NEIN! S'geht NICHT darum, was im 12-jährigen Reich an "HEIL" gebrüllt wurde.
S'geht eher darum, was hebräisch unter "schalom" und arabisch unter "salem" verstanden werden soll.
Aber was heisst "Heil" in diesem Sinne? Und heilen? Und geheilt?
Ich meine:
Heil bedeutet ein ganzheitliches physisch-psychisch-soziales Wohlergehen.
Wobei ein Mangel am Einen durchaus durch einen Ueberfluss vom Anderen kompensiert werden kann.
Eben: NICHT Reichtum UND braungebrannte Marathon-Gesundheit mit 80 UND dazu noch Heirat mit dem Girl seiner Träume.
Das kann nämlich auch für Milliardenschwere Playboy-Opas schiefgehen, fragt Hugh Hefner!
Sondern eher, wie's in typischer, auf's Maskulinum beschränkter Form in der Bibel steht, retrospektiv, sozusagen: Und er starb alt und lebenssatt!
"Heil" sein heisst: Es muss nicht ALLES gut sein, aber ALLES muss gut sein!
Unschwer zu merken, was ich denn mit "heilen" und "geheilt" sein sagen möchten täte!
Aber was tun, wenn wer "un-heil" ist?
Sozial gesehen: Niemand kann nichts tun! Das würde nämlich heissen, die Gesellschaft, wenn auch im Kleinen, "heilen" zu können!
Ok, in Einzelfällen mag's gelingen, aber im Grossen?
Weshalb ich denn manchmal sage, dass ich 3 Berufsgruppen hasse, nämli Sozis, Lehrer und Pfärrer. Weil sie zwar "wissen" mögen, dass die Welt, so wie sie ist, "besser" sein könnte, aber vor allem zu wissen meinen, wie "die Welt" denn sein müsste. Holy Handgranate!
Also, DAS wussten schon A.H. und J.S. und andere zum Glück unterdessen Verstorbene!
Heilende Pillendreher?
Und dass die so-called Schulmedizin sich auf den Körper beschränkt, muss glaub auch nicht weiter bewiesen werden. Immerhin hat sie sich unterdessen damit anfreunden können, dass es so was wie eine "Psyche" - NICHT Seele! - geben möchte, was schon sehr begrüssenswert ist.
Andersrum:
Hat wer psychische, soziale Probleme und dazu noch eine Lungenentzündung - ein Schelm von Arzt/in, wo keine Antibiotika verabreichen täte, damit wenigstens die Lungenentzündung "geheilt" wird!
Und noch ne Drehung:
DA geht's doch drum, dass "der Körper" wieder funktioniert, und DAS ist bestimmt keine schlechte Absicht, denn wenn DER nicht mehr funktioniert, ist alles futsch!
Hauptsache es funktioniert?
Schwieriger wird’s im psychischen Sektor, weil: Was ist denn schon "krank"?
Pauschal gesagt:
"krank" ist, was nicht normal ist.
"krank" ist, was nicht funktioniert.
"krank" ist, was kein GELD verdienen kann.
"krank" ist, was keine LEISTUNG bringt.
"Heilen" heisst in diesem Kontext: zum Funktionieren bringen!
Krass gesagt?
Alternativen?
Wollen wir uns wirklich ein Kristallprisma aufsetzen, um die all-umfassenden kosmischen Ströme einzufangen?
Und was haltet ihr vom Schamanismus, Druidenkult und den vielen esoterischen Heils(!)-wegen zu
O Geld, Geld, Geld, Geld, Geld und ewiger Jugend und ewigen Lovers und so
O Erlösung
O Wiedergeburt
O ewige Alleinheit
(zutreffendes bitte ankreuzen!)
Für jede richtige Antwort gibt’s ein Gratis-Getränk nach Wahl!
Ach ja, und hier noch die ultimative Heilungs-Herausforderung:
Da gibt's doch noch ne Geschichte in der Bibel, wo Jesus einen Gelähmten heilt und dann zu ihm sagt: Nimm dein Bett und gehe von dannen!" - oder so.
Meine Frage:
WER würde sich denn überhaupt GE-TRAUEN, aufzustehen und so?
42 Kommentare:
Heil werden im Auge des Du.
Sartre:
L' enfer,c'est les autres!
An mich
Wenn dir ein Schaden am Leibe frißt,
Jammre nicht, sondern handle;
Und wenn du glücklich gewesen bist,
Nimm dein Bett und wandle.
Ärgert dein Aug dich, so reiß es aus,
Sonst ärgert es dich an beiden;
Und keift dir ein schlimmes Weib zu Haus,
So geh und lasse dich scheiden.
Und wird dir das Beten und Fasten zu dumm,
Richte, schlichte, verzichte;
Und haranguiere das Publikum
Nicht erst durch Weltschmerzgedichte.
