Samstag, 18. Juli 2015

Von Frauenrechten und ihren Unrechten


Der Bund warnt scheint’s vor Annihilationen von zukünftigen Menschen schon in uteri bloss aufgrund des unerwünschten Geschlechts.

So schteht’s jedenfalls im Tagi vom 18.7.15, und zwar prominent auf der Frontpage.

Und will deshalb ein Gesetz erlassen, wo die pränatale Euthanasie aufgrund des zu erwartenden Geschlechts der Leibesfrucht der Mutter in spe verhindern soll.

Der Hintergrund dazu:
Seit einiger Zeit sind neue Tests verfügbar, wo „das Geschlecht“ eines Fötus, das heisst die Kombination des 23ten Chromosomenpaares, schon VOR der 12ten Schwangerschaftswoche feststellen können.

So weit so gut, bloss:


SKANDAL

Schreien sie rundum und allenthalben!
Die RECHTEN sowieso, weil die nämlich jeden sogenannten „Eingriff“ des Staates in die Privatsphäre als Sakrileg brandmarken und ablehnen.

Und dann gibt’s auch noch die Ärzte wo strikt dagegen sind:
(ab hier sind alle Zitate und so dem TA, 18.7.15, Seite 1, entnommen)

- Ein Herr Roland Zimmermann, z.B., seines Zeichens Scheff der Frauenklinik am Unispital ZH, wo das Gesetz als Ausdruck von „Misstrauen gegenüber Ärzten und Schwangeren“ ablehnt.

- Und der gute André Seidenmann, Zürcher Arzt „mit langjähriger Abtreibungserfahrung“, spricht von einer „ideologischen Bestimmung“: die Freiheitsrechte der Schwangeren seien höher zu gewichten.

Ok, es soll auch Ärzte geben, die sich FÜR das Gesetz aussprechen.


Mein Bauch gehört MIR!

Sagen Sie, und meinen dabei ALLES was sie so im Bauch haben. Das geht von der Gallenblase über’s Bauchfett (ok, DAS möchten sie allerdings gerne loswerden!) bis zum, hach ihr wisst schon wen ich meine.

Und da muss ich eine Zwischenbemerkung einbringen:

DER sollte IHNEN gehören? DER oder DIE da, in ihrem Bauch.
Soll IHNEN gehören?
Soso! Und wie lange denn:
Bis das Teil aus ihrem Bauch raus ist, sei das abortativ, natürlich-natal, Kaisergeschnitten oder abgesaugt?
Oder noch länger, jedenfalls falls das Teil überlebt hat. Und wenn ja wie lange?
WIE LANGE gehört das Teil, wo damals IHR gehört hat, wegen dem Bauch, WIE Lange gehört das IHR?
Und falls da irgendwo noch so ein Maskulinum rumgeistern würde: Gehört’s denn IHM auch ein bisschen, sagen wir mal zu 1 Promille, gemäss dem Samen/Ei-Verhältnis?

Damit beende ich die Zwischenbemerkung und komme zurück zu ihren Bäuchen.


Eine Katastrophe!

Die Frauenrechtlerin Anne-Marie Rey kritisiert denn auch, das sei ein Angriff auf die Fristenregelung. In den 1ten 12 Wochen liege der Entscheid zur Abtreibung einzig und denn schon ganz, ganz alleine bei der Frau. (ALLE anderen haben sich IHREM Willen zu beugen, nämlich! Und ganz besonders dasjenige, wo sich eben gerade NICHT wehren kann!)
Und, und lasst euch DIESES Argument schön auf der Zunge vergehen:
„Ein falsches Geschlecht des Kindes könne für eine Schwangere eine Katastrophe sein.“




fufi meint dazu

Und wie es so seine Art ist, zäumt er den Gaul von hinten auf, also:

Hey Rey:
Als die Fristenlösung angenommen wurde, war noch keine Rede davon, dass das Geschlecht schon VOR der 12ten Woche hätte bestimmt werden können!
Damals war’s schon eine „Katastrophe“, überhaupt ein Kind zu kriegen. Woher kommt jetzt die Differenzierung nach Schnäbi oder ebe nöd?
Shame on U!
Aber ok, vielleicht würde heute so ein Balg ja vielleicht NICHT abgetrieben, wenn FRAU wüsste, dass der Fötus das richtige Geschlecht hat, möchten Sie nun sagen.
Und das Kind würde vom Storch an der Haustür abgegeben, nöd war?

An den schönen Herrn Seidenmann:
Jaja, die Freiheitsrechte der Schwangeren!
Und wenn die Tests dann mal noch verfeinerter sind, können sie die heranwachsende Brut ja auch abtreiben, wenn ihnen die Augen- oder die zu erwartende Haarfarbe missfällt.
Im Namen der FrauenFreiheits-Rechte?

Axt an Zimmermann:
JA! Ich misstraue euch aus ganzem Herzen und ganzem (Ge)-Wissen!
Ich weiss: IHR tut was ihr könnt! Und was die Schwangeren wollen.
Und gerade DA möchte ich auf das Statement von Frau Rey hinweisen: Eine Katastrophe!
Hauptsache die Kasse schtimmt, egal ob legal oder illegal, und schon sowieso, wenn ihr nicht kontrolliert werdet.
Und vielleicht gibt’s vom „Fall“ ja auch noch einen Artikel in der heiligen Fachzeitschrift.


Wie heisst’s so schön im alten Kirchenlied:

Macht hoch die Tür, die Tor’ macht weit,
es kommt die neue Herrlichkeit!


Keine Sorge, Damen und Herren!

Wenn nämlich das Gesetz angenommen und ins grosse Gesetzbuch geschrieben würde: Für Sie und Ihre Kundinnen würde sich denn schon grad gar nichts ändern. Es würde sich bloss die Zahl de Mikroföten, wo aufgrund seltener Gendefekte - Maria sei ihnen gnädig - leider abgetrieben werden müssen, was ich meine: DIESE Zahl möcht sich rasant vergrössern!

Ach du heiliges Saugrohr!


Nachtrag am 19.7.15, 15:08

Was hat fufi damals geschrieben, in 1991?

59 Kommentare:

fufi hat gesagt…

Hey, wo sind wir denn heute?

Weissschon, im 2015.
Aber irgendwie leben wir wie vor mindestens 2000 Jahren, nicht faktisch natürli, aber .... .
Naja, damals wurden Weibchen ganz einfach im Wald ausgesetzt.
Und sonstige unerwünschte Bälger.

Auf dass sie von Wölfen oder Bären aufgezogen würden.

Aber ihr habt ja recht:
Heute geht sowas ja viel menschlicher ab, mit dem Absaugen, und das ist erst noch viel schonender für die Frau!

fufi hat gesagt…

Ein Büebli abtreiben, bloss weil es das unerwünschte Geschlecht hat?
Ein Meitli abtreiben, bloss weil es das unerwünschte Geschlecht hat?

Und DAS denn noch als Frauen=Mutter(!?!)-Recht?

Ich kann gar nicht so viel essen wie ich darob KOTZEN könnte!

fufi hat gesagt…

Aber irgendwie hat sie ja schon recht, die Frauen-"RECHT"-lerin.
Weil die Männer können nur 1es bestimmen, bei der Brut, mit vollständiger Sicherheit, und das ist nämlich das Geschlecht!

Und da kann's ja nicht verwundern, wenn es so Frauen gibt, wo KEIN Büebli lebend zur Welt bringen möchten.
NICHT von diesem Mann!

Hat hier wer was gesagt?
Ich hoffe ja schon!

fufi hat gesagt…

Beachtet auch meinen Nachtrag vom 19.7.15, 15:08!

Orlando hat gesagt…

Also findest du Abtreibung nur dann okay, wenn sich die Frau ganz generell gegen ein Kind entscheidet, aber dann nicht, wenn sie gerade diesen Fötus nicht will?

Die Frauenrechtlerinnen sind ja eher verlogen, Fufi:

Denn wieso ist eigentlich der "Schwangerschaftsabbbruch" nur im ersten Drittel der Schwangerschaft erlaubt? Das ist ja eigentlich auch eine massive Einschränkung der frauenrechtlichen Verfügungsgewalt über den eigenen Bauch und alles was darin so rumwächst?

