, dass das Medium dieser Erfahrung Liebe ist, und Mitgefühl.
Nietzsche, eine spannende Figur. Der Übermensch war, wenn Sie mich fragen, sein ziemlich persönlich bedingter Versuch, der eigenen Hyper-Empfindsamkeit - Sensibilität - entgegenzuwirken, sich gegen sie geistig abzuhärten. Ohne viel Nutzen, wenn man sich vor Augen führt, dass Nietzsche just in jenem Augenblick seinen Verstand (endgültig) verlor, als er in Turin ein Pferd gegen brutale Kutscherhiebe zu verteidigen versuchte. Dem eigenen Mitgefühl war er zeitlebens ausgeliefert.
Viel ergiebiger aus allgemeiner Perspektive, scheint mir, ist der Begriff des amor fati. Da hat Nietzsche an eine tiefe Wahrheit gerührt.
Wir können stundenlang über Gott reden, und dabei fast unmerklich aus dem judäo-christlichen Rahmen herausfallen. Dann haben wir zwar ganz allgemein über Varianten und Finessen theistischer Modelle gequatscht, gleichsam im luftleeren Raum, freihändig und letztlich ohne Gewinn.
Freilich, jeder kann sich seine private Hausreligion basteln aus den versatzstücken bestehender, jahrtausendealter Glaubenssysteme. Patchwork-Religion, do it yourself.
Störend wird das dann, wenn solche Konstrukte dann mit der heiligen Schrft in Übereinklang gebracht werden sollen, was natürlich scheitert – und dieses Scheitern dann selbstverständlich und in unbeschreiblicher Vermessenheit den kanonisierten, in jahrtausendelanger Übung sich geformt habenden Grundbeständen der Theologie angelastet wird.
Das Umgekehrte ist eben das affirmative, der forschende und respektvolle Umgang mit den Quellen, ein Versuch, zu verstehen, was Generationen von (gewiss nicht dümmeren) Menschen vor uns reflektiert und weitergegeben haben. Auf den Schultern von Riesen. Im Modus der neuzeitlich-zerstörungssüchtigen Hybris (wie sie Sloterdijk in seinem neuen Buch eindrücklich beschreibt) kommen wir da nicht sehr weiter.
Bezeichnend ist ja, dass gerade Ungläubige, Religionshasser und andere verirrte Geister auf einer textgenauen Auslegung von Bibelstellen beharren. Dies zum grossen Teil aus (böswilliger) Absicht: Natürlich schwimmen viele Haare in der Suppe. Und wenn man gerade die Psalmen mal alle liest (und nicht nur jene wenigen, die es in den wohlfühl-weichgespühlten Gottesdienst der Massenkirchen schaffen), sind zartbesaitete Empfindliche in ihrer überschäumenden Empörung gut bedient. Aber das trifft wohl auf jede der Schriftreligionen zu, die ja zwangsläufig zur Beute kleingeistiger Textanalysen von Buchhalter-Sophisten werden.
Es ist daher nötig, Gott, den Dreieinigen, wie er sich in der Bibel (Neues UND ALTES Testament) in der Welt und den Menschen offenbart, gegen derlei diskursive Verluderung in Schutz zu nehmen, Grenzen zu setzen, die Verhältnisse aufzuzeigen und das Augenmass zu behalten.
Ein Beispiel:
der Mensch hat (Willens-)Freiheit, wird jedoch 'bestraft', wenn er diese tatsächlich nutzt
Eher bestraft er sich selber. Die Freiheit, zum Falschen genutzt/missbraucht, führt zwangsläufig in die Unfreiheit, ins Verderben. Das ist die Message. Dies bedingt, dass es so etwas gibt, wie einen objektiven (moralischen) Wertmassstab und daraus sich ergebende Pflichten. Wenn diese nicht von Gott definiert sind, von wem sonst? Das meinte ich mit "höherer Gerechtigkeit, als jene der Menschen".
Die Missinterpretationen des Liebesgebots... na ja, man muss sich schon herablassen, das Konzept der Sünde zu verstehen, sonst kommt man da nicht weit. Die in diesem Blog stark gepredigte (sozusagen vorgezogene, in Ostern verwirklichte) Apokatastasis ist eben eher eine falsche Fährte...
