Staatskunde einmal andersrum
Da hat der Herr Dr. Ch.M. glaub recht geschlafen, als es um internationale Staatskunde ging. Sonst hätte er nämlich gewusst, dass Haustiere zumindest in einigen Weltgegenden und zumindest er-brechtlich den adoptiereten Kindern schwuler Paare aus früheren Paarungen schon längst gleichtestellt sind.
Da kann nämlich ein Hundeli ein Millionenvermögen erben.
Obwohl ehrlich gesagt, meine ich, dass damit einige Schwierigkeiten auftreten könnten:
Beispiel 1:
Ein Hundeli wird i.A. maximal 18 Jahre alt. Und WAS geschieht denn mit den MillionenMilliarden nach dessen ach so traurigen Ableben? Ist ein Hundeli fähig, ein rechtsgültiges Testament zu machen?
Beispiel 2:
Eine Schildkröte kann uralt werden, mehr als 100 Jahre jedenfalls locker!
WAS geschieht mit den MillionenMilliarden, wenn der erste Nachlassverwalter das Gras von unten sieht? Kann die Schildkröte dem Neuen denn wirklich beibringen, was DER mit dem vielen Money zu tun habe?
Und interessiert sowas das Tierchen denn überhaupt?
Homosexualität ist KEIN Gendefekt
Das haben die ForscherInnen nämlich leider schon längst herausgefunden.
Aber jetzt haben sie scheint’s die alte Scheisse neu aufgleisen können, so frei nach dem Motto: Wenn’s genetisch nicht klappt, so versuchen wir’s mal epigenetisch.
Und genau so haben sie es denn auch begründet.
Nun, fufi hat sich mit dieser jungen Wissenschaft seit ihrer Geburt befasst und meint deshalb:
DIESE Scheisse, wo die da rauslassen, würde jede Kläranlage kollabieren lassen.
Aber eben: Nun wurden sie wieder zu Kranken gemacht. Zu Zombies.
Zum Glück gibt’s da noch den MB mit seiner Glückspost-Serie!
Nicht ohne meine Knarre
Sorry, Carolina, aber wieder mal geht’s um die USA.
Was ich nämlich nicht verstehe ist, dass die Kleinen dort mit 16 Autofahren, mit 18 vögeln aber erst mit 21 saufen dürfen.
Aber noch viel weniger mag ich verstehen, dass in jedem Haushalt neben der Bibel eine Knarre liegt. Und dass Minderjährige nicht nur an Bibeln problemlos herankommen.
Und dann fragen sie sich schon fast monatlich, wie sowas denn überhaupt habe passieren können.
Ok, solche Probleme kennen wir auch in der Schweiz, insbesondere von Vertretern derjenigen uns ach so bereichernden Kulturen wo es Sitte ist, dass bereits 8jährige stets einen Dolch auf sich tragen. Auch und gerade in der Schule und auf dem Pausenplatz.
non scholae sed vitae ...................




90 Kommentare:
Und's wird sein wie immer:
Die Kukident-3-Phasen-Politik:
Phase 1: Tränenreiche Empörung
Phase 2: Was können wir bloss tun?
Phase 3: Aberneiaberau, DAS wollen wir denn schon nicht tun!
Das alleine kann´s aber nicht sein.
Mal ganz abgesehen davon, dass in den Ländern, durch welche die Front gezogen ist, Massen an Kriegsgerät rumlag (mein Papa hat als Kind mit Handgranaten gespielt!) und dennoch kein Kind sich bemüssigt fühlte damit möglichst viele Andere in den Tod zu reissen, hab doch auch ich in meiner Pubertät überall Zuganng zu Waffen gehabt:
StGwr 57 mit einer Konserve Patronen. In fast jedem Haushalt frei zugänglich.
Ich hab als ca. 14Jähriger ein Pack Parabelum9mm Munition erstanden. Über den Ladentisch in der Fussgängerzone. Wir haben bloss vorher mit einem - billigen - Trick angerufen und uns als ein Elternteil ausgegeben, der seinen Sohn schickt. (um dann völlig dämlich zu zweit auf dem Maxi durch die Nacht zu knattern und auf Verkehrsschilder zu ballern - völlig idiotisch!)
Null Problem!
Hier drüben habe ich einen (jüngeren) Schweizer kennengelernt (Pianist, Songschreiber, Feingeist), der mir glaubhaft, und etwas verschämt, versicherte, er habe damals noch sein Taschengeld mit "Waffenhandel" aufgebessert. War in der Schweiz wohl bis tief in die 90er kaum beschränkt, per Anzeigen Fausfeuerwaffen zu kaufen und verkaufen. Er habe selbst Schalldämpfer organisieren können und auf dem Estrich seines Hauses mit einer Uzi auf Zeitungsstapel gepfeffert.
Kurzum: Ich find das eigentlich auch nicht schlau in Amerika (und denk mir im Übrigen natürlich auch oft genug: Was haben wir für gefährlichen Blödsinn getrieben als jugendliche Lümmel!).
Aber das mit dem freien Waffenerwerb als "Grundübel" kann´s nicht sein. Sonst hätten wir in der Schweiz uns schon längst vollkommen liquidiert. Denn die Mittel dazu hätten wir in Helvetien über Generationen hinweg gehabt.
Die Gewaltbereitschaft an sich ist auch ein Problem ohne Zugang zu vollautomatischen Waffen.
((der Unaussprechliche))
Ist die Dame mit dem Hundeli die blondierte Katharina aus NY äh LA äh neuerdings NW?
Katharina wird sich wohl nie blondieren, sonst kennte ich sie schlecht.
Allerdings muss man sich schon fragen, wieso ex-soldaten so keine Amokläufe verüben. Ich meine, das Trauma dafür hätten sie... Meine Antwort: die kennen die Waffen besser und das schützt.
Und das Beispiel vom U. mit der Front: stimmt. Allerdings kommt hier der riesige Wohlstandsunterschied zum Tragen. In reichen Ländern tendiert man zum Ausflippen scheints. Wenn heute der Zugang zu Knarren wäre wie in den 70ern, dann, denke ich, hätten wir hier auch eher amerikanische Verhältnisse.
U, ich glaube, dass dies eine wichtige Variable in der Gleichung fixiert.
Ähem, Winnenden, Erfurt, Jokela, Zug...
Haben wir in Deutschland und Finnland und der Schweiz auch zu liberale Waffengesetze? Wenn nein, wenn wir den Amis also so weit voraus sind, wieso kam es dann dort trotzdem zu Blutbädern?
http://www.focus.de/panorama/welt/chronologie-amoklaeufe-an-deutschen-schulen_aid_379324.html
So etwas dummes habe ich ja schon lange nicht mehr gelesen! Dümmer geht's nicht!
Haben wir in der Schweiz wegen dem Totraser (vgl. http://www.blick.ch/news/schweiz/wieso-darf-der-tot-raser-schon-wieder-auto-fahren-id1817852.html) etwa Autos aus dem Verkehr gezogen? (2010: 348 Verkehrstote in der Schweiz). Hm?
Laut suchtschweiz.ch wachsen in der Schweiz 10 000 Kinder mit einem alkoholkranken Elternteil auf. Schränken wir deshalb den Verkauf von Alkohol ein? Hm?
Und seien wir ehrlich: Wieviele male hat in Amerika eine Waffe schon Leben gerettet, weil sich Menschen selber schützen konnten und eben nicht Opfer wurden?
Weisst du Orlando,
was ich gemeint habe sind die Gesetze wo sowas zulassen!
Und von wegen den CH-Strassenverkehrstoten:
DA haben wir nämlich schon ganz, ganz viel gemacht!
Rauchfreie Spünten, zum Beispiel (wegen dem Umweltschutz) und ein Verbot von Kampfhunden (max. 1 Totes/Jahr) haben wir auch!
Aber hast ja recht, DAS sind "Stellvertreter"-Verbote!
Weil das eigentliche Uebel zu bekämpfen, sowas getrauen wir uns ja nicht!
Wie schrieb ich doch mal:
Was als golden einst verehrt,
hochglanzblecher heut verkehrt.
Und immer noch wird das Kalb
angebetet!
Und da sind doch so 350 Menschenopfer nicht der Rede wert!
Fufi, das Schlimme ist, dass es keine einfachen Antworten gibt. Es ist wie im Suizid-Blog: es ist fast nicht zum Aushalten, aber es gibt noch Bereiche, die unserer Kontrolle entzogen sind, die wir auch mit den breitmöglichsten Studien, gutwilligsten Absichten und angeblich wissenschaftlich abgesicherten Erkenntnissen nicht (oder bestenfalls kaum) beeinflussen können. Wie kommt es, dass in der Schweiz, wo ja nun auch genügend Schusswaffen (und komme man mir ja nicht mit der separat weggeschlossenen Munition!!!) zu Hause gelagert sind, relativ wenig solcher Amokläufe gibt? Wie kommt es, dass, gemessen an den Gelegenheiten, solche Tragödien relativ selten geschehen? Und wenn, dann fast immer von Leuten verübt werden, die ziemlich übereinstimmend später als völlig unscheinbar, unauffällig etc beschrieben werden?
Ich bin auch der Meinung, dass Waffen ins Zeughaus gehören, denn auch noch so seltene Taten im Affekt könnten vielleicht verhindert werden, wenn nicht eine Waffe parat läge. Aber hüten wir uns vor der Illusion, dass wir Menschen so allmächtig sind, dass wir alles, was uns Angst macht - und das hat fast immer mit dem Tod zu tun - durch Verbote aus der Welt schaffen können.
Fufi, bitte erkläre mir doch bitte 'das eigentliche Uebel', dass dann, wenn ich es richtig verstehe, alle Stellvertreter-Verbote ersetzen könnte?
ich bin nicht das 'anonym' aus dem vorherigen thread, melde mich aber gerne zurück und schliesse mich an: ich lese hier sehr gern mit und, mir scheint, seitdem herr orlando und caroline ihren waffenstillstand geschlossen haben, hat sich die qualität nochmals verbessert. ich bitte meine lange abwesenheit zu entschuldigen: die zeit ist mir wirklich davongelaufen.
mir sind heute ganz ähnliche gedanken durch den kopf gegangen wie allen hier: wäre alles linear und auf einem einzigen ursache-wirkung-prinzip beruhend, hätte sich keine krankenschwester aus scham (!) selber getötet; wir können amokläufe, suizide und verkehrstote verhindern, weil wir ja genau die parameter kennen, die dazu führen, dass menschen sterben (am schlimmsten ist es ja, dass es sich in amerika hauptsächlich um kinder unter den opfern handelt, da schreit alles in uns auf); wir versuchen, auf alle möglichen arten und weisen dem schicksal schnippchen zu schlagen, damit wir möglichst spät sterben, möglichst lange gesund, schön und fit bleiben - und dann passieren immer wieder solche dinge. könnte es nicht sein, dass genau diese tragödien immer wieder dazu da sind, uns klarzumachen, dass wir doch nur sehr kleine rädchen im getriebe sind? ich möchte wirklich nicht fatalistisch klingen, aber doch darauf hinweisen, dass die immergleiche '3-phasen-kukident-politik', auf die fufi anfangs hinwies, vielleicht wirklich nur ein ausdruck der hilflosigkeit derer ist, die in ihrem innersten genau wissen, dass wir menschchen nur sehr wenig gegen so etwas tun können, es sei denn, wir machen aus unserer welt ein gefängnis.
Endlich-mal-wieder-da: Schön, dass Sie endlich mal wieder da sind! Und ja, ich schliesse mich Ihnen weitestgehend an, obwohl mir schon klar ist, dass Ihnen (und damit mir) Fatalismus vorgeworfen werden kann. Nur: ich persönlich kann besser damit umgehen, dass wir bei gewissen monumentalen Dingen unsere Hilflosigkeit eingestehen als jedes Mal neue Gesetze, neue Vorschriften, neue Gedankengefängnisse und neue angebliche Präventionskampagnen zu erfinden, hinter denen sich dieselbe Hilflosigkeit versteckt.
Verstehen Sie mich nicht falsch: ich bin schon auch äusserst misstrauisch den amerikanischen Waffengesetzen gegenüber und würde es begrüssen, wenn sich da etwas ändern würde, aber ich meine eben auch zu sehen, dass die Wirkung auf solchen Irren gegen Null ginge. Klar, einem (meistens aus einem bestimmten Umfeld stammenden) Raser das Auto zu konfiszieren, halte ich für eine klare Ansage, die den Täter an seiner empfindlichsten Stelle trifft, aber das ist keine Prävention, sondern Strafe.
@Carolina
Mit dem "eigentlichen Uebel" meine ich erstens die Umweltverschmutzun wo NICHT von RaucherInnen verursacht wird und die "Todesfälle" wo nicht auf's Konto von Kampfhunden gehen.
Dass z.B. die Ozonwerte fast den ganzen Sommer lang über dem Grenzwert stehen, und niemand sich darum kümmert. Weil, wenn die denn abnehmen müssten, hätte das eine Einschränkung des privaten Brumm-Brumm-Verkehrs zur Folge.