Frank Wedekind. Assoziation zu "Nimm dein Bett und wandle." Hing über dem Hundertstundenwochenschreibtisch.
Das Leben ist eine sexuell übertragbare tödliche Krankheit. Man lese Jesus Sirach, 38. Gezeichnet: Dr. Jekyll, ihres Zeichens Hardcore-Schulmedizinerin. Grrr. - Die heute abend eine geschlagene Stunde mit einem sehr dankbaren Nicht-Notfall verbracht hat, statt endlich heim zu gehen. Bis er von dannen zottelte mit der Gewissheit, dass er nix Schlimmes hat. Meist ist der "Notfall" die Angst. Das wissen auch Schulmediziner, und die ewigen Anfeindungen aus der Alternativo-Ecke habe ich sowas von satt! fufi, haben Sie schon mal was von Balintgruppen gehört? Ich bin in einer und kann Ihnen versichern, Ihre Klischees treffen auf keines der Mitglieder zu. Solange die Komplementärmedizin meinesgleichen nicht anfeindet, habe ich übrigens nichts gegen sie. Bloss soll sie nicht auf Staatskosten, weil nicht nachweislich wirksamer als Placebo, das ja was Wunderbares ist... aber genug, ich schweige ahnungsvoll.
Bin dem Zitat noch nachgegangen, weil die Quellenangaben sich widersprechen. Scheint aus la belle France zu sein: Guérir quelquefois, soulager souvent, consoler toujours. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12534104 (Aber das war im andern Thread, im allerersten.)
Bonne nuit.
Zu Bethesda ist anzumerken: der Teich ist eine Präfiguration der (christlichen) Taufe, kein Wellness-Kneipp-Planschen. Die Heilung besteht in der Konversion und der Erlösung in der Person Jesu Christi. Er kam nicht, um etwas Kaputtes zu reparieren, sondern um es zu transformieren, zu wandeln (Heil auf allen Ebenen und das ewige Leben).
Das hat natürlich mit der christlichen Eschatologie zu tun, die Fufi nicht begreifen will: der Unterschied zwischen dem "schon" und dem "noch nicht". Der HEILsplan Gottes verwirklicht sich nicht bereits durch Tod, Auferstehung und Himmelfahrt Chisti. Es ist ein Prozess, der andauert - jetzt und hier! - und an dem wir teilzunehmen aufgefordert sind, imitatio Christi. Grundlage ist die Annahme des fahlbaren, bedürftigen (auch: kranken, kaputten) Menschen durch Gott - aber um es lapidar auszudrücken: damit ist es nicht getan, einfach weil wir alle liebe Siechen sind und jeder isch scho rächt eso wie ner isch, wenn er Heroin braucht, dann gebt es ihm doch. Sondern unter dem Aspekt oben genannter Transformation - der HEILUNG.
Der Gelähmte ist aufgestanden und weggelaufen - nicht liegengeblieben und von Jesus mit einer IV-Rente versehen worden.
Ein verdammter Chrampf ist das, das Leben ist eben kein Ponyhof, wo es gratis Limonade gibt den ganzen Tag. Die Sozialisten (der Blogautor ist selber einer, er sagt es selbst) setzen das Schwache, Kaputte, Unheile, Deviante als Wert a n s i c h und feiern es. Das ist durchsichtig: Schwachheit, Kapputtheit, Unheil gleichmässig verteilen (als normal zu erklären) um alles Bestehende zu zerstören und sich mit ihrer Ideologie dann als WeltHEILer anzubieten, die eine neue, gerechtere, bessere Welt mit besseren Menschen darin errichten.
Por favor Anna. Die Komplementärmedizin einfach in ihrer Gesamtheit unwirksam zu nennen, ist natürlich falsch. Haufenweise Leute haben tolle Heilungen oder Verbesserungen von argen Krankheiten erlebt mit komplementärmedizinischen Methoden, wo die moderne Hitechmedizin versagt hat.
Das mit dem Placebo gilt vielleicht bei der Homöopathie, hab ich schon gelesen, stimmt, allerdings habe ich selbst eine sehr eindrückliche Erfahrung gemacht, wo die Homöopathie ein Problem innert 24 Stunden gelöst hat, wo die herkömmliche Medizin in der Person eines Neurolgen nach einer Woche grad mal soweit war, dass sie sagen konnte "Ja, auf dem MRI ist etwas komisch, aber ich weiss nicht was...". Die Kügelchen, mehr oder weniger nach einem gescheiten Buch gekauft von meiner Ex, einer Apothekerin, haben irgendwie CHF 5.- gekostet, das MRI und die nicht zum Ziel führenden Untersuchungen drumrum wohl so CHF 2000.-.
Tja, wenn etwas heilt, dann kann es ja nicht so falsch sein, finde ich.