"Störend wird das dann, wenn solche Konstrukte dann mit der heiligen Schrift in Übereinklang gebracht werden sollen, was natürlich scheitert – und dieses Scheitern dann selbstverständlich und in unbeschreiblicher Vermessenheit den kanonisierten, in jahrtausendelanger Übung sich geformt habenden Grundbeständen der Theologie angelastet wird."
Sehen Sie, das ist das Problem: die heilige Schrift - wie alle heiligen Schriften - ist kanonisiert. Was bedeutet 'kanonisiert', welcher Prozess steht dahinter? Heilige Schriften sind Er-Zeugnisse von Glaubensgemeinschaften, die nicht zuletzt dem impliziten Zweck der Glaubensgemeinschaft dienen. Aber ist dieser Zweck zu jedem Zeitpunkt auch der Zweck des göttlichen Wesens, das sie anbeten? Noch jede Glaubensgemeinschaft hat sich, bis heute, im Verlauf ihrer Geschichte mehrfach verrannt, trotz expliziter Bezugnahme auf ihre jeweilige heilige Schrift.
Wenn man diese Schriften schälen würde wie Zwiebeln, ausgehend von einem tieferen, nicht: wörtlichen, Verständnis des Sinns trifft man auf erstaunlich viele basale Überschneidungen in den Grundgedanken. Ich würde dies den esoterischen Gehalt von Religionen nennen, in der ursprünglichen Wortbedeutung des eigentlichen, innerlichen, das dem exoterischen, äusserlichen entgegengesetzt ist. Und Sie sehen schon, worin (auch hier) der Haken liegt: wer kann für sich beanspruchen, den tieferen Sinn der Schriften interpretatorisch korrekt erfasst zu haben? Denn ja, es handelt sich bei jeder hermeneutischen Auslegung um einen Interpretationsakt. Die heiligen Schriften entgleiten also in doppelter Weise, als Er-Zeugnis und als Grundlage von Interpretation.
Mittlerweile glaube ich, dass man den tieferen Sinn (wieder-)erleben muss, um ihn zu verstehen. Und dafür es gibt keinen besseren Lehrmeister als das Leben selbst.
Im Punkt, dass sich ein Mensch, der seine Freiheit(en) missbraucht, selbst 'bestraft', würde ich Ihnen prinzipiell recht geben. Es wird die Zeit kommen, wo wir (wieder-)erkennen werden, dass alles, was wir einem anderen antun, wir uns in Wahrheit selber antun. Ich nenne dies jedoch weder Verderben noch Sünde, sondern Lernen. Können Sie sich vorstellen, dass es im Inneren des Menschen einen Kompass gibt, diesen Wertmassstab, und es allein zu diesem Zweck kein höheres (und eben strafendes) Wesen braucht? Die 'höhere Gerechtigkeit' wäre dann der Standpunkt der Seele, der nicht dem Standpunkt des Verstandes entspricht, weil die Seele im Gegensatz zum Verstand der göttlichen Wahrheit zugänglich ist. Ewig wie das göttliche Wesen selbst. Dies meint Jesus, wenn er in den Apokryphen sagt, dass das Himmelreich in uns ist.
Dies führt zur letzten Frage, die ich Ihnen in diesem Zusammenhang stellen werde: wenn der eigentliche Zweck des göttlichen Wesens demnach nicht darin besteht, Gesetzgeber und Ahnder wider Verbrechen gegen das Gesetz zu sein: was wäre dann sein Zweck? Wozu hätte es uns dann erschaffen?
Jedenfalls nicht dazu, um den metaphysischen Polizisten zu spielen, um zu sehen, ob wir es auch genug lieben, um uns aus freiem Willen für die Unterwerfung unter sein Gesetz zu entscheiden. Das wäre für ein all-wissendes, all-sehendes und all-umfassendes Wesen ein ziemlich (be)dürftiger Daseinszweck.
...vielleicht verbirgt sich das, was dieses Wesen für uns be-zweckt, in Liedern, Fragmenten, wie diesen: Ein Hoch auf das, was uns vereint.