Und SOWAS will ja wohl NIEmand, ODER?
Und dass zum Beispiel jährlich soundsoviele Menschen der freien Fahrt für freie Bürger geopfert werden, und da sind die, die zu Krüppeln gemacht und uns dann auf der IV hängen noch nicht mitgezählt.
Und auch nicht all das Leid, wo nämli sekundär auch zu Einbussen der Volksproduktivitäte führen kann.
DAS meine ich mit den Stellvertreter-Verboten, oder eher: Stellvertreter-Kriegen!
Es werden Minderheiten (RaucherInnen, HündelerInnen) stigmatisiert, sodass die "grosse Mehrheit" sich weiterhin NICHT um allfällige Probleme kümmern muss!
Und von wegen den HündelerInnen:
Das Verbot und die Einschränkungen betreffen ja bloss die "grossen und Massigen Hunde", Golden Retriever, z.B. und Berner Sennenhunde.
Die im allermeisten Fall uner- und ungezogenen Chihuahuas und Zwergfudeli und so sind NICHT mitgemeint.
Obwohl da sone Studie aus USA (ok, ihr wisst, was fufi von "Studien" hält) aber immerhin sagt:
Die friedlichsten Hunde sind:
Golden Retriever
Berner Sennenhunde
Labrador Retriever
Und die aggressivsten:
Chihuahua
Dackel
irdend so ne modische Terrier-Rasse
Aberneiaberau!
Darauf muss ich doch nochmal ganz speziell aufs Gaspedal trampen!
Und weshalb prozentual die meisten Hundebisse von Golden Retrievern "stammen"?
Weil wir nämlich derart was von sanft- und langmütig sind, und diese bescheuerten Idioten einfach nicht hören wollen, wenn wir ihnen sagen, dass es uns jetzt langsam unangenehm wird!
Selbst schuld!
hmm..., was für eine tragödie - der täter, so krank, dass er wahrscheinlich nicht einmal begriff, was er tat. die kinder, die sterben mussten, alle 6 und 7 jahre alt und die erwachsenen alles leute, die einfach nur ihren job machen an dem tag. die sinnlosigkeit hat noch einmal eine spitze erreicht, die man sich nicht einmal in seinen schwärzesten gedanken hätte ausmalen können.
ich wäre wahrscheinlich einer der letzten, die amerika (usa) nicht für einen ganz besonderen ort hielten, an dem träume wirklich noch abheben können. aber dies hier ist für das selbstverständnis der amerikaner ein noch grösserer schlag als es 9/11 war. einem kriegerischen akt kann man immer zum opfer fallen als hegemon, aber wenn die kinder nicht einmal mehr in der grundschule vor den eigenen, amerikanischen mitbürgern sicher sind, dann taumelt eine gesellschaft näher am abgrund, als sie es sich selbst vormacht.
wenn obamas tränen auch nur das salz darin wert gewesen sind, dann kämpft er jetzt dafür, dass jeder, der waffen besitzt, jeden tag angst hat, empfindlichst dafür bestraft zu werden, wenn sie nicht für jemand anders unzugänglich aufbewahrt werden, und sie damit nicht in falsche hände geraten können. ein totales verbot ist leider unrealistisch.
amerikanische gewissheiten zerbröseln derzeit eine nach der andern. der abstieg der führungsmacht der freien welt scheint sich weiter zu beschleunigen, betrachtet man, was sich die amerikaner sogar selbst antun in diesen krisenjahren. wie hohl das selbstverständnis teilweise bereits ist, kann man zum beispiel hier heraushören...
youtube: darryl worley - have you forgotten
nichts als hohle scheisse für tumbe gesellen, die nicht in der lage sind zu kapieren, dass erstklässler, die unterrichtet von der schule sicher nach hause kommen, mehr mit freiheit zu tun haben, als sturmgewehre und pistolen in pressspan-schränken im flur.
auguste - god bless america, und ich wünsche ihnen, dass es ihn gibt, sonst gnade ihnen gott...
Im Grunde genommen ist es doch ganz einfach:
Die meisten Menschen wollen sich doch schlicht und einfach nicht mit Hintergrundinformationen beschäftigen!
Es lohnt sich schlicht, sich etwas vertiefter zuverlässigen journalistischen Quellen zu zu wenden, um doch in vielem Einiges klarer zu sehen:
http://www.youtube.com/watch?v=5XI-RNBIWqY
Once the religious, the hunted and weary
Chasing the promise of freedom and hope
Came to this country to build a new vision
Far from the reaches of kingdom and pope
Like good Christians, some would burn the witches
Later some got slaves to gather riches
But still from near and far to seek America
They came by thousands to court the wild
And she just patiently smiled and bore a child
To be their spirit and guiding light
And once the ties with the crown had been broken
Westward in saddle and wagon it went
And 'til the railroad linked ocean to ocean
Many the lives which had come to an end
While we bullied, stole and bought our a homeland
We began the slaughter of the red man
But still from near and far to seek America
They came by thousands to court the wild
And she just patiently smiled and bore a child
To be their spirit and guiding light
The blue and grey they stomped it
They kicked it just like a dog
And when the war over
They stuffed it just like a hog
And though the past has it's share of injustice
Kind was the spirit in many a way
But it's protectors and friends have been sleeping
Now it's a monster and will not obey
(Suicide)
The spirit was freedom and justice
And it's keepers seem generous and kind
It's leaders were supposed to serve the country
But now they won't pay it no mind
'Cause the people grew fat and got lazy
And now their vote is a meaningless joke
They babble about law and order
But it's all just an echo of what they've been told
Yeah, there's a monster on the loose
It's got our heads into a noose
And it just sits there watchin'
Our cities have turned into jungles
And corruption is stranglin' the land
The police force is watching the people
And the people just can't understand
We don't know how to mind our own business
'Cause the whole worlds got to be just like us
Now we are fighting a war over there
No matter who's the winner
We can't pay the cost
'Cause there's a monster on the loose
It's got our heads into a noose
And it just sits there watching
http://www.youtube.com/watch?v=A-7uwshsfFI
Hallo Anonymes
Kannst du dir bitte einen Nick zulegen?
Danke vielmahl!
Morgan Freeman's take on the Connecticut school shooting.
TURN OFF THE NEWS.......
Morgan Freeman's brilliant take on what happened yesterday:
"You want to know why. This may sound cynical, but here's why:
It's because of the way the media reports it. Flip on the news and watch how we treat the Batman theater shooter and the Oregon mall shooter like celebrities. Dylan Klebold and Eric Harris are household names, but do you know the name of a single *victim* of Columbine? Disturbed
people who would otherwise just off themselves in their basements see the news and want to top it by doing something worse, and going out in a memorable way. Why a grade school? Why children? Because he'll be remembered as a horrible monster, instead of a sad nobody.
CNN's article says that if the body count "holds up", this will rank as the second deadliest shooting behind Virginia Tech, as if statistics somehow make one shooting worse than another. Then they post a video interview of third-graders for all the details of what they saw and heard while the shootings were happening. Fox News has plastered the killer's face on all their reports for hours. Any articles or news stories yet that focus on the victims and ignore the killer's identity? None that I've seen yet. Because they don't sell. So congratulations, sensationalist media, you've just lit the fire for someone to top this and knock off a day care center or a maternity ward next.
You can help by forgetting you ever read this man's name, and remembering the name of at least one victim. You can help by donating to mental health research instead of pointing to gun control as the problem. You can help by turning off the news."
Kat.
Oh Kat.
Meinst du das ernst:
"Because he'll be remembered as a horrible monster, instead of a sad nobody."
Sind wir wirklich schon so weit gekommen?
Katharina: I couldn't agree more. There are moments in life when the only adequate response is silence.
Aber ehrlicherweise erinnert mich das an so Gläubige wo in den Himmel kommen möchten ... ?
fta!
i just relayed Morgan Freeman's thoughts on this and I find them to the point.
Kat.
@August: Blablabla...sparen sie sich die Heissluft.
Ich empfehle mit Nachdruck, Morgan Freemans Rat zu befolgen. Dank dem Fernsehen und anderen Dauerberieselungsmedien haben wir auch eine angebliche Finanzkrise. Sehen wir doch mal den Fakten ins Auge: 27 Tote, schreckliche Tat, irrer Spinner. Auf 300 Millionen Einwohner eine Tragödie, aber keine nationale Krise, wie es uns die Medien weismachen wollen. Und sie können ihr Produkt nur verkaufen, weil wir es ihnen abkaufen. Die bewegten Bildli beherrschen unser Denken. Denn Macht über uns haben diese Zeitgeist-Designer nur, wenn wir so doof sind und einfach die Bilder und die dramatisierenden Kommentare in uns hineinfressen ohne selber das Hirn anzuwerfen.
Ich selber habe seit Jahren keinen Fernsehanschluss mehr. Und es wirkt: Die Welt kommt nicht in ihrer rohen Bildgewalt und von gewieften TV-Machern inszeniert in meine Stube hinein und setzt sich mit deren fabrizierten Geschichtchen in meinem Oberstübchen fest. Ich bin nicht für das Leid in Äthiopien, Bangladesh und Newtown erreichbar. Kein Anschluss unter dieser Nummer.
Ja, ja, der Orlando hat keine Empathie, blabla, usw. Tut mir leid, nein, ich finde das zwar schlimm und tragisch, es ist aber eine in sich abgeschlossene Tragödie die keine Konsequenzen hat (so leid es mir tut: c'est la via - et elle est dangereuse) - ohne dass ich 9/11 und die Waffengesetze bemühen muss.
Ein paar von uns müssen ja den Durchblick behalten, gell, wenn der Rest von euch ein künstliches Ersatzleben in Fernsehbildern und -geschichtchen lebt.
Und dann noch dies: Jede Gesellschaft braucht ihre Monster. Und sie hat auch jene, die sie verdient. In der Schweiz zum Beispiel gibt es 1400 Suizide pro Jahr, was viel ist im internationalen Vergleich.
Also meinst du, die, die sich umbringen, seien die Monster?
Oder ........?
Monster und Dämonen. Wir haben wenig Amokläufer, dafür viele psychisch Defekte.
Leute, was soll dieser Hype? Beruhigt euch, es sterben jeden Tag mehrere tausend Leute, eines normalen Todes, aus Unterernährung, wegen mangelnder Medizin, Umweltverschmutzung (auch von amerikanischen Bergbaukonzernen), Unfällen und dergleichen. Und kein CNN, kein amerikanischer Präsident oder ein anderes Schwein kümmert's. Kukident, die die dritte Phase bitte.
Joe Dassin - Ça va pas changer le Monde.
Hab kein Kukident hier, Globetrotter, weil sowas nicht eigentlich meine Politik wäre.
Kriegst dafür ein Cüpli!
hmm..., strasser, wie so oft dringen sie gedanklich nicht zum kern einer sache durch.
die mutter des täter besass nach aussage ihrer schwester all diese waffen, weil sie befürchtete, dass in der anhaltenden wirtschaftskrise in den usa eines tages ihr haus auch nicht mehr sicher sein könnte. die frau war eine lehrerin in einer recht wohlhabenden gemeinde und keine durchgeknallte asoziale. das ist offenbar heutige us-realität, die, wenn sie ganz aus den fugen gerät, nicht einmal vor 6 und 7-jährigen halt macht.
die häufung solcher massaker in einem immer noch wohlhabenden land, das sich als speerspitze von freiheit und demokratie in der zivilisierten welt fühlt und gebärt, ist mehr als ungewöhnlich. zumal die täterschaft nicht vom unteresten ende der nationalen food-chain kommt.
da gibt es ein muster, strasser, und glauben sie mir, wenn das hier geschähe, unsere kleine, heile welt wäre gar nicht mehr in ordnung (was sie auch längst nicht mehr ist - fragen sie mal christiph mörgeli wie es in ihm drinnen aussieht). dass ihnen dieses empfinden fern liegt, liegt einerseits daran, dass sie in ihrem selbstgewählten, dogmatischen faux-libertinismus des geistes gar kein gefühl für viele dinge entwickeln können. sie sind ein selbstgewählter gesellschaftspolitischer "autist". damals mit der "gummipuppe" mag ich zwar materiell etwas daneben gelegen haben, im kern traf ich aber wahrscheinlich genau ins schwarze - wie bei gabi, diesem dumbatzigen soziopathen. gehen sie wieder mehr unter die leute aus allen "walks of life", strasser, oder öffnen sie wenigstens die augen für die täglichen realitäten. gut zu finden brauchen sie die ja nicht, aber im kokon tun sich einem erst horizonte auf, wenn man rausschlüpft.
@ globetrotter - sind sie ein schwachkopf oder kokettieren sie bloss damit als einer daherzukommen?
auguste - freeman ain't wrong, but doesn't dig deep enough.
