Ich bin 56
Und erhalte da doch tatsächlich von meinem Arbeitgeber eine Einladung zum Kurs "Vorbereitung auf die Pensionierung".
Tja: Entweder
- kümmert sich mein Arbeitgeber rührend um mein künftiges Wohlbefinden, oder
- er ist froh, mich baldmöglichst loszuwerden und durch was Jüngeres = Billigeres ersetzen zu können.
Aber eigentlich geht's mir jetzt nicht darum, sondern um's Problem wo sich so vielen spätestens dann stellt, wenn's denn soweit ist:
Was mach ich bloss mit all meiner Zeit?
Glücklich, wer ein Hobby hat.
Ach ja, sagen sie dann:
Ich mache Sport, ich wandere, ich spiele Tennis, ich schaue mir Opern an und gehe in Konzerte oder sie Reisen gerne, so zum Beispiel.
BLOSS: ALL diese Hobbies konnten sie und taten das denn auch NEBEN ihrer Arbeit machen.
Ich meine, mal ganz abgesehen von allenfalls nachlassenden körperlichen und geistigen Fähigkeiten:
NIEMAND kann jede Woche 42 Stunden lang Tennis spielen oder wandern, und so 8 4-Wöchige Kreuzfahrten pro Jahr können sich auch nur wenige leisten.
Und auch Briefmarken-Sammeln hilft da nicht wirklich weiter.
Nein, irgendwie hat da mein Arbeitgeber schon recht, nur müsste er das erstens etwas anders sagen und das zweitens nicht erst uns alten Knackis sondern bereits den etwas Jüngeren beibringen, nämlich:
Arbeitet, um zu Leben!
Auf dass ihr leben könnt,
wenn ihr nicht mehr arbeiten müsst!
54 Kommentare:
Da muss es noch was geben dazu vom Loriot.
Wer's veröffentlicht kriegt ein Cüpli gratis!
Es gibt einen ganzen Film von und mit Loriot über das Thema:
Pappa ante Portas! Siehe Youtube. Einfach wunderbar!
Danke für das Cüpli!
Wäre nochmal interessant zu wissen, welche Tipps dieser Kurs gibt. Gehst Du hin?
Ich habe mir schon oft gedacht, dass eine Vermittlung von Pensionierten für alle Arten von Jobs eine gute Idee wäre, aber ich weiss von ähnlichen Ansätzen, die in bürokratischen Ansätzen erstickt sind und dafür habe ich keinen Nerv mehr. Dabei gäbe es soviel zu tun. (Im London Borough meiner Schwester gibt es eine private Initiative, die Leute vermittelt: in Schulen, Kindergärten, für Klassenausflüge, im sozialen Bereich, als Ersatz-Grosi, Tierhüter etc etc - funktioniert wunderbar).
Es geht ja nicht nur um's weiter-arbeiten, Carolina.
Ich meine zuallererst sollten die (künftigen) Rentner lernen, was "intelligentes" in ihrer kommenden rund 15-jährigen Freizeit zu tun.
Es müssen ja wirklich nicht alle Modellbähnli basteln ... .
Allerdings lernt Hans käumlich mehr, was Hänschen nicht gelernt hat.
Oder aber die tun was (IRGENDWAS) mit dem "heiligen Eifer" der früheren Arbeitstätigkeit.
Psychologisch nennt man sowas "Suchtverlagerung".
Und eben: Ob eine - eingefahren-abgelatschte? - Beziehung den neuen Bedingungen standhält?
Glücklich ist, wer Enkel hat????????
Und NEIN, Carolina, ich werd' den Kurs NICHT machen, weil:
Der sich nämlich bloss um's finanzielle dreht und so administratives wie Spitex und nein, ich sag's nicht!
Ich weiss das von 2 so alten Säcken wo bei uns arbeiten!
Naja, könnte ja sein, dass jemand nicht unbedingt im alten Trott weitermachen will; dass er vielleicht ab und zu seine Zeit anderen zur Verfügung stellen will, ohne ständig dieses 'ich-habe-jahrzehnte-lang-gearbeitet-jetzt-muss-ich-mir-das-nicht-mehr-antun'-Gehabe vor sich herzutragen; dass man jetzt mal die Chance hat, etwas zu tun, was man während all der Jahre nicht meinte, tun zu können.
