Ich danke META für diese ihre CB!
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Betrachtungen über eine Lego-Stadt
Das Pfingstwochenende war der Archäologie gewidmet. Drei Generationen haben geholfen, auszugraben, was seit über dreissig Jahren auf dem Estrich vor sich hinschimmelte: die Lego-Welten, wo Klein Meta und Co. in den 1970ern lebten. Die Ritter, die Bahn und den Mond habe ich den anderen überlassen, ich sammelte die Stadt-Bauteile.
Was man da alles findet! Zwei Feuerwehrstationen. Eine Polizeiwache. Eine Tankstelle. Drei oder vier kleine Wohnhäuschen in diversen Graden der architektonischen Stillosigkeit, dafür grossteils mit bespielbarem Innenleben. Eine Post. Eine Garage. Einen Imbissstand. Eine Busstation. Verschiedenste Bagger und Baumaschinen, Abschleppwagen, Tanklastwagen, Ambulanzen, Polizeiwagen, Strassenkehrer-Wägeli, Postboten-Töffs und sogar ein Boot.
Was man heute in LegoCity findet: einen ganzen Hafen und neue Action-Rubriken wie "Waldbrand" und "Starke Fahrzeuge", dafür kein Spital mehr - und kein einziges Wohnhäuschen. Auch die Figürchen sind anders geworden, mit vorgegebenen Gesichtsausdrücken und Sonnenbrillen. Fraueli kommen fast keine mehr vor. Fürs weibliche Zielpublikum wurden offenbar eigene Welten geschaffen wie "Friends". Geschlechtertrennung durch die Hintertür... die alten, geschlechtsneutralen Punkt-Punkt-Strich-Gesichter liessen der Phantasie mehr Spielraum und haben mir daher besser gefallen. Imitiert das Spielzeug die Wirklichkeit oder umgekehrt?
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| Dieses Bild wurde eingefügt von fufi |
Was man weder damals noch heute findet: Büros, in denen Menschen mit undurchsichtigen englischen Berufsbezeichnungen ebenso undurchsichtige Derivate von einem Bankkonto aufs andere schieben und dabei ganze Volkswirtschaften in den Abgrund mitziehen, wenns mal richtig schief läuft. Was würde ein Kind schon damit anfangen? Es verstünde doch nichts davon.
Verstehen wir mehr?

24 Kommentare:
Weisst du meta
als Modellbahner erinnert mich das sozusagen an MEIN Problem.
Da gibt's ja auch so "Häuschen"-Bausätze zu kaufen.
Und des geht von der Schwarzwald-Klinik über Patrizier-Stadthäuser und oberirdische Parkhäuser bis zu Vergnügungspark-Riesenrädern und brennenden Finanzämtern(!).
Aber Modelle von den Plattenbau-Wohnsilos und den Vorstadt-Arbeiterbehausungen gibt's keine.
Obwohl die Modellbahn-Gurus immer wieder sagen, dass das Modell das Vorbild (qua Realität??) ab-bilden soll?
Tja, Realität ist gut, aber bitte selektiv, ja?
Kritzel kritzel und notier:
Meta war klein in den Siebzigern.
Kritzel kritzel und notier:
Meta war klein in den Siebzigern.
Aber sie ist scheint's unterdessen
GROSS geworden!
;-)
Wir hatten noch keine Post, keine Feuerwehrstation, keine Ambulanz und Polizeiauto u. ä. Schnick-Schnack. Sondern bauten Stunden, über Stunden, über Tage, Wochen und Monate und Jahre hinweg mit den "Basic-Teilchen" an unserem "Lego-Land", wo es Schlösser mit Zinnen, Häfen und Schiffe, Strassenbahnen und natürlich Armeen gab.
Schöne Erinnerungen!
Was man auch nicht findet: Gefängnisse. Wäre das nicht amüsant? Die Kleinen, die Bankangestellte werden wollen (fälschlicherweise "Banker" genannt), könnten bereits ein bisschen bei Wasser und Brot meditieren - vor dem Kindergarten. Und gleich neben dem Gefängnis eine ähnliche Institution: die Schule. Unterschied: die Telefonnummer.
