Dienstag, 20. September 2011

Qui sedet ad dexteram patris

Das stammt aus der lateinischen Messe, bzw. aus dem lateinischen Glaubensbekenntnis und heisst auf deutsch:
"Der zur Rechten des Vaters sitzt."
Und meint Jesus, der zur Rechten Gottes sitzt.
Und zur RECHTEN sitzen heisst: Die Regierungsgeschäfte führen!

Weshalb diese Einführung?

Weil ich mich - nicht nur in meinen Betrachtungen zum Leben nach dem Tod -
http://fufislounge.blogspot.com/2011/09/ich-versuche-damit-eine-antwort-zu.html

ganz klar und ausdrücklichstens zum Glauben an die ALLVERSöhnung bekenne. Das heisst, dass ALLE Menschen in "den Himmel" kommen, was immer denn das genau heissen mag.

Denn wenn DIESER Jesus, den all die ach so gläubigen Christen als ihren HERRN verehren, denn auch wirklich DIESER Jesus sein täte, der "sich am Kreuz hingegeben hat" und jetzt "das göttliche Regiment" führt, dann, ja dann meine ich nicht, dass DIESER nun also zur Rechten Gottes sitzende Jesus auch nur 1 Menschen in die Hölle schicken würde!
Wisst ihr, was Gott tat, noch bevor er die Menschen aus dem Paradies vertrieb(Gen 3, 23!)? Er machte ihnen Röcke aus Fell! (Gen 3, 21!)

Interessierte finden weiterführende Infos zur Allversöhnung hier:


Oh ja, ich weiss nur zu genau, dass ALLE christlichen Glaubensrichtungen  die Allversöhnung als Häresie = Ketzerei bezeichnen.
Und s'hätte mich auch erstaunt, wenn auf meine Schreibe zum Leben nach dem Tod KEINE empörten Einwände von den lieben guten Christen gekommen wären!
Und ich kenne auch einige der Bibelstellen, die mir jetzt von den Frommen an die Birne geknallt werden können. Aber ich meinerseits verstehe unter Theologie und erst recht unter Dogmatik was anderes, als ein gegenseitiges sich mit Bibelzitaten zu bewerfen.

Denken, zum Beispiel, NACHdenken dessen, was gewisse biblische Autoren damals, in ihrem soziokulturellhistorischen Kontext gemeint haben könnten - wo zum Beispiel die Sklavenhaltung und das Aussetzen von Mädchen-Babys noch allgemeine Praxis war, und was das für uns Heutigen vielleicht auch noch bedeuten könnte.


Der Atheist und Philosoph Bertrand Russel hat leider recht - allzu recht - wenn er im Buch „Warum ich kein Christ bin“ sagt:
 „Ich muß sagen, dass diese ganze Lehre vom Höllenfeuer als Strafe für die Sünde eine grausame Lehre ist. Sie hat Grausamkeit in die Welt gebracht und für Generationen unbarmherzige Folgen.“

Allerempfehlenswertestens Büchlein!





Aber dazu gibt’s auch was von wirklich bedeutenden Theologen,zum
Beispiel vom Dogmatiker Karl Barth in seinem Vortrag "Die Menschlichkeit Gottes":
"Das ist sicher, dass es kein theologisches Recht gibt, der in Jesus Christus erschienenen Menschenfreundlichkeit Gottes unsererseits irgendwelche Grenzen zu setzen. Unsere theologische Pflicht ist, sie als immer noch grösser zu sehen und zu verstehen, als wir es zuvor getan haben."
Das Büchlein ist vergriffen, eine Kopie gibt's auf Anfrage bei fortissimo@bluewin.ch


Aber irgendwie ist's den Frommen scheint's halt doch lieber, im Himmel nur unter sich zu sein und ab und zu schadenfreudig einen Blick nach unten zu werfen?

Lasst mich das mit einem Gleichnis sagen:

Seepromenade an einem schönen Sommertag.
X Erwachsene und 2 Kinder.
Kind 1 töibelet lautstarkt: Ich will ein Glacé!
Kind 2 will auch ein Glacé, getraut sich aber nicht zu fragen.
Kind 1 töibelet weiter, Passanten schauen sich um.
Erwachsenes schimpft: Wenn du so tust, gibt's sicher kein Glacé.
Kind 2 bleibt stumm.
Kind 1 töibelet weiter und stampft mit den Füssen: Ich will aber jetzt ein Glacé.
10 Minuten später am Bürkliplatz: Erwachsenes kauft 2 Glacé, für jedes Kind 1.
Kind 2 beklagt sich fürchterlich: ICH war ja sooo braaav! Bloss Kind 1 hat sooo bööös getöibelet! Weshalb kriegt Kind 1 jetzt doch auch ein Glacé?

Tja, fufi meint, Kind 2 hat das bekommen, was es sich gewünscht hat?


Nein, ICH kenne sie nicht, die endgültige Antwort!



81 Kommentare:

fufi hat gesagt…

Kein Wunder eigentlich, dass ich schon mehrfach öffentlich als "Gotteslästerer" geehrt wurde!

Erstmalig vom Gemeindepfarrer - von der Kanzel herab, ex cathedra, sozusagen - von wegen eines Flyers, den ich für die junge Kirche gestaltet hatte.

Später ereiferten sich gut-katholische Kreise daran, dass ich meine Texte, die ich für die katholische Presseagentur schrieb, mit "xr" signierte.
KennerInnen wissen: "xr" ist das
Christusmonogramm!

Holy Handgranate!

zysi hat gesagt…

ja fufi, jedem seine sicht und dafür darf ja (dann) auch jeder mit IHM direkt parlieren, nicht?

Mich interessiert lediglich, wozu du eher nach Referenzen von Menschen tendierst denn zum Worte selber? Oder wie muss ich mir ein Studium der Theologie vorstellen, dass sich nicht mit der Bibel selber beschäftigt (exkl. den vierschiedenen Übersetzungen und deren Unterscheide...)

Was mich befremdet ist deine (stark formuliert) Selbstbeweihräucherung in einem anderen Post anahnd deines Notenblattes; hey so stehst du schaulustig und erhaben auf dem Dorfplatz und hälst dieses in die Höhe....

fufi hat gesagt…

Lieber Zysi

Vielen Dank für deinen Kommentar, hab mich ehrlich gefreut!
Oh ja: alles was Gott ehrlich sucht, wird Gott finden!
Und Gott wird sich allem SO zu erkennen geben, wie es dem Suchenden entspricht.

Und glaub mir, ich beschäftige mich sehr mit der Bibel, aber ich habe mich nun mal drauf spezielisiert, über das nachzudenken, was - ach, du weisst schon!

Und dann:
Ich habe damals zusammen mit dem Menschen studiert, der heute Pfarrer in meiner Gemeinde ist. Wir haben "dasselbe" studiert, bei denselben Professoren. Und glaub mir, DER - mein Kumpel - tja, ich glaube, der theologiesiert echt eher auf deiner Linie!

