von dem sie eigentlich sonst meist grad gar nichts wissen,
und im "normalen Alltag" denn am liebsten gar nichts wissen wollen.
Weil der nämlich gerade denen ganz schmerzhaft auf die Zehen treten würde,
wenn - aber er ist ja schon längst tot.
Und vor allem vergessen sie dabei geflissentlichst, dass der olle Kurt das vor rund 95 Jahren geschrieben hat, und sich dabei ziemlich klar und nur an DIE DEUTSCHEN gewandt hat.
Das war im Nachgang zum WW1 und so, und den Text gibt's hier:
Quelle:
Was darf die Satire?
Wenn einer bei uns einen guten politischen Witz macht, dann
sitzt halb Deutschland auf dem Sofa und nimmt übel.
Satire scheint eine durchaus negative Sache. Sie sagt:
„Nein!“ Eine Satire, die zur Zeichnung einer Kriegsanleihe auffordert, ist
keine. Die Satire beißt, lacht, pfeift und trommelt die große, bunte Landsknechtstrommel
gegen alles, was stockt und träge ist.
Satire ist eine durchaus positive Sache. Nirgends verrät
sich der Charakterlose schneller als hier, nirgends zeigt sich fixer, was ein
gewissenloser Hanswurst ist, einer, der heute den angreift und morgen den.
Der Satiriker ist ein gekränkter Idealist: er will die
Welt gut haben, sie ist schlecht, und nun rennt er gegen das Schlechte an.
Die Satire eines charaktervollen Künstlers, der um des Guten
willen kämpft, verdient also nicht diese bürgerliche Nichtachtung und das
empörte Fauchen, mit dem hierzulande diese Kunst abgetan wird.
Vor allem macht der Deutsche einen Fehler: er verwechselt
das Dargestellte mit dem Darstellenden. Wenn ich die Folgen der Trunksucht
aufzeigen will, also dieses Laster bekämpfe, so kann ich das nicht mit frommen
Bibelsprüchen, sondern ich werde es am wirksamsten durch die packende
Darstellung eines Mannes tun, der hoffnungslos betrunken ist. Ich hebe den
Vorhang auf, der schonend über die Fäulnis gebreitet war, und sage: „Seht!“ –
In Deutschland nennt man dergleichen ‚Kraßheit‘. Aber Trunksucht ist ein böses
Ding, sie schädigt das Volk, und nur schonungslose Wahrheit kann da helfen. Und
so ist das damals mit dem Weberelend gewesen, und mit der Prostitution ist es
noch heute so.
Der Einfluß Krähwinkels hat die deutsche Satire in ihren so
dürftigen Grenzen gehalten. Große Themen scheiden nahezu völlig aus. Der
einzige ‚Simplicissimus‘ hat damals, als er noch die große, rote Bulldogge
rechtens im Wappen führte, an all die deutschen Heiligtümer zu rühren gewagt:
an den prügelnden Unteroffizier, an den stockfleckigen Bürokraten, an den
Rohrstockpauker und an das Straßenmädchen, an den fettherzigen Unternehmer und
an den näselnden Offizier. Nun kann man gewiß über all diese Themen denken wie
man mag, und es ist jedem unbenommen, einen Angriff für ungerechtfertigt und
einen anderen für übertrieben zu halten, aber die Berechtigung eines ehrlichen
Mannes, die Zeit zu peitschen, darf nicht mit dicken Worten zunichte gemacht
werden.
Übertreibt die Satire? Die Satire muß übertreiben und ist
ihrem tiefsten Wesen nach ungerecht. Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie
deutlicher wird, und sie kann gar nicht anders arbeiten als nach dem Bibelwort:
Es leiden die Gerechten mit den Ungerechten.
Aber nun sitzt zutiefst im Deutschen die leidige
Angewohnheit, nicht in Individuen, sondern in Ständen, in Korporationen zu
denken und aufzutreten, und wehe, wenn du einer dieser zu nahe trittst. Warum
sind unsere Witzblätter, unsere Lustspiele, unsere Komödien und unsere Filme so
mager? Weil keiner wagt, dem dicken Kraken an den Leib zu gehen, der das ganze
Land bedrückt und dahockt: fett, faul und lebenstötend.
Nicht einmal dem Landesfeind gegenüber hat sich die deutsche
Satire herausgetraut. Wir sollten gewiß nicht den scheußlichen unter den
französischen Kriegskarikaturen nacheifern, aber welche Kraft lag in denen,
welch elementare Wut, welcher Wurf und welche Wirkung! Freilich: sie scheuten
vor gar nichts zurück. Daneben hingen unsere bescheidenen Rechentafeln
über U-Boot-Zahlen, taten niemandem etwas zuleide und wurden von keinem
Menschen gelesen.
Wir sollten nicht so kleinlich sein. Wir alle –
Volksschullehrer und Kaufleute und Professoren und Redakteure und Musiker und
Ärzte und Beamte und Frauen und Volksbeauftragte – wir alle haben Fehler und
komische Seiten und kleine und große Schwächen. Und wir müssen nun nicht immer
gleich aufbegehren (‚Schlächtermeister, wahret eure heiligsten Güter!‘), wenn
einer wirklich einmal einen guten Witz über uns reißt. Boshaft kann er sein,
aber ehrlich soll er sein. Das ist kein rechter Mann und kein rechter Stand,
der nicht einen ordentlichen Puff vertragen kann. Er mag sich mit denselben
Mitteln dagegen wehren, er mag widerschlagen – aber er wende nicht verletzt,
empört, gekränkt das Haupt. Es wehte bei uns im öffentlichen Leben ein reinerer
Wind, wenn nicht alle übel nähmen.
So aber schwillt ständischer Dünkel zum Größenwahn an. Der
deutsche Satiriker tanzt zwischen Berufsständen, Klassen, Konfessionen und
Lokaleinrichtungen einen ständigen Eiertanz. Das ist gewiß recht graziös, aber
auf die Dauer etwas ermüdend. Die echte Satire ist blutreinigend: und wer
gesundes Blut hat, der hat auch einen reinen Teint.
Was darf die Satire?
Alles.
Da ist NICHTS zu Lesen von Angriffen auf andere Nationen, andere Kulturen und schon gar nichts von Angriffen auf andere Religionen, was Satire denn tun dürfte!
T.'s Satire richtet sich gegen INNEN!
Ihr wisst schon: Kuschen nach Innen, spucken nach aussen!
SELBSTKRITIK IST ANGESAGT,
zumindest im Sinne von Herrn T. gerade wenn er sagt, dass Satire alles dürfe!
Ein Jahrhundert später
Wär's vielleicht nicht wirklich unangebracht, Küde's Manifest mal zu überdenken, und das im Sinne der paar Kleinigkeiten, die sich in der Welt seit 1919 so verändert haben könnten.
MUSS Satire tun, was sie darf?
Darf Satire gegen AUSSEN schiessen?
Darf Satire DAS, was sie darf, ungestraft, sozusagen?
Hat Satire ein Ende?
Und wenn ja WO?
Und WO kippt Satire in billige Effekthascherei?
Billige Selbstinszenierung?
Und nein, ich wag's ja nicht mal zu denken:
Vielleicht sogar um der Auflage sprich um des Geldes willen?
Und wenn Satire wirklich ALLES darf,
dann darf ich jetzt auch sagen, dass aus marketing-ökonomischer Sicht dem Charlie nichts Besseres hätte passieren können!
111 Kommentare:
Tragen Satiriker Verantwortung für DAS, was ihre Satire bewirkt?
Oder können sie sich fein rausreden:
ICH hab ja bloss ne Karikatur gemacht.
Wenn DIE sich deswegen beleidigt fühlen ist das ja nicht MEIN Problem?
fufi meint NEIN!
Dazu wäre noch Guido Kalberers intelligenter Zwischenruf im TA von gestern zu lesen.
Interessant ist ja, dass die Gut- und Doofmenschen vor drei Wochen einen Satiriker in der Schweiz in die Schäm-dich-Ecke stellten und des Rassismus ziehen, während sie heute um die ultralinken Satiriker von Paris weinen und die Presse- (oder doch eher: die Satirefreiheit) hochhalten.
Dass man jahrzehntelang jede noch so dumme und stumpfsinnige Religionsverhöhnung an zum Beispiel der katholischen Kirche hinnimmt, während man jetzt überrascht ist, dass andere die ebenso dumme und stumpfsinnige Verhöhnung ihres Propheten todernst nehmen.
Dass man wochenlang publizistisch auf die friedlichen Montagsdemonstranten von Dresden eindrosch und sie in die Naziecke stellte, während diese nichts als ihre Angst vor GENAU DEM formulierten, was jetzt wieder passiert ist. Was in Europa und in anderen westlichen Staaten seit zehn Jahren genau 14 mal passiert ist, von den ganz alltäglichen grossen Problemen mit der "Integration" von Millionen integrationsunwilliger Einwanderer ganz zu schweigen.
Das echte Problem ist der Stumpfsinn und die Dummheit, die unter dem Titel der Meinungsäusserungsfreiheit sich überall breit machen. Sei es hier, auf Facebook, auf den TV-Kanälen oder in den seriösen Medien.
Wo es keine verbindlichen Werte mehr gibt, wo jeder Respekt verloren gegangen, jedes Tabu gebrochen ist, wo jeder Idiot mitmachen und seinen Brunz veröffentlichen kann, solange man damit Werbeeinnahmen generieren kann und weil nur die Auflage oder die Quote stimmen muss, da darf es auch nicht erstaunen, wenn mal jemand aufs Maul bekommt.
Respekt kann man vermutlich nur einfordern, wenn man selber welchen hat. Zuallererst vor sich selber. das heisst dann Würde. Einen Sinn für das Gute, Schöne, Wahre - mit dem man keine Spässe treibt. Leider hat sich in unserer Kultur ein Geist der Würdelosigkeit breitgemacht, ein nihilistischer Geist, der respektlos nicht nur jeglichen (weltlichen und geistigen) Autoritäten gegenüber sondern allem Hergebrachten und Funktionierenden gegenüber zynisch ist.
Aber hey, die 24-Stunden-Spassgesellschaft des Anything-Goes auf allen Kanälen lässt sich doch durch etwas blutigen Ernst nicht aus dem Konzept bringen, oder? Gestern verhöhnten wir die Christen, heute die Moslems, morgen irgendwen sonst.
Und das führt uns wiederum zur Frage: wieso stürmen keine Priester oder Evangelikale die Redaktionen von Satiremagazinen?
Könnte es daran liegen, dass die Bibel nirgendwo dazu aufruft, Ungläubige zu Töten?
Aber wer weiss das schon so genau. Unser Wissen über Jesus beziehen wir aus Filmen wie "Life of Brian". Auch so eine satirische Glanzleistung unseres Kulturkreises.
xgüsi, LP, aber was der Hahnenkamm in der WW von sich gekotzt hat war keine Satire sondern bloss widerlich!
Das hat der Kerl nämlich auch NICHT satirisch gemeint.
"Könnte es daran liegen, dass die Bibel nirgendwo dazu aufruft, Ungläubige zu Töten?"
NEIN, DARAN LIEGT'S MIT BESTIMMTHEIT NICHT!
Fufi, wie standest Du eigentlich zur Fatwa, die vor 25 Jahren an Salman Rushdie ausgerufen wurde? Oder zu den Mordversuchen, denen Kurt Westergaard ausgesetzt war und ist? Hast Du die satanischen Verse gelesen (absolut keine Satire, das stimmt, aber kritisch), hast Du Dir die Karikaturen von Westergaard mal angeschaut? Verdienen die den Tod des Karikaturisten, ein jahrzehntelanges Leben im Untergrund? Um dann hält es ein Constantin Seibt auch noch für opportun, sozusagen bei diesem schauerlichen Anlass zu schreiben: 'Die Charlie-Hebdo Karikaturisten starben für die Meinungsfreiheit. Und für ihre schlechtesten Arbeiten'. Das ist dasselbe, als wenn einer Frau nach einer Vergewaltigung der kurze Rock zum Vorwurf gemacht wird.
@Carolina
Nichts was wer schreibt, zeichnet, sagt oder sonstwie von sich gibt rechtfertigt es, dass er/sie verfolgt oder gar ermordet wird.
Solche Taten sind schlicht unentschuldbar!
Aber andersrum:
Was hältst du davon, dass "Abtreibungsärzte" abgeknallt werden?
Lebende Leichen (nur?) so lange an den Geräten bleiben, bis die Frucht aus dem Bauch geschnitten wurde?
Soll ich noch was zu den ultraorthodoxen sagen wo keinen Militärdienst leisten(müssen) aber wo auf 1 Person 1 Militärkompanie kommt um diese zu "schützen"?
Es gibt KEINEN Grund, wen umzunieten, und es gibt KEINE Rechtfertigung und schon grad gar nicht die geringste Entschuldigung für solche Untaten!
Ganz egal was der oder die Wer denn getan haben könnte. Sogar wenn WER wen abgeknallt hätte wär das kein Grund dasselbige zu tun, im Fall!
Und was der Seibt geschrieben hat ist Affenkacke!
@Carolina
Salman Rushdi war ein Insider sozusagen. Und der wusste auch genau, was er tat, als er das tat. Und es war nicht ER wo sich beklagt hat, sondern die Anderen, die wo KEINE Insider waren.
Das ist imho was ganz anderes als der Westergaard oder die vom Charlie, wo sich von AUSSEN her über andere gelinde gesagt lustig machen.
Obwohl auch die ganz, ganz genau wussten, was sie provozieren würden.
Weshalb stand denn der eine von ihnen unter ständigem Polizeischutz?
Ich meine SOWAS ist ja irgendwie auch krank?
Dass ich jetzt hier gegen ichweissnichtwen und dann steht mir IMMER ein Polizist zur Seite?
Oder doch oder nöd? Meinungsfreiheit? Staatlich garantiert?
DENN, und genau darin liegt das Problem, dann konnten sie auf die Provozierten zeigen und sagen: Seht ihr, ich habs doch gewusst, genau so Söttige sind sie.
Neineineiundnei!
NICHTS rechtfertigt das! ABER sie haben gewusst, dass es so kommen könnte!
Und ja doch, Carolina
ob das denn ein Grund sein sollte, ab jetzt die Schnörre zu halten, DAS ist eine ander, viel schwierigere Frage!
Warum muss man das überhaupt erwähnen, Fufi? Dass 'sie gewusst haben, dass es so kommen könnte'? Damit fing das ganze Elend ja an: dass wir und 'sie' uns daran gewöhnt haben, dass Redaktionen nur noch unter Polizeischutz arbeiten können; dass wir Verhalten, das eigentlich im Keim hätte erstickt werden sollen (London, Berlin), auch noch schöngeredet haben bzw mit politisch-korrektem Relativieren selber verantworten müssen; dass wir alle, aber auch alle Warnsignale und mörderischen Attacken nur mit Hilflosigkeit beantworten; dass wir uns bei den Reda El Arbis dieser Welt quasi dafür entschuldigen sollen, dass wir die Burka/Niqab für ein Zeichen der Diskriminierung halten; dass wir, wie zur Entschuldigung, Abtreibungsärzte in den USA als 'Entlastung' vorbringen; dass, wie schon zigmal gesagt, ganze Stadtviertel in England und Deutschland in der Hand von macho-islamistischen Spinnern sind, die ein riesiges Radikalisierungs-potential in sich tragen. Seien wir doch ehrlich: die Meinungsfreiheit beschneiden wir uns selber schon seit Jahren - wir apportieren der Opfermentalität vieler Muslime, vor allem der radikaleren, um ja keine Wellen zu machen. Und dann müssen sich die, die das nicht akzeptieren, auch noch sagen lassen, sie hätten ihren Tod dafür, dass sie ihre Meinung äussern (und Fufi, es spielt überhaupt keine Rolle, wie geschmacklos das ist) billigend in Kauf genommen. Es ist absolut widerlich.
