Samstag, 20. August 2011

Integration und so - Part2

Zuerst warens die "Saisonniers". Die kamen jeweils im Frühling und wurden jeden Herbst wieder nach Süden ausgeschafft. Vogelflug-Wirtschaft, sozusagen.
Kein soziales Problem, jedenfalls so lange in den Barackensiedlungen genug Alk und genügend Nutten zur Verfügung standen.

Und dann kamen die "Fremdarbeiter" - der Name sagt alles.
Aber die kamen ja eh nur als Wirtschaftsprofiteure, heisst: Hier arbeiten und harte Fränkli verdienen, danach zuhause Häusle bauen und dank Frankenrenten einen feudalen Lebensabend geniessen.
Auch DAS wäre ja kein soziales Problem gewesen,  jedenfalls so lange genug Alk und genügend Nutten zur Verfügung standen, und sie denn wirklich wieder ... .
Aber GENAU DAS taten sie denn eben nicht! Und sie breiteten sich aus, von ihren Barackensiedlungen in unsere Schweizer Wohnquartiere, metastasierende Aliens!
JA! Sie haben gelogen, wenn sie sagten: bloss 15 Jahre, und dann vamos a la playa! Denn unterdessen wurden sie ihrer Heimat noch fremder, als sie es hier, in der Fremde sind.
Und jetzt leben sie in unseren Altersheimen und verstehen noch immer kein Deutsch und verstehen noch immer nicht, wie ihnen geschieht!


Aber schon früh gab's ja auch die anderen, die nämlich in der Schweiz eine neue Heimat suchten, weil sie sich in ihrer ersten, eigentlichen Heimat nicht mehr so richtig wohlfühlten. Im WW2 konnten ja die Juden und Kommunisten noch zurück- und ihrem gerechten Schicksal überwiesen werden, aber spätestens 1956 mussten die Schleusen geöffnet werden!
Aber wer möchte denn die Feinde seines Feindes nicht als Freunde aufnehmen?

Und das galt erst recht 1968 - OHNE Zynismus, übrigens.
Obwohl, es gibt ja scheints in jeder Situation solche - und andere?

Dennoch, die Ungarn und Tschechen, die waren meist gebildet, es kamen nämlich NICHT die ArbeiterInnen und Bauern. Und DIE konnten Deutsch und teilten das, was Wir "unsere Kultur" nennen. Aber ja doch: die stammten nämlich aus dem kaiserlich-königlich-habsburgisch-ungarischen Reich - oder so.

 
Aber irgendwann kamen sie denn von weiter her, und sie waren anders.
Und wie schon im Jahre 50 a.c. Methusalix sagte: Ich habe nichts gegen Fremde, aber diese Fremden sind nicht von hier!
Die "Tamilen" zum Beispiel.
Und dann die Menschen aus dem ehemaligen "Jugoslawien". Die einen kamen als Kriegs-Flüchtlinge. Und die anderen, weil sie in ihrer kriegsversehrten Heimat keine wirtschaftliche Zukunft mehr sahen. Gemeinsam wussten beide, dass die CH schon seit vielen Jahren einen Grossteil ihrer "FremdarbeiterInnen" aus ihrer Heimat rekrutiert hat.

Und dann waren sie da. Ohne Herkunft und ohne Zukunft, sozusagen. Aber mit einer Vergangenheit, die sich offenbar mit der schweizer Gegenwart nur schwer vertrug.

Und nun waren sie auf einmal keine Flüchtlinge mehr und verloren denselbigen Bonus.
Jetzt waren und sind sie "Migranten". Und die CH hat ein "Migrationsproblem".
Oh ja: der politisch so schaurig korrekte, sachlich aber oberstabsurde Speech von den "Migranten". Migranten sind Wanderer sind Weiterwanderer sind Wanderer sind Nomaden, und ACHTUNG: jetzt kommt's: sind Zigeuner, wenn auch heutzutage Roma, aber deshalb nicht weniger beliebt und nicht weniger sesshaft.
Aber das Integrations-Problem bezieht sich eben gerade NICHT auf "Migranten", sondern auf die IMMIGRANTEN, die EinwandererInnen nämlich!