Andreas Bourani - Auf uns
https://www.youtube.com/watch?v=MYNLQjrBVPo
Aloe Blacc - Hello World
https://www.youtube.com/watch?v=mFrghyAyNTg
Dochdoch,
die Vorstellung eines lieben(!) Gottes wo MICH belohnt, weil ich halt eben so ein lieber und braver (gewesen) bin und die Ach-so-Pöhsen so richtig bösartig(!) bestraft, auf immer und ewig, hoffentli!,
ist zwar mehr als bloss infantil, aber dennoch für Viele, Allzuviele eben doch äusserst glaubhaft, sozusagen.
Bloss sollen sich die Betroffenen nicht "Christen" nennen!
Sonst wäre Jesus ja umsonst gestorben!
Oh ja, Orlando,
es kann etwas viel, viel, viel, unendlich viel Edleres zu besingen geben als Gottes "Grösse": seine Liebe zum Menschen, nämlich.
Zu DEN Menschen, die ER geschaffen hat, sprich:
Zu ALLEN Menschen!
Aber noch edler ist es, DAS zur Maxime seines Handelns zu erheben!
Fufi, ich verstehe ja mittlerweile, dass Du mit Deinen teils recht plakativen Einwürfen die Widersprüche ad absurdum führen möchtest - oder so ähnlich.
Aber dies ist (bislang) eine ernsthafte und ich denke auch, von gegenseitigem Respekt zwischen Orlando und mir geprägte Diskussion. Ich möchte niemanden beleidigen, und auch nicht beleidigt werden. Und ich möchte auch nicht, dass der Diskussionsverlauf allgemein in Häme und gegenseitige Vor-würfe abdriftet. Du kannst das, mit Deinen Dir ur-eigenen Kapazitäten, sicher auch anders. ;)
Was ich sagen möchte: Zumindest mir bedeutet dieses Thema zu viel, um es polemisch anzugehen.
Und was ich persönlich anfügen will, einfach, weil Du dieses Thema in der Vergangenheit selbst oft aufgebracht hast: wenn Gott alle Menschen liebt, liebt er auch Deine Eltern - ungeachtet dessen, was sie Dir angetan haben. Und er liebt Deine Grosseltern ebenfalls.
Wie gehst Du damit um, wenn Du seine Maxime zu Deiner Maxime erheben willst? Wie löst Du diesen Zwiespalt?
Es ist am Ende doch nur allzu-menschlich, (zu meinen) nicht verzeihen zu können. Und deswegen im Zweifelsfall sogar ein Leben lang zu leiden. Aber er (oder es) hat das nicht für Dich gewollt. Es gibt einen Aus-weg aus dem Leiden.
In aller Kürze: Wie schon früher gesagt, Gott hasst die Sünde, nicht den Sünder. Wir sollten es ihm gleichtun.
Imitatio Christi.
Es ist einIrrtum, zu glauben, dass man ein Leben gegen Gott führen kann, ohne dass man (vorab sich selbst, oft auch andere) ins Verderben reisst. Ich für meinen Teil halte es für einen versöhnlichen Gedanken, dass SS-Mörder und die 9/11-Kerle nach ihrem Tod Rechenschaft ablegen und hoffentlich mindestens so leiden müssen, wie ihre Opfer.
Umgekehrt glaube ich dass es gute Menschen gibt (nicht: das Gute im Menschen, sondern gute Menschen, im Gegensatz zu schlechten), Menschen, die so gut (gütig, weise, tätige Liebe demonstrierend) sind dass ihnen ein Sonderplatz im Paradies zugewiesen wird. Aber das ist nur eine Vermutung.
Christus hat Aussenseiter, Kranke, Verirrte und Menschen um sich gesammelt, die bereit waren, ihre Augen weit aufzutun und ihr Leben zu ändern. Darin liegt die transformative Kraft, die von ihm ausgeht - bis in die heutige Zeit. Jesus heilte!
