Sonntag, 7. August 2011

Starker Franken - was tun?

Der einen Freud, der anderen Leid!

Sex wis well, aber offenbar macht die Weltwirtschaft nicht mal vor den Nationalratswahlen halt:


Was ist denn da zu tun?

Eine nicht ganz erstgemeinte Lösung hat Tiger!
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Let's buy Somalia

 
Land of Dreams
Die Schweiz ist in den letzten knapp 200 Jahren ein weltweit einmaliges Erfolgsmodell geworden. Demokratie, Wirtschaft, Industrie, Bildung, Agrikultur, Waldwirtschaft, Minderheitenpolitik, Umweltschutz, öffentlicher und privater Verkehr – you name it. Wir sind reich geworden durch Arbeit und Schläue, wir arbeiten mehr und effizienter als viele andere, und wir sind so schlau, dass wir einem mittellosen pechschwarzen Buschbewohner des hinteren Kongo ein Solarium verkaufen könnten. Und dazu die Sonnencreme, damit er sich darunter nicht verbrennt. Und wenn er sich das nicht leisten kann, bekommt er einen langfristigen Abzahlungsvertrag von einer unserer tollen Banken. Wir drehen ihm sogar noch eine Tube Selbstbräuner an. Wir denken immer wieder, wie andere Länder von den Lösungen profitieren müssten, die bei uns doch so super funktionieren.

















Klar, auch unser Land hat Probleme, und diese Probleme werden nicht so schnell gelöst wie andernorts, einerseits wegen der Trägheit der Leute, anderseits wegen jener der Demokratie. Aber, und das ist sehr wichtig: Die Probleme werden irgendwann gelöst. Wir Bürger wissen, dass ein wichtiges Problem nicht einfach von einer Generation an die nächste weiter gegeben wird. Vielleicht wird es das, aber bei jedem Weitergeben ist es etwas mehr gelöst.

BR Maurer, 1.8.11 in Bauma:Wir sollten mehr NEIN sagen!    (Symbolbild)














Wir Schweizer wissen, wie man ein kleines Land zur Blüte führt und dort hält. Wir wissen, wie man mit Dissens umgehen muss und mit Korruption. Wir haben eine leidlich freie Presse, und wir haben weitestgehende Meinungs- und Meinungsäusserungsfreiheit. Wir haben haufenweise tolle Gesetze, die auch durchgesetzt werden, und vor denen (in der Theorie zumindest, die Praxis sieht leider oft anders aus) alle gleich sind.


Land of nightmares
Afrika besteht aus Ländern, die am unteren Rand der weltweiten Entwicklung herumkriechen. Korruption, lausige Bildung, teils riesige Kriminalitätsraten, eine superhohe HIV-Infektionsrate, Denguefieber, Malaria, schlechte Verkehrswege, schlechte Energie- und Wasserversorgung, Prostitution, Hoffnungslosigkeit. Dabei ist Afrika die Heimat einer der reichsten Kulturen der Welt, mitreissende Musik, fantasievolle Kleider, liebenswürdige Menschen. Ja, im Vergleich zu den Schweizern recht faule Menschen, in der Mehrheit, stimmt, aber das macht sie ja nicht zu Unmenschen.

Somalia ist ein zerfallener Staat. Es gibt keine richtige Regierung, die Gewalt üben Clans aus. Somalia ist riesig, rund 15 Mal so gross wie die Schweiz, hat aber eine Bevölkerung, die kaum grösser ist als die hiesige. Sprachen haben sie ihr Somalisch, dann Arabisch und Englisch und interessanterweise Italienisch. Die grosse Mehrheit der Somalier ist nie zur Schule gegangen und wird es auch nie. Somalia hat kaum sauberes Wasser und keinerlei geregeltes Gesundheitswesen. Die Somalier sind sich seit jeher an Regierungen gewohnt, deren konstituierendes Merkmal die Korruption sowie die Vettern- und Günstlingswirtschaft ist.
Aber: Somalia ist eine Demokratie.

Der Plan ist also: Kaufen wir Somalia und verwandeln es in die Schweiz Afrikas.
Wirklich absurd, diese Idee. Aber sie ist nicht unrealistisch. Wir haben hier alles, was die Afrikaner nicht haben, es funktioniert alles, was dort nicht funktioniert.









Wenn wir alle zusammenstehen, dann wird es uns, als Schweiz, gelingen.
Anfangen muss alles mit einem Masterplan, wie die fehlenden Teile des Landes aufgebaut und die bestehenden verbessert werden können. Dann wird abgestimmt, hier und in Somalia. Demokratisch. Und wenn die Bevölkerungen hinter dieser grossen Idee stehen, dann wird der Masterplan aufgeteilt in viele kleine Pläne. Die hellen Köpfe der Schweiz und von überall her werden sich ihr Spezialgebiet in Somalia vornehmen. Die gesamte Entwicklungshilfe geht nach Somalia. Wisst Ihr noch 2008, als der Bund so kurzspitz ein paar Dutzend Milliarden für die Rettung der UBS locker machen konnte? Dieses Geld geht nach Afrika, wird investiert in die Projekte, die aus Somalia die Schweiz von Afrika machen. Jeder Schweizer bezahlt im Durchschnitt 3000 Franken mehr Steuern als heute, und dieses Geld geht in die Entwicklung Somalias.