Nun Selbstbeweihräucherung? weiss nicht - eine gewisse Aggressivität jedenfalls!
Weil - wie gesagt - ich hab im Leben nur allzuoft gehört, wo ich denn hingehöre - und damit war nicht der Himmel gemeint!
leider häufig auch im Sinne von:
Theologe? und glaubst nicht "an die Bibel?" - Ungläubiger!
Siehst du, ich meine, die Bibel wurde von Menschen geschrieben, sie ist m.E. nicht "buchstabengewordenes Wort Gottes".
Und NEIN, ich glaube NICHT an die Bibel!
Ich glaube an den lebendigen Gott als meinen Schöpfer und Vater, und an Jesus, meinen Heiland und Bruder!
Und ich mag deswegen nicht als Ungläubiger zur Hölle gewünscht werden!
Wie mir das leider schon oft - wie gesagt!

Siehst du:
Der liebe Gott nimmt alle Menschen so an wie sie sind, und lässt sie "auf ihre eigene Weise selig" werden. Dich - und mich!
Ich weiss, dass ich noch nie nichts geschrieben und gesagt habe, wo ich irgendwem aufgrund einer anderen Meinung irgendwelches Höllen-Schicksal angedroht habe!

fufi hat gesagt…

Und Zysi:
Ich weiss: DU hast mich NIE blöd angemacht.
Das schätze ich an Dir!
Und ich schätze Dich!

fufi

Anonym hat gesagt…

hmm..., in längst vergangen zeiten nannten wir das interne telefonbuch der sbg "bibel". was es dem "buch der bücher" definitiv voraus hatte war, dass wenn man eine nummer darin wählte, jemand ran ging.

aber heutzutage funktioniert das dort auch nicht mehr richtig - die sind alle sprachlos.

auguste - wenn man händler grübeln lässt...

Tiger hat gesagt…

die suchen CHF 2.3E9, und bis sie die haben, sind sie schön ruhig...

Endlich weiss man, wieso sbg suchen bis gefunden heisst.

Anonym hat gesagt…

hmm..., und elegant zurück zum thema: wieviele omg's musste sich der liebe gott wohl anhören von den "masters of the universe" seit "facepalm"-donnerstag?

auguste - wer nicht ruhen will, muss fühlen (alte gewerkschafterweisheit)

Orlando hat gesagt…

@Astrid: das Stichwort lautet "freier Wille". An einen Gott, der mir keinen solchen mitgegeben hätte, möchte ich auch nicht glauben. Er lässt (oder macht) nicht geschehen. Sonst wäre ich so wütend wie der Fufi! Möchten sie ein Robotersklave sein, Teil des Ameisenvolkes Gottes?
Lesen sie doch das AT: ihre jüdische Ahnenschaft und ihr Ringen mit dem Wesen des Herrn - es füllt Seite um Seite.

Es gilt Psalm 23. Wenn ich den Weg, den er weist, zu gehen geWILLT bin, wird er mich schützen. Sonst hätte er es ja Allah gleich tun können und ein Gesetzbuch schreiben können. Stattdessen: einen Katalog an hochkomplexen, abstrakten, unmöglichen Geboten. An denen die Menschheit jeden Tag sich abmüht, ein jedes Individuum sich die Zähne ausbeisst.
Sucht ihr Heil in trotzigen Chimären. Und sie versuchens und versuchens, aber haben doch keinen gültigen Ersatz gefunden. Die Trottel!

Es ist so verblüffend einfach. Und so schwierig zugleich. Das macht das Revolutionäre ja gerade aus.

Den ganzen Erlösungs-Komplex erörtere ich ihnen gern ein andermal. Shalom!

Astrid hat gesagt…

Lieber Fufi, ich habe leider etwas Mühe damit, Dir ganz zu folgen. Meine autoritär-katholische Erziehung, liebevolle und gelassene liberal-jüdische Grosseltern auf der einen und gemischt-religiöse, sich ständig rechtfertigende und missionierende Grosseltern auf der anderen Seite, schliesslich das Austreten aus der Kirche und die Nicht-Taufe meiner Kinder haben mich gelehrt, dass Glauben eine private und völlig persönliche Sache ist. Ich habe weder Geduld noch Interesse an Bekehrungsversuchen noch Zeit bzw Lust an Exegese, Eschatologie etc.
Einen freien Willen zu haben (wer oder was auch immer mir diesen zugestanden und/oder gegeben hat) bedeutet für mich vor allem zwei Dinge:
Erstens messe ich den 'Erfolg' meines Lebens daran, wieviele bzw wie wenig Menschen ich verletze oder verletzt habe. Ich meine das ganz konkret: es ist die Essenz aus meinem schon halb-gelebten, doch recht stürmischen Leben. Angesichts des Todes gibt es für mich nur die eine Frage: habe ich in diesem Leben alles mir Mögliche getan, um meinem Umfeld nicht zu schaden? Dazu brauche ich keine Kirche, keine Theologie, keine Bibel.
Die zweite Konsequenz ist die Privatheit, man kann auch sagen, Einsamkeit, die man als nicht-gläubiger Mensch aushalten muss. Hält man sie aus, ja, hält man sie sogar hoch, bleiben einem jegliche Missionierungsversuche oder Einmischungen in das Glaubensleben anderer (hoffentlich) im Halse stecken.

Daher Fufi, schliesse ich mich Zysi an, genauso wohlwollend: was kümmert's Dich, wer Dich aufgrund Deines Glaubens anfeindet? Ist das wirklich wichtig? Ist es nicht entscheidend, dass Dein Glauben Dich, nur Dich allein weiterbringt?

fufi hat gesagt…

Liebe Astrid!

Wo du recht hast, hast du recht!

Astrid hat gesagt…

Fufi, care to elaborate?

fufi hat gesagt…

Astrid
Kannst du das auf deutsch sagen?
Aexgüsi, aber englisch war vor 35 Jahren!
Danke!

;-)

Astrid hat gesagt…

Sorry (hihi): wäre schön, wenn Du ein bisschen mehr kommentierst ..... zum Rechthaben habe ich das eigentlich nicht geschrieben.....:))

Anna2 hat gesagt…

Astrid, mir geht es auch so. Hab mich vor Jahrzehnten nicht konfirmieren lassen, als einzige der Klasse, unter anderem weil mir zu offensichtlich schien, dass es allen bloss um die Geschenke ging: von Uhren bis Töffli, damals. Unsere Eltern hätten es uns freigestellt, sie waren damals noch beide in der Landeskirche.