Dass die Homöopathie bei einer Blasenentzündung nicht zur Heilung herangezogen werden darf, ist ja klar. Mit Bazillen und so hat sie es weniger.
Leute werden von uns als krank betitelt und von uns missbraucht, damit wir unsere Macht ausüben können. Das war bei Jesus so, das ist bei den Schamanen so, und das ist heute noch so. Eigentlich sind wir die Kranken, aber das würde ich so öffentlich nie sagen.
Och, Reinhard Bonnke, damit hätte ich jetzt überhaupt keine Mühe, Sie in der Oeffentlichkeit als 'krank' bzw manipulativ, sektiererisch etc darzustellen!
Orlando, Sie?
Hm. Bonnke hat nicht so unrecht hier, IMHO. Und Du, Astrid, widerlegst ihn hier nicht gerade...
@Bonnke: öh, klar, der Arzt will vor allem Macht über den Patienten ausüben...
Hinweis auf ein Interview im heutigen Tagesanzeiger, S. 12, mit Spiegel-Redaktor und Katholik Matthias MTussek "Ich bin gekränkt, wenn Madonna vor einem Kreuz herumhopst". Kann ich empfehlen.
Tigri, ich brauche mir überhaupt nicht die Mühe zu machen, Bonnke (den echten) zu widerlegen - er disqualifiziert sich ganz allein. Zum Glück sind die Schweizer seinen Heilsbotschaften gegenüber skeptischer - hier kommt er mit seinem Touchy-Feely-Scheiss nicht ganz so gut an.
Was mir bei Leuten wie Matussek (den ich eigentlich wegen seinen Frechheiten schätze) so gegen den Strich geht, ist das Missionieren. Kaum haben sie den für sich vermeintlich wahren Weg entdeckt, muss der einer staunenden Oeffentlichkeit immer und immer wieder aufgezeigt werden (dank des hauseigenen Unterstützungsapparates nicht ganz so schwierig). Er darf sich sogar gekränkt fühlen, wenn Madonna vor einem Kreuz herumhopst, aber seine Missioniererei nervt mich.
Wobei ich ihm in einem Recht gebe: die einzige Möglichkeit für die katholische Kirche, ihre Glaubwürdigkeit auch nur ansatzweise wiederherzustellen, ist nicht das Sich-Ergeben in den Mainstream, sondern das Beharren auf Traditionen und Konventionen. Allerdings gehört zu einer funktionierenden, glaubwürdigen Kirche auch, dass ab und zu mal der Saustall ausgemistet wird - nicht schöngeredet.
Ich begrüsse hiermit auch die Mitglieder der bekennenden Kirche!
Ist übrigens in gewisser Hinsicht sogar ein Ehrentitel, siehe:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bekennende_Kirche
Aber dennoch:
Ich DARF mich als Kind - und insofern sogar als Sohn - Gottes verstehen, und als Bruder Jesu.
Und als söttiger möchte ich denn definitiv NICHT von einem relgiös-paranoiden Mähdrescher-Fahrer zu Bio-religioso-Hackfleisch verarbeitet werden.
NEIN! DEM würd' ich mich entgegenstellen, in meinem AMX 666, dem Kampfpanzer Gottes!
Was ist denn der Unterschied von den Bethesda-"Geheilten" (so sie es denn wirklich gegeben haben sollte) zu den von mir Geheilten? Meine können auch wieder sehen, gehen und würden das selbstverständlich jedem dahergelaufenen Evangelisten weitererzählen. In zwei, drei Generationen wird niemand mehr wahr von falsch unterscheiden können. Jesus, die Schamanen und ich bedienen ja nur die Naivität der Menschen. Die brauchen das anscheinend.
Easy, Astrid, ich habe den Text von B. ohne jeden Subtext gelesen, ohne Einbettung in andere Sachen, ohne kulturellen Hintergrund.
--
Bei Bonnke habe ich eben statt "Geheilten" "Geilheiten" gelesen... WARUM NUR???
@Anna2
Hab NICHTS gegen die sogenannte Schulmedizin! GEGENTEILIG! Was die heute für Krankheiten heilen - oder zumindest deren Auswirkungen stabilisieren - kann, in Zusammenarbeit mit den pharmazeutischen, ist schlicht und einfach GENIAL! Hab das glaub auch festgehalten?
Ein Idiot, wer einen offenen Beinbruch mit Beinbruch-Kügeli heilen wollte, oder Lungenentzündung. Oder Bauchspeicheldrüsenkrebs mit einer Vitamin C-Therapie!
Und ich bin sicher, dass viele, viele Hausärzt!nnen schon immer wussten, dass der Mensch mehr ist als die Summe seiner Körperteile
Hab auch einen SUPER-Hausarzt. Hab ihn kennengelernt, als ich 3 min. von der Praxis entfernt wohnte. Heute sind's 1 ½ Std. Und er ist und bleibt mein Hausarzt!