Es ist absurd zu behauten, Jesus sei nur ein Berg wandelnde Liebe gewesen und habe die allvergebende Liebe des Vaters verkündet. Er hat GEHEILT, GEWANDELT, ERLÖST. Er ist nicht dahergekommen und hat gepredigt: "Ihr seid okay, so wie ihr grad seid, ihr drogensüchtigen, ehebrechenden, lügenden, kriminellen, siechen, gestörten Kinderlein, ihr. Macht ruhig weiter so, der Herrgott hat euch alle trotzdem lieb".
was wäre denn sein Zweck?
Ich glaube nicht, dass Gott einen "Zweck" hat. Der nach dem AT "einzige, ewige, allgegenwärtige, unsichtbare und unvorstellbare Got"" bedarf nicht eines Zweckes. Genauso kann man fragen: Welchen Zweck hat das Universum*? Why is there something rather than nothing?
*oder (noch interessanter): wieso ist dieses Universum so getunt, dass es gerade uns hervorgebracht hat? Na ja, so viel Anthropozentrik gestehe ich ein, dass mir erwiesen scheint, dass es Gott ganz schön langweilig wäre so allein in seinem Universum, ohne uns... :-)
Liebe mila am 11. August 2014 16:25
Ich danke dir ehrlich und vielmal für deine Offenheit!
(Ich nehm das jetzt als unbeabsichtigtes Geburrigschänk, gäll?)
Also und klaro:
Liebt der liebe Gott auch meine Eltern, Grosseltern und so.
Und hat er, glaub ich jedenfalls, nach deren Tod sie alle zu sich geholt.
Sei das "der Himmel", sei das "das Paradies".
Denke an das "S" in meinem Profil und vielleicht wirst du mir sogar glauben, dass ich damals meinem toten Vater geholfen habe, dorthin zu kommen. So wie ich ihm geholfen habe, als er ............ !!!
Weisch, was i meine?
Nun denn, wenn ich - als Mensch - was wünschen täte, wäre das, dass ich wenn's denn soweit ist, in einem anderen Kontinent des Paradieses angesiedelt würde als die wo du meinst.
Vielleicht sollten die Christen halt eben auch beten:
Lieber Gott: Vergib denen, wo ICH nicht vergeben kann!
Gut, soweit sind wir gar nicht so weit voneinander entfernt, Orlando. "Na ja, so viel Anthropozentrik gestehe ich ein, dass mir erwiesen scheint, dass es Gott ganz schön langweilig wäre so allein in seinem Universum, ohne uns... :-)" Ich drücke es anders (aber sinngemäss gleich) aus: Gott möchte sich in den Spielarten des Lebens erfahren, und das kann er nicht, solange er sich im "einzigen, ewigen, allgegenwärtigen, unsichtbaren und unvorstellbaren" Sein befindet. Was macht er also? Er schafft Erfahrungswelten, in denen alle Lebewesen sich im Gegensatz zum unbewegten Beweger be-wegen (nicht nur wir Menschen).
Man kann allerdings nur dann etwas erfahren, wenn es eine Dualität der Erfahrung gibt - nicht? Sonst befindet man sich immer in dem Einen, umfassenden Verständnis - und be-wegt sich entsprechend nicht.
Und bitte, zeigen Sie mir den guten Menschen, den wirklich guten Menschen, im Alltag. In der All-Gegenwärtigkeit seiner Existenz. Das wird sogar dann schwierig, wenn wir uns das Leben von Jesus biografisch-historisch ansehen. Hingegen: Momente der Grösse erreichen nicht nur ein Mandela, Ghandi oder Federer. Momente der Grösse (oder Ewigkeit) erreicht ein jeder von uns. Diese Momente auszudehnen, sie vielleicht öfter zu erleben, sie länger zu halten - ist das das gute Mensch-Sein? Denn wenn der Mensch die Grenze zur All-Gegenwärtigkeit überschreiten würde, wäre es womöglich bereits 'ein' Gott.
