Mittwoch, 3. August 2011

Was die Grossmutter noch wusste ...

Die Grossmutter wusste noch ......

wie frau einen feinen Apfelstrudel backt
dass das, was im Radio Beromünster gesagt wird, die Wahrheit ist
dass die Kinder beim Einschlafen ihre Hände über der Decke halten müssen

Aber vor allem wusste sie noch eins:
Verabschiede dich niemals von niemandem im Streit.
Du weißt nämlich nicht, ob du dieses Mensch jemals wiedersehen wirst!


Und genau darum geht's mir hier!

Da gibt's nämlich was, das in diesem und anderen Blogs so recht brutal angefickt wird.
Und DAS hat kürzlich die Diagnose "KREBS" sich einverleiben müssen.
Heilbar, wahrscheinlich, aber dennoch .. ??

Ein Anlass vielleicht, gewisse Schreibweisen zu überdenken?

33 Kommentare:

fufi das foton hat gesagt…

Und damit auch hier ein Kommentar steht
(ich meine, wir könnten uns langsam vom 29. Juli in die Gegenwart bewegen?)
anyway:

1. @Lina, du sagst am 4. August 2011 12:48

"Den biedermännischen, moralisierenden, faule Frieden fordernde Aufruf, nie im Streit zu gehen, ist blogtechnisch zersetzend, als soziale Maxime naiv"

Einerseits hast du recht, wenn du damit meinen tätest, ich hätte Friede-Freude-Eierkuchen und Wir-Haben-Uns-Ja-Alle-So-Lieb und Alles-Fremde-Ist-Ja-So-Eine-wahnsinnige-Bereicherung als Blogmotto dekretiert.
Ist aber NICHT so!
Es geht mir, wie meistens, um die Art und Weise, um den "Style"!

Oder wie's am Anfang steht:
Keine Gesinnungskontrolle!
Nur wer keinen Anstand und keinen Respekt mitbringt, ist hier fehl am Platz!
Aber leider lesen auch Bloggerinnen das (Klein?)-Gedruckte nicht immer!


2. @Orlando am 3. August 2011 23:45

"p.s: wer hat Krebs und was geht das irgendjemanden hier etwas an????"

Ob's irgendwen was angeht, weiss ich nicht. Ob's irgendwen interessieren täte, was eine andere Sache wäre, weiss ich auch nicht.

Aber, und

3. Dass das, was Krebs hat, .............. ????
ICH wünsche jedenfalls Alles, Alles Gute!

Tiger hat gesagt…

Genau, das sind zwei unterschiedliche Fragen. Keine Ahnung, wer's interessieren könnte. Die einen hier haben es ja in privater E-Mail bekommen, fufi ist auch einer davon.

Tiger hat gesagt…

Und ich bin es auch, wollte ich sagen.

Anonym hat gesagt…

hmm..., was soll man dazu sagen.

auguste - somewhat puzzled

Anna2 hat gesagt…

*räusper* Auch alles Gute.

Fufi, nachdem Sie uns hierher verbannt haben, muss ich doch noch meinen Friede-Freude-Eierkuchen-Beitrag loswerden und Orlando und Auguste auf die Schulter klopfen. Männer brauchen sowas, gell Lina, weil sie so viel sensibler sind als unsereins, die das ja nie brauchen und entsprechend auch nie bekommen. Damit zum Zwietrachtbeitrag: da bin ich mit Ihnen absolut nicht einverstanden - mir stehen die Haare zu Berge! Auch bei der Sensibilität gibt es zweifellos Gausssche Verteilungskurven. Dass sie sich zwischen Männlein und Weiblein wesentlich unterschieden, wage ich nicht zu behaupten. Und wenn ich doch Vermutungen anstelle, dann eher in die umgekehrte Richtung, ausser wenn es ums Selbstmitleid geht; darin sind Männer tatsächlich klasse. Sowohl mein Exmann als auch mein heissgeliebtes Brüderchen sterben bei jedem Schnupfen tausend Operntode. Ich dope mich und funktioniere, gnadenlos. End of rant. Natürlich ist es in der Praxis umgekehrt. Frauen nehmen sich und ihren Körper bewusster wahr, machen sich mehr Sorgen und gehen schneller zum Doktor (oder zur weiblichen Kollegin, weil die, erwiesenermassen, ihren Patienten mehr Zeit und Aufmerksamkeit widmet, wie unsensibel). Männer sagen öfter "d Frau schickt mich". (Extrembeispiel: Appenzeller Bauer, drei Viertel seiner Lunge bereits krebsverschattet, heuen ging er trotzdem noch.) Diese komplette Regression ins Sichbemutternlassen hingegen, die verschnupfte Männer haben...