Der macht in "seiner" Gemeinde auch regelmässig Hausbesuche, und ich bin mir sicher, dass er, wenn's denn hart auf hart ginge, auch den Weg zu mir machen täte!
Hab daneben glücklicherweise noch eine "Notfall-Aerztin", 10 min. von hier, so für Katzenbisse und dies und das, und v.a. hochfiebrige Grippen mit begleitender Bronchitis oder Lungenentzündung.
Und sie haben BEIDE noch so ne Akupunktur-Ausbildung, und er noch einiges mehr!
Nein, hab wirklich nichts GEGEN die Schulmedizin!
Will ja nicht sterben, wie früher, an einer Verletzung an einem rostigen Stacheldraht!
Und was ich mit dem "Wunder" gemeint habe, ist eigentlich was ganz anderes und geht in Richtung
Psychotherapie:
Ich meine, dieser Kranke könnte ja - medizinisch gesehen - durchaus geheilt SEIN. Aber nicht daran GLAUBEN können, heisst: sich weiterhin als Kranker zu fühlen und sich dementsprechend zu benehmen. Und wie gesagt, sich nicht ge-TRAUEN aufzustehen und sein Bett zu entsorgen!
So ganz nach dem Witz:
Kam einer zum/r P, weil er sich für eine Maus hielt. Wurde nach 50 Sitzungen als "geheilt" entlassen. Kam nach 5 Minuten zurück und frage P:
Sagen Sie, WISSEN die Katzen denn auch, dass ich keine Maus bin?
Siehe dazu auch die Kommentare 1 und 2 zu diesem Beitrag!
@Bonnke: ich hab doch nichts gegen ihre angeblichen oder tatsächlichen Wunderheilungen einzusetzen. Mir ärgert und bescämt nur das Gegackere von Jungsozialisten und "Freidenkern", die Zeter Mordio schreien, wenn in einem freien Land freie Menschen an eine Veranstaltung gehen.
@fufi: ignorieren kann ich mich auch selber, du Volltröte. Viel Spass beim aneinander Vorbeiwixen, ihr Weichhirne.
Mission accomplished. Und tschüss.
Wenn ich Orlandos Kommentar lese, komm' ich mir fast biblisch vor:
Was will uns unser Herr damit sagen?
Interpretationshilfen sind erwünscht!
Orlando ist ein Meister im Verbinden von coolen Substantiven mit noch cooleren Verben. Dafür lieben wir ihn alle.
Seine Aussagen sind meistens einigermassen... opak, wenn ich mal ein nichtbeleidigendes Adjektiv gebrauchen darf.
@Orlando
Meinst du nicht auch, es wäre an der Zeit, dass du dich politisch weiterentwickelst?
Legoland sucht noch einen Präsidenten!
Kannst dich ruhig bewerben, die nehmen glaub sogar einen Hilfs-Eumel!
Especially for you:
http://www.youtube.com/watch?v=8mqZqhTl4A8
fufi, Friede sei mit Ihnen.
Bazillus, ich habe nie behauptet, die Komplementärmedizin sei wirkungslos. Placebos sind hochwirksam. In den richtigen Situationen. Vieles ist psychisch überlagert, und wenn ein Chügeli besser hilft als der Psychiater, den der Patient nicht akzeptieren kann, dann ist doch gut.
Orlando, Macht? Sie schliessen von sich auf andere. Was Süchtige angeht, ist die Religion bei denen eine von mehreren möglichen "Heilungen". Mir hat sie bei Ex-Junkies eher als Suchtverlagerung imponiert. (Hab im Studium in einer Notschlafstelle gejobbt.) Aber das kann jeder sehen, wie er will. Jedenfalls steht es bei den Kosten und bei den Nebenwirkungen 2:0 für die Religion.
Interessanter: Wenn Sie so aus eigener Erfahrung vom jesuanischen Heilen sprechen können als einem verdammten Chrampf, dann bitte, machen Sie mal! Das wollen wir sehen, wie Sie den Gelähmten zum Aufstehen und Weglaufen bringen. Am Ende Ihres Paragraphen da oben habe ich mich wirklich gewundert: sind Sie bei der Kirche Christi Wissenschaftler? Gibt es für Sie NUR Scheininvalide? Hmmm.
Georg Kreisler, "Unheilbar gesund": http://www.youtube.com/watch?v=PoT9RXMZbS0
Das Daran-Glauben ist ganz wichtig, fufi. In der schönen Satire über Dr. Knock findet man Aussagen wie: es gibt keine Gesunden, es gibt nur ungenügend untersuchte Kranke. Organisch mag das schon so sein, besonders wenn man auf die Gesundheitsdefinition der WHO abstützt: ein Zustand physischen, psychischen und sozialen Wohlbefindens. War es Woody Allen, der sagte, das erreiche er nur im Orgasmus?