Niemand redet davon, weiter auf dem Bau schaffen zu müssen oder einen ungeliebten oder sogar verhassten Beruf weiterzumachen.
Aber wenn ich so beobachte, wie gerade deutsche und Schweizer Paare jenseits der 60 ihre Zeit mit Reisen und Konsumieren und sonst-nicht-viel verbringen, ab und zu mal die Enkel hüten und sich ansonsten zivilisiert miteinander langweilen, scheint mir, dass dann die Beziehung noch abgelatschter und eingefahren wird.
(Gerade wenn es um Modelleisenbahnen geht, Fufi: ich kenne jemanden, der ab und zu ein paar Tage damit verbringt, die Trassen des Furkabähnli instand zu halten - einfach so, einfach weil er die Gemeinschaft liebt und zwischendurch mal raus muss aus der Sofalandschaft;-))
Schon klar, C!
Es gibt VIEL sinvolles was MANN dann noch tun könnte aber halt eben allermeistens gerade NICHT tut!
Deshalb auch der Titel.
Wie wär's, zum Beispiel, mit einer Beistandschaft?
Und ja, was ICH tun werde:
ICH werde mit all den Parkinson-Kranken in der Altersresidenz Mikado spielen!
Damit ich endlich mal so echt der Beste sein werde!
Was ich eigentlich meine ist das gigantische schwarze Loch wo sie dann dreinfallen und nicht einmal merken, dass sie schon 15 Jahre vor ihrer Beerdigung tot sind!
Aber wenn ich DIESE Frau zur Scheffin hätte
http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/Moechten-Sie-diese-Frau-zur-Chefin/story/19967109
Tja, da würde ich mich dennoch lieber in ein Black Hole verziehen!
Ich möchte nochmal an die Regeln erinnern:
ALLE dürfen und SOLLEN hier ihre Meinung sagen!
Aber bitte NICHT anonym, ja?
Völlig off topicstens:
Habe soeben einer Rehgeiss mit ihrem Kitz zugeschaut, 10 Minuten lang, wie sie in der Wiese geäst haben.
Mittags um 12:30!
Das ist 1er der Gründe weshalb es mich nicht wirklich stört in derjenigen Gemeinde zu LEBEN, wo im Kantonsränking den letzten Platz innehat!
Den letzten Platz? Echt?
Und Fufi: wie wäre es mit einem Hunde-/Katzenheim oder einer Tierauffangstation oder so etwas ähnliches? Oder mit Hunden in Seniorenheime oder Krankenhäuser gehen - ist eine wunderbare Sache!
Schönen Sonntag und hoffentlich noch ganz viele Rehe!
Tja, C.
Das eine ist eine Frage des Geldes (und des vorhandenen Platzes in einer 5 1/2-Zi. Wohnung).
Und das mit den Hunden hat irgendwie auch einen Haken, weil dafür müssen Hunde und Halter so ne Ausbildung machen zum "Therapiehund".
Und die ist, xgüsi, zum Teil bescheuert, vor allem die Prüfung.
Aber wenn ich MillionenMilliardenGeld hätte .... !!!!!
Klaro den letzten Platz!
Wir haben keinen Flugplatz, keinen Autobahnanschluss, kein ShoppingZenter, keinen FreizeitPark hier oben, ja nicht mal ein Kino und glaub sogar auch keinen Kebab-Stand!
Aber SIE kommen ja immer wieder gerne hierher, mit ihren Autos, um dann hier die "freie Natur zu geniessen". Und die Wiesen zu zertrampeln und ihren Müll überall dort liegen zu lassen, wo sie selbigen halt grad fortgeschmissen haben.
Und die Töffler finden's auch sowas-vo-geil hier oben, da können sie nämlich ihren Lärm so richtig geniessen.
Wie bereits angetönt:
Meine Option ist eine Beistandschaft.
dieses 'ich-habe-jahrzehnte-lang-gearbeitet-jetzt-muss-ich-mir-das-nicht-mehr-antun'-Gehabe
Äh, wie bitte?