Anna2 hat gesagt…

Die Gnadenlosigkeit mancher Frauen, auch und gerade von Müttern, kommt in my humble opinion daher, dass sie sich von den Ansprüchen anderer auffressen lassen. Irgendwann brennt man dabei aus. Dem durchschnittlichen Mannsbild passiert das doch höchstens im Job. Aber vielleicht ist das zuviel spekuliert. Ich bin mir der Gefahr jedenfalls sehr bewusst und viel heiterer, netter und ausgeglichener mit meiner Kleinen, wenn ich sie ab und zu abgebe, nicht nur um mich den Patienten zu widmen. Also tu ich das. Heute sogar joggen gewesen!

Lina, wir leben in einer Zeit der Gegenbewegung. Frauen meiner Generation sind tatsächlich manchmal unangenehm laut und fordernd. Aber schauen Sie doch mal zurück: Meine eine Grossmutter war Geigerin in einem ordentlichen Orchester und musste nach jeder Geburt vorspielen, um zu beweisen, dass sie nicht hormonell darniederlag. Meine andere Grossmutter hat ein Jahr Medizin studiert, geheiratet und ab zwanzig fünf Kinder bekommen. Meine Mutter hat Medizin studiert, geheiratet, zwei Kinder bekommen und in unserer Kleinkinderzeit eine Diss geschrieben, aber nie praktiziert bis zu einer Midlifecrisis in unserer Pubertät, die für alle Beteiligten unangenehm war und aus ihrer doormat-Funktion für den Rest der Familie resultierte. Danach hat sie ein paar Jahre in einer beruflichen Sackgasse verbracht, mehr war nach der langen Pause nicht möglich, und relativ schnell wieder aufgehört, um ihre todkranke Mutter zu pflegen. Ich habe studiert, dissertiert, praktiziert, ein einziges spätes Früchtchen geboren - und praktiziere weiter, auch wenn das manchmal sackmühsam ist; das abschreckende Beispiel der eigenen Mutter stets vor Augen. Die Midlifecrisis werde ich in der mütterlichen Form nicht haben, die findet längst statt, einfach anders. Frauen Ihrer Generation wundern sich vielleicht manchmal, warum die alten Weiber so viele Türen einrennen, die weit offen zu stehen scheinen. Das tun sie halt noch nicht lang. Die Türen, nicht die Weiber. Meiner Tochter wünsche ich drei Kinder UND einen Job, der sie befriedigt. Wenn sie will; es ist ihr Leben.

Anna2 hat gesagt…

Gerne würde ich ein paar Texte posten von Männlein und Weiblein und ein munteres Ratespiel veranstalten, aber seit Google funktioniert sowas nicht...

Gute Nacht.

Anna2 hat gesagt…

Ahh, Leserinnen fragen! Autor oder Autorin? In meiner Gutenachtgeschichte beschreibt ein Mann eine Mitreisende:

She was tallish, five eight or nine, and good-looking. (He refused that other slimy word, handsome. When applied to a woman above a certain age, it meant "was once good-looking". A harsh misapprehension, since beauty was something a woman grew into, usually in her thirties, and thereafter rarely grew out of. Brash, fuck-me innocence was something different. Beauty was a function of self-knowledge, plus knowledge of the world; therefore, logically, you would not be more than fragmentarily beautiful until you were thirty or so.)

Astrid hat gesagt…

Anna, danke für Ihre Geschichte - ich finde das hochinteressant. Es ist etwas, was mich in bösen Zeiten meine Lebensfreude wiederfinden liess - diese ungeheure biografische Vielfalt und die Möglichkeit, sein eigenes 'Schicksal' etwas relativiert zu finden. Als ich anfing, Sterbebegleitungen zu machen, war das nicht etwa tod-traurig, sondern im Gegenteil eine Offenbarung, Menschen und ihre Leben und Hintergründe ein wenig näher kennen zu lernen.
Eine Weile überlegte ich, ähnlich den Archiven von Stephen King eine Art Bewegung ins Leben zu rufen, die ältere und alte Menschen über ihre Leben befragt, die ganz normalen Menschen in unserer Umgebung. Es gehört mit zu dem, was mir auch heute noch eine gewisse Ruhe bringen kann, wenn alte Menschen mir aus ihrer Biografie erzählen. Alles relativiert sich, ich werde auf einen Schlag demütiger und angstfreier. Wenn es denn nur anhalten würde.....
Danke für Ihre Offenheit.
Gute Nacht ebenfalls.

