Wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen rede, aber keine
Liebe habe, so bin ich ein tönendes Erz, eine lärmende Zimbel.
Und wenn ich die Gabe prophetischer Rede habe und alle
Geheimnisse kenne und alle Erkenntnis besitze und wenn ich allen Glauben habe,
Berge zu versetzen, aber keine Liebe habe, so bin ich nichts.
Und wenn ich all meine Habe verschenke und meinen Leib
dahingebe, dass ich verbrannt werde, aber keine Liebe habe, so nützt es mir
nichts.
Die Liebe hat den langen Atem, gütig ist die Liebe, sie
eifert nicht.
Die Liebe prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf.
Sie ist nicht taktlos, sie sucht nicht das ihre.
Sie lässt sich nicht zum Zorn reizen.
Sie rechnet das Böse nicht an,
sie freut sich nicht über das Unrecht,
sie freut sich mit an der Wahrheit.
Sie trägt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie
erduldet alles.
Die Liebe kommt niemals zu Fall
Prophetische Gaben - sie werden zunichte werden;
Zungenreden - sie werden aufhören;
Erkenntnis - sie wird zunichte werden.
Denn Stückwerk ist unser Erkennen und Stückwerk unser
prophetisches Reden.
Wenn aber das Vollkommene kommt, dann wird zunichte werden,
was Stückwerk ist.
Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie
ein Kind, überlegte wie ein Kind.
Als ich aber erwachsen war, hatte ich das Wesen des Kindes
abgelegt.
Denn jetzt sehen wir alles in einem Spiegel, in rätselhafter
Gestalt, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt ist mein Erkennen
Stückwerk, dann aber werde ich ganz erkennen, wie ich auch ganz erkannt worden bin.
Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei.
Die grösste unter ihnen aber ist die Liebe.
------------------------------------
1. Korinther 13
------------------------------------
1. Korinther 13
16 Kommentare:
Ich wünsch euch Allen schone Ostern - auch wenn's bei uns oben mal wieder schneit!
Danke, Fufi. Was Paulus von Tarsus mit "echter Liebe" KONKRET meint, sagt er im Römerbrief:
Eure Liebe sei ohne Heuchelei.
Verabscheut das Böse, haltet fest am Guten!
Seid einander in brüderlicher Liebe zugetan, übertrefft euch in gegenseitiger Achtung!
Lasst nicht nach in eurem Eifer, lasst euch vom Geist entflammen und dient dem Herrn!
Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet!
Helft den Heiligen, wenn sie in Not sind; gewährt jederzeit Gastfreundschaft!
Segnet eure Verfolger; segnet sie, verflucht sie nicht!
Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden!
Seid untereinander eines Sinnes; strebt nicht hoch hinaus, sondern bleibt demütig! Haltet euch nicht selbst für weise!
Vergeltet niemand Böses mit Bösem! Seid allen Menschen gegenüber auf Gutes bedacht!
Soweit es euch möglich ist, haltet mit allen Menschen Frieden!
Rächt euch nicht selber, liebe Brüder, sondern lasst Raum für den Zorn Gottes; denn in der Schrift steht: Mein ist die Rache, ich werde vergelten, spricht der Herr.
Vielmehr: Wenn dein Feind Hunger hat, gib ihm zu essen, wenn er Durst hat, gib ihm zu trinken; tust du das, dann sammelst du glühende Kohlen auf sein Haupt.
Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute! (Röm. 12, 9-21)
Starker Tubak, nicht wahr? Hier tauchen auch wieder Gut und Böse, Sünde und Tugend auf. Ein gewaltiger Moralcode ist es, fussend auf alttestamentlichen, ungebrochen gültigen Fundamenten (Zorn Gottes, 10 Gebote) und den Lehren Jesu.
"Aufforderung zu einem Leben aus dem Geist" heisst die Passage, ein Leben aus dem Geist der Liebe, wäre anzufügen. Nicht einer vagen, ungericheten, bedingungslosen Liebe, die blind für Gut und Böse wäre, sondern in Form einer verbindlichen Norm. Es ist ein Moralcode, der nichts anderes als moralische Rechte und Pflichten formuliert.