Das ist doch stossend, findet ihr nichrt auch ihr 1/3-Feministinnen?

Wenn also jedes "Dreinreden" in die voll informierte – also mit allen labor- und medizinaltechnisch einholbaren Infos, gefälligst! – , eigenverantwortliche (aber von der Krankenkasse bezahlten!) Entscheidung über OXI oder NAI in der Embryexit-Frage eine nicht hinnehmbare Schmälerung der Rechte der Frau darstellt, dann müssen wir auch diese willkürliche Frist von 12 Wochen aufheben und Abtreibung grundsätzlich und zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft ermöglichen! Also auch noch einen Tag vor der Niederkunft.

Alles andere ist willkürlich-verlogener Nonsense.

Und ist nicht recht eigentlich die Aufzucht eines Kindes im Einzelfall auch eine unerhörte Einschränkung der Freiheit der Frau? Man sollte also auch die postnatale Abtreibung einführen, wo die Frau (nachdem der Bengel wieder die ganze Nacht durchgeschrien hat oder sein Zimmer nicht aufräumen will) ihre ihr zustehenden Rechte wahrnehmen kann und das "unerwünschte Schwangerschaftsresultat" wegmachen.

Das heisst ja nicht, dass wir diese ungewollten Zellhaufen töten würden, aber die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörden müssten sie halt fremdplatzieren. Zum Beispiel bei kinderreichen Bauernfamilien im ärmeren europäischen Ausland, wo sich die Unfälle aus den Industriestaaten für Kost und Logis ein wenig verdingen könnten.

Hauptsache, niemand schreibt den armen Frauen vor, was sie dürfen und nicht dürfen! Denn auch ein 1/3-Feministin weiss: Frauen müssen alles dürfen können.

fufi hat gesagt…

@Orlando Hach mein Allerliebster! Do solltest unterdessen wissen, was ich von Abtreibungen halte. Aber das von wegen der Chromosomenkombination bringt irgendwie noch was viel Abscheullicheres mit sich. NEIN: Wegen der 12Wochen-Regel kann ich nicht sagen, dass es was in die Diskussion geben würde!

Andersrum:
Bis zum Alter von 12 Wochen dürfen Frauen selbständig entscheiden!

mila hat gesagt…

Ich weiss nicht, ob es immer noch üblich ist, aber in Israel sollen späte Abtreibungen möglich gewesen sein, mit der religiösen Begründung, die Seele käme erst mit der Geburt zum Körper. Soviel zum Thema Bemessung der Fristen, zur Abwechslung mal aus einer etwas anderen Peroektive.

fufi hat gesagt…

Ist's böse, mila, wenn ich jetzt sagen täte:

Lieber spät als NIE!
Hauptsache, der Balg ist weg!

Ach ja, und wie heisst's so schön:
lo tirzach - du sollst nicht töten.

Orlando hat gesagt…

Nein. Im (säkulären!) Staat Israel ist Abreibung illegal.

Unter gewissen Umständen kann sie bewilligt werden: Durch ein Komittee! :-)

Reasons for termination went as follows: the woman was unmarried (42%), because of illegal circumstances (11%), health risks to the woman (about 20%), age of the woman (11%) and fetal birth defects (about 17%).

Sind wir wieder gleich weit.

Tatsache ist, wir leben in einem Rechtsregime, das willkürliche Fantasiefristen setzt. Und so die volle Selbstbestimmung der Frau unterminiert.

Eigentlich skandalös, in einem modernen, laizistischen Staatswesen, nicht? Und jetzt wollen sie auch noch eine Gewissensprüfung einführen, wo die Frau übet die Gründe für ihren Abort Rechenschaft ablegen muss!

Auswandern? Wohin? Israel...?!

mila hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
mila hat gesagt…

Nur so auf die Schnelle: trotz Fachkommission gilt Israel als Land, das in Bezug auf Abtreibung (und eben, Spätabtreibung) sehr liberal ist. Im Netz geistern Zahlen, dass Abtreibungen vier mal so häufig vorkommen sollenals z.B. in Deutschland. Dies aber, wie gesagt, nur zwischendurch.

mila hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
O. hat gesagt…

Und was sagt uns das?

Tatsache ist, dass die freie selbstbestimmung eingeschränkt ist, sei es durch eine kommission, eine willkürliche frist oder ein verbot der selektion nach geschlecht.

Das "recht" auf abtreibung ist daher restriktionen unterworfen. Und das ist die gute nachricht: wir können getrost noch ein paar mehr reinnehmen.

Weil: mit den konsequenzen einer vollen rechtsfreiheit in diesem bereich würde niemand von uns leben wollen.

mila hat gesagt…

Ich bin absolut nicht gegen Restriktionen, aber es gibt einem durchaus zu denken, dass in Ländern, in denen lediglich eine numerische Fristenregelung ohne Kommissionen gilt, offenbar weniger abgetrieben wird als andernorts.

Willkür ist Willkür, auch wenn sie begründet werden kann - ich mache mich jetzt nicht auf die Suche nach der Begründung, weshalb man in der Schweiz die 12 Wochen als Frist angesetzt hat. Das wurde durchdacht, und vor allem demokratisch verhandelt. Aber anders bei der PID haben wir bei der Geschlechtsselektion durch neue Verfahren noch nicht abgestimmt. Das wäre in meinen Augen nötig, falls die Gesetzesvorlage von Bruderer nicht angenommen wird.

Zum anderen: mein Partner überweist seit Jahren einen bestimmten Betrag für das Kind einer Ex-Freundin. Es ist, notabene, nicht sein Kind, und es war auch sie, die sich von ihm getrennt hat. Einen weiteren Kontakt zum Kind wünschte sie nicht, obwohl er es so manche Abende gehütet hat, während sie bei der Arbeit war. Haltet bitte die Hände hoch, Ihr Pro-Life-Argumentatoren, die etwas vergleichbares vorzuweisen haben? Nicht? Dann solltet ihr bisweilen lieber schweigen. Die (konsequenzfreie) Rede entlarvt nicht selten den Heuchler.

Katharina hat gesagt…

der nächste Abschnitt von Orlandos Wkikipedia Zitat zu Abtreibung in Israel lautet:

'Women who would not qualify for an abortion under the statutory scheme may seek an abortion at a private clinic.

About half of all abortions in Israel are performed illegally in private doctors' clinics without the approval from a committee. Women who get such an abortion do not face criminal penalties, but physicians who perform them face a fine or up to five years' imprisonment, but there have been no known prosecutions of doctors for performing illegal abortions. About 40,000 abortions take place in Israel every year, about half of them legal.'

https://en.wikipedia.org/wiki/Abortion_in_Israel#Abortion_debate_in_Israel

Orlando hat gesagt…

Was soll das heissen? Es wäre besser die Mutter hätte dieses Kind nicht gehabt, oder was?

Ist ihr Partner denn ein Abtreibungsgegner, dass Sie das ins Feld führen? Was müsste man denn "vergleichbares vorweisen" können? Einen Stall voller fremder Kinder, die von ihren selbstbestimmten Müttern leider "versehentlich" auf die Welt gebracht wurden? Das ist ja eine Form der Erpressung: wenn ihr wollt, dass wir die Konsequenzen unserer eigenen Handlungen tragen und die Kinder gebären, dann müsst ihr gefälligst dafür bezahlen!

Hallo?

Ich dachte übrigens auch, für derlei emanzipierte, alleinerziehende Härtefälle hätten wir im gebenedeiten Sozialstaat vorgesorgt... wozu überweise ich sonst jährlich meine Steuern - auch "einen bestimmten Betrag" - (mir war doch, die soziale Sicherheit fresse den Löwenanteil davon)?

Glauben Sie mir, jeder tut was er kann. Gerade im Privaten. Und nicht jeder muss es gleich "vorweisen" - geschweige denn hier...

mila hat gesagt…

Das Verdrehen von Argumenten tut hier wenig zur Sache, O. Wollten Sie sich, als verantwortliche Frau, auf den Sozialstaat zurücklehnen, wo sie jeden bezogenen Rappen zurückzahlen müss(t)en? Eher nicht, oder. Und ja, macht Eure guten Taten öffentlich. Damit wir Euch an Euren 'Früchten', anstelle von blossen Worten, bemessen können.