Weisst du, liebe Carolina, also wenn du das so sagst, und wenn du damit auch noch recht hast, also ich frag mich .... .
Und ich frage DICH!
Und ich frage ALLE:
Was gäb's denn für eine andere Lösung als KRIEG?
Und zwar Bürgerkrieg, weil:
WAS (und jetzt bitte ganz genau lesen!)
WAS sollen WIR mit DENEN machen?
"wie schon zigmal gesagt, ganze Stadtviertel in England und Deutschland in der Hand von macho-islamistischen Spinnern sind, die ein riesiges Radikalisierungspotential in sich tragen."
Abknallen?
Hast du ne Lösung?
Nein, natürlich habe ich kein Patentrezept - Krieg? Gegen wen denn genau? Das, was wir erreichen wollen ist doch, dass in 'unseren' Gesellschaften Islamisten nicht mehr gehört werden, dass sie als das hingestellt und vor allem benannt werden dürfen, das sie sind. Ich bin sehr stark von englischen Verhältnissen geprägt und, glaube mir, Pegida ist chicken shit verglichen mit dem, was dort abgeht. Ganze Städte sind no-go areas, ähnlich wohl wie Banlieues in Frankreich, in manchen Gegenden herrscht ganz offen eine Gegenkultur zur britischen, die den Gesetzen der Scharia folgt und ganz sicher nicht den westlichen.
Wir alle werden damit leben müssen, dass sich die Gefahren ausbreiten, dass sich solche Taten wiederholen werden - wenn wir wirklich etwas ändern wollen, müssen wir im Kleinen anfangen und uns darüber klar werden, dass es langfristiges Denken und Handeln braucht.
Anfangen können wir damit:
Unsere Werte (zumindest die, auf die wir uns einigen können, also Denk- und Redefreiheit, Meinungs- und Religionsfreiheit, also auch die Freiheit, keiner Religion anzugehören, Gleichberechtigung von Frauen, Minderheiten etc) sind unverhandelbar - wir stehen dazu und relativieren nicht mehr ständig.
Wir fangen an, alle Muslime so zu behandeln, wie wir selber behandelt werden wollen: mit Respekt, solange das Gegenteil bewiesen ist; wir verlangen, dass sie Verantwortung für ihre Familien übernehmen (ein Beispiel, das ich kenne: muslimische Familie, die Sozialhilfe erhält, aber dem ältesten Sohn mit 18 einen halben Rennwagen vor die Tür stellen), dass sie Jugendarbeit als Gegenpol zu radikalisierenden Moscheen anbieten etc.
Wir hören auf, ausgerechnet die radikaleren Vertreter der Muslime, die selbsternannten Sprecher aller Muslime, durch Talkshows und die Medien zu treiben und ihnen Raum zu geben - stattdessen fordern wir die friedliebenden Muslime auf, laut und deutlich dafür einzutreten und sich nicht weiter von selbsternannten Vertretern unterdrücken zu lassen.
Wir fangen damit an, Denk-und Redeverbote wieder abzuschaffen, unsäglich politische Korrektheiten zu benennen! Jeder kann bei sich selber anfangen und wer sich durch offene Sprache beleidigt fühlt, sagt das laut und deutlich und zieht sich nicht in seine Wuthöhle zurück. (Beispiel: ich habe das Recht, die Burka, mehr noch den Niqab abzulehnen als etwas, was nach Ungleichbehandlung der Frau schmeckt - ohne dass mir ein selbsternannter Tugendwärter wie Reda el Arbi Rassismus und Islamophobie unterstellt).
Wir fangen an, von unseren Politikern und uns selber Klartext zu erwarten, nicht dieses widersprüchliche Geschwätz, das auf der einen Seite immer mehr Ueberwachung und Einschränkung der persönlichen Bürgerfreiheiten verlangt (alles natürlich für unser Wohl), auf der anderen Seite das Gewährenlassen von Hasspredigern, die Zurücknahme von 'Kriegern' aus dem Jihad und das Gewährenlassen öffentlichen Schönredens von Gewalt und Terror im Namen des Propheten.
Kurz: wir fangen an, uns für unsere Werte einzusetzen, nicht mit dem Schwert, sondern mit Worten, mit Zivilcourage, mit Stolz. Daraus folgt, dass wir das von allen, die an unserer Zivilisation teilhaben wollen, auch verlangen - ein Bekenntnis in irgendeiner Form dazu, dass sie selber auch Verantwortung dafür haben, die Freiheiten, die wir haben und gewähren, zu verteidigen.
@Carolina
Grösstenteils gebe ich dir recht.
ICH würde sagen: Wir sollten wieder MENSCHEN werden!
Bloss, und jetzt wirds schon wieder kompliziert:
Selbstredend haste das Recht "die Burka, mehr noch den Niqab abzulehnen".
Bloss: Haste auch "das RECHT" das zu verbieten?
Quatsch.
Wir müssen nicht das Gemeinsame suchen und die Muslime zwingen, mehr so zu werden, wie wir selber schon sind (was sind wir eigentlich?).
Das ist kompletter Unsinn. Es gibt in der offenen Gesellschaft auch kein Set von Regeln oder irgendwelchen Grundwerten, zu denen man sich bekennen könnte oder auf die man einen Eid schwören könnte. Sie stösst deshalb dort an ihre Grenzen, wo Menschen mit ganz anderen Wertvorstellungen in sie treten und im Grunde nur Verachtung für sie übrig haben.
Es gibt nur das Gesetz. Und das kann bekanntlich nicht jede Facette des Zusammenlebens und schon gar nicht die innere Einstellung der Menschen regeln, die ja nunmal in den meisten Fällen nach Europa kommen, weil hier mehr Wohlstand zu haben ist. Der ganze Rest, die Wertehaltungen, die Weltanschauungen, die religiösen Überzeugungen, wird nunmal in einer offenen Gesellschaft quasi un-geordnet entschieden, ist Sache jedes Einzelnen und seiner Familie.
Zuwanderung im grossen Stil hat nur einmal in der Geschichte ohne Konflikte funktioniert: In den USA. Selbstredend nachdem man die Ureinwohner etwas unsanft aus dem Weg geräumt hatte. Danach funktionierte es weil verschiedenste Europäer ihr Europäersein an der Garderobe in Ellis Island abgaben und: Amerikaner wurden.
Den Versuch, eine (je nach Ort in Europa ganz unterschiedlich definierte) "Leitkultur" zu definieren, scheitert regelmässig am Widerstand der Linken. Bear that in mind... Vorschläge gäbe es schon, sie unterscheiden sich nur nach Nähe oder Ferne zu den Tatsachen und gelebten Wirklichkeiten...
Aber statt dessen wird alles beim Alten bleiben.
Wieder sehe ich den Versuch dämmern, abstrakte "Grundwerte" von Staats wegen und quasi von oben durchzusetzen. Es verkehrt sich dann meist...ins genaue Gegenteil. Da verkünden dann die Kanzlers, Présidents und Prime Ministers ihren Völkern, dass sie nun mal im Namen von Toleranzgrundwerteeuropäischegeschichteverantwortunglablablabla die Muslime in grosser Zahl in ihrer Mitte zu akzeptieren haben, weil es gibt ja schliesslich ein Grundrecht der Einwanderung und so weiter. Und die meisten halten sich ja an die Werteordnung etc. Und dann muss man ihnen auch noch grosszügig Geld und Wohnungen und Ausbildungen schenken, wenn sie mal da sind. Sozialindustrie lässt grüssen. Resultat: man füttert integrationsunwillige Faulpelze durch, die sich lieber in den Moscheen radikalisieren.
Also mehr vom gleichen, wie bisher.
Dabei braucht es genau das Gegenteil: Mehr Konsens über die Zuwanderung nach Europa, aber von unten! Wie das die Schweiz vormacht: Hier, an der Basis, werden die Grenzen der Zuwanderung von grösseren Gruppen Andersartiger direktdemokratisch gesteuert. Siehe Minarettabstimmung, siehe Burkaabstimmungen, siehe MEI. Das ist genau der Sinn der Demokratie: die Bewohner des Hauses bestimmen, welche Regeln im Haus gelten und wer hier wohnen darf. Nicht die Politiker und die Beamten und EU-Funktionäre und EMRK-Richter. Das Volk.
Drittens: Abbau der Sozialleistungen für Zugewanderte (ausser natürlich den Flüchtlingen) im grossen Stil. Wer sich keine Lebensgrundlage auf eigenen Füssen schaffen kann, hat im Prinzip hier keine Zukunft und sollte auch kein Recht für Familiennachzug etc. haben. Ohne vorherige Beiträge in die Sozialversicherungen keine Leistungen, ganz einfach.
Viertens sollten wir (Carolina spricht es an) wieder ohne Denk- und Redeverbote gelassen vom Trennenden sprechen können. Gewisse Grundbestände sind nun mal trennend. Die Scharia verträgt sich nicht nur nicht mit unserem Rechtsverständnis, sie ist schlicht ein Mittel zur Unterdrückung von Menschen. Der Koran trieft von Blut und Hass. Die muslimischen Frauen führen einen Eroberungskrieg mit ihren Gebärmüttern. Der salafistische Islam ist in Europa auf dem Vormarsch und er hat nichts weiter als Ziel, als die Unterwerfung von uns Ungläubigen.
Gewiss, man kann trotzdem in parallelen Welten, Quartieren, oder gar gemeinsam unter dem gleichen Dach hausen und sich aus dem Weg gehen. Ich kaufe beim Libanesen meine Mezze ein: weiss ich, woran er glaubt, welche Ausprägung von Islam er anhängt, oder ist er gar ein Islamist? Es kann mich entweder interessieren oder wir können in höflichem Desinteresse aneinander vorbei exisitieren. Auch das gehört zur offenen Gesellschaft.
Es deutet vieles darauf hin, dass man sich in einer denkbar leeren Konkurrenz gegenüber steht. Man muss gar nicht so stark in Religion, kulturellen Prägungen, ideologischen Mindsets suchen: Es gibt ein "Wir" und es gibt ein "ihr". Und "wir" sind besser als "ihr". Es ist dies die gemeinsame Geschichte seit 1500 Jahren.
Aber ob wir als europäische Rechtsgemeinschaft ohne Leitkultur diese Tatsache - das TRENNENDE, nicht das möglicherweise Verbindende - anerkennen können werden (zunächst einfach als Trennendes, ohne Wertung), wird entscheiden, wie sich diese Sache weiterentwickelt. Ich glaube, ohne dass WIR SELBER eine radikale Umkehr vornehmen werden, denn ohne Bekräftigung unserer eigenen Identität (Familie, Nation, Religion, Geschichte, Kultur, Tradition) stehen wir brutal schutzlos da. Die jetzt viel beschworenen demokratischen Grundwerte sind ein dünnes Mäntelchen, wenn's hart auf hart geht.
Und es wird noch viel härter werden.
Dieses Problem wird nicht einfach weggehen.
Im Gegenteil: wir wohnen gerade einem Accelerando bei.
Fufi, genau darum geht es: uns das Recht wieder herauszunehmen, auf unserem Boden das zu machen, was wir für richtig halten. Und komme mir niemand damit, dass dann auch Gipfelkreuze und Kreuze in Schulen als Symbol 'unserer' Religion abgenommen werden müssen - schon die Diskussion darüber ist absolut absurd und zeigt, dass wir unser System quasi pervertieren und auch denen zukommen lassen, die das System eigentlich bekämpfen. Das muss aufhören.
Aufhören muss auch, dass Islamisten und Hassprediger wie Mizanur Rahman in England, Pierre Vogel in Deutschland, Qaasim Illi und die 'Paten' der Mörder von Paris weiter Bleiberecht bei uns haben. Alle, die eine 'Ausbildung' im Jemen, in Syrien, wo auch immer genossen haben, werden nicht mehr ins Land gelassen, ungeachtet ihres Passes. Es ist an der Zeit, eine Art Notrecht anzuwenden, die klare Signale ausgibt. Es kann doch nicht angehen, das ist in England ein ganz besonderes Trauerspiel, dass diese Elemente just von dem System, das sie vernichten wollen, noch geschützt werden.
Und ja, dazu haben wir das Recht - sogar die Pflicht.
Ach so ja, noch etwas: von irgendeiner Seite wird jetzt sicher wieder der Vorwurf kommen, ein Burkaverbot sei eine symbolische Handlung, wie etwa das Minarettverbot. Da kann ich nur sagen: solange das grosse, grosse Unbehagen im Volk immer wieder unter den Tisch gewischt wird, solange jede Meinungsäusserung, auch völlig friedliche wie Pégida, sofort in die Nazi-Ecke gestellt werden, muss man sich nicht wundern, dass solche Abstimmungen eben dafür benutzt werden, dieses nicht-ernstgenommene Unbehagen 'symbolisch' loszuwerden.
1/2 "Es ist an der Zeit, eine Art Notrecht anzuwenden"
Genau das ist, was diese Terroristen bewirken und von den Puppenspielern im Hintergrund erwünscht ist. Genau deshalb sind Bewegungen wie Pergida gefährlich, weil die nicht in grösseren Zusammenhängen denkenden Mitläufer nicht sehen, welche Zauberlehrlinge mit ihnen mitmarschieren.
Die ganze Überraschung ist heuchlerisch und gespielt. Warum: Dass diese Terrorbanden professionell und sehr gezielt und geplant vorgehen, ist schon lange bekannt. Dass sie professionell mit dem Thema visuelle Kommunikation umgehen, ist spätestens seit IS bekannt. Dass Terror und das Entstehen von Angst im Zielland (oder Zielzivilisation) Zweck und Ziel der Anschläge der Dschihadisten ist, ist kristallklar:
Nun herrschen im Westen wahrlich Angst und Schrecken. Wenn es eine Lehre gibt aus diesem gruseligen Geschehnis, dann die, dass es vollkommen egal ist, was wir über den Islam denken. Diese Art von Gewalt – der Dschihad – ist das, woran die Islamisten glauben.
Es gibt im Koran zahlreiche Aufrufe zu einem gewaltsamen Dschihad. Aber der Koran steht da keineswegs allein da. In zu großen Teilen des Islam ist aber der Dschihad ein durch und durch modernes Konzept. Die "Bibel" des Dschihads im 20. Jahrhundert – und ein inspirierendes Werk für viele islamistische Gruppen heute – ist "Das Koran-Konzept des Krieges", ein Buch, geschrieben Mitte der 1970er-Jahre vom pakistanischen General S. K. Malik. Er argumentiert, weil Gott – Allah – selbst jedes Wort im Koran geschaffen habe, seien die Regeln des Krieges im Koran von höherem Gewicht als die Regeln, die von Sterblichen aufgestellt wurden.
