Dienstag, 8. November 2011

Die Welt ist aus den Fugen, Maloney!

Eurokrise, Silvio B. hat's wieder geschafft, Kokain in der Südkurve und dann auch noch die FCZ-Resultate!
Aber jedes Scheitern trägt den Samen des Neubeginns in sich!

In diesem Sinne: 

Alexander A

Er brauchte nicht lange zu überlegen, was in dieser Situation am besten zu tun sei, die Devise konnte bloss lauten: Daumendrehen und abwarten - abwarten bis, wenn überhaupt, sich irgendetwas ereignen würde. Zunächst versuchte er, sich die Eigenheiten der Landessprache wieder ins Gedächtnis zu rufen, immerhin hatte er sich während seiner Schulzeit lange Jahre damit herumschlagen müssen. Doch er vermochte sich nur an den kleinen dicken Fachlehrer zu erinnern, dessen Unterricht auch den verzweifeltsten Schlaflosen sofort von seinem Leiden erlöst hätte. Also beschloss er, seine Sprachkenntnisse praxisnah aufzufrischen und begab sich auf den Rennplatz, wo ihm am Wettschalter sich die Gelegenheit zur Repetition der Zahlwörter bieten würde.
Diese hatten ihm stets Schwierigkeiten bereitet, sodass es ihn nicht weiter erstaunte, zwar auf den richtigen Sieger, aber auf die falsche Nummer gesetzt zu haben und so die Hälfte seiner Barschaft zu verlieren. Nach dieser teuren Lektion zog er sich leicht verärgert auf die Tribüne zurück, wo er gelangweilt den weiteren Rennen zusah.

"Erst das Fleisch macht die Knochen interessant."
Dieser Satz, den seine Nachbarin gedankenverloren vor sich hinmurmelte, indem sie ein dick belegtes Sandwich aus einer Papiertüte zog, liess ihn aufhorchen. Er hatte ihn oft genug gehört, allerdings nicht aus dem Mund dieser molligen jungen Dame - sie verkörperte offensichtlich das, was man allgemein als eine Dame zu bezeichnen pflegt -, sondern als Lieblingssatz seines Jugendfreundes Alexander A, den dieser, vornehmlich nach durchzechter Nacht, und auch dann nur im engsten Freundeskreis zu äussern pflegte. Natürlich war Alexanders Nachname nicht A, er lautete vielmehr Alexandrowitsch, doch alle seine Freunde hatten ihn stets Alexandrow genannt.
Auch hatte er diesen Satz nie geäussert: Er war davon besessen.

Alexandrow war ein führender Paläozoologe gewesen, eine Autorität in seinem Fach, bis er sich eines Tages in den Kopf setzte, lebendige Zeugen der Vorzeit zu entdecken, anstatt sich bloss mit deren Ueberresten zu befassen. Dabei dachte er nicht an derart unspektakuläre Wesen wie beispielsweise den Quastenflosser, nein, er wollte der Fachwelt zumindest einen Archeopteryx oder einen Plesiosaurier leibhaftig präsentieren.


Seither war er aus dem Blickfeld sowohl der Gelehrten als auch seiner Freunde verschwunden. Böse Zungen behaupteten, seine Suche habe ihn auf direktem Weg ins Irrenhaus geführt.

Seine Nachbarin sprach also nicht nur seine Muttersprache, was an diesem Ort schon ungewöhnlich genug gewesen wäre, sie musste darüber hinaus auch mit Alexandrow bekannt sein. Neugierig, mehr über das Schicksal seines Freundes zu erfahren, sprach er die junge Dame an und fragte sie, ob sie ihm diesbezügliche Auskünfte geben könne. Sie betrachachtete ihn eine Weile schweigend, mit einem Blick, der zugleich Skepsis und Erstaunen ausdrückte, bevor sie antwortete, sie kenne Alexandrow tatsächlich recht gut. Sie habe ihn nach seiner Entlassung aus der Klinik geheiratet und sich mit ihm hierher zurückgezogen, wo er als Züchter von Zierfischen für den Aquarienhandel eine neue Lebensaufgabe gefunden habe.

3 Kommentare:

fufi hat gesagt…

Ach ja, und die Grosis machen Base-Jumping, anstelle die Enkelinnen zu hüten!

It's a mad, mad world!

fufi hat gesagt…

Ich war heute Einkaufen, mit - nein - OHNE fufine!

Lady Vollgaga hat mir ein "Playboy" gebracht!
Es war sooo schön!

Ich liebe Einkaufen!

Aber irgendwie haben wir sowas ja schon vor Jahrzehnten gegröhlt:
http://www.youtube.com/watch?v=8cO_y9tmGC4

Anna2 hat gesagt…

So ist das Leben! (Alexander, nicht Playboy.)

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