Wer es nicht mal schafft, hier seinen Nick einzugeben, sollte andere nicht als Schwachkopf bezeichnen, Klatschspalten-Auguste Anonymous, lies morgen das 20-Minuten, da steht alles drin, was du brauchst. Haha...
Fufi, merci fürs Cüpli.
Und wenn ihr durch seid mit Lamentieren: Schaut, wie u.a. der amerikanische Schokokonzern Cargill in Afrika Kinderarbeiter um deren Zukunft bringt.
http://www.ardmediathek.de/das-erste/reportage-dokumentation/schmutzige-schokolade?documentId=8577084
Auguste, Sie müssten mich in Ihre Vorwürfe mit einbeziehen. Ich meine nämlich auch, dass Freeman exakt den Finger in die Wunde legt, den einer Gesellschaft, die den alltäglichen Wahnsinn ungerührt und unberichtet hinnimmt, sich aber gierig und geil auf die Tragödien unserer Zeit stürzt. Das aber nur so lange, wie noch etwas richtig Saftiges rauszuholen ist, dann wird ein wenig Heuchelei betrieben, der übliche Betroffenheitswahn ausgepackt, dann verschwindet das Ganze wieder im Keller der Newsrooms und unseres Bewusstseins. Und es ändert sich gar nichts - im Gegenteil. Von Mal zu Mal habe ich mehr das Bedürfnis, keinerlei Berichterstattung mehr anzuschauen, die Kameras, die in die Gesichter der Opfer gehalten werden, zu zerschmettern und mich der Geilheit, die wir alle an den Tag legen, wenn wir zum xten Mal die immer selben schrecklichen Bilder sehen, zu schämen.
Man frage sich mal kurz, wie man selber wohl empfinden würden, wenn man Betroffener wäre oder das eigene Kind: it's adding insult to injury. Es ist, als würde man ein zweites Mal Opfer.
Wie ich schon im Suizid-Blog sagte: die einzige einigermassen gesicherte Erkenntnis, die wir bezüglich Suizid und auch solcher grauenhaften Einzeltaten haben, ist die, dass es einen erwiesenen Nachahmereffekt gibt. Daher gibt es in der Schweizer Presse (noch) einen Konsensus, über Suizide nicht explizit zu berichten - denn man weiss, dass es andere 'auf Ideen bringt'. Das ist extrem unbefriedigend, ja, es verstärkt unsere Hilflosigkeit angesichts dieser Tragödien noch - die einzige 'Lösung' für mich ist die, betroffen zu schweigen und sich selber und anderen nicht versuchen weiszumachen, dass es eine Patentlösung, eine einzige Ursache gäbe.
Ich schliesse mich im Wesentlichen Augustes Ausführungen hinsichtlich eines zugrundeliegenden gesellschaftlichen Musters an und ergänze knapp: "...in Wahrheit ist jeder vor allen für alle schuldig, nur wissen es die Menschen nicht, wenn sie es aber wüssten, so wäre sofort das Paradies auf Erden." (Dostojewski, Die Brüder Karamasow)
Oder wie Bregovic es liedhaft festhielt: "ima neka tajna veza" - es gibt ein geheimes Netz zwischen Menschen. Jedes Vorkommnis ist ursächlich mit anderen verknüpft, und nur weil wir den Code dieser Verknüpfung nicht (er)kennen, heisst dies noch lange nicht, dass es ihn nicht gibt.
...um es persönlicher zu fassen: irgendwann (so glaube ich zwischenzeitlich erkannt zu haben) kommt man im Leben an einen Punkt, wo alles nurmehr einen übergrossen Sinn ergibt - oder gar keinen. Hierin liegt, so scheint mir, ungeachtet zahlloser Überschneidungen unserer Denkhaltungen der kernhafte Unterschied zwischen uns beiden, Carolina: ich sehe den Daseinszweck des Mensch nicht (ausschliesslich) in seiner biologischen Bestimmung. Und mittlerweile weiss ich (aufgrund eigener Erfahrung), dass sich hinter der vordergründigen Kulisse der Einzelerscheinungen tiefere Zusammenhänge verbergen. Nur sind wir oft nicht bereit, sie in ihrer ganzen Tiefe auszuloten, als Individuen wie als Gemeinschaft.
In der Regel begnügen wir uns mit Oberflächenbohrungen, und bleiben entsprechend ratlos - im buchstäblichen Sinn: fassungslos -zurück.
Typisch: Augie fühlt sich missverstanden und läuft dann mit Gummipuppen und alten liebgewonnenen Feindbildern Amok. Tja, wer gar nichts lernt im Laufe der Zeit, den bestraft das Leben.
Es gibt keinen statistischen Nachweis, dass es in den grossen bösen USA zu mehr Amokzwischenfällen kommt als in unserem Europa mit den strengen Waffengesetzen, so ist die Lage mene Damen und Herren.
Nun können wir natürlich trotzdem herumdeuteln und unsere 'misconceived Ideas about America' (das, so behaupte ich, keiner hier drin wirklich aus eigener Erfahrung wirklich kennt) herumreichen. Weiter oben habe ich einen Focus-Artikel gepostet, der die Amokläufe in Deutschland seit den frühen Neunzigern dokumentiert. Und wie steht es mit Jokela, Finnland? Skandinavische Vorzeigegesellschaft? Undden grössten Amoklauf der Geschichte hat immer noch ein Norweger hingelegt, remember? Und wie gesagt, 2011 in Zug, hatten wir auch in unserem perfekten Land einen Amoklauf mit 15 Toten. Und ja, auch Leibacher war ein verrückter Einzeltäter. Man kann also alles was August mit Schaum vorm Mund über die USA gesagt hat, auch auf uns hier anwenden.
@C.: Das zeigt eben, dass Suizid im Bewusstsein der Menschen nicht akzeptabel ist. Mann kann nicht gleichzeitig eine Kultur des Lebens und der Weiterentwicklung befürworten und vorleben und die Freiwilligkeit der Entscheidung darüber in die Hände des Einzelnen legen. Und dafür noch so etwas wie Respekt empfinden. Das ist ein unlösbarer Widerspruch. Bei einem Suizid muss Erschrecken, Wut (gegen den Selbstmörder, der u.U. Angehörige, Familie zurücklässt) und Gram (wie hätte man ihm helfen können?) zurückbleiben. Sonst müsste man den Selbstmord nämlich mit einem Fest begehen, ein Triumph des freien Willens. Dann würden wir eben eine Umdeutung vornehmen: Der Suizid wäre das genaue Gegenteil von 'dumme Sachen machen'. Das wäre wie gesagt absurd.
Das hier schafft Klarheit:
http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_rampage_killers:_School_massacres
' Hierin liegt, so scheint mir, ungeachtet zahlloser Überschneidungen unserer Denkhaltungen der kernhafte Unterschied zwischen uns beiden, Carolina: ich sehe den Daseinszweck des Mensch nicht (ausschliesslich) in seiner biologischen Bestimmung'. Aeh, das müssen Sie mir erklären, Mila - tue ich das wirklich? Ich glaube sehr wohl an Bestimmung, aber an eine rein biologische? No way. Ich habe aber grosse Mühe mit den voyeuristischen, mit immer den gleichen Ritualen 'aufgearbeiteten' Tragödien des Lebens. Ist es wirklich wichtig, von wievielen Kugeln genau ein Kind getötet wurde? ist es wirklich notwendig, dass die Presse weinenden Angehörigen die Kamera ins Gesicht hält? Können wir uns Leid sonst nicht vorstellen?
Ich habe keine Ahnung, ob es ein Symptom unserer Zeit ist, aber ich sehe das auch an meinen Klienten: der unbedingte Wunsch, alle Fragen beantwortet zu haben. Diese Unfähigkeit von vielen Menschen, Unsicherheit, Angst, Ungeklärtes stehen lassen zu können. Es ist für meine Begriffe der viel schwierigere Lebensweg, Angst (um seine Kinder, seine Familie, um sich selbst, vor dem Tod etc) zuzulassen und damit umgehen zu lernen als krampfhaft eine Ursache-Wirkung-Verbindung herstellen zu wollen. Die innere Verbundenheit der Dinge, die tieferen Zusammenhänge, das sage ich Ihnen jetzt auch noch, mila, liegt meiner ganz privaten Erfahrung nach darin, dass wir alle auf einer grundsätzlichen Ebene gleich sind bzw gleichwertig. Will heissen, dass das Suchen nach möglichst einfachen Kausalitäten (Waffengesetz in Amerika, Psychopath, Computerspiele etc) seinen Grund darin hat, dass wir alle Angst haben vor der Wahrheit, dass solche Tragödien auch uns betreffen können. Wirklicher Respekt vor dem Leid der Mitmenschen drückt sich nicht in den immer gleichen medialen Ritualen aus, die wir uns (mehr oder weniger) schamerfüllt reinziehen, sondern darin, dass wir schweigen, still sind angesichts einer Tragödie, die keine Plapperei verträgt. Wenn Obama dann entscheiden sollte, dass er -wider Erwarten - anfängt, die Waffenlobby in den USA zu bekämpfen, hätte er meine Unterstützung. Aber es muss uns klar sein, dass diese Dinge immer und immer wieder geschehen werden, dass wir nicht die ganze Welt kontrollieren können - das auszuhalten und das Leben trotzdem für lebenswert zu halten, das ist die Kunst.
Und früher war sowieso alles besser, wenn auch nicht unbedingt schöner:
http://www.youtube.com/watch?v=geOxVIvlmE4
Das ist 1er der Gründe, weshalb ich mir seit vielen, vielen Jahren (6?, 10?, 15? - ich weiss es nicht mehr) keine TV-News mehr antue. Und auch keine entsprechenden Videos in Online-Medien.
Und den BLOCK hab ich mindestens seit 30 Jahren auch nicht mehr gelesen.
Aber wenn ich im Morgenzug kein 20Sekunden kriege, dann kann ich bis zum HB täubelen!
Darauf wollte ich auch noch kurz eingehen: was genau soll die Abschaffung des Fernsehers bezwecken, O? Wenn ich dazu komme, liebe ich es, TV zu schauen und ich möchte meine Haltungen auch daran erproben, messen und formen (und einfach meine geliebten Serien schauen, die für mich wie zur Familie gehören;-) Nicht das Fernsehen ist 'böse', sondern das, was einzelne Medien daraus machen. Ansonsten ist es einfach die Entscheidung jedes einzelnen, wie er das handhabt, ebenso wie mit Videos, Zeitungen und Zeitschriften oder eben den neuen Medien.
@Carolina
betreffend TV: Mir geht's einfach so, dass ich meine, schon genügend Sch.. gesehen zu haben.
Another time, another place, but the same old bullshit!
The same procedure as yesterday?
Oh my God, ich glaub, ich habs gesehen, und ich habs derart was von zuoberst!
Und zu deinem Kommentar um 15:23:
Der SCHREIT ja nachgerade nach einer CB deinerseits!
Was ich (sehr kurz) dazu meine:
Es sind ja gerade die Rituale, die uns überhaupt ermöglichen, in einer Welt voller Unsicherheiten und Angst überhaupt uns zu bewegen wagen.
Ich nenn das das "Starbucks-Syndrom", weil:
Da hat einer ein Vorstellungsgespräch, und es geht um seinen Traumjob, und er ist 1/2 Std. zu früh dran. Da geht er - zum 1.Mal im Starbucks - einen Kaffe trinken.
Kriegt er den Job NICHT: Meinst du, der werde je wieder einen Kaffe imn Starbucks trinken wollen?
Fufi, ich habe das wirklich nicht besonders gut ausgedrückt - ich wollte eigentlich den Unterschied zwischen Ritualen herausarbeiten, die, wie Du sagst, notwendig, wichtig sind und der Bewältigung des Lebens dienen, und solchen, die uns als Ritual verkauft werden und sozusagen zweckgebunden sind an Manipulation in eine bestimmte Richtung hin, nämlich dem Bedienen niedrigster Bedürfnisse.