In Maliks Analyse der Strategie des Koran ist das Zentrum des Konflikts die menschliche Seele – und nicht irgendein physisches Schlachtfeld. Der Schlüssel zum Sieg, so habe es Allah durch die militärischen Aktionen des Propheten Mohammed gelehrt, sei es, die Seele des Feindes zu treffen. Und der beste Weg ist der Terror. Terror, so schreibt Malik, ist "der Punkt, an dem sich die Mittel und das Ziel treffen". Terror, ergänzt er, "ist nicht das Mittel, um dem Feind eine Entscheidung aufzuzwingen. Er ist die Entscheidung selbst.
Die Verantwortlichen für das Gemetzel in Paris – genauso wie der Mann, der 2004 den niederländischen Regisseur Theo van Gogh ermordete – wollen uns Terror oktroyieren. Und jedes Mal, wenn wir uns auf ihre Sicht einer berechtigten religiösen Gewalt einlassen, geben wir ihnen genau, was sie wollen.
Es ist also nicht so, dass ‚die Lösung‘, wie fufi das meint, Krieg – eine kriegerische Antwort des Westens – sei, sondern, dass die Dschihadisten diesen Krieg angefangen und schon lange führen und dabei ist Paris nicht das europäische 9/11, genauso wie 9/11 nicht der Anfang war – sondern ‚nur‘ ein Akt dieses Krieges in vorher noch nicht dagewesenem Massstab. Es ist auch kein Bürgerkrieg, denn es ist nicht so, dass nun die Franzosen zu den Waffen greifen, um ihre Regierung zu stürzen oder einen Teil des Territoriums abzuspalten. Abgesehen davon, dass die Franzosen auch keinen Waffengang in dem Sinn ausrufen – im Gegensatz zu einigen Mitläufern bei Pegida.
2/2 Es ist aber so, dass in den meisten Ländern der fremde Waffendienst und der Dienst in kriminellen und terroristischen Organisationen verboten ist, die Rückkehrer also, so sie denn Bürger des Landes sind, vor Gericht gestellt werden können und denjenigen, die ein Immigrationsvisum haben, dieses zusätzlich entzogen werden kann. Dazu ist kein Notrecht nötig, sondern nur die konsequente Anwendung bestehenden Gesetzes. Diese Konsequenz wird aber sträflich vermisst, weil die Angst des Terrors schon lange wuchert: So sind die Wörter Islam, Allah und Mohammed als Beispiel auf dem grössten Newsportal der Schweiz schon lange auf dem Index, eine ernsthafte Diskussion so verunmöglichend, dass die Betroffenheitskolumnen eines Strehle, Seibt oder einer Binswanger geradezu zynische Heuchelei sind, denn die spielen genau der Agenda der Dschihadisten und der sie unterstützenden Regierungen in die Hände. Die Seele des Westens ist der Grundsatz der Gewissens- und Meinungsfreiheit. Es ist die Freiheit, unsere Sorgen auszusprechen, die Freiheit anzubeten, wen wir wollen, oder niemanden anzubeten. Solche Freiheiten sind die Essenz unserer Zivilisation. Und genau diese haben die Islamisten angegriffen. Wieder einmal. Appeasement ist deshalb genau die falsche Antwort.
Und leider ist es auch so, dass Bürger westlicher Länder mit einer republikanischen Verfassung sehr wohl das Recht haben, Milizen zu gründen, um sich zu verteidigen, wenn ihre Regierung im Aufrechterhalten der inneren Sicherheit versagt hat, also eine wesentliche Aufgabe als gewählte Vertreter des Volkes nicht wahrzunehmen vermag – oder absichtlich oder durch Ignoranz das Geschehen mitverantwortet. Dazu kann sehr wohl auf Absicht vermutet werden, denn das allererste, was von ‚Experten‘ gefordert wurde, ist mehr Überwachung der Zivilbevölkerung – auf dem Tagesanzeiger wurde sogar jemand mit ‚totale Überwachung‘ zitiert. Es wird die Aufrüstung der Polizei auf militärisches Niveau gefordert, bzw. ist in den USA schon Realität: Die Polizeikorps erhalten ‚Surplus Equipment‘ gratis und franko vom Verteidigungsministerium angeliefert, als Schutzwall von Interessen gegen die eigene Zivilbevölkerung. Genauso wie die Opfer von Paris Bauernopfer im Gespiel der Dschihadisten sind, sind die Bürger des Landes Bauernopfer der gezielt zugelassenen Angst im Namen der verborgenen Agenda: Der Dekonstruktion und Aushöhlung der republikanischen Prinzipien. Oder glaubt jemand, dass die französischen Behörden noch nie etwas von den Tätern gewusst haben sollen, oder dass sie, weil die Warnungen aus den USA stammten – wiederholt und seit Jahren, diese einfach ignorierten? So blöd sind nicht mal die Franzosen mit ihrer pathologischen Délusion de Grandeur. Die Puppenspieler im Hintergrund aber arbeiten mit Methode daran, immer wieder die eine Sorte Leute gegen die andere auszuspielen, gegeneinander aufzuhetzen, hier die 1,6 Milliarden Moslems des Planeten, die nichts mit der Hundertschaft der Dschihadisten zu tun haben, sondern genauso leben wie die anderen zivilisierten Mitmenschen. Denn: durch diese Zwietracht steigt die Nachfrage an Waffen und Kriegsgerät. Nur darum geht es. Kriegsgerät, das dann, nachdem es hier hergestellt und von hier verkauft wurde, wieder hier landet und aus der damit gesäten Angst Polizeigerät gekauft und wieder ein Stück Republik verraten wird.
@Carolina am 12. Januar 2015 um 10:32
Wenn ich das so bis zum Ende durchdenke, würde das das Ende des "Rechtsstaats" bedeuten.
Wollen wir das?
Naja, wir könnten es!
@Kat.
GUT gesagt!
Bloss:
ICH habe weder Krieg empfohlen, noch Bürgerkrieg!
ICH kenne bloss kein probates Mittel gegen Terror jedweder ideologischer Herkunft!
Und es gibt nämlich auch noch das:
"Der Held vom Kühlraum"
oder:
"Als der Terrorist Amedy Coulibaly einen koscheren Supermarkt in seine Gewalt bringt und vier Menschen tötet, rettet ein muslimischer Angestellter mehreren Geiseln das Leben."
http://www.20min.ch/ausland/news/story/13428015
Und das wirklich verrückte daran ist ja nicht eigentlich, dass ein Muslim diese Menschen retten wollte, sondern dass
ein MUSLIM in einem KOSCHEREN Supermarkt angestellt wurde!
Und ich hoffe ja doch sehr, dass nächsten Sonntag 1 Mio. in Paris ihre Solidarität ausdrücken mit den Opfern von Boko Haram, und übernächsten Sonntag namal 1 Mio. in Paris ihre Solidarität ausdrücken mit den Opfern vom IS. Und am Sonntag drauf eine weitere Mio. ihre Solidarität ausdrücken mit denen, wo wie LP am 11. Januar 2015 um 18:47 sagt, "etwas unsanft aus dem Weg geräumt" wurden.
DAS waren nämlich auch MENSCHEN!
SO viele Sonntage gibt's nämlich gar nicht im Jahr, um all jenen zu gedenken, wo im Namen irgendeiner Religion massakriert wurden!
Es ist eine Zwickmühle, aus der wir ncht so schnell wieder rauskommen:
Entweder wir pervertieren die freie und offene Gesellschaft soweit mit Regeln, Gesetzen und (Toleranz-)Geboten, bis eine überwachte, von oben geordnete Multikulti-Zwangsgemeinschaft resultiert, in der jeder jedem solange eine Verletzung von Rassismusstrafnormen vorwerfen kann, bis da nur noch ein Plural konditionierter, scheinbar gleichberechtigter aber innerlich lebloser Rumpfgemeinschaften ohne Identität und Andersartigkeit aneinander vorbeileben. Man mag sich nicht ausmalen welcher Grad an Hypokrisie (und staatlichem Zwang) in einem solchen politisch korrigierten Kollektiv nötig sein wird, um die dann umso mehr auseinanderstrebenden Kräfte im Zaum zu halten.
Denn entweder man versucht, den Bürgern in die hintersten Gehirnwinkel zu schauen und ihre Einstellungen, Glaubensüberzeugungen, Wertehaltungen – und vor allem seiner mitgebrachten und ererbten Kultur – auf Vereinbarkeit mit "unseren" Normen (die noch genau zu definieren wären...!) zu prüfen oder man betreibt ein Laisser-Faire, in der Hoffnung, die Zuwanderer verfallen irgendwann mehrheitlich dem Reiz von Wohlstand, materiellem Glück, sozialem Ausftieg und segensreicher ABENDLÄNDISCHER Bildung – was aber wenig aussichtsreich scheint bei den ökonomischen Gegebenheiten in Europa kombiniert mit hirnrissig überlasteten Sozialetats (die wiederum direkt auf die Enwanderer attraktiv wirken).
Und ein Nichtstun leistet wiederum dem Triumph der Kräfte vorschub, die der offenen Gesellschaft feindlich gegenüber stehen (siehe dazu Popper).
Nein, aus der Zwickmühle kommen wir nicht so schnell heraus.
Die Invasion ist eine stille, langsame und perfide: ohne unsere neuzeitlich-europäischen Werte zu verleugnen haben wir ihr nichts entgegenzusetzen.
Btw: wer redet noch vom Terror, von diesem einzelnen Anschlag? Das ist doch Kinderzeugs. Da gibt es gar nichts zu diskutieren und die Aufrüstung der Polizeien ist ein Gebot der Stunde: wenn man jetzt wieder hört, was die Geheimdienste schon alles gewusst haben...es wäre geradezu fahrlässig, nicht zu fordern, zunünftige Todesopfer zu verhindern. Ich glaube, da haben wir keine Differenz, oder?
Ich meine aber etwas anderes. Dass der Islam in Europa Fuss zu fassen sucht ist nichts neues in der Geschichte. Dass er jetzt Erfolg haben könnte in einem nach ein paar Generationen wohlstandsdegenerierten Europa, das sich in gewissen Teilen gerade von seiner Herkunft verabschiedet (deshalb ist das Wort "Abendland" im kürzel Pegida ja so ein Aufreger im Meinungsmainstream), das hätten wohl die kühnsten Träumer aus 1001 Nacht nicht zu träumen gewagt!
Wir reden von einem kulturellen Wandel durch Zuwanderung, der uns noch ziemlich weh tun wird, weil er uns an empfindlicher Stelle trifft: In unserer Idee von offener und freier Gesellschaft.
Ich glaube, die meisten hier, sehen die Tragweite der ganzen Diskussion noch nicht so. Oder wollen sie nicht sehen.
Vielleicht braucht es zehn weitere solcher Terroranschläge, bis ihnen ein Licht aufgeht...?
@Laurenz
Wenn du DAS da schreibst, outest du dich als Geschichtsidioten Klasse 1!
"Dass der Islam in Europa Fuss zu fassen sucht ist nichts neues in der Geschichte."
Was heute abgeht ist, dass ausländische Arbeitskräfte, andere Ausländer und Flüchtlinge islamischen Glaubens sich getraut haben, im "Westen" ihr Glück zu suchen, aber darum geht's jetzt eben gerade nicht!
WEIL: das waren Menschen.
Kannste mir bitte sagen, wo der "ISLAM" in der CH wohnt?
In Schlieren? In Herrliberg?
Wie gesagt: ne ziemlich idiotische Schreibe!
Und der IZR ist eine rein schweizerische Erfindung!
LP: Zwischen Ihnen und mir sind meilenweite Differenzen. Ich unterschreibe Ihr Gedöns betreffend Zuwanderung überhaupt nicht. Auch nichts betreffend Ihrem 'Abendland'. Sie machen auch keine Unterscheidung zwischen Islam und diesen Dschihadisten. Ich vermute auch, dass Sie das ganze betreffend Aufrüstung nicht verstanden haben. Die Frogs hatten wenigstens die Grösse, schnell zuzugeben, dass sie versagt haben.
Die Juden verlassen massenweise la France. Denken Sie das hätte etwas mit den dort lebenden Moslems zu tun? Nein.
Sie verlassen das Land wegen genau solcher Aussagen: "Vielleicht braucht es zehn weitere solcher Terroranschläge, bis ihnen ein Licht aufgeht - nämlich, dass einiges bewusst zugelassen wird, um den im Euroland immer noch geliebten Faschismus aufblühen zu lassen. Worauf Ihre Schreibe letztlich ja hinausläuft, LP. Sie können die falsche Politik der EU betreffend Personenfreizügigkeit und einer viel zu aggressiven Öffnung der EU gegen Osten nicht den Einwanderern aus den ehemaligen Kolonien wohlverstanden!, vorwerfen. In der Zwischenzeit werden in Grossbritannien Häuser getagged, mit einem in blauer Farbe unauffällig hin gekritzelten Stern.
Würde weiter Europa sich ehrlich bemühen, seine kolonialen Altlasten zu reparieren, würde das Chaos im Nahen Osten gemindert, bzw. wäre nie entstanden, wenn der Rückzug aus den Kolonien fair und geordnet verlaufen wäre. Jetzt kommen halt die in den Kolonien verfolgten und wirtschaftlich chancenlosen ins Mutterland der Kolonie.
Was Sie hier implizieren, ist nicht, worauf sich unsere westlichen Werte berufen. Was ganz sicher ist: mit von Putin finanzierten politischen Randgruppen am braunen Ende sollte sich ein Land, das auf Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit stolz ist, nicht einlassen.
a) habe ich in den letzten Tagen hier kaum mitgelesen, ich habe Eure Texte nicht gelesen. Noch nicht, das hole ich nach.
b) Haben mich die Sachen mit Charlie Hebdo sehr geschlagen und ich habe natürlich eine Meinung dazu.
c) Hätte ich mir vor einem Monat, als ich Cory Doctorows Little Brother las nie träumen lassen, dass das darin aufgeworfene Thema, Datenschutz und "Sicherheit" post-nine-eleven in Europa so schnell aktuell wird.
Für mich ist es klar: Was ein Mensch darf, und da ist es egal, ob er Satiriker ist oder Schüler oder Pfarrer oder Polizist, das ist reglementiert, limitiert durchs Gesetz. Dieses ist bei uns im Bereich der Meinungs- und Meinungsäusserungsfreiheit ganz gut. Was also nicht geht, ist, andere Menschen zu beleidigen oder andere Volksgruppen als minderwertig zu bezeichnen. Satiriker haben ein gutes Gespür dafür, was geht und was nicht, und dieses Gespür geht vielen nicht-Satirikern oft grausam ab. Sogar Juristen haben zuweilen merkliche Probleme, hier klar zu sehen.
Ich stimme mit Tucholsky überein. Wirklich.
Ich denke, die dieswöchige Charlie-Hebdo-Ausgabe wird die meistverkaufte ihrer Geschichte sein.
'Die Charlie-Hebdo Karikaturisten starben für die Meinungsfreiheit. Und für ihre schlechtesten Arbeiten'. Carolina, ich verstehe Seibt, und ich stimme ihm zu. Manche der Charlie-Karikaturen waren ja wirklich nicht gerade Würfe. Sie waren manchmal eher blöd. Und das meinte Seibt. Ein Karikaturist soll alles veröffentlichen dürfen, für was er einen Veröffentlicher findet (und das gesetzlich ist, natürlich). Die Charli-Leute hätten ihm ja zugestimmt. Auch sie wussten, dass nicht alles von ihnen superultraqualitativ war. Aber das ist egal. Wirklich egal. Qualität ist nicht eine Frage bei der Beurteilung von legal oder nicht.