Wenn ich ehrlich bin (und diese Ehrlichkeit betrifft nicht zuletzt mich selbst), führen die meisten von uns ein Leben gegen 'Gott', das uns gemäss Ihrer Terminologie ins Verderben reisst. Was, frage ich, sind uns denn die göttlichen Werte wirklich wert? Wie oft 'demonstrieren' wir sie im Alltag, im Rahmen unserer Möglichkeiten? Und weshalb gibt es Heilige, die Wunder bei sich und - vor allem - anderen bewirken können, dank ihrer 'Heiligkeit' - steht uns diese Heiligkeit nicht auch im gewöhnlichen Leben offen? Wir könnten uns jederzeit dazu entschliessen, den 'guten' Weg, den Weg unserer Werte zu gehen. Und wir tun es nicht.
Sie sehen, das Heilige und das Profane liegt nicht allzuweit voneinander entfernt. Jeder Entschluss kann einen Unterschied bewirken. Jede Aktion ein Feuer entfachen. Und dafür sind wir da - um Göttlichkeit an der eigenen Dreifaltigkeit von Seele, Geist und Körper zu erfahren. Momentweise. Phasenweise. Ewiglich.
Gott muss wirklich einen Heidenspass haben, wenn er uns so zusieht. Denn bei allem Hässlichen erschaffen wir auch: Schönes. Wahres. Gutes. Ein jeder zu seiner Zeit.
Nun denn, Orlando,
also wenn du Gen.1 liest - also irgendwie scheint Gott damals eben doch einen Zweck verfolgt zu haben.
Und wenn's nur wäre, MICH hervorzubringen?
Und von wegen dem Universum:
Du meinst damit wohl das "anthropische Prinzip".
Und da geht's um den Quantenzustand des Universums und dass, wenn NIEMAND was beobachtet, auch NICHTS beobachtet werden kann.
So auf die Kürze!
Ja, Fufi: das ist ein sehr ehrlicher, tief empfundener Wunsch. Dass Gott vergeben möge, was wir (meinen) nicht vergeben (zu) können.
Aber Deine Sehnsucht wird Dich dorthin führen, wo es nicht mehr nötig sein wird, dass Gott an Deiner Stelle vergibt. Du wirst verstehen. Und Du wirst sehen, dass Angst, Hass, Wut und Gewalt nichts anderes sind als verzerrte Formen der Liebe; Bedürftigkeit. Und dann wirst Du Mitgefühl empfinden (die Liebe folgt womöglich etwas später).
Dies, deshalb, mein Geburtstagswunsch an Dich (derselbe, den ich mir auch wünsche): Werde, der Du bist. Du bist auf dem bestem Weg. Zweifle nicht daran.
Danke, mila!
Nun, wer möchte bei solch schönen Sätzen nicht schwach werden (jenen von Mila, nicht jenen von Herrn Black Lab).
Ich frage mich aber, worauf solch ein Gottesbild gründet, worin es wurzelt, auf welchem Fundament es steht, wenn nicht einer höchst privaten Instrumentalisierung des Gottesbegriffs. Es fällt zudem auf, wie dieser Gott semantisch gestylt ist, um einem modernen Publikum zu gefallen, welches eher Ratgeber-Psychologie gewöhnt ist, denn an fundamentaler Sinnstiftung und Welterklärung, das eher Feelgood-Stories will denn das ganze menschliche Drama vom Anbeginn bis in die mühselige Gegenwart. Ein deistischer Gott, den man sich in die Glasvitrine stellt, gleich neben den Alpenkristall und dem versteinerten Meergetier, welches angeblich Zeuge der Evolutionstheorie ist. Ein Gott der freundlich und unverbindlich lächelt und schon eher Buddha gleicht. Der sich ansonsten aber diskret zurückhält.
Wozu ist so ein Gott nütze? Siehe oben die Zweckfrage. Ein Christ kann sich diese Frage nicht stellen.
Sie, die zeitgenössischen Menschen, schrecken zurück vor Worten wie "Unterwerfung", "Opfer" oder "Herrschaft". Im abendländischen, politisch korrektgewaschenen, weichgespühlten intellektuellen Juste Millieu, wo sich zusammengeklaute Bücher wie "Besser denken mit Rolf Dobelli" millionenfach verkaufen, aber niemand die Bibel liest, muss ja ein nicht nach demokratischen Prinzipien der Teilhabe und entgegen den Regeln des Bon Gout gestaltetes Gottesbild nachgerade subversiv wirken.