Verwandtes Sprichwort: Ein reicher Mann bleibt ein reicher Mann, auch nachdem er sein Vermögen durchgebracht hat, und ein armer Mann bleibt ein armer Mann, auch nachdem er eine Million gemacht hat.
Guten Tag.
Wow, Anna, guten Morgen, Du Frühaufsteherin.
Dass die Schulmedizin auf diversen Augen blind ist, beweist sie ja tagtäglich, indem sie falsch diagnostiziert. Das werfe ich ihr nicht vor, nobödisperfeckt. Was ich ihr vorwerfe ist ihr unheimliches Selbstbewusstsein, ihr Mangel an Bescheidenheit. Es würde der Schulmedizin gut anstehen, wenn sie sagte: "Wir verstehen den Mensch nur oberflächlich." Physisch und psychisch. Und ich meine tatsächlich "oberflächlich". Viele Krankheiten spielen sich halt nahe der menschlichen Oberfläche ab, und die kann die Medizin angehen. (Mit "Oberfläche" meine ich nicht die Haut, klar, damit meine ich einfach relativ simple physikalische Vorgänge [und die chemischen sind einfach Spezialfälle davon]). Das gilt sogar für die Psychologie. Sie versteht nur ganz simple Sachen wirklich gut, sobald es tiefer geht, etwa bei Psychosen, bei Borderline, bei bipolaren Störungen, auch bei Persönlichkeitsstörungen aller Art ist sie ziemlich ratlos. Was ich ja sogar verständlich finde, die Sachen sind wirklich schwer verständlich. Die Psychiater und die Neurologen und die ganzen verwandten Wissenschaftler versuchen mit diversen Mitteln, die Sachen zu durchschauen, mit sehr sehr durchzogenem Erfolg. Andere Leute haben hier mehr Erfolg, darüber später mehr.
Nun haben die Physiker so schwieriges Zeugs wie den Aufbau der Materie und die Bildung des Universums ziemlich weitgehend begriffen, aber das menschliche Gehirn ist noch weitgehend ein Rätsel (vielleicht ist ja nur mein Gehirn ein Rätsel :-)
Die alternative Medizin hat ja beileibe nicht nur die Homöopathie anzubieten. Es gibt ja haufenweise andere Methoden, die chinesische Medizin mit all ihren Ablegern etwa. Und die ist ja recht erfolgreich, insbesondere in Gebieten, wo die herkömmliche Medizin sich einen abbricht.
Wenn ich nun wieder einfach an die psychische Ausstattung eines Menschen denke, dann haben diese die Geistlichen aller möglichen Religionen und die Esoteriker sicher deutlich besser verstanden als die moderne Wissenschaft. Klar, sie starten beim von aussen Beobachtbaren, anders als der Neurologe, der ein MRI macht und dann sagt, dass im Gehirn eine Zone im Frontallappenbereich anscheinend etwas untypisch aussieht.
Aber auch Gurus, so verrufen die auch sind in unseren Breitengraden, haben grosse Erfolge erzielen können im Verstehen des menschlichen Geistes, als Ganzes, und im Beheben von Defiziten, von Problemen und Störungen.
Schau, Anna, am Schluss kommt es mir als Krankem darauf an, wer oder was mir hilft bei meinen Problemen. Und wenn die herkömmliche Medizin ihre Segel streichen müsste, weil sie nicht weiter weiss, "müsste" sage ich, weil sie selten zugibt, dass sie nicht weiter weiss, dann kann die alternative Medizin oft noch viel weiter kommen.
Anna, Du weisst, ich bin wissenschaftlich gebildet und ich lege viel Wert auf Korrektheit und logisches Folgern. Wenn ein Esoteriker sagt "das und das macht Sinn", dann nervt mich fast das genau gleich, wie wenn das ein Schulmediziner tut. ("Sinn machen" kann man auf Deutsch ja nicht, etwas kann "Sinn haben" oder "ergeben", und das sind Formulierungen, die man, richtig ausgewählt, immer einsetzen kann, wo heute "Sinn machen" steht). Und wenn es ein Politico tut, scheisst es mich richtig an, wenn es ein Journi tut, dann rege ich mich regelmässig auf, fragt meinen Bruder.
Ich bin also ein Mensch, der auf Exaktheit Wert legt, auf Genauigkeit, und ein Mensch soll versuchen, nur Richtiges zu sagen (wenn er behaupten will, dann kann er das natürlich schon, wenn er den Satz mit "ich behaupte, dass" einleitet). Wischiwaschizeugs, das vor allem in der Esoterikszene so verbreitet ist, geht mir also brutal auf den Sssack. Deswegen aber die Esoterik und ganz allgemein das Wissen und die Suche danach über den menschlichen Geist und die Seele (welche ich als zwei stark zusammenhängende Entitäten begreife) als Wischiwaschiware abzutun, das würde ich nie tun.