Und 2000 Jahre später kommen die Atheistentubel, finden praktischerweise diese Werte vor und behaupten, darauf hätten die Menschen auch ohne Gott kommen können, Werte entstünden quasi im evolutionären Prozess und in der sozialanthropologischen Entwicklung, weil angeblich per Zufall der Mensch als einzige Spezies überhaupt ein moralisches Gewissen hat (woher?).
Bloss: Wer fordert diese Werte ein, wenn es keinen Gott gibt?
Gern geschehen, Orlando.
Gehört zu meinen Lieblingstexten.
Nun denn, ich möchte dir da nicht eigentlich en détail antworten, wenn ich's sozusagen in globo kann:
.
Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei.
Die grösste unter ihnen aber ist die Liebe.
Na gut, was ist denn diese Liebe von der du sprichst, Fufi?
Kannst du sie uns näher beschreiben?
Tja, Orlando, du machst's mir, nein, nicht eigentlich schwierig,
aber wenn du schon den Apostel nicht verstehen magst, wie solltest du denn mich ... ?
Also was ICH meine ist diese Liebe, wo nur von Gott selbst her kommt, indem er seine Menschenkinder liebt.
Kleiner Update: Die Chemo hat begonnen. Und sie haut grausam rein, wirklich, ich liege nur noch im Bett vor lauter Schlappheit.
Nur von Gott selbst her?
Und was ist mit der Liebe (Verehrung,Hingabe) der Menschenkinder zum dreieinigen Gott?
Und was ist mit der Bruder- oder Nächstenliebe der Menschenkinder zueinander als unerlässliches Zeichen der Liebe des Menschen zu Gott?
Agape als interessenlose, bedingungslose, einseitige, befreiende und auf andere zentrierte Liebe ist sicher keine Einbahnstrasse, Eine Allliebe, die nur von Gott her auf uns herabprasselt, gratis sozusagen, ist kein theologisch haltbares Konzept. Daher der Synonym zum göttlichen Liebesmahl in der real wirksamen Vergegenwärtigung durch den heiligen Geist.
Gott gibt nicht nur, er fordert auch ein. Das ist eine Keimzelle christlicher Ethik, da kann man nicht einfach Teile weglassen, Fufi!
Glaube, Hoffnung, Liebe: Spes - fides - caritas sind dann eben christliche Tugenden, kein vages, unverbindliches, abstraktes Gefühl, wie das oft missverstanden wird. Liebe = liebevolle Zuwendung Gottes zu den Menschen und daraus folgend die menschlichen Antwort in Gottes- und Nächstenliebe.
Nicht von ungefähr wird die Liebe seit Alters her durch eine Mutter und ihr(e) Kind(er) dargestellt. Man denke an die intensiv gestalteten Bildnisse der Madonna mit Jesuskindli. Und die Ehe ist dann eben die Hochform jener Liebe, die uns untereinander hienieden möglich ist (Papst Benedikt XVI, Deus Caritas Est).
@ Orlando
Ich beginnnn mit DEINEM Ende, der Mutterliebe:
DAS ist eine evolutionsbiologische Eigenschaft, dass nämlich Mütter, wenn sie ihre Nachkommenschaft verteidigen meinen zu müssen, zu Bestien werden können.
(Ist so ähnlich in den Scheidungsgesetzen festgeschrieben!)
Und hier: kulturell überhöht! Und dann noch religiös eins draufgesetzt.
(Ist so ähnlich in den katholischen Kirchengesetzen festgeschrieben!)
Und von wegen "der Liebe" als solche:
Und ich meine damit nicht den Grund, weshalb sie denn heiraten, und sich die Hälfte von ihnen bald wieder scheiden lässt, und Hälfte der Hälfte erst etwas später, wie gesagt:
DIESE Liebe mein ich nicht!
Ich meine DAS wo Paulus beschrieben hat!
Und, um in deiner Sprache zu reden: Kann denn ein derart sündhaftiges Wesen wie ein MENSCH von SICH aus zu solcher Liebe fähig sein, wie die sie beschreibst?
Wohl käumlich!
SOLCHE Liebe ist stets die menschliche Antwort auf das liebevolle Ansprechen des noch liebevolleren Gottes!
Oder soll ich es SO sagen, weil ich denke, das müsstest du doch auch so, nach Gen2f und so, also was ich meine:
ES gibt KEINE "natürliche" Liebe der Menschen zu Gott.
Es gibt nur einen natürlichen Egoismus:
ICH werd doch wohl selbst noch am Besten wissen, WAS für MICHT gut ist?