Und dazu gibts sogar ein Lied, und DAS singen uns doch ausnahmsweise für einmal die Immigratinnen vor, jaja, die Frauen können's nämlich auch:
http://www.youtube.com/watch?v=HOXBXlmFk_I&feature=related

Und hier der entsprechende Text:
"Immigrant Song"
Ah, ah,
We come from the land of the ice and snow,
From the midnight sun where the hot springs flow.
The hammer of the gods will drive our ships to new lands,
To fight the horde, singing and crying: Valhalla, I am coming!

On we sweep with threshing oar, Our only goal will be the western shore.

Ah, ah,
We come from the land of the ice and snow,
From the midnight sun where the hot springs blow.
How soft your fields so green, can whisper tales of gore,
Of how we calmed the tides of war. We are your overlords.

On we sweep with threshing oar, Our only goal will be the western shore.

So now you'd better stop and rebuild all your ruins,
For peace and trust can win the day despite of all your losing.



Part3 is following soon!

11 Kommentare:

Orlando hat gesagt…

(I)

Buäääh, buäääh, ich möchte auch gern so ein putziger, unintegrierter Immigrant sein, das ist doch so herzig! Oder besser: voll cool Monn!
Isch im Foll geil, Monn, chasch i de Trainerhose umelaufe de ganzi Tag und muesch gar nüt moche, die Sozialamtschlampe gibt dir scho Geld, isch voll normal, ey! Und wänn du langwiilig wirsch, dänn lasch e Fräu us de Heimat cho, damit sie chan au do lebe und de Huushalt mache, und du häsch erscht no äini zum figge, Monn!

Mein lieber, aus dem Hinterpfupfigental seit 1500 Jahren abstammender Fufi!
Dein historischer Abriss in Ehren. Aber er erklärt gar nichts.

Hey, Fufi: mein Papa kam als Ehegespons einer Schweizerin in die Schweiz ohne ein Wort Deutsch zu können. Und er hat hier vortreffliche Aufnahme gefunden. OHNE Intgrationsbüros und Sprachkurse! Hat die Sprache lernen müssen, während meine Mama die Knete verdient hat (in den Siebzigerjahren!) - und wenn er nicht verstanden hat, haben die Leute ihm einfach Wort für Wort ins Gesicht gebrüllt, weil sie meinten, er sei vielleicht schwerhörig.

Orlando hat gesagt…

(II)

Und nach 5 Jahren arbeitete er auf seinem Beruf. Hat Mühe gehabt mit der pingeligen Kultur hier (und oft darüber geflucht). Aber hat ganz allein die Familie ernährt mit seinem Bürojob, und nicht schlecht. Ganz normal. Unsere Familie hat nie einen Rappen Geld vom Staat kassiert.

Also, bevor du hier deinen üblichen rotgrünen Schaum vorm Mund entwickelst, lies erstmal das Plakat, das du ja so verabscheust richtig: MASSENeinwanderung stoppen. Ähm, welches Land tut dies nicht? Sonst wäre ich extrem dafür, dass wir all die Hunderten von Tunesiern, die da hereinströmen, beim Fufi in der Nachbarschaft im heilen Hinterpfupftösschrachental einquartieren.

Normale Einwanderung ist doch okay. Dagegen hat nicht einmal die - achtung jetzt kommts - SVP etwas. Es geht ums richtige Augenmass. Vernunft und Pragmatismus - bewährte Schweizer Werte; doch sicher auch im seit 2 Millionen Jahren von Fufis besiedelten Hinterpfufigental, oder?

Qualität vor Quantität. Ich gebe wieder, was ich vor zwei Tagen im Zug erlebt hatte:

Kondukteur: Billet vorweisen, bitte.
Passagier Hm?
Kondukteur: Billet! Englisch, Francais, Italiano? Ticket, please.
Passagier: Non.
Kondukteur: Vous parlez Francais? Allors, votre billet, s'il-vous-plait!
Passagier: non, pas.
Kondukteur: Pas de billet? Allors, que faites-vous ici?
Passagier: Ramadan.
Kondukteur: Ramadan? Du tumme Siech! Allors, le prochain arret - au revoir. (beim weitergehen) Dumme Siech, das zahlen wir mit unseren Steuern!

Super unprofessionell vom Kondi, nicht wahr?

Oder was meinst du, du Heulsuse?

fufi hat gesagt…

Orlando

DA kann ich leider nicht mithalten!