Subversion, ja. Alles andere ist, pardon, Koketterie. Eine Verhöhnung Gottes.
Ja, in dieser Hinsicht muss man Gott gegen Missbrauch seines Namens schützen - auf die Gefahr hin, als "Fundamentalist" abgestempelt zu werden. Ein Fundamentalist wäre dann einer, der auf ein Gottesbild abstützt, das etwas älter ist als von Vorgestern, das den test der Zeit bestanden hat. Gottesglaube wäre dann ein subversiver Akt. Imitatio Christi, Christus war ein Subversiver.
Zudem: vergesst mir nicht die Dreieinigkeit, Leute. In diesen drei Gestalten entgegnet uns Gott (nennen Sie's von mir aus "Spielarten des Lebens" in denen er "sich erfahren" möchte). Das setzt natürlich voraus, dass man einen Begriff vom Heiligen Geist machen kann und an seine Wirksamkeit GLAUBT.
Seien wir also Subversive und Fundamentalisten. Ich sage das in ähnlich verschmitzter Gelassenheit wie dieser dänische Filmregisseur vor ein paar Jahren in Cannes.
Gott und Mensch - das ist keine dialektische Beziehung, keine Partnerschaft. Ob Gandhi und Federer gute Menschen sind, bezweifle ich. Das ist protestantischer Unfug, dass man Gottesgnade an Erfolg ablesen kann. Ich glaube aber daran, dass Gott jene Kinder und Frauen, welche die IS-Truppen im Irak abschlachten, subito zu sich in den Himmel nimmt.
Noch dies: Der Hinweis, dass es sich bei den Geschichten aus dem AT um angeblich für die Moderne untaugliche Gewaltgeschichten aus der Eisenzeit handelt...nun, wenn man den Gehalt nicht in seiner zeitlosen Bedeutung für sich erschliessen kann, dann sollte man wahrlich die Bibel nicht lesen. Nehmen wir die Geschichte von Judith (auch so eine Subversive). Und das etwa 4000 Jahre vor Alice Schwarzer :-)))
p.s. Nein ich glaube nicht, dass Gott denen vergibt, die das Böse tun. Ich weiss ja nicht, die Geschichte um Fufis Eltern kenne ich nicht, aber sie sollen leiden, wie/wenn sie selber (lebenslange) Leiden zugefügt haben. Das hat nichts mit Vergeltung zu tun, sondern mit Gottes Gerechtigkeit.
Sie und ich, Orlando, stehen hier nicht in einem rivalisierenden Zweikampf der richtigen Bibelauslegung - nicht zuletzt ganz einfach deswegen, weil die Bibel nicht die eine Richtschnur in meinem Leben bildet. Ich berichte hier lediglich von einigen Gedanken, die auch andere in sehr ähnlicher Form durch Erfahrung gewonnen haben, auch wenn es dafür keine einheitlich zu benennende Religionsgemeinschaft gibt - es tummeln sich darunter Christen, Buddhisten, ehemalige Streng-gläubige und Label-lose wie ich. Ich pflege insofern auch für mich nicht von Gott zu sprechen, sondern eher von einem universalen Prinzip, einer kosmischen Schöpfungsordnung. Sie können das nun selbstverständlich gerne als Lifestyle Ver-irrung abtun, aber ich fühle mich mit den anderen Ver-irrten eigentlich in ganz guter Gesellschaft. Ich bin keineswegs allein, respektive auf meine Individualisierungen zurückgeworfen (und selbst wenn dem nicht so wäre, würde ich an meiner gefühlten Wahrheit festhalten - ganz einfach, weil ich vor dem Kompass meiner eigenen Seele gar nicht anders kann).