Äh, wie bitte?
Könnten Sie sich bitte etwas konkreter ausdrücken?
test
Hätte ich wie Fufi einen theologischen Hintergrund, würde ich alte Menschen in Spitälern oder Altersheimen besuchen. Die sitzen oft tagelang einfach so rum und sind bestimmt froh, wenn jemand ihre Leere durchbricht. Zum Ausgleich würde ich mir einen Hund zutun, mit dem ich lange Spaziergänge unternehmen kann, so wirklich lange, sich auch mal auf eine Bank setzen und in die Natur schauen. Also ich stelle mir das wunderbar vor, wenn das Rennen gegen die Uhr endlich mal aufhört.
Ich wünsch Dir, Laura,
Dass du das Einte oder auch das Andere denn mal tun magst!
Und Freude daran hast!
Und weisst du:
SOWAS kannste auch ohne theologischen Hintergrund versuchen.
Glaub' ich wenigstens?
Laura TI! Nur um Sie zu grüssen schaue ich schnell vorbei. Ich hofe es gehe Ihnen und ihren Kinds recht gut!
Was mit "Äh, wie bitte?" gemeint war: Offensichtlich ist es irgendwie egoistisch und dekadent, wenn sich Leute, die ein Leben lang um 6.30 aufgestanden sind und in Büro, den Laden, die Fabrik oder wo auch mmer hingegangen sind, dort jeden Tag 8 Stunden gearbeitet haben, evtl. geheiratet und Familie gegründet haben Steuern abgeliefert aben (damit so Lebenskünstler und alleinerziehende tätowierte Negermamis und ewige Studenten und solche, die am morgen lieber bis 10.00 Uhr ausschlafen durchgefüttert werden können), die Kidner aufgezogen, zu etwas Rechtem erzogen und sie in die Selbständigkeit entlassen haben, diese Leute dürfen nun also nicht die Früchte ihres erfüllten Lebens geniessen, kürzer treten, Zeit haben für Enkel, Freunde und Reisen, Zeit haben zu lesen, und Zeit für all das, was im Alltag die letzten vierzig Jahre zu Kurz gekommen ist – nein diese Leute dürfen nicht den Ruhestand geniessen und tatsächlich in Ruhe alt werden/sein. In Ruhe gelassen werden mit Erwartungen an sie, mit all den Forderungen, dem Einreden des schlechten Gewissens wenn sie mal wirklich Privatisieren - statt sich für das kollektive Gemeinwohl aufopfern (weil ihnen als Rentner ja sowieso langweilig wird...), etc.
Nein, gemäss Carolina sollen diese dekadenten Egoisten gefälligst ihre Zeit der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Und zwar gratis und ohne zu maulen. Vorbei die Zeit, wo man in Würde altern, sich vom Strom des Lebens und seinen eitlen Strudeln losreissen, mit einem alterweisen Lächeln vor dem Stöckli höckeln und die Jungen in Ruhe lassen und von den Jungen in Ruhe gelassen werden.
Nein, das Alter soll seine Würde verlieren, man soll aktiv bleiben müssen, wie alle anderen auch. Nichts da von Sonderbehandlung, diese AHV-Profiteure. Denn unser Menschenbild ist gemacht: Wer nichts mehr im Sozialen taugt, der gehört ausgeschieden, wenn er nicht sowieso gaga wird, der alte Sack.
Das Alter aber findet sich seine Wege. Es erobert sich seinen Menschen, auch wenn sich dieser sträubt und seine Umwelt noch viel mehr. Das nennt man dann Demenz.
"Kids" nicht Kinds. Grüsse Strasser
Uaee, ciao ti, com'e'?
Orlando, ich finde auch, dass die Einrichtungen gefälligst Leute anstellen sollen, wenn sie welche brauchen, und nicht einfach solche nehmen, deren Lohn von AHV/IV-Zusatzleistungen und Pensionskassen etc. bezahlt ist.
Heute bekommen schon 40-jährige keinen Job mehr, weil sie "zu alt" sind. Das hat sich mit dem angeblichen Fachkräftemangel nicht geändert.