Oder?
Weisch, was i meine?
@ Tiger
Was macht ein satter Tiger?
Er liegt schlapp herum!
Wir wünschen Dir Alles!
"Es gibt keine "natürliche" Liebe der menschen zu Gott"? Was hast du denn wieder geraucht? Da geraten dir ein paar Begriffe gehörig durcheinander...
Der Schlüssel zum Verständnis des von dir verwendeten Textes ("Hohelied der Liebe") ist diese Stelle: "Denn jetzt sehen wir alles in einem Spiegel, in rätselhafter Gestalt, dann aber von Angesicht zu Angesicht."
Bild und Abbild. Gott schuf die Menschen nach seinem Bilde. Im Spiegelbild ist uns ein vernuftsgemässes Erkennen Gottes möglich, wenn auch "Stückwerk", "rätselhaft". Die Schöpfung als Spiegel des Wirken Gottes.
«Sie hätten ja vor Augen, was von Gott erkannt werden kann; Gott selbst hat es ihnen vor Augen geführt. Denn was von ihm unsichtbar ist, seine unvergängliche Kraft und Gottheit, wird seit der Erschaffung der Welt mit der Vernunft an seinen Werken wahrgenommen» (Röm 1,19–20). Doch weil sie Gott nicht dankten, verfinsterte sich ihr unverständiges Herz, weil sie die unsichtbare Wirklichkeit mit dem Spiegel verwechselten, das Geschöpf anbeteten statt des Schöpfers (Röm 1,25).
Dass alle Erkenntnis nur «wie im Spiegel» geschieht, gehört zum Wesen unserer Pilgerschaft. Deshalb mündet sie für Kierkegaard in den Lobpreis Gottes: «Gross bist Du, o Gott; obwohl wir Dich nur kennen wie in einem dunklen Wort und wie in einem Spiegel. Wir beten dennoch deine Grösse an – wie weit mehr werden dermaleinst wir sie preisen, wenn wir völliger erkennen.» (Marie-Louise Gubler)
Im ERKENNEN von Gottes Grösse liegt der Schlüssel zur Liebe de)s Menschen zu Gott (und zur Nächstenliebe). Als Verständnishilfe: Was sagt Jesus selber? (Mk, 12,28-34:
Welches Gebot ist das erste von allen?
Jesus antwortete: Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft.
Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als DIESE BEIDEN.
Da sagte der Schriftgelehrte zu ihm: Sehr gut, Meister! Ganz richtig hast du gesagt: Er allein ist der Herr, und es gibt keinen anderen außer ihm, und ihn mit ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Kraft zu lieben und den Nächsten zu lieben wie sich selbst, ist weit mehr als alle Brandopfer und anderen Opfer.
Jesus sah, dass er mit Verständnis geantwortet hatte, und sagte zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes.
Mir scheint, Verstandesschärfe, die Genauigkeit in den Gedankengängen und logische Stringenz ist gerade bei einem solchen Thema dringend von Nöten.
@ Orlando:
DA stimme ich mit dir völlig überein:
"Mir scheint, Verstandesschärfe, die Genauigkeit in den Gedankengängen und logische Stringenz ist gerade bei einem solchen Thema dringend von Nöten. "
PS: Schreibt man "von Nöten" neudeutsch nicht "vonnöten"?
Ich meine wie ein Saal zu einem Sälchen schrumpft?
Und wenn er weiter schrumpft wird er zu einem Schälchen Milch.
Und das Alles für die Katz?
Ach weisst do, Orlando
Es gibt ja soo viele Bibelstellen.
Und wenn die denn alle Keulen wären,
das würde glaub vollauf genügen,
um ALLE Christen auszurotten,
wenn sie sich denn gegenseitig
die Bibelstellen auf die Köpfe schlagen!
Was sie denn nämlich auch mit grösstem Eifer tun.
Zum Glück sind's keine Keulen.
Hach, ich meine mit den Keulen/Pflöcken NICHT die Christen!
Ach, fufilein. Ich will dir doch nur den spiegel putzen, damit du nicht so ein verschmiertes bild darin siehst...
Lieber Orlando
Besten Dank!
Aber glaub mir, ich sehe mich leider nur allzu häufig nur allzugenau im Spiegel!
Kommentar veröffentlichen