Glauben Sie Ihrerseits, was Ihnen gut tut und was Sie für wahr halten. Und wenn es Ihnen gut tut und Sie das für wahr halten, glauben Sie meinetwegen auch an Fegefeuer und Hölle, Läuterung und Verdammnis. Nur wäre es sicherlich empfehlenswert, dabei in der Position eines Fragenden, Erforschenden, Suchenden zu bleiben - sonst laufen Sie womöglich Gefahr, in der Kutte eines selbstüberzeugten Kreuzritters oder Inquisitors zu enden (wobei...). Und irgendwie zweifle ich, dass das Abschlachten von Kindern, Frauen und Hilflosen auf direktem Weg ins Paradies führt - egal in welchem Namen Gottes dies geschieht. Wenn wir denn schon von IS sprechen.
Zum Thema Liebe (I)
Das eine aber, liebe Brüder, dürft ihr nicht übersehen: dass beim Herrn ein Tag wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag sind. Der Herr zögert nicht mit der Erfüllung der Verheißung, wie einige meinen, die von Verzögerung reden; er ist nur geduldig mit euch, weil er nicht will, dass jemand zugrunde geht, sondern dass alle sich bekehren. (...) Wenn sich das alles in dieser Weise auflöst: wie heilig und fromm müsst ihr dann leben, den Tag Gottes erwarten und seine Ankunft beschleunigen! An jenem Tag wird sich der Himmel im Feuer auflösen und die Elemente werden im Brand zerschmelzen. Dann erwarten wir, seiner Verheißung gemäß, einen neuen Himmel und eine neue Erde, in denen die Gerechtigkeit wohnt. (2. Petrus, 3, 8-14)
Zum Thema Liebe (III)
Agape (=göttliche Liebe, bedingungslose, einseitige, interessenlose, befreiende und auf andere zentrierte Liebe, Es ist ein Offenbarungswort: Ein verschlossenes und heiliges Wort (verbum arcanum), das − durch den Heiligen Geist geprägt − sich allein im Glauben erschließen kann
und die Liebe Christi zu verstehen, die alle Erkenntnis übersteigt. So werdet ihr mehr und mehr von der ganzen Fülle Gottes erfüllt. (Epheser 3,19)
Liebt nicht die Welt und was in der Welt ist! Wer die Welt liebt, hat die Liebe zum Vater nicht. Denn alles, was in der Welt ist, die Begierde des Fleisches, die Begierde der Augen und das Prahlen mit dem Besitz, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Die Welt und ihre Begierde vergeht; wer aber den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit. (1. Johannes 2,15)
Agape verwirklicht sich in der Liebesmahlfeier, der Eucharistie.
Glauben - LIEBE - Hoffnung.
Zum Thema Liebe (III)
Flood our souls with your spirit and life.
Penetrate and possess our whole being so utterly
that our lives may only be a radiance of yours.
(Cardinal John Henry Newman)
zitiert in: To the Wonder (Terrence Malick, 2013) - ein Film, den man gesehen haben muss, wenn man über den christlichen Liebesbegriff reden will. Der Kritiker Damon LInker schrieb dazu sehr treffend:
Humanity was made for God. And he is present all around us — in the transfiguring, wondrous joy of romantic love, in self-giving sacrifice, in our suffering and the suffering of others, in the charity we offer to those in pain, in the resplendent beauty of the natural world — if only we open our eyes to see him. That, it seems, is Terrence Malick's scandalous message.
@Mila: kann ich alles nachvollziehen und habe ja auch nichts dagegen. Aber ich habe etwas dagegen, wenn jemand angegriffen wird, der einen Psalm zitiert. Und zwar angegriffen wird wegen seines Gottesbildes, welches angeblich nicht à jour sei. Was ich hernach versuchte, ist die Klarstellung was nach jüdisch-christlichem Verständnis Gott bedeutet.
Die Pose des Fragenstellenden...na, ja. Diese Attitüde ist jene eines Literaten oder Salon-Intellektuellen. Ich finde, das Leben ist zu kurz um es in der verharrenden, suchenden, ewig abwägenden, hinter-fragenden Attitüde des ewigen Zweiflers zu vergeuden. Der zwanghaft Widersprechende, die Lippe, die schon zuckt und nur darauf wartet dass sie sich in kindischer Widerrede üben kann - das beobachte ich bei vielen Menschen, die sich dadurch schaurig intelligent dünken. Wenn man mal die Grenze der Vierzig überschritten hat, dann hat man keinen Nerv mehr für solchen Firlefanz. Die Antworten sind dann interessanter als die rumdrucksende Fragerei.