Nachdem mein Urgrossvater - er wurde als Verdingbub verkauft - denn gross und damit als zu teuer weggeworfen wurde, arbeitete er bei der Bahn - NEIN, damals gabs noch keine SBB, heisst: er lebte NICHT vom Staat.
Bis er starb. Und er starb früh. Aber seine Frau, mit ihren 12 Kindern. Ja!

Und auch Grossväterlicherseits gings so weiter.
Der eine arbeitete beim EWZ, der andere bei einer - unterdessen - bundessubventionierten Bahn.

Und damit NICHT genug: Auch mein Vater bezog sein Geld vom Staat, als Lokführer bei der SBB, nämli.
Und weil er in einem "Kriegswichtigen" Segment arbeitete, DURFTE er keinen Militärdienst mehr leisten. Aber Militärpflichtersatz DURFTE er zahlen, 20 Jahre lang!

Und lass mich noch was draufgeben: AUCH ICH beziehe mein Geld vom Staat!
Aber weil ich ja zum Glück nur 38% invalid bin, beziehe ich NUR dieses Geld, wofür ich auch 100% leiste. (Ab 40% würden mir nämlich so Steuergelder nachgeworfen, weisst du!)

JAja, und der Kondi hätte das Kundi ja zumindest umarmen un küssen müssen, und ihm vielleicht noch einen "Schnägg" mit auf den Weg geben sollen, für "d'Schliifi".

Hey, für WIE blöd hältst du mich eigentlich?
Oder andersrum:
Als WIE blöd möchtest DU dich hier eigentlich pröäsentieren?

Wenn du dich beeilst, kommst du gerade noch richtig ans Integrations-Festival, übrigens!
Und DA kannst du sicher noch ganz viel lernen!

http://www.africa-integration.ch/de/

fufi hat gesagt…

Und weisst Du, O!

Irgendwie find ich's ja auch nicht so ganz daneben, seine "Arbeitskraft" in den Dienst der Gemeinschaft zu stellen. Auch wenn's, wie bei der Urgrossmutter, nur darum geht, die Brut auf ein späteres Funktionieren hin zu erziehen!

Anstatt sich den Arsch anderweitig aufzureissen?

fufi globalistico hat gesagt…

Ach ja, und übrigens, Orlando!

Brauchst dich ja nicht zu schämen, dass du ein Halbblut, Mestize bist!

Vor Gott sind nämlich alle gleich.
Wenn auch der Pfarrerssohn Herr Dr.C.B. was anderes von sich auskotzen täten möchte!

Tiger hat gesagt…

Als mein Vater in den 60ern die heilige Schweiz betrat, wo Italiener wirklich und wahrhaftig Menschen zweiter Klasse waren, und dank Wirtschaftsbooms eine gute, qualifizierte Arbeit fand, war das noch wirklich eine andere Zeit.

Er hat mit anderen Italienern geredet, die sagten Sachen wie "Mo vado alla Banoffa a comprare a Zeiddunga e bbboi mi cerco una Grancassa." Letzteres war die Krankenkasse...

Wenn man denkt, dass die Italiener schon fast nicht mehr als Ausländer wahrgenommen werden... wer sagt denn, dass das in zwanzig Jahren nicht auch bei den Kosovaren sein wird und in fünfzig bei den Deutschen?

Astrid hat gesagt…

Fufi, vielleicht habe ich vermeintliche Ironie Deinerseits verpasst - aber ich glaube nicht, dass O sich wegen irgend etwas in seiner Herkunft schämt. Genausowenig, wie sich die allermeisten Schweizer schämen oder zu schämen haben angesichts der Tatsache, dass die allermeisten irgendwo einen Italiener, Deutschen, Ungarn, Inder, was weiss ich, im Stammbaum aufweisen.