Ich kaufe den nächsten Charlie Hebdo sicher.
Die Journalisten haben sicher nicht "ihren Tod billigend in Kauf genommen". Sie wussten, was sie taten, und sie taten es, weil sie davon überzeugt waren. Das ist ihr Recht. Sie wussten um die Risiken, und sie gingen sie ein, was auch ihr Recht ist. Sie dachten sich, dass sie vielleicht sterben müssen, weil sie gewissen Leuten das Gefühl geben, sie zu beleidigen. Sie gingen dieses Risiko auch ein.
Und wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.
Es ist natürlich eine verdammte Scheisse. Aber ich bin sicher, dass die Leute lieber für ihre Überzeugung sterben als dauernd am Boden rum zu kriechen.
Carolina, das zu sagen ist nicht widerlich. Ich achte die Journalisten sehr, aufs Äusserste achte ich sie und verehre sie. Sie waren wirkliche Märtyrer für unsere Werte. Aber sie wussten, dass sie sich nahe dem Abgrund bewegten, und sie machten weiter. Dies steigert meine Achtung vor ihnen nur noch mehr.
Hier gibt es eine Reihe von Missverständnissen, Katharina. Ich werde mich bemühen, diese auszuräumen.
1) Sie unterscheiden zwischen guten und schlechten Moslems, zwischen einem
Islam, der zu uns passt und einem, der weniger gut hierher passt. Je
"angepasster" und integrierter Muslime sind (also im besten Fall
Papierlimoslems, die ansonsten brav nach westlichem Vorbild leben) desto
weniger ist er ein Problem. Ganz im Unteschied zu mir: ich betrachte den
Islam ersmal völlig wertungsfrei. Ich nheme ihn für voll. Ich hege sogar
eine gewisse Bewunderung für die zivilisatorischen und kulturellen
Leistungen die unter seiner Hegemonie möglich wurden und auch heute noch
möglich sind. Ich zolle sogar der Revolution der Ayatollahs Respekt, die
ein ganzes Land auf den Weg religiöser Erneureungbrachten und dies zu
einer Zeit in der die Verführung westlich-individualfreiheitlicher Moderne
schon mit Händen greifbar war. Nicht dass ich irgendwelche Gräuel oder
Menschenrechtsverletzungen die dadurch entstanden sind irgendwie
gutheissen möchte. Ich betrachte es wie gesagt analytisch-trocken, als
Mitteleuropäer.
2) Die Geschichte hat nicht 1789 oder 1918 (Untergang des osmanischen
Reiches) oder 1945 und auch nicht 1967 (Sechstagekrieg) neu begonnen. Und
schon gar nicht die gemeinsame Geschichte des Islam und Europas.
*Koloniale Altlasten" ist deshalb komplett verfehlt, kurzsichtig und ein
reichlich abgenutztes Schlagwort. Nicht einmal die Kreuzzüge können als
einseitige Altlast herhalten: Sie waren eine Reaktion auf die Eroberung
und musulmanische Überfälle weiter Teile des Abendlands sowie unter
anderem des Angriffs auf Rom und der Schändung vieler christlicher
Sakralbauten. Die spätere Eroberung des Balkan durch die Ottomanen ist ein
geradezu symptomatischer Fall für das nachhaltig gestörte Verhältnis
zwischen Europa und den Muselmanen: Sie hat nicht etwa eine kulturelle
Blüte hervorgebracht (wie sie Uninformierte stets für die wenigen Hundert
Jahre maurisches Spanien idealisieren) sondern war was typisch ist für den
Islam als Ideologie: Unterwerfung, Unterjochung, Ausbeutung und
Auslöschung. Die Völker des Balkan können davon ein Lied singen und die
letzten Kriege dort waren eine drekte Altlast der osmanen Invasion.
3) Ich bin Mitteleuropäer. Meine Prägung und meine Umwelt, die Herkunft meiner Kultur und Zivilisation, meiner mich ausmachenden Gedankenwelt, meiner geistigen Werte aber auch der zeitgenössischen Bezugspunkte ist anders, als wenn ich ein Syrer, ein Iraner oder ein Somalier wäre. Ein Zivilisationsraum ist zunächst mal das: ein Raum, auch im geografischen Sinn. Ist das bereits
Blut-und-Boden-Rhetorik, ist das bereits "aufblühender Faschismus"? Ich glaube nicht. Die problematische orientalisch-okzidentalische Geschichte von 1500 Jahren lässt sich nicht einfach durch ein par Jahre UNO, globalen Kapitalismus und Facebook einfach wegdiskutieren. Wir haben es mit zwei Kulturräumen zu tun, die einander stets in Konkurrenz gegenüberstanden und durch Zuwanderung der einen Gruppe nun begegnen. Und zwar HIER, in Europa, bei UNS, in unseren Städten. Nicht im Grenzgebiet oder in einem neutralen, neu zu besiedelnden Gebiet. Wie naiv darf man sein und diese Zusammenhänge einfach ausser Acht zu lassen?
4) Was bedeutet das Wort Islam? Genau das, was Islam in den letzten 1500 Jahren stets bedeutet hat, wenn er ausserhalb seines Kerngebietes sich ansiedelte. Der Islam steht immer in harter Konkurrenz zu den Ungläubigen, die man töten soll, wie der Koran fordert, das ist die innere Dynamik (ganz anders als das Juden oder Christentum). Das schleckt nun mal keine Geiss weg. Was nicht heisst, dass unter der neuzeitlichen Idee der Religionsfreiheit nicht auch Muslime ihre Einrichtungen haben sollen können und ihre Religion ausüben. Aber wo die Möglichkeit einer islamischen Dominanz (=Vor-Herrschaft) besteht, da wird es gefährlich. Über dieses Wesen des Islams haben andere geforscht und geschrieben. Das brauche ich hier nicht zu wiederholen.
5) Was Sie hier implizieren, ist nicht, worauf sich unsere westlichen Werte berufen Was ist es denn, worauf sich unsere westlichen Wete berufen? Ich bin sehr gespannt auf die Antwort.
"Unsere Werte sind unverhandelbar - wir stehen dazu und relativieren nicht mehr ständig." Ja, full ack. Zeusler wie Orlando sind hier wirklich gefährlich, weil sie die Einheit unserer an sich starken Kultur ständig bedrohen.
"Wir fangen damit an, Denk-und Redeverbote wieder abzuschaffen, unsäglich politische Korrektheiten zu benennen! " noch fuller acker. Es gibt eigentlich nichts, was man nicht sagen können dürfen soll.
Aber: Es ist auch mein Recht, Dir, Carolina, zu sagen, dass ich die Burka und die Nickab bei gewissen Leuten durchaus in Ordnung finde. Und Du sollst das akzeptieren, dass ich das tue. Einverstanden damit sein musst Du natürlich nicht.
"Wir fangen an, von unseren Politikern und uns selber Klartext zu erwarten" ja, ganz richtig. Nur ist Klarheit, Eindeutigkeit manchmal etwas Schwieriges. Manchmal beginnt man ja bei schwammigen Positionen und kommt erst nach langen Diskussionen zu guten. Das Wort von Dieter Nuhr, "wer keine Ahnung hat, einfach mal Klappe halten." ist sehr wichtig hier.
"Kurz: wir fangen an, uns für unsere Werte einzusetzen, nicht mit dem Schwert, sondern mit Worten, mit Zivilcourage, mit Stolz."
Laurong: " Es gibt in der offenen Gesellschaft auch kein Set von Regeln oder irgendwelchen Grundwerten, zu denen man sich bekennen könnte " - so ein absoluter Müll. Klar gibt's so eines. Pfff, Mann *augenverdreh*
"Zuwanderung im grossen Stil hat nur einmal in der Geschichte ohne Konflikte funktioniert: In den USA." - äh soso, na dann frag mal die Indianer, wie konfliktfrei sie die Sache damals so erlebt haben und die Negersklaven. Du erzählst heute wieder Müll, sagenhaft.
""Den Versuch, eine (je nach Ort in Europa ganz unterschiedlich definierte) "Leitkultur" zu definieren, scheitert regelmässig am Widerstand der Linken." - kein Wunder, denn die Rechten wollen diese Leitkultur ja auch aus dem Rechten Wertefundus schöpfen, und da kann die Linke ja nicht zustimmen, logisch, oder? Nein, so eine Leitkultur ist durchaus definierbar (und eigentlich auch längst definiert), aber sie ist halt: pluralistisch, vielfältig, sieht überall anders aus und wird anders verstanden.
"Viertens sollten wir (Carolina spricht es an) wieder ohne Denk- und Redeverbote gelassen vom Trennenden sprechen können. Gewisse Grundbestände sind nun mal trennend. Die Scharia verträgt sich nicht nur nicht mit unserem Rechtsverständnis, sie ist schlicht ein Mittel zur Unterdrückung von Menschen. " sieh an sieh an: Einverstanden.
"Es gibt ein "Wir" und es gibt ein "ihr". Und "wir" sind besser als "ihr"." -
danke, Orlando, für diese klaren Worte. Die ich natürlich aufs Äusserste verdamme. Solche Ideen sind keine Grundlage für einen irgendwie gearteten Frieden.
Kreuze in der Schule: Carolina, ich bin dafür, dass sie da hängen sollen. Zusammen allerdings mit einer Diskussion in der Klasse, WARUM sie da hängen. Und so eine Diskussion hat es bisher nicht gegeben.
"werden nicht mehr ins Land gelassen, ungeachtet ihres Passes." - uuu aufpassen: Was, wenn sie einen Schweizerpass haben?
soo, fast aufgeholt. Viel fehlt nimmer, kommt dann.
Ahmed Abutaleb, Mayor of Rotterdam, Muslim, geboren in Marrokko:
'It is incomprehensible that you can turn against freedom,' Mayor Aboutaleb told Dutch current affairs program Nieuwsuur (Newshour).
'But if you don't like freedom, for heaven's sake pack your bags and leave.
'If you do not like it here because some humorists you don't like are making a newspaper, may I then say you can f*** off.
'This is stupid, this so incomprehensible. Vanish from the Netherlands if you cannot find your place here. All those well-meaning Muslims here will now be stared at'.
Das meinte ich mit Redeverboten - denn es gibt tatsächlich schon wieder Leute, die das Gesagte für unmöglich halten. Wenn wir das nicht überwinden, wenn wir nicht unsere vorgefahrenen Schienen der politischen Korrektheit endlich verlassen, diesen vorauseilenden Gehorsam gegenüber solchen, die sich nicht integrieren wollen, dann können wir das ganze Gerede, den Betroffenheits- und Trauerkult, der jedes Mal noch solchen Ereignissen einsetzt, auch gerade sein lassen.
Off topicer geht's nimmer, ABER:
Carolina, du hast soeben den Kommentar Nummer 14'444 hier veöffentlicht!
Und ehrlich gesagt, meine ich: So lassen wir denn das Ganze sein!
Und vor allem: wenn sie sich off-f******* sollen, TUN sie das denn auch?
Und wenn ja: wohin?
Und wenn nein?????????????????????
Wie heisst's so schön: Reden ist Silber, aber NUN lasset uns GOLD suchen!
Warum, fufi? Findest Du, dass sich zu weit aus dem Fenster gelehnt wird?
Schau mal im Blog Mag bei Frau Binswanger nach - und nicht vergessen, die Comments zu lesen…...
Frau Binswanger gefällt mir immer mehr, ehrlich gesagt, ihr Stück über die KESB war gut. Dafür habe ich beim Tagi immer wieder Probleme mit Liliane Minor.
Was Sie hier implizieren, ist nicht, worauf sich unsere westlichen Werte berufen
Sondern?
"Es gibt in der offenen Gesellschaft auch kein Set von Regeln oder irgendwelchen Grundwerten, zu denen man sich bekennen könnte " - so ein absoluter Müll. Klar gibt's so eines. Pfff, Mann *augenverdreh*
Nämlich?
Nein, so eine Leitkultur ist durchaus definierbar (und eigentlich auch längst definiert), aber sie ist halt: pluralistisch, vielfältig, sieht überall anders aus und wird anders verstanden.
Eine Leitkultur, die überall anders verstanden wird? Ist denn das noch eine Leitkultur? Und: wodurch ist sie definiert?
Na los, ihr Maulhelden und -innen! Das kann doch nicht so schwer sein! Benennt doch mal worauf sich "unsere westlichen Wete" berufen, wenn NICHT auf den erfolgreichen Dreiklang von judäo-christlichem Werte-Backgrund, dem Römischen Recht und einer aufgeklärt-humanistischen Staats- und Gesellschaftsordnung (Demokratie, Menschenrechte und freie Marktwirtschaft).
ich höre!
Sorry, Leute. Blogspot hat mir grad 2 Kommentare gefressen. Ich unterschreibe die 3 letzten Zeilen von Orlando. Das muss reichen.
@ Carolina am 13. Januar 2015 um 18:24
NEIN, da lehnt sich niemand nirgendwo raus!
Das ist zwar schön gesagt, aber es bleibt hallt doch Schall und Rauch!
KEINER von den Radikalen würde freiwillig das Nest verlassen, das "wir" ihm anbieten! Und falls dennoch wohl am ehesten in Richtung Syrien (IS), Afghanistan/Pakistan/ Jemen (Al-Qaida) oder nach Afrika (Boko Haram).
Aber WAS tun WIR, wenn sie im Nest bleiben?
Und erst dann als Terroristen erkannt werden können, wenn sie das Nest verlassen? DAS meine ich! Und dann ist's zu schpät!
Und wenn noch so viele Imame und wasweissichwer deren Terror als unislamisch verurteilen würden, möchte die das denn bloss eine beschnittene Vorhaut kümmern?
WEICHEIER, würden sie brüllen!
Das erinnert mich nämlich an jene, wo mit "allen Mitteln"! das christlich-abendländisch-aufgeklärte Europa schützen möchten. Obwohl die weder 1teres noch letztes sind!
Und NEIN, ich unterschreibe orlis letzten (zweitletzten?) Abschnitt NICHT!
Und namal @Carolina
NEINEINEIundNAMALNEI!
Was die Frau B. da zitiert: "Der islamo-faschistischen Gefahr müsse von links begegnet werden. Und zwar nicht von einer Linken permissiver, sondern radikaler Prägung." ist unter jedem Schweinehund!
Zwar hat sie (er) recht, dass die "Linken" mal von ihrer Doktrin ablassen könnten, dass jeder muslimische Neger eine Bereicherung für unsere Gesellschaft sei.
Aber weshalb sollen "die Linken" denn die Kohlen aus dem Feuer holen?
Es ist hier die GANZE Gesellschaft gefragt, und nicht nur im heiligen Schwiizerländli sondern, wie soll ich's bloss sagen: WELTWEIT!
DESHALAB sage ich: SO lasset und GOLD suchen!
Ach ja, und noch was zum Zitat: Das tönt nämlich verdammt nach Krieg, und Gegenterror - gegen Terror!
2. (kurzer) Versuch, nachdem es mit dem ersten nicht klappte: was ist der tiefere Sinn von Jesus' Aussage, auch die andere Wange hinzuhalten? Es geht nicht per se um Gewaltverzicht, wie oft (miss-)verstanden. Sondern darum, nicht in derselben Logik zu antworten, in der ein Problem entstanden ist - Einstein könnte es Liedchen davon singen.