Ehre deinen Vater und deine Mutter, wie es dir der Herr, dein Gott, zur Pflicht gemacht hat, damit du lange lebst und es dir gut geht in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt.
(Gott @Mose)
Cool, Orli, dass du dieses Gebot erwähnst.
Solltest allerdings noch die Stelle zitieren, du weißt schon, weswegen!
Also: DAS steht in 5. Mose, Verse 6 – 21.
Etwas SEHR ähnliches steht aber auch schon früher in der Bibel, nämlich in 2. Mose, Verse 2 – 17.
Und dort steht es anders, nämlich SO:
Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt.
Und es gibt da so eine Regel wo heisst: Der kürzere Text ist der „originalere“, weil da sind keine späteren Ergänzungen drin verpackt worden.
Lassen wir’s also beim Exodus bewenden, weil auch dann ist’s noch interessant genug, weil:
Das Gebot ist offensichtlich, wie alles was lesen kann auch merken kann, in 2 Teile geteilt:
In ein Gebot nämlich und eine verkappte Drohung.
Zunächst zur Drohung:
Die beweist ja bloss, dass es dem „Volk Israel“ damals nicht so wirklich ernst war, Mütter und Väter zu ehren. Deshalb auch die verstärkte Droh-Version im Deuteronomium.
Das GEBOT seinerseits hat eine klar sozioökonomische Ausrichtung:
Da geht’s drum, dass „die Israeliten“, so sie denn sesshafte Ackerbauern geworden sind, im Land Kanaan, ihre unproduktiven, ressourcenfressenden Alten, wo ihnen zur Last fallen = den Gewinn schmälern solange durchfüttern und betreuen, bis selbige von ihren Nachkommen erlöst werden.
DAS steht im Gebot!
JC würde vielleicht sagen: Kümmert euch auch um die Alten und Schwachen und Gebrechlichen und so!
@Tiger und dem "Fachkräftemangel"
Ist ja eigentlich verständlich, wenn sich die früheren "Arbeiter/Sachbearbeiterinnen/Handwerker" jetzt an den Fachhochschulen einen Doktortitel abholen können sollen.
Ich meine, welcher Doktor würde dann noch in einer Schreinerei arbeiten? oder auf dem Bau? zum Beispiel.
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Hoch-geschult-und-trotzdem-brnicht-Dr-X/story/12425783
Ich weiss nicht, ob das die richtige Auslegung ist, fufi.
Sieht komisch aus der Mann (wie der von Orli wohl verehrte Thiel ja auch), ist aber wirklich gescheit:
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/ueberwachung-und-kontrollwahn-dahinter-steckt-kybernetik-a-978704.html#ref=plista
Ti lebt noch, wenn auch viel weniger feudal und gediegen als noch vor ein paar Jahren. Das Leben prüft immer wieder und hat immer wieder Überraschungen, die man eigentlich gar nicht kennen will. Trotzdem fehlt es nicht an Lebensmut und an Hoffnung, dass irgendwann die Prüfungen vorbei sind und leben wieder einen Hauch geniessen bedeutet.
@fufi wenn kein Einkommen generiert wird und der Arbeitsmarkt ausgetrocknet ist, dass wird auch ein Doktor in einer Schreinerei arbeiten oder ein CEO putzen gehen. Wenn es nicht mehr eine Frage der Wahl sondern des Überlebens ist, dann relativieren sich viele Dinge wieder.
ciao Ti, geht mir auch so, ich lebe viel bescheidener als noch vor zehn Jahren, aber solang ich immer mal wieder einem Bettler einen Stutz geben kann, ist es ok, denke ich.
Zysi, hurra!
Fufi trifft mit seiner Mini-Vorlesung mal wieder mal zuverlässig daneben. Das kommt davon wenn man Theologie verstehen will und dabei die marxisitische Brille aufhat. Ich finde man sollte all die sich wichtig machenden theologischen Fakultäten mit ihren Lehstühlen für "Theologie und Gender" abschaffen. Dafür sollte man etwas mehr in die Kirche gehen. Was dort nämlich passiert, können keine abertausende gescheit klingende Bücher erfassen.