Und zum Starbuchs-Syndrom: nimm mal an, ein einziger Fernsehsender würde anfangen, keine Bilder mehr auszustrahlen nach einer solchen Tragödie, würde, mit Erklärung, nur noch Fakten berichten und das auch nicht endlos wiederholt. Ich bin überzeugt davon, dass die meisten Menschen überhaupt keine Mühe damit hätten, diese Durchbrechung des 'normalen Medien-Rituals' nach solchen Vorfällen als völlig gerechtfertigt zu erkennen. Aber es muss mal jemand anfangen. Was in Norwegen am meisten beelendet hat, war, dass der Täter immer und immer wieder eine Bühne erhalten hat, wenn doch das Gesündeste gewesen wäre, man hätte ihn und seine 'Botschaft' und seine Schriften komplett ignoriert. Ist mir schon klar, dass ich hier von einer idealen Welt rede und insofern akzeptiere ich, dass Du und O mit dem Nicht-Fernseh-Schauen immerhin einen Anfang macht.
hmm..., carolina, ich habe ja angedeutet, dass freeman mit dem, was er über die medien sagte, nicht falsch liegt. aber er verwechselt meiner meinung nach ursache und wirkung. klar bringt man es als amokläufer mit hoher opferzahl zu trauriger, medialer berühmtheit, aber man erreicht damit nichts für ein allfälliges anliegen/protest. der grund für den amoklauf tritt mit der tat völlig in den hintergrund und aus jemand, der vielleicht tatsächlich ein opfer von was weiss ich war, wird ein verabscheuungswürdiger killer - und nicht mehr. ziel nicht erreicht - aber viele unbeteiligte tot. das ist doch irrsinn.
ich fühle mich keineswegs missverstanden, strasser. mich irritiert einfach wieder mal - eigentlich wie immer - ihre reflexartige vorhersehbarkeit. sie sind, wie ich, kein wissenschaftlicher mensch - warum jetzt statistiken auflisten, die völlig überflüssig sind, wenn sich für jeden sicht- und spürbar eine furchtbare entwicklung abzeichnet, die einen als bürger zutiefst verunsichert. obama spürte es auch, als er meinte, dass das vierte mal an solch einen ort kommen zu müssen, einfach nicht mehr tolerierbar sei. jeder normale mensch spürt das instinktiv - medienrummel hin oder her.
es ist für die amerikaner auch keinesweg tröstlich, dass amokläufe auch anderswo stattfinden. es sind ihre unis, high schools und jetzt auch elementaries, die ihnen als eltern unbehagen oder gar angst einflössen. das ist verrückt und zieht noch verrücktere dinge nach sich. die ersten idioten, die bislang noch keine waffen wollten, scheinen bereits am umdenken, wenn nicht sogar kaufen zu sein. ironischerweise, ist die mutter des täters damit ziemlich ab der welt gekommen.
es hat sich etwas in die us-mentalität eingeschlichen, das solche taten auf kranke weise nachahmungswürdig erscheinen lässt - anders ist die häufung und die ausweitung auf absolut wehrlose bevölkerungsschichten nicht zu erklären. das lässt sich nicht mit statistik relativieren. da läuft etwas entsetzlich schief, und dass man darüber hinaus noch sehr einfach an die mittel für die taten kommen kann, macht es noch schlimmer.
sie sind ja kein tumber esel, wie der andere, seien sie ausnahmsweise mal mutig mit sich selbst und verlassen sie ihre "comfort zone" aus dogmen. differenziert betrachtet macht das leben viel mehr spass und ist so viel interessanter.
auguste - tear down the pjöngjang inns in your head, strasser.
hmm..., fufi, also wenn er einen "tall, hazelnut-cappuccino" nähme bei starbuck's und noch etwas zimt drauf streuen täte, dann wäre er wahrscheinlich "hooked" danach - job hin oder her. und egal wie's vorstellen ausfällt, der "new york cheesecake" eignet sich zum feiern oder zum trübsalblasen ganz hervorragend.
auguste - recht anonym und ausdauernder als 20'
Carolina, Sie haben mich falsch verstanden: gerade von den einfachen Erklärungsansätzen einer mitunter besorgniserregend hysterischen Absicherungsgesellschaft sprach ich nicht (siehe Dostojewski). Und ich dürfte Sie in der Vergangenheit falsch verstanden haben (ich meinte, Sie hätten sich wiederholt auf Familiensinn als Lebenssinn - und eben: Lebenszweck - berufen).
Ganz so einfach mache ich es mir nicht (obwohl es manchmal verführerisch wäre): auf einer rein biologisch-evolutionären Ebene haben wir tatsächlich nur eine Aufgabe: uns zu vermehren. Sobald die Aufzucht unserer Jungen erledigt ist und wir sie in die Eigenverantwortung entlassen können, wäre unser Dasein hier eigentlich redundant. Nur: so einfach ist es selbstverständlich nicht. Wären wir wirklich nur Fortpflanzungsautomaten, warum haben wir dann eine Ausstattung mitbekommen, die uns das Potential zur Logik, zur Emotion, zur Empathie gibt? Biologisch ist also der Sinn unseres Lebens klar, philosophisch-soziologisch keinesfalls. Dem Individuum fällt die Aufgabe zu, den Sinn seines Lebens selber zu definieren, wovon die Familie einer sein kann. Meine persönliche Folgerung daraus ist, dass es soviele unterschiedliche Varianten von Lebensweisen gibt, dass jede ihre Berechtigung haben MUSS. Ob sie jeweils sinnstiftend ist, sei dahingestellt und ist Teil des Mysteriums.
Wenn ich den Eindruck gegeben habe, dass ich allein Familie als Lebenssinn betrachte, dann muss ich das korrigieren: für mich stimmt das, ja, aber ich bin mir (hoffe ich) sehr bewusst, dass das keinesfalls Allgemeingültigkeit hat. Den weiteren Sinn des Lebens, der sowohl evolutionäre als auch geistige, sehe ich, auch wenn das ein Clichée ist, darin, sich in Nächstenliebe zu üben - egal wie schwierig der Weg ist. Mein Empfinden dabei ist, dass der Weg dahin so angstbelegt ist, weil er beinhaltet, dass wir uns darüber klarwerden, welch kleinen Furz, äxgüsi, wir im Universum darstellen.
Ich sehe, August, zwei Probleme:
1) Die Gefühlsduselei (wo man besser einen kühlen Kopf und klaren Verstand bewahren würde. Ein Präsident der greint - widerlich. Dass man jedes Geschehen nur noch in vorweihnachtlicher Gefühligkeit und gespühriger Lallerei zu erfassen versucht. Was ist es, was macht es mit mir, was fühle ich dabei? Und dazu der Konformitätsdruck: Wer unsere im Kollektiv gefühlten Gefühle nicht teilt, ist entweder krank oder sozial gestört. Dabei sind diese Feelings ja vorfabriziert, sei es im Country-Popsönchen, sei es im fernsehen, sei es in Betroffenheitsbekundungen auf Facebook. Und verstellen den Blick auf das wirklich Wesentliche (nämlich dass da ein Täter ist, ein Mensch, der geschossen hat und der auch hätte schiessen können, wenn im Land die strengsten Waffengesetze herschen, siehe Finnland oder Deutschland). Dafür kann jeder seine eigenen Ressentiments und Wutgefühle da reinarbeiten nach Belieben. Und so absurde Konstruktionen, wie sie und Mila, von einer angeblichen kulturellen Bösartigkeit der Amerikanser oder der amerikanischen Gesellschaft etc. Blabla ad nauseam. Dagegen sprechen wie gesagt die Statistiken. Und der gesunde Menschenverstand (den man zugunsten einer allgemeinen Gefühls-Empfindlichkeit ausgeschaltet hat). Und wie oft ist die Sache mit den Gefühlen eher eine Sache des Kitzels? Die Welt eine Freakshow zu unserem Gaudi?
Sie und die anderen unreflektierten Gruppenmenschen wollen offenbar zuerst fühlen und dann abenteuerliche rationale Begründungen fidnen. Aber manche Geschehnisse sind - übrigens ganz unabhängig davon, wir wir uns fühlen - auch nicht mit verstandesmässigem Begreifen fassbar. das Irrationale bricht immer wieder in unsere Welt, ohne dass wir etwas dagegen tun könnten. Dann müsste man eigentlich eines können: Sie sind doch Miltitärmensch, Augie - bewahren sie also Haltung und lassen Sie das hysterische Herumgeschreie. Die Toten haben mehr davon.
2) @C.: Es war zuerst das Fernsehen, heute das Internet, dass diesen elenden Zwang zu Synchronizität auslöst. Mit dem Fernsehen schrumpfte die Distanz zwischen Geschehnis, Erzählung des geschehnis (und Einordnung) und dem Bild dazu. 9/11: Erstmals passiert Geschicte per Liveschaltung. Das heisst, der Betrachter hat keine Zeit mehr, den Fakt von der (Nach-)Erzählung des Fakts zu trennen und schon gar nicht mehr, eigene Bilder zu produzieren im Kopf. Denn nur so käme ein "Reality Check", wie sie es meinten, zustande: wenn nämlich die Bilder und Wertungen zu den Bildern im Kopf schon stattgefunden hat und man sie dann mit den echten Bildern vergleichen kann. Das gleiche gilt natürlich für die Narration des Ereignisses. Als Kennedy erschossen wurde, wurde es im Radio gemeldet. Dann am Abend gab es erste Kommentare und Nacherzählungen. Bilder folgten erst am nächsten Tag. Das heisst: Das Hirn konnte mit dem Schock umgehen und wurde dann nach und nach mit den Fakten vertraut gemacht. Das fällt heute alles in einem Punkt zusammen. Die Distanz fällt weg. Alles passiert synchron und wir gehen gleich online und tun unsere Gefühle, die Gefühle, ja! das wichtigste von allem!, kund, bei Fufi oder auf Facebook (siehe oben). Wir schwimmen mittendrin im Strom der Gleichzeitigkeit von allem. Das ist es, was - um mit dem westschweizer Philosophen Barillet zu sprechen - die "Tyrannei der Gegenwart". Die erst noch eine ewige ist, denn wir verlieren uns in den Strudeln, die uns im jeweils wechselnden Moment festhalten.
Und wer behält den Überblick? Gott allein?
Diese Mechanismen zu durchbrechen, das nenne ich aus der "comfort zone" heraustreten!
Eine der Konsequenzen wird übrigens sein, dass Schulen und Kinderhorte nun noch besser geschützt und überwacht werden. Und dass das entsprechende Lehrer-/Betreuungspersonal noch stärker auf Sichetheitsaspekte hin geschult wird. Da kein Staat auf der Welt flächendeckend für die Bürger und Kinder rund um die Uhr sorgen kann, werden sich die Eltern und Bürger also selber organisieren. Womit wir beim Ausgangspunkt der hier so vielkritisierten "Problems" sind: Dr bewaffneten Gesellschaft.
Aber jetzt mal ehrlich: Würden solche Irren auf Gegenwehr stossen, könnten sie so mir nichts, dir nichts schnell 27 Kinder abknallen?
Hätten sich die Jugendlichen auf Utoya wehren können, hätte Breivik so einfach 66 von ihnen abknallen können?
Es ist dann wohl eine Mentalitätsfrage (die ich mich auch scheue für mich persönlich zu beantworten): Sind wir wehrhaft! Oder warten wir lieber, bis die Polizei kommt?
Was soll ich über die amerikanische Gesellschaft gesagt haben, O.? Ich sprach ganz allgemein vom Menschengeschlecht. Vor dem Interpretieren sollte man sich den Luxus des genauen Lesens leisten (ausser man hat gar nicht erst vor, auf das eigentlich Gesagte einzugehen - und begnügt sich dem Verkündungsmodus).
Auguste, 16. Dezember 2012, 18:20, sagte: ...dies hier ist für das selbstverständnis der amerikaner ein noch grösserer schlag als es 9/11 war. (...) wenn die kinder nicht einmal mehr in der grundschule vor den eigenen, amerikanischen mitbürgern sicher sind, dann taumelt eine gesellschaft näher am abgrund, als sie es sich selbst vormacht. (...) dann kämpft Obama jetzt dafür, dass jeder, der waffen besitzt, jeden tag angst hat, empfindlichst dafür bestraft zu werden, wenn sie nicht für jemand anders unzugänglich aufbewahrt werden, und sie damit nicht in falsche hände geraten können. (...) amerikanische gewissheiten zerbröseln derzeit eine nach der andern. der abstieg der führungsmacht der freien welt scheint sich weiter zu beschleunigen, betrachtet man, was sich die amerikaner sogar selbst antun in diesen krisenjahren. wie hohl das selbstverständnis teilweise bereits ist(...) das ist offenbar heutige us-realität, die, wenn sie ganz aus den fugen gerät, nicht einmal vor 6 und 7-jährigen halt macht. die häufung solcher massaker in einem immer noch wohlhabenden land, das sich als speerspitze von freiheit und demokratie in der zivilisierten welt fühlt und gebärt, ist mehr als ungewöhnlich. zumal die täterschaft nicht vom unteresten ende der nationalen food-chain kommt. da gibt es ein muster, strasser.
Mila, 17. Dezember 2012 08:47, sagte: Ich schliesse mich im Wesentlichen Augustes Ausführungen hinsichtlich eines zugrundeliegenden gesellschaftlichen Musters an
Gemeint war (auf die Schnelle), dass es ein gesellschaftliches Muster gibt. Das solche (gehäuften) Taten nicht einem Zufallsprinzip unterliegen. Worin dieses Muster besteht: darüber lässt sich diskuteren.
...aber, was mich betrifft: nicht in Orlandomanier. Offenkundug hat sich nichts geändert, und damit bin ich hier nach wie vor fehl am Platz.
Dann sagen sie doch einfach, was Ihnen auf dem Herzen liegt, Mila. Und welche Muster Sie denn meinen. Wir hören gern zu.