Anna2 hat gesagt…

... und weil ich schon hier bin und Astrid auch noch, und weil Auguste Konsalik liest und sogar der Eisenhut nicht vegetabil tut:

http://www.youtube.com/watch?v=sizoMv4RZ3A (kenne ich aus dem herrlichen Ulk "On connaît la chanson")

Eisenhut, wer soll Linas Vorbild sein? Please? Anyway, I can't stand D.H. Lawrence. Neulich eine blonde, blasse, etwa 18jährige Zürcher Rose im Bus gesehen. Vor ihr ein Notizblock, sauber unterstrichene Überschrift: Sons and Lovers. Sie las in einer deutschen Übersetzung, strich ab und zu etwas mit einem gelben Leuchtstift an und wirkte so gar nicht wie diese Mädels mit den Austen- und Brontë-Schmökern. Warum tun die Lehrer den Lawrence heutigen Gymelern (I presume) noch an?

Und Orlando, nein, eine Rose sind Sie nicht! Dickinson hingegen zeugt von tadellosem Geschmack. Yours truly, T. Snob.

G'night all.

Tiger hat gesagt…

Frau.

Emily Orlandson hat gesagt…

I DIED for beauty, but was scarce
Adjusted in the tomb,
When one who died for truth was lain
In an adjoining room.

He questioned softly why I failed?
“For beauty,” I replied.
“And I for truth,—the two are one;
We brethren are,” he said.

And so, as kinsmen met a night,
We talked between the rooms
Until the moss had reached our lips,
And covered up our names.

Anna2 hat gesagt…

Emilinho, die Frage ging in allererster Linie an Sie (und in zweiter an Lina): hat den Text unter 4.8. 21:51 ein Mann oder eine Frau geschrieben? Waren es nicht Sie, der (die?) gewettet hat, er/sie erkenne das immer -? Auflösung nicht vor Montag, bis dahin sind wir weg. Danke, Tiger, fürs Raten. Gute Nacht!

Tiger hat gesagt…

O, lies die Seite 29 im Tagi von heute. Und sag mir, wo Constantin Seibt mit seiner tieftraurigen Bestandesaufnahme unrecht hat.

Astrid hat gesagt…

Mann.

Anonym hat gesagt…

hmm..., von einer autorin. "handsome" verrät es. männer benutzen es selten und kaum je für eine frau.

das einzige "some-word", das wir hier und da ein wochenende lang mit george, dwight, jack oder jim, und vielleicht dem da, ein paar mal ins stofftaschentuch schneuzen, ist das da:

youtube: radney foster - just call me lonesome

auguste - don't get me started on a slight cold, doc

Astrid hat gesagt…

Auguste, das ist mir auch aufgefallen, auch die deutlich maskuline Semantik, die fast schon aufgesetzt wirkt. Da Anna aber beweisen wollte, dass man das Geschlecht nicht unbedingt am Schreibstil erkennt, dachte ich mir, dass der offensichtliche Mann wahrscheinlich eine Frau ist..... Bin mir aber absolut nicht sicher. Und zum Googlen bin ich zu faul.

Astrid hat gesagt…

Oh das was jetzt ein Schwachsinns-Beitrag von mir, sorry! Es muss natürlich heissen: da wir denken sollen, dass der Autor eine Frau ist, die sich an einem männlichen Schreibstil versucht, ist es höchstwahrscheinlich ein Mann.

Astrid - fluffy-brained

Tiger hat gesagt…

He, Auguste, ich wusste nicht, dass Harry Potter jetzt Country macht!

Netter Song, jedenfalls.

(youtube: Elvis Presley Just Call Me Lonesome)

Tiger hat gesagt…

CSI Astrid hat wahrscheinlich Recht. Das Wort "handsome" ist mir natürlich auch aufgefallen (und es ist ja recht prominent im Text), und ja, es wirkt irgendwie aufgesetzt, jetzt, wo Du's sagst.

Anna?

Äh, vulgar display of... vulgarity...:

http://www.flixxy.com/top-gear-marauder-test-drive.htm

Funny though.