Dummerweise hat die Reformation den Urfehler begangen: "Das Buch" (biblia, oder auch: das Buch der Bücher, in sich selber eine Bibliothek) wurde zum Buch unter anderen Büchern. UUr Angelegenheit für linguistenstümper, Bibliografen und andere Geisteswissenschaftlern aus zum teil bizarren Fachrichtungen.
das war der erste Schritt ins Verderben, in dem wir uns jetzt befinden. Zum Glück gibt es immer einen Ausweg. Hahaha.
Zunächst freue ich mich sehr, Laura und zysi, eich wieder (mal?) hier bewirten zu dürfen!
Dann
@Laura: Nach dem was du geschrieben hast, wünsch ich Dir doch die Hälfte von ALLEM, nämlich nur das GUTE!
Und ja, ich kenne da einen Theologen, der das Studium mit "summa cum laude" abgeschlossen hat. Und der arbeitet heute in subalternster Position in der Verwaltung einer grösseren CH-Stadt, nennen wir si Güllen!
@Zysi und Orlando
Ich würde nicht sagen, dass ich da eine Bibelstelle ausgelegt habe.
Ich meine, ich hab das - neutral gesagt: "ergangene" - Gebot bloss in den historischen Kontexxt gestellt, wohinein es damals "ergangen" ist.
Die zehn Gebote Fufi, sind nicht in einen "historischen Kontext" und schon gar nicht "ergangen". Sie sind nichts weniger als ein Geschenk Gottes und richten sich an alle Menschen aller Völker, in allen Zeiten und allen historischen "Kontexten".
Und dennoch ist's interessant: Ziehen wir uns also mal Fufis Brille an. Wenn es nun also so wäre, dass das gesellschaftliche Dasein und die Produktivkräfte (hihi) das Denken und also auch den religiösen Überbau bestimmen etc. usw. blabla: In welchen "historischen Kontext" wäre dann das Gebot des Jesus von Nazareth (das alle früheren Gebote in sich vereinigt), nämlich das der Nächstenliebe "ergangen"?
Also bitte, Orlando und zysi
Wenn ihr denn GLAUBT, dass Gott selbst das alte Testament geschrieben hat, indem er sich der Finger von Moses, David in noch einigen anderen bedient hat, ok.
DAS glauben nämlich auch die ultraorthodoxen Juden.
Und - mutatis mutandis - auch die Muslime, bloss hat in deren Meinung ein gewisser Herrgott namens A. dem Propheten nicht nur das alte Testament diktiert, sondern auch den Koran.
So weit so gut.
Ich frage euch aber:
WIE habt ihr's denn mit dem NEUEN TESTAMENT?
Ich meine, da steht doch sogar in der HEILIGEN Schrift,
dass da das Evangelium von einem gewissen Herrn Markus, Matthäus oder so erzählt wird.
Und dass da so Briefe, ja BRIEFE von einem bekehrten Saulus drin stehen, wo sich später Paulus nannte und sich in ganz besonderer Weise den HEIDEN gewidmet hat.
Ist DAS denn auch vom GOTT höchstpersönlichst geschrieben worden?
Oder ist DAS vielleicht der Grund, weshalb ihr, obwohl ihr euch CHRISTEN nennt, so gut wie IMMER mit so Zeugs aus dem ALTEN (NICHT-Christlich weil jüdischem) "Testament" argumentiert?
Ich meine, so profan gesehen, gilt ja immer das LETZTE, in diesem Sinne das NEUE Testament als das allein gültige?
Also, Orlando, DAS da
"In welchen "historischen Kontext" wäre dann das Gebot des Jesus von Nazareth (das alle früheren Gebote in sich vereinigt), nämlich das der Nächstenliebe "ergangen"?"
Würde ich im historischen Kontext sehen als Aussage eines jüdischen Wanderpredigers namens JvN, dessen Existenz, bzw. dessen Verrecken am Kreuz historisch so ziemlich gesichert ist, und zwar als Aussage im Sinne dessen was SEIN, DEIN, MEIN und auch zysi's Vater im Himmel möchte, WIE wir uns gegenüber seinen anderen Söhnen und Töchtern bitte sehr zu verhalten hätten!