Und ich verspreche, dass ich künftig tunlichst die Finger davon lasse, etwas von Ihnen zu "interpretieren" (Frage: wie kann man ein Gespräch führen, wenn man die Aussagen des Gesprächspartners nicht versucht zu interpretieren? Wenn dieser drauf besteht, dass man seine Aussagen in all ihrer wohlformulierten In-Stein-Gemeisseltheit stehen lässt und daran nichts herumdeuten darf?)
Also, reden wir doch in Zukunft einfach elegant aneinander vorbei. In kunstvollen Sätzen, die niemandem Weh machen.
"Würden solche Irren auf Gegenwehr stossen, könnten sie so mir nichts, dir nichts schnell 27 Kinder abknallen?"
Also noch mehr Kanonen, O? Du bist ja wirklich durchgeknallt (pun intended).
"Hätten sich die Jugendlichen auf Utoya wehren können, hätte Breivik so einfach 66 von ihnen abknallen können?"
Wenn die Jugendlichen breit bewaffnet gewesen wären (und auch in der Waffenbenutzung trainiert), dann wäre vielleicht noch viel eher einer von ihnen ausgerastet und hätte ein Massaker verursacht. Mehr Knarren führen zu mehr Amokläufen, in heutigen Gesellschaften ist das eigentlich ziemlich unbestritten. Und wenn es unter den Jugendlichen ein paar Bewaffnete gegeben hätte, dann wäre Breihirn mit Kevlarweste aufgetaucht und hätte zuerst die Bewaffneten abgeknallt. Vielleicht hätte es nicht 70 unbewaffnete Tote gegeben sondern nur 10 bewaffnete. Ein 7 Mal besseres Massaker.
Mit anderen Worten: O, wenn Du eine nennenswerte "Gegenwehr" in der Gesellschaft aufbauen willst, dann musst Du sehr sehr viel unternehmen, dann müssen sehr viele Leute (auch Kinder und Jugendliche) mit Knarren ausgebildet und ausgerüstet werden. Und DAS kann nicht der Sinn einer Gesellschaft sein, sicher nicht. Die Gesellschaft wäre dann nicht mehr zivil, sie wäre rein militärisch. Und, soviel kann ich Dir sagen, die Amokläufe würden sich multiplizieren.
Bitte, O, so blindwütig ahnungslos kannst Du nicht sein.
Diese 'Lösung', die Welt einfach mit mehr Waffen auszustatten, halte ich auch für völlig indiskutabel. Wir können doch nicht auf der einen Seite beklagen, dass wir keine einfachen Lösungen für dieses Problem haben, auf der anderen Seite aber sozusagen 'Waffen für alle' fordern. Verstehe ich jetzt überhaupt nicht.
Allerdings treibt die Betroffenheitskultur (und ich meine das durchaus zynisch), die Plapperer, Medien, die ganze politisch-getränkte-Gesellschaftsblase jetzt schon, zwei Tage nach der Tragödie, die üblichen perversen Blüten:
http://www.spiegel.de/gesundheit/psychologie/newtown-berichterstattung-autisten-verurteilen-stigmatisierung-a-873364.html
Das kommt davon, wenn man nach schön einfachen Erklärungen sucht, nur um sich nicht der Hilflosigkeit und der Fassungslosigkeit stellen zu müssen. Die kommen wie ein Boomerang auf die Oberschlauen zurück.
Hab O's Post gerade nochmal gelesen:
'Es ist dann wohl eine Mentalitätsfrage (die ich mich auch scheue für mich persönlich zu beantworten): Sind wir wehrhaft! Oder warten wir lieber, bis die Polizei kommt?'
Das stellt die Dinge dann schon etwas anders da - zumindest muss man ihm (Achtung Lieblingswort, O!!!) Nachdenklichkeit attestieren.
Ich ziehe mein 'Verstehe ich jetzt überhaupt nicht' zurück und ersetze es durch die Hoffnung, dass O mit den üblichen kernigen Worten etwas sagt, was auch für mich die Kernfrage ist: sind wir bereit, Freiheiten aufzugeben, um (vermeintlich) jede Gefahr, dass unseren Kindern etwas passieren könnte, zu bannen? Die Norweger haben das damals mit einem entschiedenen 'Nein' beantwortet und dafür gebührt ihnen mein Respekt.
Mehr Knarren führen zu mehr Amokläufen, in heutigen Gesellschaften ist das eigentlich ziemlich unbestritten
Kannst du diese Aussage auch noch irgendwie belegen?
Übrigens: Wir waren Jahrhunderte lang schwer bewaffnete Gesellschaften. Wer sich bei einem Überfall nicht wehren konnte, hatte das Nachsehen. Und Amokläufe sind trotz der vielen Waffen in der ganzen Geschichte eigentlich keine bekannt. Noch vor 200 Jahren pflegte ein Mann mit einem Degen herumzulaufen. Im Wilden Westen noch vor 100 Jahren. In Afganistan noch heute.
Ist die Welt, sind unsere Gesellschaften hier sicherer geworden?
Ich sage: JA!
Und sie sind es auch, trotzdem ein Irrer 27 Kinder abknallt.
Darauf will ich ja gerade hinaus! Ihr seid es ja, die jetzt überall Gespenster seht, diffuse kulturelle Verwerfungen verantwortlich macht und Massnahmen ergreifen wollt!
Deshalb sollten wir diese schrecklichen Einzelfälle bedauern. Und ja, diskutieren, wie wir Kinder besser schützen können. Aber die Entwaffnung der Bevölkerung ist sicher kein probates Mittel. Wer sollte dies durchsetzen? Eine Prohibition wie in den Zwanzigern? Unsinn.
Und wieder der alte Irrtum: Je mehr Monopol der Staat hat, je überwachter und eingeschränkten Zugang die Bürger auf "böse" Dinge haben (Alkohol, Waffen, Luxuswaren oder Sex), desto stärker blüht alles im Verborgenen. An eine Knarre kommt man auch in Pyöngyang heran. Es sei dann, man will den Bürgern auch noch das Geld wegnehmen, damit sie sich nichts böses mehr kaufen können.
@C.: brava!
hmm..., ich kann dieses geschwafel von "freiheit" und sogenannten "freiheiten" nicht mehr hören. es kotzt mich geradezu an. der begriff wird von jedem vergewaltigt, der ihn für seine argumentation oder sicht der dinge - und mag diese auch noch so abstrus sein - grad gut gebrauchen kann.
wer kann schon ernsthaft und freiwillig für eine einschränkung seiner freiheit sein? nur beschränkte. wer alle tassen sorgfältig im kabinett hat, dem ist schon der gedanke daran ein unerträglicher graus - dann bremst er auf tempo 50 herunter am dorfeingang.
absolute freiheit ist mörderisch. man wüsste gar nicht wie mit ihr sinnvoll umzugehen. freiheit in einklang mit gebotener umsicht gilt es anzustreben. der erste schritt dazu ist aber immer etwas von der absolut möglichen freiheit preiszugeben.
"...freedom's just another word for nothing left to lose...", sang bobby mcgee in der kabine ihres trucks in einem der besten songs, die je geschrieben wurden.
youtube: kris kristofferson - me and bobby mcgee
auguste - i like janis' version also big time
Tja, Herr August, das ist schön, dass Sie mir Vergewaltigung eines Begriffes vorwerfen, der mir - zufällig - ziemlich wichtig ist. Wer redet denn von 'absoluter Freiheit'? Ich rede von der Freiheit, dass Jugendliche sich weiterhin im Sommer auf einer Insel versammeln können, ohne unter Polizeischutz zu stehen; von der Freiheit, dass Eltern ihre Kinder unbeaufsichtigt in die Schule laufen lassen/ins Lager schicken/im Freien herumspringen lassen, ohne unter Generalverdacht zu geraten; von der Freiheit, dass wir uns die Welt nicht von Massenmördern und Amokläufern diktieren lassen; von der Freiheit, positiv in eine Welt zu blicken (und das auch den Kindern zu vermitteln), die, so schrecklich und unerklärlich sie oft ist, trotzdem eine lebenswerte ist. Nochmal: wenn in den USA die Waffenfreiheit eingeschränkt wird, count me in. Aber davon zu erwarten, dass sich zukünftig solche Dinge nicht mehr ereignen, ist blauäugig und vor allem oberflächlich: denn sie drückt nur unsere Hilflosigkeit angesichts von Dingen, die wir nicht fassen und begreifen können, aus.
Das ganze bleibt, aus Sicht der Medien, eine Ablenkung von den wirklichen Ursachen auf die Diskussion um die Waffengesetze. Es gibt auf die Bevölkerung gesehen mehr Waffen in privater Hand in der Schweiz als in den USA....
Darum ging es Morgan Freeman. Und diejenigen, die in meinem Land gelebt haben, nicht ein Besuch oder extended stay, verstehen das.
Kat. _ amused by 'experts' talking about the Modd in my country without understanding the actual mood. e.g. the detestable little sob spin my obama.
... and naturally the condescending swiss self adoring punks vanish when an americn enters the scene here. business as usual, n'est-ce pas, you fashist little whores. go on contemplating the american life, you never have been there dimwits.
e.g. you never ask the one important question, why main stream americans started arming themselves in recen years and why most people here think obi wank o bama is a dead man walking. the entire media hype about the school shooting is a distraction from the real issues (mental health) turned into the all too well known cry for gun control. it does not work. period.
kat.
and auguste, before you whine about the state of the union, try to live here before you make statements as if you knew the state of mind of us. never ever speak for us again. you simply do not understand this country but instead re-iterate the tagi wanko propaganda against my country. same killian bullshit really that you accuse weltwoche and it's political pundits to do. have a lousy starbucks latte on me. anybody who knows coffee does not touch that boloni but instead seeks out the real masters of coffee in italy.
grrr. - kat.
Die knurrende Kat ist einfach zum abknutschen!
Die knurrende kat, expertin in absolut allem, ist solange zum abknutschen, wie sie in orlis kerbe schlägt. wenn sie das nicht mehr tut, ist sie eine psychopathin. ausserdem: sie hält uns doch ständig vorträge, wie schrecklich bünzlig hier alles ist - dabei lebt sie doch gar nicht hier. aber jeder, der nicht in amerika lebt, hat kein recht auf eine meinung über die usa? Hä?
Natürlich ist sie nur zum abknutschen, wenn sie in meine Kerbe schlägt. Sonst sicher nicht, tz.
hmm..., kat, sie können aufhören zu grrr...en. das es sich bei meiner meinung um eine aussensicht handelt, ist selbstredend. das mindert sie aber in keiner weise, da für das beurteilen von öffentlichen fakten physische präsenz keine unabdingbare voraussetzung ist. zudem werden sie wohl eine abendländische werteverwandtheit zwischen europäern und den meisten amerikanern nicht ernsthaft in abrede stellen wollen, oder?
wenn sie die dinge anders sehen, wohlan. ich habe auch geäussert, dass ich denke, der täter war sich in seinem geistigen zustand nicht mehr im klaren, was er anrichten würde - siehe ersten satz in meinem ersten post in diesem thread. am schrecklichen resultat in newtown ändert das aber nichts und es hat auch keinen entscheidenden einfluss auf die gesellschaftspolitischen auswirkungen, die dieser amoklauf, den ich als fanal einstufe, auf amerika haben wird. warten wir's ab.
obama's augenabwischen sah für mich auch etwas "komisch" aus, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass ort und anlass ihm die tränen in die augen trieben.
was kaffee angeht, da bin ich überhaupt nicht elitär - ich mag einfach hazelnut-syrup lieber als zucker - wenn ich die wahl haben kann - und das gab es hier lange zeit nur bei starbuck's.
killian ist für mich nicht meinungsbildend - eigentlich eher im gegenteil, aber sein artikel darüber, wie er mit einer waffe am körper ganz schön unter stress kam, der ist lesenswert. waffentragen muss man aushalten können, ganz besonders, wenn sie auch noch geladen sind. strassers erfahrungshorizont in dieser sache stufe ich beträchtlich geringer ein als meinen. mit schiesseisen kann ich umgehen, und treffen tue ich auch - sagt zumindest das schützenabzeichen vom militär.
und mein nichteintreten auf ihren post hatte einen einfachen grund: dfb-achtelfinale augsburg vs. bayern münchen plus zusammenfassung der andern spiele des abends. danach wars zeit fürs bett.
auguste - grrr..., too.
fast noch vergessen, carolina, wir alle vergewaltigen die freiheit irgendwie ein bisschen in unregelmässigen abständen, aber solange wir nicht wieder "freedom fries" draus machen, wird es uns wahrscheinlich nachgesehen werden. wenngleich mir svp-toblers freiheit - was man alternativ mit den migros-plastiksäckli machen sollte - eine spur zu frei gedacht erscheint. mehr clowns und weniger rechte toren plus free drinks for everbody!
This was the day I started to feel disgust about teleprompter Obama: http://www.youtube.com/watch?v=qP1blMoveZY, I mean Reagan was an actor who became president, but this is worse, it is the other way 'round.