Mann hat gesagt…

Mann. definitiv. So ein Schwachsinn würde unsereins kaum schreiben, höchstens eine Tunte.

der Gast hat gesagt…

@Tiger

Der Artikel von C. Seibt ist lesenswert, danke.

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/amerika/Der-rechte-Abschied-von-der-Politik/story/22710602

Wie lange sind Otto Normalo & Co. gewillt, den Reichen mehr zu geben, wieviele Jachten sollen denn noch finanziert werden? Wieviele billige Analphabeten wollen wir noch dulden? Ich denke zudem aber, dass das Problem nicht allein bei den raffende "Rechten" liegt, sondern generell an den Zentrifugalkräften der Gesellschaft, rechts wie links. Mit dieser (schlechten) Basis werden wir miese Karten haben, wenn (z.B. Umwelt- oder echte, soziale) Probleme vor der Türe stehen. Der erste Akt hat noch nicht mal begonnen.

fufi hat gesagt…

Gast fragt:
"Wie lange sind Otto Normalo & Co. gewillt, den Reichen mehr zu geben"
Genau so lange, wie die Reichen den Armen vorspielen, sie, die Armen, könnten denn vielleicht ebenso reich werden!
Und dass es immer nur die bösen Andern sind, die verhindern, dass die Armen so reich werden können wie die Reichen!

Beati pauperes spiritu.

Tiger hat gesagt…

Constantin Seibt wird von vielen als der momentan beste Schweizer Journalist angesehen. Andere, etwa O, verabscheuen ihn.

Viel Feind', viel Ehr'.

Anna2 hat gesagt…

Seibt for President!

Ungern gäbe ich preis, um wen es sich bei diesem schreibenden Menschen handelt, solange Orlando nicht Farbe bekannt hat - nach diesen superselbstsicheren Wetten! Nur soviel: Es besteht Grund zur Spekulation, dass die Autorin/der Autor bisexuell ist.

Anna2 hat gesagt…

Soeben Linas Antwort in "Zwischen gestern und morgen" ausgebuddelt. Das Spiel steht unentschieden:

Mann: 2 (Astrid sophistisch, Mann Scherzkeks)
Frau: 2 (Tiger kommentarlos, Auguste aufgrund von "handsome")
Stimmenthaltung: 1 (Lina: salopp, vermisst formale Disziplin)

Orlando? Die Stichfrage geht an Sie. Und sagen Sie jetzt bloss nicht auch noch unentschieden.

Tiger hat gesagt…

bi? Hm. Wie kommt man jetzt darauf? Keine Ahnung...

exiled hat gesagt…

Mann, sind Sie Orlando? Gähn...

Wie man darauf kommt: das war ein/e Freund/in. aufgrund einer Serie von Büchern der-/desselben Autorin/Autors mit bisexueller/m Erzähler/in. Diese/r Freund/in fand, so schreibe nur, wer entsprechende Erfahrungen habe. Mensch, ist das mühsam, diese ambivalenten Endungen. Auflösung kommt morgen abend, Orlando hin oder her. Prahlhans!

Gute Nacht.

Mann hat gesagt…

Ich sagte es ja: eine Tunte.

der Gast hat gesagt…

Tiger:

Der Artikel von C. Seibt scheint auch noch andere bewegt zu haben. Heute im Tagi S. 11 die Leserbriefe. Lesenswert.

fufi pessimisticus hat gesagt…

@Gast:

Wirklich lesenswert, bloss:
SCHWEIZER (gebildete) lesen die WW, und das "gemeine Vouch" den BLICK.
Und die anderen lesen die WoZ, oder "Der biologische Balkon-Gärtner".

Und wer Ohren hat hört heutzutage Lady Gaga!

Tiger hat gesagt…

Seit der "Stürmer" eingestellt wurde, lese ich keine Zeitung mehr. Jafoll.

Anna2 hat gesagt…

Orlando: schwaches Bild! Ausser Sie wären "Mann". Was wieder Ihrer Behauptung widerspräche, Sie würden sich hier stets identifizieren. So oder so sind Sie überführt.

Die Passage ist aus Julian Barnes' Kurzgeschichtensammlung "England, England", genauer aus "Tunnel". Die Geschichten mit einer bisexuellen Hauptfigur hat er als Dan Kavanagh geschrieben. Ich finde ihn mit dem Alter (seinem? meinem?) immer weniger gut lesbar, aber für diese Passage bin ich ihm dankbar.

Gute Nacht.

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