Ach ja, und sozusagen als "Erfüllung" des alten mit Blich auf das NEUE Testament!
An Ostern kommt niemand vorbei!
Apropos Ostern: "Wer meine Gebote hat und hält sie, der ist's, der mich liebt." (Joh 14,21)
Es ist eine Bedingung.
Die Frage nach Autorschaft führt ins Nichts, deshalb ist sie hier nicht weiterzuverfolgen.
Zurück zum Thema - man muss ja nicht so tun, als ob Christus gesagt hätte "ach Leute, vergesst all das alte Zeug". Bezugnehmend auf Mk, 7,8: "Ehre deinen Vater und deine Mutter: Das ist ein Hauptgebot, und ihm folgt die Verheißung: damit es dir gut geht und du lange lebst auf der Erde" (Eph 6, l_3)
Ich weiss, dass das vierte Gebot den Grundfesten der Neuzeit geradezu diametral zuwiderläuft; einer Epoche in der im Namen von mörderisch entfesselten Emanzipationsexzessen vor allem Mythen (und Menschen) zertrümmert, Gesetze/Gesetztmässigkeiten negiert und ausradiert und permanent neu erfunden wurden und väterliche (oder mütterliche) Autoritäten grundsätzlich gemeuchelt werden mussten. Das vierte Gebot verlangt nämlich von uns, den älteren Verwandten und den Vorfahren Ehre, Liebe und Dank zu erweisen. Schliesslich erstreckt es sich auch auf die Pflichten der Schüler gegenüber dem Lehrer, der Arbeitnehmer gegenüber den Arbeitgebern, der geführt werden Wollenden gegenüber ihren Anführern, der Kunstkonsumenten gegenüber den Künstlern, der Bürger gegenüber ihrem Vaterland.
Darum geht es und da sind wir plötzlich schnell wieder beim Thema, welches ich mit Sloterdijk ansprach: Nur jene Kulturen sind auf Dauer überlebensfähig, die in der verantwortungsvollen Übergabe und Übernahme des väterlichen Erbes entstehen. (Peter Sloterdijk, Die schrecklichen Kinder der Neuzeit, 2014)
Gesetze/Gesetztmässigkeiten negiert und ausradiert und permanent neu erfunden
Siehe dazu den Dialog mit Kat über die sonderbare Auffassung amerikanischer Gerichte zum Themenkomplex gleichgeschlechtlicher "Ehe".
Eine ziemlich gewagte Interpretation, Orlando!
Aber was soll ich denn dazu schon noch sagen wollen?
Les Yeux sont faits!
Aber warten wir denn doch noch das letzte Spiel ab, das allerletzte!
ICH setze auf Zéro!
Und doch noch was, Orli:
"Die Frage nach Autorschaft führt ins Nichts, deshalb ist sie hier nicht weiterzuverfolgen."
Zumindest bei den Paulusbriefen ist eben doch es birebitzeli andersch!
Eine Antwort, die Du, Orlando, mir nicht gegeben hast, und die Du wohl niemals geben wirst, weil Du sie gar nicht geben kannst, ist die Antwort auf die Fragen, was denn Du daraus folgerst, dass Du
a) AUS ZUFALL hier in der Schweiz geboren bist, im bestesten Land ewwwaaa (und zwar noch als guter Schweizer, als SVPler nämlich).
und
b) AUS ZUFALL als Christ (und dann erst noch als guter Christ™, nämlich als Katholik) geboren bist.
Orlando, das ist Zufall, das schleckt keine Geiss weg, es ist Zufall, und wenn Du hier anderer Meinung bist, dann glaubst Du an den Storch, die Temperaturmethode und die magische Hand des Marktes.
Ich meine, es mag ja meinetwegen Vorsehung sein, die Dich nicht als Muslim in Syrien auf die Welt kommen lassen hat oder als Buddhist in Nordindien oder Jude in Düsseldorf. Aber:
Es war wohl genauso Vorsehung bei Yussuf, bei Raj und bei Mirjam. Frag sie, sie könnten Dir das bestätigen.