GW Bush was in tears many times in his tenure, but for those jewish libruhl east coast media faggots he was consolidated evil, so they never gave him any credit - least of all an emotional one.
August, ich habe mich nie gebrüstet, ein Waffennarr zu sein wie sie, remember, damals? Es waren Mitblogger, die sich nach ihren Ausfälligkeiten um die Unversehrtheit des Strasser Sorgen machten und sie und ihre Drohungen in die Schranken weisen mussten.
Was sagen sie eigentlich dazu, dass die meisten Amokläufe von Asiaten verübt werden? Gibt es in Asien auch ein Fanal, dass sie die Weltherrschaft verlieren, wie sich ein Killian seit Jahrzehnten inständig zu Weihnachten und Geburtstag wünscht?
Orlando - a sucker für hazelnut syrup since August, 2003
hmm..., strasser, ich muss zugeben, das wesen der asiaten erschliesst sich mir fast gar nicht. ich kann asiaten praktisch nicht einschätzen, weshalb ich asien auch kaum je besucht und das auch noch kaum vermisst habe. mit ausnahme des vietnam-kriegs habe ich mich mit jenem teil der welt nie eingehender befasst. just not my cup of tea, somehow.
killians amerika und "mein" amerika lassen sich kaum je in einklang bringen. ich traue seinen berichten nie ganz, weshalb ich sie oft nur überfliege. da ich genügend englischkenntnisse habe, kann ich den economist, die n.y. times oder das wsj lesen und verstehen.
was die sorge um "roland strasser" angeht, die erwies sich ja als unbegründet - nimmt man unseren austausch hier oder im pjöngjang inn als indiz. wo kämen wir denn hin, wenn wir einfach jeden, der uns nicht passt umballern oder ersticken möchten - in svp-führungszirkel, offensichtlich.
hazelnut-syrup wird von den göttern eigenhändig ausgepresst.
auguste - tobler should have stuck to chocolate
August, sollte das eine Antwort auf meinen Post von gestern sein?
Darf ich mal kurz rekapitulieren:
'absolute freiheit ist mörderisch. man wüsste gar nicht wie mit ihr sinnvoll umzugehen. freiheit in einklang mit gebotener umsicht gilt es anzustreben. der erste schritt dazu ist aber immer etwas von der absolut möglichen freiheit preiszugeben.' Was heisst denn dieses schöngeistige und mit Janis Joplin unterlegte Sätzchen? Welche Freiheiten dürfen denn geopfert werden? Werden Sie doch mal konkret. Ich bin persönlich der Meinung, dass es lächerlich ist, seine Kinder erst mit 21 Alkohol trinken zu lassen, ihnen aber ab 14 Schiessunterricht zu geben und halte eine Revision des Waffengesetzes in Amerika natürlich für mehr als angebracht. Aber mal ganz davon abgesehen, dass ich keine Ahnung habe, wie das durchgesetzt werden soll (obwohl man ja sagen könnte, dass Obama in seiner zweiten Amtszeit nichts zu verlieren hat), ist es mehr als naiv zu glauben, dass dadurch Amokläufe gänzlich verhindert werden können. O hat sie ja alle aufgezählt, die Fälle in Deutschland, Norwegen etc. Sehen Sie einen gemeinsamen Nenner, Auguste? Einen wirklichen Grund, für den es sich lohnt, wieder einmal an der Schraube der persönlichen (!) Freiheit zu drehen? Ich sehe diesen gemeinsamen Nenner nicht - aber natürlich ist das sehr schwer auszuhalten. Lieber schreien Sie schon mal nach zusammengeschusterten Massnahmen, nach Pseudo-Lösungen, einfach um die eigene Hilflosigkeit zu überspielen. Und was passiert dann beim nächsten Amoklauf?
Obamas' rede gestern war bizarr, so die Meinung vieler hier. das ganze kommt uns immer mehr scripted vor. ich meine nicht die Tragoedie in newtown selber, sondern wie perfekt die medienhype inszeniert wurde und mit Obamas gestriger rede ein vorlaeufiges finale hatte.
Die frage ist, wie das 2nd Amendment interpretiert werden kann oder muss:
"A well regulated militia being necessary to the security of a free state, the right of the people to keep and bear arms shall not be infringed"
welches wortwoertlich ja heisst, dass das recht der buerger, waffen zu tragen, durch den staat nicht eingeschraenkt werden duerfe (to infringe). Weiter stellt sich die frage, ob dieses recht nur im kontext von milizen gelte oder nicht.
2008 wurde durch das oberste Gericht entschieden, dass dieses recht auch ausserhalb von Milizen gelte (554 U.S. 570 (2008)) und 2010 entschied es, dass das second amendment (also, dass der Staat dieses Recht nicht einschränken dürfe) auch für Kantons- und Gemeindebehörden gelte (561 U.S. 3025 (2010)). Soweit zum rechtlichen und damit, ob diese neue Taskforce ueberhaupt rechtens ist.
abgesehen vom formal rechtlichen ist der konsens, dass der besitz von halb und vollautomatischen waffen eingeschraenkt werden soll, aber nicht der besitz per se von zur selbstverteidigung und hausschutz ueblichen waffen. ein vernuenftiger ansatz, aber auch der ist formaljuristisch anzweifelbar, wenn das 2nd amendment berachtet wird. denn dieses sagt ja klar, dass es in den usa kein ewaltmonopol des staates gebe und jede einschraenkung auf den besitz von bestimmten arten der waffen schon ein infringement sei.
die bundesregierung muesste also als klaegerin vor dem verfassungsgericht auftreten, um diese frage in ihrem sinne klaeren zu lassen bzw eben eine neuinterpretation des verfassungstexres zu erwirken.
was mich an der medien'diskussion' steort, ist, dass auf den aspekt der schlechten gesundheitsversorgung und da auf den frappanten mangel an hilfe fuer psychisch kranke nirgends eingegangen wird. es wurde nur gesagt, er haette asperger gehabt und damit eine ganze gruppe von leuten stigmatisiert, die meist mit ihrer einschraenkung richtig betreut oder behandelt gut umgehen kann. dass es abertausende gestrandeter leute gibt, nicht nur auf den strassen, sondern auch in affluenten gated communities, die mangels guter gesundheitsversorgung, mangels geschulter leute, die die fruehzeichen erkennen koennen, als zeitbomben dahindoesen, davon wird nie gesprochen. nein es werden wie immer die ewig gleichen vorwaende gebracht (waffengesetze, computer games, tv), um der zensur und rechtdenk-korsettierung vorschub zu leisten.
der andere aspekt, der verschwiegen wird, und warum waffenverkaeufe stiegen ist der: nach der wiederwahl obamas haben 47 von 50 Mitgliedsstaaten eine petition fuer den Austritt aus den USA dem praesidenten zugesandt. davon hatten diejenigen aus 7 staaten genug stimmen, um rechtlich relevant zu sein damit dem praesidenten das mandat geben, einen soclhen austritt zu beruecksichtigen. es steht als am horizont auch das 'gespenst' einer sezession. was das fuer die oeffentliche sicherheit bedeutet koennt ihr euch ja selber ausdenken. abwegig ist eine geordnete sezession uebrigens ganz und gar nicht.
Kat.
Aber, aber, verehrteste Kat, sie wissen doch, dass das Gesetz etwas flüchtig-wandelbar-ephemeres ist, dem Wandel unterworfen, das ist die Weltsicht die dem Obama'schen "Change" ja zugrundeliegt: Die Gesellschaft wandelt sich, also müssen sich auch die Gesetze wandeln. Gradmesser sind nicht mehr normative Festlegungen sondern das Empfinden der infantilen Menschen an der wohlstandsverwöhnten, nihilistischen Konsumenten-Basis der Gesellschaft. In Stein gemeisselt ist gar nichts, weder das Wort Gottes noch die Verfassung der Vereinigten Staaten.
Und so wird "Change" eben ein Modus, nicht ein Zustand, den man einmal erreicht, sondern ganz im Sinne Hegels und seines vermaledeiten dialektischen Fortschreitens die Art und Weise, wie sich das Weltgeschehen (die Geschichte) stetig selber transmutiert und permanent vervollkommnet.
Die sich "Progressivisten" nennen, sehen darin eine Art Selbstzweck, dass sich das Alte auflösen und das Neue als ideal durchsetzen muss. Das ist die Krankheit der Moderne. Und auch in unserem postmodernen Stadium passt es, wo wir de alten Metanarrative abgeschafft haben und alles nur noch ein Spiel mit der Sprache ist.
Höhöhö, was geht uns da noch an, was irgendwelche weissen, heterosexuellen, kapitalistischen, christlichen, rassistischen udn sexistischen Männer vor 200 Jahren in ein Doument geschrieben haben?
Sie selber wollen bspw. den Begriff der Ehe ja auch zertrümmern und jede Verbindung von lebenden Organismen als gelichberechtigte Partnerschaft anerkennen...
Sehen sie jetzt langsam, was ich als konservatver Republikaner so grundlegend krank daran finde, dass ich mich jeden Tag kübelweise auskotzen möchte?
Jetzt fangen Sie auch noch mit der Kotzerei an, O. Dabei haben wir den Norovirus, mal wieder von Kind aus Schule eingeschleppt, gerade überstanden.....
Ich sehe, glaube ich zumindest, schon, was Sie für das grundlegende Elend halten. Wie immer, sehe ich das anders/gemässigter/beliebiger, wie Sie wollen. Lebens- und Kulturpessimismus ist wie ein tödlicher Virus; er neigt dazu, Positives, Kreatives, Neues grundsätzlch im Keim zu ersticken, zu negieren oder zu verteufeln. Dabei ist selbstverständlich noch keine Kultur ohne Veränderungen weitergekommen. Die Bewertung dieser Veränderungen ist gestattet, ist aber nicht besonders nützlich, wenn es um realpolitisch durchsetzbare Lösungsansätze gehen soll.
Katharina vertritt hier eine Haltung, die meiner Meinung nach, zumindest so vorgebracht wie hier, eine Berechtigung hat und sicher nicht zum Untergang unserer Kultur führen wird. Und sich, das ist das Erstaunliche, durchaus mit Ihrer Haltung eines konservativen Republikaners ergänzt. Denn Katharina ist, wenn ich das richtig verstehe, durchaus kein Befürworter zunehmender staatlicher Intervention, im Gegenteil, sie diskutiert hier das Recht auf Selbstverteidigung mit Waffen, das in Europa nicht mal mehr diskutabel ist (was Ihre immer wieder vorgebrachte Angst um die Definition von Ehe angeht, bleibe ich dabei: es ist mir total schleierhaft, warum eine stabile Beziehung zwischen welcher-Konstellation-auch-immer kulturgefährdend sein soll und das Thema ist hier auch nicht relevant).
Es ist ein ganz merkwürdiges Paradox, das Katharina anspricht in punkto Gesundheitsversorgung psychisch Kranker. Für die USA kann ich nicht mitreden, aber in England und zunehmend, so scheint mir, auch hier, bleiben sie sich selbst überlassen, werden nach Hause geschickt und völlig überforderten Behörden und Angehörigen übergeben - während auf der anderen Seite der Trend dazu, jede Lifestyle-Befindlichkeit, jedes alltägliche Problemchen wegzucoachen, zu behandeln oder therapieren, rapide zunimmt.
Ich halte das aber für ein bestenfalls verwandtes Thema, für mich ist die Schuldzuweisung ans Gesundheitssystem genauso ein Stochern im Dunkel wie die Vermutung (!), der Täter könnte Asperger gehabt haben.
Vielleicht sehen Sie jetzt, worauf ich hinaus will: vor allem die Medien suchen unbedingt einen Schuldigen, psychische Erkrankung, Waffengesetz, Computerspiele, instabiles Elternhaus etc - worauf dann sofort die Empörung der einzelnen Gruppen kommt, die aber wiederum auch nicht davor zurückscheuen, mit dem Finger auf andere einzelne Gruppierungen zu zeigen.
Es gibt keine einfachen Lösungen. Man (Obama hoffentlich) kann mal mit dem Offensichtlichen anfangen (das Waffengesetz mal mindestens zu verschärfen), aber aus reiner Hilflosigkeit heraus Freiheiten zu beschneiden (alle Schulen mit Scannern auszurüsten, Polizeischutz für alle öffentlichen Gebäude, verschärftes Screening für Aspergerpatienten etc) ist völlig kontraproduktiv.
Wie gesagt, vom realpolitischen Ansatz nützt uns weder der immer wieder herbeigeredete Untergang der Kultur (wie ihn ja auch August mit seinem 'fanal'-Gerede vertritt, aber an einem anderen Pol als Sie, O?) noch der Ruf nach einfachen Lösungen etwas.
Ich stehe ja für das Positive, Neue, Kreative! Neu ist, dass sich einige, die gemerkt haben, worum es geht, sich diesem Projekt Moderne in vielen Bereichen mit Macht entgegenstellen. Altgewonnenen Erkenntnissen mit Skepsis begegnen und die Dogmen des aufklärerischen Zeitalters über den haufen werfen.