Anna, wenn ich den Fuss verstauche, komme ich zu Dir, wenn ich eine Mittelohrentzündung habe auch und auch, wenn meine Prostata meint, einen Tumor entwickeln zu müssen. Wenn ich aber an Depressionen leide, dann kann mir der nette Buddhist von nebenan vielleicht besser und nachhaltiger helfen als Du und Dein Prozac.
Ok, Leute, in meinem Geschreibsel hat es ein paar ortographische Fehler und stilistische Plattheiten, die in einer zweiten Fassung sicher ausgemerzt worden wären. Ich hoffe, die Schnitzer stören Euch nicht zu sehr. Und ich hoffe auch, dass sie die Aussage des vorletzten Teils nicht allzusehr konterkarieren.
Saluti, Patrick
--
fufi, veröffentlichst Du auch manchmal eine Kartblanch? Vielleicht miecht ich dann mal eine.
Patrick gives the WORD!
Wie's schon im Header - oder so - steht:
Gastbeiträge sind nicht nur willkommen, sondern in allerhöchstem Masse erwünscht!
Möchte hiermit (äxgüsi Tiger :smile:) insbesondere Anna2 und Astrid einladen, IHRE Sicht der Dinge zum angeregten Thema darzulegen!
Von wegen allgemein-versicherter Konsumhaltung und Selbstverantwortung in der Psychotherapie!
Aber dennoch NEIN!
WEISSE KARTEN verteilt fufi NICHT!
Höchstens gelbe und rote, meinetwegen sogar gelb-rote!
Aber da gibt's ein SCHWARZES BRETT!
Und DA darf jede und jeder, der die allgemeinen Geschäftsbestimmungen=Anstandsregeln akzeptiert!
Achtung - fertig - schreibt!
@Anna2
Haste DAS gelesen?
http://www.faz.net/-01x81p
DA wird's vielleicht nicht nur dir übel!
Das Teuerste an der Chemotherapie meines Vaters (Prostata-Wiederkehr 14 Jahre nach der OP) war ja offenbar die Gewinnung eines bestimmten Wirkstoffes, der NUR aus echt-gewachsenen Eiben extrahiert werden konnte!
CHEMO-Therapie?
Die ART/42/Basel ist eine Kunstmesse,
D i e Kunstmesse, heisst es,
The Art Show
La Foire d’Art
La Mostra d’Arte
La Faira d’Art,
und wer damit Zuckerwatte und Magenbrot, Schaustellerei, Die Dicke Berta, Der Stärkste Mann der Welt, Das Geheimnis des Orients und Afrikas, Freaks, Der Billige Jakob, Putsch-Autos, Karoussell, Geister- und Achterbahn sowie Riesenrad und Hau-den-Lukas verbindet, liegt gar nicht so falsch.
Hereinspaziert, ihr lieben Leut’!
Die Art Basel, sie ist ein Jahrmarkt der Eitelkeiten, ein künstlerischer Flickenteppich, ein Hochpreis-Flohmarkt von phänomenal durchmischter Qualität und grosser, kurzfristiger Definitionskraft, Kompass und Magnetberg zugleich, eine verwinkelte Möglichkeit und Unmöglichkeit voller Widerspruch 2011, ein (Frei-)Raum für die Einen, ein Gefängnis für die Anderen, ein fragiles, teilweise gigantisch aufgeblasenes und deshalb volatiles Zusammenspiel, ein so sicherer wie unsicherer Mikrokosmos des Künstlerischen und Kommerziellen, wo Gold, Katzengold und güldene Gülle unmittelbar nebeneinander liegen und sich scheinbar vertragen, ein Tummelfeld für Galeristen und Glamouristen, Sicherheitsleute, allerlei (gelangweiltes) Personal, übernächtigte, kunstvoll unfrisierte Kunstgeschichte-Studentinnen in buntem Schuhwerk, Bekannte und Unbekannte, Künstler und solche, die es werden wollen oder gerne wären, Eintagsfliegen, Höhenflieger und Bruchpiloten, Richtsterne der Moderne, hoffnungsvolle und hoffnungslose Fälle, Begabte und Unbegabte, Arme und Reiche, gutbetuchte Arrivierte, Kämpfende, altes Geld, Kundschaft, die bezahlt oder Kund tut bezahlen zu wollen, Laien und Leute vom Fach, Gebildete und funktionale Analphabeten, Interessierte, Offene und offensiv Desinteressierte, Verschlossene, Schwätzer und Schweiger,
Staunende, die trotz des Trubels und mancher Verlogenheit spüren, wie der Staub von ihrer Seele gewaschen wird. Denn: Kunst kann manchmal heilen. Vielleicht nicht gerade in Basel, vielleicht nicht an der Art 24. Aber sie kann es. Manchmal.
heil - Adj. "unbeschädigt, unverletzt, gesund", ahd. heil "gesund, ganz, vollkommen, unversehrt, errettet, erlöst" (8. Jh.), mhd. heil ... engl. whole "ganz, vollständig, unverletzt" ... (Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, W. Pfeifer)
Das ein Kleinstbeitrag und -impuls, nachdem in dieser Lounge die Blogwelt stillzustehen scheint.