Für mich persönlich gesprochen, möchte ich mein Denken nicht von (anti-)-ismen okkupieren lassen - und schon gar nicht von Apologeben eines (totalitären) Überwachungsstaats. Was ist ein - rundum abgesichertes - Leben ohne liberale Freiheit(en) wert? Das sollten wir uns ziemlich genau überlegen.
Tja, die Tücken der ( vermaledeiten) Autokorrektur...
@mila
DAS DA:
"Für mich persönlich gesprochen, möchte ich mein Denken nicht von (anti-)-ismen okkupieren lassen"
Möchte ich sehr gerne unterschreiben!
Und schon wieder @Carolina am 13. Januar 2015 um 18:24
Ich meine, nur wenn wer schon so pauschal von "Der islamo-faschistischen Gefahr" spricht, also SO wer ist, tschuldigung, ein Volksverhetzer und Bürgerkriegstreiber!
Ich empfehle dir das da
(und allen anderen auch!)
http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/anschlag-in-paris/Gewalt-hat-etwas-Lustvolles/story/22906722
@mila
Es geht um Polizeiarbeit, da braucht es doch keine Diskussion! Es wäre geradezu zynisch, lebensrettende Massnahmen (das Verhindern von terroristischen Anschlägen IST eine potenziell Leben rettende Massnahme) abzulehnen, nur weil wir möglicherweise dadurch etwas eingeschränkt werden – in den allermeisten Fällen sowieso kaum merklich.
Auch Michele Binswanger macht die wesentliche Unterscheidung zwischen Islam als Glaubensrichtung und den Dschihadisten nicht. Damit wirft sie 1,6 Milliarden Leute in den Topf jener Verbrecher ('guilty by association').
Mir müsste zudem noch jemand erklären, worin der Unterschied zwischen Islamo-Faschismus und radikaler Linken besteht. Ausser der Etikette sehe ich da keinen Unterschied, selbst die latenten Zielgruppen überschneiden sich.
Auch denke ich, dass Schopenhauer, Nietzsche und andere nicht den Weg aus der Zwickmühle beleuchten, sondern den Weg, darin im Kreis immer weiter zu drehen.
@Katharina
Die "radikale Linke" bezeichnet sich als atheistisch - hust?
@Orli
Erstens seid IHR es, wo der Polizei immer wieder das Budget kürzen.
Und 2tens, was hier auch viel interessanter ist:
WIE, bittesärr, meinst du denn, dass "terroristische Anschläge" verhindert werden könnten? Garantiert!
Einfach mal alle präventiv abknallen? Einsperren? Ausschaffen? Nach Australien geht nicht mehr, übrigens!
Laurent: Die ganze überrissene Technologie einer NSA hat nachweislich nicht zu einer Aufdeckung nur eines einzigen solcher Pläne geführt. Im Gegenteil. Die haben dermassen Probleme mit dem Mengengerüst an sich, dass erstens zu viele false positives entstehen, weil die Mechanismen der Mustererkennung recht rudimentär sind. Wegen des Mengengerüstes und der schlampigen Projektführung der meisten Projekte der Feds hapert es auch an der Datenbereinigung - möglicherweise ein Grund, dass die Frogs jene Warnungen missachteten.
Problematischer finde ich aus rechtlicher Sicht das Mandat der Vorratsdatenspeicherung aller Abonennten. Problematisch, weil es das wichtige Prinzip, dass nur bei probable cause polizilich untersucht werden darf, missachtet. Gerade die Schweiz und andere mitteleuropäische Lander haben ja eine einschlägige Geschichte betreffend Fichen.
50 Anschläge wurden durch Polizeiarbeit verhindert.
http://www.heritage.org/research/reports/2012/04/fifty-terror-plots-foiled-since-9-11-the-homegrown-threat-and-the-long-war-on-terrorism
Es geht um den Grundsatz.
Normalerweise schreit ihr doch bei jeder sexuell belästigten Frau nach mehr Videoüberwachung und strengeren Reglementen. Aber wenn es um Leben von Cartoonzeichnern, Journalisten, Flugpassagieren und anderen Menschen im Visier von fanatischen Killern geht, dann sollen die Behörden keine Befugnisse erhalten, mit allen zur Verfügung stehenden Technologien präventiv zu ermitteln?
Mir zum Beispiel ist es egal, wenn ich abgehört werde. Denn ich habe nichts zu verbergen und halte mich ans Gesetz.
fufi: Sozialismus ist eine atheistische Religion. Und mit dem Meme des Klassenfeindes genauso faschistisch wie die Dschihadisten und andere 'Vereine'. Sie teilen auch die Ansicht, die westliche (oder wie WS es ja nannte: degenerierte) Zivilisation auch mit Mitteln der Gewalt überwinden zu müssen. Sie teilen auch eine klar antisemitische Haltung, wo sich Binsi ja letztes Jahr ins Knie schoss. Allen solchen Gruppierungen ist gemeinsam, dass sie mit einem ideologischen Überbau Akte der Sabotage, des Terrors und des inneren, asymmetrischen Krieges rechtfertigen. Informationskrieg, manipulative Berichterstattung – auch im Einsatz von Bild- und Videomaterial, ist ein weiteres Element ihrer taktischen Kriegsführung.
Was schnellstens in die Köpfe rein muss, ist der Aspekt, dass es nicht um die Verhinderung eines Krieges geht, sondern dieser schon lange geführt wird. Die Frage ist also, wie dieser beendet werden kann. Die Fortführung mit den nun ja ad nauseam bekannten Mitteln lässt das ganze nur in einer sich steigernden Rüstungsspirale weiterdrehen, zum Vorteil der im Hintergrund profitierenden Puppenspieler, ohne dass es zu einem Ende solcher Taten kommt.
@Katharina
GENAU das hab ich doch sagen wollen!
Aber du hast es ausgedeutscht, sozusagen!
"Die Frage ist also, wie dieser beendet werden kann."
Irgendwie denke ich da an mila wo meint, wir sollten nicht mehr in "anti"- thesen/ismen denken?
Und der Markt wird's denn schon grad gar nicht richten!
Laurent: Polizeiarbeit ist nicht dasselbe wie Überwachung der Gesamt Bevölkerung. Richtig, 50 Anschläge wurden durch internationale, polizeiliche Zusammenarbeit verhindert. Dies ist aber in erster Linie immer noch die klassische Methodik, nicht der Auswuchs feuchter Träume einiger Technikverliebten. Und die dazu notwendige Informationsbeschaffung untersteht dem Prinzip von probable cause.
Zudem bezieht sich die Heritage Foundation auf die USA, und der wesentliche Unterschied zu Europa ist, dass die Behörden hier das ganze eben sehr früh als Krieg sahen und entsprechend anpacken. Aber: die Massnahmen gegen aussen greifen nicht, können nicht greifen weil gerade die Europäer diese Massnahmen entweder nicht unterstützen oder öfter indirekt sabotieren - 'Interessenkonflikte' in ihren ehemaligen Kolonien eben. Gerade Frankreich ist da notorisch.
"erfolgreichen Dreiklang von judäo-christlichem Werte-Backgrund, dem Römischen Recht und einer aufgeklärt-humanistischen Staats- und Gesellschaftsordnung (Demokratie, Menschenrechte und freie Marktwirtschaft)."
ich glaube, dass das unser Wertesystem schon ein bisschen umreisst.
" in den allermeisten Fällen sowieso kaum merklich."
das glaube ich definitiv nicht. Die Einschränkung der Freiheiten, die bereits angedacht werden, ist gross. Siehe USA. Dort ist seit 911 ein Freiheitsverlust am Grassieren, dass es jedem Amikenner kalt den Rücken runter läuft.
Das mit der Unterscheidung von Islam und Islamismus, die bei Michèle fehle, ist mir nicht aufgefallen. Ich mache sie natürlich durchaus.
Tiger, hast Du den Artikel von Binswanger überhaupt gelesen? Sie geht ausdrücklich auf die Islamisten ein, nennt sie (mMn mit Recht) islamo-faschistisch und sagt (mMn auch mit Recht), dass diese den islamischen Kulturraum noch stärker bedrohen als unseren….. Wo ist da jetzt die fehlende Unterscheidung?
Herrgott, jetzt ist mein gesamter Post, der schon da stand, wieder verschwunden! Sorry, aber das ist mir jetzt zu blöde…….
Wenigstens eines hat die Binswanger begriffen: Es ist nur ein Bauchgefühl zwar, aber die premissive, übertolerante Haltung "im Westen" kann keine Lösung sein.
Die Unterscheidung zwischen Islam als Glaubensrichtung und den Dschihadisten (Katharina) ist eben genau der falsche Ansatz (verräterisch, wie hier das Abstraktum den Personen gegenübergestellt wird): Denn es geht ja genau um die Verbindung zwischen dem Islam als Glaubensrichtung und den vielen Ideologien DIE AUS IHM HERAUS ENTSTEHEN, wie sie auch immer alle heissen mögen: Islamismus, Dschihad, Salafismus, oder ganz einfach - nach Binswanger - "Islamo-Faschismus" oder eben benannt nach den Akteuren Al Qaida, Muslimbrüder, IS, Boko Haram etc.
Die Quelle jedoch ist der gleiche Islam, die Prophetie des Mohammed und seiner Schriften. Es geht um diesen Zusammenhang!
Gegen die Dschihadisten muss man sowieso mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln vorgehen, das ist doch gar keine Frage, oder? Und dass nicht jeder türkische Gemüsehändler, bosnische Automech oder pakistanische Migroskassierin ein Islamist ist, ist eine Binsenwahrheit, die man ja nun wirklich nicht extra schreiben muss....
Die Wurzel des Problems liegt aber viel tiefer, und da geht es eben leider sehr wohl um die Präsenz des Islam in Europa/im Westen, denn die Terroristenkommen ja aus der Mitte der hier lebenden islamischen Gemeinschaften und nicht von einem anderen Planeten!
Was schnellstens in die Köpfe rein muss, ist der Aspekt, dass es nicht um die Verhinderung eines Krieges geht, sondern dieser schon lange geführt wird. Die Frage ist also, wie dieser beendet werden kann.
Tja, er geht tatsächlich um einen Krieg gegen uns der schon lange geführt wird - allerdings fast ausschliesslich von seiten unserer Feinde. Dass sie ihn von selber beenden, wenn wir weiter "die andere Wange hinhalten" und dabei christlicher als der Christus selber sind, ist wenig wahrscheinlich.
Erstaunlicherweise war mein verschwundener Post Ihrem sehr ähnlich, LP.
Nur habe ich mir noch erlaubt zu fragen, was denn Fufi für Lösungsansätze hat? Statt jedem, der darauf hinweist, dass wir den 'enemy within' bekämpfen sollten, Volksverhetzung vorzuwerfen, würde ich gern mal wissen, was - nicht mit Gegenfragen, sondern ausgedeutscht - die vorgeschlagenen Lösungen wären…… Wo fangen wir denn an?
"Siehe USA. Dort ist seit 911 ein Freiheitsverlust am Grassieren, dass es jedem Amikenner kalt den Rücken runter läuft. " - das stimmt nicht. Selbst der Patriot Act beachtet das Prinzip von probable cause.
Aber gemäss Deiner These sind wir Amis ja – gemäss Deinen eigenen Worten ALLESAMT - Sadisten, die Folterungen aus Rachegelüsten allesamt gutheissen. sag mal, wie hälst du das in Deinem Kopf aus mit solchen Widersprüchlichkeiten, wo Du Dich umgekehrt in pedantischen Ausflüssen dann erdreistest, andere des Rassismus zu bezichtigen? Amikenner my ass, sorry.
Binsi benutzt das Wort Islamo-Faschismus. Islam in seiner Gesamtausprägung als eine Form von Faschismus. Einem Wortpedanten wie Dir sollte das ja geradezu einleuchten.
Tja, C, ich gebs ehrlich zu:
ICH sehe KEINE Lösung!
Weil wie gesagt, es geht hier NICHT um Religionen sondern um TERRORISTEN. Und gegen TERROR kenne nicht nur ich kein Mittel, sondern DAGEGEN bibt's auch kein Mittel.
Denn gerade DAS ist das Wesen des Terrorismus, dassdie Terroristen nämlich aus dem NICHTS aufzutauchen scheinen.
Und im Nachhinein ist die Polizei immer klüger!
Aber ich wäre - soll das jetzt zynisch tönen? - jeder echten, friedlichen und nachhaltigen Lösung nicht abgeneigt!
Caroline: Dass Binsi die Unterscheidung zwischen Dschihadisten und Islam nicht mache, stammt von mir. Ja ich habe den Artikel gelesen.
Es kann bei anderen Religionen auch gesagt werden, dass daraus militante Verbrecher sich ihre Interpretation und ihren ideologischen Überbau holen. Sogar bei dem angeblich so friedliebenden Buddhismus etwa, oder ultraorthodoxen und militanten Juden. Der Nordirlandkonflikt hat religiöse Wurzeln und Aspekte, das Nazitum in Deutschland hat mystische katholische Wurzeln. Bewaffnete Konflikte in Indien haben religiöse Wurzeln.
Wie ich früher schon andeutete, unterschreibe ich den Gedanken einer Leitkultur nicht, worauf Ihre Beiträge, Laurent, wiederholt hinauslaufen. Oder dass Sie im Grunde genommen die Lebensweise vieler im Westen als dekadent und von Ihrem Glauben abgefallen betrachten. Gedanklich gar nicht so weit entfernt von den Dschihadisten .
Es ist nicht die Präsenz des Islam an sich, der das Problem ist, abgesehen davon, dass, zumindest was Europa betrifft, seit den Anfängen immer ein Austausch stattfand, oft friedlich als Kulturaustausch, manchmal aber auch kriegerisch. Das Problem ist, dass sich die Verbrecher in einem professionellen Ausmass organisiert haben, dass in diesem Massstab noch nie dagewesen ist. Als möglichen Ansatz zu einer Lösung sehe ich daher nur, das so anzugehen wie andere Verbrecherorganisationen wie etwa eine Mafia, Waffenhändler und ähnliches. Dort wird mehr oder weniger systematisch am Unterbrechen der Geldflüsse gearbeitet, aber auch da nur soweit, als es nicht unsere Finanzinstitute im Kern trifft.
"eine Binsenwahrheit, die man ja nun wirklich nicht extra schreiben muss.... " - wenn die allererste Schlagzeile zu Paris auf Newsnetz sinngemäss lautet: 'drangen ins Büro ein, erschossen Leute und ruften Allah ist gross, dann muss eben darauf hingewiesen werden, dass das manipulativ genau das Meme transportiert, dass 1,6 Milliarden Muslime die gleiche Kategorie seien wie jene Verbrecher.
Also dürfte man auch nicht sagen, dass in den Leitungsbüros der Vernichtungslager vorwiegend Deutsch gesprochen wurde und es am Eingang ein Schild hatte auf dem stand "Arbeit macht frei" (auf Deutsch), weil dies das Meme (definitiv ein Lieblingswort, gell?) transportiert, dass 80 Millionen Deutsche die gleiche Kategorie seien wie jene Verbrecher?
Absurd.
Gerade in ihrem Land hat man es ja vorgemacht, wie eine adäquate Antwort auf die (kriegerische) Bedrohung nach 9/11 formuliert werden kann: der - von der linksliberalen Meinungselite viel belächelte - Krieg gegen den Terror, der im Grunde ein Krieg gegen die Terroristen war und über die Amtszeit des fähigsten Präsidenten seit Roosevelt hinaus zum Erfolg führte, nämlich zur Liquidierung des Kopfes jener Gruppe, die für den ersten Angriff verantwortlich war.