Während der Rest von euch sich in diesem verderblichen Modus der blinden "Fortschritts"-Hörigkeit (das Neue ist immer und aus Prinzip gut, das Alte ist schlecht) einfach treiben lässt, nicht eigentlich in einem Optimismus (der stets eine schaffende Kraft sein muss) sondern in konformer Gleichgültigkeit. Gefangen in den Strudeln einer bequemen Gegenwart.
Ich rede nirgendwo vom "Untergang" der Kultur, Carolina. Ich glaube durchaus an die intakten Selbstheilungskräfte der menschlichen Rasse und der abendländischen Kultur. Diesem gern verhunzten Begriff wird einmal mehr in den kommenden Jahrzehnten eine wichtige Bedeutung zukommen. Wie natürlich auch der Religion. Nicht so sehr "wieder", sondern ganz neu. Es ist ein zurückkommen, ein wieder Anschluss finden an die lange grosse Zeit. Die Moderne ist nur eine Episode.
Vielleicht werden wir alle hier es nicht selber erleben. Insofern bin ich einer der Vorboten. Was wir mit Gewissheit feststeht ist, dass wir schon jetzt in der Verantwortung stehen. Dass wir es heute in der Hand haben, uns den Kräften der Zerstörung und Annihilation der menschlichen Geistes mit Entschiedenheit entgegenzustellen.
Gerne verweise ich wieder mal auf C.G. Jung (BBC-Fernsehinterview, ca. 1961):
Jung: "We know nothing of man. Far too little. The psyche should be studied, because we are the origin of all coming evil. (...)
Reporter: "As the world becomes more technically efficient, it seems increasingly necessary for people to behave communally and collectively. Is it possible, that the highest development of man will maybe submerge his own individuality into a kind of collective consciousness?"
Jung: That's hardly possible. I think there will be a reaction. A reaction against this communitarian dissociation. Man doesn't stand for ever his nullification. Once there will be a reaction. And I see it setting in, you know, when I think of my patients: they all seek their own existence (...) against this complete atomisation into nothingness...or meaninglessness. Man cannot stand a meaningless life."
'Während der Rest von euch sich in diesem verderblichen Modus der blinden "Fortschritts"-Hörigkeit (das Neue ist immer und aus Prinzip gut, das Alte ist schlecht) einfach treiben lässt, nicht eigentlich in einem Optimismus (der stets eine schaffende Kraft sein muss) sondern in konformer Gleichgültigkeit. Gefangen in den Strudeln einer bequemen Gegenwart.'
Da wir uns hier im Bereich Glauben/Hoffen/Eigenbewertungen befinden (was selbstverständlich auch für ein Zitat von Jung gilt, denn sogar er war ein hochemotionaler, von seinen Lebensumständen und 'Zeitgeist' geprägter Mensch, auch wenn ihm von manchen fast schon gottähnliche Fähigkeiten zugeschrieben wurden), könnten wir, wie schon oft genug geschehen, endlos mit Zitaten hin- und herbewerfen. Dafür bin ich nicht die Richtige, O, wie Sie wissen. Was mich wirklich interessiert, sind Menschen mit all ihren Facetten oder, wenn Sie so wollen: überall wo es menschelt, fühle ich mich angesprochen. Da ich ein positiver Mensch bin, werden mir manche das als Naivität, Fatalismus etc auslegen. Ich als positiver Mensch neige dazu, Menschen, die die Zerstörung des menschlichen Geistes, die 'Annihilation' des Menschlichen, ausrufen, eine gewisse Lebensangst zu unterstellen. Beides ist natürlich Unsinn, denn jeder einzelne von uns hat einen unterschiedlich gepackten Rucksack aus genetischen, epigenetischen, zeitgeistigen, anerzogenen, erfahrenen Werten. Insofern gibt es gar nicht viel zu diskutieren.
Ich versuche, um den Zusammenhang zum Thema zumindest pro forma wiederherzustellen, hier meine Sicht der Dinge klarzumachen und stelle immer wieder fest (natürlich weil ich mich intensiv damit befasse), dass wir Menschlein angesichts von Ereignissen, die wir nicht fassen, nicht verhindern und nicht lösen können, immer wieder der Gefahr erliegen, wieder einmal unnützes Pseudo-Geschütz aufzufahren gegen etwas, gegen das wir letztlich nichts ausrichten können. Das ist eigentlich alles.
Es ist ja nicht gegen sie gewendet, Carolina. Jedenfalls sollte ich eigentlich die Formuierung "ich" und "ihr anderen" weggelassen haben, so war es gar nicht gemeint. Es geht mir hiermit auch weniger um einen Austausch von (Lebens-)Erfahrungen. Wenn vor einer Woche ein Anonym uns hier attestiert, dass wir lesenswert seien, dann gebe ich mir einfach künftig Mühe, meine Gedanken so aufzuschreiben, dass sie vielleicht bei anonymen (Mit-)Lesern einen Denkprozess in Gang setzen - und dies mal völlig abstrakt, ohne dass sich jemand persönlich angesprochen fühlen muss.
Zum Thema Kulturpessimismus: Wer will denn ständig die Welt verändern, eine bessere Gesellschaft, eine grünere Welt und so weiter? Nicht die Konservativen. Die blicken, wie ich, entspannt auf die Welt und können sagen "und siehe: es ist gut".
Aber die Kräfte des Bösen sind eben auch aktiv, auch wenn wir sie vielleicht heute anders nennen, und man muss sich ihnen entgegenstellen, sich quer legen. Das verstehe ich als meine Pflicht als moderner Kreuzritter!
Ich mag weniger das "Menscheln" aber dafür den Menschen, Carolina, deshalb ist mir alles suspekt, was den Menschen (als freies Individuum) eliminieren oder neutralisieren möchte: Staaten, Regierungen, Verwaltungen Behörden, Gesetze, Kollektivismen, soziale Zwänge, ideologische Korsetts, Etiketten und konstruierte Verhaltensnormen.
Dieser Kampf findet in uns selber statt, aber eben auch im Diskurs und in der konkreten Lebenswelt, jeder an seinem Platz. Es braucht in diesem Krieg keine Schlachtfelder, keine Soldaten und Armeen. Das Schlachtfeld hat sich dank der Demokratie auf die Ebene der Diskurse verlagert. Es braucht keine Schwerter und Kanonen, sondern Argumente und Ideen. Hey, das ist ein freier Wettbewerb, und in einem freien Wettbewerb setzen sich immer am Ende die fittesten Konzepte und Ideen durch (nicht die "stärksten", wie vulgärdarwinistisch oft behauptet wird). Und dafür lohnt es sich zu kämpfen.
Deus vult!
Ich habe mich nicht angefeindet gefühlt, Orlando. Sie können mit Fug und Recht sagen, dass ich für das Abstrakte nicht so zu haben bin. Und ich bin, hoffe ich jedenfalls, keinesfalls Fatalist - yours truly ist ständig irgendwo dabei, sich einzumischen, die grosse Klappe aufzureissen, sich in die Nesseln zu setzen. Aber das romantische Ganze ist nicht meins und ich bilde mir ein, generell mehr zu erreichen, weil ich meine Anliegen versuche, einigermassen verbindlich vorzubringen, mit Rücksicht darauf, dass eben das Gegenüber genauso 'menschelnd' ist (mir fällt kein anderer Begriff ein). Aber ich gebe sofort zu, dass es auch die Kreuzritter geben muss, die das Ganze im Auge haben, geben muss. Nur: da ich immer noch beim Ausgangproblem bin, sehe ich nicht, wie das hier hineinspielt - wobei ich das, was Ihnen suspekt ist, unterschreibe.
Bitte erläutern Sie mir doch, wie Ihr letzter Para zu diesem Thema passt - wo spielt (oder sollte spielen) hier der Wettbewerb? Ist übrigens ganz ernst gemeint.....
PS: Bitte die erratische Schreiberei zu entschuldigen: versuche wieder 'multizutasken';-)
Das ist der Ausgangspunkt, dass wir das, was uns suspekt erscheint, benennen und aussprechen, dass wir das Falsche zum Problem machen und nicht die Faust im Sack. Oder das Falsche uns.
Vorgestern zu einem Weihnachtsliederkonzert mit Kindern und Jugendlichen eingeladen gewesen. Sie haben südamerikanische, afrikanische, finnische, altfranzösische und moderne englische Lieder gesungen, keinen einzigen Klassiker. Begründung unter der Hand auf Nachfrage: Bei den Kindern habe es kaum welche, die aus einem christlichen Elternhaus kämen, deshalb habe man das Repertoire angepaast und unbesinnlichere Lieder ausgewählt.
Ja, Herrgott, wo sind wir denn eigentlich?
Wir müssen das Falsche zum Problem machen. Nicht wir sind das Problem. Nicht jene, welche die Ehe als Institution von Mann und Frau (wie seit Tausenden von jahren!) verteidigen sind das Problem, sondern jene, die diese Institution stürmen, vergewaltigen, plündern, verwüsten, anzünden und als Ruine hinterlassen wollen.
Verstehen sie was ich meine?
Und im Wettbewerb der Ideen und Ansichten und Meinungen sollten wir uns nicht einreden lassen, nicht von Heiden, Linken, Frechen oder Dummen, dass wir das Problem sind, wenn sie uns nicht nett finden.
Das Problem ist, wie immer, dass die Bewertung darüber, was bewahrenswert ist, was unsere Zukunft aufs Spiel setzt, was falsch ist, gerade in einer Demokratie bzw einem freien Wettbewerb von Individuen getroffen wird, die an Freiheitlichkeit, Wettbewerb und Tradition jeweils völlig unterschiedliche Hoffnungen, Aengste und Erwartungen knüpfen. Meine Schlussfolgerung, dass ich letztlich nur in meinem eigenen Umfeld die Klappe aufreissen kann, wenn es um Schule, Nachbarschaft, Freiwilligenarbeit etc geht, ist eben auch ein Stück weit, in meinem Fall, Vertrauen in eine (noch) funktionierende Demokratie (jemand mit einer negativen Disposition würde vielleicht von Resignation sprechen).
Und was das Thema Ehe angeht: ich glaube, ich habe hier schon mal gesagt, dass mir einzig und allein wichtig ist, dass eine Verbindung von zwei Menschen, die sich schätzen (es gibt ja auch Verbindungen, die durchaus halten und gut sind, aber nicht aus romantischer Liebe eingegangen wurden) und respektieren, die zumindest vorhaben, diese Verbindung zu einer dauernden zu machen, für mich schützenswert ist. Ich halte nicht die Ehe, sondern die Familie für besonders schützenswert. Das Bekenntnis zu einer Ehe in seiner bisherigen Form ist Schall und Rauch, wenn nicht das Wohl der Kinder an allererster Stelle steht. Jede Beziehung, die das Wohl von Kindern wahrt und wirklich im Auge hat, ist für mich schützenswert.
Realistisch ist einfach, dass die Wirklichkeit den Wunsch längst überholt hat - wie das manchmal geschieht. Und so, wie die allermeisten 'Dogmen' im Laufe der Geschichte immer mal wieder einer Runderneuerung unterworfen wurden, ist es auch mit der Ehe.
Dann definieren sie doch bitte mal "Familie".
Ich würde nicht von Dogmen sprechen (sondern von gegebenen und gewachsenen tatsachen des menschlichen) und nicht von "Rundumerneuerung". Es sei denn, sie verstehen unter "Erneuerung" das gleiche wie ich. Affirmation, Neubelebung, Revitalisierung, Bekräftigung.
"Die Wirklichkeit den Wunsch übetholt"...es gibt auch Umweltverschmutzung, da wären sie sicher auch dagegen, wenn man sagt, na also halt, das ist die neue Wirklichkeit, also bestrafen wir Umweltsünder nicht mehr weiter und tun überhaupt nichts dagegen.
Vielleicht sollten wir uns einfach - auch das gehört ins Kapitel Primat der Gefühle in der heutigen Beurteilung von allem - vom romantischen Gedanken verabschieden, dass wenn sich zwei Menschen lieben, das die geheiligte Voraussetzung ist für alles und jedes und zu allem und jedem berechtigen soll.
Ich gebe gerne zu, dass die Liebe wandelbar ist wie der Mond (Julia sagt dies ja zu ihrem Romeo, weshalb er ihr seine ewige Liebe nicht beim Mond schwören soll). Die Ehe, die Rolle als Ehepartner, als Vater und als Mutter, die sollte aber eben geau nicht wandelbar sein.
Derlei Verwerfungen können wir nur verhindern, wenn wir die Institution der Ehe stärken und ernst nehmen und als kulturellen Wert per se wahrnehmen und gegenüber allen anderen Lebensformen privilegieren - und nicht noch weiter aushölen und schänden.
Wenn dies ein Ausgangspunkt wird, dann ist schon einiges erreicht.