Trotzdem ist es keine erhebende Erfahrung, einem ansonsten vernünftigen und warmherzigen Kommilitonen ins Auge zu schauen und genau zu wissen: er weiss, dass ich zur Hölle fahre. Geschehen, als ich einem mal C.S. Lewis' Pamphlet "Pardon, ich bin Christ" voller Haftzettelchen mit Einwänden retourniert hab. So sehr ich Lewis mag, dieses Buch bleibt unter seinen Möglichkeiten. Den Kommilitonen habe ich damit dauerhaft abgeschreckt. Aber wie sagte Wolfgang Pauli, als einer seiner Assistenten ihn an seinem chaotischen Institut mal fragte, was er eigentlich zu tun habe? "Sie sollen mir widersprechen!"

Fufi, bitte ein Ittinger Klosterbräu auf den Widerspruch, diese zutiefst und eigenartigst menschliche Äusserungsform, die nicht nur in fruchtbaren beruflichen Beziehungen möglich sein muss, sondern auch in echten Freundschaften. Hat mir doch meine dickste Freundin gestern nacht den Kopf gewaschen. Ich bin ihr dankbar dafür. Prost!

Gute Nacht.

Astrid hat gesagt…

Anna, ich möchte nicht persönlich werden, aber dürfen wir einen kleinen Hinweis auf den Grund der Kopfwäsche haben? Ich frage deshalb, weil ich heute per Mail auch eine erhalten habe - und ich fürchte, das face-to-face steht noch aus...... Mir graust es!

Anna2 hat gesagt…

Astrid, since I'm still lurking: die hohen Ansprüche. Anlass: neu teilzeitlich institutionalisierte Fremdbetreuung, welche Verwandte und diese Freundin zu ersetzen beginnt. Das Kind ist z.Z. so anhänglich, dass ich mir jeden Ausgang gestrichen habe. Es kommt schon wieder. Aber sie hat völlig recht: berufstätige Alleinerziehende müssen auch mal fünf gerade sein lassen, wenn sie nicht auf Antidepressiva enden wollen. Handkehrum macht mir die Vorstellung extrem Mühe, die fünfe beim Kind gerade sein zu lassen: Wohlstandsverwahrlosung, arrgh. Naja, auch und gerade darauf ist Kleinkinderprogramm bis zum Umkippen keine taugliche Antwort... Die Allversöhnung, ja, die könnte ich gut brauchen. Versuche trotzdem mal zu schlafen. Nieder mit dem Grausen! Darf ich fragen, was bei Ihnen der Anlass war?

Astrid hat gesagt…

Ich fange mal ganz überheblich an, Anna: hören Sie auf sich - wenn Sie Ihr Kind z.Zt. nicht allein lassen wollen/können, stehen Sie dazu. Umso mehr Sicherheit wird es dann haben, wenn es weiss, dass Sie bei Bedarf für es da sind.
Und als Antidepressivum machen Sie Meditation, Yoga oder Visualisierung (keine Angst, kann man alles Marke Eigenbau machen) - stellen Sie sich jeweils vor, wie es in zwei, drei oder vier Jahren aussehen wird..... Bei mir half das.

Tja, ich habe mal wieder mein grosses Maul zu weit aufgerissen und mein Lebensziel 'Gelassenheit' total vergessen. Dann neige ich zum übermässigen Meaculpasieren und gehe meiner, in diesem Fall, Mentorin sehr auf den Geist - sie zweifelt dann jeweils, ob aus mir noch mal etwas werden wird.... Und sie hat eigentlich immer Recht und weiss vor allem genau, welche Knöpfe sie bei mir bedienen muss.... Hoffentlich bleibt es bei der Kopfwäsche!

Viel Glück und vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl, was das Kind angeht!

Astrid hat gesagt…

Nicht zu fassen! Sicherheitsabfrage für obigen Post: unkind! pöh!

pöh! hat gesagt…

sorry, astrid, seit kurzem wird die sicherheitsabfrage via einen äusserst komplizierten algorithmus direkt aus dem unterbewusstsein des users extrahiert...

ich kann nichts dafür!

(sicherheitsabfrage: bstrd)

Bstrd hat gesagt…

Ok, pöh, Ziel erreicht: bstrd versteht mal wieder nix!

Anonym hat gesagt…

Nicht kompliziert, bstrd: Algorithmus=Vorgehen bei der Lösung eines Problems, automatisch und ganz genau beschrieben. Das ist das, was Computer gut können. Oder besser, was wir ihnen gut beibringen können (dem sagt man ja programmieren). Kreativ sein ist ja nicht exakt, darum kann man ihnen das kaum beibringen. D.h. bislang haben wir Menschen das Gefühl, Kreativität sei nichts Exaktes. Vielleicht zeigt sich in dreissig Jahren, dass dies nicht stimmt. Exakt heisst ja nicht unkompliziert, vielleicht ist Kreativität einfach etwas sehr Kompliziertes, aber etwas Programmierbares.

Um es etwas wissenschaftlicher auszudrücken: Kreativität erscheint heute (mindestens) als NP-vollständig, erweist sich aber vielleicht bald sogar als P-vollständig (ja, auch Informatik ist eine Wissenschaft mit ihrer Fachsprache, wer hätte das gedacht).

Wenn Du zwei Zahlen durcheinander rechnest, brauchst Du einen Algorithmus. Wenn Du Farben für ein Bild herstellst, auch, wenn Du aber etwas malst, (meistens) nicht.

Anonym hat gesagt…

Astreiner Biergeschmack, Anna.

pöh! hat gesagt…

hihi, astrid - bstrd: die ähnlichkeit ist mir gar nicht aufgefallen. das b(a)st(a)rd bezog sich auf mich...

pöh! hat gesagt…

haha, es ist langsam mittagszeit und die abfrage für obigen post war: edibl!

Bstrd hat gesagt…

Hätte erwartet, das kommt: whocares.
En Guete! Gehe jetzt mit einer meiner alten Damen in den Wald, picknicken, das hat sie sich zum Geburtstag gewünscht. La vita è bella!

Orlando hat gesagt…

@Fufi: "was gewisse biblische Autoren damals, in ihrem soziokulturellhistorischen Kontext gemeint haben könnten"

Damit betreibst Philologie und Textforschung und keine Theologie, die diesen Namen auch verdiente. Toter Buchstabe, ein verdammtes Buch, wie jedes andere. Kaltes Grauen fasst mich.

pöh! hat gesagt…

ja fufi, wirklich! denkst du echt das sei ein buch wie jedes andere???

http://www.youtube.com/watch?v=KO4uQ-kWT0A

fufi hat gesagt…

ach pöh!
Das war do wohl schon eine rhetorische Frage, gäll? Und ja, dass Moses die dritte Gebotstafel af dem Berg vergessen hat, dafür kann ich ja nichts, oder?

Und usnahmswiis an omikron:
JA, zuallererst treibe ich Textkritik und Philologie, und DANN versuche ich den Text im soziokulterellen Kontext zu verstehen, wo er geschrieben wurde. Betreibe also Kirchen-, Profan- und Philosophiegeschichte. Und DANN mach ich mich über die Wirkungsgeschichte des Textes her und mache mich schlau, was andere zum Text gesagt und wie sie ihn ausgelegt haben (was z.T. schon in "späteren" Biblischen Schriften geschehen ist.
Und dann - erst dann! - versuche ich den Text so zu lesen, als wäre er heute zu uns geschrieben worden. Als Zeugnis von Menschen, die darin ihre Erfahrungen mit demjenigen Gott niederschreiben, an den auch ich glaube. Und for allem an dessen Sohn als MEIN Heiland!
DAS meine ich mit verantwortlicher Theologie!