Wenn die NATO etwas taugen würde, wären Sondereinheiten längst im Jemen und hätten diese Anti-Charlie-Witzfigur, die im Video zu uns spricht, weggepustet!
Armer Fufi. Ich fühle mit ihm mit, weil auch ich keine einfachen Lösungen sehe. Was da so vorgeschlagen wird, läuft im Wesentlichen darauf hinaus, unsere Werte zu verteidigen, in dem wir unsere Werte aufgeben.
Mehr Überwachtung also, mehr Schutz? Man hätte es doch wissen müssen, schliesslich sind die Terroristen schon einmal aufgefallen? Was würde das denn in der Konsequenz heissen, wenn jede/r, der einmal unter Verdacht stand (und daraus wieder entlassen wurde) trotzdem umfassend beobachtet würde? Präventiv eingreifen, um 100% Sicherheit zu haben (und immer hoffen, dass wir selber nie in diese Mühle geraten?). Vielleicht sollten wir auch einmal ein paar potentielle Terroristen einsperren, jahrelang und ohne Gerichtsurteil, ohne jegliche Rechtsstaatlichkeit...
Ja, Caro, Meinungsfreiheit. Du darfst von mir aus alles sagen, was du möchtest. Aber die anderen dürfen es dann auch, oder? Und sie dürfen deine Aussagen als islamophob bezeichnen, weil sie es so sehen. Das Recht gilt nicht nur für dich.
Ich wiederhole jetzt nicht, was Katharina und Sportpapi mir grösstenteils bereits vorweggenommen haben. Eine Überlegung möchte ich jedoch ergänzen: wenn im- bis explizit angenommen wird, dass der Dschihad das Herzstück des Islam ausmacht, dann möchte ich dem entgegensetzen, dass ich die Mehrheit der Moslems auf 'unserer' Seite sehe: der Seite, die demokratische Rechte in vielen Einzugsgebieten des Islam einfordert. Und die auch hierzulande nicht unter dem (Scharia-)Gesetz des Kalifats leben möchte. Darauf sollten wir bei einer nachhaltigen Problemlösung - wie auch immer diese aussehen soll, ich weiss es nämlich auch nicht - setzen, statt eine ganze Religion samt ihren teils sehr unterschiedlichen Vertretern einfach mal in die geistige Nähe von Terror(ismus) zu rücken. Schliesslich verwehren wir uns auch - zu Recht! - dagegen, aufgrund einiger christlicher (Extrem-)Fundis als Fundamentalisten wahrgenommen zu werden (wenn wir uns Christen heissen).
Wie Carolina und LP bin ich dafür, dass wir vermehrt Klartext im Kontext unserer Werte - Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit - sprechen sollten; es bringt niemandem etwas, wenn wir uns hinter politisch korrekten Fassaden zu verstecken, nur um ja niemandem auf die Füsse zu treten. Nur: zwischen Kritik an Islamismus und Kritik am Islam gibt es mE wesentliche Unterschiede. Wir dürfen erwarten, dass dies auch von Moslems verstanden und nicht jede Art von Kritik persönlich aufgefasst wird. Aber gerade deshalb sollten wir uns (umso mehr) unsererseits um Klarheit und Differenzierung bemühen.
SP: Nenne mich, wie Du willst - ich kann einfach nicht verstehen, inwiefern es lösungsorientiert sein soll, Meinungen (die ja nun wirklich nicht ultraradikal sind, wenn wir mal versuchen, die pc-Brille abzunehmen) als Volksverhetzung bzw islamophob abzutun, NEINEINEIundNAMALNEI! in Fufis unnachahmlicher Art zu rufen (;-) und damit wieder dieses Hoffen-wir-dass-es-an-uns-vorübergeht bedienen…..
Und nochmal SP: ich habe mehrmals darauf hingewiesen, dass es sowohl in England, Deutschland als auch in Frankreich seit langem bekannte Hassprediger gibt (Namen stehen oben), von denen eine - auch bekannte - Radikalisierung von jungen Männern ausgeht. Frankreich hat auch gezeigt - auch das, denen die hinsehen, nichts Unbekanntes -, dass Radikalisierung oft genug im Gefängnis stattfindet. Ist es wirklich eine Einschränkung unserer Werte, wenn wir mal die (aus welchen Gründen auch immer bestehende) Tabuzone betreten und sagen, wir weisen diese Leute aus; Zuwanderer, die straffällig werden, müssen mit Rückkehr in ihre Heimatländer rechnen und auch damit, dass sie, wenn sie die freiheitliche Ordnung eines Landes verletzen, das ihnen die Staatsbürgerschaft verliehen hat, von mir aus sogar in zweiter Generation, diese verwirken.
Und damit werfe ich keineswegs die grosse Mehrheit der völlig friedlich unter uns lebenden Moslems mit den Islamisten in einen Topf - ganz im Gegenteil. Erst durch klare Benennung und Handeln und nicht dieser vorauseilenden Demutshaltung, die der Westen lange Jahre eingenommen hat, erweisen wir dieser Mehrheit unseren Respekt und bieten ihnen unseren Schutz.
Die Türkern stehen nicht vor Wien, meine Damen und Herren! Die Türken sind schon in Wien!
Wollen wir ihnen den Wiener Walzer beibringen und uns über unsere Befindlichkeit beim Sprechen über sie unterhalten oder die Stadt und damit unsere Werte und das Abendland bis zum letzten Schuss gegen die Invasion verteidigen?
Gibt es überhaupt noch eine Stadt, die es sich zu verteidigen lohnt?
Oder handelt es sich wieder einmal um einen Fall, wo eine starke Kultur eine schwach gewordene erobert, aushöhlt und entsorgt?
Um in Ihrem Jargon zu bleiben, Laurent: welche Werte haben wir denn noch zu verteidigen, wenn wir unsere liberalen Grundsätze bis zur Unkenntlichkeit aushöhlen? Nicht(s) mehr als den 'Wert' einer Wohlstandsgesellschaft.
Als 'stark' würde ich die fundamentalislamische Kulturausprägung übrigens nicht bezeichnen - sie ist vielmehr eine Signatur der 'Schwäche', respektive, wenn man so möchte, eines letzten 'Aufbäumens' gegen unvermeidliche gesellschaftliche Veränderungsvorgänge. Terror ist nur für Randgruppen des Islams attraktiv; je länger er andauert, desto mehr werden sich die gemässigten Gruppen pro-aktiv gegen ihn auflehnen. Denn wie gesagt: IS-Aussichten als Zukunftsperspektive sind für die meisten Moslems alles andere als 'anziehend'. Es wird sich, langfristig, eine Form von islamischem Säkularismus durchsetzen, für den auch wir uns erst vor gut 400 Jahren - mit guten Gründen - entschieden haben.
So betrachtet kann man den Terrorbrüdern eigentlich danken: sie werden das Gegenteil von dem erreichen, was sie wollen - nämlich eine innere Reform der islamischen Gesellschaft(en). Etwas, was von aussen wie von innen bislang nicht erreicht wurde.
PS: Genauso eine ausgehöhlte Wohlstandsgesellschaft wäre 'schwach'. Die Herausforderung(en) der gegenwärtigen Terror-Bedrohung, inklusive der Auseinandersetzung mit unseren Werten, zu der sie uns zwingt, hält uns 'stark'. Zumindest ist das meine Sichtweise.
Form von (islamischen) Säkularismus hätte es heissen sollen. Islamisch in Klammern, da ich nicht davon ausgehe, dass der islamische und der westliche Säkularismus deckungsgleich sein werden - das müssen sie auch nicht. Vielleicht lag darin - genauer gesagt in diesem Anspruch - ein bisheriger Denkfehler der gescheiterten Reformatoren.
@Carolina: Gegen Ausweisung krimineller 'Elemente' ist nichts vorzubringen. Nur: wie sieht es eigentlich mit Massnahmen aus, damit besagte 'Elemente' nicht kriminell werden? Ich spreche damit konkret beispielsweise Banlieu-Verhältnisse an: weder Sie noch ich können wissen, wie wir uns entwickelt hätten, wenn wir das Pech gehabt hätten, auf der falschen Strassen-Seite geboren zu werden.
Deshalb meine ich: Fordern - ja, unbedingt. Aber vielleicht haben wir in der Schweiz, im Gegensatz zum Ausland, einen Weg gefunden, dies sinnvoll mit integrativer Förderung zu verbinden. Daran sollten wir weiter ansetzen, ohne zugleich Scheu vor notwendigen 'harten' Sanktionen zu haben. (Im Übrigen ist Radikalisierung im Gefängnis kein rein islamistisches 'Phänomen': man spricht nicht umsonst von eigentlichen 'Gefängniskarrieren'. Auch hier scheint mir die Schweiz im Ländervergleich auf einem vergleichsweise guten Weg zu sein.)
Meinen Sie mit dem Schlagwort "liberale Grundsätze" die Organisation der Koexistenz verschiedener Gruppen in einem Staatsgebilde (nämlich rechtliche Gleichbehandlung per Gesetz) und der Modus, wie Entscheidungen darin zustandekommen (Demokratie, Meinungsfreiheit etc.)? Oder gibt's da mehr? Und wie kann man das definieren? Das würde mich interessieren.
Wir sollten uns schon sehr klar darüber sein, was wir mit den Begriffen meinen.
Bis zur Unkenntlichkeit ausgehölt, wie Sie sagen, hat mE derjenige sein Gastrecht, der im Westen lebt, diesen Westen hasst und Pläne schmiedet, ihm zu schaden.
Und was verlieren wir denn? Ich finde es beispielsweise nicht besonders störend, dass ich Gurt, Schuhe etc. ausziehen muss am Flughafen. Wenn ich dadurch etwas mehr Sicherheit gewinne...
Die Wohlstandsgesellschaft ist kein Wert an sich. Sondern ein ökonomischer Zufall. Werte sind genau immateriell, nämlich das, was übrigbleibt, der Inhalt, wenn wir die Form wegdenken (wie ich ben schon beschrieben habe): Identität, nämlich bestehend aus Familie, Nation, Religion, Geschichte, Kultur, Tradition und dazu unsere individuelle Bildung.
Die Analyse der muslimischen Gesellschaften ist leider grundverkehrt. Sie stellen allüberall fest, dass eine Reform stattfindet, jedoch nicht im Sinne des Westens. Und dies selbst in Ländern, die einstmals offen und vergleichsweise liberal waren (Türkei, Ägypten, ganz zu schweigen vom Iran). Das wird Ihnen jeder Orientexperte bestätigen.
Im übrigen: ihre fast schon hegelianische Zuversicht möchte ich haben!
Meine 'hegelianische' Zuversicht kommt vermutlich daher, dass ich gedanklich nicht beim Ist-Zustand verharre und in längeren Zeitabständen denke. Die Fernost-Experten bleiben in der Regel bei der Feststellung 'konservativer' Reformen/Tendenzen stehen, ich sehe den Widerstand, der sich überall dagegen formiert. Und überlegen Sie sich in diesem Zusammenhang auch: wie lange war eigentlich der westliche Säkularismus 'in the making', und von welchen (aus heutiger Sicht rückständigen) Phänomenen war er begleitet? Ich erinnere in Anlehnung an Fufi an dieser Stelle nur (dafür aber sehr bezeichnend) an die neuzeitliche Hexenverfolgung.
Es gärt in der islamischen Welt, und gesellschaftliche Gärprozesse sind selten einheitlich - eigentlich sind sie gerade durch Widersprüchlichkeit(en) gekennzeichnet. Nein, aus den benannten Gründen sehe ich keine Veranlassung dazu, in undifferenzierte Hysterie zu verfallen, und dadurch nicht zuletzt denen in die Hände zu spielen, die aus unseren Ängsten Profit schlagen wollen. Ich werde kein Spielball sein.
Wie ein Lamm auf der Schlachtbank. Aber fest in den "liberalen Grundsätzen".
Die Geschichte lässt sich nicht vertagen. Sie findet jetzt statt. Das war schon immer so.
p.s.: zu beachten ist zudem, dass in diesem Kulturrraum nicht in so naher Zukunft ähnliche Bedingungen, wie im Europa des 18./19.Jh schaffen lassen, weder in kulturell-geistiger noch im ökonomischer Hinsicht. Und ausserdem handelt es sich (siehe Geburtenraten) je länger je mehr um "no country for old (wise) men".
@Caro: Von islamophob zu Volksverhetzung ist es ein weiter Weg. Und ich habe auch gar nicht gegen klare Worte, die auf schlüssigen Analysen beruhen. Aber etwas gegen Sippenhaftung.
Zum anderen: Wie mila schon sagt: Weshalb werden die Leute eigentlich kriminell? Weshalb werden Jugendliche so radikal, in unserer Gesellschaft? Was läuft da schief? Und: gibt es vielleicht doch Unterschiede zwischen England, Frankreich und der Schweiz? Wie wahrscheinlich ist es, dass eine solche Radikalisierung mitten in der Schweiz passiert?
Zur Ausschaffung: Je, ausländische Schwerverbrecher darf/soll man ausweisen. Ich glaube aber nicht, dass das etwas bringt in Zusammenhang mit Terrorismus. Staatsbürgerschaft entziehen? Wie soll das denn gehen, bitte?
Und nein, gerade eben eine selbstbewusste Haltung, selbstbewusste, unbeirrte Verteidigung unserer Werte ist gefordert.
Zu den liberalen Grundsätzen: Darunter verstehen sich zunächst einmal alle demokratischen Grundrechte, die die Freiheit des Einzelnen innerhalb der Gesellschaft (nicht zuletzt vor einem Übermass an Staatszugriff, siehe Verfassungsliberalismus) garantieren: Wahl-, Meinungs-, Redefreiheitsrechte im Besonderen. Dass daraus umgekehrt Pflichten des Einzelnen im Kontext der Gemeinschaft entstehen, ist ebenso Grundbestandteil einer liberalen Auffassung; ein (ge)wichtiges Stichwort ist dabei Eigenverantwortlichkeit. Sodann geht es im erweiterten Sinn um eine bestimmte (eben 'freiheitliche') Form politischer, ökonomischer und sozialer Ordnung. Auch wenn mancher dieser Tage über die degenerierte westliche Konsumgesellschaft schimpft, dürfte er doch (zumindest insgeheim) glücklich sein, nicht in anderen, weniger ‘freiheitlichen‘ Verhältnissen leben zu müssen. Er kann seine Kritik(en) jederzeit anbringen, ohne Repressionen zu (be)fürchten. In diesem Sinne betrachte ich Redefreiheit als Mutter jedes demokratischen Verständnisses. Auch halte ich es für keinen Zufall, dass gesellschaftlicher Wohlstand auf einem liberalen Boden besonders gut wächst - Auswüchse eingeschlossen.
Und wer weiss: gäbe es keine Heraus-Forderungen durch andere Gesellschaftsordnungen und Ideologien - den Faschismus wie Kommunismus früher, den Islamismus heute -, wäre das Erfolgsmodell der liberal-demokratischen Gesellschaft vielleicht schon von der historischen Bildfläche verschwunden. Mitsamt seiner Werte, denn diese aufrechtzuerhalten ist alles andere als ein Selbstläufer.