Nur leider käme dabei wohl so ein so ziemliches Armutszeugnis, durchs Band, zusammen.

mila hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Orlando hat gesagt…

Sollte natürlich heissen: "Einen Stall voller fremder Kinder, die von ihren selbstbestimmten Müttern leider nach "versehentlicher" Schwangerschaft unter Druck von Pro-Life-Argumenten auf die Welt gebracht wurden?"

@Kat: Na und? Das ändert nichts daran, dass die Abtreibungerechte allüberall eingeschränkt sind und dass - selbst in dieser heiklen Frage um Leben und Tod - alles eine Frage der Mode, des Konsenses und der demokratischen Verhandlung ist. Deshalb ist es legitim, Schwangerschaftsabbrüche aus Gründen der Geschlechterselektion zu verbieten.

Ich bin daher für eine Verkürzung der Frist bis Woche vier (Nidation).

Übrigens, die silver bullit gegen Abtreibung ist seit nunmehr 55 Jahren die Antibaby-Pille! Und die Pille danach gibts nun auch schon ein paar Jährchen. Ganz zu schweigen von konventionellen Verhütungsmitteln.

Ich meine, Leute, wir leben im Jahr 2015! Es gibt also wirklich wirklich kaum gute Gründe für die Tötung der Frucht im Leib.

Orlando hat gesagt…

Fragen wir doch unseren Experten, ob man Sozialhilfe für die Kinder zurückzahlen muss. Fufi?

Blosse Worte hören wir ja auch von Ihnen bloss, Mila. Das hat das Virtuelle so an sich. Behaupten kann jeder. Was hier zählt ist das Argument.

mila hat gesagt…

Ein dezidiertes Nein von meiner Seite. Wer blosse Worthülsenrhetorik betreibt, spürt das auch (respektive, die andern spüren das).

Aber, Fufi: wie steht es um die Bestimmungen? Dass sie von Kanton zu Kanton unterschiedlich sind, ist bekannt. Wie sind sie heute? Ich kenne, zugegeben, eher den Stand von gestern.

mila hat gesagt…

Da ich heute nicht zum Kommentieren komme, hier noch einmal die wesentlichen Punkte in kurzer Zusammenfassung:

Wer sich nicht die Lebensumstände von Frauen genauer ansieht, die sich zur Abtreibung entschliessen, sondern grundsätzlich davon ausgeht, dass es sich dabei um blosse (und daher um jeden Preis vermeidbare) 'lifestyle choises' handelt, wird nichts an der Situation als solche ändern (trotz bester Absichten). Ein Kind ist ein Langzeitprojekt, mit einem ermunternden 'Das wirst Du schon irgendwie packen, und im schlimmsten Fall ist Väterchen Staat für Dich da' ist es nicht getan - bei gleichzeitiger, weiterhin existenter sozialer Abwertung alleinerziehenden Mütter. Die Verhältnisse, in denen manche Kinder (auch in der Schweiz) leben, möchte so manche Mutter ihrem ungeborenen Kind nicht zumuten. Ich möchte ja erst einmal die Leute sehen, die selbst bereitwillig Sozialhilfe in Anspruch nehmen würden. Mein Kenntnisstand bezieht sich zudem darauf, dass jeder Sozialhilfebezüger dazu verpflichtet ist, bei verbesserten Lebensumständen die bezogenen Leistungen zurückzuzahlen - mir wäre, von früheren Abklärungen, nicht bekannt, dass Mütter davon ausgenommen wären. Aber dazu wird Fufi vermutlich das seine beitragen. Vergessen wir im Übrigen auch nicht all die böswilligen Kommentare, die darauf hinauslaufen, eine Frau hätte einem Mann bei einem unverbindlichen Intermezzo ein Kind angedreht, um 'auszusorgen'. Wirklich, wir sind als Gesellschaft noch ziemlich weit davon entfernt, solidarisch zu sein - und genau darum geht es am Ende für die betroffenen Mütter, zumindest eine Grosszahl von ihnen. Um Solidarität und Sicherheit.

Die Abtreibung auf vier Wochen zu 'befristen', O., ist doch ein lachhafter Nicht-Kompromiss, und in dem Sinn ein inkonsequentes Schein-Manöver. Zu diesem Zeitpunkt kann noch nicht einmal eine Befruchtung sicher festgestellt werden. Auch wenn Sie es nicht glauben mögen, es gibt tatsächlich so etwas wie unbemerkte Verhütungsfehler. Davon könnte ich ein Liedchen singen, obwohl ich mein Leben lang in diesem Punkt überaus gewissenhaft war. Aber das tut hier nichts zur Sache, und persönlich sehe ich in diesem Umstand auch keinen 'Fehler' mehr - sondern ein Geschenk. Aber dass ich das kann, hat wiederum sehr viel mit meinen eigenen Lebensumständen zu tun. Wie schon gesagt: mit Mitte Zwanzig hätte ich es ziemlich sicher nicht in mir gehabt zu sagen, das kriege ich zur Not auch alleine gut hin.

Tiger hat gesagt…

Ich möchte auf die wichtigste Frage des heutigen Tages eingehen: Hat der Philadelphier Hauptbahnhof wirklich 29 Gleise?

http://i.imgur.com/qaiKyNX.gifv , fufi

Orlando hat gesagt…

Heute keine Zeit für Worthülsendrescherei, geschweige denn für Heuchelei und Armutszeugnisse. Aber ich werde in Zukunft die Belege meiner Spenden an die Schweizerische Hilfe für Mutter und Kind einscannen und Fufi zwecks Offenlegung zukommen lassen. Da es anonyme Spenden sind, ist das natürlich noch kein Nachweis, aber das ist das Geschwätz von "gespürten" *Früchten" ja auch nicht.

Weitere Hilfs- und Stützangebote zugunsten mehrerer Mütter und ihren ungeplanten Kindern in meinem näheren Freundes- und Familienkreis (die diese zweifellos wegen meiner Pro-Life-Propaganda NICHT abgetrieben haben und jetzt den Schaden haben) lassen sich nicht mit "bestimmten Beträgen" beziffern. Sondern sind mehr immaterieller Art. Und werden sehr geschätzt, so weit ich das beurteilen kann.

Es ist ja auch genau beim Blick in die Augen dieser Kinder, wo mir schlagartig bewusst wird, wie absurd die Emanzenlogik ist, dass die Schwangere jederzeit über den Tod dieses Wesens entscheiden dürfen sollte.

Und dies sage ich im Hinblick auf die Jahr für Jahr 11'000 vernichteten, verunmöglichten Kinderleben in unserem Lande. Oder meinetwegen auch der 41'000 in Israel. Was passt, denn es handelt sich im Grunde um einen weltweiten Holocaust!

Diese "Zellhaufen" hätten auch zu so schönen Kuleraugen heranwachsen können.

Und leise, gespenstisch entfernt hört man das Kinderlachen aus Zahnlückenmündern all jener Abgesaugten, Herausoperierten, Weggemachten. Und ja, ich finde Trost darin, dass deren Seelen bei Gott sind.

mila hat gesagt…

Kurz aus der Mittagspause: von wievielen (verhinderten) Abtreibungssituationen sprechen wir hier? In meinem Familien- und Freundeskreis weiss ich von genau dreien. Eine betrifft ein Vor-Geschwisterchen von mir, meine Eltern waren gerade erst in der Schweiz angekommen, hatten sich eben erst kennengelernt. Ihre Beziehung und Lebensumstände waren alles andere als gefestigt, mein Vater auch erst 21 Jahre alt. In den anderen beiden Fällen war meine Meinung nicht gefragt. Die Freundin im Praktikumsverhältnis, die von ihrem Freund unter Druck gesetzt wurde, sprach erst Jahre später darüber. Die Freundin, die mit kleinem Gehalt einen sozialhilfeabhängigen Partner mit durchfütterte, hatte sich schin entschieden und wollte nicht mehr darüber diskutieren. Sie wollte nur eine Begleitung zum Frauenarzt, das habe uch akzeptiert. Keine dieser drei Entscheidungen war eine einfache, sie sind nach wie vor mit Schuldgefühlen verbinden. Aber auch mit dem Wissen, das man damals in einer Notsituation war.