Allerdings muss es erlaubt sein zu fragen, ob wir alle aufnehmen und wenn nein, nach welchen Kriterien wir das regulieren. Ich glaube, dass Masseneinbürgerung (wenn es das ist, was gerade bei Tunesiern und Marokkanern vorliegt), ob das jetzt politisch korrekt ist oder nicht, genau dieses Unbehagen in der Bevölkerung auslöst, das so gerne von gewissen Kreisen ignoriert bzw. verteufelt wird. Wir haben nach dem zweiten Weltkrieg erfolgreich Ungarn aufgenommen, die Italiener sind, bei allen Problemen, die es gegeben hat, eine Erfolgsgeschichte, Portugiesen und Spanier als Saisonniers und sogar die Bosnier und Kosovaren, die aufgrund des Jugoslawienkrieges zu uns kamen, haben sich in der Regel integriert oder sind, wie vorher bestimmt, zurück in die Heimat gegangen. Der gemeinsame Nenner scheint mir zu sein, dass es sich, meistens (!), um Menschen des gleichen Kultur- und Wertekreises wie den unseren gehandelt hat. Und es gab Regeln: die Ungarn und Kosovaren erhielten nur eine temporäre Aufnahmebewilligung - bei sehr erfolgreicher Integration ist, mit etwas Druck, meistens ein Dableiben gestattet. Die Ungarn konnten in der Regel nicht mehr hinter den eisernen Vorhang zurück, die Spanier und Portugiesen und, in einigen Fällen, auch die Italiener suchten gar keine neue Heimat, verrichteten aber hier wertvolle Dienste.
Der Ausländeranteil in der Schweiz ist mit über 20% bei weitem höher als in jedem anderen west-europäischen Land (z.Vgl. Deutschland mit 8.7% steht weit vorne in der EU). Man könnte also sagen, dass wir bislang unsere Sache gar nicht schlecht gemacht haben. Die Frage ist doch, wie wir diesen, lassen wir uns nicht täuschen: oft genug fragilen, Frieden bewahren. Und da sehe ich es keineswegs als ketzerisch an, den Satz von Orlando 'Qualität statt Quantität' zu prüfen.

fufi hat gesagt…

@Astrid

Glaube auch nicht!
Aber manchmal kann ich mir nicht verkneifen, Gleiches mit Gleichem zu vergelten.
Jaja, ich weiss ... !
Aber bitte:
Ich/wir sind erst bei Part2!

Anna2 hat gesagt…

Astrid und alle anderen, eine wirklich rein sachliche Frage, weil ichs schlicht nicht weiss: Ich hab mal irgendwo gelesen, dass unsere hohen Prozentzahlen in Sachen Ausländer daher kommen, dass wir sie langsamer einbürgern als alle andern. Stimmt das wohl? Gefühlt sehe ich in London deutlich mehr Leute aus aller Welt als in Züri, dito in Marseille. Vielleicht Extrembeispiele. Die Zahlen würden mich interessieren.

Orlando hat gesagt…

Ja, Züri sollte mehr werden wie Marseille oder London! Dass F und GB sich jahrhundertelang als Versklaver und Ausbeuter (ahh, Marxismus ist so schön, so einfach) betätigt haben, ist ihnen entgangen? Ich bin dafür, dass wir Fufi mit einer Schiffsladung voll Schweizerpässen nach Lampedusa schicken.

Und im Tösstal stellen wir die Freiheitsstatue auf (dem Bild Fufines nachempfunden), deren Inschrift besagt: "Give me your tired, your poor, your huddled masses yearning to breathe free, the wretched refuse of your teeming shore.
Send these, the homeless, tempest-tossed to me:
I lift my lamp beside the golden door!"

Und "the Golden Door" wäre dann..das Gemeindezentrum Bauma, wo das Gemeindesozialbüro schon die Couverts bereithält.

(Ich bin ja sehr gespannt auf Teil 3! Gelingt es Fufi, doch noch so etwas wie eine klare Aussage zu machen, was geht und was nicht, was getan werden muss und was nicht...? Stay tuned*, folks.)

*or Looney Tuned ye freaks

Anna2 hat gesagt…

Hä? Natürlich ist mir das nicht entgangen, Sie Dumpfbacke, Sie. Ich frage nur nach Zahlen. Bezeichnenderweise bringt die nämlich nie wer.

Neulich vor dem Gasthaus Legni im Maderanertal eine - Gummipuppe gesehen, friedlich neben dem Gemüsegarten stehend. Heilig ist die Gummipuppe, pardon: Unterhose, wenn sie sich in Sonn' und Wind, frei von ihrem Alltagslose, auf ihr wahres Selbst besinnt! Oder als Vogelscheuche zweckentfremdet wird.

Ich habe unbekannterweise an Sie denken müssen und still gegrinst. Voilà, das haben Sie nach der letzten Ihrer üblichen Herablassungen redlich verdient.

Im übrigen google ich Peak Oil und so und bin einigermassen beeindruckt. Verfalldaten. Weit, weit weg von moderner Kunst.

Gute Nacht allerseits.

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