Oje, ich habe es vorausgesagt: Jetzt werden aus den fanatischen Mördern von letzter Woche plötzlich wieder arme Ausländerkinder am Rande der Gesellschaft und es ist unsere Pflicht, diese noch mehr zu verhätscheln. Und die "der Islam gehört zu Deutschland"-Angies kehren wieder alles unter den Teppich und die ganze Scheisse beginnt von vorne. Und wer ein böses Wort gegen bärtige Pijamaträger, die ihre Frauen schlagen und ihre Kopftuchmädchen sagt, ist ein ganz übler Islamophobiker.
Ausser Spesen nichts gewesen. Und dafür mussten 17 Menschen ihr Leben lassen...?
Das zeigt: Der Terror ist erfolgreich. Der Westen sucht die Schuld bei sich selber und ist nun noch nachsichtiger gegen die Radikalen.
Hauptsache wir haben emotional mitgefiebert. Die ganze "ja suis Charlie"-Hysterie - genauso eine Simulation wie das potemkinsche Foto der Regierungschefs in der Seitenstrasse.
war an SP gerichtet, sorry.
Nana, dann möchte ich SP doch gerne im Schutz nehmen: weder ihm noch mir geht es darum, Schuld beim 'Westen' zu suchen. Sondern schlicht um eine ganzheitliche Betrachtungs- beziehungsweise Herangehensweise an komplexe Problemfeldern. Eben Fördern und (Ein-)Fordern.
Aber wenn wir schon bei Lösungsansätzen sind: was wäre denn Ihrer, LP?
...ich Lämmlein würde das nur allzu gerne wissen. ;)
"Siehe USA. Dort ist seit 911 ein Freiheitsverlust am Grassieren, dass es jedem Amikenner kalt den Rücken runter läuft. " - das stimmt nicht." Doch, das tut es, Kat. "Probable Cause" ist Buchstabe. Es kommt nicht mehr darauf an, was jemand ist, sondern was er in den Augen der Norm (Polizisten) sein könnte. Beispiele gibt es zuhauf.
Dass ich die Bewohner der USA alle in einen Topf würfe ist natürlich kompletter Mumpitz. Ich WEISS, dass es nicht so ist. Die Leute von der ACLU etwa, die sind garantiert anders.
Und ich sage ja, dass mir Unschärfen im Binswangertext nicht aufgefallen sind, vielleicht habe ich sie übersehen, ich mag jetzt nicht nachschauen gehen.
LP: Was tätest Du denn mit den ganzen Moslems? Präventiv in KZs schaffen und vergasen? Oder was sonst?
Wir MÜSSEN mit dem Islam zusammen leben. Es geht de facto nicht anders. C hat die richtigen Metafragen gestellt. Beantworte zuerst mal die, mein Peguidas.
"fähigsten Präsidenten seit Roosevelt" - Mann, Danke für den Lacher des Tages. GWB war der unfähigste, der naivste, dümmste, eingebildetste Präsident ever.
mila " die Mehrheit der Moslems auf 'unserer' Seite sehe" . Ich auch. He ich kenne ein paar von denen. Die wollen uns nicht tot sehen, für die sind wir Freunde. Und da ist es doch logisch, dass ich sie auch nicht tot haben will, oder?
Und LP: Sehe ich das richtig, Du findest, dass die Türken aus Wien raus sollen? Auch die, die dort heimisch sind, auch die, die dort geboren sind, auch die, die Österreicher geworden sind? Die Kulturen, die Völker vermischen sich, und das halte ich keineswegs für schlecht. Vermeidbar ist es schon gar nicht.
LP ist der alte hysterische Hetzer. Nichts Neues unter der Sonne (kleines biblisches Zitat). Muss man gar nicht Ernst nehmen. Er ist absolut unhilfreich. Seine Ansichten taugen nicht als Anleitung für Leute, die konkrete Dinge tun müssen. Egal. Disposable opinions.
@Laurent Péguidas: Wofür haben 17 Menschen ihr Leben gelassen? Dafür, dass wir nun mit voller Härte zurückschlagen? Dafür, dass wir nun einen Überwachungsstaat einführen, den Geheimdiensten die Schuld geben, weil sie nicht schon beim kleinsten Anzeichen einer falschen Gesinnung die Leute verhaftet und ausgeschafft haben? Dafür, dass nun wieder alle Muslime unter Generalverdacht gestellt werden?
Nö, niemand hat etwas dagegen, dass Sie Schläger an den Pranger stellen. Nicht einmal, dass Sie harte Strafen verlangen. Ich habe aber etwas dagegen, dass sie das am "bärtig" festmachen, an der Kleidung, an der Religion.
Kein Verbrecher darf und dazubringen, dass wir uns auf sein Niveau begeben!
Hm, SP, ich denke, dass wir nicht erreichen können, dass LP aufs Niveau von Islamisten aufsteigt. Er bleibt lieber unten auf dem Niveau eines geifernden Kettenhundes.
Ich wünschte auch, ich hätte Ihre Zuversicht, mila! Dabei gelte ich als optimistisches Stehauffrauchen…..! Aber vielleicht hat es etwas damit zu tun, dass ich zwischen zwei sehr unterschiedlichen Welten hin- und herpendle, das kann ich nicht ausschliessen, dass ich daher die in der Schweiz bzw in unserer heilen-Welt-Gemeinde (gehen Sie mal nach Basel, da ist von dieser heilen Welt schon nicht mehr SO viel zu spüren) noch vorherrschende Ruhe mit Misstrauen sehe…..
Frankreich, Deutschland sind unsere direkten Nachbarländer - noch im Herbst war so etwas wie Pégida undenkbar, um mal gar nicht von den Morden in Paris zu sprechen (ich bin auch alt genug, um mich gut daran zu erinnern, dass wir damals ahnungs- und fassungslos waren angesichts des Jugoslawien-Krieges, auch wir scheinbar Gutinformierten und sogar am Rande Involvierten hätten niemals für möglich gehalten, dass auf europäischem Boden diese Bruderkriege stattfinden könnten).
Wie gesagt, ich habe keine Patentrezepte, aber mir scheint, es dürfte jetzt jedem klar sein, dass die bisherige westliche Haltung und das daraus resultierende Nichtstun nichts bringt - im Gegenteil, die Dinge eskalieren weiter. Sicher kann man langfristig etwas gegen die Zustände in den Banlieues tun, sicher kann man konstatieren, dass letztlich Armut und Nicht-Integriertsein die Ursache der zunehmenden Gewaltbereitschaft junger moslemischer Männer ist. Man muss aber auch zur Kenntnis nehmen, dass IS, Boko Haram, Al Khaida etc keine lokalen Probleme sind, sondern ihre Krakenarme in Richtung Westen zielen - und das mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit, genau JETZT.
Aber ich sehe es auch voraus und deshalb stimme ich LP heute tatsächlich in vielem zu: die (in vielem extrem heuchlerische) Staatsoberhaupt-Versammlung in Paris wird schnell vergessen bzw durchschaut sein, die Halbwertzeit von Trauer und Betroffenheit ist in der FB-Gesellschaft kurz, danach wenden wir uns dem nächsten Thema zu - man kann sich ja durch den Besitz eines C.H.-Magazins selber auf die Schulter klopfen und sich einreden, man habe sein Möglichstes getan.
Bitte um Entschuldigung für den Zynismus, aber ich glaube wirklich, dass wir alle, wenn wir ehrlich sind, nur unsere Angst betäuben.
In einem Krieg gibt es keine "Lösungsansätze". Einen Krieg kann man gewinnen oder verlieren. Wenn einem der Krieg erklärt wird, kann man sich verteidigen oder sich ergeben. Unterwerfung, wie es der Islam ja fordert...
Aber wenn ich hier so lese, glaube ich nicht, dass irgendjemand den Krieg gewinnen will. Man hat Angst, dass man dafür aus dem warmen Kuschelsofa aufstehen und sich dabei die Finger schmutzig machen muss.
Deshalb überlasst man den ganz legitimen Schutz der öffentlichen Sicherheit irgendwelchen anonymen Behörden und Polizisten und wundert sich dann, dass diese "unsere Freiheit" ein bisschen einschränken wollen. Und währenddessen wandern stündlich mehr schlafende Islamisten nach Europa ein, die nur geweckt werden müssen um zu Killern zu werden.
Ja, ich würde zuerst den Influx von immer mehr Islam stoppen. Aber das geht doch nicht! Wir haben ja keine Grenzen mehr! Genau, wir sind grenzenlos offen.
Kommt her, ihr bärtigen Araber! Wir können unsere Jungfrauen nicht mehr beschützen, weil wir dazu zu viel von unserer Freizeit, äh...Freiheit hergeben müssten. Wir ergeben uns euch, ganzheitlich!
Noch ein Lesetipp:
http://www.zeit.de/2015/03/medien-journalismus-charlie-hebdo-mut
Empfehle vor allem die Kommentare und ganz speziell die No 5…..
"In einem Krieg gibt es keine "Lösungsansätze". Einen Krieg kann man gewinnen oder verlieren"
UAU, Orlando, der grosse Stratege.
Ein Lösungsansatz ist ja eben die Taktik und die Strategie für einen Krieg. Verzapf bitte nicht so einen absolut unbrauchbaren Müll. Das ärgert mich unsäglich, weil Du mit Deinem scheinbar so coolen Habitus Eindruck schaffst bei Leuten, die einfach merken sollten, dass Du ein ganz kleiner Denker bist ohne viel Ahnung. Dafür mit mehr Meinung.
So, und jetzt meine persönliche Meinung, gestatten?
Was da geschieht ist auf einer kulturellen Ebene sehr wichtig. Die jetzigen Wochen können wichtig werden für die nächsten Jahre und Jahrzehnte im Verhältnis der Kulturen. Dass alle Kulturen an Religionen gebunden sind, allerdings, und das ist wichtig, wesentlich, in unterschiedlichem Mass, müssen wir unbedingt als Ausgangspunkt der Überlegungen nehmen. Aber wir dürfen nie vergessen, dass es sich hier um MENSCHEN handelt. Und dass diese Menschen per se den gleichen Wert haben. Frau Merkel, Herr Hollande, Herr Ibrahim aus Aleppo und Herr Mustafa aus Bagdad. Unsere Kultur könnte hier ihren Wert zeigen, genau indem sie betont, wie menschlich sie ist, klar, in unzweideutigen Worten, klar, das will ich auch, aber doch basierend auf dem grossen Wert der Gleichheit. Orlando, wir sind alle gleich!!!!! Wir sind es! Ja, wir sind es! Ich bin davon so hundertprozentig überzeugt wie von 1+1=2. Du bist der Spalter hier, Du bist überzeugt, dass sich die Menschheit in Gruppen von Menschen unterschiedlichen Werts aufspaltet. Und wir Schweizer? Wir sind zuoberst, zumindest wenn wir der SVP anhängen? Mann ist so eine Denke oberflächlich, sa gen haft.
Fragen wir uns aber, Carolina, WARUM die Staatschefs, die da in Paris, abgeschottet von der Masse, wie wir heute ja gesehen haben, Einigkeit demonstriert haben, warum sie so opportunistisch agieren.
Nun, schauen wir zuerst einmal das Persönlichkeitsprofil des heutigen Politikers an. a) Ist es ganz anders als das der Kaiser und Könige von früher. ein heutiger Staatschef ist Opportunist, er ist nicht unbedingt Demokrat, die Demokratie ist einfach ein Vehikel für seine Wahl. b) Ist er nicht besonders intelligent. Er hat als zentrales Merkmal seine grosse Fähigkeit, das im Moment Wichtige vom Sekundären zu unterscheiden c) Hat er keine Leidenschaft. Denn Leidenschaft verführt einen dazu, manchmal auch Unpopuläres zu tun im Überschwang, und das hat der Staatschef ja vermieden, sonst wäre er das nicht geworden.
Ein moderner Staatschef wird oft von vielen verachtet. Frau Merkel, Herr Hollande, Sig. Renzi werden nicht geliebt. Aber ihre Konkurrenten werden noch weniger geliebt. Diese Leute sind oft nicht besonders profiliert, weil ein Profil ja Ecken hat und solche sind bei Wahlen hinderlich. Sie sind opportunistisch, remember?
Aber warum ist das so? Ich kann es nicht sagen, aber ich glaube, das hat keine bessere Antwort als die, die ich grad gab: den Opportunismus. Die gescheiten Leute, die mit Visionen, mit Ideen, mit Gewissen, die bleiben draussen in der Politik. Denn sie gefährden die ersteren. Und diese sehen eigentlich ganz gerne ihren Namen in der Zeitung, manche zumindest.
Je suis Nigérian
I am a black American
Ich bin ungarischer Jude
Lassen Sie es mich mit einem filmischen Beispiel versuchen.
In 'Lone Survivor' geht es um ein Vier-Mann-Team der Navy SEALs, das eine Operation gegen einen hochrangigen Talibanführer vorbereiten soll. Der Film an sich ist, abgesehen von bildgewaltigen Aufnahmen und einem ausdrucksstarken Soundtrack, nicht herausragend (wobei, zumindest Taylor Kitsch ragt einmal mehr optisch heraus...). Der Plot ist jedoch interessant. Das Team trifft bei seinen Vorbereitungen unerwartet auf eine Gruppe von Ziegenhirten - einen alten Mann und zwei Kinder. Damit bleiben ihnen nur drei Optionen: die Hirten zu töten, sie zu fesseln und den Naturgewalten zu überlassen (wohlwissend, dass sie spätestens die kalte Nacht kaum überleben würden, wenn nicht schon vorher ein Berglöwe vorbeispaziert), oder die Operation abzubrechen. Während zwei Teammitglieder zu einer der beiden ersten Optionen tendieren, votiert ein Mitglied vehement dagegen. Der Teamführer schlägt sich nach kurzer Diskussion auf die Seite des letzteren und befiehlt den Abbruch - ebenfalls wohlwissend, dass das Team damit ziemlich sicher selbst unter Beschuss geraten wird. Was dann auch geschieht, mit dem Resultat, dass am Ende nur einer überlebt - und zwar aufgrund Schutz durch eine Dorfgemeinschaft, die sich unter eigener Bedrohung weigert, ihn an die Taliban auszuliefern.
Für mich ist dieser Teamführer ein Held, nicht die Folterer von Guantanamo. Oder halten Sie, Laurent, seine Entscheidung gegen ein Gemetzel an den Hirten für 'schwach'? Wir sollten aufpassen, dass wir im Widerstand gegen Barbarei nicht selbst zu Barbaren werden. Sonst könnten wir eines Tages aufwachen und feststellen, dass uns nicht mehr viel von denjenigen unterscheidet, die wir im Namen unserer Werte bekämpfen.
Die Trias von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, beruhend auf der Trias eines "judäo-christlichen Werte-Backgrunds, dem Römischen Recht und einer aufgeklärt-humanistischen Staats- und Gesellschaftsordnung" ist eben auch nicht zuletzt ein Bekenntnis zur (Mit-)Menschlichkeit. Man kann hart in der Sache (bei notwendigen Forderungen, Sanktionen und Kriegshandlungen) sein, ohne dabei alles, was wir uns in jahrhundertelangen Prozessen mühsam an Zivilisationswerten aufgebaut haben, aufzugeben.