Umgekehrt finde ich gut, dass Sie spenden. Alles andere hielte ich ehrlich gesagt auch für inkonsequent, zumal bei der Vehemenz Ihrer Position. Aber damit dürften Sie auf sehr weiter Flur ziemlich allein dastehen.

mila hat gesagt…

Sorry für die Tippfehler - das Smartphone und ich werden nie Freunde werden. Und aus meiner Sicht ist damit auch alles zum Thema gesagt - grundsätzliche Abtreibungsdiskussionen führe ich wie gesagt nicht mehr. Mir geht (ging) es lediglich darum zu beleuchten, was für Einzelfälle hinter einer Statistik stecken (können). Und dass das hohe moralische Ross angesichts dieser nicht angebracht ist. Wenigstens nicht in meinen Augen.

Katharina hat gesagt…

Zu repugnant Orlando's 'Pro-Life-Propaganda:

http://www.dailykos.com/story/2015/07/18/1403401/-Republican-Legislation-Will-Permit-Companies-To-Fire-Single-Pregnant-Women?detail=facebook

fufi hat gesagt…

@mila et Orli

Von wegen der Rückzahlungspflicht:

Ich kann da nur von Zürich sprechen, und da auch nur von der Stadt.
Aber da gilt:
(Achtung: Experte bin ich nicht da drin, bin in der Buchhaltung.)

ALLES was irgendwie(hä?) zu Geld kommt, muss die bezogenen Sozialhilfegelder zurückzahlen.
Kinder wo zu Geld kommen müssen die Sozialhilfe wo damals an ihre Eltern(teile) gegangen sind nicht zurückzahlen. Weil damals die Eltern, ihr wisst schon.

Und es gibt da auch Verwandtenunterstützung, meist von schtinkreichen Eltern, wo wegen der missratenen Brut blechen müssen.
Manchmal sind's auch die Kinderlein.

Das ist jedenfalls die Theorie!

fufi hat gesagt…

@Tiger

Weiss nicht, wie das mit Filadelfia ist.
MEIN Modellbahnhof hat jedenfalls 11 Geleise.

Und wenn du das Vih im Filmli dir genau ansiehst, dann ist's nämlich ein verkleideter Raptor aus der Jurassischen Welt!

mila hat gesagt…

Heisst das konkret: die Kinder selbst sind nicht rückzahlungspflichtig, die Mutter hingegen schon (und nicht nur für den für sie berechneten Anteil)? Respektive der Vater, falls er Alimentenzahlungen nicht nachkommt und die öffentliche Hand diese vorstreckt. Tja, dann: soviel zur schönen Theorie vom 'gebenedeienden Sozialstaat'.

So oder so kann es eine betroffene Frau letztlich niemandem Recht machen: treibt sie ab, gilt sie als rücksichtslose Egoistin, tut sie es nicht und arbeitet, als Rabenmutter, tut sie es nicht und bezieht Sozialhilfe, als Schmarotzerin (wie man als Alleinerziehende aus der Sozialhilfefalle entkommt, wenn man erst mal drin ist: diese Frage stellt sich niemand). Und überhaupt hätte sie es doch lieber mal mit dem Kinderkriegen sein lassen, bis sich ein verlässlicher Vater am Horizont abzeichnet... Das arme Kind... (wobei das immer noch die harmlosere Variante ist als der alternative Vorwurf, eine unverschämte Goldgräberin zu sein). Soviel, nochmals, zu unserer vielgerühmten Solidarität. Es wäre wohl ein erster Schritt, zumindest beim Respekt anzufangen.

mila hat gesagt…

@Katharina: Erschreckend. Und ein Zeugnis eben jener Doppel-Moral bestimmter Kreise, die auf der anderen Seite strikt Pro Life und gegen Abtreibung argumentieren. Ihre 'Solidarität' beschränkt sich augenscheinlich auf die Leibesfrucht, und endet vor der betroffenen Mutter. Fragt sich nur, wie diese Leibesfrucht (über-)leben soll, wenn man der schwangeren, potentiell Alleinerziehenden kündigt. Anstellen wird sie in ihrem Zustand nämlich in der Regel niemand mehr.

fufi hat gesagt…

Tja, mila:
Solange die Kinder minderjährig sind, sind sie nicht selbst verantwortlich.
Ist ja aigentlich logisch?
Aber wie gesagt: Wenn sie denn später mal MillionenMilliarden verdienen würden, könnten sie unter dem Titel "Verwandtenunterstützung" doch noch zur Kasse gebeten werden.

Alimentenzahlungen und Kinderzulagen werden selbstverständlich von der Sozialhilfe abgezogen, ebenso wie irgendwelche IV, - IV-Kinder und was weissichnoch was für andere Rentenzahlungen.
Und bevorschusste Alimenten werden von der Alimentenstelle inkassiert.

Und von wegen den alleinerziehenden Müttern:
Es gibt da doch eine beträchtliche Anzahl von "Fällen" wo eine ganze, "intakte" Familie von der Sozialhilfe lebt. Und in einigen von diesen "Fällen" ist es so Sitte, dass die Frau jährlich ein Junges wirft. Sei es aus religiös-kulturellen Gründen oder bloss, dass der Vatti seine Virilität beweisen kann.
Klaro, oft vermischen sich die Gründe.

ABER, und DA möchte ich doch auch drauf hinweisen:
Abtreibungen gehen auch auf Kosten der Sozialhilfe.

Und möchte jetzt wer dazu sagen, DAS wäre ja eigentlich noch viel billiger, als die Bälger austragen und danach lebenslang am Tropf der Steuerzahlenden hängen zu lassen?

Nuzn ja, billiger wär's allemal.

BILLIGER!

fufi hat gesagt…

So, und jetzt hab ich genug gepläuderlet, aus dem Chuchichäschtli!
Aber irgendwie und dennoch:
DA ist ein sehr schwieriges un komplexes Problem!

mila hat gesagt…

Tut mir leid Fufi, aber mich interessieren nun mal vor allem, in diesem Kontext, Alleinerziehende und ihre Umstände. Nicht Familien, die sich mehr oder weniger bewusst auf Sozialhilfe als 'Lebensform' einrichten. Das wollen nämlich die allermeisten betroffenen Alleinerziehenden eben nicht (riskieren).

mila hat gesagt…

...respektive: potentiellen Alleinerziehenden. Vor diesem Hintergrund werden so manche Entscheidung pro/contra Abtreibung gefällt.

Orlando hat gesagt…

Ich hatte ausführlich geantwortet aber der Post ist weg. Weg!

Also in kürze:

@mila: einfach mal faktenfrei und freihändig drauflos behaupten, wie?

Zu der Rückerstattung: als Erwachsener solte man schon in der Lage sein, sich die nötigen Informationen selber zu besorgen. Es gelten die SKOS-Richtlinien. Erklärt werden sie hier: http://www.sozialhilfe.zh.ch/Handbuch/15.2.03.%20R%C3%BCckerstattung%20von%20rechtm%C3%A4ssig%20bezogenen%20Leistungen%20aufgrund%20g%C3%BCnstiger%20Verh%C3%A4ltnisse.aspx

Zusammengefasst: In den beschrieben Fällen dürfte dies selten eine arme, vom Pro-Life-Dogma zur Kindsaustragung gezwungenen Frau treffen, die wegen der Mutterschaft vorübergehend sozialhilhebedüfrtig wurde. (Wie lange es geht, bis nach Mutterschaftsurlaub und ALV-Massnahmen jemand voll in die Sozialhilfe abrutscht - und dann noch WEGEN der Mutterschaft -, steht noch mal auf einem anderen Blatt! Bitte auseinanderhalten: Sozialhilfe und andere direkte Bezüge und Leistungen für das Kind wie subventionierte Krippenplätze, etc,).