Als ich "Legoland" las, Meta, kam mir Legoland Deutschland in den Sinn. Mein Mann und ich, wir liessen uns vor drei Jahren in einer schwachen Sekunde (die Kinder standen so putzig/artig/manierlich vor uns, wie die Eicchörnchen) dazu hinreissen, mit dem Ablegertum nach Augsburg zu reisen. Traumatisch. Die Kinder begeistert kreischend auf allen Schrottbahnen, der Kleine im staubigen Krabbelparadies, die Eltern depressiv im Eckchen (ich hatte nur einen Wunsch: Alkohol). Abenteuer-Zwang mit Versicherung. Seither erfolgreich Europapark, Disneyland und den ganzen Kram abgewehrt. Wir gehen in den Wald, dort kann man sich noch auf anständige Weise ein Bein brechen. Das finden die Grossen unterdessen auch und schleppen den Kleinen in ihre Baumhütte(n). Er sitzt da wie ein Buddha und meditiert - für das Gefängnis? Falls er Bankangesteller werden will, hätte ich vielleicht doch in den Euorpapark fahren sollen...
Schönen Abend allerseits!
Fufi, die Modellbau-Gurus und Co. machen es wie Monty Python. Always look on the bright side of life.
Grünes Männchen, das haben wir auch gemacht, parallel. Wobei wir uns auch da an einem kommerziellen Vorbild orientiert haben, nämlich an Entenhausen. Dagobert mit Zylinder und so, reduced to the max. Es kamen jedoch noch x Figuren dazu, die nur unseren Köpfen entsprangen.
Lina, danke für dieses Aperçu. Es bestärkt mich in meinem Vorhaben, solche Erlebnisparks zu meiden wie der Teufel das Weihwasser. Und dass es nie eine Schule gab, habe ich mir seinerzeit nur damit erklären können, dass es keine Lego-Figürchen in Kindergrösse gibt... aber vielleicht würde sich eine Schule tatsächlich nicht so gut verkaufen?
Gute Nacht.
Vergnügungsparks: https://www.youtube.com/watch?v=wwKoq-9IgI8
(Then again: Der Nachwuchs hat mit den Grundbausteinen jüngst eine Kinderkrippe bauen wollen. Es gelang uns sogar, eine funktionsfähige Schaukel zu konstruieren. Sie fällt bloss beim geringsten Anlass auseinander.)
Gute Nacht.
Lego ist subversiv, weil Kreativität fördernd, und gehört in einem properen Staat nach schwedischem Vorbild verboten.
Drum haben die Dänen, als Kontinent-seitige Kolonie der Skandinavier das Werk von Baar geschlossen, denn es darf nicht sein dass republikanische Montagehände von Baar bei Zug das ideologisch kontaminieren.
Signed her Royal Majesty's Office of anal retentive compliance.
Zum Thema Vergnügungspark: Vor vielen Jahren war ich mal unterwegs in Paramount's Great America, einem unglaublichen Achterbahnknäuel, wo ich nie allein hingegangen wäre, in Begleitung eines indischstämmigen kanadischen Chirurgen. (Chirurgen sind so solide Wesen, die sich prima eignen zum Anklammern bei Kreischattacken.) Item, wir überlebten mehrere Achterbahnen, bis wir zum krönenden Abschluss an eine gerieten, wo es keine zwei Plätze nebeneinander mehr hatte. Meinen Begleiter focht das nicht an. Ich stand in ein vergittertes Kabäuschen, suchte vergeblich nach einer Kopfstütze und fragte den Menschen, der durchlief, um die Türen zu schliessen, ob ich wieder raus könne. Es gibt nämlich eine beachtliche medizinische Literatur über Achterbahnfahrten, besonders über solche ohne Kopfstützen... Der Mensch meinte nur: oh, you'll be fine! und ging weiter. Da grinste der Dreikäsehoch neben mir fies und sagte: Nah, you're gonna DIE!
Passiert ist dann nichts, aber steifer vor Angst bin ich wohl nie gewesen. Damals habe ich den erwähnten Vorsatz gefasst, solche Orte fortan zu meiden wie - Ihr wisst schon.
Meta, I'm out here, yes. Just.
Erfreue mich an Deiner CB. Ich hasse Vergnügungsparks auch. Als Kind k..... ich mal meinem Vater in sein neues Auto nach dem Looping-fahren - das war das. Zähneknirschend sind wir mal mit unseren Aelteren in 'Alton Towers' gewesen - sogar sie fanden es überwältigend und 'too much'. Nie wieder.
Und Lego scheint eine Charaktersache zu sein: mein Jüngster liebt die Riesenkisten mit Lego, die seit Jahren in einer Kellerecke vor sich hin gammelten, weil seine Schwestern sie komplett verschmäht hatten. Sie bauten lieber das Büro ihres Vaters zu einer Art Miniatur-Welt um - mit Zimmern in Regalen, Arztpraxen, Shops (völlig massstab-ungetreu), Stoffresten von der Oma und, wenn es sein musste, einer angemalten Brio-Bahn als Transportmittel. Manchmal sass ich auf der Treppe und hörte ihnen einfach zu, wenn sie make-believe spielten - man konnte interessante Dinge erfahren.......