LP, 15. Januar 2015 um 09:22 :
Die amerikanischen Sondereinheiten sind ja in Yemen, und auch anderswo, Laurent. Das Resultat - bzw das Fehlen eines - zeigt ja, dass mit der gleichen Logik des Krieges zu antworten nichts fruchtet. Auch nicht, statt eines einem Rechtsstaat würdigen Gerichtsverfahrens die Liquidierung zu wählen. Die Saat davon sind ja gerade noch mehr viele viele kleine bin ladens. Und erst noch ausgerüstet mit noch mehr Geld. Es gab und gibt keine Gewinner in kriegen, wie wir ja in einer anscheinend neu-iteration von WW1 so frappant sehen.
Du denkst tatsächlich, alle Deutschen seien kleine Nazis? Ganz im Gegenteil. Ich bewundere, wie das Deutsche Volk sehr geschlossen gegen die Verlockungen einer Pegida auftritt. Die wissen nämlich sehr genau, was da läuft. Noch so ein Meme (!), wo ein ganzes Volk zum ewig schuldigen gestempelt wird.
Nein, ich habe dein Statement gegen die Berichterstattung zu "Allah u
akbar"-Terroristen im 20 Minuten ad absurdum geführt.
Den mit Abstand interessantesten Gedanken hat gestern Mila formuliert:
gäbe es keine Heraus-Forderungen durch andere Gesellschaftsordnungen und Ideologien - den Faschismus wie Kommunismus früher, den Islamismus heute -, wäre das Erfolgsmodell der liberal-demokratischen Gesellschaft vielleicht schon von der historischen Bildfläche verschwunden.
Denn daran kann ich schön zeigen, wieso die Ereignisse seit 2001 nicht
einfach eien Kette irrer Einzeltaten von Zurückgebliebenen sind, sondern nue Akte eines Kriegszustandes - in einem Krieges der schon 1500 Jahre andauert. Und vor allem wieso er (gerade) jetzt wieder aufflammt.
1) Kommunismus und Faschismus waren als Ideologien nur Tarnung. Im Grunde sahen sich die hergebrachten bürgerlichen Demokratien durch diese beiden (sehr aus dem europäischen Denken stammenden) Srömungen einer einzigen Bedrohung gegenüber: Dem Willen, die Gesellschaft radikal und autoritär-zentralistisch zu etwas ganz Neuem umzuformen und totalitäre Macht auszuüben. Der Islam ist da anders: Er will nicht (politische, wirtschaftliche) Macht, sondern Unterwerfung. Er will, was in seinen Schriften expilizit ausformuliert ist, nämlich komplette Hingabe an Allah und wenn man die Ungläubigen schon nicht effektiv tötet, dann sollen sie wenigstens wie rechts- und namenlose Schweine behandelt werden. Hier die edlen Muslime, dort der Dreck. Eine Art Apartheid, ein Kaliphat des rechtgläubigen Geistes, und schliesslich und endlich die Übernahme der anderen Kultur durch Dominanz, die nicht unbedingt an Territorium gebunden ist aber selbstverständlich den islamischen Kulturraum mit Mekka als Zentrum des Universums begreift. Europa, der Westen als düstere Provinz voller ungläubigem Gewürm. Die Verachtung des Wstens, das schwindelerregende "wir sind besser als ihr", die jederzeit sich manifestierende Geringschätzung des fremden Rechts, der fremden Autoritäten, der fremden Sitten und der ungezügelten (und dabei insgeheim anziehenden) Kultur udn Lebensweise, die reine Überlegenheit aufgrund von Allahs Grösse - darum geht es.
2) Damit ist der Islam und seine Ziele topmodern, bestens gerüstet um
seine Ziele zu erreichen, passt absolut ins Zeitalter der Globalisierung
und des Internets. Und des stark ausgeprägten Multikulturalismus in
westlichen Städten. Er ist für das postmoderne Zeitalter besser gerüstet
als es der Kommunismus wäre oder der Fschismus: diese benötigen eine
Volksmasse, ein Territorium, eine bestehende Struktur, die sie
transformieren können gemäss ihren Vorstellungen und Dogmen.
Dschihad - als Kampf zur Erreichung der Ziele eines fundamental (und damit ganzheitlich) verstandenen gewaltsam sich Geltung verschaffenden Islams - bekämpft die angeblichen Angriffe des Westens (seien dies nun Karikaturen, unverhüllte Frauen, westliche Truppen in Arabien oder einfach die alltäglichen Frustrationen junger arabischer Männer in der Banlieue) indem er den Feind erniedrigt und verletzt, in seinen tiefsten Ängsten berührt. Ins Herz von uns modernen Wrstlern (die rauchenden Twin Towers, die weggepusteten Bahnwagons in Madrid und London, das Köpfen Rigby's und der IS-Geiseln, das Massaker an der Redaktionssitzung): ins sensibelste des Sensiblen treffen und Angst und Schrecken zu erzeugen. Das Ziel ist nicht, möglichst viele zu töten, sondern beim Töten dem Feind in die Augen zu sehen, seine Furcht und Hilflosigkeit zu sehen, und dabei die Grösse Allahs zu verkünden. Das ist schon eine ganz neue Qualität.
3) was sagt das über unser Zeitalter aus? Die ernsthaftesten Bedrohungen
des...hmm, "westlichen Way of life" mit seiner althergebrachten Stabilität
von Demokratie, Marktwirtschaft und christlichem Wertegrundgerüst im 19.
und 20. Jh. waren gewiss die Ideologien Fascismus und Kommunismus. Es war gleichzeitig das Zeitalter der Maschine, der Automation, der
technologisch-naturwissenschaftlichen Revolutionen. Maschine Mensch,
Maschine Gesellschaft. Die Konkurrenz der beiden Systeme gipfelte im
kalten Krieg in materiellen Tatsachen (Industrie, Weltraumforschung,
Militär, Waffensysteme, Atombombe, bis hin zu sportlichen Wettkämpfen der Menschmaschinen die geradezu gezüchtet wurden, hüben wie drüben). Und in der Konsequenz, dass die andere Seite annihiliert hätte werden können mit technischen Mitteln. Im digitalen, weltweit vernetzten Zeitalter muss eine neue Bedrohung denn auch genau sich dieser Mittel des 21. jahrhnderts bedienen, sie reflektieren, sie von Innen heraus aushöhlen und sie transformieren. Das Bild (das heute so inflationär gewordene) in siener Manipulierbarkeit und seiner symbolischen, Horror vermittelnden Kraft entdecken ausgerechnet jene, die als besonders bildfern galten.
p.s.: das Beispiel mit dem Film...nun ja, der entscheidende Unterschied ist, dass die Soldaten in em Film sich in der Fremde, als kriegerische Eindringlinge in einem fremden Kulturkreis aufhalten. Wir aber sind hier, bei uns zuhause, in unserem Kulturkreis. Und werden hier angegriffen, von zu feindlichen Soldaten gewordenen Menschen unter uns. Das ist ein gewaltiger Unterschied, finde ich.
@LP
1tens bin ich den Herren Faschismus, Kommunismus, Islam und auch dem Herrn Neoliberalismus noch nie auf der Strasse begegnet.
Ok, ich bin auch Hitler, Mussolini, Stalin, Bin Laden und George W. Bush noch nie auf der Strasse begegnet.
2tens
"Die Verachtung [der Anderen = Minderwertigen], das schwindelerregende "wir sind besser als ihr", die jederzeit sich manifestierende Geringschätzung des fremden Rechts, der fremden Autoritäten, der fremden Sitten........., die reine Überlegenheit aufgrund von [Gottes, der Vernunft, der Technik, des Geldes, kurz: der EIGENEN] Grösse - darum geht es."
Genau!
DARUM ist's schon immer gegangen, in der (Kolonial-)Geschichte des aufgeklärten christlichen Abendlandes.
Und genau darum geht's nämlich auch DIR!
KEIN Dialog, KEIN Versuch, auch nur ein mü zu verstehen.
Richten und Urteilen, DAS ist dein Ding! Woher nimmst du dir eigentlich das Recht dazu?
3ttens:
"Das Ziel ist nicht, möglichst viele zu töten, sondern beim Töten dem Feind in die Augen zu sehen, seine Furcht und Hilflosigkeit zu sehen, und dabei die Grösse Allahs zu verkünden."
DAS ist DEINE Interpretation von "Terror", und ehrlich gesagt, wenn die wirklich DAS wollten, hach, weshalb sollten wir denn so ein Theater machen wegen dem Terror?
Die CH-Macher sind tot, was sollen WIR uns denn noch for was fürchten?
Zynisch? NEIN, DU liegst falsch, in deiner Islamophobie!
WIR, jedenfalls du und deinesgleichen, sind noch dieselben wie vor 400 Jahren.
Bloss lasse SIE sich das nicht mehr gefallen!
Und woher sie die Waffen haben? USA oder UdSSR? Israel?
Und ja doch, irgendwie lese und höre ich DAS da:
"Hier die edlen Muslime, dort der Dreck."
Tagtäglich, bloss mit umgekehrten Vorzeichen.
KOTZ!
Und SO soll "Friede" entstehen? Oder auch bloss "Ruhe", im heiligen Westen und besonders im Schwiizerländli?
Nachtrag zu meinem Kommentar von 18:12
Finde das Lidl, wo wohl VIELE Generationen in deutschsprachigen Schulen, Sonntagsschulen und Bibelschulen sozusagen kanonisch singend sich einverleibt haben im Sinne des Anti-Islamismus nur als
Instrumental.
Deshalb unten noch der Text und ein Hinweis, seit wann das denn so gesungen wurde!
https://www.youtube.com/watch?v=8PN23MIqoLY
Text und Melodie:
Karl Gottleib Hering
(1766-1853)
C-a-f-f-e-e, trink nicht so viel Caffee,
nicht für Kinder ist der Türkentrank,
schwächt die Nerven
macht dich blaß und krank
sei doch kein Muselman,
der es nicht lassen kann.
Sie schreiben es eigentlich selbst, Laurent: Es handelt sich - bis dato - um (intendierte) symbolische (Terror-)Handlungen. Uns wurde so weit kein substanzieller Schaden zugefügt, ausser wir rechnen unsere eigene Reaktion auf die Anschläge als solche: Sicherheitsverschärfungen, Freiheitsbeschränkungen, Radikalisierungen - you name it. Ja, es ist ein 'Propagandakrieg', und denken Sie nicht, dass die Terrorbrüder jedes Mal im Geiste frohlocken, wenn beschämende, d.h. einer liberalen Gesellschaft unwürdige Informationen zu Guantanamo und anderen Foltergefängnissen an die Öffentlichkeit durchsickern? Wenn sie neue 'Märtyrer' durch staatlich sanktionierte Exekutionskommandos und Drohnenbeschüsse gegen die Zivilbevölkerung gewinnen? Sie zwingen uns damit, in den eigenen Spiegel zu schauen. Und einige von uns mögen nicht, was wir darin mittlerweile erkennen.
Ich versuche es noch einmal mit einer Jesus-Analogie: ‚Liebe Deinen Feind‘ bezieht sich womöglich nicht in erster Linie darauf, wirkliche Sympathien für diesen zu entwickeln - das wäre ein im wahrsten Sinne über-menschliches Unterfangen. Vielmehr geht es um die Erkenntnis, dass unsere Feinde uns mehr über uns selbst verraten, als unsere Freunde es je vermögen. Ja, wir befinden uns an einer möglichen Kehrtwende: am (nahenden) Punkt der Entscheidung, wie wir in Zukunft leben wollen. Wenn Sie von ‚topmodernen Zielen‘ der Islamisten sprechen und davon, dass diese ‚bestens gerüstet‘ seien, kann ich nur darauf hinweisen, dass diese in sich zersplitterten Gruppierungen, die im Grunde nichts weiter wollen, als die humane Gesellschaft ins Mittelalter zurückzubomben, von sich aus weder über die Mittel noch die visionäre Schlagkraft dazu verfügen. Mit ihrer ‚Gesellschaftsvorstellung‘ stossen sie bereits bei der eigenen ‚Basis‘ auf Widerstand.
Und liegt das Herz unserer Zivilisation tatsächlich in symbolhaften Einrichtungen? Ich sehe es vielmehr in den Herzen - und Köpfen - der Einzelnen. In diesem Sinne würde ich sagen: the terrorists have hijacked our hearts and minds, not our society. Das ist ihr bisheriger Sieg. Sie wollen, dass wir einen ‚Kriegszustand‘ gegen den Islam heraufbeschwören, denn dies ist die einzige (kleine) Chance, wie sie die breite ‚Basis‘ doch noch hinter sich vereinigen, mobilisieren, respektive radikalisieren können - damit hätten sie dann tatsächlich plötzlich genug Munition, um den Westen empfindlich zu treffen. Wir können unsererseits nur erniedrigt werden, wenn wir es zulassen. Wenn wir es fühlen.
Ich sagte weiter oben, dass wir an einer potentiellen Wasserscheide stehen. Was ich damit meine ist: wollen wir von einer offenen in eine Überwachungsgesellschaft übergehen, in einen ‚Totalitarismus der Transparenz‘ mit dem vermeintlichen Heilsversprechen des Nullrisikos? Es lohnt sich dazu, ‚The Circle‘ von Dave Eggers zu lesen. Weiter: wollen wir uns von fremden wie eigenen hass- und hysteriepredigenden Kriegstreibern zu deren Zwecken instrumentalisieren lassen? Zum Verständnis solcher Mechanismen empfehle ich wärmstens ‚The Three’ von Sarah Lotz. Auf welchem Boden wir auch immer stehen, sind wir zum Hochhalten unserer Werte verpflichtet. Es ist ein Irrtum zu glauben, wir hätten uns auf ewig existenzielle Sicherheit - das Recht, nicht angegriffen zu werden - ‚verdient’. Wir erleben uns jetzt als verletzlich, weil wir es uns über einen historisch betrachtet langen Zeitraum gewohnt waren, nicht mit Leib und Leben bedroht zu werden (andere waren da weniger glücklich als wir). Jetzt ist es für uns wieder an der Zeit, die bequem gewordenen Ärmel hochzukrempeln und für Freiheit einzustehen. Wenn wir uns für Unfreiheit entscheiden, haben wir Freiheit nicht verdient; das wäre dann, in der Tat, der Anfang vom Ende der westlichen Zivilisation, wie wir sie kennen.
Danke, mila!
Für einmal hat sogar Konrad Hummler in der heutigen Sonntagszeitung ein paar kluge Gedanken formuliert. Ganz im Gegensatz zu Bettina Weber gleich auf der nächsten Seite, die wieder einmal sehr beschränkt argumentiert.
@Sportpapi: Ich lese seit langem nicht mehr die Sonntagszeitung, deswegen kann ich mich zu Ihrem Beitrag nicht qualifiziert äussern. Aber dass Lifestyle-Journalisten, die sich im Allgemeinen mit unbedeutenden (konsequenzfreien) Stilfragen befassen, Probleme damit bekunden, wenn sie zu einem bedeutsamen Thema argumentieren sollen, liegt für mich irgendwie auf der Hand. Übung macht den Meister, aber vielleicht täte Bettina Weber gut daran, das Üben zu lassen, und sich weiter im angestammten Fahrwasser zu bewegen. Darin ist sie zumindest halbwegs witzig.
@mila: Hier mal die eine Hälfte: http://www.sonntagszeitung.ch/read/sz_18_01_2015/fokus/Terrorismus-akzeptieren-25376
Nun ja, was soll ich noch hinzufügen ausser: Hummers Verdacht hege ich auch. Danke für den Link.
...da fehlte noch ein 'l'.
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