Es käme glaub NIEMANDEM in den Sinn, uralte Texte mit irgendwelchen Handlungsanweisungen - Hammurabi, zum Beispiel, oder Medizin nach Galenos, oder leider oft genug der Koran, so einfach 1:1 in die Gegenwart zu übertragen?

Oder doch?

pöh! hat gesagt…

oder doch?

mmmh... das kamasutra? und, in gewissen parteien, der hexenhammer?

pöh! hat gesagt…

hahaha... obiges mit sicherheitsabfrage "holiact"

langsam wir's sogar mir unheimlich... "Skynet begins to learn at a geometric rate. It becomes self-aware at 2:14 a.m. Eastern time, August 29th." (terminator 2)

fufi hat gesagt…

Und wer denn die "BIBEL" als in Stein gehauenes Wort Gottes verstehen will?
Das sei allen unbenommen.
Bloss meine ich, ein versteinertes Wort kann nicht zugleich ein lebendiges Wort sein.
Und zudem möchte ich denn gerne die Diskrepanz zwischen Gen1 und Gen2 erklärt haben, und nur schon diese!

Anna2 hat gesagt…

Astrid, viel Glück mit der Gelassenheit! Meaculpaisieren Sie nicht zu sehr. Das schlechte Gewissen ist ein Luxus, den man sich oft nicht leisten kann - und soll. (Ha, das sagt grad die Richtige. Dafür umsomehr von Herzen.)

Fufi, Sie machen das schon recht mit der Bibel.

Orlando hat gesagt…

Aber das verwirrt dich doch alles bloss, Fufi. Und das merkt man eben.

Zudem: dann wäre also der direkte, unvermittelte Zugang zur heiliger Schrift "unverantwortliche" Theologie? Meinst du das?
Theologischer Populismus, wenn man keine Textkritik, Philologie und Kirchenprofangeschichte durchexerziert?

Du tönst ja wie ein Altkatholik vor der Reformation, der sich als einziger befugt fühlt, dem Volk die Bibel RICHTIG vorzulesen und auszulegen...! Hat nicht dein Luther genau das gewollt - das jeder die Bibel selber lese und verstehe OHNE vorgelagerte Schritte (sola fide - sola scriptura)???

Haha, Fufi ist gegen die Reformation!

Vergiss nicht: all das machst du als "verantwortlicher Theologe" heute in deinem soziokulturellen Kontext. Ein Kontext, wo eure Kirchenbänke allerhöchstens vom Holzwurm benutzt werden. Ihr werdet euch mit eurer "verantwortlichen Theologie" noch ins Grab exerzieren, Fufi!

Schach. Matt.

fufi hat gesagt…

an Auguste am 20. September 2011 19:13
wenn auch ziemlich verspätet:

Siehste, deshalb hat mir s'Müeti ja stets verboten zu grübeln. Sie meinte: "Da machst du dir ja bloss wieder die Hände dreckig!"

Und wenn ich heute über Grübel grübeln täte, könntest du mich morgen du weisst schon wo besuchen.
Falls ich nicht im Hochsicherheitstrakt neben den Sandreserven für kommende Transaktionen liegen würde.

fufi hat gesagt…

an Orlando am 22. September 2011 13:39

Tja, wenn du das, was du hier von dir gibst als "theologische Diskussion" bezeichnen möchtest, dann kann ich dir leider nur zustimmen, dass du dich damit MATT gesetzt hast!

fufi fufistico hat gesagt…

pöh!

ok, hast mich überschnörrt!
Das Kamasutra ist ein echter Hexenhammer!

Orlando hat gesagt…

Nein, Fufi, das ist keine "theologische Diskussion". Wie könnte es auch? Ich kann leider - wie 99.9% der anderen Leute in deinem Blog und draussen auf der Strasse – kein supidupi-Zeugnis mit Noten vorweisen, die uns als eidg. dipl. Bibelversteher ausweisen.

Nur, dass du den Anspruch erhebst, dass nur was du machst "vernünftige Theologie" sei, macht uns anderen ja zu unvernünftigen Bibelfundis, gell!

Und wenn du dich dann herniederlässt, in deinem Blog dein nebliges Geschwurbel vom Stapel zu lassen (heilige Scheisse, mein werter Dogmatiker!), und auf Widerrede stösst, dann bist du natürlich gleich eingeschnappt!

Ja Leute, unser Fufi hier kennt als einziger die wahre Wahrheit der Bibel und den richtigen Umgang mit ihr. Wir anderen sind theologische Analphabeten und zur Exegese unfähig.

Eben: genauso hat die Kirche argumentiert - VOR der Reformation!

Fufi ist der Pilot! Wir sind nur die Passagiere.

fufi hat gesagt…

@Anna2

Sorry vür die Ferspätung, musste da noch so einen Höllenköter in den Zwinger befördern!

In meiner Klasse gab's damals auch einen, der sich nicht hat konfirmieren lassen müssen. NEIN: Er musste da nicht drum kämpfen, denn:
Er hat alle Konf-Geschenke trotzdem gekriegt!

Und dafür bin ICH 12 mal in den Gottesdienst (naja, nicht ganz 12 mal, den Kumpels sei Dank!) Und so oft in den Konf-Untzgi, wie ich mich davor nicht habe drücken können ... !
Naja, der Herr Pfarrer hat mich nur 1 Mal beim Jassen erwischt!, das heisst eigentlich: nicht mal mich sondern den Remo, worauf der Herr Pfarrer nämlich schaurig wütend wurde und fluchte: "Remo, du bisch es Kamel".
Aber wie gesagt, scheint's können Kamele durch Nadelöhre gehen!

Oh, Anna2:
Wolfgang Pauli, einer der Grössten der Grössten!
Der 1930 das "Neutrino" gezeugt hat, was aber erst 1956 geboren wurde, sozusagen!
Empfehle Interessierten DRINGEDSTENS dies:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Pauli

Und ja:
Widerspruch ist das, was uns weiterbringt.
Nicht bedingungsloses Glauben!

Vielleicht ist's ja gerade der von einigen hier heraufbeschworene "freie Wille",
der uns auch zum "freien Denken" ermächtigt?
Selbständig, autonom - aber dennoch nicht als Geist der stets verneint!
Widerspruch also - aber gut begründeter Widerspruch!
Widerspruch im Sinne einer "disputatio"!
Widerspruch im dialektischen Sinne, sozusagen.

Und gerade materiell wäre umfassender Widerspruch
vielleicht nicht unangesagt? - weiss nicht!