Ich habe den Blogbeitrag, den ich damals selbst angerissen habe, noch nicht ganz gelesen (bei den Compüterleien habe ich es gelassen, zu blöd dazu), aber ich bedanke mich bei allen für die guten Wünsche. Das, was ich erhoffte, ein Modicum an Trost, haben sie mir vermittelt.
Meta, ich habe oft an Dich denken müssen: zwei Chirurgen, beide in einem anderen europäischen Land, beide um die achtzig, innerhalb von sechs Wochen gestorben - und sie haben noch bis zum Schluss darüber gestritten, wie ein Arzt zu sterben habe....... Und bei jedem von ihnen ist es anders gekommen als erhofft/erwartet. Mein Vater ist friedlich eingeschlafen. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich ihn vermisse.
Carolina: kondoliere!!! Eine Zeile voller Ausrufezeichen wäre nicht genug.
Und jetzt frag ich mich grad, ob Vater-Töchter die zäheren, toleranteren und flexibleren Frauen werden...
Gute Nacht!
Wieso, bist Du eine Vater-Tochter?
Ebenfalls gute Nacht!
PS: Und hier noch ein Bettmümpfeli, das meinen Vater sehr amüsiert und aufgeregt hätte:
http://blog.tagesanzeiger.ch/londoncalling/index.php/2385/unheimlich-pervers-und-asexuell-olympische-maskottchen-im-urteil-der-style-police/
Carolina, auch ich (ebenfalls eine Vater-Tochter) kondoliere, von ganzem Herzen. Alles Gute in durchzogenen Zeiten! Dein Vater lebt weiter im Lachen und in den Blicken deiner Kinder.
Carolina, auch mein Beileid.
Ihr Vater hat sich bis zum Schluss mit einem Berufskollegen darüber gestritten, wie ein Arzt zu sterben habe?
Ich dachte, Ärzte dürften so wie alle anderen Menschen sterben. Darüber, dass ihr Berufsethos sich ev. bis auf das eigene Ablegen erstrecken könnte, habe ich mir noch nie Gedanken gemacht. Gibt es eine Form des Sterbens, die einem Arzt nicht ansteht, frage ich mich?
Der Berufskollege war sein Bruder, der 6 Wochen vor ihm starb. Beide Chirurgen. Sie hatten die makabersten Diskussionen darüber, inwieweit sie als Aerzte sich, wenn die Zeit zum Sterben sich nähere, 'selber helfen dürften'... Kein Zweifel, dass meine eigene 'Berufs-'wahl davon beeinflusst wurde.
Mal ganz davon abgesehen: ich war die einzige Ncht-Aerztin in einem Haushalt voller Aerzte aller Richtungen - und die Dinge, die dort diskutiert wurden/werden, kann man sich kaum vorstellen. Ich nehme allerdings an, dass Meta kann....
Liebe Carolina
Schön dass du wieder da bist!
Ich wünsch dir alles, alles Gute
und ein mächtiges Bhüeti Gott!
Tja, und wenn's denn nicht ernst gemeint wäre:
Die Pro Juventute hat scheint's beschlossen, einen Weltrekord aufzustellen und die Schweiz zum ersten Legoland der Welt zu machen.
Weder besonders origenell, meine ich, noch besonders kreativ. Aber wenn ich's mir so recht bedenke, irgendwie passend!
http://www.100jahrejung.ch/Projets-de-construction.1399.0.html?&L=0
In die Spanish City hätte ich unbedingt einmal hin gewollt... wenn sie schon Mark Knopfler so gefallen hat... Die ersten 4 Minuten sind Intro, der Song beginnt erst danach so richtig, und man bekommt eine Idee, was der Mann kann.
My condolences. Der Tod des Vaters ist für die meisten Leute schlimm, er war es auch für mich, vor zweieinhalb Jahren.
Danke, Tiger. Und gratuliere zum neuen Job - schon angefangen?
Danke, nein, in zwei Wochen. In einer Woche gehe ich noch auf eine Kreuzfahrt... entspannen, in all upper case letters. Ich hab noch ein Billett für die Costa Concordia, ich habe es mit Lehman-Aktien bezahlt. Clever, was?
Nein, Costa Atlantica, aber rumgeschippert wird auch auf dem Mittelmeer.
Carolina, eher eine Vater-Tochter als eine Mutter-Tochter. Hoffentlich nicht mehr allzu komplexig. Den Kommentar eines ehemaligen Chefs, "me chönnt meine, me schtönd vor em Vater", fasste ich jedenfalls nicht als Kompliment auf.
Stelle mir gerade erstmals die Frage, wie wir alle sterben werden, die vielen Mediziner eingeschlossen...
Gute Nacht!
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