Orlando, ich will, dass Du es bis zum Ende Deines Lebens in Deinen Kopf kriegst, dass Du nichts Besonderes bist. Gar nichts, genausowenig wie Yussuf, Raj und Mirjam. Und Tiger, und fufi, und Carolina, und Katharina.
Nicht zuletzt wirst Du in Schweizer Kirchen (von wenigen Ausnahmen abgesehen) nichts hören von wegen "wir sind das auserwählte Volk" oder ähnlichen Schwachfug. Das muss heute noch schwer sein für Dich, aber eben, ich hoffe ja, dass das anders wird dereinst.
Ja, neiaberau! Der Tigri wll ein Mütchen kühlen.
Also, hör mal zu:
- Glaube ist ganz sicher nicht eine Frage der Herkunft, der Nationalitöt oder der Frühlingsmode. Sondern eine freie Entscheidung. So war es bei mir. Okay.
- natürlich aus Zufall (Halb-)schweizer. Es scheint mir, dass gerade die Halben eben viel besser zu schätzen wissen, wo sie hier hingeboren wurden. Ich liebe dieses Land und seine Leute und fühle mich auch hier nicht bloss als ein zufällig Anwesender, sondern wirke mit und tue mein bestes, dass dieses Land, dieses wertvolle Gemeinwesen, wofür unsere Vorfahren geschuftet haben und sich wahrhaft ein kleines Sückchen Frieden und Paradies erarbeitet haben (das ist Leistung, nicht Zufall), ich tue also mein bestes, dass dieses Land auch für folgende Generationen lebenswert ist und Erfolg hat. Dies sicherzustellen nenne ich patriotische Pflicht und verantwortliches, nachhaltiges und vernünftiges handeln. Da sind wir euch Eingeborenen seit Generationen einen Schritt voraus. Euch hat der Frieden und der Whlstand nicht gut getan. Ihr seid antriebslos, zynisch und suizidal geworden. Dieses Land hat mir viel gegeben. Ich hätte ja jederzeit ins andere Land oder sonstwohin gehen können. Wir sind ja alle freiwillig hier. Nicht per Zufall.
Selbstverständlich bin ich etwas besonderes. Ich bin meiner Zeit voraus. Ich interessiere mich und andere. Ich weiss das. Ich habe aber nichts gegen Leute, die sich als nichts besonderes fühlen (sondern als...na, was? Als etwas gewöhnliches?). Jeder soll auf seine Art glücklich werden.
Hallo Orlando
Du kennst bestimmt den Punkt 7 aus meinem "Tractatus".
Ich meine DAS Büchlein wo eigentlich nicht gelesen werden kann und von dem dennoch so viele behaupten, dass sie es gelesen hätten.
Was ich sagen will:
Ich hätte den Punkt 7 auch SO schreiben können:
"credita non sunt disputanda"
Aber ich hab das gerne dem fufi überlassen!
Sorry, Tiger:
Die Schweizer SIND das auserwählte Volk!
(Ich kann jetzt leider NICHT sagen: Nicht die Schweizer Christen!)
Aber da wurde denn vor ein paar Jahrhunderten nämlich bewiesen, dass DIE SCHWEIZER der einst biblisch verschollene alttestamentliche Stamm Benjamin sei!
Benjamin ist übrigens hebräisch und heisst eingedeutscht so ungefähr:
Der Sohn der RICHTIGEN (Frau).
Und Sorry auch an den lieben Orlando:
"- Glaube ist ganz sicher nicht eine Frage der Herkunft, der Nationalitöt oder der Frühlingsmode. Sondern eine freie Entscheidung. So war es bei mir. Okay."
Haste dir schon mal überlegt, wie das vielleicht gekommen wäre, wenn du, sagen wir mal in NordKorea geboren werden geworden seist?
Oder in Borneo?
Noch 10 Minuten bis zur Mutter aller Schlachten!
Ich hab mir präventiv eine Spitalpackung Valium eingeworfen und mir ein TV-Verbot bis 21:30 auferlegt!
Germany for World Champion 2014!
Wer ein Christ sein will, der steche seiner Vernunft die Augen aus.
credo quia absurdum
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