Und zum Schluss noch dies:
Von wem möchte ich mir denn den Kopf waschen lassen, wenn nicht von wem, dem ich vertraue!

fufi hat gesagt…

ASTRID!

Namal,und kannst mich derart was von auslachen!
Aber DAS da:

care to elaborate?

versteh ich wirklich nicht!

Astrid hat gesagt…

Habe ich doch gesagt, Fufi: würdest Du das bitte etwas ausführlicher erläutern?
Aber ich nehme an, Du bist zu beschäftigt mit Höllenhunden, weltlichen und anderen....

fufi hat gesagt…

@Orlando

Der du dich ja so schaurig auf die Reformation berufst!
Zwingli hat damals gemeint, dass es in einer (Kirch-)gemeinde einige Spezialisten geben sollte, z.B. Tischler, Metzger, Färber, Seiler und eben auch Theologen. Und dass alle diese Spezialisten aufgrund ihres speziellen Wissens von der Gemeinde geachtet und in Fragen, die ihr jeweiliges Spezialwissen betreffen konsultiert werden sollten.

Andersrum!
Du würdest wohl KEIN Haus bauen, ohne etwas Architektisches zumindest zu Rate zu ziehen?
Du würdest dir deinen Blinddarm doch nicht etwa vom Gärtner nebenan entfernen lassen?
Und dein Auto vielleicht auch nicht unbedingt vom Pfarrer reparieren lassen?

Aber in Glaubensfragen, da hältst du dich für autonom, selbstwissend, sozusagen?
Oder du vertraust auf ANDERE als fufi, die das denn eh schon RICHTIG wissen?
Ok! Siehst du: ICH habe dich nie persönlich irgendwie blöd angemacht wegen DEINEM Glauben. Was umgekehrterweise definitiv NICHT der Fall ist.

Kennst du das alte Sonntagsschul-Lied?
Gott ist die Liebe
Die ganz grosse Liebe
Er liebt auch dich?

Aber wenn du wirklich viel glücklicher leben und vor allem sterben kannst, wenn du zu wissen meinst, dass alle die pöhsen in die Hölle kommen ... ?
Tja, DANN wünsch ich dir was!

Astrid hat gesagt…

Anna, danke! Das schlimmste, das gar nicht wirklich schlimm war, sondern mir mal wieder beweisen musste, wie gute Freunde ich habe, ist hinter mir. Und es ging ganz ohne Selbstgeisselungen ab......

Fufi: Ich verstehe ehrlich nicht, warum Du Dich auf Deinem ureigensten Terrain angegriffen fühlst? Gerade weil Du doch zu einem Glauben gefunden hast, der, wie Du sagst, frei von Dogmatismus und Erwartungshaltungen anderer ist, muss Dir doch alles, was anders ist bzw. jeder, der die Dinge anders sieht als Du, am A.... vorbeigehen, oder? Und deshalb heisst es ja auch Glauben und nicht Wissen, dachte ich.

fufi hat gesagt…

Missverständnisse zuhauf!

Astrid:

Blöd wie ich bin:
was heisst

care to elaborate?

auf Deutsch?
ich meins ehrlich!

Habe mein englisch damals aufgrund von Rock-Songs gelernt, gab ne 5 in der Matur, mit der Bemerkung: Sie sprechen da mit einem Anflug von Slang - soso!

Und dann noch von wegen den vollkranken Arschgöttern:
Meinte damit diejenigen, die in irgendwelchen religionskranken Hirnen rumspuken.
Zum Beispiel beim Jesus von Wila
Oder den "Kindern des Lichts"
die in Juckern eine Metastase betreiben
http://www.starchildglobal.com/

The Translator hat gesagt…

Fufi: 'Geht das auch genauer/ausführlicher?'

Anonym hat gesagt…

Sie hat es Dir übersetzt, aber ganz nebenbei hat sie das gemacht.

"Würdest Du das bitte erläutern?"

fufi hat gesagt…

@the translator:
WAS soll genauer/ausführlicher gehen?

fufi hat gesagt…

Thanks, Tiger!

Hope you're doin well!

Wish you was!

fufi hat gesagt…

@Astrid

Ich sags jetzt aufgrund meines ureigensten Glaubens:

Es schmerzt mich, wenn Menschen meinen Vater und meinen Bruder als Henker und Mörder darstellen!

Und noch viel schlimmer ist's, wenn Menschen DIESE furchtbarste Vorstellung an ihre Kinder oder ihre FreundInnen weitergeben!

Orlando hat gesagt…

Ja Fufi, wie alle freien Menschen halte ich mich in den meisten Fragen des Geistes für "autonom, selbstwissend, sozusagen"! Mit Nachdruck.

Und ganz besonders in Glaubensfragen. Fehlte noch, dass ein Fufi daherkommt und mir den Weg weist!

Der Ingenieur wird mir beim Häuslebau helfen, aber deshalb werde ich doch nicht gleich sein ganzes privates Glaubenssystem sowie seine Ansichten und politischen Meinungen übernehmen, oder?

Mein Herz und meine Lunge soll ein Arzt abhorchen und mein Auto bringe ich in eine Garage aber ich würde mich hüten, meine Seele einem totalitären, intoleranten Experten wir dir anzuvertrauen.

Es ist ja auch nicht wirklich dein Expertenwissen, das du hier zur Verfügung stellst (obwohl du es dir auf unser aller Kosten angeeignet hast). Was du hier tust, Fufi, ist predigen. Wider das Böse in der Welt, das völlig zufällig das gleiche Böse ist, das du auch als Linker anbellst.

Von der Tugend der christlichen Toleranz merke ich bei dir grad gar nichts. Aber dieses Fach kann man ja auch nicht mit einer Note abschliessen.

Und wenn du DIESEN Text (deinen Blogeintrag) als Masss nimmst, um von mir als Autorität auf dem Gebiet wahrgenommen zu werden...nun...ehm, try again.

fufi hat gesagt…

Orli

Du weisst, dass ich dich NIE persönlich angegriffen habe, wegen deine Glaubens.

Ich hab das, was ich glaube geschrieben, und hab beschrieben, dass ich als Christ meines Glaubens wegen von anderen Christen angefeindet wurde. Und werde, u.a. von DIR!

Wie gesagt: Wenn's dir gut tut, mich anzufeinden, tja, dann solls dir halt gut tun.
Bedenke bloss: Es gab damals schon einige RECHT-gläubige, die einen ermorden liessen mit der Anklage: Er lästert!

Und glaub(!) mir, ich weiss was ich schreibe!

pöh! hat gesagt…

ach komm, orlando, als ob gerade du eine seele hättest...

Orlando hat gesagt…

Wenn du dann nicht mit Widerrede leben kannst, resp. ihr ausweichst und dir viel zu schade bist, über kritische Einwände zu argumentieren, resp. zu heulen anfängst, wenn man deine Ausführungen in Zweifel zieht ("angefeindet werden"), dann hättest du aber besser keinen Blog geschrieben, sondern ins abschliessbare Tagebuch...