Habe ich etwas verpasst?
Vielleicht ein guter Augenblick, in einer realen Bar etwas zu trinken.
Orlando?
Nur wenn es ein Separée hat. Ich bestelle den Ca' del Bosco und ein paar Foie-Gras-Brioches.
20 Uhr okay?
Prost, Lina und Orlando. And belatedly, Astrid! (Anderer Thread.)
Tigri, Sie haben natürlich recht mit der Bescheidenheit. Daher, fufi, sei hier mal gesagt, was eigentlich zuerst hätte gesagt werden müssen. Aber nicht wurde, weil wir das Pferd von hinten aufgezäumt haben, bzw. ich, nach Ihrem Schuss auf die Halbgötter in Weiss.
Was heilt, ist so oder so meist die Zeit bzw. Natur, geschwollener gesagt vis medicatrix naturae. Ich wollte Ihnen, Tigri, keine psychosomatischen Beschwerden andichten wegen der Besserung nach den Chügeli. Post hoc non propter hoc. Vielleicht wars ganz einfach der Spontanverlauf. (Und ah soooo, Frontallappen... das mag Ihr Verhalten mila gegenüber erklären... hmmm. *imaginärenbartkraul*)
Manche Patienten wollen trotzdem eine Pille für alles. Auch für solche Verschreibungen haben wir auf medizynisch eine stehende Redewendung: ut aliquid fieri videatur. Wörtlich: damit man sieht, dass etwas geschehe. Das Nichtstun ist etwas vom Schwierigsten in der Medizin: wie können Sie nur? Papi hat Alzheimer, Mami hat Krebs! Hören Sie auf mit Ihrer Bartkraulerei, TUN Sie was! Dabei wäre das offen und ausführlich besprochene Nichtstun oft richtig. Das ist übrigens auch der Grund, weshalb mir beim zitierten FAZ-Artikel nicht schlecht wird. Im Gegenteil ist wichtig und richtig, dass sowas öffentlich diskutiert wird. Gemacht wird es längst. Noch häufiger wird aber folgendes gemacht: dass man die Option des Nichtstuns gar nicht erst anspricht. Auch in palliativen Situationen bei alten Menschen, d.h. solchen, die ihr Leben gelebt haben und gehen könnten, oft latent sogar möchten, und wo man von Anfang an klar sagen kann: wir haben keine Chance, diesen Krebs zu besiegen.
Ich kenne das Problem nicht nur aus fachlicher Perspektive. Meine Mutter hat Krebs und findet, sie sei in ihrem Alter, ich zitiere: eigentlich amortisiert. Sie macht sich sehr viele Überlegungen zur Lebensqualität. Das bedeutet auch den Verzicht auf die eine oder andere Behandlung mit magerem Nutzen und vielen Nebenwirkungen. Es ist für sie nicht einfach, ihren Onkologen auf solche Themen anzusprechen, obwohl sie selber einen medizinischen Hintergrund hat und sehr klar sieht, woran sie ist. Wieviel schwerer muss es Laien fallen!
fufi, wussten Sie, dass statistisch gesehen die Hälfte der Gesundheitskosten in einem gesamten Leben erst in den letzten zwei Jahren anfallen? Ziemlich unabhängig von der Lebensdauer. Da muss man sich solche Fragen doch stellen. In meiner medizinischen Karriere gibt es ein einziges Leben, das ich ziemlich sicher gerettet habe, aber das ist eine andere Geschichte -
It was a dark and stormy night... äh, die Belletristik überlasse ich gscheiter Lina. Aber eine unruhige Nacht war es, in einem kleinen Landspital, wo wir fünf Assistenten abwechselnd fürs ganze Haus Dienst machten. Ich war ein Frischling und als solcher sehr stolz darauf, dass ich den Laden einigermassen schmiss, obwohl viel lief. Ein Kaiserschnitt war angekündigt, und kurz vorher wurde uns noch ein hochbetagter Kranker aus einem Pflegeheim zugewiesen. So ausser Atem, dass er nicht mehr sprechen konnte, nur keuchen. Fast vierzig Grad Fieber. Ich versuchte seine Lungen abzuhören, aber er stiess mich dauernd weg. Fieberdelir, dachte ich. Den klassischen Befund von Rasselgeräuschen, wie man sie bei einer Lungenentzündung erwarten würde, konnte ich daher nicht erheben. He nu, die RGs können bei Hochbetagten auch mal fehlen. Als man mich in den OP wegpiepste, verordnete ich ein Röntgenbild des Brustkorbs und eine Penicillininfusion, da ich erwartete, dass die Lungenentzündung sich auf dem Bild zu erkennen geben würde. So war es auch, wie ich tief befriedigt konstatieren durfte, als ich aus dem OP zurückkam. Der Patient wirkte allerdings nach wie vor seltsam unruhig; die Schwestern hatten die Infusion kaum stecken können, so wehrte er sich. Sprechen konnte er immer noch nicht.