Sagen Sie mal, O, glauben Sie, dass sich jemals wieder ein Dritter oder sogar Vierter hier beteiligt? Man kommt sich schon so ganz leicht, äh, autistisch vor.....
Zu oben gebe Ich Ihnen ein Beispiel: Die MB-Serie mit den zwei lesbischen Frauen, von denen die eine sich im Ausland, weil in der Schweiz nicht erlaubt, hat künstlich befruchten lassen. Das Kind kommt nun mal auf die Welt, ich wünsche ihm alles Gute und hoffe wirklich, dass die Frauen dem Kind eine stabile, sichere und liebevolle Kindheit geben. Denn etwas anderes als Akzeptanz bleibt uns letzlich gar nicht übrig: es werden Kinder unter allen möglichen widrigen Umständen geboren, erwünscht und unerwünscht, ehelich und nicht-ehelich etc. etc, jedes sollte willkommen sein. Das heisst aber noch lange nicht, dass ich die Art und Weise gutheissen muss, wie uns 1. der Tagi die politisch-korrekte und erwünschte Linie mehrfach hineinwürgt (wobei die Kritiker wie Brunhild Steiner und ich tagelang gesperrt wurden - Zufall?) und 2. dass meine Meinung nicht opportun zu scheint, dass ein Kind das Recht auf Kenntnis seiner Herkunft hat und man ihm willentlich einen Vater, so vorhanden, nicht vorenthalten darf, bloss weil es, wie hier, den beiden Frauen nicht in den Kram passt. Das hat, zumindest bei mir, mit einer Schwulen- oder Lesbenphobie nichts, aber auch gar nichts tun, sondern mit einem Machbarkeitswahn, einer 'ich-will-unter-allen-Umständen'-Egomanie, bei der ich bezweifle, ob das Wohl des Kindes im Vordergrund steht.
(In Deutschland findet übrigens gerade ein Wandel statt: ein OLG hat gerade das Recht eines anonym gezeugten Kindes auf das Recht bestätigt, seinen Vater kennenzulernen, egal, ob ihm die Samenbank damals Anonymität zugesichert hat oder nicht).
O, das meine ich mit Realismus: jenseits aller gewachsenen Werte finden solche Dinge statt, man kann sie nicht einfach ignorieren oder verbieten. Und eine Aechtung, die vielleicht an anderer Stelle sinnvoll wäre, kommt hier nicht in Frage, weil auf Kosten eines Kindes. Aber Sie haben Recht: nur um des angeblichen Fortschritts willen bzw einer (vom mainstream vorgeschriebenen) 'Toleranz' (die ja eigentlich das Gegenteil ist) einfach den Mund zu halten und hinzunehmen, dass niemand die längerfristigen Konsequenzen solchen Handels in Betracht zieht, darf nicht sein.
Erneuerung darf nie um jeden Preis stattfinden, aber sie findet, fast unmerklich ständig statt. Natürlich braucht es Menschen, die den Mund aufmachen, die fordern, nicht das Kind mit dem Bade auszuschütten, das gute Alte zu bewahren, konservativ im besten Sinne zu sein. Es leuchtet mir aber immer noch nicht ein, warum eine Beziehung zwischen zwei Menschen, die auf Langfristigkeit angelegt ist, nicht gleichwertig zu einer traditionellen Ehe dastehen kann.
Entsprechend ist für mich die Definition von Familie ein verbindlicher, auf Langfristigkeit angelegter Bund von Blutsverwandten oder rechtlich freiwillig Verbundenen (z.B. Adoption). Eine Ehe (oder lieber ist mir verbindliche Beziehung) ist idealerweise der sichere und Schutz bietende Rahmen für die Erziehung von Kindern.
Hmm, Familie hat also nichts mit Vater, Mutter, Kind(er) zu tun? Das war bloss ein Irrtum von läppischen 5000 Jahren? Interessant.
Mit dem Gedanken, dass die Erwachsenen hoffnungslose Fälle sind und wir nurmehr den aus kaputten Verhältnissen entstammenden Kindern helfen müssen, kann ich wenig anfangen. Ich denke es ist auch jenen Kindern, die noch nicht geboren sind, ein grösserer Dienst getan, wenn wir die Schraube wieder etwas anziehen und die >Leute etwas mehr in die Verantwortung nehmen. Aber das widerspräche ja der Selbstverwirklichungs-mein-Bauch-und-jede-Lebensentscheidung-gehört-mir-Mentalität, nicht wahr?
Wissen sie, wie das von den Bürgern ab 1415 erbaute Waisenhaus von Florenz heisst? "Ospedale degl'Innocenti", das Hospital der Unschuldigen. Die erste Babyklappe der Geschichte! Damit mittellose Schwangere ihre Babys nicht einfach im Arno ersäuften.
Man würde denken, dass wir heute viel weiter sind, nicht? Dass mit all den Contrazeptiva, besserer Gesundheit und Lebensbedingungen und freieren Entfaltungsmöglichkeiten die Kinderaufzucht ein Kinderspiel wäre. Wieso kriegen es dann die meisten Leute dennoch nicht auf die Reihe, müssen sich scheiden lassen, Geld vom Sozialstaat beziehen und ihre Kinder muss der Staat für sie erziehen? Aber die Leute sind ja heutzutage so schrecklich schnell "überfordert", gell. Viellecht, weil sie schon ind er Schule nicht mehr gefordert werden, verwöhntes Pack? Vielleicht weil man heute ohne weiteres durchs Leben kommt, wenn man dumm, faul undfrech ist, es wird einem ja überall geholfen.
Vielleicht sollte man einfach dort die Schraube wieder etwas anziehen.
Aber nein: Man baut diese Angebote immer weiter aus, staunt dann, dass immer mehr "benachteiligte" Kinder in die Kindergärten und Schulen angeschwemmt werden und ergreift sofort Massnahmen, um das Versagen der Eltern auszubügeln.
Ich sage: Nein. Eröffnen wir mehr Ospedales, Sonderschulen, Sonderklassen, Freakshows, wo dieses Versagen, diese fundamentale Fehlentwicklung in unserer Gesellschaft öffentlich sichtbar ausgestellt ist, als Abschreckung. Damit die Leute mal die Konsequenzen ihres Tuns erleben.
"Aber O., das ist so schrecklich sozial kalt, was sie sagen!".
"Ja, I don't give a rat's ass!".
C., wenn es ihnen hier zu wenig Publikum hat, tant pis. Dann müssen sie halt woanders diskutieren
'Wieso kriegen es dann die meisten Leute dennoch nicht auf die Reihe, müssen sich scheiden lassen' - vielleicht wäre schon viel getan, wenn die, deren Ehe Bestand hat und die erfolgreich ihre Kinder grossziehen, mal gelobt würden statt - fälschlicherweise - als fast nicht mehr existierende Minderheit betrachtet zu werden! Immer dieses Tasse-halb-leer-Geschwätz....
'Mit dem Gedanken, dass die Erwachsenen hoffnungslose Fälle sind...'
Dieser Gedanke ist pure Projektion von Ihnen, O, ich habe das nicht gesagt. Aber eine interessante Projektion, über die Sie vielleicht mal nachdenken sollten.....
'Vielleicht sollte man einfach dort die Schraube wieder etwas anziehen'. Ja, genau: vielleicht sollte man unehelich Schwangere teeren und federn, den dummen, faulen und nichtsnutzigen nichtverheirateten Eltern die Kinder wegnehmen und überhaupt den Schwulenparagrafen wieder einführen, damit die gar nicht auf die Idee kommen, unser angeblich ach so christliches Wertesystem 'auf die Probe zu stellen', nicht wahr?
'Mit dem Gedanken, dass die Erwachsenen hoffnungslose Fälle sind und wir nurmehr den aus kaputten Verhältnissen entstammenden Kindern helfen müssen, kann ich wenig anfangen.' Die christliche Barmherzigkeit trieft nur so aus ihren Worten. Aber damit bewegen Sie sich ja genau auf der Linie gewisser katholischer Kreise, die nun wirklich keinen Millimeter in die Neuzeit rücken können: wir sind gegen Abtreibung, gegen Kinder ausserhalb der Ehe - aber kommt ja nicht zu uns, wenn ihr Hilfe braucht.
Werden Sie doch endlich mal konkret, O. Bemühen Sie sich im Kleinen, die Dinge zu ändern bzw zu bewahren, wo sie es wert sind? Wie machen Sie denn das? Meinen Sie, ich sollte an den Müttern, die mit ihren Kindern ins Frauenhaus kommen (weil sie an ihrer Scheiss-Ehe festhalten, sich durch nichts von ihren romantischen Vorstellungen abbringen lassen, das Wort Kontrazeptiva anscheinend noch nie gehört haben und sich vom Prügelgatten drei Kinder haben machen lassen) ein Exempel statuieren? So im Sinne von: selber schuld, schau' doch selber, wie Du da rauskommst - und um Deine Kinder kümmere Dich selber....
Oder meinen Klienten, die sich weiss Gott das Leben nicht einfach machen und versuchen, ihren Kindern den Vater oder die Mutter zu erhalten, weiter zusammenzuleben, darüber unter Umständen fast krank werden: soll ich Ihnen im Interesse des grossen Ganzen, das Orlando für das einzig Wahre hält, sagen, dass sie gefälligst nicht so dumm tun sollen und sich zusammenreissen sollen?
Sie sehen, ich kann mich in Rage reden hier. Aber Ihre Lamentiererei, dieser verdammte Pessimismus und die unrealistischen Brimstone & Fire Schreiereien wecken in mir immer mehr den Verdacht, dass Sie ein Schreibtischromantiker sind, der mit der wirklichen Welt, mit Menschen, die in der Regel einfach ihr kleines Leben leben wollen, ihre Kinder so gut wie möglich aufziehen und wenn möglich mit einem Partner alt werden wollen, überhaupt nichts zu tun haben?
Wenn Sie sich in der Lage sehen, genau zu wissen, was das Gute, Bewahrenswerte und zu Konservierende ist, dann gehen Sie in die Politik - und überlegen Sie mal kurz, was Sie denen sagen, die an der Basis arbeiten, die selbstverständlich nicht Kinder für die Dummheit ihrer Eltern bestrafen wollen, die selbstverständlich nicht eine geisteswissenschaftliche Debatte führen können, bevor sie den schwächsten in unserer Gesellschaft helfen.
Touché, Caroline. Ich mische mich nach meinem Kommentar letzte Woche nochmal ein: ich lese sie alle gern, vermisse zwar Mila immer noch, aber mir scheint die Diskussion in unnötige Provokation abzugleiten. Das hat sicher etwas mit einer Vorgschichte zu tun, die mich nichts angeht, und nicht besonders intressiert. Lassen sie sich nicht beirren, Caroline, sie scheinen mit beiden Beinen auf dem Boden zu stehen, und wie eine Löwin für ihre erweiterte Brut zu kämpfen.
M Orlando: diese Frau ist formidable und sie ist eher, hat sie schon selber gesagt, für die 'Mikro-Ordnung' zuständig - während sie die Makroordnung verteidigen. Beides hat seinen Platz, aber im täglichen Leben möchte ich lieber eine solche Frau an meiner Seite als jemanden, der eine für immer verlorene Vergangenheit, die Glanz und Gloria für ihn darstellt, betrauert.
Anonym: Merci (oder?). Wie wäre es mit einem Nick?
Kannitverstan,
aber gebe gerne ne Runde Himbeer-Sirup aus!
Hoppla! Wer interpretiert hier jetzt bei wem ein Bitzeli viel hinein?
Später mehr.
Sorry, mein 12.37 gestern ist o.t.t. Ist weiss der Himmel nicht Ihre Schuld, dass ich am Flippen bin. Vielleicht haben Sie die Güte, das obige einigermassen milde zu betrachten....
...ich kann mir nicht helfen, irgendwie scheint mir dies ein passender Weihnachtsgruss (der zugegeben etwas anderen Art) für das hier versammelte Publikum zu sein:
http://vimeo.com/55834030
Enjoy ;)
mila, sehr passend - der Geist des Pyöngyang Inn selig wabert doch nochmal durch.....:)
Ihnen allen schöne Festtage und ein spannendes neues Jahr!
Hihaho, wie orginell!
Tja, wer nicht mithalten kann, weil es nicht genug unverbindlich-hübschformuliert-selbstreferentielle Allgemeinplätze aus dem Elfenbeinturm sind, die hier verhandelt werden...
Merry Christmas!
Ich entschuldige mich in aller form und nehme meinen letzten kommentar zurück. Allen ein schönes weihnachtsfest.
Carolina, in der Hoffnung, dass Sie das irgendwann noch lesen, hier eine abschliessende Buchempfehlung - um das zu verstehen, was nicht zu verstehen ist:
James Kimmel, Was danach geschah
Ich denke, nein: ich bin mir sicher, dass man diesem Buch oder einem anderen begegnen wird, wenn die Zeit dafür reif ist. Ihnen alles Gute.
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