"religionskranken Hirnen"...und zu dir soll ich Vertrauen aufbauen und deine Expertenmeinung ernstnehmen? You're kidding, right? (Übersetzung: du beliebst zu scherzen, oder?).

Übrigens: es geht in keinster Weise um meinen Glauben oder Unglauben. Den würde ich doch nie so exponiert zur Schau stellen, nur damit ich wiedermal über all die Bösen herziehen kann! Ob die bei dir wirklich alle schon erlöst sind und in den Himmel kommen, Fufi...ich meine George W. Bush, Breivik, Blocher und andere Tierliquäler...ich bin mir da nicht so sicher.

Anonym hat gesagt…

S A T O R
A R E P O
T E N E T
O P E R A
R O T A S

Anonym hat gesagt…

°blubb°

..hihi, ich will au immer zerscht im gartä vudä andrä go jättä, bevor (wenn überhaupt) ich mini aignig saat betracht... abr weehee, wenn öbbr i mim gartä will mithälfä!! *fauch*... da keni denn gaar nüt!! *knurr*

°blopp°

Laotse hat gesagt…

Wer gern Recht behält, den überhört man.

Makramee hat gesagt…

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fufi hat gesagt…

Weshalb ich Bertrand Russel und Karl Barth zitiert habe?
Sie gehörten - jeder auf seine Weise - zu den allergrössten Denkern des 20. Jahrhunderts.

Und beide haben sich für den Frieden eingesetzt. Und beide haben sich vom Pazifismus abgekehrt, angesichts des Nationalsozialismus und dem WW2. Und beide hatten beträchtliche Probleme mit dem politischen Establishment während der Kriege.
Russel wurde inhaftiert, Barth nur observiert und "mundtot" gemacht, von der CH-Regierung, mit freundlichster Genehmigung der Regierung des Deutschen Reiches.
(sie dazu das Buch: Die Akte Karl Barth, TVZ 2008, ISBN 978-3-290-17458-3)

Und BEIDE haben die von mir zitierten Schriften erst NACH dem WW2 veröffentlicht,
1956/57 als all die Greuel sowohl der einen, als auch der zweiten und auch der siegreichen Parteien zumindest in ihren Grundzügen bekannt waren.
Und "Little Boy" und "Fat Man" galten auch damals schon nicht mehr nur als Kosenamen!

http://de.wikipedia.org/wiki/Bertrand_Russell
insbesondere den Abschnitt "Politisches und gesellschaftliches Engagement"

http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Barth
insbesondere den Abschnitt "Mitgründer und Begleiter der „Bekennenden Kirche“"

Astrid hat gesagt…

Hier ein anderer Blickwinkel auf das Thema Kirche/organisierte Religion, auf den ich noch gar nicht gekommen bin - ein Leserbrief (Tagi Magi von heute) als Reaktion auf einen Artikel von Philippe Welti zum Thema 'Kirchenaustritt':

'Ich glaube nicht an Gott oder gar an die Bibel, aber an meine Kirche als Institution, an die glaube ich ganz entschieden, und es käme mir allem Spott zum Trotz nie in den Sinn, daraus auszutreten. Die Kirche ist eine gesellschaftlich wertvolle Institution des Diesseits und nicht des Jenseits, darum unausweichlich nicht vollkommen. Wer, wenn nicht die Kirchen, vermag emotional aufrüttelnden Erlebnissen im Leben eines jeden Menschen ein würdiges Gesicht zu geben? Nur schon der abschreckende Gedanke, ausserhalb eines kirchlichen Rahmens nach dem Tod verbrannt und verscharrt zu werden, scheint mir Grund genug, um brav die Kirchensteuer zu bezahlen.' (Elisabeth M Gohl-Oesch, Zürich).

Astrid hat gesagt…

Abfrage: fufily.... Hihi

fufi hat gesagt…

Tja, Astrid!

Irgenwann trifft's jede und jeden!
:grins:

Aber nachdem mein alter Holtzkopf das Ganze denn eh noch verstanden hat:
I really DO care to elaborate!

Insbesondere auch deinen vorletzten Kommentar!

Hab noch etwas Geduld, ja?

Schöns WE

Peter K. hat gesagt…

Und warum glaubt Frau Gohl-Oesch in Zürich nicht auch an die Rega, das SRK, den Mittagstisch, die Pro Senectute, das Care-Team..? Sie glaubt an die Produkt, nicht den Inhalt, die Motivation. Sie zahlt Vereinsbeiträge (die Kirchensteuer) für eine Dienstleistung. Ich nenne das nicht "Glauben".

fufi hat gesagt…

Besten Dank Herr Peter K.!
Gerade IHR Kommentar mag mich motivieren, auf Ihre und die Fragen von Astrid in einem eigenen Thread einzugehen.

Wie schon gesagt: Habt noch ein bisschen Geduld!

Astrid hat gesagt…

Ich weiss es natürlich auch nicht, Peter K. Diesen Leserbrief habe ich lediglich zur 'Provokation' hier angeführt - um etwas Leben in die Bude zu bringen.
Sie schreibt ja, dass es ihr nicht um Glauben, sondern um, sagen wir, einen Dienstleistungsbetrieb Kirche geht, den sie bereit ist, für seine Leistungen angemessen zu bezahlen. Wenn man die Kirchenaustreter mal befragt, würden vielleicht auch einige damit argumentieren, dass sie ihren Glauben auch gut ohne Kirche leben können, die Kirche also ihrer Meinung nach die geforderten Diesseits-Leistungen nicht erbringt.
Zeichen der Zeit? Kirche und ihre Vertreter selber Schuld?

Orlando hat gesagt…

Ein Leichnam, so eine Kirche. Alles Leben aus ihr gewichen.

Die neuen Götzentempel werden dem säkularisierten "Sozialen" errichtet. Die Archäologen werden dereinst staunend feststellen, welche Paläste man dem sogenannten Gemeinwesen, dem Profanen, errichtet hat, in der Hoffnung dadurch den inneren Zerfall eines jeden Gemeinwesens aufzuhalten, der dadurch entsteht, dass man ihm die Mythen, Legenden und Traditionen raubt.

Wenn die reformierte Landeskirche diskutiert, im Zeichen des Energiesparens die Kirchen im Winter nicht weiter zu heizen (wozu auch?), dann ist das die Kapitulationserklärung eines jeglichen Begriffes, den von "Kirche" noch gelten kann (Kyriake - dem Herrn gehörig). Dann hat diese gesellschaftliche Institution sich von ihrer sie legitimierenden Funktion verabschiedet, Sinn und Gemeinschaft zu stiften, die Botschaft zu verkünden und Seelsorge zu betreiben. Dann ist sie zum Dienstleistungsbetrieb für die Nachlassverwaltung christlicher Gebräuche geworden.