Rückzahlung nur, wenn...

- durch Erbschaften, Erbvorbezüge, Schenkungen oder sonstwelche Vermögensgewinne die finaziellen Verhätnisse günstig werden
- durch Lottogewinn o. ä.
- bei obigen nur bei Beträgen über 40 000 Franken, das heisst Freibeträge für eine Mutter (25 000) und ein Kind (15 000 pro Kind).
- durch eigene Leistung, was ja voraussetzt, dass die Person wieder auf eigenen Beinen steht und soviel verdient, dass eine Rückzahlung geboten erscheint (was realiter selten je der Fall sein wird)
- wenn die Frau später wieder heiratet, kann das Vermögen des Mannes nicht zur Rückzahlungspflicht herbeigezogen werden (BGE)
- wenn die Sozialhilfe illegal bezogen wurde

Das heisst de facto, dass sie in der Praxis praktisch nie rückgefordert wird. Wo kantonale Behörden dies trotzdem um jeden Preis versuchen, sind sie rechtlich meist auf dem Holzweg.

Wenn Sie aber Zahlen und Beispiele zu gebeutelten Mütter haben, die in die Sozialhilfe gerieten WEIL sie Mütter wurden und danach auf wundersame Weise einen sozialen Aufstieg der Extraklssse geschafft haben und nun so viel verdienen, dass sie nun einen gewissen Betrag der einst bezogenen Leistungen zurckerstatten müssen - nur zu! Ich bin gespannt.

Das alles könnte man mit etwas Recherche herausfinden, Hörr Buchhalter.

@Kat: Quite simply, the legislation clearly and unequivocally provides an employer/boss with the option of firing women who conceive out of wedlock.

Duh!

Das nennt sich Vertragsfreiheit, eine der grossen Errungenschaften der Neuzeit! In der freien Welt kann niemand gezwungen werden gegen seinen Willen einen Arbeitsvertrag einzugehen, weder Angestellter noch Arbeitgeber. Was das Gesetz damit umgehen will, ist das faktische Kündigungsverbot für Unternehmen.

Wenn aber das Verhältnis zwischen den Vertragsparteien zerrüttet ist, dann muss eine Kündigung unter Wahrung gesetzlicher Fristen natürlich möglich sein. Und zwar von beiden Seiten. as ist doch das natürlichste auf der Welt. Das gilt im privaten Sektor, wozu eben auch private Schulen und Universitäten gehören. In öffentlichen Betrieben mag meinetwegen etwas anderes gelten.

mila hat gesagt…

Eine konkrete Schilderung aus Sicht einer angegehenden Journalistin (lässt sich beliebig auf Studentinnen bzw. Frischabsolventinnen etc. übertragen).

Ich habe gerade meine Berufsausbildung beendet und bin in einem Praktikum. Mein Eigenverdienst ist mager (plus, oder eher minus CHF 2000), ich erfülle die Beitragspflicht nicht oder nur beschränkt. Die Bemessungsgrundlage fürs Taggeld könnte tiefer nicht sein. Ich möchte mich in meinem Beruf etablieren, werde aber kaum die Chance dazu bekommen als Frischmutter - mein Praktikum verlängert sich leider nicht automatisch in eine Vollzeitanstellung. Und solange ich nicht halbwegs beruflich etabliert bin, werde ich als Freischaffende kaum eine Chance haben.

Mit etwas Pech lande ich also ziemlich schnell in der Sozialhilfe. Und daraus komme ich nur mühsam wieder raus. Der Vater meines Kindes will mit dem Kind nichts zu tun haben, also bin ich de facto, was die Betreuung angeht, völlig auf mich allein gestellt. Will ich das alles wirklich für mein Kind: die Unsicherheit, die existenzielle Mindestbemessung? Will ich mir meine ohnehin schon herausfordernden beruflichen Zukunftsaussichten verbauen? Für etwas habe ich ja meine Ausbildung gemacht, und mich bewusst dafür entschieden (und nicht für die Migrokasse als Alternative).

Eigentlich nicht. Nichts von alldem. (Aus Zeitgründen belasse ich es bei dem einen Beispiel, mit etwas Vorstellungsvermögen können Sie die Ausgangssituation auf die anderen von mir geschilderten Fälle sinngemäss übertragen.)

Auf den Rest Ihrer bürokratischen Argumentation gehe ich gar nicht erst ein. Von mir aus ist das Wesentliche damit nun auch definitiv gesagt.

fufi hat gesagt…

@mila

Ja, es gibt viele Fälle von alleinerziehenden Frauen.
Und da gibt's einige, wo Sozialhilfe beziehen als Working Poor!
Und dass es Working Poor gibt ist eine Schande!
Und es gibt auch Fälle, wo die Männer arbeiten.
Als Working Poor!

Aber es gibt auch Fälle von allenerziehenden Müttern, wo halt ganz einfach, ich sag mal: naiv waren.
Und es gibt auch mehr als genug Fälle von alleinerziehenden Müttern, wo eben naiv geblieben sind: Jedes Jahr ein neuer Traumprinz und jedes Jahr ein Kind mehr in der Sozialhilfe.

Ich arbeite jetzt 20 Jahre im Milieu, und es gibt NICHTS, wo es nicht gibt!

fufi hat gesagt…

@Orli
Was Erbschaften und illegale Bezüge betrifft:

Erbschaften werden mit den bisherigen Leistungen der Sozialhilfe verrechnet.
Bei Ausgaben von 120'000, z.B. und Erbschaft von 90'000 geht die Kohle voll ans Sozialamt. Das gilt ebenso für Nachzahlungen irgendwelcher Renten oder so!
Umgekehrt werden die Bezüger solange in die Freiheit entlassen, bis sie auch den Rest der Erbschaft verprasst haben.

Und von wegen den illegalen Bezügen:
Ich arbeite im Team der Navy-Seals vom SDZH. Und die Gschpänli holen da mächtig Kohle rein. 7stellige Beträge pro Jahr!
Es ist also NICHT so, dass da NICHTS abgeht, gäll Orli!

fufi hat gesagt…

Und ja doch, @ Orli

Selbstverständlich wär es auch möglich, alle die zur Kasse zu bitten, won später gut verdienen oder einenLottogewinn oder dass ihre Kinder gut verdienen.
Das heisst, s'ist trotzdem schwierig, wegen dem Bankgeheimnis und dem Datenschutz.
Und also irgendwie meine ich, der Personalaufwand würde die Einnahmen NICHT rechtfertigen!

fufi hat gesagt…

Und namal @Orli

Ich hab dieses Fachgebiet grad eben übernommen.
Und erspar mir die Details, aber wenn da wer stirbt und ein Vermögen von, sagen wir mal 30'000 hinterlässt, dann kann das in Sozialfällen (nein, eigentlich nicht diesen, aber wie gesagt: keine Details) aber jedenfalls geht das ganze Geld an den Staat. Infolge Rückforderung.

Neinei, die Gelddruckmaschine beliefert glaub NICHT die Bedürftigen!

Orlando hat gesagt…

Zum Fall der Dame (wie alt ist sie eigentlich...?)

1) es gibt keine "Berufsausbildung zur Journalistin" in der Schweiz, weiss der Kuckuck was sie für einen ausbildungs- und beruflichen Hintergrund hat

2) "solange ich nicht halbwegs beruflich etabliert bin, werde ich als Freischaffende kaum eine Chance haben".

Das kann man so nicht sagen, alles ist ein Frage des Ehrgeizes und der Durchsetzungsfähigkeit. Mir wäre aber auch nicht bekannt, dass es ein Recht auf Arbeit im Traumjob gibt. Ausserdem muss man sich halt manchmal auc ein wenig um gute Kontakte bemühen, Frölein, vielleicht gibt es ja andere Jobs in der Branche wo so eine Stelle für ein junges Mami ganz ideal wäre... man kann eben nicht immer nur arrogant auf dem hohen Ross thronen und erwarten, dass sich die Welt um einen bemüht.