Nur Mut, man sollte sich (wie schon Kirkegaard sagte) in dieses wohl grösste Abenteuer der menschlichen Existenz mit Elan stürzen.
Ich habe nirgends von Lifestyle-Verirrung gesprochen in Bezug auf Sie.
LONG AT SEA
I left my home so long ago now
that I would not recognize my own face.
I constructed the Boat of My Life
and I set out
into the open sea
waving to all who knew
that the seas would give me
everything I could handle
and everything I could not
and yet they waved, and I set out
into the open sea
in the Boat of My Life:
built from Soul, crafted by Heart
and with great innocence I pushed off
into the open sea
and have been away from
my home so long now that I would not recognize my own face
but I know that Home
Home
remembers me
Em Claire
Soviel zum Thema Mut. ;)
IN THE EMBERS
we live and we die
like fireworks.
our legacies hide
in the embers.
may our stories catch fire
and burn bright enough to catch God’s eye.
we live and we die
like fireworks we pull apart the dark,
compete against the stars with all of our hearts.
’til our temporary brilliance turns to ash,
we pull apart the darkness while we can.
may we live and die
a valorous life.
may we write it all down
in cursive light.
so we pray we were made
in the image of a figure eight.
Sleeping at Last
Soviel zum Thema "that our lives may only be a radiance of yours". Es wird nur die Perspektive verschoben.
Und in eigenen Worten: Psalme wie der von Zysi zitierte erfüllen mich mit Traurigkeit. Traurigkeit macht mich, zugegeben, bisweilen angriffig.
Die verschobene Perspektive setzt die Verantwortung beim Menschen an und wartet nicht auf den gerechten Richter, um unsere hausgemachten Probleme zu lösen. Sie richtet auch nicht. Sie vertraut vielmehr auf die Seele (deren Heim sich an sie erinnert, selbst und gerade dann, wenn sie das aus eigener Kraft nicht mehr vermag).
Deswegen glaube ich auch nicht an Unterwerfung und Strafe oder einen Gott, der solches verlangen würde; weder von sich noch von seinem Ebenbild. Das Gute - Liebe, Licht, welchen Begriff oder Metapher man auch immer dafür verwenden will - ist bereits in uns angelegt, als Geschenk unseres Ursprungs (Sie mögen es Gnade nennen). Die Frage ist, was wir, hier und jetzt, damit anfangen. Und zwar nicht um sie zu 'verdienen' - sondern um sie zum Ausdruck zu bringen.
In diesem Sinne kann ich mich eben auch nicht (mehr) als Christin gemäss Kirchendoktrin verstehen. Die Lehren vom Sündenfall und von der Schlechtigkeit der Welt (und allem Weltlichen) sind mir zutiefst fremd geworden.
...und damit wäre meine metaphysische Tour-de-Force erst mal beendet, zumal ich hier auch niemanden mit meiner privaten Auffassung vom Leben langweilen will. ;)
Es heisst "Glaube - Hoffnung - Liebe", Orlando.
Namal für dich ganz elei:
"Glaube - Hoffnung - Liebe"
Und die Liebe soll sogar die Grösste sein, von Allen!
SOVIEL zum Thema "Liebe".
Ein für allemal!
Vielen Dank, mila, für dein Lidl.
Revanchiere mich gerne damit:
Pink Floyd - Eclipse
https://www.youtube.com/watch?v=WZtfsfoKSB0
Und ja, hab sogar noch was für den Orli:
When yer' good, ye live forever, but when yer' bad, ye'll die when ye die!
Grand Funk Railroad - I can see him in the morning
https://www.youtube.com/watch?v=g2aLx8R0JT8
Ach ja, und wenn wir schon beim Lidl sind:
An all jene wo mir entweder den Himmel im Himmel oder auch nur den Himmel auf Erden versprechen, wenn ich denn dies tue oder eben gerade nicht oder den wähleo der eben gerade nicht:
Chi Coltrane - I will not dance
https://www.youtube.com/watch?v=XvMZ6-fxo18
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