Daher mein Vorschlag: Man sollte alle reformierten Kirchen niederbrennen und auf dem Grundstück günstigen Wohnraum für bedürftige Familien errichten. Im Minergiestandard.

Astrid hat gesagt…

Passt ja gut zu Fufis neuem Beitrag re Halbierung der Friedhofflächen (ich meinte das Heizung-Abschalten).
Nur eine kurze Anmerkung: braucht es wirklich Kirche zur Seelsorge? Haben wir wirklich das Gefühl, die Hierarchien in einer Kirche seien qua definitione 'besser'? Ist es nicht vielmehr so, dass unsere Erwartungshaltungen, Aengste und Hoffnungen uns übersehen lassen, dass auch kirchliche Hierarchien Machtgelüsten, Gier und Kleindenken unterliegen, eben weil hier normale Menschen zugange sind?
Orlando, ich habe schon mal irgendwo gesagt: ich mache, in punkto Anspruch auf Seelsorge, keinen Unterschied zwischen reformierter und katholischer Kirche - das (vielleicht) gewandelte Verständnis der Gläubigen bzw. anders ausgedrückt die Anspruchshaltungen wie in obigem Leserbrief, betreffen beide christlichen Kirchen.
Die Frage, die mich interessiert, geht dahin, ob damit die Kirchen an einen wirklichen Scheideweg kommen oder ob es einfach ein Zeichen der Zeit ist und normalem Wandel entspricht.

Orlando hat gesagt…

@Astrid: der Hase läuft andersrum. Erst wenn die Kirche ein Haus Gottes ist, dann macht auch die Seelsorge Sinn. Mich interessiert die Fragestellung nicht losgelöst von diesem Kontext. Psychotherapie kann Seelsorge nie ersetzen, weil die Psyche nicht desselbe ist, wie die Seele.

Es menschelt überall, auch in der Politik, den Behörden, in der Rechtssprechung, den Schulen, den Kirchen, den Therapiesitzungen, in Blogs - das kann kein Argument gegen die Kirche sein! Und besser als was sollte bitteschön die Kirche sein?

"Scheideweg", "Zeichen der Zeit", "normaler Wandel": Ein Gläubiger ist immer am Scheideweg, Zyklon B war auch ein Zeichen der Zeit (und auf der Höhe des naturwissenschaftlichen Fortschritts) und nicht alle Verleugnung von Spiritualität, Tradition und Identität ist ein "normaler Wandel". Und: nicht jeder normale Wandel führt in eine gute Zukunft. Was sind sie, eine naive Optimistin? Es geht immer und letztlich um die Frage von richtig oder falsch, um Gut und Böse. Ja oder Nein, sonst macht ja die ganze Demokratie keinen Sinn.

Wenn sich nun die Kirche und ihre Vertreter - und ganz besonders die sich bei jeder Gelegenheit als studierte Theologen beweihräuchernden Zeitgenossen - diesen Fragen nicht stellen mögen, ja dann ist sehe ich nicht ein, wieso man im Ortszentrum so viel Platz für Kirchen und Gemeindezentren mit Steuergeldern verschwendet, wenn doch dort ein Spielplatz oder ein Wohnhaus für minderbemittelte Kopftuch-Einwanderer stehen könnte!

Astrid hat gesagt…

Orlando, wer redet von Psychotherapie? Ich nicht. Ich rede von Seelsorge im Sinne von 'vor der eigenen Tür kehren', sich kümmern, helfen im eigenen kleinen Biotop, da sein für andere, ohne es laut herauszuschreien, ohne eine Belohnung zu erwarten. Seelsorge macht immer Sinn, sie ist ganz sicher nicht an eine Kirche gebunden. Insbesondere ist sie dann sinnstiftend, wenn sie nicht an Bedingungen geknüpft ist.

Und dass es überall menschelt - ist das ein Argument FUER die Kirche? Wenn überhaupt, dann ist es ein Argument für eine Kirche, in der menschelnde Menschen anderen menschelnden Menschen einen Hafen bieten - ohne sich als allwissend, als 'besser' aufzuführen als die Schäfchen. Und vor allem: ohne Macht, die in der Kirche auf nicht-demokratischem Wege angehäuft wird, aufs Uebelste zu missbrauchen.

Und Sie wissen ja: von Ihnen als naive Optimistin bezeichnet zu werden, nehme ich als Kompliment.

Orlando hat gesagt…

Um was geht es jetzt, Nachbarschaftshilfe? "Hallo, Nachbar, ich habe keine Milch mehr, kannst du aushelfen?"?
Nein, es geht um spiritual care. Gut möglich, dass sie keinen Dunst haben, was das bedeutet.
Dazu braucht es ausgebildetes Personal, das diese Nachfrage befriedigen kann. Wenn unsere Theologen aber sich die Zeit vertörlen, das neo-marxistische SP-Parteiprogramm nachzuvollziehen, dann fehlt da was!

"ohne sich als allwissend, als 'besser' aufzuführen als die Schäfchen"

Hä?

Es freut mich, dass ich ihnen mal ein Kompliment machen kann. Echt! Made my day.

Astrid hat gesagt…

Ausgebildetes Personal für 'spiritual care'? Sie widersprechen sich mal wieder: sonst immer schnell bei der Hand, wenn es darum geht, die Sozialarbeiter, Psychofritzinnen und professionellen Helfer in die Useless-Ecke zu stellen, muss man jetzt eine Ausbildung haben, um seelischen Beistand zu leisten? Schwaches Bild, Orlando, sehr schwach.
Was es allein braucht, um Seelsorge zu betreiben, sind Herzensgüte, Empathie und gesunden Menschenverstand.

fufi hat gesagt…

@A und O (:grins:)

Interessante Betrachtungen!
Darf ich später?

Mässi boggu!

Orlando hat gesagt…

Nein Astrid, sie kapieren immer noch nicht, was die Seele von der Psyche unterscheidet.
In einem der besten Threads in der Bar ging es exakt um diese Frage. Wir haben damals sehr engagiert diskutert. Sie ware damals wahrscheinlich noch nicht daber. Suchen sie und sie werden finden - der Thread heisst "Psychoanalyse".

Es geht eben nicht um seelischen Beistand. Sondern um geistlichen Beistand.

Solche Übung ist natürlich für die Katz, wenn weder der Seelsorger noch Beseelsorgte irgendetwas mit dem Glauben anfangen können.

Daher macht die reformierte Kirche ja auch keinen Sinn mehr. Case closed. Sie hat sich erfolgreich selbst erledigt, während 1,81 Milliarden Menschen der grossen Mutterkirche in Rom angehören und die anderen in Freikirchenversammlungen ekstatisch zu Popmusik tanzen und sich in Bibelkreisen organisieren.

Ich sage ja: Beten kann man auch allein oder in Mehrzweckhallen oder zur Not bei den Katholiken. Reisst die reformierten Kirchenmauern nieder und errichtet stattdessen sozialen Wohnungsbau.