3) "Mit etwas Pech lande ich also ziemlich schnell in der Sozialhilfe"/für etwas habe ich ja meine Ausbildung gemacht, und mich bewusst dafür entschieden"

Hä?!? Wasbittewiedennbitte? Seit wann "landet" jemand in der Sozialhilfe, wenn man nicht gerade den Beruf ausüben kann, den man sich erwünscht? Haben wir irgendwie strenge Zunftgesetze, die uns nur erlauben das Metier auszuüben, welches wir mal gewählt haben? Wo lebt die eigentlich? Wenn ich nicht fest in einer Redaktion angestellt sein darf dann gehe ich in die Sozialhilfe?

So ein barer Unsinn!

Ich glaube. sogar die Gutmenschen im Sozialamt würden laut lachen, wenn die Dame heranstolziert kommt und sagt: "Hallo, ich habe mein Praktikum beendet und die wollen mich nun nicht behalten. Ich müsste also ab kommenden Montag Sozialhilfe beziehen. Wo muss ich unterschreiben?"

4) "Der Vater meines Kindes will mit dem Kind nichts zu tun haben"

Excusez: selber schuld. Ich dachte, Frauen können heutzutage ihre Geschlechtspartner auswählen? Oder war es ein arrangierter Zwangs-One-Night-Stand? Pardon, so etwas diskutiert man, bevor man schwanger wird. Ausserdem gibt es gesetzliche Pflichten, die sich aus der Vaterschaft ergeben, siehe Vaterschaftsklage 261 ZGB und zwar ex tunc!

5) "also bin ich de facto, was die Betreuung angeht, völlig auf mich allein gestellt"

Ja Herrgott! Wozu bauen wir mit Anschubfinanzierungen und Subventionen dann eine flächendeckende gigantische Betreuungsinfrastruktur auf, wo man schon praktisch neugeborene abgeben kann? Nocheinmal: wo lebt die Frau?

Haha, das war ein witziges Beispiel, Mila. Bringen Sie dochnoch mal zwei oder drei. Leider ist die Geschichte vom Journi-Frölein wirklich nicht geeignet als Beispiel einer jungen Frau, die DURCH die Schwangerschaft und de Entscheid, das Kind auszutragen, in existenzielle Not gerät.

Und ich bezweilfe keinen Moment, dass es solche Fälle gibt. Und desen muss man auch helfen. Wie gesagt: wozu haben wir sonst diesen Sozialluxus in unserm Land?

fufi hat gesagt…

ORLANDO: Mässige dich, bissoguet!

Und bloss zu deiner Kenntnis:
Da solls ja die MAZ geben, gäll?
Und so ne Ringier-Schurni-Schule?
Und was weissich welche Institute,
wo DU offenbar nicht mal vom
Hörensagen kennst. Scheint's!

Nei Orli:
KEINE persönlichen Angriffe!
Capito?
Und einverstanden!!!!!!!!!!!

fufi hat gesagt…

Liebe mila

Ich hab damals auch als Schurni gearbeitet.
Als freier Schurni, mit Belohnung per Zeichenhonorar.
Zum Glück hat fufine daneben auch noch ein paar Batzeli verdient.

Sex wis well:
Ich wünsch dir die Hälfte von allem, das Gute nämlich!

mila hat gesagt…

Lieber O., ich würde Ihnen ja gerne zugute halten, dass die Hitze Ihre Geister erheblich vernebelt hat und die von Ihnen so oft beschworenen 'Fakten' Ihren (gesunden) Menschenverstand deshalb nicht erreichen (Stichwort working poor, Stichwort langjährige bis lebenslange Abhängigkeit von der Öffentlichen Hand). Aber dass die vielzitierten Argmumente weder Ihre Ratio erreichen, noch Ihr Herz, liegt wohl eher daran, dass Sie diese einer fundamentalen Überzeugung zu opfern bereit sind. Was nicht passt, wird eben passend gemacht. Item.

Ich gebe mir gerne die Mühe, den beschriebenen Fall eigens für Sie näher aufzudröseln (auch wenn ich nicht davon ausgehe, dass Sie an Ihrer aktuellen Begriffstutzigkeit überhaupt etwas ändern möchten). Die angehende Journalistin war knapp Anfang Zwanzig. Sie hatte gerade eine Ausbildung als Grafikerin beendet - mehr schlecht als recht, und mit zusammengebissenen Zähnen, nur um einen Erstabschluss vorweisen zu können (so was tun brave Schweizer nämlich: sich durchbeissen, auch wenns nicht passt). Während der Ausbildung hat sie festgestellt, dass ihr die moderne Grafik-Arbeit mit Computer überhaupt nicht liegt (das von-Hand-Gestalten ist schon länger weitestgehend passé), und sie demnach nie auf diesem Beruf arbeiten könnte - es gibt weiss Gott genug motivierte und gute Fachleute für die knappen Stellen. Wie es so halt in jedem etwas spezielleren (und interessanteren) Markt so ist.

Nach der Berufsbildung kam ein nahezu unbezahltes Volontariat beim Radio, danach das besagte schlecht bezahlte Praktikum - mit Option auf MAZ-Lehrgänge (richtig, Fufi!). Aber eben: keine winkende Festanstellung, denn auch hier haben wir es mit einem gesättigten Markt zu tun. Hätte sie sich für das Kind entschieden, wäre sie sowohl auf dem Arbeitsamt als auch später auf dem Sozialamt am Minimum bemessen worden, sowohl was, auf dem Arbeitsamt, den Taggeldbetrag als auch die Anzahl bezugsberechtigter Tage angeht - so ergeht es allen, die kaum aus der Ausbildung kommen und keine Berufserfahrung haben. Und das Sozialamt ist keinesfalls grosszügiger bei der Bemessung der Beträge. Realistischerweise wären ihr nur Stellen offen gestanden, für die es keine spezifische Qualifikation braucht: also besagte Migros-, Tankstellen- oder Kioskkasse. Wunderbare Aussichten, nicht wahr? Den vom Idealfall Festanstellung bei einer Tageszeitung o.ä. kann man gerne träumen, aber sie erfüllt sich eher für wenige, und in der Regel noch weniger für alleinerziehende Mütter. Parallel dazu, dass man das Kind im Alltag kaum sieht, weil man es realistischerweise 4-5 Tage in die Krippe geben müsste, wenn man selbst für sich sorgen möchte in einem Minimumlohnsegment. (Übrigens, auch viele Journalisten haben trotz spannender Tätigkeit ein in meinen Augen unterirdisches Einkommen, insbesondere die angehenden.) Damit standen ihr ganz pragmatisch zwei Wege offen: working poor auf eher unabsehbare Zeit, oder Abhängigkeit vom staatlichen Tropf.

Dazu kommt, dass nicht jede Frau sich a) in der Lage sieht, ein Kind allein grosszuziehen, und b) sich das in irgendeiner Form wünscht. Und das geht Sie von Ihrer empörungsgesättigten Selber-Schuld-Kanzel nun mal überhaupt nichts an. Ich möchte ja so manchen Mann sehen, der sich in derartigen Ausgangslagen für ein Kind entscheiden würde... Wie gut für so einige grosse Redenschwinger, dass sie nicht auf die Probe aufs Exempel gestellt werden können.

mila hat gesagt…

Dagegen kenne ich so manche Frau, die trotz widrigster Umstände für ihre Kinder über sich hinausgewachsen ist. Als Migrantin und exakter noch Seconda gehöre ich zu einer Minderheit, die dafür bekannt ist, im Durchschnitt sozialhilfegefährdeter zu sein als die Schweizer Bevölkerung. Ich bin froh und dankbar, dass meine Eltern, und insbesondere meine Mutter, nie mit diesem Gedanken gespielt haben. Sozialhilfeabhängigkeit (und Perspektivelosigkeit) pflanzt sich ja mitunter über Generationen fort, was man besonders gut in Deutschland, aber eben auch in der Schweiz beobachten kann. Das kann man keinem Kind wünschen, auch wenn mich kein einziger Rappen meines Erwerbs, der in das Sozialversicherungswesen fliesst, reut. Nochmals item. Ich weiss also, wie eine Mutter sich fühlt, wenn sie sich fragen muss, wie sie die Winterstiefel für ihre Kinder besorgen soll, wenn der Vater, wie so oft, mit den Alimentezahlungen im Verzug ist. Diese kommen notorisch unregelmässig, und so gut wie nie in der bemessenen Höhe. Aber sie will ihn trotzdem nicht behördlich belangen, respektive sich die Alimente bevorschussen lassen - er hat genug Probleme. Und sie schafft es irgendwie immer doch noch, ihr Leben und diejenigen ihrer Kinder zusammenzuhalten, mit Vollzeittages- und zusätzlichen Putzjobs. Später wird sich die Situation etwas entspannen, der Vater hat seine Firma und seine Finanzen wieder ein wenig besser im Griff. Aber die Tochter muss im Gymi trotzdem den Schatzmeister der Klasse wiederholt um (Klein-)Beträge für Klassenfahrten, Buchanschaffungen etc. vertrösten, weil das Geld dafür eben grad nicht reicht. Keine schöne Erfahrung, aber eine prägende.