Am nächsten Morgen war das Fieber praktisch weg. Postwendend meldete sich das Pflegeheim: Unser alter Herr hatte lebensverlängernde Massnahmen ausdrücklich verweigert. Auf einmal machte seine heftige Gegenwehr Sinn. Aber das konnten wir nicht ahnen. Er war uns vom Nachtdienst im Heim zur Behandlung und als Notfall überwiesen worden. Sie hatten nicht nachgeschaut.
Ein Kunstfehler meinerseits war das nicht. (Wieder eine andere Geschichte.) Dennoch hinterliess meine wohl einzige "Wunderheilung" einen mehr als schalen Nachgeschmack. Das werden Sie wohl verstehen. Ich habe mir damals fest vorgenommen, nicht im Spital zu sterben!
Zum Heil-Sein empfehle ich Friedrich Glauser (besonders dem Orlando, der auf meine ketzerischen Fragen drüben in seiner Bar geantwortet hat, die angeblich zu ist, eh aber au nei au). Lese gerade die grossteils autobiographische Kurzgeschichtensammlung "Morphium" wieder. Zitat aus "Störenfriede":
"Wir vermögen es, Spirochäten auf die Schliche zu kommen, wie sollten wir nicht der Seele auf ihre Schliche kommen und sie zwingen, uns klar und deutlich herauszusagen, warum sie in einem gewissen Moment so wenig Hemmungen produziert hat, dass jene unsoziale Tat zustande gekommen ist?"
Glauser sah es natürlich anders, diese Leserin auch. Ein System kann sich nie selbst erklären. (Gödel - no, Tigri?) Also auch wir uns nicht, besonders unser Hirn. Wo ja nicht nur die Gedanken hocken, sondern auch die Gefühle, und die Wirrungen von beidem.
Lina, ich glaube fest an die Bibliotherapie. Schreiben Sie!
Gute Nacht allerseits.
Ein PS zu den Wunderheilungen: Hat jemand den kürzlichen Tagi-Artikel über Hannelore Kohl gelesen?
Angenommen, es sei wirklich psychosomatisch gewesen und keine Lichtallergie - was ich nicht beurteilen kann und ihr nicht unterstellen will, auch wenn ich selber eine Patientin mit einer mehr als zweifelhaften Lichtallergie hatte, die natürlich abgewandert ist: in solchen Fällen sind Wunderheilungen tatsächlich möglich. Wenn der Patient zur Einsicht kommt, dass er diese Krankheit nicht mehr braucht. Der fachliche Hintergrund des Heilers spielt keine Rolle, weil in der Psychotherapie die menschliche Ebene am wichtigsten ist (Grawe et al., hier bereits zitiert). Es ist oft so, dass Nicht-Schulmediziner mehr Zeit und Zuwendung in den einzelnen Patienten investieren.
So, Zeit zu schlafen.
@Anna2
Einverstanden!
Und die Hannelore Kohl, was ich meine ist: die war einfach mal durch und durch - sozusagen - froh, dass sie ihrem inneren Leiden einen äusseren Namen geben konnte.
Und dass sie denn das äussere Leiden NICHT aufgeben möchte, solange das innere noch bestand, das ist nachvollziehbar.
Meine ich.
Wer möchte denn schon die Dämonen, die sie rund 40/50 Jahre "in Schach" gehalten hat, so mir nichts dir nichts wieder freilassen?
Anna2, ich habe im neusten Thread eine Antwort für dich deponiert.
Gute Nacht, Anna2!
Naja, Anna, von Gödel weiss ich nicht so viel, Deine Kurzform seines Satzes ist zwar sehr ungenau und mangelhaft, aber nicht so falsch.
derräudige macht sich wichtig über literatur, lächerlich ! mangelhaft ist gar nichts hier ausser dem räudigen. Tschu, verzieh dich, es stinkt nach katzenpisse !
he emmehemme, was ist los? Ich wichtig? Mann, Du spinnst ja. Aber voll.
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