Astrid hat gesagt…

Orlando, Sie wollen allen Ernstes sagen, dass Glauben eine Voraussetzung für Seelsorge ist bzw. dass die Beseelsorgten glauben müssen (wenn es geht, auch noch an Ihre Heilige Mutter Kirche?). Was soll ich dazu sagen? Grössenwahn? Extremer Tunnelblick? Keine Ahnung, ist mir auch egal.
Natürlich ist Seele etwas anderes ist Psyche - Seele ist allumfassend, sie ist unsterblich und sie ist ganz sicher nicht an eine Konfession gebunden. Wenn Sie mal jemanden im Sterben begleitet haben, allen Mut zusammen genommen haben und sich auch auf Ihr eigenes Sterben eingelassen haben bzw. auf die Angst davor, dann haben Sie eine Ahnung davon, was Seele ist. Das Ziel von Seelsorge ist Seelenfrieden, oder? Das kann, muss aber nichts mit Religion oder Glauben zu tun haben.
Sie kennen sicher die kleinen Oeffnungen in alten Bündner Häusern? Gott sei Dank (!) fliegt jede Seele hindurch, egal, welche Pfaffen oder weltliche Gutmeinende sie vorher bearbeitet haben....

Anonym hat gesagt…

http://www.youtube.com/watch?v=NcTzCuZw8IQ&feature=related

Orlando hat gesagt…

Aha, nein, sie haben recht, Seelsorge hat überhaupt nichts mit der Kirche und Glauben zu tun, das ist ein 2000jähriger Irrtum, wie kann man nur so blöd sein und das verwechseln mit...nun, mit was? Einfach lieb zueinander sein? Nett umgehen miteinander?

Was hat die Sterbebegleitung eines Angehörigen oder geliebten Menschen - so intensiv diese Erfahrung sein mag - mit Seelsorge zu tun?

Es würde ihnen nicht schaden, ab und zu wenigstens Wikipedia (wenigstens!) zu konsultieren oder ein Buch in die Hand zu nehmen. Vielleicht ein Wörterbuch, wenn sie im Englischen sattelfester sind. Dort "pastoral care" nachschlagen, nur so als Idee. Ihr freiassoziatives Begriffe durcheinanderbringen ist zwar originell, aber nicht zielführend.

Gute Nacht wohl!

Astrid hat gesagt…

Endlich hat mir mal jemand etwas wirklich Nützliches hier beigebracht: judihui, ich habe Wikipedia entdeckt. Und ich bin O extrem dankbar dafür, dass er mir, liebevoll führend, den Weg zum Buche hin erschlossen hat. Danke, lieber Orlando.

Und hier noch ein kleines Dankeschön an einen immer kompetenten, ironiefreien und geduldigen
Blog-Freund:

http://www.stupidedia.org/stupi/Hirtenbrief

Orlando hat gesagt…

Tja, wenn man keine Argumente mehr hat, muss man zynisch werden.

Sehen sie ein, dass sie da Begriffe durcheinandergebracht haben, Astrid?
Bin gespannt, ob sie mit ihrer Schulung, wenigstanes das zugeben können.

p.s.: zur Erinnerung: es ging um den komischen Leserbrief und herr P. Kellers Überlegungen dazu (Form, Inhalt).

Astrid hat gesagt…

Ich schlage vor, Orlando, dass Sie irgendwann Ihre Herzensbildung (so vorhanden) einschalten -ist es nicht Ihre Kirche, die das Konzept Nächstenliebe predigt? Und einfach immer wieder auf Ihren selbsterfunden moralischen Imperativ in Bezug auf die eine, einzige Kirche und ihre Dogmen hinzuweisen, führt, falls Sie es noch nicht bemerkt haben, dazu, dass Sie Ihre weiblichen Sparringpartner verlieren. Ich hingegen nehme mir die Freiheit, Seelsorge (und Sie können mir von mir aus unterstellen, dass ich Psyche und Seelsorge verwechsle, bis die Kühe nach Hause kommen) jenseits von Wikipedia-Zitaten und Begriffserklärungen und der Dogmen einer bestimmten Kirche oder eines Glaubens für mich so auszulegen, dass ich Menschen, die auf mich zukommen, darin begleite, die Angst im Diesseits vor dem Jenseits zu mildern - ich bezeichne das als Seelsorge, ohne dass ich Hirte sein muss.

Zu dem Leserbrief: er ist zumindest ehrlich und die Kirchen haben einen grossen Anteil daran, dass sie zu einem Selbstbedienungsladen geworden sind, dass man das Bezahlen der Kirchensteuer mit einem Recht auf Leistung verbindet. Da ich keiner Kirche angehöre, kann ich mich darüber auch nicht aufregen. Für mich ist das ein Zeichen dafür, dass die Kirchen in ihren Aktivitäten und Uralt-Traditionen, denen die meisten Menschen nicht mehr folgen können/wollen, spirituell anscheinend immer weniger Schäfchen (auch dieses Wort sagt ja schon alles) anzieht. Und, Orlando, es ist ein Zeichen dafür, dass Seelsorge von vielen anscheinend so verstanden wird, wie Sie mir das vorwerfen: als Dienstleistung, Nachbarschaftshilfe, was auch immer.
Sehen Sie mal, da bin ich dann vielleicht mit dem, was ich mache, kirchlicher/christlicher als mancher der Hirten, die gegen Geld Serviceleistungen anbieten.... Ich mache das umsonst, ohne Forderungen, einfach nur deshalb, weil ich es kann.

pöh! hat gesagt…

haha, anderen vorwerfen, sie würden begriffe durcheinanderbringen und gleichzeitig demonstrieren, dass man zynismus, sarkasmus und ironie nicht auseinanderhalten kann...

Orlando hat gesagt…

In aller Kürze: Ich komme nicht umhin, festzustellen, dass pöh leider eine ziemliche Dumpfbacke ist.

Astrid - ich komme später auf sie zurück.

@Fufi: du bist nicht besonders konsequent. Du drückst dich um klare Statements, wenn die Diskussion wirklich interessant ist (und sich um dein ureignenes Terrain dreht), wendest hingegen viel Zeit dafür auf, neue, belanglose Threads zu eröffnen. Feigheit vor dem Feind?
Oder bietet dir das Thema zu wenig Anlass, mit Schaum vorm Mund gegen eine der Schweizerischen Parteienen zu geifern?

pöh! hat gesagt…

das mag sein, dass pöh! eine dumpfbacke ist... allerdings eine, die zynismus, sarkasmus und ironie auseinanderhalten kann.

(eine mit ironie versetzte sardonische bemerkung)

Astrid hat gesagt…

pöh ist keine Dumpfbacke, sondern kann die Begriffe Ironie, Sarkasmus und Zynismus differenzieren.
Orlando, hört sich fast an wie eine Drohung:-)
Fufi, diese ständigen neuen Threads und die Sucherei nach Kommentaren geht mir auch auf den Keks, sorry.

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