Es soll mir also bitte niemand, der solche Umstände nicht kennt, nicht von Nahen gesehen oder selbst erlebt hat, etwas davon schwafeln, dass jedes Leben um jeden Preis geboren werden soll/muss, respektive was für andere zumutbar ist. Die diskursiven Minderheiten der heutigen Gesellschaft haben durchaus ein Recht auf ihre Meinung, und auch darauf, sie öffentlich zu vertreten. Aber sie müssen sich definitiv nicht wundern, wenn der mehrheitliche Rest nur befremdet den Kopf über ihre alltags- und weltfremden Kopfgeburten schüttelt.

Orlando hat gesagt…

Unter Berufsausbildung verstehe ich Erstausbildung und die kann man nicht als Journalistin machen. MAZ ist Weiterbildung, die sich an Profis richtet, die Ringier-Jornalistenschule ohnehin. Und du hattest gaubs ein abgeschlossenes Theologiestudium in der Tasche. als du dich jorunalistisch betätigt hast, oder?

Interessant ist das in dieser phony Geschichte, weil sie so tut, als hätte sie gar keine anderen Fähigkeiten und könne nur gerade im Journalismus arbeiten (ausgerechnet!). Daher auch die Frage nach dem Alter.

Fazit: Es scheisst sie einfach an, vorübergehend von geringen ALV-Taggeldern zu leben und sich um das Kind zu kümmern.

Zwei weitere Fehler habe ich gefunden: Sie bekäme nicht 70-80% ihre Praktikantenlohnes, der Sockelbetrag für arbeitslose ohne Ausbildung liegt bei rund 2.400.-.

Und weiter:

Das bereits laufende Arbeitslosen-Taggeld von Versicherten ruht unmittelbar nach der Niederkunft und wird durch die Leistungen der Mutterschaftsentschädigung abgelöst. Das Arbeitslosendossier wird annulliert.

Wenn die Bedingungen erfüllt sind, werden die Arbeitslosen-Taggelder durch die Leistungen der Mutterschaftsentschädigung abgelöst, und zwar für die Dauer von 98 Tagen (oder länger, wenn der Wohnkanton höhere Leistungen vorsieht als die eidgenössische Versicherung).

Bei der AHV-Ausgleichskasse muss ein Antrag eingereicht werden. Die Mutterschaftsentschädigung wird nicht von Amtes wegen entrichtet.
Für die Höhe der MSE ist der Lohn vor der Arbeitslosigkeit massgebend. Auf jeden Fall darf die MSE nicht tiefer ausfallen als das bisherige ALV-Taggeld, welches im Anschluss an den Bezug der MSE wieder auflebt.

Der Anspruch auf Arbeitslosentaggeld lebt nach Ablauf der Mutterschaftsentschädigung wieder auf. Dafür ist eine Neuanmeldung beim Arbeitslosenamt notwendig. Es gibt keine neue Wartezeit, wenn die Karenzfrist vor der Niederkunft bereits abgelaufen ist.


Lasst euch doch bitte nicht so verarschen von solchen Lügenstories.

mila hat gesagt…

Merci, Fufi.

mila hat gesagt…

Phony Geschichte? Lesen Sie doch nach. Und schämen Sie sich ruhig ein wenig. Nicht was mich betrifft, ich bin mir von Ihnen ja vieles gewöhnt und nehme es Ihnen auch nicht übel. Sie können offenbar nicht anders, wenn Sie in Fahrt geraten. Aber gegenüber den vielen Frauen, über die Sie so mir nichts, Dir nichts und ohne jeden mitmenschlichen Grundrespekt den Stab brechen. Vielleicht sollten Sie sich ja auch einfach mal nur fragen, wieso so eine 'Selber-Schuld'-Betroffene Ihnen auch nur ein Wort von Ihrer ehrlichen Anteilnahme an allem Leben abkaufen sollte. Offenbar ist sie ja davon herzlich ausgenommen. Und damit bewirken Sie, wenigstens öffentlich - ich weiss ja nicht, wie sie im Privaten bei solchen Themen auftreten -, trotz bester Absicht gegenüber dem Kind rein gar nichts. Ausser Widerwillen, und Abscheu.

Orlando hat gesagt…

Offenbar ist sie ja davon herzlich ausgenommen.

Natürlich, weil sie ein dummes Gör ist (wahrscheinouch "grafisch" tätowiert und mit Nasenpiercing - ein typisches Produkt antiautoritärer Erziehung), das mir Lügen auftscht als Begründung, wieso es sein Kind töten musste.

Aber bitte jetzt nicht wieder ablenken: Sie lügt ja einfach, sei es aus Fehlinformation oder aus Absicht. Niemand landet einfach so in der Sozialhilfe, ich habe gute Grunde gezeigt, wieso nicht. Wenn sie 20 ist ohnehin nicht, das ist blanker Unsinn!

Ich glaube niemand hier war jemals arbeitslos gemeldet. Was die Leute beim RAV alles tun, um jemanden wieder flott zu machen und zu integrieren ist stupend - das verschlägt einem die Sprache! Es gibt für eine 20-jährige gelernte Grafikerin eine mannigfaltige Auswahl an Jobs, die nicht das Einräumen von Gestellen im Supermarkt zum Inhalt haben!

Auch das ist besonders billige Polemik, das Drohen mit der Migroskasse, tz tz!

Meine Schwester, die ja von der Konstellation her eine ähnliche Situation hatte wie das Gör (einfach mit kaufmännischem Abschluss) war genauso beim RAV und zwar ungefähr ab drei Monate vor der Geburt, dann Muterschaftsversicherung, dann wieder RAV und hat dann nach ca. 8 Monaten ebenfalls wieder gearbeitet, kein Traumjob, aber 3 Tage die Woche. Der Kindsvater (mit dem sie nicht zusammenlebte) übernahm einen Betreuungstag, so hatte sie sogar mal einen Tag für sich. Da suchte sie halt weiter und fand eine tolle Stelle (wiederum nicht der Traumjob, aber gewisse Kompromisse muss man halt eingehen im Leben) wo sie dreieinhalb Tage arbeitet. Vater hilft mit einem (kleinen, gesetzlichen) Betrag mit Unterhalt, das Kind besuchte ab 6 Monate die städtische Kita.

(Das habt ihr doch immer so gelobt, ihr Superfeministinnen - und jetzt, weils vom Argument her passt, sind es alles Rabenmütter, nicht? Die sich fürs Kind entscheiden und dann nicht als Vollzeitmami da sind. Ach, was seid ihr doch alle verlogen!)

Aber ihr wäre es nie im Traum eingefallen, sich so doof zu äussern wie das Gör. Und so saudoof zu jammern, dass sie in die Sozialhilfe "gelangt" .

ich mahne einfach eine differenzierte und kritische Betrachtungsweise an.

Aber fragen wir den Experten: Fufi, wie viele 20-jährige tätowierte Grafikerinnen mit Berufswunsch Journalistin tummeln sich denn bei der Auszahlstelle bei der Selnau, WEIL sie ihr Kind nicht abgetrieben haben?