Die Bildungsforscher der Schweiz gehen nach Somalia, um das Bildungswesen aufzubauen, die Banker, um anständige Banken zu bauen, die Baumeister für die Infrastruktur, die Agronomen für die Landwirtschaft. Eine freie Presse, vielfältig und intelligent, entstünde. Und eine Reihe von Fernsehkanälen. Eine leistungsfähige Industrie würde angestossen. Und dann würden grosse Landstriche Somalias mit Sonnenzellen überbaut, Landstriche, die heute ungenutze Wüste sind, und Somalia könnte plötzlich haufenweise Energie exportieren. Meinetwegen als Wasserstoff oder irgendwie sonst gebunden. Und in der Post-Öl-Gesellschaft, die kommen wird, ist das ein unschätzbarer Vorteil.
Warum Somalia? Nun, dieses Land ist wie kaum ein anderes in Afrika am Boden. Es hat eigentlich keine Zukunft. Die Kooperation mit der Schweiz wäre eine grosse Chance fürs Land, ja für ganz Afrika. Die Leute sind uns nicht so fremd wie die Namibier oder Botswaner, sie haben englische und italienische Kolonialgeschichte. Dann liegt Somalia an einer der meistbefahrenen Routen der Welt: dem Übergang vom Roten zum Arabischen Meer. Von der Schweiz aus ist es einfach, über die Häfen von Genua und Savona über den Suezkanal nach Somalia zu fahren. Die Hochseeflotte der Schweiz müsste massiv ausgebaut werden.


Und wieso das nicht noch weiterdenken? Die EU könnte Ähnliches anstellen mit Äthiopien oder Eritrea, Ägypten mit dem Sudan, die USA mit Kenia und China mit dem ganzen Rest :-) Und dereinst fusioniert die Schweiz mit Somalia zur Somalischweiz, Somalia wird von einem Partnerstaat zum grossen Kanton. Kanton Somalia.

Bedenken
Somalia ist ein Fass ohne Boden. Nein, aber es ist ein Fass, dessen Boden man noch nicht erkennen kann. Ganz wichtig ist der Aufbau einer starken Justiz, die der Korruption den Garaus macht. Interessant: Somalia hat noch keine richtige Verfassung. Ja, die brauchen noch eine! Welch tolles Arbeitsfeld für unsere Juristen!
Somalia ist ein Piratennest. Das stimmt, und das müsste auch als erstes ausgeräuchert werden.
Bedenken würden sicher haufenweise vorgebracht werden, und bei der Umsetzung werden Myriaden Probleme auftreten. Ich glaube, das ist es wert. Somalia ist die Mondlandung der Schweiz.

Fazit
Dies ist eine begeisternde Vision für die nächsten 100 Jahre Schweiz. Wir wüssten endlich, was wir mit unserem Geld anstellen müssten, wir hätten wieder Träume, wir hätten wieder Ziele. Nicht die langwierige und übermässig teure Verbesserung von eh schon Tollem hierzulande, nein, ein Reboot eines ganzen Landes.
Endlich hätten wir ein konkretes Ziel, wie wir unser tolles Land erweitern.
Wir können es, wir können es.

















Wenn wir das tun, werden wir unserem Namen als bestes Land der Welt gerecht.
Die Schweiz wird Somalia retten. Somalia wird die Schweiz retten.

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5 Kommentare:

fufi hat gesagt…

Uebrigens wär Griechenland momentan auch noch billig zu haben ...

Tiger hat gesagt…

Neee, dort ist schon Wildkatze :-)

Im Ernst: GR ist ein Fall für Deutschland.

Tiger hat gesagt…

Ich verstehe ja, Leute, dass Ihr diesen Text nicht lest, er ist ja auch gar lang...

Anna2 hat gesagt…

Lang wäre nicht das Problem, bloss kann man nicht alles kaufen... Naja, Sie meinens schliesslich auch nicht ernst. Aus der medizinischen Entwicklungshilfe ist bekannt, dass Kliniken mit importiertem Personal keine Nachwirkungen hinterlassen. Richtig Wurzeln schlagen kann die Hilfe nur, wenn Leute aus der Gegend beteiligt sind. Jaja, wussten Sie alles, daher ists auch nicht einfach zu antworten.

Wer kauft Russland?

fufi hat gesagt…

Russland hat sich schon längst selbst verkauft.
An Oligarchen und söttige Amphibien!

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