Andersrum: wie oft liegen die Gründe für einen Sozialhlfebezug wirklich in der Mutterschaft (also in der blossen Anwesenheit eines Kindes, für das der Staat ja grosszügig Betreuungsplätze offeriert) - und nicht in der mangelnden Befähigung der Mutter, sich sozial und beruflich irgendwo zu integrieren?

mila hat gesagt…

Fassen wir es zusammen: Persönliche Diffamierungen, ohne eine Person zu kennen, hilflose Mutmassungen und böswillige Unterstellungen, die jeglicher näheren Grundlage entbehren, nicht-vergleichbare Scheinvergleiche (eine kaufmännische Ausbildung ist einer der Schweizer Königswege für vieles, das sagt eine, die ihr Geld sehr oft in der Administration erarbeitet hat - weil sie diesen Hintergrund aufgrund ausgiebiger Studien-Nebenerfahrung mitbringt). Differenziert und kritisch soll dieses diffuse Konglomerat sein? Üblicherweise ist es das sichere Zeichen eines ohnmächtigen Geistes, der sich mit Sachlichkeit nicht behelfen kann und sich deshalb, notgedrungen, auf den blossen, personalisierend-hohntriefenden Angriff auf den Mann (hier: die Frau) versteigen kann. Blöd nur, dass so gar nichts von dieser 'Charakter'- und Lebensstudie zutreffen will. Fast würde ich wünschen, dass Sie meiner Freundin, diesem feinen Menschen und lieben Kerl, entgegentreten und ihr all das leicht Dahingeschriebene ins Gesicht wiederholen müssten. Aber nur fast. Niveaulose Polemik ist billig zu haben.

mila hat gesagt…

Excusez-moi, selbstverständlich sollte es heissen: versteigen muss. Einen schönen Tag noch.

Orlando hat gesagt…

Ach, das ist eine persönliche Bekannte? Dann wäre Sie ja noch viel mehr in der Pflicht gewesen, die auf den Boden zurückzuholen... statt dessen geben Sie ihre fadenschenigen Ausflüchte unhinterfragt weiter.

Wissen Sie, es gibt einen erheblichen Unterschied, ob jemand hinsteht und sagt: Ja, ich gebe zu, es hat grad nicht gepasst und ich habe das Kind weggemacht. Oder wenn sie für Ihre egoistische Entscheidung noch Sympathie oder wenigstens Mitleid erhaschen will (weil sie ahnt, dass es im Spektrum weiblicher Lebensentscheidungen hier um mehr geht als sich ein Nasenpiercing stechen zu lassen) und allerlei höchst komische Begründungen anführt, nur um bei etwas kritischem Nachfragen sofort auf die Trotzposition zurückzufallen: Mein Bauch gehört mir, ich mach sowieso was ich will!

Apropos: der weitaus grösste Teil der Frauen, die abgetrieben haben, weiss um die Dilemmata, die sich daraus ergeben. Und macht daraus keine frauenemanzipatorisce Kopfgeburt und eine widerliche Pro-Choice-Propaganda, die dann das Töten von Föten fast schon zur Tugend umwertet...
Es gibt auch so etwas wie die Tugend der gesellschaftlichen Verschiegenheit. Ich habe gesagt, es gibt bestmmt Fälle, wo das festhalten am strikten Dogma schwierig ist. Jede Gesellschaft braucht ihre Geheimnise und einen gewissen Dunkelbereich, eine Kehrseite, wo Scham nicht gleich Hypokrisie ist.

Her handelt es sich um nichts weiter als eine Lifestyle-Entscheidung. Es kackte sie an, für ihr KInd zu sorgen und (vorübergehend) von "nur" 2'900 (ich hatte in der vorherigen Rechnung die Kinderzulagen vergessen) Stutz zu leben. Also ersparen Sie uns das Geflenne.

Vier falsche Behauptungen habe ich entlarvt:

- keine Frau landet WEGEN ihrer Mutterschaft sofort in der Sozialhilfe
- bei den gegebenen Voraussetzungen muss keine Mutter im Migros arbeiten, weil sie sonst keinen Job findet
- Sozialhilfe muss nur in ganz seltenen Fällen zurückerstattet werden
- Betreuungsangebote sind ganz bestimmt nicht das Problem für eine junge Mutter heute (gerade bei geringem Einkommen)

Ich glaube Fufi hat es in seinem Titel gut angetönt: Recht und Unrecht liegen hier sehr nahe bei einander.

Und über das Tragen der Konsequenzen der eigenen Lifestyle-Entscheidungen haben wir noch gar nicht gesprochen. So ist es eine Sache, mit jedem dagergelaufenen Typen ins Bett zu steigen und sich schwängern zu lassen. Das wird uns ja seit 40 Jahren eingetrichtert, dass dies "gesund" sei und kulturell quasi erforderlich, wenn man sich selber verwirklichen soll/muss als Frau. Eine andere ist es, VERANTWORTUNGsvoll mit der Ressource Körper (und damit auch mit der Sexualität) umzugehen. Denn es kann weder aus medizinischer noch psychologischer noch naturwissenschaftlicher oder philosophischer Sicht geleugnet werden, dass sobald ein neues Leben heranwächst auch eine neue Dimension von (Mit-)Verantwortlichkeit entsteht. Wer diese a-priori in Frage stellt und den menschlichen Embryo als Zellschrott und körpereigenes Abfallmaterial umdefiniert, begibt sich in ganz gefährliches ideologisches Fahrwasser.

In dieser Frage gibt es auch keine "diskursiven Minderheiten" (in einem Diskurs gibt es sowieso keine Mehrheitsverhältnisse), sondern ein Ringen um ethische Standards. Und wie an anderer Stelle gesagt: selbst wenn die Mehrheit der deutschen den Holocaust befürwortet (hätten!), dann wäre er immer noch absolut verwerflich gewesen. Über Leben oder Tod kann man nicht nach demokratischen Abstimmungsergebnissen verfügen.

fufi hat gesagt…

Aber DA, Orlando, haste definitiv recht:

"Über Leben oder Tod kann man nicht nach demokratischen Abstimmungsergebnissen verfügen."

Und/aber, und ohne damit einen neuen Kampfschauplatz einweihen zu wollen, aber irgendwie, und ich meine demokratisch judikativ:
Wie halten Sie's, Herr Faust, mit der Todesstrafe?

Orlando hat gesagt…

Ich bin dagegen. Aber hey, wenn wir es beim Leben ja ohnehin nicht so genau nehmen (Abtreibung, Sterbehilfe), dann würde ich es mir gegebenenfalls einfach in der "diskursiven Minderheit" bequem einrichten, wenn die demokratische Aushandlung zum Schluss kommt, dass die Todesstrafe ein geeignetes Mittel ist, um schwere Verbrechen zu sühnen.

Menschenmaterial bleib Menschenmaterial, nicht wahr.

Orlando hat gesagt…

Im Krieg gilt natürlich etwas anderes. So bin ich sehr dafür, islamistische Terroristen und IS-Köpfer "wegzumachen". Absaugen das Pack! ;-)

fufi hat gesagt…

off topic
aber heite ist einer meiner 2 Lieblingsheiligen im Heiligenlexikon der Tagesheilige:

https://www.heiligenlexikon.de/BiographienC/Christophorus.htm

Und das hat im Fall NICHTS mit Politik zu tun!

fufi hat gesagt…

Irgendwie ist's halt sachverwandt, das Thema des Alterns der Frau mit dem des Jüngelns der Frau.
Dazu ein sehr interessanter Artikel aus der heutigen NZZ am Sonntag:

http://www.nzz.ch/nzzas/nzz-am-sonntag/frauen-alter-madonna-syndrom-ld.1159

fufi hat gesagt…

Und ja doch, und irgendwie hat das ja auch mit dem Thema zu tun:

Nach der Homo-Ehe, naja, ihr wisst schon:

http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/mehr-ehe-fuer-alle/story/20634773

Und irgendwie meine ich, dass da so einige so ganz durchgedreht. sind.
Aber den Polygamisten rate ich, nach Saudi-Arabien auszuwabdern.
Bloss sollten sie sich dort NICHT als Mormonen outen.
Oder als sonstige Ungläubige!

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